Lebenslauf Process Engineer: Beispiel und Vorlage

So sieht ein überzeugender Schweizer Lebenslauf für Prozess- und Verfahrensingenieurinnen und -ingenieure in Chemie, Pharma und Anlagenbau aus.

Aktuell 31 offene Stellen als Process Engineer in der Schweiz in 4 Kantonen, davon 2 aus den letzten 7 Tagen. Am meisten ausgeschrieben hat VAT GROUP.

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Welche Ausbildung brauchen Sie als Process Engineer in der Schweiz?

Üblich ist ein Bachelor oder Master in Verfahrenstechnik, Chemieingenieurwesen oder Bioprozesstechnik von ETH, EPFL, FHNW, ZHAW oder HES-SO - oder ein Aufstieg über eine technische Grundbildung mit Weiterbildung HF.

Die klassische Route führt über einen BSc in Chemie- und Bioprozesstechnik (FHNW Muttenz, ZHAW Wädenswil, HES-SO) oder ein Studium der Verfahrenstechnik an der ETH Zürich beziehungsweise Génie chimique an der EPFL. Für Positionen mit Auslegungs- und Projektverantwortung erwarten Arbeitgeber in Basel, im Wallis und im Rheintal meist einen Master; für anlagennahe Rollen in Produktion und Instandhaltung genügt oft der Bachelor. Schreiben Sie den Abschluss präzise: 'MSc ETH Verfahrenstechnik' sagt mehr aus als 'Studium Ingenieurwesen'.

Der zweite Weg beginnt mit einer EFZ-Lehre als Chemie- und Pharmatechnologe, Anlagen- und Apparatebauer oder Polymechaniker, gefolgt von der Berufsmaturität und einem FH-Studium oder dem Abschluss 'Dipl. Techniker HF Systemtechnik/Prozesstechnik'. Diese Kombination ist bei Schweizer Produktionsbetrieben sehr geschätzt, weil Sie die Anlage aus der Betriebsperspektive kennen. Nennen Sie in diesem Fall die Lehre explizit und zeigen Sie mit Zahlen, welche Anlagen und Chargengrössen Sie verantwortet haben.

Entscheidend sind zusätzlich die Fachzertifikate, die im Inserat wirklich verlangt werden: HAZOP-Studienleitung, Sachkunde Explosionsschutz nach SUVA 2153, GMP- und GAMP-5-Schulungen, Six Sigma Green oder Black Belt sowie Kenntnisse der Störfallverordnung. Listen Sie diese Zertifikate mit Jahr in einem eigenen Block auf und ergänzen Sie Simulationssoftware wie Aspen Plus, damit der Personaldienst Ihre Eignung in wenigen Sekunden erkennt.

Wie bauen Sie die Berufserfahrung im Lebenslauf überzeugend auf?

Beschreiben Sie pro Station kurz den Anlagenkontext (Branche, Verfahren, Reaktorvolumen, Chargengrössen) und danach drei bis vier Erfolge mit Zahlen zu Ausbeute, Zykluszeit, OEE, Budget oder Einsparung.

Personalverantwortliche in der Prozessindustrie lesen zuerst, in welchem Umfeld Sie gearbeitet haben: Batch oder konti, GMP oder Non-GMP, Ex-Zone oder nicht, Massstab in Litern oder Tonnen pro Jahr. Zwei Zeilen Kontext pro Stelle beantworten diese Fragen und machen Ihre Erfolge einordbar. Ein Punkt wie 'Scale-up von 100 l Pilot auf 6'300 l Reaktor, Ausbeute von 84 auf 91 Prozent' ist zehnmal stärker als 'Optimierung von Produktionsprozessen'.

Wählen Sie Kennzahlen, die in dieser Branche zählen: Ausbeute in Prozentpunkten, Zykluszeit pro Batch, OEE, First Pass Yield, Abweichungs- und CAPA-Zahlen, Lösungsmittelrückgewinnung, Energieverbrauch pro Tonne Produkt, Projektbudget in CHF und Termintreue. Ergänzen Sie, welche Rolle Sie hatten - Studienleitung HAZOP, Systemverantwortung, Projektleitung Verfahrenstechnik - und mit welchen Schnittstellen Sie gearbeitet haben (QA, Automation, Instandhaltung, externe EPC-Partner, SVTI).

