Vorstellungsgespräch als Koch: die Fragen, die aus den Inseraten folgen
Küchengespräche laufen anders als jedes andere Bewerbungsgespräch in der Schweiz — kürzer, direkter, und meistens gefolgt von ein bis drei Tagen Probearbeiten, in denen die eigentliche Entscheidung fällt.
Ich habe die aktuell ausgeschriebenen Koch-Stellen ausgewertet: EFZ in 44%, Deutsch in 43%, Belastbarkeit in 31%. Das sind die drei Themen, auf die du dich vorbereitest — der Rest ergibt sich am Posten.
Was Koch-Inserate am häufigsten verlangen
Anteil der ausgewerteten Koch-Inserate, die die Anforderung nennen. Gemessen 2026-08-16 auf SwissJobs.app.
Die Reihenfolge unten ist die Rangfolge deiner Vorbereitung. Zu jedem Punkt brauchst du eine Situation aus deiner Arbeit — nicht die Behauptung, dass du es kannst, sondern ein Beispiel, in dem es vorkam.
Bei Koch fällt auf: EFZ / Lehre in 44% der Inserate, Deutsch in 43%, Belastbar / flexibel in 31%. Genau danach wird gefragt, meist ohne dass die Frage so klingt.
In welcher Sprache läuft das Gespräch?
Anteil der Inserate mit dieser Sprache, die verhandlungssicher oder Muttersprache verlangen. Gemessen 2026-08-16 auf SwissJobs.app.
Deutsch steht in 87% der Inserate, und 93% davon verlangen verhandlungssicher oder Muttersprache. Französisch folgt mit 7%. Rechne damit, dass das Gespräch auf Deutsch geführt wird.
Ausgeschrieben wird vor allem in Zürich (7%), Bern (6%), Luzern (5%), Thurgau (2%).
Was bei Koch anders läuft
Das Eigenartige an Küchen-Bewerbungen: Das Gespräch ist oft der kleinere Teil. In der Schweizer Gastronomie ist Probearbeiten die Regel, meistens ein bis drei Tage, und dort fällt die Entscheidung. Bereite dich auf beides vor — aber wenn du dich zwischen einer perfekten Antwort und sauberem Mise en place entscheiden musst, nimm das Mise en place.
Zwei Fragen kommen in dieser Branche fast sicher und stehen in keinem Ratgeber. Erstens: wie viele Couverts hast du gefahren? Wer «viele» sagt, hat verloren; wer «180 am Samstagabend, à la carte, zu dritt am Posten» sagt, hat das Gespräch gewonnen. Zweitens die Frage nach Saison und Verfügbarkeit — Gastro-Verträge in Tourismusregionen sind oft saisonal, und dass du das weisst, ist selbst schon eine Antwort.
Zur Sprache: Deutsch steht in 93% der ausgewerteten Koch-Inserate als verhandlungssicher oder Muttersprache. Das ist streng für einen Beruf, in dem in vielen Küchen faktisch drei Sprachen gleichzeitig laufen. Die Erklärung ist banal — die Kommunikation mit Service und Lieferanten läuft auf Deutsch, nicht die am Herd.
Wo Koch gesucht werden
Anteil der offenen Ausschreibungen je Kanton. Gemessen 2026-08-16 auf SwissJobs.app.
Die Ausschreibungen verteilen sich nicht gleichmässig über die Schweiz. Bei Koch führt Zürich mit 7% der Inserate, gefolgt von Bern (6%) und Luzern (5%).
Für das Gespräch heisst das zweierlei. Erstens: wer bereit ist, in einen der stärkeren Kantone zu pendeln, verhandelt aus einer besseren Position. Zweitens ist die Frage nach dem Arbeitsweg in der Schweiz keine Höflichkeit, sondern eine echte Prüfung — Pendelzeiten von über einer Stunde gelten als Kündigungsrisiko, und wer das im Gespräch von sich aus anspricht, nimmt dem Thema die Schärfe.
Wer gerade Koch sucht
Aktuell schreiben unter anderem Coop, Two Spice, Tertianum aus. Ein Blick auf die Firma vor dem Gespräch lohnt sich mehr als eine weitere Fragenliste — die Auswahl in diesem Beruf ist grösser, als die meisten denken.
Praktisch alle Koch-Stellen sind Vollzeit ausgeschrieben. Wer Teilzeit sucht, sollte das früh ansprechen: in diesem Beruf ist es die Ausnahme, und ein Nein später im Prozess kostet beide Seiten Zeit.
Ein letzter Punkt, der bei Koch oft übersehen wird: EFZ / Lehre steht in 44% der Inserate, Teamfähig dagegen nur in 12%. Diese Rangfolge ist auch die Rangfolge, in der du deine Beispiele parat haben solltest — die häufigste Anforderung kommt fast sicher, die seltenste vielleicht gar nicht.
Wie diese Zahlen entstanden
Gezählt über die aktuell ausgeschriebenen Koch-Stellen auf SwissJobs.app, Stand 16.08.2026. Es ist eine Auszählung dessen, was Inserate schreiben — keine Umfrage unter Personalverantwortlichen. Die Herleitung «was oft verlangt wird, wird auch gefragt» ist plausibel, aber eine Herleitung.