Lebenslauf Wissenschaftliche: Beispiel und Vorlage

So dokumentieren wissenschaftliche Mitarbeitende in der Schweiz Drittmittel, Publikationen, Lehre und Forschungsinfrastruktur auf zwei bis drei Seiten.

Aktuell 27 offene Stellen als Wissenschaftliche in der Schweiz in 6 Kantonen, davon 9 aus den letzten 7 Tagen. Am meisten ausgeschrieben hat Kanton Bern.

Lebenslauf-Beispiel — zweiseitige Vorlage

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Welcher Abschluss wird für eine Stelle als wissenschaftliche Mitarbeiterin oder wissenschaftlicher Mitarbeiter verlangt?

In der Regel ein Master einer Schweizer Universität, ETH oder Fachhochschule, an Universitätsspitälern und für Postdoc-Stellen zusätzlich ein Doktorat.

Nennen Sie den Abschluss so, wie er im Diplom steht: MSc ETH in Biology, MSc UZH in Psychologie, Dr. sc. nat., Dr. phil., Dr. sc. med. oder PhD. Ergänzen Sie Titel der Dissertation, Betreuungsperson und Prädikat, denn Berufungs- und Anstellungskommissionen lesen diese Angaben tatsächlich. Bei einem ausländischen Diplom weisen Sie die Anerkennung durch swissuniversities beziehungsweise das SBFI aus und schreiben die Nostrifikation in einer Klammer dazu.

Für Stellen an Fachhochschulen in der angewandten Forschung (aF&E) zählt neben dem Abschluss die Praxiserfahrung: ZHAW, BFH, FHNW oder HES-SO erwarten häufig Erfahrung mit Innosuisse-Projekten, Industriepartnern und Transferleistungen. An Universitäten und ETH stehen dagegen SNF-Förderinstrumente (Projektförderung, Postdoc.Mobility, SNSF Starting Grants), Publikationen und Lehrerfahrung im Vordergrund. Passen Sie die Reihenfolge Ihrer Rubriken entsprechend an.

Fachliche Zusatzqualifikationen machen Ihr Dossier prüfbar: GCP-Kurs nach ICH E6(R2) über die SCTO, LTK Modul 1 für Tierversuche, Strahlenschutz-Sachkunde nach StSV, Biosicherheitsschulung nach ESV oder ein CAS Hochschuldidaktik. Für Stellen mit Datenschwerpunkt wirken ein Data-Steward-Kurs (DLCM) und ORCID-ID mit vollständiger Publikationsliste glaubwürdiger als eine allgemeine Formulierung zu Ihren IT-Kenntnissen.

Wie stelle ich Forschungserfahrung, Drittmittel und Publikationen im Lebenslauf dar?

Bauen Sie den Lebenslauf in vier Blöcken auf: Anstellungen, Drittmittel, Publikationen und Lehre, jeweils mit Zahlen statt Aufgabenlisten.

Beschreiben Sie jede Anstellung mit Kontext und Wirkung: Gruppengrösse, Budget, Studiendesign und Ihr Anteil daran. Statt 'Mitarbeit in Forschungsprojekten' schreiben Sie 'Kohorte mit 486 Teilnehmenden an 4 Zentren aufgebaut, Drop-out unter 6 Prozent'. Halten Sie fest, ob Sie Gesuchstellende, Co-Gesuchstellende oder Mitarbeitende waren, denn diese Rollen sind im SNF-Kontext klar definiert und werden geprüft.

Führen Sie Drittmittel als eigene Rubrik mit Fördergeber, Instrument, Betrag in CHF und Laufzeit: 'SNF Projektförderung, CHF 720'000, 2023-2027, Co-Gesuchstellerin' ist aussagekräftiger als eine Pauschalsumme. Ergänzen Sie Innosuisse-Beiträge, Stiftungsgelder, Horizon-Europe-Beteiligungen oder Reisekredite. Wer noch keine eigenen Mittel eingeworben hat, listet Beiträge zu Gesuchen (Statistikteil, Datenmanagementplan, Budget) und die daraus resultierende Bewilligung.

Die Publikationsliste gehört bei längeren Dossiers in einen separaten Anhang, im Lebenslauf selbst genügen Kennzahlen: Anzahl peer-reviewed Artikel, Erstautorschaften, h-Index, ORCID-Link sowie drei bis fünf ausgewählte Arbeiten. Achten Sie auf DORA-konforme Darstellung, die viele Schweizer Hochschulen unterzeichnet haben: Inhalt und Ihr Beitrag (CRediT-Rolle) zählen mehr als der Impact Factor. Lehre dokumentieren Sie mit SWS, Modulnamen, Studierendenzahlen und Evaluationsergebnissen, dazu betreute Bachelor-, Master- und Doktorarbeiten.

Wie lang darf der Lebenslauf sein, braucht es ein Foto und welche Schweizer Eigenheiten gelten?

Zwei bis drei Seiten Lebenslauf plus Anhang für Publikationen und Lehre, mit Foto und klaren Angaben zu Bewilligung und Verfügbarkeit.