Halten Sie die Reihenfolge antichronologisch und geben Sie Monate und Jahre an; Lücken über drei Monate erklären Sie in einer Zeile. Für Bewerbungen ins Ausland oder bei internationalen Konzernen in Basel und im Wallis empfiehlt sich eine englische Version mit denselben Zahlen. Passen Sie die Stichworte an das Inserat an: Wer 'Technologietransfer' und 'Prozessvalidierung' sucht, soll genau diese Begriffe in Ihren Erfolgen finden.

Wie lang soll der Lebenslauf sein und braucht es ein Foto?

Zwei Seiten sind Standard, ein professionelles Foto ist in der Schweiz weiterhin üblich, und ein kompaktes Dossier mit Diplomen und Arbeitszeugnissen gehört dazu.

Rechnen Sie mit maximal zwei Seiten: Seite eins mit Profil, Kernkompetenzen, Tools und der aktuellen Stelle, Seite zwei mit den weiteren Stationen, Ausbildung, Zertifikaten und Sprachen. Ältere Stellen fassen Sie nach zwölf bis fünfzehn Jahren zu kurzen Einzeilern zusammen. Eine dritte Seite ist nur bei Publikationen, Patenten oder einer langen Projektliste sinnvoll - dann als separates Beiblatt 'Projektreferenzen'.

Ein sachliches Porträtfoto ist bei Schweizer Arbeitgebern nach wie vor verbreitet und wird selten negativ bewertet. Geben Sie zudem Wohnort, Nationalität oder Bewilligung (B, C, G) an, weil Betriebe im Wallis, in Basel oder im Rheintal die Pendeldistanz und den Schichteinsatz mitdenken. Wenn Sie Grenzgänger sind oder umziehen wollen, schreiben Sie das direkt hin - das verhindert unnötige Absagen.

Legen Sie dem Dossier Diplome, Arbeitszeugnisse und relevante Zertifikate als ein einziges PDF bei, benannt zum Beispiel 'Lebenslauf_Zumbrunn_ProcessEngineer.pdf'. Erwähnen Sie Ihre Lohnvorstellung nur, wenn sie verlangt wird; im Bereich Prozess- und Verfahrenstechnik liegen Jahreslöhne je nach Erfahrung und Region typischerweise zwischen CHF 95'000 und CHF 140'000, mit Zuschlägen bei Schicht- oder Pikettdienst. Referenzen geben Sie mit dem Hinweis 'auf Anfrage' an und informieren die genannten Personen vorher.

Wo Process Engineer in der Schweiz gesucht werden

Verteilung der 31 offenen Stellen auf die Kantone.

Basel-Stadt2St. Gallen1Zürich1Solothurn1
Zahlen als Tabelle
KantonInserate
Basel-Stadt2
St. Gallen1
Zürich1
Solothurn1

Welche Sprachen die Inserate verlangen

Von 25 Inseraten mit Sprachangabe — in Klammern die Zahl, die Verhandlungsniveau verlangt.

Englisch24 (21)Deutsch11 (8)Französisch1 (1)
Zahlen als Tabelle
SpracheInserate
Englisch24 (21)
Deutsch11 (8)
Französisch1 (1)

Wer in der Schweiz Process Engineer sucht

Arbeitgeber mit den meisten offenen Stellen. Personalvermittler sind ausgeschlossen.

VAT GROUP4Accelleron3Coherent Corp.2Kanadevia Inova2Bosch Group2Hitachi Energy2
Zahlen als Tabelle
ArbeitgeberInserate
VAT GROUP4
Accelleron3
Coherent Corp.2
Kanadevia Inova2
Bosch Group2
Hitachi Energy2

Vollzeit oder Teilzeit?

Wie die Stellen ausgeschrieben sind.

