Lebenslauf Solution Architect: Beispiel und Vorlage
So zeigen Sie als Solution Architect in der Schweiz Zielarchitekturen, Entscheidungskompetenz und messbaren Business-Nutzen auf zwei Seiten.
Aktuell 33 offene Stellen als Solution Architect in der Schweiz in 10 Kantonen, davon 4 aus den letzten 7 Tagen. Am meisten ausgeschrieben hat Bühler Group.
Lebenslauf-Beispiel — zweiseitige Vorlage
Diese Vorlage lässt sich direkt bearbeiten — oder laden Sie Ihren bestehenden Lebenslauf hoch, und er wird automatisch in dieses Layout übertragen.
Welcher Abschluss wird für Solution Architects in der Schweiz erwartet?
Üblich ist ein Hochschulabschluss in Informatik oder Wirtschaftsinformatik (BSc/MSc einer Universität, ETH/EPFL oder Fachhochschule), ergänzt durch eine Architektur-Zertifizierung wie TOGAF, ArchiMate oder iSAQB CPSA.
Der klassische Weg führt über einen BSc oder MSc in Informatik beziehungsweise Wirtschaftsinformatik. Ebenso anerkannt ist der Weg über die höhere Berufsbildung: Lehre als Informatiker EFZ, danach eidgenössischer Fachausweis ICT-Applikationsentwicklung oder das eidgenössische Diplom ICT-Manager. Wenn Sie diesen Weg gegangen sind, nennen Sie die Abschlussbezeichnung exakt so, wie sie im Diplom steht - Schweizer Personalverantwortliche kennen die Titel und ordnen sie sofort ein.
Zertifikate sind in dieser Rolle mehr als Dekoration, weil sie die gemeinsame Sprache im Architektur-Board definieren. Führen Sie TOGAF 10, ArchiMate 3 Practitioner, iSAQB CPSA-Foundation oder Advanced sowie eine Cloud-Zertifizierung (Azure Solutions Architect Expert, AWS Solutions Architect Professional) mit Jahr auf. Für Mandate bei Bund, Kantonen und Städten ist HERMES Foundation oder Advanced häufig eine Ausschreibungsbedingung, für Banken und Versicherungen zählen zusätzlich Kenntnisse in ISO 27001 und im FINMA-Rundschreiben 2018/3.
Wichtiger als die Zeilenzahl im Bildungsteil ist die Verbindung zum Nachweis: Schreiben Sie hinter das CAS Enterprise Architecture, welches Zielbild Sie damit umgesetzt haben. Wenn Sie einen ausländischen Abschluss mitbringen, ergänzen Sie die Anerkennung durch Swissuniversities oder das SBFI sowie Ihren Aufenthaltsstatus (Bewilligung B oder C), damit die Personalabteilung nicht nachfragen muss.
Wie strukturiere ich die Berufserfahrung als Solution Architect?
Beschreiben Sie pro Station den Systemkontext, Ihre Architekturentscheidungen und deren messbare Wirkung - nicht die Aufgabenliste aus dem Stelleninserat.
Setzen Sie unter jede Position zwei Zeilen Kontext: Branche, Unternehmensgrösse, Systemlandschaft und Programmbudget. Ein Satz wie 'Retailbank mit 380'000 Kunden, Ablösung des E-Bankings, Budget CHF 4.2 Mio.' sagt mehr über Ihr Kaliber aus als drei Bullet Points mit Technologienamen. Danach folgen drei bis vier quantifizierte Punkte: Anzahl Services, Schnittstellen, Nachrichtenvolumen, Latenzen, Verfügbarkeit, TCO-Reduktion oder verkürzte Time-to-Market.
Zeigen Sie Entscheidungskompetenz statt Werkzeugwissen. Personalverantwortliche und Fachchefs wollen lesen, welche Varianten Sie geprüft haben (Build vs. Buy, Monolith vs. Microservices, Public Cloud vs. Schweizer Rechenzentrum) und woran die Entscheidung festgemacht wurde: Regulatorik, Latenz, Betriebskosten, Verfügbarkeit von Skills. Ein Hinweis auf geführte Architecture Decision Records, Fitness Functions oder Architektur-Reviews wirkt konkreter als die Aufzählung von zwölf Frameworks.
Trennen Sie Rollenanteile sauber: Solution Architect ist nicht Enterprise Architect und nicht Technical Lead. Machen Sie transparent, ob Sie fachlich führten (Anzahl Teams, Lieferanten, Architekten), ob Sie hands-on Referenzimplementierungen bauten und wie Sie mit Business-Analyse und Product Ownership zusammenarbeiteten. Für Bewerbungen in der Romandie oder bei internationalen Konzernen lohnt es sich, Sprachniveaus nach GER anzugeben und eine englische Fassung des Lebenslaufs bereitzuhalten.