Für Postdoc- und Senior-Stellen sind drei Seiten akzeptiert, für Einstiegspositionen halten Sie zwei Seiten ein und legen Publikations-, Lehr- und Vortragslisten separat bei. Achten Sie darauf, dass die ersten 20 Zeilen Ihr Profil, Ihren Abschluss, Ihre Methodik und Ihre Drittmittel enthalten - Anstellungskommissionen sichten oft 60 bis 120 Dossiers pro Ausschreibung. Vollständige Bewerbungen an Hochschulen umfassen zusätzlich ein Motivationsschreiben, ein Research Statement und je nach Stelle ein Teaching Statement.

Ein sachliches Porträtfoto ist in der Schweiz weiterhin üblich und wird selten negativ gewertet; verzichten Sie darauf nur bei anonymisierten Verfahren, wie sie manche Institutionen für Chancengleichheit einsetzen. Geben Sie Wohnort, Staatsangehörigkeit beziehungsweise Bewilligung (B, C, L, Grenzgänger G) und Ihr frühestes Eintrittsdatum an. Bei internationalen Bewerbungen an Schweizer Institutionen erwähnen Sie Sprachkenntnisse nach GER-Niveau, da Lehre und Gremienarbeit oft zweisprachig stattfinden.

Gehaltserwartungen nennen Sie nur, wenn sie verlangt werden, und orientieren sich an den kantonalen Lohnklassen: wissenschaftliche Mitarbeitende mit Master starten je nach Institution bei rund CHF 85'000 pro Jahr, mit Doktorat und Projektverantwortung sind CHF 100'000 bis CHF 130'000 üblich. Verweisen Sie auf befristete Anstellungen transparent, das ist im Forschungsbetrieb normal, und erklären Lücken (Mutterschaft, Auslandsaufenthalt, Mobilitätsstipendium) in einer Zeile. Referenzen geben Sie mit Name, Funktion und Institution an, nachdem Sie diese Personen informiert haben.

Wo Wissenschaftliche in der Schweiz gesucht werden

Verteilung der 27 offenen Stellen auf die Kantone.

Bern5St. Gallen3Basel-Stadt2Zürich1Freiburg1Graubünden1
Zahlen als Tabelle
KantonInserate
Bern5
St. Gallen3
Basel-Stadt2
Zürich1
Freiburg1
Graubünden1

Welche Sprachen die Inserate verlangen

Von 26 Inseraten mit Sprachangabe — in Klammern die Zahl, die Verhandlungsniveau verlangt.

Deutsch26 (26)Englisch14 (9)Französisch10 (4)Italienisch4 (1)
Zahlen als Tabelle
SpracheInserate
Deutsch26 (26)
Englisch14 (9)
Französisch10 (4)
Italienisch4 (1)

Wer in der Schweiz Wissenschaftliche sucht

Arbeitgeber mit den meisten offenen Stellen. Personalvermittler sind ausgeschlossen.

Kanton Bern6Swiss Federal Admin…3CAS in Medication S…2Kanton Basel-Landsc…2Swiss National Scie…2Kanton Solothurn1
Zahlen als Tabelle
ArbeitgeberInserate
Kanton Bern6
Swiss Federal Administration3
CAS in Medication Safety University of Bern2
Kanton Basel-Landschaft2
Swiss National Science Foundation SNSF2
Kanton Solothurn1

Vollzeit oder Teilzeit?

Wie die Stellen ausgeschrieben sind.

Vollzeit / plein te…23Teilzeit / partiel3Temporär1
Zahlen als Tabelle
PensumInserate
Vollzeit / plein temps23
Teilzeit / partiel3
Temporär1

Der Lebenslauf im Volltext

Zum Nachlesen und Übernehmen.

Dr. sc. nat. Livia Steinmann

Wissenschaftliche Mitarbeiterin / Postdoc, Dr. sc. nat. (Biomedizin) - klinische und translationale Forschung

Wissenschaftliche Mitarbeiterin mit neun Jahren Forschungserfahrung an Universitätsspital und Fachhochschule, spezialisiert auf klinische Kohortenstudien und reproduzierbares Datenmanagement. Ich habe als Gesuchstellerin und Co-Autorin Drittmittel von insgesamt CHF 2'340'000 aus SNF-Projektförderung, Innosuisse-Innovationsprojekten und Stiftungsfonds eingeworben. 18 peer-reviewed Publikationen (davon 7 als Erstautorin), Studienleitung nach ICH-GCP sowie Lehre im Umfang von 4 SWS im Bachelor Biomedizin.

Was mich unterscheidet

Drittmittel-Dossiers von A bis Z: Ich verfasse SNF-Projektgesuche im mySNF-Portal inklusive Data Management Plan nach FAIR-Prinzipien und Budgetplanung; Erfolgsquote 4 von 7 Eingaben, deutlich über dem SNF-Durchschnitt von rund 40 Prozent.

