Lebenslauf Cloud Engineer: Beispiel und Vorlage
Ein vollständiges Schweizer Lebenslauf-Beispiel für Cloud Engineers - mit messbaren Erfolgen aus Landing-Zone-, Kubernetes- und FinOps-Projekten.
Aktuell 26 offene Stellen als Cloud Engineer in der Schweiz in 6 Kantonen, davon 9 aus den letzten 7 Tagen. Am meisten ausgeschrieben hat Stadler.
Lebenslauf-Beispiel — zweiseitige Vorlage
Diese Vorlage lässt sich direkt bearbeiten — oder laden Sie Ihren bestehenden Lebenslauf hoch, und er wird automatisch in dieses Layout übertragen.
Welcher Abschluss wird für Cloud Engineers in der Schweiz erwartet?
Üblich ist ein BSc FH in Informatik oder eine Informatiker-EFZ-Lehre mit Weiterbildung, in beiden Fällen ergänzt durch aktuelle Hersteller-Zertifikate.
Der klassische Schweizer Weg beginnt mit der Berufslehre als Informatiker EFZ, Fachrichtung Plattformentwicklung oder Betriebsinformatik, und führt über die Berufsmaturität zum BSc FH in Informatik an einer Fachhochschule wie der FHNW, ZHAW oder HSLU. Ebenso akzeptiert sind ein BSc oder MSc der ETH Zürich beziehungsweise EPFL sowie ein eidgenössisches Diplom als dipl. Techniker HF Informatik oder der eidg. Fachausweis ICT-System- und Netzwerktechniker. Wenn Sie einen ausländischen Abschluss haben, vermerken Sie im Lebenslauf, ob eine Anerkennung durch Swissuniversities oder das SBFI vorliegt.
Für Cloud-Rollen zählen Zertifikate oft mehr als der Studientitel, weil sie die aktuelle Plattformkompetenz belegen. Nennen Sie die genaue Bezeichnung mit Jahr, etwa Microsoft Certified: Azure Administrator Associate (AZ-104), AWS Certified Solutions Architect, Certified Kubernetes Administrator (CKA) oder HashiCorp Certified: Terraform Associate. Da diese Zertifikate ablaufen, gehört das Erneuerungsjahr dazu - ein Azure-Zertifikat von 2017 ohne Renewal wirkt schlechter als gar keines.
Ein Hinweis auf die Bewilligungssituation ist Pflicht: Schweizer Bürgerrecht, Niederlassung C, Aufenthalt B oder Grenzgänger G. Bei Banken, Versicherungen, Spitälern und der öffentlichen Verwaltung wird zusätzlich häufig ein Strafregisterauszug oder eine Personensicherheitsprüfung verlangt, und für Mandate mit Bezug zur Bundesverwaltung ist manchmal Schweizer Bürgerrecht Voraussetzung. Schreiben Sie diese Angabe in den Kopfbereich, damit Recruiter nicht nachfragen müssen.
Wie baue ich den Erfahrungsteil als Cloud Engineer überzeugend auf?
Beschreiben Sie pro Stelle die Plattform, die Grössenordnung und den messbaren Effekt Ihrer Automatisierung - nicht die Liste der Technologien.
Beginnen Sie jede Position mit zwei Zeilen Kontext: Welche Cloud, wie viele Subscriptions oder Accounts, wie viele Applikationen, welche Branche und ob regulierte Daten im Spiel waren. Ein Satz wie 'Betrieb einer Azure-Plattform mit 38 Subscriptions für 12 Geschäftseinheiten eines FINMA-beaufsichtigten Instituts' sagt mehr als eine Aufzählung von 20 Diensten. Danach folgen drei bis vier Punkte mit Zahlen: Anzahl migrierter Workloads, Deployment-Frequenz, MTTR, Verfügbarkeit in Prozent, eingesparte Kosten in CHF.
Zeigen Sie die vier Kompetenzfelder, nach denen in der Schweiz tatsächlich gefiltert wird: Infrastructure as Code (Terraform, Bicep, Pulumi), Container-Plattformen (AKS, EKS, OpenShift, Helm, ArgoCD), Automatisierung und CI/CD (Azure DevOps, GitLab CI, Ansible) sowie Security und Compliance (IAM-Konzepte, Key Vault, Azure Policy, Netzwerksegmentierung, Data Residency in den Regionen Switzerland North oder eu-central-2 Zürich). Erwähnen Sie auch Hybrid-Themen wie ExpressRoute, VMware-Migrationen oder die Anbindung an Swisscom- und Exoscale-Umgebungen, weil viele Schweizer Firmen genau dort stehen.
Nennen Sie Aufgaben, die im Betrieb wirklich Gewicht haben: Teilnahme am Pikettdienst, Führung von Incidents nach ITIL, Disaster-Recovery-Tests mit definierten RPO- und RTO-Werten, Kostenverantwortung für ein Cloud-Budget. Wenn Sie Verantwortung für ein Budget hatten, schreiben Sie es aus, zum Beispiel 'Cloud-Budget von CHF 2.5 Mio. jährlich verantwortet'. Ein Link zu GitHub oder GitLab mit eigenen Terraform-Modulen ergänzt den Lebenslauf sinnvoll, ersetzt ihn aber nicht.