Wie lang darf der Lebenslauf sein und braucht es ein Foto?
Zwei Seiten sind der Standard, drei sind bei über zehn Jahren Projekterfahrung akzeptiert; ein professionelles Foto ist in der Schweiz weiterhin üblich, aber freiwillig.
Halten Sie sich an zwei Seiten und lagern Sie Details in eine Projektliste als Anhang aus - das ist im Architekturumfeld gängige Praxis. Dort listen Sie pro Projekt Zeitraum, Rolle, Branche, Volumen, Methodik (HERMES, SAFe, Scrum) und den eingesetzten Technologie-Stack. So bleibt der Lebenslauf lesbar und Sie liefern Personaldienstleistern gleichzeitig die Details, die sie für die Skill-Matrix ihrer Kunden brauchen.
Zum Schweizer Standard gehören zudem: Wohnort mit Kanton, Nationalität oder Bewilligungsart, Geburtsjahr (freiwillig, aber verbreitet), Kündigungsfrist und die Bereitschaft zu Pendeldistanz oder Homeoffice-Anteil. Angaben zu Zivilstand, Konfession oder Familie lassen Sie weg. Referenzen nennen Sie mit dem Hinweis 'auf Anfrage', Arbeitszeugnisse reichen Sie im Dossier nach - lückenlose Zeugnisse sind hierzulande wichtiger als in vielen anderen Märkten.
Ein Lohnband gehört nicht in den Lebenslauf, sollte Ihnen aber bekannt sein: Solution Architects verdienen in der Deutschschweiz je nach Branche und Verantwortung rund CHF 130'000 bis CHF 175'000 pro Jahr, in leitenden Rollen mit Programmverantwortung auch darüber. Nennen Sie eine Bandbreite erst im Motivationsschreiben oder im Gespräch und begründen Sie sie mit Ihren belegten Ergebnissen, etwa der TCO-Reduktion um CHF 1.8 Mio. pro Jahr.
Wo Solution Architect in der Schweiz gesucht werden
Verteilung der 33 offenen Stellen auf die Kantone.
Zahlen als Tabelle
| Kanton | Inserate |
|---|---|
| Zürich | 8 |
| Aargau | 4 |
| St. Gallen | 2 |
| Schwyz | 2 |
| Waadt | 1 |
| Graubünden | 1 |
| Genf | 1 |
| Bern | 1 |
Welche Sprachen die Inserate verlangen
Von 26 Inseraten mit Sprachangabe — in Klammern die Zahl, die Verhandlungsniveau verlangt.
Zahlen als Tabelle
| Sprache | Inserate |
|---|---|
| Englisch | 19 (18) |
| Deutsch | 15 (12) |
| Französisch | 1 (1) |
Wer in der Schweiz Solution Architect sucht
Arbeitgeber mit den meisten offenen Stellen. Personalvermittler sind ausgeschlossen.
Zahlen als Tabelle
| Arbeitgeber | Inserate |
|---|---|
| Bühler Group | 2 |
| Octapharma | 2 |
| Expleo Group | 1 |
| Canon EMEA | 1 |
| Lengacher & Partner GmbH | 1 |
| Sonio AG | 1 |
Vollzeit oder Teilzeit?
Wie die Stellen ausgeschrieben sind.
Zahlen als Tabelle
| Pensum | Inserate |
|---|---|
| Vollzeit / plein temps | 26 |
| Teilzeit / partiel | 1 |
Der Lebenslauf im Volltext
Zum Nachlesen und Übernehmen.
Marc Aebischer
Lead Solution Architect, MSc ETH Informatik, TOGAF 10 Certified
Solution Architect mit 12 Jahren Erfahrung in regulierten Schweizer Branchen (Versicherung, Retail Banking, öffentliche Verwaltung). Ich übersetze Geschäftsfähigkeiten in tragfähige Zielarchitekturen, führe Architecture Decision Records (ADR) sauber und verantworte Cloud-Migrationen mit Budgets bis CHF 4.2 Mio. Schwerpunkte sind Domain-Driven Design, Event-getriebene Integration nach ISO 20022 sowie FINMA- und revDSG-konforme Cloud-Zielbilder.
Was mich unterscheidet
Regulatorik als Architekturtreiber: Ich entwerfe Zielbilder entlang FINMA-Rundschreiben 2018/3 (Outsourcing), revDSG und ISO 27001 - inklusive Exit-Strategie, Datenlokalisierung in Schweizer Regionen und dokumentierter Kritikalitätseinstufung.
Architektur, die auch geliefert wird: Statt Folienarchitektur liefere ich lauffähige Referenzimplementierungen: Landing Zone as Code, Golden-Path-Pipelines und C4-Modelle, die Entwicklungsteams ohne Übersetzungsverlust übernehmen.
