Lebenslauf Process Engineer: Beispiel und Vorlage
So sieht ein überzeugender Schweizer Lebenslauf für Prozess- und Verfahrensingenieurinnen und -ingenieure in Chemie, Pharma und Anlagenbau aus.
Aktuell 22 offene Stellen als Process Engineer in der Schweiz in 7 Kantonen, davon 4 aus den letzten 7 Tagen. Am meisten ausgeschrieben hat Ecolab.
Lebenslauf-Beispiel — zweiseitige Vorlage
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Welche Ausbildung brauchen Sie als Process Engineer in der Schweiz?
Üblich ist ein Bachelor oder Master in Verfahrenstechnik, Chemieingenieurwesen oder Bioprozesstechnik von ETH, EPFL, FHNW, ZHAW oder HES-SO - oder ein Aufstieg über eine technische Grundbildung mit Weiterbildung HF.
Die klassische Route führt über einen BSc in Chemie- und Bioprozesstechnik (FHNW Muttenz, ZHAW Wädenswil, HES-SO) oder ein Studium der Verfahrenstechnik an der ETH Zürich beziehungsweise Génie chimique an der EPFL. Für Positionen mit Auslegungs- und Projektverantwortung erwarten Arbeitgeber in Basel, im Wallis und im Rheintal meist einen Master; für anlagennahe Rollen in Produktion und Instandhaltung genügt oft der Bachelor. Schreiben Sie den Abschluss präzise: 'MSc ETH Verfahrenstechnik' sagt mehr aus als 'Studium Ingenieurwesen'.
Der zweite Weg beginnt mit einer EFZ-Lehre als Chemie- und Pharmatechnologe, Anlagen- und Apparatebauer oder Polymechaniker, gefolgt von der Berufsmaturität und einem FH-Studium oder dem Abschluss 'Dipl. Techniker HF Systemtechnik/Prozesstechnik'. Diese Kombination ist bei Schweizer Produktionsbetrieben sehr geschätzt, weil Sie die Anlage aus der Betriebsperspektive kennen. Nennen Sie in diesem Fall die Lehre explizit und zeigen Sie mit Zahlen, welche Anlagen und Chargengrössen Sie verantwortet haben.
Entscheidend sind zusätzlich die Fachzertifikate, die im Inserat wirklich verlangt werden: HAZOP-Studienleitung, Sachkunde Explosionsschutz nach SUVA 2153, GMP- und GAMP-5-Schulungen, Six Sigma Green oder Black Belt sowie Kenntnisse der Störfallverordnung. Listen Sie diese Zertifikate mit Jahr in einem eigenen Block auf und ergänzen Sie Simulationssoftware wie Aspen Plus, damit der Personaldienst Ihre Eignung in wenigen Sekunden erkennt.
Wie bauen Sie die Berufserfahrung im Lebenslauf überzeugend auf?
Beschreiben Sie pro Station kurz den Anlagenkontext (Branche, Verfahren, Reaktorvolumen, Chargengrössen) und danach drei bis vier Erfolge mit Zahlen zu Ausbeute, Zykluszeit, OEE, Budget oder Einsparung.
Personalverantwortliche in der Prozessindustrie lesen zuerst, in welchem Umfeld Sie gearbeitet haben: Batch oder konti, GMP oder Non-GMP, Ex-Zone oder nicht, Massstab in Litern oder Tonnen pro Jahr. Zwei Zeilen Kontext pro Stelle beantworten diese Fragen und machen Ihre Erfolge einordbar. Ein Punkt wie 'Scale-up von 100 l Pilot auf 6'300 l Reaktor, Ausbeute von 84 auf 91 Prozent' ist zehnmal stärker als 'Optimierung von Produktionsprozessen'.
Wählen Sie Kennzahlen, die in dieser Branche zählen: Ausbeute in Prozentpunkten, Zykluszeit pro Batch, OEE, First Pass Yield, Abweichungs- und CAPA-Zahlen, Lösungsmittelrückgewinnung, Energieverbrauch pro Tonne Produkt, Projektbudget in CHF und Termintreue. Ergänzen Sie, welche Rolle Sie hatten - Studienleitung HAZOP, Systemverantwortung, Projektleitung Verfahrenstechnik - und mit welchen Schnittstellen Sie gearbeitet haben (QA, Automation, Instandhaltung, externe EPC-Partner, SVTI).
Halten Sie die Reihenfolge antichronologisch und geben Sie Monate und Jahre an; Lücken über drei Monate erklären Sie in einer Zeile. Für Bewerbungen ins Ausland oder bei internationalen Konzernen in Basel und im Wallis empfiehlt sich eine englische Version mit denselben Zahlen. Passen Sie die Stichworte an das Inserat an: Wer 'Technologietransfer' und 'Prozessvalidierung' sucht, soll genau diese Begriffe in Ihren Erfolgen finden.
Wie lang soll der Lebenslauf sein und braucht es ein Foto?