Vollzeit / plein te…21
Zahlen als Tabelle
PensumInserate
Vollzeit / plein temps21

Der Lebenslauf im Volltext

Zum Nachlesen und Übernehmen.

Fabian Zumbrunn

Senior Process Engineer, MSc ETH Verfahrenstechnik

Verfahrensingenieur mit 11 Jahren Erfahrung in der GMP-Wirkstoffproduktion und in der Feinchemie, von der Labor- und Pilotphase bis zur Inbetriebnahme von Mehrzweckanlagen mit 6'300 l Reaktorvolumen. Schwerpunkte sind Scale-up von Batch-Prozessen, Massen- und Energiebilanzen, HAZOP-Leitung sowie Prozessvalidierung nach ICH Q8-Q11. Führt Investitionsprojekte bis CHF 8.5 Mio. termin- und budgetgerecht durch und arbeitet eng mit Produktion, QA und Behörden (Swissmedic, SVTI) zusammen.

Was mich unterscheidet

Scale-up mit belastbarer Datenbasis: Überträgt Laborrezepte über Pilotversuche (100 l) auf Produktionsreaktoren bis 6'300 l mit dokumentierten Ähnlichkeitskriterien (P/V, Mischzeit, Wärmeübergang) - in den letzten drei Transfers ohne einzige Ausbeuteabweichung über 3 Prozentpunkte.

Prozesssicherheit als Kernkompetenz: Leitet HAZOP- und LOPA-Studien, erstellt Sicherheitsberichte nach Störfallverordnung (StFV) und setzt Explosionsschutzkonzepte nach ATEX 2014/34/EU und SUVA-Richtlinie 2153 um, inklusive Zoneneinteilung und Staubkennwerte nach VDI 2263.

GMP-Sicherheit im Tagesgeschäft: Erstellt und verteidigt URS, IQ/OQ/PQ und Prozessvalidierungsberichte nach EudraLex Vol. 4 und GAMP 5; in vier Swissmedic- und zwei FDA-Inspektionen keine kritische Beanstandung im Verantwortungsbereich.

Rechnen statt schätzen: Modelliert Destillation, Kristallisation und Trocknung in Aspen Plus und wertet Produktionsdaten mit Minitab aus (DoE, MSA, Regelkarten) - Entscheide zu Anlagenauslegung und Parameterfenstern sind statistisch abgesichert.

Wichtigste Erfolge

Ausbeutesteigerung im API-Prozess. Kristallisationsschritt eines Wirkstoffs über DoE (24 Versuche) neu parametriert: Ausbeute von 84 auf 91 Prozent, Partikelgrössenverteilung stabilisiert, jährlicher Nutzen CHF 1.2 Mio.

Investitionsprojekt Mehrzweckanlage. Projektleitung Verfahrenstechnik für eine neue Produktionslinie über CHF 8.5 Mio: Basic und Detail Engineering, 62 P&IDs, Inbetriebnahme und Validierung drei Wochen vor Meilenstein abgeschlossen.

Lösungsmittelbilanz saniert. Rückgewinnungsquote von Toluol und Isopropanol von 74 auf 92 Prozent erhöht, 210 t Sonderabfall pro Jahr eingespart und Entsorgungskosten um CHF 380'000 gesenkt.

Berufserfahrung

Senior Process Engineer — Aarewerk Pharma AG, Visp, seit 03/2020

GMP-Wirkstoffproduktion (small molecules), drei Mehrzweckanlagen mit 42 Reaktoren von 250 bis 6'300 l, 24/7-Betrieb mit 130 Mitarbeitenden.

  • Scale-up von sieben Prozessen aus der Entwicklung in den Produktionsmassstab; durchschnittliche Zykluszeit pro Batch um 18 Prozent reduziert
  • Investitionsprojekt über CHF 8.5 Mio als verfahrenstechnischer Projektleiter geführt, 62 P&IDs freigegeben, Anlagenübergabe drei Wochen vor Termin
  • OEE der Hauptlinie von 62 auf 78 Prozent gesteigert; Reinigungsvalidierung (CIP/SIP) neu ausgelegt und Umrüstzeit um 6.5 Stunden pro Kampagne verkürzt
  • 14 HAZOP-Studien geleitet und 96 Prozent der abgeleiteten Massnahmen innerhalb von 12 Monaten umgesetzt

Process Engineer Feinchemie — Helvetia Fine Chemicals AG, Muttenz, 08/2016 - 02/2020

Batch-Produktion von Zwischenprodukten und Spezialchemikalien, Chargen von 2 bis 12 t, Anlagen im Ex-Bereich Zone 1 und 2.

