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Motivationsschreiben Lehrstelle

Ein Motivationsschreiben für die Lehrstelle hat ein Problem, das keine Standardvorlage löst: Du hast noch keine Berufserfahrung. Der Brief muss deshalb aus etwas anderem bestehen — aus dem, was du in der Schule, im Schnuppern und nebenbei tatsächlich gemacht hast.

Und er kommt früher als die meisten denken. Lehrstellen werden in der Schweiz oft ein Jahr im Voraus vergeben, viele Betriebe entscheiden direkt nach der Schnupperlehre. Der Brief muss also schon vor dem Schnuppern stehen, nicht erst danach.

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Beispiel — vollständig ausformuliert

Bewerbung um eine Lehrstelle als Elektroinstallateur EFZ, Beginn August 2027

Sehr geehrter Herr Studer

Nach meinen drei Schnuppertagen bei Ihnen vom 12. bis 14. Mai 2026 möchte ich mich um die Lehrstelle als Elektroinstallateur EFZ bewerben. Am zweiten Tag durfte ich in einem Neubau in Oberkirch selbst Rohre einlegen und Dosen setzen — dass ich abends wusste, was ich am Morgen gemacht hatte, hat mir den Beruf endgültig bestätigt.

Was ich in den drei Tagen konkret gemacht habe: Am zweiten Tag habe ich in einem Neubau in Oberkirch selbst Rohre eingelegt und Dosen gesetzt, am dritten durfte ich beim Ausmessen einer Verteilung mithelfen. Herr Studer hat kontrolliert und musste bei den Dosen nichts korrigieren — dass ich abends gesehen habe, was ich am Morgen gemacht hatte, hat mir den Beruf endgültig bestätigt.

In der Schule liegen mir die Fächer, auf die es ankommt: Mathematik 5.0, Physik 5.5, Werken 5.5, im Zeugnis der 2. Sekundarklasse ein Schnitt von 4.9. Den Multicheck Technik habe ich im März 2026 absolviert. Und was mich vielleicht von anderen Bewerbungen unterscheidet: Ich bin seit zwei Jahren Juniorenschiedsrichter beim FC Sursee. Dort habe ich gelernt, eine Entscheidung ruhig zu erklären, auch wenn jemand lauter wird — das brauche ich später auf der Baustelle genauso. Ein kleiner Betrieb wie Ihrer ist mir dabei lieber als ein grosser: Bei den Schnuppertagen war ich vom ersten Tag an auf der Baustelle dabei und nicht in einer Lerngruppe.

Über die Gelegenheit, mich persönlich vorzustellen, würde ich mich sehr freuen.

Freundliche Grüsse

Luca Bernasconi

Worauf es hier ankommt

Was Lehrbetriebe wirklich lesen — und was sofort auffällt

Ein Lehrbetrieb erwartet keinen perfekten Brief von einer fünfzehnjährigen Person. Er erwartet einen selbst geschriebenen. Und den erkennt er sofort: Wenn im Brief Formulierungen stehen wie «meine ausgeprägte Sozialkompetenz» oder «ich verfüge über ein hohes Mass an Eigeninitiative», hat ihn ein Erwachsener geschrieben, und das wird als Warnzeichen gelesen — nicht als Fleiss.

Schreib, wie du redest, nur ordentlicher. «Am zweiten Schnuppertag durfte ich selbst Rohre einlegen, und abends wusste ich, was ich gemacht hatte» ist ein Satz, den nur du schreiben kannst. Genau deshalb wirkt er.

Ein Tippfehler kostet weniger als eine fremde Stimme. Lass jemanden gegenlesen, aber lass niemanden umschreiben.

Der Zeitplan, den viele verpassen

Lehrstellen für den Sommer werden in vielen Branchen schon im Herbst des Vorjahres vergeben — bei Banken, Versicherungen und in der Informatik oft noch früher. Wer im Frühling anfängt zu suchen, bewirbt sich auf die Reste.

