Lebenslauf Healthtech: Beispiel und Vorlage
So strukturieren Sie Ihren Lebenslauf für Healthtech-Stellen in der Schweiz, damit Regulatory-, Qualitäts- und Produktkompetenz sofort erkennbar sind.
Lebenslauf-Beispiel — zweiseitige Vorlage
Diese Vorlage lässt sich direkt bearbeiten — oder laden Sie Ihren bestehenden Lebenslauf hoch, und er wird automatisch in dieses Layout übertragen.
Welcher Abschluss wird für Healthtech-Stellen in der Schweiz erwartet?
Üblich ist ein technisch-naturwissenschaftliches Studium (FH oder ETH/Uni), ergänzt durch eine regulatorische Weiterbildung wie das CAS Regulatory Affairs.
Für Entwicklungs- und Produktrollen verlangen Schweizer Healthtech-Firmen meist einen BSc oder MSc in Medizintechnik, Systemtechnik, Life Science Technologies, Biomedical Engineering oder Informatik - typische Wege sind die BFH Biel, FHNW, HSLU, ZHAW, ETH Zürich oder EPFL. Nennen Sie den Abschluss in der korrekten Schweizer Form (zum Beispiel 'BSc FH Medizintechnik' oder 'MSc ETH Health Sciences and Technology') und ergänzen Sie das Thema Ihrer Abschlussarbeit, wenn es zur Stelle passt, etwa Signalverarbeitung, Sensorik oder Verifikation von Klasse-IIa-Software.
Regulatorische und qualitätsbezogene Rollen werden fast nie allein über das Studium besetzt. Zeigen Sie deshalb Weiterbildungen wie das CAS Regulatory Affairs (ZHAW), den MAS Medical Device Regulatory Affairs, Lead-Auditor-Kurse für ISO 13485, GCP-Schulungen nach ISO 14155 oder ein IEC-62304-Training. Setzen Sie diese Zertifikate in einen eigenen Block mit Jahr, damit die Personalverantwortlichen erkennen, dass Ihr Wissen zum aktuellen MDR- und MepV-Stand passt.
Wenn Sie ein Diplom aus dem Ausland mitbringen, führen Sie die Anerkennung durch Swiss ENIC oder die zuständige Stelle direkt beim Abschluss auf und geben Sie Ihren Aufenthaltsstatus an (zum Beispiel Bewilligung B oder C). Für Rollen mit Kundenkontakt in Spitälern lohnt sich zusätzlich der Hinweis auf Sprachkenntnisse in Deutsch und Französisch - viele Stellen in der Romandie und im Mittelland setzen beides voraus. Einstiegslöhne bewegen sich je nach Region und Klassifizierung des Portfolios etwa zwischen CHF 85'000 und CHF 100'000, erfahrene RA/QA-Leads erreichen CHF 120'000 bis CHF 150'000.
Wie stellen Sie Berufserfahrung in Healthtech überzeugend dar?
Beschreiben Sie pro Rolle das Produkt, seine Risikoklasse und die Norm, in der Sie gearbeitet haben - und belegen Sie das Ergebnis mit Zahlen.
Beginnen Sie jede Position mit einem Kontextsatz: Welche Produktart (Aktivgerät, SaMD, IVD, Implantat), welche Klassifizierung nach MDR-Anhang VIII oder IVDR, welche Märkte und welche Teamgrösse. Dieser Rahmen macht Ihre Aufgaben vergleichbar. Ein Satz wie 'Klasse-IIb-Software für Radiotherapie, Märkte CH/EU, 22 Personen in R&D' sagt mehr als drei Zeilen allgemeine Aufgabenbeschreibung.
Quantifizieren Sie danach Ergebnisse, die im Healthtech-Alltag zählen: Anzahl eingereichter technischer Dossiers, Dauer bis zur Zertifizierung, Zahl der Major- und Minor-Findings in Notified-Body- oder FDA-Audits, geschlossene CAPAs, Rekrutierungszahlen in klinischen Prüfungen, Bearbeitungszeiten von Vigilance-Meldungen oder Reduktion von Rework-Kosten in Franken. Formulieren Sie in der Ich-Form oder als Stichpunkte mit Verb am Anfang und halten Sie 3 bis 4 Punkte pro Stelle ein.
