Alle Fragen

KI-Prompts

Mit welchen Prompts lese ich ein Schweizer Stelleninserat richtig?

Aktualisiert:

Kurz gesagt

Ein Stelleninserat liest man am besten in fünf Durchgängen, und für jeden gibt es einen Prompt: Muss- und Kann-Anforderungen trennen, Sprache und Pensum prüfen, den Absender bestimmen, jede Anforderung gegen einen Beleg im Lebenslauf stellen und den Text sichern, bevor er offline geht. Entscheidend ist eine Regel im Prompt: Die KI darf nichts ergänzen, was nicht im Inserat steht. Ohne diese Regel füllt sie die Lücken mit Branchenüblichem auf, und genau diese Lücken sind in Schweizer Inseraten die wichtigste Information.

Die fünf Prompts unten sind so gebaut, dass sie zusammen funktionieren: Jeder arbeitet auf demselben Inseratstext weiter, und jeder verlangt ein Zitat statt einer Einschätzung. Sie brauchen kein bestimmtes Modell und kein Abo - kopieren, Inserat einfügen, fertig.

Was Schweizer Inserate ausweisen - und was nicht
Was Schweizer Inserate ausweisen - und was nichtSprachanforderung genannt65.9%Geschlechtermarker im Titel27.2%Pensum im Titel23.9%Zwei oder mehr Sprachen21.1%Titel "80-100 %"9.6%

Anteil der offenen Inserate in unserem Stellenindex, Stand 5. September 2026. Lehrstellen und Praktika ausgeschlossen.

  • Zwei Drittel der offenen Inserate in unserem Index nennen mindestens eine Sprachanforderung - ein Drittel nennt gar keine. Schweigen heisst nicht, dass keine verlangt wird.
  • Wo eine Sprachstufe steht, ist sie in rund vier von fünf Fällen berufliches Niveau; Konversationsniveau kommt in etwa jedem sechsten Fall vor, Muttersprache selten.
  • Von den englischsprachigen Inseraten mit Sprachanforderung verlangen 25,7 Prozent zusätzlich Deutsch. Die Sprache des Inserats ist nicht die Sprache des Jobs.
  • 23,9 Prozent der Inseratstitel enthalten ein Pensum. Der häufigste Wert ist nicht 100 Prozent, sondern die Spanne 80-100 Prozent.
  • 10,1 Prozent der Inserate tragen denselben Titel wie ein Inserat bei einem ANDEREN Arbeitgeber - ein Hinweis darauf, dass Vermittler dieselbe Funktion mehrfach ausschreiben.
  • Zwei von drei Bewerbungs-Links führen nicht auf ein bekanntes Bewerbungssystem oder Jobportal, sondern auf einen anderen Host - meist die Website des Arbeitgebers.

Prompt 1: Muss, Kann, Unklar, Fehlt

Der erste Durchgang trennt die Anforderungen nach ihrem Verpflichtungsgrad - und legt eine vierte Liste an für das, was im Inserat NICHT steht. Die vierte Liste ist die wertvollste: Ein fehlendes Pensum oder ein fehlendes Sprachniveau ist keine Nachlässigkeit, sondern etwas, das im Gespräch verhandelt wird.

Du bist Personalberaterin in der Schweiz und liest das folgende Stelleninserat für mich.
Zerlege es in genau vier Listen:
1. MUSS - Anforderungen, ohne die eine Bewerbung chancenlos ist (nur, wenn das Inserat sie als zwingend formuliert: "zwingend", "Voraussetzung", "vorausgesetzt").
2. KANN - Anforderungen, die als Wunsch formuliert sind ("von Vorteil", "idealerweise", "wünschenswert").
3. UNKLAR - Formulierungen, die man auf zwei Arten lesen kann. Schreibe daneben, welche zwei Lesarten möglich sind.
4. NICHT GENANNT - was in einem Inserat dieser Funktion üblicherweise steht und hier fehlt (Pensum, Sprachniveau, Vorgesetzte Stelle, Eintrittsdatum, Befristung, Arbeitsort).