Wie lang soll der Lebenslauf sein und braucht es ein Foto?
Zwei Seiten sind Standard, ein sachliches Porträtfoto ist in der Schweiz weiterhin üblich und wird von vielen Recruitern erwartet.
Halten Sie sich an zwei Seiten: Seite eins mit Profil, Kernkompetenzen, Zertifikaten und der aktuellen Stelle, Seite zwei mit den früheren Stationen, Ausbildung und Sprachen. Nur bei über 15 Jahren Erfahrung und vielen Projekten ist eine dritte Seite vertretbar, dann fassen Sie Positionen vor 2012 in zwei Zeilen zusammen. Verzichten Sie auf Skill-Balken mit Prozentwerten - bei Cloud-Technologien sagt 'Terraform seit 2018, 31 produktive Module' deutlich mehr als ein Balken bei 80 Prozent.
Ein Foto ist in der Schweiz nicht vorgeschrieben, aber üblich: neutraler Hintergrund, Geschäftskleidung, aktuelles Bild. Ebenfalls erwartet werden Geburtsjahr, Wohnort mit Kanton, Zivilstand ist optional, sowie Nationalität und Bewilligungstyp. Geben Sie Ihre Verfügbarkeit an, inklusive Kündigungsfrist von ein bis drei Monaten, und erwähnen Sie, ob Sie hybrid arbeiten oder ins Pendlergebiet Zürich, Bern, Basel oder Zug reisen können.
Für Lohnangaben in Bewerbungsschreiben oder Gesprächen sind realistische Bandbreiten hilfreich: Cloud Engineers mit drei bis fünf Jahren Erfahrung liegen im Raum Zürich häufig zwischen CHF 105'000 und CHF 125'000, Senior- und Lead-Rollen zwischen CHF 130'000 und CHF 160'000, je nach Branche und 13. Monatslohn. Reichen Sie Zeugnisse und Zertifikatskopien als separates PDF nach, benennen Sie die Datei nach dem Muster 'Lebenslauf_Brunner_Yannick.pdf' und schicken Sie nie ein Word-Dokument, weil Formatierungen in Bewerbermanagementsystemen verrutschen.
Wo Cloud Engineer in der Schweiz gesucht werden
Verteilung der 26 offenen Stellen auf die Kantone.
Zahlen als Tabelle
| Kanton | Inserate |
|---|---|
| Genf | 2 |
| Zürich | 2 |
| Thurgau | 2 |
| Tessin | 1 |
| Waadt | 1 |
| Zug | 1 |
Welche Sprachen die Inserate verlangen
Von 22 Inseraten mit Sprachangabe — in Klammern die Zahl, die Verhandlungsniveau verlangt.
Zahlen als Tabelle
| Sprache | Inserate |
|---|---|
| Deutsch | 19 (19) |
| Englisch | 5 (2) |
| Französisch | 1 (1) |
Wer in der Schweiz Cloud Engineer sucht
Arbeitgeber mit den meisten offenen Stellen. Personalvermittler sind ausgeschlossen.
Zahlen als Tabelle
| Arbeitgeber | Inserate |
|---|---|
| Stadler | 2 |
| Riverty | 1 |
| digitalent ag | 1 |
| MF Group AG | 1 |
| Free-Work | 1 |
| Lengacher & Partner GmbH | 1 |
Vollzeit oder Teilzeit?
Wie die Stellen ausgeschrieben sind.
Zahlen als Tabelle
| Pensum | Inserate |
|---|---|
| Vollzeit / plein temps | 26 |
Der Lebenslauf im Volltext
Zum Nachlesen und Übernehmen.
Yannick Brunner
Senior Cloud Engineer (BSc FH Informatik, AWS Solutions Architect Professional)
Cloud Engineer mit 9 Jahren Erfahrung im Aufbau und Betrieb von Multi-Cloud-Plattformen auf Azure, AWS und Exoscale für regulierte Schweizer Unternehmen. Spezialisiert auf Infrastructure as Code mit Terraform, Kubernetes-Plattformen (AKS/EKS) und Landing Zones, die den Anforderungen des revDSG sowie dem FINMA-Rundschreiben 2018/3 zu Outsourcing genügen. Verbinde tiefes Automatisierungs-Know-how mit Kostenverantwortung: In den letzten drei Jahren CHF 780'000 an jährlichen Cloud-Kosten eingespart.
Was mich unterscheidet
Regulatorik statt nur Technik: Übersetze Anforderungen aus revDSG, FINMA-Rundschreiben 2018/3 und ISO 27001 in konkrete Guardrails: Azure Policy, AWS Service Control Policies und Datenhaltung ausschliesslich in den Regionen Switzerland North und Zürich.
Infrastructure as Code ohne Klickpfade: Alle Umgebungen sind über Terraform-Module und ArgoCD-GitOps reproduzierbar; manuelle Änderungen in der Azure-Portal-Konsole sind seit 2022 technisch blockiert und werden per Drift-Detection täglich geprüft.