Machen Sie Ihre Schnittstellenarbeit sichtbar, denn Healthtech ist selten eine Einzeldisziplin. Erwähnen Sie die Zusammenarbeit mit Notified Bodies, Swissmedic, Ethikkommissionen, Prüflabors, Contract Manufacturers und Spital-IT sowie die Systeme, in denen Sie gearbeitet haben (eQMS, ALM-Tool, EDC, EUDAMED, UDI-Datenbank). Wer Praktika oder Werkstudierendenzeit angibt, verknüpft diese am besten mit einem konkreten Deliverable, etwa einem Verifikationsprotokoll oder einem Usability-Testbericht.
Wie lang soll der Lebenslauf sein - und braucht es ein Foto?
Zwei Seiten sind Standard, ein neutrales Portrait ist in der Schweiz weiterhin üblich, aber freiwillig.
Halten Sie den Lebenslauf auf zwei Seiten, auch bei zehn Jahren Erfahrung: Profil, Auf-einen-Blick-Fakten, Erfolge, drei bis vier Positionen im Detail, ältere Stellen als Kurzzeilen, dann Ausbildung, Zertifikate, Sprachen und IT-Kenntnisse. Nur bei stark forschungsnahen Rollen ergänzen Sie eine dritte Seite mit Publikationen, Patenten oder Konferenzbeiträgen - dann klar getrennt als Anhang.
Ein professionelles Portraitfoto oben rechts ist in der Schweiz nach wie vor verbreitet und wird von vielen Medtech-Arbeitgebern erwartet, ist aber rechtlich nicht Pflicht. Ergänzen Sie im Kopf Wohnort mit Kanton, Aufenthaltsstatus oder Bürgerrecht, Telefonnummer im Format 079 000 00 00 sowie eine seriöse E-Mail-Adresse. Verzichten Sie auf Zivilstand, Konfession und Geburtsort; Geburtsjahr ist optional und wird oft noch angegeben.
Rechnen Sie mit den schweizspezifischen Beilagen: Arbeitszeugnisse aller relevanten Stellen, Diplomkopien und bei ausländischen Abschlüssen die Anerkennung. Referenzen geben Sie erst auf Anfrage frei und kündigen dies mit einem Satz an. Passen Sie zudem Sprache und Begriffe an das Unternehmen an - in der Romandie und in internationalen Konzernen ist Englisch oder Französisch als Dossiersprache üblich, während KMU im Mittelland deutschsprachige Unterlagen erwarten. Halten Sie Dateinamen sauber, etwa 'Lebenslauf_Hofstetter_Lea.pdf', und liefern Sie immer ein PDF.
Der Lebenslauf im Volltext
Zum Nachlesen und Übernehmen.
Lea Hofstetter
Senior Product Manager Digital Health & Regulatory Lead (MSc ETH Health Sciences and Technology)
Healthtech-Spezialistin mit 9 Jahren Erfahrung an der Schnittstelle von Software as a Medical Device (SaMD), Regulatory Affairs und klinischer Evidenz. Ich habe 6 Produktfamilien der Klassen IIa und IIb durch MDR-Konformitätsbewertungen geführt und ein ISO-13485-QMS ohne Major-Findings rezertifizieren lassen. Meine Stärke ist das Übersetzen von Normanforderungen (IEC 62304, ISO 14971, IEC 62366-1) in umsetzbare Entwicklungs-Backlogs für interdisziplinäre Teams.
Was mich unterscheidet
MDR-Dossiers, die durch die Notified-Body-Review kommen: Ich erstelle technische Dokumentation nach Anhang II/III MDR inklusive GSPR-Checkliste und klinischer Bewertung; die letzten 3 Einreichungen erhielten zusammen nur 7 Minor-Findings und kein Major-Finding.
SaMD-Kompetenz von der Klassifizierung bis zum Release: Regel 11 MDR, Software-Lifecycle nach IEC 62304 (Sicherheitsklassen B und C) und SOUP-Management sind für mich operativer Alltag, nicht Theorie - inklusive Cybersecurity-Dokumentation nach MDCG 2019-16.
Schweizer Marktzugang nach dem MRA-Wegfall: Ich habe für zwei Hersteller die CH-REP-Struktur nach MepV Art. 51 aufgebaut, Etiketten und IFU für 4 Sprachregionen angepasst und die Swissmedic-Meldepflichten in den PMS-Prozess integriert.
Klinische Evidenz und Datenschutz zusammengedacht: Studiendesign nach ISO 14155, BASEC-Einreichung bei swissethics sowie DSG- und EPDG-konforme Datenflüsse für HL7-FHIR-Schnittstellen habe ich in 3 Projekten gemeinsam mit Spitälern abgestimmt.