Regulatorik der Humanforschung: Sichere Anwendung von HFG, KlinV und ICH-GCP: 9 Studienprotokolle über das BASEC-Portal bei der kantonalen Ethikkommission eingereicht, mediane Bewilligungsdauer 7 Wochen ohne materielle Auflagen.

Reproduzierbare Datenwissenschaft: Analyse-Pipelines in R und Python, versioniert in GitLab und auf dem HPC-Cluster (SLURM) skaliert; alle 7 Erstautor-Papers mit öffentlich hinterlegtem Code und Daten auf Zenodo, Open Access nach swissuniversities-Strategie.

Brücke zwischen Klinik, Hochschule und Industrie: In Innosuisse-Projekten mit 5 Industriepartnern koordinierte ich Arbeitspakete über drei Sprachregionen und übersetzte klinische Fragestellungen in Prototypen-Anforderungen.

Wichtigste Erfolge

SNF-Projektförderung von CHF 720'000 eingeworben. Als Co-Gesuchstellerin Konzept, Statistikplan und Datenmanagementplan verfasst; Projekt mit Laufzeit 2023-2027 und zwei Doktorierendenstellen bewilligt.

Multizentrische Kohorte mit 486 Patientinnen und Patienten aufgebaut. Rekrutierung an 4 Standorten in 22 Monaten, Datenerfassung in REDCap mit Query-Rate von 1.8 Prozent und Drop-out unter 6 Prozent.

Publikationsleistung verdoppelt. Standardisierte Auswertungs-Templates und wöchentliche Data-Review eingeführt; Publikationsoutput der Gruppe von 4 auf 9 Artikel pro Jahr gesteigert, mediane Zeit von Datenschluss bis Submission von 11 auf 5 Monate verkürzt.

Berufserfahrung

Wissenschaftliche Mitarbeiterin / PostdocZentrum für Translationale Forschung, Rhonetal Universitätsspital, seit 03/2021

Forschungsgruppe mit 12 Mitarbeitenden, Jahresbudget CHF 1.4 Mio., Schwerpunkt kardiometabolische Kohortenstudien.

  • SNF-Projektgesuch über CHF 720'000 mitverfasst und bewilligt erhalten; zusätzlich CHF 180'000 Stiftungsmittel akquiriert.
  • Studienleitung einer prospektiven Kohorte mit 486 Teilnehmenden an 4 Zentren; Monitoring nach ICH-GCP mit 0 kritischen Findings bei 2 Audits.
  • 11 Publikationen als Ko-Autorin und 4 als Erstautorin, davon 3 in Journals mit Impact Factor über 8.
  • Lehre 2 SWS im Bachelor Biomedizin sowie Betreuung von 6 Masterarbeiten, Durchschnittsnote der Evaluation 5.4 von 6.

Wissenschaftliche Mitarbeiterin angewandte ForschungInstitut für Medizintechnik, Fachhochschule Mittelland, 08/2019 - 02/2021

Angewandte Forschung und Entwicklung (aF&E) mit Industriepartnern, Fokus Sensorik und digitale Gesundheitsdaten.

  • Zwei Innosuisse-Innovationsprojekte mit Gesamtvolumen CHF 1'240'000 mitgestaltet, davon CHF 620'000 Bundesbeitrag.
  • Arbeitspaket Datenanalyse für 5 Industriepartner geleitet, 3 Prototypen bis TRL 6 begleitet.
  • Validierungsstudie mit 92 Probandinnen und Probanden durchgeführt, Messabweichung des Sensors von 9.4 auf 3.1 Prozent reduziert.
  • Modul Statistik für 48 Studierende neu aufgebaut, Durchfallquote von 18 auf 7 Prozent gesenkt.

Doktorandin und wissenschaftliche AssistentinInstitut für Molekulare Physiologie, Universität Aarburg, 09/2015 - 07/2019

SNF-finanziertes Dissertationsprojekt zu Entzündungsmarkern, Labor mit 8 Forschenden.

  • Dissertation in 46 Monaten abgeschlossen, Prädikat magna cum laude, 3 Erstautor-Publikationen.
  • Tierversuchsgesuch nach TSchG über animex-ch erstellt und bewilligt erhalten (LTK Modul 1), Tierzahl durch verfeinertes Design um 24 Prozent reduziert.
  • Über 1'800 Proben mittels qPCR und Multiplex-Immunoassay prozessiert, Intra-Assay-CV unter 5 Prozent gehalten.
  • Praktikumsbetreuung von 32 Studierenden pro Semester sowie 8 Bachelorarbeiten begleitet.

Ausbildung

Dr. sc. nat., Biomedizin, Dissertation zu EntzündungsmarkernUniversität Aarburg · 2019

Master of Science, Molecular Life SciencesUniversität Nordwest · 2015

Bachelor of Science, Biomedizinische WissenschaftenUniversität Nordwest · 2013

GCP-Grundkurs nach ICH E6(R2), akkreditiert durch die SCTO (2021) · LTK Modul 1 Versuchstierkunde, FELASA-anerkannt (2016) · CAS Hochschuldidaktik, 10 ECTS (2020) · Data Steward Basiskurs, DLCM / swissuniversities (2022)