Zwei Seiten sind Standard, ein professionelles Foto ist in der Schweiz weiterhin üblich, und ein kompaktes Dossier mit Diplomen und Arbeitszeugnissen gehört dazu.
Rechnen Sie mit maximal zwei Seiten: Seite eins mit Profil, Kernkompetenzen, Tools und der aktuellen Stelle, Seite zwei mit den weiteren Stationen, Ausbildung, Zertifikaten und Sprachen. Ältere Stellen fassen Sie nach zwölf bis fünfzehn Jahren zu kurzen Einzeilern zusammen. Eine dritte Seite ist nur bei Publikationen, Patenten oder einer langen Projektliste sinnvoll - dann als separates Beiblatt 'Projektreferenzen'.
Ein sachliches Porträtfoto ist bei Schweizer Arbeitgebern nach wie vor verbreitet und wird selten negativ bewertet. Geben Sie zudem Wohnort, Nationalität oder Bewilligung (B, C, G) an, weil Betriebe im Wallis, in Basel oder im Rheintal die Pendeldistanz und den Schichteinsatz mitdenken. Wenn Sie Grenzgänger sind oder umziehen wollen, schreiben Sie das direkt hin - das verhindert unnötige Absagen.
Legen Sie dem Dossier Diplome, Arbeitszeugnisse und relevante Zertifikate als ein einziges PDF bei, benannt zum Beispiel 'Lebenslauf_Zumbrunn_ProcessEngineer.pdf'. Erwähnen Sie Ihre Lohnvorstellung nur, wenn sie verlangt wird; im Bereich Prozess- und Verfahrenstechnik liegen Jahreslöhne je nach Erfahrung und Region typischerweise zwischen CHF 95'000 und CHF 140'000, mit Zuschlägen bei Schicht- oder Pikettdienst. Referenzen geben Sie mit dem Hinweis 'auf Anfrage' an und informieren die genannten Personen vorher.
Wo Process Engineer in der Schweiz gesucht werden
Verteilung der 22 offenen Stellen auf die Kantone.
Zahlen als Tabelle
| Kanton | Inserate |
|---|---|
| Solothurn | 5 |
| Basel-Stadt | 2 |
| St. Gallen | 1 |
| Appenzell Ausserrhoden | 1 |
| Zürich | 1 |
| Aargau | 1 |
| Waadt | 1 |
Welche Sprachen die Inserate verlangen
Von 19 Inseraten mit Sprachangabe — in Klammern die Zahl, die Verhandlungsniveau verlangt.
Zahlen als Tabelle
| Sprache | Inserate |
|---|---|
| Englisch | 17 (17) |
| Deutsch | 11 (11) |
Wer in der Schweiz Process Engineer sucht
Arbeitgeber mit den meisten offenen Stellen. Personalvermittler sind ausgeschlossen.
Zahlen als Tabelle
| Arbeitgeber | Inserate |
|---|---|
| Ecolab | 5 |
| VAT GROUP | 3 |
| hitachi | 2 |
| Hitachi Energy | 2 |
| BakerHicks | 2 |
| Axetris AG | 1 |
Vollzeit oder Teilzeit?
Wie die Stellen ausgeschrieben sind.
Zahlen als Tabelle
| Pensum | Inserate |
|---|---|
| Vollzeit / plein temps | 17 |
Der Lebenslauf im Volltext
Zum Nachlesen und Übernehmen.
Fabian Zumbrunn
Senior Process Engineer, MSc ETH Verfahrenstechnik
Verfahrensingenieur mit 11 Jahren Erfahrung in der GMP-Wirkstoffproduktion und in der Feinchemie, von der Labor- und Pilotphase bis zur Inbetriebnahme von Mehrzweckanlagen mit 6'300 l Reaktorvolumen. Schwerpunkte sind Scale-up von Batch-Prozessen, Massen- und Energiebilanzen, HAZOP-Leitung sowie Prozessvalidierung nach ICH Q8-Q11. Führt Investitionsprojekte bis CHF 8.5 Mio. termin- und budgetgerecht durch und arbeitet eng mit Produktion, QA und Behörden (Swissmedic, SVTI) zusammen.
Was mich unterscheidet
Scale-up mit belastbarer Datenbasis: Überträgt Laborrezepte über Pilotversuche (100 l) auf Produktionsreaktoren bis 6'300 l mit dokumentierten Ähnlichkeitskriterien (P/V, Mischzeit, Wärmeübergang) - in den letzten drei Transfers ohne einzige Ausbeuteabweichung über 3 Prozentpunkte.
Prozesssicherheit als Kernkompetenz: Leitet HAZOP- und LOPA-Studien, erstellt Sicherheitsberichte nach Störfallverordnung (StFV) und setzt Explosionsschutzkonzepte nach ATEX 2014/34/EU und SUVA-Richtlinie 2153 um, inklusive Zoneneinteilung und Staubkennwerte nach VDI 2263.
GMP-Sicherheit im Tagesgeschäft: Erstellt und verteidigt URS, IQ/OQ/PQ und Prozessvalidierungsberichte nach EudraLex Vol. 4 und GAMP 5; in vier Swissmedic- und zwei FDA-Inspektionen keine kritische Beanstandung im Verantwortungsbereich.