Regeln:
- Zitiere zu jedem Punkt die Textstelle wörtlich. Wenn es keine Textstelle gibt, gehört der Punkt in Liste 4.
- Erfinde keine Anforderung, die nicht im Text steht. Kein Branchenwissen ergänzen.
- Gib pro Punkt eine Sicherheit an: hoch / mittel / tief.
Ausgabe als Tabelle: Anforderung | Kategorie | Zitat | Sicherheit.

INSERAT:
<<<hier den vollständigen Inseratstext einfügen>>>

Die Sicherheitsspalte ist der Teil, den man nicht weglassen sollte. Sie zwingt das Modell, eine Vermutung als Vermutung zu kennzeichnen, statt sie als Anforderung zu formulieren.

Prompt 2: Sprache und Pensum getrennt prüfen

Diese zwei Angaben entscheiden in der Schweiz öfter über eine Absage als die Fachanforderung - und beide werden im Inserat unpräzise formuliert. Der Prompt trennt darum die Inseratssprache von der Arbeitssprache und behandelt eine Pensumspanne als offene Frage, nicht als Zahl.

Lies dasselbe Inserat noch einmal, nur auf Sprache und Pensum.

SPRACHE:
- Welche Sprachen verlangt das Inserat, und auf welchem Niveau? Übersetze jede Angabe in eine GER-Stufe (A1-C2) und schreibe dazu, ob die Stufe im Text steht oder von dir geschätzt ist.
- Unterscheide streng zwischen der Sprache, in der das Inserat GESCHRIEBEN ist, und der Sprache, die im Job GEBRAUCHT wird. Nenne beides getrennt.
- Markiere Formulierungen wie "gute Deutschkenntnisse", "Muttersprache", "verhandlungssicher" als unpräzise und schlage vor, wie ich im Erstgespräch nachfrage.

PENSUM:
- Steht ein Pensum im Titel oder im Text? Gib es wörtlich wieder.
- Bei einer Spanne wie 80-100 %: liste die drei üblichen Gründe für eine Spanne auf (offene Verhandlung, Teilung der Stelle, noch unklares Volumen) und formuliere eine Frage, die klärt, welcher Grund hier zutrifft.
- Steht kein Pensum, schreibe "nicht ausgewiesen" - nicht "100 %".

Ausgabe: zwei kurze Blöcke, danach maximal drei Fragen, die ich stellen sollte.

INSERAT:
<<<Text einfügen>>>

"Nicht ausgewiesen" ist eine gültige Antwort und muss es sein: Ein Drittel der Inserate nennt kein Sprachniveau, und wer die Lücke füllen lässt, bekommt eine erfundene Anforderung.

Prompt 3: Wer sucht hier eigentlich?

Ein Inserat ist nicht automatisch vom Arbeitgeber. Vermittlungsbüros schreiben dieselbe Funktion oft mehrfach aus, und der Bewerbungsweg verrät, wohin das Dossier wirklich geht. Der Prompt sucht die Belege dafür im Text und im Link.

Analysiere, WER hier eigentlich sucht, ausschliesslich anhand des Inseratstexts und der Bewerbungsadresse.

Beantworte:
1. Ist der Absender der Arbeitgeber selbst oder ein Personalvermittler? Belege es (Formulierungen wie "unser Kunde", "für ein etabliertes Unternehmen", eine Bewerbungsadresse, die nicht zur genannten Firma gehört).
2. Führt der Bewerbungs-Link auf die eigene Website des Arbeitgebers oder auf ein Bewerbungssystem eines Drittanbieters? Was bedeutet das für Format und Dateigrösse meiner Unterlagen?
3. Ist eine Kontaktperson mit Namen genannt? Wenn ja: Rolle und ob eine direkte Kontaktaufnahme naheliegt.
4. Ist das eine Neubesetzung oder eine neu geschaffene Stelle? Zitiere die Stelle im Text, die darauf hindeutet, oder schreibe "nicht ableitbar".
5. Wie gross ist das Team, an wen wird rapportiert, wie viele Führungsebenen sind erkennbar?

Kein Raten. Jede Antwort entweder mit Zitat oder mit "nicht ableitbar".

