Lebenslauf Cloud Engineer: Beispiel und Vorlage
So strukturieren Sie Ihren Lebenslauf als Cloud Engineer oder Cloud Architect für den Schweizer Arbeitsmarkt - mit messbaren Plattform-, Kosten- und Compliance-Ergebnissen.
Aktuell 138 offene Stellen als Cloud in der Schweiz in 12 Kantonen, davon 30 aus den letzten 7 Tagen. Am meisten ausgeschrieben hat Salesforce.
Lebenslauf-Beispiel — zweiseitige Vorlage
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Welcher Abschluss wird für Cloud-Stellen in der Schweiz erwartet?
Üblich ist ein Informatiker EFZ mit Weiterbildung, ein Diplom als Techniker HF Informatik oder ein BSc FH/ETH in Informatik - entscheidend sind zusätzlich aktuelle Hersteller-Zertifikate.
Der klassische Schweizer Weg beginnt mit der Lehre als Informatiker EFZ (Fachrichtung Plattformentwicklung oder Systemtechnik) und führt über den eidgenössischen Fachausweis ICT (z. B. ICT System- und Netzwerktechnik) oder das Diplom Techniker HF Informatik weiter. Ebenso häufig ist ein Bachelor FH in Informatik, Wirtschaftsinformatik oder Informationstechnologie, teils mit CAS Cloud Computing oder CAS DevOps an einer Fachhochschule. Nennen Sie Abschluss, Fachrichtung, Schule und Jahr - Schweizer Personalverantwortliche unterscheiden klar zwischen EFZ, HF, Fachausweis und FH-Diplom.
Bei Cloud-Rollen wiegen Zertifikate oft schwerer als der Studienabschluss, weil sie belegen, dass Ihr Wissen zur aktuellen Plattformgeneration passt. Führen Sie deshalb AWS Solutions Architect (Associate oder Professional), Microsoft Certified Azure Administrator bzw. Solutions Architect Expert, CKA/CKAD, Terraform Associate oder FinOps Certified Practitioner mit Jahr und - falls relevant - Rezertifizierungsdatum auf. Abgelaufene Zertifikate ohne Erneuerung wirken in Ausschreibungen für Senior-Rollen eher nachteilig.
Wenn Sie einen ausländischen Abschluss mitbringen, ergänzen Sie einen Hinweis zur Anerkennung (SBFI bzw. Swiss ENIC) sowie Ihren Aufenthaltsstatus, etwa 'Niederlassungsbewilligung C' oder 'EU/EFTA, Bewilligung B'. Für Mandate bei Banken, Versicherern und der öffentlichen Verwaltung ist zudem wichtig, ob Sie einen Sicherheitsprüfungs- oder Screening-Prozess bereits durchlaufen haben; ein kurzer Vermerk erspart Rückfragen.
Wie baue ich die Berufserfahrung als Cloud Engineer überzeugend auf?
Beschreiben Sie pro Stelle die Plattform, deren Grösse und Ihre messbaren Ergebnisse bei Verfügbarkeit, Automatisierungsgrad, Sicherheit und Kosten.
Setzen Sie unter jede Position zwei Zeilen Kontext: Branche, Team- und Plattformgrösse sowie Regulatorik. 'Multi-Cloud-Betrieb mit 140 Subscriptions, 14 Kubernetes-Clustern und 240 Microservices unter FINMA-RS 2018/3' sagt mehr aus als eine Aufzählung von Technologien. Danach folgen drei bis vier Bulletpoints mit Zahlen: IaC-Abdeckung in Prozent, Deployment-Frequenz, MTTR, Verfügbarkeit gegen SLA, Anzahl behobener CIS-Findings oder Einsparungen in CHF.
Vermeiden Sie Tool-Listen ohne Wirkung. Statt 'Terraform, Kubernetes, Grafana' schreiben Sie, was Sie damit erreicht haben: 'Terraform-Modulbibliothek mit 38 Modulen aufgebaut, Onboarding einer neuen Umgebung von 9 Tagen auf 4 Stunden verkürzt'. Ordnen Sie Ihre Rolle klar ein - Plattform-Engineering, Migration, SRE-Betrieb mit Pikett oder Architektur mit Kostenverantwortung - denn Schweizer Stellenprofile unterscheiden diese Aufgaben deutlich, auch beim Lohnband.
Ergänzen Sie einen kompakten Technologie-Block gegliedert nach Cloud-Plattform, IaC, Container, CI/CD, Observability und Security, damit Sie durch die Vorselektion im Bewerbermanagementsystem kommen. Wenn Sie beratend oder projektbasiert arbeiten, listen Sie Mandate mit Branche, Dauer und Ergebnis statt jedes Kundennamens - für regulierte Kunden reicht die Umschreibung 'Schweizer Kantonalbank, 8 Monate'.
Wie lang soll der Lebenslauf sein, und braucht er ein Foto?
Zwei Seiten sind Standard, drei sind bei über zehn Jahren Cloud- und Projekterfahrung akzeptiert; ein Foto ist freiwillig, in der Schweiz aber weiterhin verbreitet.