Rechnen statt schätzen: Modelliert Destillation, Kristallisation und Trocknung in Aspen Plus und wertet Produktionsdaten mit Minitab aus (DoE, MSA, Regelkarten) - Entscheide zu Anlagenauslegung und Parameterfenstern sind statistisch abgesichert.
Wichtigste Erfolge
Ausbeutesteigerung im API-Prozess. Kristallisationsschritt eines Wirkstoffs über DoE (24 Versuche) neu parametriert: Ausbeute von 84 auf 91 Prozent, Partikelgrössenverteilung stabilisiert, jährlicher Nutzen CHF 1.2 Mio.
Investitionsprojekt Mehrzweckanlage. Projektleitung Verfahrenstechnik für eine neue Produktionslinie über CHF 8.5 Mio: Basic und Detail Engineering, 62 P&IDs, Inbetriebnahme und Validierung drei Wochen vor Meilenstein abgeschlossen.
Lösungsmittelbilanz saniert. Rückgewinnungsquote von Toluol und Isopropanol von 74 auf 92 Prozent erhöht, 210 t Sonderabfall pro Jahr eingespart und Entsorgungskosten um CHF 380'000 gesenkt.
Berufserfahrung
Senior Process Engineer — Aarewerk Pharma AG, Visp, seit 03/2020
GMP-Wirkstoffproduktion (small molecules), drei Mehrzweckanlagen mit 42 Reaktoren von 250 bis 6'300 l, 24/7-Betrieb mit 130 Mitarbeitenden.
- Scale-up von sieben Prozessen aus der Entwicklung in den Produktionsmassstab; durchschnittliche Zykluszeit pro Batch um 18 Prozent reduziert
- Investitionsprojekt über CHF 8.5 Mio als verfahrenstechnischer Projektleiter geführt, 62 P&IDs freigegeben, Anlagenübergabe drei Wochen vor Termin
- OEE der Hauptlinie von 62 auf 78 Prozent gesteigert; Reinigungsvalidierung (CIP/SIP) neu ausgelegt und Umrüstzeit um 6.5 Stunden pro Kampagne verkürzt
- 14 HAZOP-Studien geleitet und 96 Prozent der abgeleiteten Massnahmen innerhalb von 12 Monaten umgesetzt
Process Engineer Feinchemie — Helvetia Fine Chemicals AG, Muttenz, 08/2016 - 02/2020
Batch-Produktion von Zwischenprodukten und Spezialchemikalien, Chargen von 2 bis 12 t, Anlagen im Ex-Bereich Zone 1 und 2.
- Lösungsmittelrückgewinnung über Rektifikationskolonne optimiert: Quote von 74 auf 92 Prozent, Einsparung CHF 380'000 pro Jahr
- Trocknungsprozess (Schaufeltrockner) neu ausgelegt, Restfeuchte von 0.8 auf 0.2 Prozent gesenkt und Reklamationen um 71 Prozent reduziert
- Explosionsschutzdokumente für 9 Anlagenteile nach SUVA 2153 und VDI 2263 erstellt, SVTI-Abnahme von 5 Druckbehältern ohne Nachbesserung
- Six-Sigma-Projekt zur Ausschussreduktion geleitet: Abweichungsrate von 4.2 auf 1.1 Prozent, Nutzen CHF 540'000
Verfahrensingenieur Basic & Detail Engineering — Nordwest Anlagenbau AG, Aarau, 09/2013 - 07/2016
Engineering-Dienstleister für Chemie- und Lebensmittelanlagen, Projekte zwischen CHF 0.4 und 6 Mio in der Deutsch- und Westschweiz.
- Über 45 P&IDs nach EN ISO 10628 erstellt und in 11 Kundenprojekten zur Ausführung freigegeben
- Wärmeübertrager, Pumpen und Kolonnen für 8 Anlagen ausgelegt; Druckverlustberechnungen reduzierten die installierte Pumpenleistung um 14 Prozent
- Inbetriebnahme von 6 Anlagen vor Ort begleitet, durchschnittliche Hochfahrzeit bis zur Spezifikationsware von 9 auf 5 Tage verkürzt
- Standardisierte Berechnungsvorlagen eingeführt, die den Aufwand für Angebotskalkulationen um rund 30 Stunden pro Projekt senkten
Ausbildung
Master of Science ETH, Verfahrenstechnik, Vertiefung Prozess- und Anlagentechnik — ETH Zürich · 2013
Bachelor of Science FHNW, Chemieingenieurwesen — Fachhochschule Nordwestschweiz, Muttenz · 2011
CAS, Pharmaceutical Manufacturing und GMP-Compliance — ZHAW Wädenswil · 2018
Six Sigma Black Belt (2019) · HAZOP-Studienleiter, Zertifikat SGVC (2017) · Sachkundiger Explosionsschutz nach SUVA-Richtlinie 2153 (2016) · IPMA Level C, Certified Project Manager (2021)