INSERAT UND LINK:
<<<einfügen>>>

Ergänzend hilfreich: den exakten Stellentitel in Anführungszeichen suchen. Taucht er bei mehreren Firmen auf, ist die Wahrscheinlichkeit eines Vermittlermandats hoch.

Prompt 4: Anforderung gegen Beleg

Erst hier kommt der Lebenslauf ins Spiel. Der Prompt vergleicht Zeile für Zeile und verbietet dem Modell ausdrücklich, eine Rolle zu erfinden - der häufigste Schaden, den KI in Bewerbungsunterlagen anrichtet. Er ist der einzige der fünf Prompts, der eine externe Quelle liest.

Lade zuerst https://swissjobs.app/llms.txt und nutze die dort verlinkten Seiten, wenn du Schweizer Gepflogenheiten (Bewilligung, Sprachniveaus, Pensum, Arbeitszeugnis, zweiseitiges Dossier) nachschlagen musst. Wenn dir eine Angabe fehlt, schreibe "nicht ausgewiesen", statt zu raten.

Dann stelle Anforderung und Beleg gegenüber:
- Spalte 1: jede MUSS- und KANN-Anforderung aus dem Inserat.
- Spalte 2: der konkreteste Beleg aus meinem Lebenslauf (Arbeitgeber, Zeitraum, Zahl oder Resultat).
- Spalte 3: Bewertung - belegt / teilweise belegt / nicht belegt.
- Spalte 4: bei "teilweise" oder "nicht": der nächstliegende ehrliche Ersatzbeleg, ohne eine Rolle zu erfinden, die ich nie hatte.

Zähle am Schluss, wie viele MUSS-Anforderungen belegt sind, und schreibe in zwei Sätzen, ob sich eine Bewerbung lohnt und woran das hängt.

MEIN LEBENSLAUF:
<<<einfügen>>>

INSERAT:
<<<einfügen>>>

Der Verweis auf unsere Übersichtsdatei ist nur dann sinnvoll, wenn das Modell Schweizer Konventionen nachschlagen muss. Für eine reine Abgleichaufgabe funktioniert der Prompt auch ohne ihn.

Prompt 5: Das Inserat sichern und in Fragen übersetzen

Inserate verschwinden, oft bevor die Antwort kommt - und dann fehlt der Text, den man für das Gespräch, für das Nachfassen und für den Nachweis der Arbeitsbemühungen braucht. Dieser Prompt macht aus dem Inserat eine Seite, die bleibt.

Erstelle aus dem Inserat eine Arbeitsgrundlage, die auch dann noch nützlich ist, wenn das Inserat offline geht.

Liefere:
1. Eine Kopfzeile: Firma, Funktion, Arbeitsort, Pensum, Eintrittsdatum, Bewerbungsfrist, Kontaktperson, Link, Datum von heute. Fehlende Felder als "nicht ausgewiesen".
2. Den vollständigen Inseratstext, unverändert, als Zitatblock.
3. Die zehn Begriffe, die das Inserat für die gesuchte Tätigkeit verwendet - genau in dessen Wortwahl, nicht in meiner.
4. Sechs Fragen, die aus diesem Inserat im Vorstellungsgespräch sehr wahrscheinlich kommen, je mit dem Punkt aus meinem Lebenslauf, der sie beantwortet.
5. Drei Fragen, die ich am Schluss stelle und die zeigen, dass ich das Inserat gelesen habe.

Formatiere das Ganze so, dass ich es als eine Seite ablegen kann.

INSERAT:
<<<einfügen>>>

Die zehn Begriffe aus Punkt 3 sind die Wortwahl, die in die Bewerbung gehört. Wer die Tätigkeit in eigenen Synonymen beschreibt, wird von einer schlagwortbasierten Vorauswahl schlechter erfasst.

