Initiativbewerbung
Bei einer Initiativbewerbung fehlt das, worauf jedes andere Motivationsschreiben sich stützt: das Inserat. Niemand hat nach dir gefragt, es gibt keine Anforderungsliste, an der du dich entlanghangeln kannst, und der Empfänger hat keinen Grund, den Brief zu Ende zu lesen.
Der Brief muss den Anlass deshalb selbst herstellen. Nicht «ich bewerbe mich initiativ», sondern ein konkreter Grund, warum ausgerechnet diese Firma und ausgerechnet jetzt — eine Expansion, ein neuer Standort, ein Auftrag in der Zeitung, eine Lücke, die du im Team vermutest.
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Firma und Wunschrolle angeben — der Entwurf baut den Anlass ein und schlägt eine Rolle vor, statt nach einer zu fragen. Kostenlos.
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Initiativbewerbung als Kundenberaterin Firmenkunden KMU
Sehr geehrter Herr Suter
In der Zuger Zeitung vom 4. August habe ich gelesen, dass Sie das Firmenkundengeschäft im Segment kleinerer KMU ausbauen wollen. Eine ausgeschriebene Stelle habe ich dazu nicht gefunden — deshalb melde ich mich direkt.
Ich betreue seit fünf Jahren bei der Raiffeisen Innerschwyz ein Portfolio von 140 KMU-Kunden mit einem Kreditvolumen von rund 60 Millionen Franken. In dieser Zeit habe ich 38 Neukunden gewonnen, überwiegend Gewerbebetriebe zwischen fünf und dreissig Mitarbeitenden, und die Ausfallquote im Portfolio unter 0.3 Prozent gehalten.
Was ich Ihnen konkret anbieten kann, und was eine interne Besetzung nicht mitbringt: Ich kenne das Zuger Gewerbe aus der Nachbarregion, ich bringe ein bestehendes Netzwerk im Treuhandbereich mit — dort entstehen die meisten Empfehlungen im KMU-Geschäft —, und ich habe einen Portfolioaufbau schon einmal von null an gemacht: die 38 Neukunden der letzten fünf Jahre stammen fast alle aus diesem Netzwerk, nicht aus Zuweisungen. Zum Umfeld: Die Raiffeisen Innerschwyz ist genossenschaftlich organisiert und regional verankert — ich bin gewohnt, Kreditentscheide mit Leuten zu besprechen, die den Betrieb und den Inhaber kennen, statt sie an ein zentrales Gremium zu schicken.
Ich melde mich in der übernächsten Woche telefonisch bei Ihnen, um zu fragen, ob ein Gespräch sinnvoll ist. Sollte sich vorher etwas ergeben, erreichen Sie mich jederzeit unter der oben genannten Nummer.
Freundliche Grüsse
Nina Kaufmann
Worauf es hier ankommt
- Ein Aufhänger aus der Firma selbst: Neubau, Übernahme, neuer Standort, Auszeichnung. Das zeigt, dass der Brief nicht an dreissig Adressen gleichzeitig ging.
- Schlag eine Rolle vor, statt nach einer zu fragen. «Ich sehe bei Ihnen Bedarf in X, hier ist, was ich mitbringe» ist konkreter als «gibt es eine offene Stelle».
- Kündige den Anruf an und ruf dann auch an. Bei Initiativbewerbungen entscheidet oft die Nachfassung, nicht der Brief.
- Adressiere eine Person, nicht «Sehr geehrte Damen und Herren». Ein Anruf in der Zentrale reicht, um den Namen zu bekommen.
Warum die meisten Initiativbewerbungen im Papierkorb landen
Nicht weil die Person ungeeignet wäre, sondern weil der Brief keine Frage beantwortet, die sich jemand gestellt hat. Eine Initiativbewerbung, die mit «Hiermit bewerbe ich mich initiativ um eine Stelle in Ihrem Unternehmen» beginnt, hat keinen Anlass, keine Rolle und keinen Adressaten — sie ist ein Rundschreiben mit einem Namen darauf.
Der Unterschied liegt in drei Dingen. Ein Anlass, der aus der Firma kommt: Expansion, Neubau, Übernahme, ein Auftrag in der Zeitung. Eine Rolle, die du vorschlägst, statt nach einer zu fragen. Ein Name, an den der Brief geht — ein Anruf in der Zentrale reicht, und dieser Anruf ist bereits der halbe Kontakt.