  • Lösungsmittelrückgewinnung über Rektifikationskolonne optimiert: Quote von 74 auf 92 Prozent, Einsparung CHF 380'000 pro Jahr
  • Trocknungsprozess (Schaufeltrockner) neu ausgelegt, Restfeuchte von 0.8 auf 0.2 Prozent gesenkt und Reklamationen um 71 Prozent reduziert
  • Explosionsschutzdokumente für 9 Anlagenteile nach SUVA 2153 und VDI 2263 erstellt, SVTI-Abnahme von 5 Druckbehältern ohne Nachbesserung
  • Six-Sigma-Projekt zur Ausschussreduktion geleitet: Abweichungsrate von 4.2 auf 1.1 Prozent, Nutzen CHF 540'000

Verfahrensingenieur Basic & Detail Engineering — Nordwest Anlagenbau AG, Aarau, 09/2013 - 07/2016

Engineering-Dienstleister für Chemie- und Lebensmittelanlagen, Projekte zwischen CHF 0.4 und 6 Mio in der Deutsch- und Westschweiz.

  • Über 45 P&IDs nach EN ISO 10628 erstellt und in 11 Kundenprojekten zur Ausführung freigegeben
  • Wärmeübertrager, Pumpen und Kolonnen für 8 Anlagen ausgelegt; Druckverlustberechnungen reduzierten die installierte Pumpenleistung um 14 Prozent
  • Inbetriebnahme von 6 Anlagen vor Ort begleitet, durchschnittliche Hochfahrzeit bis zur Spezifikationsware von 9 auf 5 Tage verkürzt
  • Standardisierte Berechnungsvorlagen eingeführt, die den Aufwand für Angebotskalkulationen um rund 30 Stunden pro Projekt senkten

Ausbildung

Master of Science ETH, Verfahrenstechnik, Vertiefung Prozess- und Anlagentechnik — ETH Zürich · 2013

Bachelor of Science FHNW, Chemieingenieurwesen — Fachhochschule Nordwestschweiz, Muttenz · 2011

CAS, Pharmaceutical Manufacturing und GMP-Compliance — ZHAW Wädenswil · 2018

Six Sigma Black Belt (2019) · HAZOP-Studienleiter, Zertifikat SGVC (2017) · Sachkundiger Explosionsschutz nach SUVA-Richtlinie 2153 (2016) · IPMA Level C, Certified Project Manager (2021)

Häufige Fragen

In welcher Sprache soll ich meinen Lebenslauf als Process Engineer schreiben?
63% der Inserate sind auf Englisch, 33% auf Deutsch. In diesem Beruf lohnen sich zwei Fassungen.
Wo werden Process Engineer in der Schweiz am meisten gesucht?
Verteilt, mit Basel-Stadt an der Spitze (6%), dann St. Gallen und Zürich. Über die Sprachgrenze bewirbt man sich mit der passenden Fassung.
Welches Sprachniveau verlangen Process Engineer-Inserate?
Englisch in 96% der Inserate mit Sprachangabe, und 88% davon auf Verhandlungsniveau. «Gute Kenntnisse» reicht hier nicht — gib A2 bis C2 an.
Werden Process Engineer-Stellen Voll- oder Teilzeit angeboten?
100% Vollzeit, nur 0% Teilzeit. Wer Teilzeit sucht, sollte das früh sagen statt es offenzulassen.
Wer stellt Process Engineer in der Schweiz ein?
Zurzeit unter anderem VAT GROUP, Accelleron, Coherent Corp.. Ihre Inserate sind die beste Wortliste für den eigenen Lebenslauf.