Vorstellungsgespräch
Das Interview auf Englisch vorbereiten
Aktualisiert:
Kurz gesagt
Bereite ein Interview auf Englisch nicht vor, indem du deutsche Antworten übersetzt. Schreibe die Stichworte direkt auf Englisch, übernimm die Begriffe aus dem Inserat, übe Lohn, Kündigungsfrist und Pensum als gesprochene Zahlen und lege dir drei Sätze bereit, mit denen du Zeit gewinnst oder nachfragst. Kläre vorher, ob das ganze Gespräch auf Englisch läuft oder nur ein Teil. Dann sprich alles zweimal laut durch, mit Uhr, und kürze, was länger als neunzig Sekunden dauert.
Übe das Gespräch laut, und sieh, wie du abschneidest
Ein KI-Panel stellt die Fragen, du antwortest gesprochen wie im echten Gespräch. Danach bekommst du eine Bestehens-Wahrscheinlichkeit und die Stellen, an denen es gehakt hat.
Interview live übenOb dich das betrifft, hängt stark vom Beruf ab. In unserer Auszählung vom 21. August 2026 verlangten im Marketing 30 Prozent und in der Informatik 28 Prozent der Inserate Englisch als einzige Sprache. In der Pflege waren es 1,9 Prozent, im Verkauf 0,3 Prozent. Wer in einem der ersten beiden Felder sucht, sollte die englische Vorbereitung als Normalfall behandeln, nicht als Ausnahme.
Diese Anleitung ist der Arbeitsplan. Welche Gesprächsform dich erwartet und wie der Sprachwechsel im Raum abläuft, steht auf der Seite zum Vorstellungsgespräch auf Englisch; hier geht es um die sieben Schritte davor.
Eigene Auszählung der bei SwissJobs.app offenen Schweizer Inserate, 21. August 2026. Anteil der Inserate im Berufsfeld, die Englisch und keine Landessprache verlangen.
- Übersetze keine fertigen Antworten. Schreibe drei englische Stichworte pro Frage und sprich frei.
- Im Marketing (30 %) und in der Informatik (28 %) verlangt fast jedes dritte Inserat nur Englisch, in der Pflege 1,9 %.
- Hol dir den Fachwortschatz aus dem Inserat selbst: Wer die Begriffe der Firma verwendet, klingt nach der Stelle.
- Übe Lohn, Pensum und Kündigungsfrist als gesprochene Zahl. «CHF 95'000» laut auf Englisch ist eine eigene Übung.
- Schweizer Begriffe wie Arbeitszeugnis oder 13. Monatslohn nicht übersetzen, sondern in einem halben Satz erklären.
- Drei Rettungssätze auswendig: nachfragen, Zeit gewinnen, präzisieren.
- Zweimal laut durchsprechen, aufnehmen, kürzen. Neunzig Sekunden pro Antwort sind genug.
Schritt 1: Kläre, welcher Teil des Gesprächs auf Englisch läuft
Die Vorbereitung beginnt mit einer einfachen Frage, gestellt beim Bestätigen des Termins: In welcher Sprache wird das Gespräch geführt, und gibt es einen Teil in einer anderen Sprache? Das ist in der Schweiz eine normale Frage. Sie zeigt, dass du dich ernsthaft vorbereitest, und du bekommst die Antwort schriftlich.
Die Antwort bestimmt den Umfang der Arbeit. Läuft alles auf Englisch, bereitest du alle Antworten auf Englisch vor. Ist nur ein Block auf Englisch geplant, etwa ein Fachteil mit dem internationalen Team, reicht es, genau diese Fragen auf Englisch sattelfest zu haben und den Rest in der Landessprache.
Kommt keine klare Antwort, lies das Inserat selbst. Ein Inserat, das auf Englisch geschrieben ist, deutet auf ein englisches Gespräch hin. Ein deutsches Inserat, das Englisch nur unter den Anforderungen nennt, deutet eher auf einen kurzen Test hin. Wie sich diese Fälle in Zahlen verteilen, zeigt die verlinkte Seite zum Gespräch auf Englisch.