Halten Sie sich an zwei Seiten: Profil, Kurzüberblick, Berufserfahrung mit Zahlen, Technologie-Block, Ausbildung, Zertifikate, Sprachen. Bei langer Laufbahn fassen Sie Positionen älter als zwölf Jahre in einer Zeile pro Stelle zusammen. Speichern Sie den Lebenslauf als PDF mit Dateinamen wie 'Lebenslauf_Marc_Stauffiger_Cloud_Architect.pdf' und verzichten Sie auf mehrspaltige Layouts, Grafik-Skalen für Skills und Icons, die von Parsing-Systemen falsch gelesen werden.
Ein sachliches Porträtfoto ist in der Schweiz üblich und wird von vielen Personalabteilungen erwartet, ist aber rechtlich nicht verlangt. Ebenfalls gängig: Wohnort mit Kanton, Nationalität oder Bewilligungsart, Geburtsjahr sowie Angaben zu Pikettbereitschaft und Verfügbarkeitsdatum inklusive Kündigungsfrist. Bei Pensenangaben schreiben Sie klar '80-100 Prozent' und nennen Sie Ihre Lohnvorstellung nur, wenn die Ausschreibung dies verlangt - für Senior-Cloud-Rollen liegt sie im Raum Zürich häufig zwischen CHF 120'000 und CHF 155'000 pro Jahr.
Sprachen gehören mit Niveau nach GER in den Lebenslauf, weil viele Plattformteams in Englisch arbeiten, die Steuerungsgremien aber auf Deutsch oder Französisch tagen. Ergänzen Sie belegbare Nachweise wie ein öffentliches Git-Profil, einen Blogbeitrag zu Terraform-Modulen oder einen Vortrag an einem Schweizer Meetup - solche Referenzen ersetzen Behauptungen und werden im technischen Interview oft als Einstieg genutzt.
Wo Cloud in der Schweiz gesucht werden
Verteilung der 138 offenen Stellen auf die Kantone.
Zahlen als Tabelle
| Kanton | Inserate |
|---|---|
| Zürich | 25 |
| Genf | 7 |
| Basel-Stadt | 6 |
| Aargau | 5 |
| Bern | 4 |
| Zug | 4 |
| Tessin | 3 |
| Waadt | 2 |
Welche Sprachen die Inserate verlangen
Von 126 Inseraten mit Sprachangabe — in Klammern die Zahl, die Verhandlungsniveau verlangt.
Zahlen als Tabelle
| Sprache | Inserate |
|---|---|
| Deutsch | 94 (93) |
| Englisch | 45 (38) |
| Französisch | 8 (5) |
| Italienisch | 1 (1) |
Wer in der Schweiz Cloud sucht
Arbeitgeber mit den meisten offenen Stellen. Personalvermittler sind ausgeschlossen.
Zahlen als Tabelle
| Arbeitgeber | Inserate |
|---|---|
| Salesforce | 3 |
| albedis | 3 |
| PRODYNA | 3 |
| Interdiscount | 2 |
| Eraneos | 2 |
| Lengacher & Partner GmbH | 2 |
Vollzeit oder Teilzeit?
Wie die Stellen ausgeschrieben sind.
Zahlen als Tabelle
| Pensum | Inserate |
|---|---|
| Vollzeit / plein temps | 126 |
| Teilzeit / partiel | 2 |
| Temporär | 1 |
Der Lebenslauf im Volltext
Zum Nachlesen und Übernehmen.
Marc Stauffiger
Senior Cloud Architect, BSc FH Informatik, AWS Solutions Architect Professional
Cloud Architect mit 9 Jahren Erfahrung im Aufbau und Betrieb regulierter Cloud-Plattformen für Schweizer Banken, Versicherer und ICT-Dienstleister. Spezialisiert auf Azure Landing Zones nach CAF, Multi-Cloud-Infrastructure-as-Code mit Terraform und Kubernetes-Plattformen mit GitOps-Deployment. Bringe FINMA-RS 2018/3- und revDSG-Erfahrung mit und habe die jährlichen Cloud-Kosten eines Kunden um CHF 640'000 gesenkt.
Was mich unterscheidet
Landing Zones für regulierte Branchen: Baue Azure- und AWS-Landing-Zones nach Cloud Adoption Framework bzw. Control Tower auf, inklusive Policy-as-Code (Azure Policy, SCP), Netzwerk-Hub mit ExpressRoute und Nachweisdokumentation für FINMA-Outsourcing-Prüfungen.
Infrastructure as Code statt Klickbetrieb: Terraform-Modulbibliothek mit 38 versionierten Modulen und Atlantis-Pipelines: 96 Prozent der Ressourcen sind deklarativ verwaltet, manuelle Änderungen werden über Drift-Reports täglich erkannt.
FinOps mit belegten Zahlen: Kostenmodell mit Tagging-Standard, Showback pro Geschäftsbereich und Rightsizing-Zyklus; Einsparung von 27 Prozent bei einem Jahresvolumen von CHF 2,4 Mio. ohne SLA-Verschlechterung.
