Lebenslauf Pflegehelfende: Beispiel und Vorlage
So sieht ein überzeugender Schweizer Lebenslauf für Pflegehelfende aus - mit Kursnachweis SRK, Pflegedokumentation und messbaren Resultaten aus dem Pflegealltag.
Lebenslauf-Beispiel — zweiseitige Vorlage
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Welchen Abschluss müssen Sie im Lebenslauf als Pflegehelfende nachweisen?
Für Pflegehelfende ist der Kursnachweis Pflegehelfer/in SRK der wichtigste Eintrag - er gehört mit Lektionenzahl, Praktikum und Jahr direkt in die Rubrik Ausbildung.
Der Lehrgang Pflegehelfer/in SRK umfasst rund 120 Lektionen Theorie und mindestens 12 Praktikumstage in einem Betrieb der Langzeitpflege oder Spitex. Schreiben Sie deshalb nicht nur 'Pflegehelferin', sondern 'Lehrgang Pflegehelfer/in SRK, 120 Lektionen und 12 Praktikumstage, Schweizerisches Rotes Kreuz Kanton X, Jahr'. Personalverantwortliche in Heimen erkennen daran sofort, dass Sie den anerkannten Kurs und nicht nur eine interne Kurzschulung absolviert haben. Haben Sie stattdessen den Kurs 'Pflege und Betreuung' eines Bildungsanbieters oder ein Diplom aus dem Ausland, benennen Sie es genau so und ergänzen Sie den Stand einer allfälligen Anerkennung beim SRK oder beim SBFI.
Ergänzen Sie zwingend die pflegespezifischen Nachweise, die Betriebe im Bewerbungsdossier prüfen: BLS-AED-SRC Complete mit Jahr der letzten Rezertifizierung, Kinaesthetics Grund- oder Aufbaukurs, Palliative Care Basiskurs Level A1, Demenzschulung sowie Hygieneschulungen. Diese Kurse sind kein Beiwerk, sondern entscheiden bei gleicher Praxiserfahrung über die Einladung zum Gespräch. Führen Sie sie mit Jahr auf und nicht als anonyme Liste 'diverse Weiterbildungen'.
Wenn Sie den Weg zur Assistentin Gesundheit und Soziales EBA oder zur Fachfrau Gesundheit EFZ über die Nachholbildung nach Art. 32 BBV planen, erwähnen Sie das im Profil in einem Satz. Viele Institutionen fördern diesen Schritt und suchen Pflegehelfende, die langfristig bleiben. Formulieren Sie es konkret, zum Beispiel: 'Ziel 2026: Nachholbildung FaGe EFZ nach Art. 32 BBV mit Validation der Praxiserfahrung.'
Wie beschreiben Sie Ihre Berufserfahrung als Pflegehelfende überzeugend?
Nennen Sie pro Stelle den Betriebstyp, die Anzahl Bewohnende oder Klienten, die Pflegestufen und drei bis vier Resultate mit Zahlen.
Der häufigste Fehler ist eine Aufzählung von Selbstverständlichkeiten wie 'Körperpflege, Betten machen, Essen verteilen'. Setzen Sie stattdessen den Rahmen: geschützte Demenzwohngruppe mit 26 Bewohnenden und BESA-Stufen 5-11, Spitex-Tour mit 12-14 Klientinnen und Klienten nach KLV Art. 7, oder Pflegeabteilung mit 32 Betten und Nachtdienstpikett. Aus diesem Kontext liest die Pflegedienstleitung sofort ab, welche Pflegekomplexität Sie kennen und ob Sie zum eigenen Betrieb passen.
Machen Sie Ihre Wirkung messbar. Gut belegbare Kennzahlen im Pflegehelfenden-Alltag sind die Sturzrate pro 1'000 Pflegetage, die Zahl neu entstandener Dekubitus, erreichte Trinkmengen in Millilitern, Gewichtsverläufe, die Anzahl begleiteter Bewohnender in der Palliativphase, Hausbesuche pro Tag, Pünktlichkeitsquoten oder die Nachbearbeitungsquote in der mobilen Leistungserfassung. Auch die Einarbeitung von Aushilfen und Lernenden AGS lässt sich beziffern.