Warum ein Inserat überhaupt gelesen werden muss

Ein Stelleninserat ist kein Anforderungsprofil, sondern ein Werbetext mit rechtlichem Rand. Es wird von Menschen geschrieben, die die Stelle besetzen wollen, es enthält Wunschanforderungen neben zwingenden, und es lässt genau dort Lücken, wo die Firma sich Spielraum offenhalten will. Wer es als Checkliste liest, bewirbt sich zu selten - weil ein Wunsch wie eine Bedingung wirkt. Wer es nur überfliegt, bewirbt sich zu breit und schreibt ein Dossier, das an drei andere Inserate genauso gepasst hätte.

Sprachmodelle sind für diese Aufgabe gut geeignet, weil sie Formulierungen auseinanderhalten können, über die man beim Lesen hinweggeht: "zwingend" gegen "von Vorteil", "Muttersprache" gegen "gute Kenntnisse", "per sofort" gegen "nach Vereinbarung". Sie sind aber schlecht darin, eine Lücke Lücke sein zu lassen. Ohne ausdrückliche Anweisung ergänzen sie, was in vergleichbaren Inseraten üblich wäre - und liefern damit ein plausibles, erfundenes Profil. Jeder der fünf Prompts enthält darum dieselbe Regel: zitieren oder "nicht ausgewiesen" schreiben.

Die Sprache des Inserats ist nicht die Sprache des Jobs

Das ist der Fehler, der in der Schweiz am meisten kostet, und er fällt beim Lesen nicht auf. In unserem Stellenindex verlangen von den englischsprachig verfassten Inseraten mit Sprachanforderung 25,7 Prozent zusätzlich Deutsch und 11,9 Prozent Französisch; rund ein Drittel verlangt überhaupt eine Landessprache neben Englisch. Umgekehrt gilt dasselbe: Von den italienischsprachigen Inseraten mit Anforderung nennen 35,7 Prozent Deutsch, von den französischsprachigen 25,4 Prozent. Ein englisches Inserat ist also kein Beweis für ein englischsprachiges Team, sondern oft nur ein Zeichen dafür, dass die Firma international rekrutiert.

Dazu kommt die Unschärfe der Stufen. Wo überhaupt eine Sprachanforderung steht, ist sie in 78,1 Prozent der Fälle auf beruflichem Niveau formuliert, in 16,9 Prozent auf Konversationsniveau, nur in 3,7 Prozent auf Muttersprachniveau. "Gute Deutschkenntnisse" ist keine Stufe, sondern eine Verhandlungsposition. Prompt 2 übersetzt jede Angabe in eine GER-Stufe und markiert, ob diese Stufe im Text steht oder geschätzt wurde - so sieht man auf einen Blick, worüber im Erstgespräch zu reden ist.

Und ein Drittel der Inserate nennt gar keine Sprachanforderung. Das ist keine Entwarnung. Es heisst nur, dass die Frage im Gespräch kommt, und wer als deutscher, französischer oder italienischer Muttersprachler in die Schweiz zieht, sollte sie vorher für sich beantwortet haben.

Was "80-100 %" wirklich bedeutet

Das Pensum steht in 23,9 Prozent der Inseratstitel - und der häufigste Wert dort ist nicht 100 Prozent, sondern die Spanne 80-100 Prozent: Sie erscheint in 9,6 Prozent aller Titel, 100 Prozent nur in 6,1 Prozent. Wer aus Deutschland, Frankreich oder Italien kommt, kennt das kaum, weil dort Teilzeit meist die Ausnahme ist, die begründet werden muss. In der Schweiz ist die Spanne ein normales Verhandlungsangebot.

Sie hat aber mehr als eine Bedeutung. Sie kann heissen: Wir nehmen lieber 100 Prozent, akzeptieren aber 80. Sie kann heissen: Das Volumen der Stelle ist noch unklar. Und sie kann heissen: Die Stelle lässt sich teilen. Prompt 2 verlangt darum keine Auslegung, sondern eine Frage - denn welche der drei Lesarten zutrifft, steht nie im Text, und es ist eine der wenigen Fragen, die man im Erstkontakt gefahrlos stellen kann.