Schritt 2: Hol den Wortschatz aus dem Inserat
Die wichtigste Vokabelliste hast du schon: das Inserat. Markiere jedes Fachwort, jede Tätigkeit und jedes Werkzeug, das dort auf Englisch steht, und übernimm genau diese Begriffe in deine Antworten. Heisst es im Inserat «stakeholder management», sagst du nicht «working with different people». Die Person gegenüber hat das Inserat geschrieben oder freigegeben und erkennt die eigenen Worte wieder.
Ergänze die Liste mit den Begriffen deines Fachs, die du auf Deutsch täglich brauchst, auf Englisch aber selten aussprichst. Das sind oft die unscheinbaren Wörter: Abschluss, Auftrag, Pflichtenheft, Schichtplan, Budgetverantwortung. Schlage sie nach und schreibe sie neben deine Stichworte. Im Gespräch fehlt meist nicht die Grammatik, sondern genau dieses eine Wort.
Lies zum Schluss die englische Website der Firma, falls es eine gibt. Wie nennt das Unternehmen seine Kunden, seine Produkte, seine Teams? Wer von «clients» spricht, wo die Firma «partners» schreibt, fällt nicht durch, aber wer die Sprache der Firma trifft, wirkt vorbereitet.
Schritt 3: Schreibe englische Stichworte, keinen übersetzten Text
Der häufigste Fehler in der Vorbereitung ist ein deutscher Text, der Satz für Satz ins Englische übertragen und dann auswendig gelernt wird. Im Gespräch klingt das steif, und bei der ersten Nachfrage bricht der Faden, weil der Satz nicht in deinem Kopf entstanden ist.
Arbeite deshalb wie bei einer deutschen Vorbereitung, nur direkt auf Englisch. Nimm die Fragen, die in deinem Gespräch wahrscheinlich sind, und schreibe zu jeder drei englische Stichworte: eine Situation, deine Handlung, das Ergebnis. «Migration 2024 / led testing / zero downtime» reicht. Aus drei Stichworten baust du im Gespräch einen Satz, der dir gehört.
Für die Beispiele eignet sich die STAR-Struktur gut, weil sie auch auf Englisch trägt: Situation, Task, Action, Result. Wichtig ist das Ergebnis mit einer Zahl oder einem sichtbaren Effekt. Englische Gespräche in internationalen Teams sind oft direkter in der Frage nach dem Resultat als ein klassisches Schweizer Gespräch.
Schritt 4: Übe die Schweizer Faktenfragen als gesprochene Zahlen
Die Fragen nach Lohn, Pensum, Kündigungsfrist und Stellenantritt kommen in fast jedem Gespräch, und auf Englisch stolpern viele genau hier. Nicht, weil die Antwort fehlt, sondern weil Zahlen in einer Fremdsprache langsamer kommen. Schreibe die Antworten deshalb ausgeschrieben auf und sprich sie laut.
Beim Lohn nennst du eine Jahreszahl brutto und sagst, ob der 13. Monatslohn darin enthalten ist. Auf Englisch zum Beispiel: «I am looking at around ninety-five thousand francs a year, including the thirteenth salary.» Beim Pensum sagst du «a hundred per cent» oder «eighty per cent», nicht «full-time» allein, weil Schweizer Stellen oft in Prozent ausgeschrieben sind. Bei der Kündigungsfrist nennst du Monate und das Enddatum: «My notice period is three months to the end of a month.»
Schweizer Begriffe übersetzt du nicht, du erklärst sie in einem halben Satz. «Arbeitszeugnis, the written reference from my current employer» ist klarer als ein englisches Wort, das es so nicht gibt. Das gilt auch für Pensum, Probezeit und Bewilligung. Wer die Begriffe richtig verwendet und kurz erklärt, zeigt, dass er das System kennt.
Ist dein Aufenthaltsstatus ein Thema, formuliere auch diesen Satz vorher: welche Bewilligung du hast oder brauchst, und seit wann. Diese Angabe kommt auf Englisch schnell ungenau heraus, und genau hier soll sie präzise sein.
Schritt 5: Lege drei Rettungssätze bereit
Auch gute Vorbereitung verhindert nicht, dass eine Frage unklar ist oder ein Wort fehlt. Entscheidend ist, dass du dann nicht verstummst. Lerne dafür drei Sätze wirklich auswendig, als einzige Ausnahme von der Regel aus Schritt 3.
