Lebenslauf Medizinische Praxisassistentin: Beispiel und Vorlage

So zeigen Sie als MPA auf zwei Seiten, welche delegierten Tätigkeiten Sie selbstständig ausführen dürfen und wie sicher Sie Labor, Röntgen und Abrechnung beherrschen.

Aktuell 109 offene Stellen als Medizinische in der Schweiz in 7 Kantonen, davon 16 aus den letzten 7 Tagen. Am meisten ausgeschrieben hat Luzerner Kantonsspital.

Lebenslauf-Beispiel — zweiseitige Vorlage

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Welche Abschlüsse und Bewilligungen muss ich als MPA im Lebenslauf nennen?

Nennen Sie das EFZ Medizinische Praxisassistentin mit Abschlussjahr, danach jede Zusatzqualifikation, die Ihnen delegierte Tätigkeiten erlaubt.

Der Standardabschluss ist das eidgenössische Fähigkeitszeugnis als Medizinische Praxisassistentin oder Medizinischer Praxisassistent nach dreijähriger Lehre. Wenn Sie im Ausland ausgebildet wurden, schreiben Sie den Originaltitel hin und ergänzen Sie den Stand der Anerkennung beim SBFI, zum Beispiel 'Gleichwertigkeit anerkannt 2022' oder 'Anerkennungsverfahren laufend'. Praxen prüfen das früh, weil Ihr Einsatz bei Labor und Röntgen davon abhängt.

Entscheidend ist der Strahlenschutz: Ohne anerkannten Sachverstandskurs nach Strahlenschutzverordnung dürfen Sie nicht röntgen. Schreiben Sie deshalb explizit hin, ob Sie den Sachverstand für nicht dosisintensive oder dosisintensive Anwendungen besitzen und wann Sie die letzte Fortbildung besucht haben - die Fortbildungspflicht ist eine echte Auswahlfrage. Gleiches gilt für den BLS-AED-SRC-Kurs mit Refresher-Datum.

Weiterbildungen positionieren Sie klar: Die Berufsprüfung zur Medizinischen Praxiskoordinatorin gibt es in praxisleitender und in klinischer Richtung, und beide führen zu anderen Aufgaben. Nennen Sie die Richtung, das Jahr und was Sie damit übernehmen, etwa eigene Chronic-Care-Sprechstunden oder die Verantwortung für Personal, Hygienekonzept und Abrechnung.

Wie beschreibe ich meine Berufserfahrung als MPA überzeugend?

Beschreiben Sie pro Stelle den Praxistyp und listen Sie dann drei bis vier Punkte mit Mengen, Quoten oder Frankenbeträgen auf.

Geben Sie zuerst den Kontext: Fachrichtung, Anzahl Ärztinnen und Ärzte, Konsultationen pro Jahr und ob Praxislabor, Röntgen und Notfallaufnahme vorhanden sind. Eine MPA aus einer Gruppenpraxis mit Notfall arbeitet anders als eine MPA in einer dermatologischen Einzelpraxis, und Ihre künftige Arbeitgeberin will diesen Unterschied auf den ersten Blick erkennen.

Danach quantifizieren Sie die delegierten Tätigkeiten: Anzahl Venenpunktionen, Laboranalysen, Röntgenaufnahmen, EKG, Spirometrien, Impfungen oder Wundkontrollen pro Jahr. Ergänzen Sie Qualitätsnachweise wie bestandene Ringversuche, Ergebnisse einer Praxisinspektion oder eine gesenkte Wiederholungsquote beim Röntgen. Solche Zahlen zeigen Routine, ohne dass Sie behaupten müssen, belastbar zu sein.

Vergessen Sie den administrativen Teil nicht, denn dort liegt für Praxen viel Geld: Leistungserfassung nach TARMED und die Umstellung auf TARDOC, Analysenliste, Tiers payant und Tiers garant, elektronischer Rechnungsversand, Mahnwesen und Debitorenlaufzeit. Formulieren Sie es als Resultat, zum Beispiel Rückweisungsquote von 6 auf unter 2 Prozent oder Fakturationslauf von 12 auf 4 Tage verkürzt.

Wie lang darf der Lebenslauf sein, und braucht es ein Foto?

Zwei Seiten sind der Standard, ein freundliches Porträtfoto ist in der Schweiz noch weit verbreitet und in Praxen praktisch erwartet.

Halten Sie sich auf zwei Seiten: Profil, Auf einen Blick, Berufserfahrung mit den letzten drei bis vier Stellen, Ausbildung, Zertifikate, Sprachen. Erwähnen Sie Ihr Arbeitspensum in Prozent und Ihre Verfügbarkeit, weil Praxen fast immer Teilzeitraster von 40 bis 80 Prozent besetzen und wissen wollen, ob Sie Samstagsdienst oder Abendsprechstunde übernehmen.

