Lebenslauf Assistenzärztin: Beispiel und Vorlage

So zeigen Sie Rotationen, Dienstzahlen und Ihren Weiterbildungsstand nach SIWF-Logbuch auf einen Blick.

Aktuell 18 offene Stellen als Assistenzärztin in der Schweiz in 7 Kantonen, davon 1 aus den letzten 7 Tagen. Am meisten ausgeschrieben hat Psychiatrie St.Gallen.

Lebenslauf-Beispiel — zweiseitige Vorlage

Diese Vorlage lässt sich direkt bearbeiten — oder laden Sie Ihren bestehenden Lebenslauf hoch, und er wird automatisch in dieses Layout übertragen.

Welche Abschlüsse und Bewilligungen gehören in den Lebenslauf einer Assistenzärztin?

Zeigen Sie das eidgenössische Diplom oder die MEBEKO-Anerkennung, den MedReg-Eintrag und Ihren aktuellen Stand im SIWF-Weiterbildungsprogramm.

Nennen Sie zuerst das eidgenössische Diplom Humanmedizin mit Prüfungsjahr und Universität. Haben Sie im Ausland studiert, gehört die Anerkennung durch die MEBEKO (oder der Status des laufenden Verfahrens) in dieselbe Zeile, ergänzt um Ihren Eintrag im Medizinalberuferegister MedReg und - falls relevant - die kantonale Berufsausübungsbewilligung. Bewerbende aus dem EU/EFTA-Raum vermerken zusätzlich Aufenthaltstitel oder Bewilligung, damit die Personalabteilung den Stellenantritt planen kann.

Direkt darunter machen Sie Ihren Weiterbildungsstand sichtbar: angestrebter Facharzttitel, Anzahl bereits anerkannter Monate, Kategorie der bisherigen Weiterbildungsstätten (A, B oder C) und der Füllstand Ihres SIWF e-Logbuchs. Kaderärztinnen lesen genau das zuerst, weil sie wissen müssen, ob Sie in die offene Rotation passen und wie viel Supervision nötig ist. Ein Satz wie '36 Monate AIM anerkannt, davon 12 Monate Kategorie A' sagt mehr als eine Aufzählung von Stationen.

Ergänzen Sie Kurse und Fähigkeitsausweise, die im Spitalalltag zählen: ACLS, ATLS, BLS-AED-SRC, SGUM-Sonografiekurse, Sachkunde Strahlenschutz, Fähigkeitsausweise wie Notarzt SGNOR oder Praxislabor KHM. Eine Dissertation (Dr. med.) und Publikationen listen Sie mit Titel, Journal und Jahr - für Universitätskliniken ist das ein echtes Auswahlkriterium, für Regionalspitäler eher ein Bonus.

Wie baue ich die Berufserfahrung und die Rotationen auf?

Pro Stelle Klinik, Kategorie, Bettenzahl und Rotationen nennen und die Tätigkeit mit Fallzahlen, Diensten und Eingriffen belegen.

Beschreiben Sie jede Anstellung mit Funktion, Klinik, Fachgebiet, Zeitraum und Weiterbildungskategorie. Danach folgt ein kurzer Kontextsatz: Grösse der Station oder des Notfallzentrums, Anzahl Konsultationen pro Jahr, Rotationen und Art der Supervision. So versteht die Leserin sofort, ob Sie aus einem Haus mit 19'000 Notfallkonsultationen oder aus einer 24-Betten-Akutgeriatrie kommen.

Quantifizieren Sie anschliessend Ihre Leistung. Sinnvolle Grössen sind betreute Betten, Eintritte und Austritte pro Woche, Anzahl Nacht- und Wochenenddienste, dokumentierte Sonografien, ZVK, Punktionen oder Eingriffe als Erstassistenz, ausserdem Verbesserungen wie kürzere Door-to-CT-Zeiten oder pünktlichere Austrittsberichte. Vermeiden Sie Floskeln wie 'Betreuung von Patienten auf der Station' - das steht in jedem Lebenslauf einer Assistenzärztin.

Halten Sie Unterassistenzen, Wahlstudienjahr und Famulaturen in einem eigenen, knappen Block zusammen, wenn Sie schon mehrere Assistenzjahre haben. Lücken erklären Sie sachlich in einer Zeile (Mutterschaft, Militärdienst, Auslandeinsatz, Forschungsaufenthalt). Ein Teilzeitpensum von 80 Prozent schreiben Sie offen hin, das ist in Schweizer Spitälern verbreitet und beeinflusst nur die Anrechnung der Weiterbildungsmonate.

Wie lang darf der Lebenslauf sein, braucht es ein Foto und was ist Schweizer Praxis?