Wichtigste Erfolge
MDR-Zertifizierung ohne Major-Finding. 6 Produktfamilien der Klassen IIa/IIb in 11 Monaten durch die Konformitätsbewertung nach Anhang IX geführt; 1'240 Seiten technische Dokumentation harmonisiert und die Auditvorbereitungszeit um 40 Prozent gesenkt.
Time-to-Market um 30 Prozent verkürzt. Design-Control- und Risikomanagement-Prozesse (ISO 14971, IEC 62366-1) mit dem agilen Entwicklungsablauf verzahnt; dadurch 3 Release-Zyklen pro Jahr statt 2 und CHF 320'000 weniger Rework-Kosten.
Multizentrische Prüfung erfolgreich abgeschlossen. Klinische Prüfung nach ISO 14155 mit 180 Patienten in 4 Schweizer Zentren geleitet; Rekrutierung 4 Monate vor Plan beendet, Query-Rate im EDC unter 3 Prozent, 0 kritische Audit-Findings.
Berufserfahrung
Senior Product Manager Digital Health & Regulatory Lead — Vitalio Medtech AG, Zug, 03/2021 - heute
SaMD- und Wearable-Portfolio für Kardiologie (Klassen IIa/IIb), Märkte CH, EU und UK, 34 Personen in R&D, Matrixführung von 14 Fachpersonen.
- 6 Produktfamilien in 11 Monaten MDR-zertifiziert (Anhang IX), 0 Major-Findings bei 2 Notified-Body-Audits
- ISO-13485:2016-Rezertifizierung und MDSAP-Vorbereitung mit 12 abgeschlossenen CAPAs innerhalb von 6 Monaten
- Release-Zyklen von 8 auf 5 Monate verkürzt und damit CHF 4.2 Mio. Zusatzumsatz in 2 Jahren ermöglicht
- PMS- und Vigilance-Prozess neu aufgesetzt: Meldefristen zu Swissmedic in 100 Prozent der 23 Fälle eingehalten
Regulatory Affairs & Clinical Manager — CardioSense Suisse AG, Bern, 08/2018 - 02/2021
Hersteller implantierbarer Sensorik und zugehöriger Auswertungssoftware, Team von 5 Personen in RA/CA, Studienbudget CHF 1.8 Mio.
- BASEC-Einreichung bei swissethics und KlinV-Mep-Bewilligung durch Swissmedic in 14 Wochen erhalten
- Klinische Prüfung mit 180 Patienten in 4 Zentren geführt, Drop-out-Rate auf 6 Prozent begrenzt
- Clinical Evaluation Report nach MEDDEV 2.7/1 Rev. 4 für 3 Produkte erstellt, Literaturbasis von 214 Publikationen
- 27 Vigilance-Fälle bearbeitet und 4 FSCA koordiniert, durchschnittliche Bearbeitungszeit von 21 auf 9 Tage reduziert
R&D Engineer Medizintechnik — AlpTec Devices AG, Nidau, 09/2015 - 07/2018
Entwicklung von Patientenmonitoring-Geräten mit Spitalanbindung, Verifikation und Validierung im hauseigenen Prüflabor.
- Elektrische Sicherheits- und EMV-Prüfungen nach IEC 60601-1 (3. Ed.) und IEC 60601-1-2 für 4 Geräte begleitet, alle im ersten Durchgang bestanden
- Risikomanagement-Dossier nach ISO 14971 mit 187 identifizierten Gefährdungen aufgebaut und in die Verifikationsmatrix verlinkt
- DICOM- und HL7-V2-Schnittstellen zu 3 Spitalinformationssystemen implementiert, Integrationsaufwand pro Kunde von 12 auf 5 Tage gesenkt
- Usability-Evaluation nach IEC 62366-1 mit 15 Pflegefachpersonen durchgeführt, 9 Use-Errors vor Markteinführung eliminiert
Ausbildung
MSc ETH, Health Sciences and Technology, Vertiefung Medical Technology — ETH Zürich · 2015
BSc FH, Medizintechnik — Berner Fachhochschule BFH, Biel · 2013
CAS Regulatory Affairs für Medizinprodukte, ZHAW · 2019 · Lead Auditor ISO 13485:2016 (akkreditierter Lehrgang) · 2020 · Good Clinical Practice für Medizinprodukte nach ISO 14155 · 2018 · IEC 62304 Software-Lifecycle und Cybersecurity nach MDCG 2019-16 · 2022