Lebenslauf Information: Beispiel und Vorlage
So sieht ein überzeugender Schweizer Lebenslauf für Fachpersonen Information und Dokumentation (I+D) in Bibliotheken, Archiven und Dokumentationsstellen aus.
Aktuell 32 offene Stellen als Information in der Schweiz in 9 Kantonen, davon 7 aus den letzten 7 Tagen. Am meisten ausgeschrieben hat Eidgenössische Steuerverwaltung ESTV.
Lebenslauf-Beispiel — zweiseitige Vorlage
Diese Vorlage lässt sich direkt bearbeiten — oder laden Sie Ihren bestehenden Lebenslauf hoch, und er wird automatisch in dieses Layout übertragen.
Welche Abschlüsse gehören in den Lebenslauf einer I+D-Fachperson?
Nennen Sie den exakten Titel Ihres Abschlusses samt Institution und Jahr, denn Bibliotheken, Archive und Dokumentationsstellen prüfen die Ausbildung sehr genau.
Der klassische Einstieg ist die dreijährige Lehre zur Fachfrau oder zum Fachmann Information und Dokumentation EFZ. Schreiben Sie den Titel vollständig aus und ergänzen Sie die Sparte Ihres Lehrbetriebs, also Bibliothek, Archiv oder Dokumentationsstelle. Wer aus einem anderen Beruf kommt, führt die Nachholbildung nach Artikel 32 BBV oder die absolvierten Module auf, damit die Personalabteilung die Gleichwertigkeit einschätzen kann.
Auf Hochschulstufe sind der Bachelor of Science FH in Information Science der Fachhochschule Graubünden sowie Fachhochschul- und Universitätsabschlüsse mit Zusatzqualifikation üblich. Für wissenschaftliche Bibliotheken zählt zusätzlich das Fachreferat: Nennen Sie Ihr Fachstudium und den ergänzenden CAS oder MAS Information Science getrennt, statt beides zu vermischen. Weiterbildungen wie CAS Digitale Langzeitarchivierung, Records Management oder Archivwissenschaft gehören in einen eigenen Block Zertifikate mit Jahreszahl.
Fachliche Berechtigungen wirken stärker als allgemeine Kursbestätigungen. Führen Sie deshalb GND-Redaktionsrecht, RDA-Schulung nach D-A-CH-Standard, Alma-Zertifizierungen oder eine scopeArchiv-Anwenderschulung explizit auf. Für Stellen in der öffentlichen Verwaltung erwähnen Sie zudem Kenntnisse des Öffentlichkeitsgesetzes und des revidierten Datenschutzgesetzes, weil diese im Auskunftsdienst täglich gebraucht werden.
Wie bauen Sie die Berufserfahrung im I+D-Lebenslauf auf?
Beschreiben Sie pro Station den Bestand, das System und Ihre messbare Wirkung statt allgemeiner Aufgabenlisten.
Beginnen Sie jede Station mit einer Kontextzeile: Grösse des Bestands in Medieneinheiten oder Laufmetern, Anzahl Nutzerinnen und Nutzer sowie das eingesetzte Bibliotheks- oder Archivsystem. Ein Satz wie 'Fachbibliothek mit 210'000 Medieneinheiten, 1'400 laufenden Abos, Alma und Primo VE' sagt mehr über Ihr Niveau aus als drei Zeilen Aufgabenbeschreibung. Verwenden Sie danach drei bis vier Aufzählungspunkte mit Zahlen.
Quantifizieren Sie das, was in Ihrem Alltag tatsächlich gezählt wird: katalogisierte Titel pro Jahr, erschlossene Laufmeter, Anzahl Rechercheaufträge, digitalisierte Seiten, Durchlaufzeit von der Bestellung bis zur Ausleihbereitschaft, Anzahl Schulungen und Teilnehmende. Ergänzen Sie Projektrollen präzise, etwa Teilprojektleitung Datenmigration im SLSP-Kontext oder Einführung eines GEVER-Systems mit definiertem Ordnungssystem.
Ordnen Sie die Stationen antichronologisch und halten Sie den Lebenslauf lückenlos. Praktika, Vikariate, Teilzeitpensen und Wiedereinstiege sind in der Schweiz üblich; geben Sie das Pensum in Prozent an. Wenn Sie zwischen Sparten wechseln, machen Sie die Übertragbarkeit sichtbar, indem Sie Standards und Systeme benennen, die in beiden Welten gelten, etwa Metadatenmodellierung, Dublin Core oder Aufbewahrungsfristen.
Wie lang darf der Lebenslauf sein, und braucht es ein Foto?