Ein sachliches Porträtfoto oben rechts gehört in der Schweiz weiterhin zum üblichen Dossier, gerade in Praxen mit direktem Patientenkontakt. Verzichten Sie auf Selfies und Ferienbilder. Angaben zu Bürgerrecht oder Aufenthaltsbewilligung (B, C, G) sind üblich und ersparen Rückfragen, besonders bei Grenzgängerstellen in Basel, Genf oder im Tessin.

Beachten Sie zwei weitere Schweizer Eigenheiten: Sprachkenntnisse gehören mit Niveau nach GER angegeben, und in zweisprachigen Regionen entscheidet Französisch oder Italienisch oft über die Einladung. Zum Dossier gehören zudem Arbeitszeugnisse aller Stellen sowie Kopien von Diplom, Strahlenschutz-Sachverstand und BLS-AED - legen Sie sie als PDF bei und verweisen Sie im Lebenslauf darauf.

Wo Medizinische in der Schweiz gesucht werden

Verteilung der 109 offenen Stellen auf die Kantone.

Luzern19Aargau6Zürich4Bern3Thurgau2St. Gallen1Schaffhausen1
Zahlen als Tabelle
KantonInserate
Luzern19
Aargau6
Zürich4
Bern3
Thurgau2
St. Gallen1
Schaffhausen1

Welche Sprachen die Inserate verlangen

Von 61 Inseraten mit Sprachangabe — in Klammern die Zahl, die Verhandlungsniveau verlangt.

Deutsch60 (35)Englisch3 (1)Französisch3 (1)Italienisch1 (0)
Zahlen als Tabelle
SpracheInserate
Deutsch60 (35)
Englisch3 (1)
Französisch3 (1)
Italienisch1 (0)

Wer in der Schweiz Medizinische sucht

Arbeitgeber mit den meisten offenen Stellen. Personalvermittler sind ausgeschlossen.

Luzerner Kantonsspi…26Medbase Gruppe17Kantonsspital Baden…5Spitalzentrum Biel …4Kantonsspital Graub…4PraxTor4
Zahlen als Tabelle
ArbeitgeberInserate
Luzerner Kantonsspital26
Medbase Gruppe17
Kantonsspital Baden AG5
Spitalzentrum Biel / Centre hospitalier Bienne4
Kantonsspital Graubünden4
PraxTor4

Vollzeit oder Teilzeit?

Wie die Stellen ausgeschrieben sind.

Vollzeit / plein te…79Teilzeit / partiel22
Zahlen als Tabelle
PensumInserate
Vollzeit / plein temps79
Teilzeit / partiel22

Der Lebenslauf im Volltext

Zum Nachlesen und Übernehmen.

Sandra Bühlmann

Medizinische Praxisassistentin EFZ, Medizinische Praxiskoordinatorin MPK klinische Richtung (eidg. Fachausweis)

Medizinische Praxisassistentin EFZ mit 9 Jahren Erfahrung in Hausarzt- und Gruppenpraxen mit 4'800 bis 6'200 Konsultationen pro Jahr. Ich führe das Praxislabor mit QUALAB-konformer internen und externen Qualitätskontrolle, röntge selbstständig im nicht dosisintensiven Bereich und betreue chronisch kranke Patientinnen und Patienten in Diabetes- und Blutdruck-Sprechstunden. Als MPK klinische Richtung entlaste ich die Praxisinhaber messbar bei Triage, Recall-Programmen und TARMED-/TARDOC-Abrechnung.

Was mich unterscheidet

Praxislabor mit Zertifikat statt nur Routine: Ich verantworte die interne Qualitätskontrolle und die QUALAB-Ringversuche für 11 Analysen (Hb, CRP, INR, HbA1c, Urinstatus, BSG u. a.) und dokumentiere Chargen sowie Gerätewartung revisionssicher.

Röntgen mit gültigem Sachverstand nach StSV: Konventionelles Röntgen von Thorax, Skelett und Nasennebenhöhlen mit anerkanntem Strahlenschutz-Sachverstandskurs, Fortbildungspflicht erfüllt, Dosisdokumentation und Personendosimetrie im Griff.

Abrechnung, die durchgeht: TARMED-Positionen inklusive delegierter Leistungen, Analysenliste des BAG, Tiers payant und Tiers garant sowie elektronischer Rechnungsversand über MediData - Rückweisungsquote unter 2 Prozent.

Chronic Care als MPK: Eigene Sprechstunden-Slots für Diabetes, Hypertonie und Antikoagulation nach Praxisleitlinie, inklusive Recall-Listen, Adhärenzgesprächen und strukturierter Rückmeldung an den Arzt.

Wichtigste Erfolge

Impfkampagne verdoppelt. Grippe- und Auffrischimpfungen nach Schweizerischem Impfplan in 7 Wochen von 180 auf 410 Impfungen gesteigert, organisiert in 14 Walk-in-Slots ohne Zusatzpersonal.

Debitoren und Rückweisungen gesenkt. Rückweisungen der Krankenversicherer von 6,1 auf 1,7 Prozent reduziert und offene Posten über 90 Tage von CHF 62'000 auf CHF 18'000 abgebaut.