Zum Nachfragen: «Could you rephrase the question, please? I want to make sure I answer the right point.» Zum Zeitgewinnen: «Let me think about that for a moment.» Zum Präzisieren, wenn dir ein Wort fehlt: «I don't have the exact English term, but what I mean is…» und dann die Sache umschreiben.
Diese Sätze wirken nicht schwach. In einem Gespräch, in dem beide Seiten Englisch als Zweitsprache sprechen, was in Schweizer Firmen häufig so ist, zeigt eine ruhige Rückfrage Sicherheit. Unsicher wirkt eine Antwort auf eine Frage, die gar nicht gestellt wurde.
Schritt 6: Sprich die Antworten laut durch und nimm dich auf
Stille Vorbereitung täuscht. Ein englischer Satz, der im Kopf fliessend klingt, braucht laut gesprochen oft doppelt so lange, und genau das willst du vor dem Gespräch merken. Sprich jede Antwort aus deinen Stichworten laut, stoppe die Zeit und nimm dich mit dem Handy auf.
Beim Anhören achtest du auf drei Dinge: Wo suchst du nach Wörtern? Wo wird die Antwort länger als neunzig Sekunden? Wo fällt ein deutsches Füllwort wie «also» oder «genau» hinein? Die Stellen, an denen du suchst, gehören zurück in Schritt 2. Die zu langen Antworten kürzt du auf die drei Stichworte.
Wer eine Gegenstimme braucht, die nachfragt, kann eine Person bitten, die gut Englisch spricht, oder das Interview-Training von SwissJobs.app nutzen. Es nimmt dein Dossier und das Inserat, stellt die Fragen auf Englisch mit Stimme und bewertet jede Antwort. Eine muttersprachliche Lehrperson kann es nicht ersetzen, wenn du an der Aussprache arbeiten willst; dafür ist ein Sprachkurs der bessere Weg.
Schritt 7: Bereite den Anfang und das Ende vor
Die ersten zwei Minuten entscheiden, ob du ins Reden kommst. Formuliere deshalb die Vorstellung besonders sorgfältig: wer du bist, was du heute machst, warum diese Stelle. Sprich sie so oft, bis sie ohne Blatt kommt. Auch der Smalltalk vor dem eigentlichen Gespräch läuft oft auf Englisch; ein, zwei Sätze zur Anreise oder zum Tag reichen.
Am Ende stellst du deine eigenen Fragen. Eine davon sollte die Sprache betreffen: In welcher Sprache arbeitet das Team im Alltag, und welche Sprache wird intern in Sitzungen und Dokumenten verwendet? Die Antwort sagt dir mehr über den Arbeitsalltag als die Sprache des Gesprächs.
Nenne auf Nachfrage dein Niveau mit einem Code nach dem Europäischen Referenzrahmen, etwa C1 oder B2, statt mit «fluent». Die Selbstbeurteilungstabelle von Europass hilft, das Niveau ehrlich einzuordnen. Im Gespräch wird es ohnehin live geprüft, und eine realistische Angabe schützt dich vor einer Enttäuschung auf beiden Seiten.
Die Anteile stammen aus einer eigenen Auszählung der am 21. August 2026 bei SwissJobs.app offenen Schweizer Stelleninserate, gruppiert nach Berufsfeld über den Stellentitel. «Nur Englisch» heisst: Das Inserat nennt Englisch und keine Landessprache. Das Inserat sagt, was verlangt wird, nicht, in welcher Sprache das Gespräch tatsächlich geführt wird.
Quellen
Verwandte Fragen
Was unser Stellenindex über den Schweizer Markt sagt
Live aus unserem eigenen Index berechnet, nicht aus einer Studie zitiert. Nur Anteile, Stand heute.
Sprache der Inserate
- Deutsch
- 60%
- English
- 23%
- Français
- 13%
- Italiano
- 3%
Von den Inseraten mit Sprachanforderung verlangen
- Deutsch
- 70%
- English
- 43%
- Français
- 21%
- Italiano
- 3%
19% in den letzten 7 Tagen ausgeschrieben · Grösste Märkte: Zürich 18% · Bern 10% · Genève 5% · Basel 5%