Lebenslauf Platform Engineer: Beispiel und Vorlage
So dokumentieren Sie Internal Developer Platform, Kubernetes-Betrieb und Infrastructure as Code so, dass Schweizer Arbeitgeber Ihren Beitrag zur Developer Experience sofort erkennen.
Aktuell 53 offene Stellen als Platform Engineer in der Schweiz in 9 Kantonen, davon 17 aus den letzten 7 Tagen. Am meisten ausgeschrieben hat vontobel.
Lebenslauf-Beispiel — zweiseitige Vorlage
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Welcher Abschluss gehört in den Lebenslauf als Platform Engineer?
Nennen Sie Ihren höchsten formalen Abschluss zuerst und ergänzen Sie die Plattform-Zertifikate, die in Schweizer Stelleninseraten tatsächlich verlangt werden.
Der klassische Schweizer Weg führt über das Eidg. Fähigkeitszeugnis als Informatiker EFZ (Fachrichtung Plattformentwicklung oder Systemtechnik) und danach über die Berufsmaturität an eine Fachhochschule. Schreiben Sie den Abschluss vollständig aus, also 'Bachelor of Science FHNW in Informatik' oder 'BSc ZHAW Informatik', und ergänzen Sie die Vertiefung. Ein Bachelor oder Master der ETH Zürich beziehungsweise EPFL wirkt bei produktnahen Arbeitgebern stark, ist aber keine Pflicht: Für Plattformrollen zählt der Betriebsnachweis oft mehr als der Studientitel.
Wer ohne Studium arbeitet, positioniert die höhere Berufsbildung sichtbar: 'dipl. Informatiker HF', 'ICT Manager mit eidg. Diplom' oder 'Wirtschaftsinformatiker mit eidg. Fachausweis' sind in der Schweiz anerkannte Titel und gehören ausgeschrieben in die Rubrik Ausbildung. Wenn Sie einen ausländischen Abschluss mitbringen, geben Sie die Anerkennung durch swissuniversities oder das SBFI an und nennen Sie den schweizerischen Äquivalenztitel in Klammern.
Bei den Zertifikaten gewichten Schweizer Arbeitgeber CKA, CKAD und CKS, HashiCorp Terraform Associate sowie die Architect-Level-Zertifikate von Azure, AWS oder Google Cloud am höchsten. Setzen Sie jeweils das Jahr dahinter, damit die Aktualität erkennbar ist, und lassen Sie Zertifikate weg, die älter als sechs Jahre und technisch überholt sind. Falls Sie in einem regulierten Umfeld arbeiten wollen, erwähnen Sie zusätzlich Kenntnisse zu ISO 27001, revDSG und dem FINMA-Rundschreiben 2018/3 - das unterscheidet Sie von rein technischen Profilen.
Wie stellen Sie Ihre Berufserfahrung als Platform Engineer überzeugend dar?
Beschreiben Sie pro Station die Grösse der Plattform, die Anzahl der bedienten Teams und den messbaren Effekt auf Delivery und Stabilität.
Beginnen Sie jede Station mit einem Kontextsatz: wie viele Cluster, Services, Umgebungen und Entwicklungsteams Sie verantwortet haben, ob On-Premises, Hyperscaler oder Schweizer Anbieter wie Exoscale oder Infomaniak im Einsatz waren, und wie das Pikettmodell aussah. Ohne diese Angaben kann eine Recruiterin nicht einschätzen, ob Sie eine Plattform für 5 oder für 60 Teams betrieben haben. Ein Satz mit 'Plattformteam von 9 Personen für 62 Entwicklungsteams, 480 Services auf 12 Clustern' sagt mehr als eine halbe Seite Aufgabenliste.
Formulieren Sie die Punkte danach als Ergebnisse und nutzen Sie die DORA-Metriken als gemeinsame Sprache: Deployment-Frequenz, Lead Time for Changes, Change Failure Rate und Mean Time to Recovery. Ergänzen Sie Verfügbarkeit gegen SLO, Reduktion von Alarmen im Pikett, Onboarding-Zeit für neue Services und Cloud-Kosten in Franken, zum Beispiel 'Cloud-Kosten von CHF 96'000 auf CHF 61'000 pro Monat gesenkt'. Nennen Sie die Werkzeuge im Zusammenhang mit dem Resultat statt in einer losen Stichwortwolke.
Lücken oder Nebenschienen sind kein Problem, wenn Sie sie einordnen. Open-Source-Beiträge, ein eigenes Homelab mit Talos oder k3s, ein CNCF-Meetup-Vortrag in Zürich oder Bern und interne Schulungen belegen Lernfähigkeit und Wirkung über das eigene Team hinaus. Vermeiden Sie dagegen Aussagen wie 'teamfähig' oder 'lösungsorientiert': Diese gelten für jeden Beruf und verdrängen den Platz für Ihre Zahlen.
Wie lang darf der Lebenslauf sein, braucht es ein Foto und welche Schweizer Eigenheiten gelten?