Zwei Seiten sind der Standard, ein professionelles Foto ist in der Schweiz weiterhin üblich, aber nicht Pflicht.
Halten Sie den Lebenslauf auf zwei Seiten; nur bei langer Publikations- oder Projektliste ist eine dritte Seite vertretbar. Publikationen, Vorträge und Lehraufträge gehören dann in eine separate Liste im Anhang, damit die Hauptseiten lesbar bleiben. Verwenden Sie eine schlichte Struktur mit klaren Überschriften und speichern Sie das Dossier als PDF mit sprechendem Dateinamen.
Ein sachliches Porträtfoto oben rechts ist in der Schweiz nach wie vor verbreitet und wird von vielen Bibliotheken und Verwaltungen erwartet. Verzichten Sie darauf, wenn die Ausschreibung ein anonymisiertes Verfahren vorsieht. Angaben zu Wohnort, Bürgerrecht oder Aufenthaltsbewilligung sowie Geburtsjahr sind gebräuchlich; Konfession, Zivilstand und Angaben zu Kindern lassen Sie besser weg.
Passen Sie den Lebenslauf an die Ausschreibung an: Für eine Stelle in der Formalerschliessung stellen Sie RDA, MARC 21 und Normdaten nach vorne, für den Auskunftsdienst Recherchekompetenz und Schulungen, für ein Archiv ISAD(G), Bewertung und digitale Ablieferung. Ergänzen Sie Sprachkenntnisse mit GER-Niveau, weil Französisch oder Italienisch in kantonalen und Bundesstellen oft verlangt wird, und nennen Sie Referenzen mit dem Hinweis, dass diese auf Anfrage erhältlich sind.
Wo Information in der Schweiz gesucht werden
Verteilung der 32 offenen Stellen auf die Kantone.
Zahlen als Tabelle
| Kanton | Inserate |
|---|---|
| Zürich | 3 |
| Freiburg | 3 |
| Solothurn | 2 |
| Bern | 1 |
| Schaffhausen | 1 |
| Genf | 1 |
| Basel-Stadt | 1 |
| Waadt | 1 |
Welche Sprachen die Inserate verlangen
Von 27 Inseraten mit Sprachangabe — in Klammern die Zahl, die Verhandlungsniveau verlangt.
Zahlen als Tabelle
| Sprache | Inserate |
|---|---|
| Deutsch | 22 (14) |
| Englisch | 17 (15) |
| Französisch | 11 (5) |
| Italienisch | 2 (1) |
Wer in der Schweiz Information sucht
Arbeitgeber mit den meisten offenen Stellen. Personalvermittler sind ausgeschlossen.
Zahlen als Tabelle
| Arbeitgeber | Inserate |
|---|---|
| Eidgenössische Steuerverwaltung ESTV | 2 |
| Barclays | 2 |
| Roche | 2 |
| Liebherr Group | 2 |
| International Trade Centre | 1 |
| Federal Roads Office FEDRO | 1 |
Vollzeit oder Teilzeit?
Wie die Stellen ausgeschrieben sind.
Zahlen als Tabelle
| Pensum | Inserate |
|---|---|
| Vollzeit / plein temps | 28 |
Der Lebenslauf im Volltext
Zum Nachlesen und Übernehmen.
Nadine Bärtschi
Fachfrau Information und Dokumentation EFZ, BSc FH Information Science, MAS Information Science
Informationsspezialistin mit elf Jahren Praxis in wissenschaftlicher Bibliothek, Stadtarchiv und industrieller Dokumentationsstelle. Schwerpunkte sind Metadatenqualität nach RDA und MARC 21, Recherchedienstleistungen in Fachdatenbanken sowie Records Management nach ISO 15489. Führte die Migration von 210'000 Titeln nach Alma/swisscovery und baute ein Open-Access-Repositorium mit 3'800 Publikationen auf.
Was mich unterscheidet
Metadaten in Produktionsqualität: Katalogisiert nach RDA mit den D-A-CH-Anwendungsrichtlinien in MARC 21, führt Normdatensätze in der GND und prüft Datenqualität mit MarcEdit-Reports statt nach Gefühl.
Recherche mit Methodik: Erstellt reproduzierbare Suchstrings für Embase, Scopus, SciFinder und Espacenet inklusive Suchprotokoll, PRISMA-Flow und Dokumentation der Trefferzahlen für Audits.
Brücke zwischen Bibliothek und Archiv: Beherrscht sowohl bibliothekarische Regelwerke als auch archivische Standards ISAD(G) und ISAAR(CPF) sowie die Ablieferung digitaler Unterlagen als SIP nach eCH-0160.