Die Reihenfolge, die funktioniert: zuerst schnuppern, dann bewerben. Die Schnupperlehre ist in der Schweiz kein Zusatz, sondern faktisch die erste Runde des Auswahlverfahrens — viele Betriebe entscheiden danach. Der Brief muss also schon stehen, bevor du schnupperst, weil du dich damit für die Schnupperlehre bewirbst.

Und nach dem Schnuppern: ein kurzes Dankesmail am selben oder nächsten Tag, mit einem Satz darüber, was dir konkret gefallen hat. Das kostet fünf Minuten und erinnert den Betrieb daran, wer du warst, wenn er drei Wochen später entscheidet.

Wenn du keine Antwort bekommst — und was dann hilft

Auf beliebte Lehrstellen kommen viele Bewerbungen, und die meisten Betriebe antworten spät oder gar nicht. Das ist unangenehm, sagt aber wenig über dich aus: In vielen Betrieben macht die Lehrlingsbetreuung jemand nebenbei, zwischen der eigentlichen Arbeit.

Was tatsächlich hilft, ist der Anruf. Nach zwei Wochen kurz anrufen und fragen, ob die Unterlagen angekommen sind — das ist keine Belästigung, sondern in vielen Betrieben genau das Signal, auf das gewartet wird. Wer anruft, zeigt, dass ihm die Stelle wichtig ist, und bleibt in Erinnerung, wenn zwanzig Dossiers auf dem Tisch liegen.

Vorbereitung dafür: den eigenen Brief nochmals lesen, den Namen der Ansprechperson bereithalten, und einen Satz überlegen, warum gerade dieser Betrieb. Der Anruf dauert zwei Minuten.

Und wenn es diesmal nicht klappt: frag nach dem Grund. Die Antwort ist oft konkreter, als du denkst — eine Note, ein fehlender Schnuppertag, ein Termin — und das ist genau die Information, die die nächste Bewerbung besser macht.

FAQ

Wann soll ich mich für eine Lehrstelle bewerben?
Für den Sommer meistens im Herbst des Vorjahres — bei Banken, Versicherungen und in der Informatik teils noch früher, ab August. Wer im Frühling anfängt, bewirbt sich auf das, was übrig ist. Die Schnupperlehre kommt davor, nicht danach.
Wie lang darf ein Motivationsschreiben für die Lehrstelle sein?
Eine Seite, drei bis vier Absätze. Kürzer als bei Erwachsenen ist völlig in Ordnung — der Lehrbetrieb erwartet keine Berufserfahrung, sondern einen Brief, der zeigt, dass du weisst, worum es im Beruf geht.
Was, wenn ich noch nicht geschnuppert habe?
Dann bewirbst du dich um die Schnupperlehre und schreibst genau das. Der Brief ist derselbe, nur der Betreff heisst «Bewerbung um eine Schnupperlehre». Warte nicht, bis du geschnuppert hast — bei vielen Betrieben ist das Schnuppern die erste Runde des Auswahlverfahrens.
Sollen meine Eltern den Brief schreiben oder korrigieren?
Korrigieren ja, schreiben nein. Ein Lehrbetrieb erkennt einen Erwachsenenbrief in wenigen Sätzen und liest ihn nicht als Sorgfalt, sondern als Zeichen, dass du es selbst nicht kannst. Rechtschreibung prüfen lassen ist etwas anderes als umformulieren lassen.
Was, wenn meine Noten nicht gut sind?
Nenne die Fächer, die zum Beruf passen, und lass die anderen weg — das ist keine Täuschung, sondern Auswahl. Und leg Gewicht auf das, was ausserhalb der Schule zählt: Schnuppertage, ein Ferienjob, ein Verein. Viele Betriebe stellen nach Eindruck ein, nicht nach Zeugnisschnitt.
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Motivationsschreiben aus dem Inserat erstellen

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