Zwei Seiten, ein sachliches Foto und klare Angaben zu Bewilligung, Verfügbarkeit und Sprachniveaus sind in der Schweiz der Standard.
Halten Sie den Lebenslauf auf zwei Seiten; mit über zwölf Jahren Erfahrung sind drei Seiten akzeptabel, wenn die ersten beiden die relevanten Stationen abdecken. Ältere Stationen fassen Sie in einer Zeile pro Anstellung zusammen. Ein Foto ist in der Schweiz weiterhin üblich und wird von vielen Personalabteilungen erwartet: ein aktuelles, freundliches Porträt in Business-Casual, keine Ferienaufnahme. Bei internationalen Tech-Firmen mit Schweizer Standort können Sie darauf verzichten, ohne Nachteil zu befürchten.
Führen Sie im Kopf Wohnort, Nationalität beziehungsweise Bewilligung (B, C, G oder EU/EFTA), Telefonnummer im Format 079 000 00 00 und eine seriöse E-Mail-Adresse auf. Ergänzen Sie den frühesten Eintrittstermin und Ihre Kündigungsfrist, meist ein bis drei Monate. Bei Rollen mit Pikettdienst hilft die Angabe, wie schnell Sie den Standort erreichen und ob Sie 24/7-Rotation bereits kennen. Sprachen geben Sie mit Niveau nach GER an, also Deutsch Muttersprache, Englisch C1 - in Plattformteams ist Englisch häufig Arbeitssprache, Deutsch aber für Stakeholder-Gespräche und Audits nötig.
Verzichten Sie auf Lohnangaben im Lebenslauf und nennen Sie Ihre Erwartung erst im Motivationsschreiben oder im Gespräch; Platform Engineers liegen in der Schweiz je nach Region und Branche typischerweise zwischen CHF 110'000 und CHF 160'000 pro Jahr. Referenzen führen Sie mit dem Hinweis 'auf Anfrage' auf und legen Arbeitszeugnisse sowie Diplome als separate PDF-Dateien bei. Speichern Sie das Dossier als eine durchsuchbare PDF-Datei mit sprechendem Namen, zum Beispiel 'Lebenslauf_Braendli_Platform_Engineer.pdf', und passen Sie die Stichwörter an das Inserat an, damit das Bewerbermanagementsystem Ihre Kernkompetenzen erkennt.
Wo Platform Engineer in der Schweiz gesucht werden
Verteilung der 53 offenen Stellen auf die Kantone.
Zahlen als Tabelle
| Kanton | Inserate |
|---|---|
| Zürich | 11 |
| Bern | 4 |
| Basel-Stadt | 3 |
| Genf | 2 |
| St. Gallen | 1 |
| Aargau | 1 |
| Thurgau | 1 |
| Zug | 1 |
Welche Sprachen die Inserate verlangen
Von 46 Inseraten mit Sprachangabe — in Klammern die Zahl, die Verhandlungsniveau verlangt.
Zahlen als Tabelle
| Sprache | Inserate |
|---|---|
| Deutsch | 34 (31) |
| Englisch | 21 (20) |
| Französisch | 3 (2) |
| Italienisch | 1 (1) |
Wer in der Schweiz Platform Engineer sucht
Arbeitgeber mit den meisten offenen Stellen. Personalvermittler sind ausgeschlossen.
Zahlen als Tabelle
| Arbeitgeber | Inserate |
|---|---|
| vontobel | 6 |
| Experis Switzerland | 2 |
| albedis | 2 |
| Swiss Federal Administration | 2 |
| PRODYNA | 2 |
| proton | 2 |
Vollzeit oder Teilzeit?
Wie die Stellen ausgeschrieben sind.
Zahlen als Tabelle
| Pensum | Inserate |
|---|---|
| Vollzeit / plein temps | 41 |
| Teilzeit / partiel | 1 |
Der Lebenslauf im Volltext
Zum Nachlesen und Übernehmen.
Lukas Brändli
Platform Engineer, BSc FHNW Informatik, CKA-zertifiziert
Platform Engineer mit 8 Jahren Erfahrung im Aufbau und Betrieb von Internal Developer Platforms für regulierte Schweizer Unternehmen. Ich betreibe Kubernetes-Cluster mit 480 Microservices auf Exoscale und Azure, deklarativ verwaltet über Terraform und ArgoCD, und habe die Deployment-Frequenz von 14 auf 210 Releases pro Monat gesteigert. Meine Schwerpunkte sind GitOps, Observability mit Prometheus und Grafana sowie Plattform-Sicherheit nach ISO 27001 und den FINMA-Outsourcing-Anforderungen.
Was mich unterscheidet
Internal Developer Platform mit Self-Service: Aufbau eines Backstage-Portals mit 34 Software-Templates: neue Services sind in 12 Minuten statt in 5 Arbeitstagen produktiv, inklusive Pipeline, Secrets-Anbindung und SLO-Dashboard.
GitOps als Auditnachweis: Alle 12 Cluster werden über ArgoCD und signierte Git-Commits verwaltet. Bei der ISO-27001-Rezertifizierung waren 100 % der Konfigurationsänderungen ohne manuelle Nachweise belegbar, 0 Findings im Bereich Change Management.