Zeigen Sie zudem, wo Ihre Kompetenz endet und die Zusammenarbeit beginnt. Formulierungen wie 'Auffälligkeiten bei Vitalzeichen und Hautbild unverzüglich an die dipl. Pflegefachperson HF gemeldet' oder 'Medikamentenabgabe ausschliesslich nach betrieblicher Delegation und Vier-Augen-Kontrolle' beweisen Rollenklarheit. Genau das erwarten Arbeitgebende, weil die Verantwortungsabgrenzung zwischen Pflegehelfenden, FaGe und Pflegefachpersonen im Alltag heikel ist.
Wie lang soll der Lebenslauf sein und braucht er ein Foto?
Zwei Seiten, ein freundliches Porträtfoto und die Angaben zu Bewilligung, Pensum und Schichtbereitschaft sind in der Schweizer Pflege üblich.
Halten Sie den Lebenslauf auf maximal zwei Seiten und stellen Sie die letzten zehn Jahre ausführlich, ältere Stellen nur mit einer Zeile dar. Ein Porträtfoto ist in der Schweiz nach wie vor Standard und in der Pflege sogar erwünscht, weil Teams eine Person und keine Nummer einstellen. Wählen Sie ein aktuelles, sachliches Bild in Arbeitskleidung oder in schlichter Bluse, keinen Ferienschnappschuss.
Nennen Sie im Kopfbereich Wohnort, Bürgerrecht oder Bewilligung (zum Beispiel Ausweis B, C oder Grenzgängerbewilligung G), Führerausweis Kategorie B mit Angabe eines eigenen Autos für die Spitex sowie Ihr gewünschtes Pensum. Ergänzen Sie die Schichtbereitschaft: Früh-, Spät-, Nacht- und Wochenenddienste, allenfalls Sonntagseinsätze. Diese Angaben entscheiden in der Personaldisposition oft schneller über eine Einladung als jede Formulierung im Profil.
Erwähnen Sie den Lohnrahmen nur, wenn er im Stelleninserat ausdrücklich verlangt wird. Für Pflegehelfende SRK bewegen sich die Jahreslöhne je nach Kanton, Erfahrung und GAV etwa zwischen CHF 52'000 und CHF 62'000 bei 100 Prozent; formulieren Sie die Erwartung als Bandbreite und verweisen Sie auf den geltenden Gesamtarbeitsvertrag. Legen Sie schliesslich Arbeitszeugnisse, den SRK-Kursnachweis und den aktuellen BLS-AED-Nachweis als separates PDF bei, statt Details davon in den Lebenslauf zu kopieren.
Der Lebenslauf im Volltext
Zum Nachlesen und Übernehmen.
Marlene Zurbrügg
Pflegehelferin SRK mit Zusatzqualifikation Betagtenbetreuung und Palliative Care A1
Pflegehelferin SRK mit acht Jahren Erfahrung in der Langzeitpflege und in der Spitex, davon vier Jahre auf einer geschützten Demenzwohngruppe mit 26 Bewohnenden. Ich unterstütze bei der Körperpflege, Mobilisation und Ernährung, führe Vitalzeichen- und Trinkprotokolle und dokumentiere zuverlässig nach BESA-Vorgaben im Lobos-System. Meine Stärke ist die ruhige, kinaesthetisch geführte Begleitung von Menschen mit Demenz sowie eine lückenlose Übergabe an die diplomierte Pflege HF.
Was mich unterscheidet
Demenzbegleitung nach Validation: Ich arbeite mit Validation nach Naomi Feil und biografieorientierter Aktivierung; auf meiner Wohngruppe sanken freiheitsbeschränkende Massnahmen innerhalb eines Jahres von 9 auf 3 Fälle.
Rückenschonende Transfers: Als Kinaesthetics-Ansprechperson instruierte ich 14 Mitarbeitende an Rollbrett, Gleitmatte und Deckenlifter; die Absenzen wegen Rückenbeschwerden gingen im Team um 4 Tage pro Person und Jahr zurück.
Saubere Pflegedokumentation: Ich erfasse Beobachtungen tagesaktuell im BESA-Leistungskatalog und in Perigon; bei zwei internen Audits gab es null Beanstandungen zu meinen Einträgen.
Hygiene und Ausbruchsmanagement: Während zwei Norovirus-Ausbrüchen setzte ich die Isolationsvorgaben nach Swissnoso-Richtlinien um und schulte 6 Aushilfen in korrekter Händedesinfektion und Schutzkittelanwendung.