Sterilgutaufbereitung validiert. Aufbereitung der Medizinprodukte neu nach Hygieneleitfaden aufgesetzt: Autoklav-Chargendokumentation, Bowie-Dick- und Helix-Tests, 100 Prozent bestandene Praxisinspektion 2023.

Berufserfahrung

Medizinische Praxisassistentin MPA / Praxiskoordinatorin MPK — Gruppenpraxis am Lindenhofweg AG, Winterthur, 03/2020 - heute

Hausärztliche Gruppenpraxis mit 4 Ärztinnen und Ärzten, 6'200 Konsultationen pro Jahr, eigenes Praxislabor und Röntgen.

  • Führe rund 1'450 Venenpunktionen und 2'100 Laboranalysen pro Jahr durch; Ringversuche 2021-2024 ausnahmslos bestanden
  • Betreue 95 Patientinnen und Patienten in der Diabetes- und Hypertonie-Sprechstunde, HbA1c-Zielerreichung von 54 auf 71 Prozent verbessert
  • Reduzierte die Nichterscheinen-Quote von 8,4 auf 2,9 Prozent durch SMS-Recall und strukturierte Telefontriage
  • Leite die Ausbildung von 2 Lernenden MPA EFZ pro Lehrjahr, Qualifikationsverfahren beide Male ohne Nachprüfung bestanden

Medizinische Praxisassistentin EFZ — Ärztezentrum Seefeldpark GmbH, Zürich, 08/2017 - 02/2020

Allgemeine innere Medizin mit Notfallaufnahme für Laufkundschaft, 45 bis 60 Patienten pro Tag.

  • Röntgen von rund 480 Aufnahmen pro Jahr, Wiederholungsquote wegen Fehlpositionierung von 9 auf 3 Prozent gesenkt
  • Führte 620 Ruhe-EKG, 210 Spirometrien und 140 24-h-Blutdruckmessungen pro Jahr eigenständig durch
  • Optimierte die Materialbewirtschaftung mit Mindestbeständen und Sammelbestellungen, Einsparung CHF 11'800 pro Jahr
  • Übernahm die TARMED-Leistungserfassung für 3 Ärzte und verkürzte den Fakturationslauf von 12 auf 4 Tage

Medizinische Praxisassistentin EFZ (Berufseinstieg nach Lehre) — Kinderarztpraxis Rosenweg, Frauenfeld, 08/2015 - 07/2017

Pädiatrische Einzelpraxis mit 2'900 Konsultationen pro Jahr, Schwerpunkt Vorsorgeuntersuchungen und Impfungen.

  • Verabreichte und dokumentierte rund 900 Impfungen pro Jahr nach Schweizerischem Impfplan, Impflücken bei 130 Kindern nachgeführt
  • Führte Kapillarblutentnahmen und Urinstatus für durchschnittlich 25 Kinder pro Woche durch
  • Digitalisierte 1'600 Papierdossiers in die Praxissoftware in 5 Monaten, ohne Ausfall im Praxisbetrieb
  • Organisierte Telefonsprechstunde und Triage von täglich 40 Anrufen, Wartezeit am Telefon unter 90 Sekunden

Ausbildung

Eidg. Fachausweis, Medizinische Praxiskoordinatorin MPK, klinische Richtung — Berufsprüfung, Höhere Fachschule Ostschweiz · 2022

Eidg. Fähigkeitszeugnis EFZ, Medizinische Praxisassistentin, 3-jährige Lehre — Berufsfachschule Thurgau · 2015

Strahlenschutz-Sachverstandskurs für nicht dosisintensive Anwendungen (BAG-anerkannt, StSV) · 2018, Fortbildung 2023 · BLS-AED-SRC Komplettkurs, Refresher 2024 · Qualitätsverantwortliche Praxislabor nach QUALAB-Vorgaben · 2021 · Fachkurs Wundmanagement und Kompressionstherapie · 2023

Häufige Fragen

In welcher Sprache soll ich meinen Lebenslauf als Medizinische schreiben?
100% der Inserate sind auf Deutsch — schreib den Lebenslauf auf Deutsch, ausser das Inserat ist selbst auf Englisch.
Wo werden Medizinische in der Schweiz am meisten gesucht?
Verteilt, mit Luzern an der Spitze (17%), dann Aargau und Zürich. Über die Sprachgrenze bewirbt man sich mit der passenden Fassung.
Welches Sprachniveau verlangen Medizinische-Inserate?
Deutsch in 98% der Inserate mit Sprachangabe, aber nur 58% verlangen Verhandlungsniveau. Solide Grundkenntnisse ehrlich angegeben genügen oft.
Werden Medizinische-Stellen Voll- oder Teilzeit angeboten?
78% Vollzeit, nur 22% Teilzeit. Wer Teilzeit sucht, sollte das früh sagen statt es offenzulassen.
Wer stellt Medizinische in der Schweiz ein?
Zurzeit unter anderem Luzerner Kantonsspital, Medbase Gruppe, Kantonsspital Baden AG. Ihre Inserate sind die beste Wortliste für den eigenen Lebenslauf.