Zwei bis maximal drei Seiten, ein sachliches Foto ist üblich, und Referenzen aus dem Kaderteam erwarten die Kliniken ausdrücklich.

Zwei Seiten sind der Standard; drei Seiten sind akzeptiert, wenn Publikationen, Kurse und Fallzahlen es rechtfertigen. Eine separate Liste mit Publikationen, Vorträgen und absolvierten Kursen hängen Sie als Anhang an, statt den Lebenslauf zu überfüllen. Legen Sie dem Dossier ausserdem Diplom, MEBEKO-Anerkennung, alle FMH-Weiterbildungszeugnisse und Arbeitszeugnisse als PDF bei - unvollständige Dossiers fallen im Screening der Personaldienste zuerst durch.

Ein professionelles Porträtfoto ist in der Schweiz weiterhin verbreitet und wird bei ärztlichen Bewerbungen erwartet, ist aber nicht Pflicht. Geben Sie Wohnort, Kanton, Bürgerrecht oder Bewilligung, Telefonnummer und eine seriöse Mailadresse an. Geburtsdatum ist optional; Zivilstand und Konfession lassen Sie weg. Nennen Sie zwei bis drei Referenzpersonen mit Funktion (Chefärztin, Oberarzt) und Kontaktangaben oder den Hinweis 'auf Anfrage'.

Passen Sie den Lebenslauf pro Bewerbung an: Für eine Rotation im Notfallzentrum stellen Sie Dienste, ESI-Triage und Sonografie nach vorn, für eine Stelle in der Inneren Medizin die Bettenstation, Kodierung und Austrittsberichte. Erwähnen Sie im Begleitschreiben Ihre Verfügbarkeit, das gewünschte Pensum und die Erwartung zur Lohnstufe, wenn die Ausschreibung danach fragt - Einstiegslöhne für Assistenzärztinnen liegen je nach Kanton und Dienstjahr typischerweise zwischen CHF 85'000 und CHF 110'000 pro Jahr, ohne Dienst- und Nachtzulagen.

Wo Assistenzärztin in der Schweiz gesucht werden

Verteilung der 18 offenen Stellen auf die Kantone.

Luzern4St. Gallen3Graubünden2Basel-Stadt1Aargau1Freiburg1Zürich1
Zahlen als Tabelle
KantonInserate
Luzern4
St. Gallen3
Graubünden2
Basel-Stadt1
Aargau1
Freiburg1
Zürich1

Welche Sprachen die Inserate verlangen

Von 13 Inseraten mit Sprachangabe — in Klammern die Zahl, die Verhandlungsniveau verlangt.

Deutsch13 (13)Italienisch1 (0)Französisch1 (0)
Zahlen als Tabelle
SpracheInserate
Deutsch13 (13)
Italienisch1 (0)
Französisch1 (0)

Wer in der Schweiz Assistenzärztin sucht

Arbeitgeber mit den meisten offenen Stellen. Personalvermittler sind ausgeschlossen.

Psychiatrie St.Gall…4Luzerner Kantonsspi…4Kantonsspital Graub…2medicjobs.ch1Spital Emmental1University Hospital…1
Zahlen als Tabelle
ArbeitgeberInserate
Psychiatrie St.Gallen4
Luzerner Kantonsspital4
Kantonsspital Graubünden2
medicjobs.ch1
Spital Emmental1
University Hospital Basel1

Vollzeit oder Teilzeit?

Wie die Stellen ausgeschrieben sind.

Vollzeit / plein te…16Teilzeit / partiel1Temporär1
Zahlen als Tabelle
PensumInserate
Vollzeit / plein temps16
Teilzeit / partiel1
Temporär1

Der Lebenslauf im Volltext

Zum Nachlesen und Übernehmen.

Nadine Brunner

Assistenzärztin Allgemeine Innere Medizin, Dr. med. (eidg. Diplom Humanmedizin)

Assistenzärztin im 4. Weiterbildungsjahr mit Schwerpunkt Allgemeine Innere Medizin und breiter Notfallerfahrung an Weiterbildungsstätten der Kategorien A und B. Selbstständige Betreuung von 12 bis 14 Betten auf der Bettenstation, 24-Stunden-Dienste im Notfallzentrum mit rund 45 Patientenkontakten pro Dienst sowie 320 dokumentierte Notfallsonografien. Ziel ist der Facharzttitel Allgemeine Innere Medizin (SIWF) im Jahr 2027 mit anschliessendem Schwerpunkt Notfallmedizin.

Was mich unterscheidet

Weiterbildung transparent belegt: SIWF e-Logbuch, Arbeitsplatzbasierte Assessments (AbA) und Zeugnisse der Weiterbildungsstätten sind lückenlos dokumentiert, inklusive 12 Monate Kategorie-A-Anrechnung Innere Medizin.