Verhandlung und Kostenkontrolle: Verhandelt E-Journal- und Datenbanklizenzen, wertet COUNTER-R5-Nutzungsstatistiken aus und begründet Abbestellungen mit Kosten pro Download statt mit Bauchgefühl.
Wichtigste Erfolge
Lizenzportfolio um CHF 85'000 entlastet. Analyse von 27 Lizenzen mit COUNTER-R5-Daten, Neuverhandlung von 9 Verträgen und Konsortialbeitritt bei 4 Datenbanken - bei unverändertem Titelbestand und 6 Prozent mehr Volltextzugriffen.
Katalogfehlerquote von 4.2 auf 0.8 Prozent gesenkt. Einführung einer RDA-Checkliste, monatlicher Qualitätsreports in MarcEdit und Vier-Augen-Prinzip für Erstkatalogisate bei 6'500 Titelaufnahmen pro Jahr.
Open-Access-Quote von 31 auf 58 Prozent erhöht. Aufbau des DSpace-Repositoriums mit 3'800 Publikationen, automatisierter DOI- und ORCID-Verknüpfung sowie 24 Beratungsterminen pro Semester für Forschende.
Berufserfahrung
Fachreferentin Information und Records Management — Valnova Pharma AG, Bern, seit 03/2021
Wissenschaftlicher Informationsdienst und GxP-konforme Dokumentenlenkung für 240 Forschende und Regulatory Affairs.
- 320 systematische Literatur- und Patentrecherchen pro Jahr durchgeführt und die mittlere Lieferfrist von 5 auf 2 Arbeitstage gesenkt
- Records-Management-Konzept nach ISO 15489 mit 42 Aufbewahrungsklassen eingeführt und das aktive Ablagevolumen um 38 Prozent reduziert
- 27 E-Journal- und Datenbanklizenzen neu verhandelt, jährliche Einsparung von CHF 85'000
- 180 Mitarbeitende in Recherchestrategie und Zotero geschult, Kursbewertung 4.6 von 5
Wissenschaftliche Bibliothekarin, Metadaten und Erwerbung — Hochschule Aareland, Bibliothek, 08/2017 - 02/2021
Fachbibliothek mit 210'000 Medieneinheiten, 1'400 laufenden Abos und 4'200 Studierenden.
- Migration von 210'000 Titel- und 96'000 Exemplardatensätzen nach Alma/Primo VE im Rahmen des SLSP-Projekts termingerecht abgeschlossen
- 6'500 Titel pro Jahr nach RDA in MARC 21 katalogisiert, Fehlerquote von 4.2 auf 0.8 Prozent gesenkt
- DSpace-Repositorium mit 3'800 Publikationen aufgebaut, Open-Access-Quote von 31 auf 58 Prozent gesteigert
- 46 Kurse zur Informationskompetenz pro Jahr für rund 900 Studierende konzipiert und durchgeführt
Fachfrau Information und Dokumentation EFZ, Archiv — Stadtarchiv Rothbach, 09/2013 - 07/2017
Kommunales Archiv mit 2'900 Laufmetern Bestand und öffentlichem Lesesaal.
- 480 Laufmeter Bestand in 12'000 Verzeichnungseinheiten nach ISAD(G) in scopeArchiv erschlossen
- Digitalisierungsprojekt mit 65'000 Seiten inklusive OCR und Onlinestellung geleitet, Nutzung der Online-Bestände um 140 Prozent gesteigert
- 1'200 Benutzungsanfragen pro Jahr bearbeitet, inklusive Prüfung von Schutzfristen und 35 Einsichtsgesuchen nach Öffentlichkeitsgesetz
- Ablieferungsprozess für digitale Unterlagen als SIP nach eCH-0160 mit drei Verwaltungsabteilungen etabliert
Ausbildung
Master of Advanced Studies (MAS), Information Science — Fachhochschule Graubünden, Chur · 2021
Bachelor of Science FH, Information Science (berufsbegleitend) — Fachhochschule Graubünden, Chur · 2017
Eidgenössisches Fähigkeitszeugnis EFZ, Fachfrau Information und Dokumentation — Berufsfachschule Mittelland, Bern · 2012
CAS Digitale Langzeitarchivierung (OAIS nach ISO 14721), FH Graubünden · 2022 · GND-Redaktionsrecht und RDA-Anwendungsschulung D-A-CH · 2019 · Ex Libris Alma Certified Administrator (Ressourcenmanagement) · 2020 · Records Management nach ISO 15489, Weiterbildung Bibliosuisse · 2023