Datenresidenz und Souveränität in der Schweiz: Erfahrung mit Azure Switzerland North/West, AWS Region Zürich sowie schweizerischen Providern; Konzepte für Schlüsselverwaltung (HSM, BYOK) und Exit-Strategie gemäss Outsourcing-Anforderungen.
Wichtigste Erfolge
340 Applikationen migriert. Migrationsfabrik mit 6 Wellen: 340 von 380 Applikationen innerhalb von 22 Monaten nach Azure Switzerland North überführt, Rechenzentrumsfläche um 61 Prozent reduziert.
Cloud-Kosten um CHF 640'000 gesenkt. Rightsizing von 1'200 VMs, Reserved Instances und Savings Plans mit 82 Prozent Abdeckung sowie Abschaltautomatik für Testumgebungen senkten die Jahresrechnung um 27 Prozent.
Verfügbarkeit und Tempo gesteigert. Kubernetes-Plattform von 99,5 auf 99,97 Prozent Verfügbarkeit gebracht, MTTR von 4 Stunden auf 35 Minuten verkürzt und Deployment-Frequenz von 2 pro Monat auf 40 pro Woche erhöht.
Berufserfahrung
Senior Cloud Architect — Aarequell Technologies AG, Zürich, 03/2021 - heute
Plattform-Team von 11 Personen bei einem Schweizer Retailbank-Dienstleister; Multi-Cloud-Betrieb (Azure, AWS) unter FINMA-RS 2018/3 und revDSG.
- Azure Landing Zone nach CAF für 6 Geschäftsbereiche mit 140 Subscriptions aufgebaut; Onboarding-Zeit einer neuen Applikationsumgebung von 9 Tagen auf 4 Stunden gesenkt.
- Terraform-Modulbibliothek (38 Module) und Policy-as-Code eingeführt: IaC-Abdeckung 96 Prozent, Drift-Findings pro Monat von 22 auf 2 reduziert.
- FinOps-Programm geleitet: Cloud-Ausgaben von CHF 2,4 Mio. pro Jahr um 27 Prozent (CHF 640'000) gesenkt, Kostentransparenz pro Kostenstelle in 4 Wochen etabliert.
- Datenresidenz- und Exit-Konzept erstellt: 100 Prozent der Produktivdaten in CH-Regionen, externes ISAE-3402-Audit 2023 ohne Findings bestanden.
Cloud Engineer, Container-Plattform — Bergsicht Informatik AG, Baden, 08/2018 - 02/2021
Managed-Service-Provider mit 12 Kunden aus Industrie und öffentlicher Verwaltung; Betrieb von AKS- und EKS-Clustern für 240 Microservices.
- GitOps-Betriebsmodell mit Argo CD und Helm für 14 Cluster eingeführt; Deployment-Frequenz von 2 pro Monat auf 40 pro Woche erhöht, Rollback-Zeit unter 3 Minuten.
- Observability-Stack mit Prometheus, Loki und Grafana aufgebaut: Alarm-Rauschen um 63 Prozent reduziert, MTTR von 4 Stunden auf 35 Minuten verkürzt.
- Cluster-Hardening nach CIS Kubernetes Benchmark umgesetzt: 118 offene Findings auf 7 reduziert, Pod Security und Network Policies für alle 240 Workloads durchgesetzt.
- Kosten pro Cluster durch Node-Autoscaling und Spot-Nodes um 18 Prozent gesenkt, bei SLA-Einhaltung von 99,95 Prozent über 24 Monate.
System Engineer / DevOps — Linthgrund IT Services GmbH, Rapperswil, 09/2015 - 07/2018
Hybrid-Infrastruktur eines KMU-Dienstleisters mit 480 virtuellen Servern (VMware vSphere) und ersten Cloud-Workloads.
- Ansible-Automatisierung für Patching und Baselines eingeführt: Patch-Compliance von 71 auf 98 Prozent, Aufwand pro Wartungsfenster um 30 Arbeitsstunden reduziert.
- 120 Workloads als Lift-and-Shift nach AWS migriert und mit CloudFormation abgebildet; Projektbudget von CHF 210'000 um 8 Prozent unterschritten.
- Backup- und Restore-Tests quartalsweise standardisiert: Wiederherstellungszeit für kritische Systeme von 11 auf 3 Stunden gesenkt.
- 24/7-Pikettdienst im 5er-Turnus; Anzahl P1-Störungen innerhalb von 18 Monaten von 26 auf 9 pro Jahr reduziert.
Ausbildung
Bachelor of Science FH, Informatik, Vertiefung Cloud- und Plattform-Engineering — ZHAW School of Engineering, Winterthur · 2015
Informatiker EFZ mit Berufsmaturität, Fachrichtung Systemtechnik — Berufsfachschule Uster · 2011
AWS Certified Solutions Architect - Professional (2023) · Microsoft Certified: Azure Solutions Architect Expert (2022) · Certified Kubernetes Administrator CKA (2021, rezertifiziert 2024) · HashiCorp Certified: Terraform Associate & FinOps Certified Practitioner (2022)