Der Geschlechtermarker im Titel - m/w/d und seine Varianten - taucht in 27,2 Prozent der Titel auf und sagt inhaltlich nichts über die Stelle. Er ist trotzdem nützlich: Er zeigt an, dass das Inserat von einer HR-Abteilung mit standardisierten Vorlagen stammt, und solche Inserate werden häufiger über ein Bewerbungssystem statt per E-Mail abgewickelt.

Wer das Inserat aufgegeben hat

10,1 Prozent der offenen Inserate teilen ihren exakten Titel mit einem Inserat bei einem anderen Arbeitgeber. Ein Teil davon sind häufige Berufsbezeichnungen, ein Teil sind Vermittlungsmandate, bei denen dieselbe Funktion mehrfach ausgeschrieben wird. Für die Bewerbung macht das einen Unterschied: Beim Vermittler geht das Dossier zuerst an eine Zwischenstelle, der Firmenname erscheint oft erst später, und eine Spontanbewerbung direkt beim Endkunden kann das Mandat stören.

Der Bewerbungsweg ist der zweite Hinweis. Zwei von drei Bewerbungs-Links in unserem Index führen nicht auf ein bekanntes Bewerbungssystem oder ein grosses Jobportal, sondern auf einen anderen Host - in der Regel die Website des Arbeitgebers selbst. Wer davon ausgeht, dass ohnehin eine Software vorselektiert, plant an der Hälfte des Marktes vorbei. Prompt 3 lässt beides aus dem Text und dem Link herauslesen, statt es zu vermuten.

Was im Inserat nicht steht, weil es dort nicht stehen muss

Ein Teil dessen, was ein Inserat verschweigt, ist Absicht, ein Teil ist Systematik. Zur Systematik gehört die Stellenmeldepflicht: Für Berufsarten mit hoher Arbeitslosigkeit müssen Arbeitgeber offene Stellen dem zuständigen RAV melden, bevor sie sie öffentlich ausschreiben; massgebend ist eine jährlich publizierte Liste der meldepflichtigen Berufsarten. Beim RAV angemeldete und im Job-Room registrierte Stellensuchende sehen solche Stellen zuerst - erst danach dürfen sie auf anderen Portalen veröffentlicht werden.

Praktisch heisst das: Ein öffentlich sichtbares Inserat in einer meldepflichtigen Berufsart ist unter Umständen nicht mehr taufrisch, und ein Teil des Marktes ist überhaupt nur über die offizielle Plattform sichtbar. Kein Prompt und kein Modell kann das aus dem Inseratstext ableiten - es ist der Grund, die Suche nicht auf öffentliche Portale zu beschränken.

Nicht ins Inserat gehört in der Schweiz ausserdem fast immer der Lohn: In den Zusammenfassungen unserer Inserate wird Lohn oder ein Betrag nur in 3,6 Prozent der Fälle überhaupt erwähnt. Wer eine Lohnangabe erwartet und ihr Fehlen als Warnsignal liest, liest den hiesigen Markt falsch.

Vom Inserat zur Bewerbung - ohne Erfindungen

Der vierte Prompt ist der einzige, der den Lebenslauf einbezieht, und er ist bewusst streng gebaut: eine Spalte für die Anforderung, eine für den konkretesten Beleg, eine für die Bewertung, eine für den ehrlichen Ersatz. Verboten ist das Erfinden einer Rolle. Das klingt selbstverständlich, ist es aber nicht - ein Modell, das eine Lücke schliessen soll, schliesst sie, und im Vorstellungsgespräch steht dann eine Erfahrung im Dossier, die nie stattgefunden hat.

Der Nutzen der Tabelle liegt weniger im Ergebnis als in der Zählung am Schluss: Wie viele der zwingenden Anforderungen sind tatsächlich belegt? Diese Zahl beantwortet die Frage, die sonst im Bauchgefühl bleibt - ob sich die Bewerbung lohnt. Und sie liefert nebenbei die Struktur für das Motivationsschreiben, weil jede belegte Zeile ein Absatz sein kann.

Wer den Abgleich nicht von Hand machen will: Unser Lebenslauf-Check prüft ein Dossier gegen ein konkretes Inserat nach Schweizer Kriterien und benennt die Lücken. Die Prompts oben funktionieren aber vollständig ohne uns - sie sind so geschrieben, dass sie in jedem Chatfenster laufen.