FinOps-Verantwortung: Führe monatliche Showback-Reports auf Basis von Tagging-Standards und Azure Cost Management ein; Cloud-Kosten pro Applikation sind für 60 Product Owner transparent und wurden um 31 Prozent gesenkt.
Brücke zum Betrieb: Aus der Systemtechnik kommend, kenne ich Hybrid-Realitäten: ExpressRoute-Anbindungen, Active-Directory-Migrationen und Legacy-Workloads auf VMware, die schrittweise in Container überführt werden.
Wichtigste Erfolge
Azure Landing Zone für 450 Mitarbeitende aufgebaut. Enterprise-Scale-Landing-Zone mit 6 Management Groups, 38 Subscriptions und 74 Azure-Policies in 7 Monaten produktiv gesetzt; Onboarding-Zeit für neue Applikationsteams von 6 Wochen auf 3 Tage reduziert.
Cloud-Kosten um CHF 780'000 pro Jahr gesenkt. Rightsizing von 620 VMs, Umstellung auf Reserved Instances und Savings Plans sowie automatisches Abschalten von Test-Umgebungen ausserhalb der Bürozeiten - Payback der Massnahmen nach 4 Monaten.
Deployment-Frequenz verzehnfacht. Umbau von 24 Release-Pipelines in Azure DevOps auf GitOps mit ArgoCD und Helm; Releases stiegen von 8 auf 84 pro Monat, die Change-Failure-Rate sank von 12 auf 3 Prozent.
Berufserfahrung
Senior Cloud Engineer — Limmat Cloud Partners AG, Zürich, 03/2021 - heute
Plattformteam von 7 Personen; Betrieb der Multi-Cloud-Plattform für einen FINMA-beaufsichtigten Vermögensverwalter und 12 interne Geschäftseinheiten.
- Azure Enterprise-Scale-Landing-Zone mit 38 Subscriptions und 74 Policies aufgebaut; Audit-Findings im ISO-27001-Rezertifizierungsaudit von 9 auf 1 reduziert.
- 42 AKS-Cluster mit Terraform und ArgoCD standardisiert; Patch-Zyklus für Kubernetes-Versionen von 11 Wochen auf 9 Tage verkürzt.
- FinOps-Programm geleitet und die jährlichen Cloud-Kosten von CHF 2.5 Mio. auf CHF 1.72 Mio. gesenkt, bei 18 Prozent Workload-Wachstum.
- Pikettdienst 24/7 mitgetragen; MTTR für P1-Incidents durch Prometheus-Alerting und Runbooks von 96 auf 34 Minuten reduziert.
Cloud Engineer — Alpstein Digital AG, Zug, 08/2018 - 02/2021
Cloud-Migration eines Schweizer Retail-Unternehmens mit 220 Applikationen von zwei eigenen Rechenzentren nach AWS eu-central-2 (Zürich).
- 94 Applikationen in 26 Monaten migriert (Rehost und Replatform); Rechenzentrumskosten um CHF 410'000 pro Jahr reduziert.
- Terraform-Modulbibliothek mit 31 Modulen etabliert, die von 9 Entwicklungsteams genutzt wurde; Provisionierung neuer Umgebungen in unter 20 Minuten.
- AWS-Multi-Account-Struktur mit Control Tower, SCPs und zentralem Logging in einem Log-Archive-Account für 24 Accounts umgesetzt.
- Backup- und Restore-Konzept nach RPO 15 Minuten / RTO 4 Stunden definiert und in 6 Disaster-Recovery-Tests erfolgreich verifiziert.
Systemtechniker / DevOps Engineer — Seetal Informatik AG, Luzern, 09/2015 - 07/2018
IT-Dienstleister mit 60 Mitarbeitenden; Betrieb von VMware- und Windows-Server-Umgebungen für 35 KMU-Kunden.
- Automatisierung der Server-Provisionierung mit Ansible und PowerShell DSC; manueller Aufwand pro Kundenserver von 4 auf 0.5 Stunden gesenkt.
- Erste Hybrid-Anbindung an Azure für 8 Kunden realisiert (Site-to-Site-VPN, Azure AD Connect), inklusive Dokumentation und Schulung von 5 Kollegen.
- Monitoring mit Zabbix für 480 Systeme aufgebaut; ungeplante Ausfälle innerhalb eines Jahres um 37 Prozent reduziert.
Ausbildung
BSc FH, Informatik, Vertiefung IT-Betrieb und Netzwerke — Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW, Brugg-Windisch · 2018
Informatiker EFZ, Fachrichtung Systemtechnik (Berufslehre, 4 Jahre) — Berufsbildungszentrum Zentralschweiz, Luzern · 2014
AWS Certified Solutions Architect - Professional (2023) · Microsoft Certified: Azure Solutions Architect Expert (2022) · Certified Kubernetes Administrator CKA, CNCF (2021) · HashiCorp Certified: Terraform Associate (2020, erneuert 2023)