Wer alle drei hat, schreibt keinen Bittbrief mehr, sondern ein Angebot. Das ist ein anderer Text.
Die Nachfassung entscheidet, nicht der Brief
Bei einer ausgeschriebenen Stelle wartest du auf Antwort. Bei einer Initiativbewerbung wartest du meistens vergeblich — nicht aus Desinteresse, sondern weil niemand zuständig ist. Der Brief landet in einem Postfach, für das es keinen Prozess gibt.
Deshalb gehört die Nachfassung in den Brief selbst: «Ich melde mich in der übernächsten Woche telefonisch.» Damit ist der Anruf angekündigt und nicht aufdringlich, und du hast einen Grund, das Gespräch zu führen, in dem die Sache tatsächlich entschieden wird.
Dann auch anrufen. Wer ankündigt und nicht anruft, hat die einzige Chance vergeben, die dieser Weg bietet. Und wenn es diesmal nichts wird: nach einem halben Jahr ist ein zweiter Anlauf bei derselben Firma völlig üblich, besonders wenn sich in der Zwischenzeit etwas bewegt hat.
Wen anschreiben — und wie du den Namen bekommst
«Sehr geehrte Damen und Herren» ist bei einer Initiativbewerbung fast schon ein Selbstausschluss. Der Brief hat ohnehin keinen Auftrag; wenn er auch noch niemanden anspricht, gibt es keinen Grund, ihn weiterzuleiten.
Den Namen zu bekommen ist einfacher, als die meisten annehmen. In der Zentrale anrufen und sagen: «Ich möchte eine Initiativbewerbung schicken — an wen richte ich sie am besten?» Das ist eine völlig normale Frage und wird fast immer beantwortet. Nebenbei erfährst du oft schon, ob überhaupt jemand gesucht wird.
Bei kleineren Firmen schreibst du der Geschäftsleitung, bei mittleren der Fachverantwortung — nicht dem HR. HR verwaltet Prozesse für ausgeschriebene Stellen; wer eine Stelle schaffen kann, sitzt in der Abteilung, in der du arbeiten würdest. Das ist der eigentliche Unterschied zur normalen Bewerbung.
Und ein Zeitpunkt-Hinweis: Januar und August sind die Monate, in denen Budgets stehen und Abgänge sichtbar werden. Eine Initiativbewerbung im Dezember liegt drei Wochen unbeachtet.
FAQ
- Wie hoch sind die Chancen bei einer Initiativbewerbung?
- Niedriger pro Brief, aber die Konkurrenz ist auch viel kleiner: Auf eine ausgeschriebene Stelle kommen Dutzende Bewerbungen, auf eine Initiativbewerbung selten mehr als ein paar im Monat. Der Vorteil ist, dass du überhaupt gelesen wirst — und dass ein Teil der Stellen in der Schweiz nie ausgeschrieben wird.
- Soll ich einen Lebenslauf mitschicken?
- Ja, immer. Ohne Lebenslauf ist der Brief eine Anfrage, mit Lebenslauf ist er eine Bewerbung. Arbeitszeugnisse kannst du weglassen und im Brief anbieten — das hält das Dossier schlank und gibt einen Anlass für die nächste Nachricht.
- Wann darf ich nachfassen?
- Nach zehn bis vierzehn Tagen, telefonisch, und am besten hast du es im Brief angekündigt. Bei Initiativbewerbungen entscheidet die Nachfassung häufiger als der Brief selbst, weil es keinen Prozess gibt, der ihn von allein weiterträgt.
- Kann ich mich nochmals bei derselben Firma bewerben?
- Ja, nach etwa einem halben Jahr, und besonders dann, wenn sich etwas verändert hat — bei ihnen oder bei dir. Nimm im zweiten Brief kurz Bezug auf den ersten. Das wirkt beharrlich im guten Sinn, nicht vergesslich.
- Was, wenn es wirklich keine offene Stelle gibt?
- Dann frag nach einem kurzen Austausch statt nach einer Stelle. Ein zwanzigminütiges Gespräch ist eine kleine Bitte, wird oft gewährt — und wenn drei Monate später etwas frei wird, bist du kein Dossier mehr, sondern eine Person.
Motivationsschreiben aus dem Inserat erstellen
Inserat einfügen, Lebenslauf hochladen — der Generator schreibt einen ersten Entwurf, der die Anforderungen aus genau diesem Inserat aufgreift. Danach bearbeitest du ihn wie ein normales Dokument.
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