Integrationstiefe im Schweizer Zahlungsverkehr: Praxis mit ISO 20022 (pain.001, camt.053), QR-Rechnung, SIX bLink und eCH-Standards (eCH-0058, eCH-0147) - von der Schnittstellenspezifikation bis zur produktiven Ablösung.
Kosten- und Vendor-Transparenz: Ich rechne Architekturvarianten mit TCO über fünf Jahre durch, führe Build-vs-Buy-Bewertungen und begleite Ausschreibungen nach HERMES inklusive Bewertungsraster für Anbieter.
Wichtigste Erfolge
Kernsystem-Migration ohne Betriebsunterbruch. Zielarchitektur und Migrationsschnitt für ein Kernversicherungssystem mit 42 Services entworfen; Umstellung in 11 Wellen, Ausfallzeit total 47 Minuten statt geplanter 8 Stunden.
TCO um 28 Prozent gesenkt. Konsolidierung von 7 Integrationsplattformen auf 3, Ablösung von 14 Legacy-Schnittstellen; wiederkehrende Betriebskosten von CHF 6.4 Mio. auf CHF 4.6 Mio. pro Jahr reduziert.
Time-to-Market halbiert. Einführung eines API-Gateways mit 120 standardisierten Schnittstellen und Self-Service-Onboarding; Durchlaufzeit für neue Integrationen von 14 auf 3 Arbeitstage.
Berufserfahrung
Lead Solution Architect — Limmatpuls Versicherungen AG, Zürich, seit 03/2020
Schaden- und Unfallversicherer mit 1'400 Mitarbeitenden; Programm zur Ablösung des Kernsystems und Aufbau einer Azure Landing Zone.
- Zielarchitektur für Policen- und Schadensystem mit 42 Microservices verantwortet; Release-Frequenz von 4 auf 26 Produktivgänge pro Jahr erhöht.
- FINMA-konformes Cloud-Zielbild inklusive Exit-Plan erstellt; interne Revision und externes Audit 2023 ohne wesentliche Feststellungen bestanden.
- Event-Streaming-Schicht (Kafka, ISO 20022) eingeführt: 6.2 Mio. Nachrichten pro Monat, mittlere Latenz von 800 auf 120 ms gesenkt.
- Architektur-Board mit 14 Architekten aufgebaut, ADR- und Review-Standard etabliert; Durchlaufzeit von Architekturfreigaben um 40 Prozent verkürzt.
Solution Architect Digital Channels — Rheinsteg Bank AG, Basel, 08/2016 - 02/2020
Retailbank mit 380'000 Kundinnen und Kunden; Modernisierung von E-Banking und Zahlungsverkehr.
- Zielarchitektur für das neue E-Banking spezifiziert und mit 3 Lieferantenteams umgesetzt; Budget CHF 4.2 Mio., Abschluss 6 Wochen vor Termin.
- QR-Rechnung und ISO 20022 produktiv eingeführt; 2.1 Mio. Transaktionen pro Monat migriert, Rückweisungsquote von 2.9 auf 0.4 Prozent gesenkt.
- API-Strategie mit 120 Schnittstellen und SIX bLink-Anbindung etabliert; Onboarding von Drittanbietern von 14 auf 3 Tage verkürzt.
- Plattformkonsolidierung von 7 auf 3 Systeme geführt und wiederkehrende Kosten um CHF 1.8 Mio. pro Jahr reduziert.
Software Engineer und Technical Lead — Solvaris IT Services AG, Bern, 09/2012 - 07/2016
IT-Dienstleister für kantonale Verwaltungen; Fachanwendungen und Registerschnittstellen nach HERMES 5.1.
- Technische Führung von 6 Entwicklerinnen und Entwicklern in 4 HERMES-Projekten mit Volumen von je CHF 0.6 bis 1.4 Mio.
- eCH-0058- und eCH-0147-Schnittstellen zu 3 kantonalen Registern realisiert; manuelle Nachbearbeitung um 65 Prozent reduziert.
- CI/CD-Pipeline eingeführt und Testabdeckung von 38 auf 82 Prozent gesteigert; Produktionsfehler pro Release um 54 Prozent gesenkt.
Ausbildung
MSc ETH, Informatik, Vertiefung Software Engineering — ETH Zürich · 2012
BSc, Wirtschaftsinformatik — Berner Fachhochschule · 2009
CAS, Enterprise und Solution Architecture — Hochschule Luzern - Informatik · 2018
TOGAF 10 Certified (Enterprise Architecture) · ArchiMate 3 Practitioner · Microsoft Certified: Azure Solutions Architect Expert · HERMES 2022 Advanced