Kostenkontrolle in der Cloud: Rightsizing, Spot-Nodepools und Karpenter-Autoscaling senkten die monatlichen Cloud-Kosten von CHF 96'000 auf CHF 61'000, bei gleichzeitig 40 % mehr Workloads.
Regulatorik verstanden, nicht nur gelesen: Erfahrung mit FINMA-Rundschreiben 2018/3 zum Outsourcing und revDSG: Datenhaltung in Schweizer Rechenzentren, dokumentierte Exit-Strategie und Verschlüsselung mit HashiCorp Vault und Swiss-hosted KMS.
Wichtigste Erfolge
Migration von 480 Services auf Kubernetes. In 18 Monaten 480 Services von VM-basiertem Betrieb auf 12 Kubernetes-Cluster migriert, ohne ungeplanten Ausfall über 4 Stunden; die durchschnittliche Lead Time for Changes sank von 9 Tagen auf 4 Stunden.
Observability-Stack mit SLO-Kultur. Prometheus, Loki und Grafana für 62 Teams eingeführt und 148 SLOs definiert. Die Mean Time to Recovery fiel von 74 auf 19 Minuten, die Zahl der Pikett-Alarme pro Woche von 39 auf 7.
Plattform-Härtung nach CIS-Benchmark. Pod Security Standards, Kyverno-Policies und Image-Signaturen mit Cosign umgesetzt: CIS-Kubernetes-Benchmark-Erfüllung von 61 % auf 94 % erhöht, 217 kritische CVEs innerhalb von 6 Wochen behoben.
Berufserfahrung
Senior Platform Engineer — Vionera Bank AG, Zürich, 03/2021 - heute
Plattformteam von 9 Personen für 62 Entwicklungsteams; Kubernetes auf Azure und Exoscale, reguliertes Umfeld nach FINMA und ISO 27001.
- Internal Developer Platform auf Basis von Backstage und ArgoCD aufgebaut: Onboarding eines neuen Services von 5 Tagen auf 12 Minuten reduziert, 34 Templates im Katalog.
- Terraform-Module für Landing Zones standardisiert; 96 % der Infrastruktur deklarativ verwaltet, manuelle Portal-Änderungen von 180 auf unter 10 pro Quartal gesenkt.
- Cloud-Kosten durch Autoscaling und Rightsizing von CHF 96'000 auf CHF 61'000 pro Monat reduziert und in Grafana pro Kostenstelle transparent gemacht.
- Pikettdienst 24/7 im Rotationsmodell 1:5 mitgestaltet; Alarme pro Woche von 39 auf 7 gesenkt, Verfügbarkeit 99.96 % über 24 Monate.
DevOps Engineer — Aarequell Technologies AG, Bern, 08/2018 - 02/2021
Softwarehaus mit 240 Mitarbeitenden; CI/CD und Container-Plattform für 14 Produktteams, GitLab CI und OpenShift.
- GitLab-CI-Pipelines vereinheitlicht: durchschnittliche Buildzeit von 41 auf 11 Minuten verkürzt, Deployment-Frequenz von 14 auf 210 Releases pro Monat erhöht.
- OpenShift-Cluster mit 260 Namespaces betrieben und auf Helm-basierte Auslieferung umgestellt; Change Failure Rate von 18 % auf 5 % gesenkt.
- Zentrales Secrets-Management mit HashiCorp Vault eingeführt und 1'400 hartcodierte Zugangsdaten aus Repositories entfernt.
- 12 Entwicklerinnen und Entwickler in internen Workshops zu Containern und Kubernetes geschult (Bewertung 4.7 von 5).
System Engineer Linux — Alpstein Retail AG, Wil SG, 09/2016 - 07/2018
IT-Betrieb für 180 Filialen; 320 Linux-Server, Monitoring und Backup im eigenen Rechenzentrum.
- Konfigurationsmanagement mit Ansible eingeführt: Patch-Rollout über 320 Server von 3 Wochen auf 2 Tage verkürzt.
- Zabbix-Monitoring auf 1'100 Checks ausgebaut; ungeplante Ausfälle pro Jahr von 11 auf 3 reduziert.
- Backup-Konzept nach 3-2-1-Regel umgesetzt und Restore-Tests quartalsweise dokumentiert, Recovery Time von 8 auf 2 Stunden verbessert.
Ausbildung
Bachelor of Science FHNW, Informatik, Vertiefung Systemtechnik — Fachhochschule Nordwestschweiz, Brugg-Windisch · 2016
Eidg. Fähigkeitszeugnis EFZ, Informatiker Fachrichtung Systemtechnik — Berufsfachschule St. Gallen · 2012
Certified Kubernetes Administrator (CKA), 2022 · Certified Kubernetes Security Specialist (CKS), 2023 · HashiCorp Certified: Terraform Associate, 2021 · Microsoft Certified: Azure Solutions Architect Expert, 2024