Notfallsonografie auf SGUM-Niveau: Abgeschlossene SGUM-Kurse Abdomen und Notfallsonografie, 320 supervidierte Untersuchungen, selbstständige FAST- und eFAST-Beurteilung im Schockraum.

Kodierung und Verweildauer im Blick: Sichere Anwendung von ICD-10-GM und CHOP im SwissDRG-Kontext, dadurch 18 Prozent weniger Rückfragen des Medizincontrollings an die Klinik.

Dienstplan- und Teamverlässlichkeit: Über 110 Nacht- und Wochenenddienste innerhalb von 24 Monaten, ArG-konforme Dienstplanung mitgestaltet und drei Unterassistierende strukturiert eingeführt.

Wichtigste Erfolge

Eintrittsprozess beschleunigt. Strukturierte Eintrittsvorlage im KISIM eingeführt, Zeit bis zum vollständigen Eintrittsbericht von 95 auf 55 Minuten gesenkt, bei 30 Eintritten pro Woche.

Antibiotic Stewardship umgesetzt. Lokale Guideline für ambulant erworbene Pneumonie mitverfasst, Anteil unnötiger Breitspektrum-Antibiotika in 6 Monaten von 34 auf 19 Prozent reduziert.

Austrittsberichte pünktlich. Tandem-Diktatsystem mit dem Sekretariat etabliert, Anteil der innerhalb von 48 Stunden versandten Austrittsberichte von 61 auf 88 Prozent gesteigert.

Berufserfahrung

Assistenzärztin Allgemeine Innere MedizinKantonsspital Aaretal (Weiterbildungsstätte Kategorie A), Seit 03/2023

Bettenstation mit 28 Betten, Rotationen in Kardiologie, Pneumologie und Konsiliardienst; interdisziplinäre Visiten mit Oberärztin.

  • Selbstständige Betreuung von 12 bis 14 Betten, rund 30 Eintritte und 28 Austritte pro Woche
  • 68 Nacht- und Wochenenddienste im Jahr 2024 mit Erstversorgung von durchschnittlich 45 Patientinnen und Patienten pro Dienst
  • Mittlere Verweildauer der Station gemeinsam mit dem Team von 7,4 auf 6,6 Tage gesenkt
  • Qualitätsprojekt Delirscreening (DOS-Score) auf 100 Prozent der über 75-Jährigen ausgerollt

Assistenzärztin Notfallmedizin und ChirurgieRegionalspital Seetal AG (Kategorie B), 04/2021 - 02/2023

Interdisziplinäres Notfallzentrum mit 19'000 Konsultationen pro Jahr, 12 Monate Rotation Allgemeinchirurgie inklusive Schockraum.

  • Über 4'200 Notfallkonsultationen behandelt, Triage nach ESI-Stufen 1 bis 5
  • 140 FAST-Untersuchungen und 62 Thoraxdrainagen bzw. Punktionen unter Supervision durchgeführt
  • Door-to-CT-Zeit beim Stroke-Alarm durch Checkliste von 34 auf 22 Minuten reduziert
  • Als Erstassistenz bei 210 Eingriffen (Appendektomie, Cholezystektomie, Hernien) tätig

Assistenzärztin Innere Medizin (Einstiegsjahr)Klinik Sonnhalde Emmental, 05/2020 - 03/2021

Akutgeriatrie und Palliative Care, 24 Betten, engmaschige Supervision durch Kaderärzte, Start des SIWF e-Logbuchs.

  • Rund 260 Patientinnen und Patienten mit einem Durchschnittsalter von 82 Jahren mitbetreut
  • 150 Medikamentenreviews nach STOPP/START-Kriterien, Polypharmazie um durchschnittlich 2,3 Wirkstoffe reduziert
  • 42 Standortgespräche mit Angehörigen und Spitex zur Austrittsplanung geführt
  • 12 Fortbildungen im Rahmen der internen Mittagsfortbildung mitgestaltet, davon 3 selbst präsentiert

Ausbildung

Dr. med., Dissertation zu kardiovaskulären Risikofaktoren in der GrundversorgungUniversität Bern · 2022

Eidgenössisches Diplom Humanmedizin, Eidgenössische Prüfung Humanmedizin, Master of MedicineUniversität Bern · 2020

Bachelor of Medicine, HumanmedizinUniversität Fribourg · 2017

ACLS-Provider (AHA/SRC), gültig bis 2026 · ATLS-Provider (Swiss ATLS), 2022 · SGUM-Kurse Abdomen und Notfallsonografie, 2023 · Sachkunde Strahlenschutz für nicht radiologisch tätige Ärztinnen (BAG-anerkannt), 2021