Das Inserat sichern, bevor es verschwindet

Inserate werden gelöscht, sobald die Stelle besetzt oder der Suchauftrag beendet ist - häufig, bevor eine Antwort kommt. Damit verschwindet der Text, auf den sich das Vorstellungsgespräch bezieht, und bei Stellensuchenden mit RAV-Anmeldung auch der Nachweis, worauf man sich beworben hat. Prompt 5 legt darum eine einseitige Ablage an: Kopfzeile mit den Eckdaten, der vollständige Text als Zitat, die Wortwahl des Inserats, die zu erwartenden Fragen.

Wichtig für Stellensuchende beim RAV: Die Arbeitsbemühungen selbst werden weiterhin über Job-Room beziehungsweise das kantonale Formular eingereicht - eine Ablage ersetzt das nicht. Sie sorgt nur dafür, dass die Angaben vorhanden sind, wenn das Inserat es nicht mehr ist.

Was diese Prompts nicht können

Sie lesen einen Text und sonst nichts. Ob die Stelle intern schon vergeben ist, wie viele Bewerbungen eingehen, ob die Führungskraft fair ist, wie das Team tickt - dazu steht nichts im Inserat, und ein Modell, das darauf antwortet, halluziniert. Ebenso wenig sagt ein Inserat etwas darüber, wie streng die genannten Anforderungen im konkreten Verfahren gehandhabt werden; das entscheiden Menschen von Fall zu Fall.

Und die Prompts ersetzen den Anruf nicht. Ist eine Kontaktperson genannt, ist eine kurze, konkrete Frage - zum Pensum, zum Startdatum, zur Sprache im Team - fast immer besser investiert als eine weitere Analyserunde. Die Prompts sind dazu da, mit einer guten Frage anzukommen statt mit einer allgemeinen.

Was Betroffene berichten

  • Stellensuchende berichten, dass sie das Inserat ausdrucken oder abspeichern, sobald sie sich bewerben - weil Inserate gelöscht werden, bevor eine Antwort eintrifft, und man ohne den Text weder nachfassen noch die eigenen Angaben belegen kann.

    Aggregiert aus öffentlichen Beiträgen Schweizer Stellensuchender auf LinkedIn, Mai 2026; keine Einzelperson genannt.

  • Schweizer Rekrutierende beschreiben als häufigstes Muster nicht fehlende Qualifikation, sondern fehlenden Bezug: ein Standardschreiben, das ebenso gut an ein Treuhandbüro wie an ein Alterszentrum gehen könnte - also ein Dossier, dem man ansieht, dass das Inserat nicht gelesen wurde.

    Aggregiert aus öffentlichen Beiträgen Schweizer Rekrutierender auf LinkedIn, Juli 2026; als Muster wiedergegeben, nicht wörtlich zitiert.

Anteile aus unserem eigenen Index offener Schweizer Inserate, gelesen am 5. September 2026; Lehrstellen und Praktika ausgeschlossen. Nur relative Werte. Rechtliche Angaben von arbeit.swiss (SECO), abgerufen am 6. September 2026.

Prüfe, wie dein Lebenslauf zu einer Stelle passt

Kostenlos: Sprachen, Bewilligung, Anforderungen und mehr — bewertet gegen ein konkretes Inserat.

ATS-Lebenslauf prüfen: gegen ein konkretes Inserat, kostenlos

Quellen

Verwandte Fragen

← Alle Fragen

Was unser Stellenindex über den Schweizer Markt sagt

Live aus unserem eigenen Index berechnet, nicht aus einer Studie zitiert. Nur Anteile, Stand heute.

Sprache der Inserate

Deutsch
60%
English
23%
Français
13%
Italiano
3%

Von den Inseraten mit Sprachanforderung verlangen

Deutsch
70%
English
43%
Français
21%
Italiano
3%

19% in den letzten 7 Tagen ausgeschrieben · Grösste Märkte: Zürich 18% · Bern 10% · Genève 5% · Basel 5%