Wichtigste Erfolge
Sturzrate um 22 % reduziert. Mit systematischer Sturzprophylaxe, Anpassung von 18 Nachtlichtern und Antirutschsocken für 11 Bewohnende sank die Sturzrate der Wohngruppe von 4,1 auf 3,2 Stürze pro 1'000 Pflegetage.
Kein neuer Dekubitus über 20 Monate. Konsequente Lagerungsintervalle alle 3 Stunden, Hautbeobachtung nach Braden-Skala und frühe Meldung an die Pflegefachfrau HF: 20 Monate ohne neu entstandene Druckstelle bei 7 hochrisiko Bewohnenden.
Mangelernährung früh erkannt. Einführung von Trink- und Essprotokollen mit Zielwert 1'500 ml pro Tag; bei 9 von 12 begleiteten Bewohnenden stabilisierte sich das Gewicht innerhalb von 6 Monaten (+1,8 kg im Durchschnitt).
Berufserfahrung
Pflegehelferin SRK, Demenzwohngruppe — Alterszentrum Sonnhalde Aare AG, Olten, 03/2020 - heute
Geschützte Wohngruppe mit 26 Bewohnenden, BESA-Stufen 5-11, Team von 19 Personen, Früh-, Spät- und Nachtdienst.
- Grundpflege, Mobilisation und Essensbegleitung für täglich 8-10 Bewohnende, Dokumentation von rund 40 Leistungseinträgen pro Dienst in Lobos
- Sturzrate der Wohngruppe innerhalb von 14 Monaten von 4,1 auf 3,2 Stürze pro 1'000 Pflegetage gesenkt
- Kinaesthetics-Instruktion für 14 Mitarbeitende und 5 Lernende AGS, 6 Kurzschulungen pro Jahr durchgeführt
- Praxisbegleitung von 4 Lernenden Assistentin Gesundheit und Soziales EBA während je 3 Monaten
Pflegehelferin SRK, Spitex-Einsatz — Spitex Limmatbogen GmbH, Wettingen, 08/2017 - 02/2020
Ambulante Grundpflege nach KLV Art. 7, Touren mit 12-14 Klientinnen und Klienten, RAI-HC-Bedarfsabklärung durch die Fachverantwortliche.
- Durchschnittlich 13 Hausbesuche pro Tag, Pünktlichkeitsquote von 96 % bei rund 220 gefahrenen Kilometern pro Woche
- Leistungserfassung in Perigon mobil mit einer Nachbearbeitungsquote von unter 2 %
- Bei 3 Klienten eine beginnende Exsikkose bzw. Harnwegsinfektion früh gemeldet und damit Notfalleintritte verhindert
- Einarbeitung von 5 neuen Pflegehelfenden während je 10 Begleittouren
Pflegehelferin SRK, Langzeitpflege — Wohn- und Pflegehaus Rebhalde Stiftung, Aarau, 06/2015 - 07/2017
Pflegeabteilung mit 32 Bewohnenden, Fokus Palliative Care und Nachtdienstpikett.
- Begleitung von 11 Bewohnenden in der letzten Lebensphase, Mundpflege alle 2 Stunden und Angehörigenbegleitung nach Palliative-Care-Konzept
- Vitalzeichenkontrolle bei bis zu 32 Bewohnenden pro Nachtdienst, Weitergabe von 100 % der Auffälligkeiten an die dipl. Pflegefachperson
- Mitarbeit an der Umstellung der Papierdokumentation auf Nexus/Cure: 32 Pflegedossiers innerhalb von 8 Wochen migriert
- Wäsche- und Materialbewirtschaftung für 2 Abteilungen, Lagerkosten um rund CHF 4'000 pro Jahr reduziert
Ausbildung
Lehrgang Pflegehelfer/in SRK, Grundpflege, Hygiene, Ernährung, Notfall, 120 Lektionen und 12 Praktikumstage — Schweizerisches Rotes Kreuz, Kanton Aargau · 2015
Zertifikatslehrgang Betagtenbetreuung, Gerontologie, Demenz, Aktivierung — Bildungszentrum Mittelland, Aarau · 2019
Kaufmännische Grundbildung (Abschluss ohne EFZ), Handelsschule, 2 Jahre — Kaufmännische Berufsschule Olten · 2003
BLS-AED-SRC Complete (rezertifiziert 2024) · Kinaesthetics Grund- und Aufbaukurs (2018/2021) · Palliative Care Basiskurs Level A1 (2022) · Demenz-Basisschulung nach Validation (2021)