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Wie prüfe ich einen CV für die Romandie?

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Kurz gesagt

Prüf sechs Dinge, in dieser Reihenfolge: in welchen der beiden Westschweizer Märkte das Inserat gehört, ob deine Titelzeile die französische Bezeichnung samt Geschlechtszusatz übernimmt, ob Akzente und Orthographie durchgehend stimmen, was der Kanton an Deutsch verlangt, ob das Pensum von dir kommt statt vom Inserat, und wie es um die Anerkennung ausländischer Abschlüsse steht. In den Westschweizer Inseraten auf SwissJobs.app trägt die Titelzeile zu 16,0 Prozent einen Zusatz der Form (h/f), in der übrigen Schweiz zu 1,7 Prozent. Deutsch auf Berufsniveau verlangen 27,8 Prozent der Freiburger, aber nur 7,7 Prozent der Genfer Ausschreibungen.

Die Romandie ist kein kleineres Abbild der Deutschschweiz mit anderen Vokabeln. Auf sie entfallen rund ein Fünftel der offenen Schweizer Inserate, die wir laufend auswerten, und innerhalb dieses Fünftels liegen 34,3 Prozent im Kanton Genf, 30,2 in der Waadt, 16,1 in Freiburg, 11,6 in Neuenburg, 6,4 im Wallis und 1,1 im Jura. Diese sechs Gebiete stellen unterschiedliche Anforderungen an dasselbe Dokument — was in Genf durchgeht, fällt in Freiburg am Sprachblock durch.

Und die Prüfung lohnt sich pro Inserat, nicht ein für alle Mal. Rechnet man die Westschweizer Stellentitel auf ihre Grundform herunter, bleiben auf hundert Ausschreibungen 83,0 verschiedene Titel übrig — in der übrigen Schweiz 76,0. Es gibt also noch weniger als anderswo zwei Inserate, gegen die dasselbe Dokument gleich gut passt. Zeit dafür ist meist vorhanden: Das mittlere Westschweizer Inserat in unserem Bestand ist 26,8 Tage alt, das mittlere in der übrigen Schweiz 19,2.

Deutsch auf Berufsniveau — verlangt von …
Deutsch auf Berufsniveau — verlangt von …Übrige Schweiz75.2%Freiburg27.8%Wallis18.9%Waadt12.2%Genf7.7%Neuenburg6.9%

Anteil der Inserate, die eine Sprachanforderung nennen und darunter Deutsch auf Berufs- oder Muttersprachniveau führen. Laufende Auswertung der auf SwissJobs.app offenen Inserate, Stand 23. August 2026.

  • Ordne das Inserat zuerst einem der beiden Märkte zu. Arbeitgeber, die auch in der übrigen Schweiz ausschreiben, stellen 57,2 Prozent der Westschweizer Inserate; bei ihnen sind 25,1 Prozent der Ausschreibungen englisch verfasst, 69,9 Prozent verlangen Französisch und 17,4 Prozent Deutsch. Arbeitgeber, die ausschliesslich in der Romandie ausschreiben, stellen 42,8 Prozent — bei ihnen sind 47,1 Prozent englisch, 52,0 Prozent verlangen Französisch und nur 6,3 Prozent Deutsch.
  • Übernimm die Titelzeile wörtlich, mit ihrem Zusatz. In den Westschweizer Titeln kommt «(h/f)» in 6,1 Prozent vor, «(h/f/d)» in 2,2, «(f/h/d)» in 1,9, «(h/f/x)» in 1,6 und «h/f» ohne Klammern in 1,5 Prozent. Deutschschweizer Formen wie «(m/w/d)» tragen 5,7 Prozent der Westschweizer Titel, in der übrigen Schweiz 34,9 Prozent.
  • Lies dein Dokument einmal nur auf Akzente. 34,9 Prozent der Westschweizer Stellentitel enthalten mindestens ein akzentuiertes Zeichen, in der übrigen Schweiz 18,3 Prozent. Wer «ingenieur» statt «ingénieur» oder «Geneve» statt «Genève» schreibt, liefert das erste Anzeichen einer Übersetzung — und zwar in der Zeile, die zuerst gelesen wird.
  • Rechne mit der inklusiven Schreibweise. 6,4 Prozent der Westschweizer Titel führen eine Doppelform: «·e» in 2,0 Prozent, «(e)» in 1,8, «·trice» in 0,3 Prozent. In der übrigen Schweiz sind es zusammen 0,2 Prozent. Schreib die Bezeichnung so, wie das Inserat sie schreibt, statt sie stillschweigend zu vereinheitlichen.
  • Prüf den Sprachblock gegen den Kanton, nicht gegen die Region. Von den Westschweizer Inseraten mit Sprachanforderung verlangen 63,1 Prozent Französisch, 44,3 Prozent Englisch, 13,2 Prozent Deutsch und 2,2 Prozent Italienisch. In Freiburg verlangen 19,4 Prozent Französisch und Deutsch zusammen, in Genf 3,0 Prozent.
  • Nenn dein Pensum selbst. Nur 13,6 Prozent der Westschweizer Titel führen eine Prozentangabe, in der übrigen Schweiz 24,3 Prozent; eine Spanne wie «80–100 %» steht in 5,7 gegen 14,6 Prozent der Titel. Was das Inserat offenlässt, muss dein Dokument beantworten — sonst tut es die Leserin für dich.
  • Sag, in welchem Zustand ein ausländischer Abschluss ist. In den Westschweizer Inseraten, deren Text uns vorliegt, kommt ein Diplom oder ein Abschluss in 11,6 Prozent zur Sprache, in der übrigen Schweiz in 5,6 Prozent. Ob für deinen Beruf überhaupt eine Anerkennung nötig ist, steht beim SBFI unter reconnaissance.swiss.

Test eins: Welcher der beiden Westschweizer Märkte?

Die Romandie trägt zwei Stellenmärkte übereinander, und sie verlangen entgegengesetzte Dossiers. Der eine gehört Arbeitgebern, die auch östlich der Saane ausschreiben: 57,2 Prozent der Westschweizer Inserate stammen von ihnen. Bei ihnen nennt das Inserat in 78,5 Prozent überhaupt eine Sprachanforderung, 69,9 Prozent verlangen Französisch, 17,4 Prozent Deutsch, und nur ein Viertel der Ausschreibungen ist auf Englisch verfasst.

Der andere gehört Arbeitgebern, die nirgendwo sonst in der Schweiz ausschreiben — 42,8 Prozent der Inserate. Man erwartet dort das Lokale und findet das Internationale: 47,1 Prozent dieser Ausschreibungen sind englisch, 61,2 Prozent verlangen Englisch, 52,0 Prozent Französisch und nur 6,3 Prozent Deutsch. Die Namen dahinter erklären es. Unter den Westschweizer Inseraten stammen 2,8 Prozent von internationalen Organisationen, in der übrigen Schweiz 0,2 Prozent; im rein englischsprachigen Teil dieser Gruppe stehen CERN, IOM, das IKRK, die Weltorganisation für Meteorologie und das World Economic Forum neben Genfer Privatbanken und Rohstoffhäusern. 55,1 Prozent dieser Inserate liegen im Raum Genf.

Für die Prüfung heisst das: Nicht der Arbeitsort entscheidet über die Sprache deines Dossiers, sondern der Absender. Ein Dokument, das für die Romandie auf Französisch übersetzt wurde, ist gegen ein englisches Inserat des IKRK das falsche Dokument — und ein englisches Dossier ist gegen eine Ausschreibung der Freiburger Kantonsverwaltung ebenso falsch. Die erste Minute der Prüfung gehört deshalb dem Absender, nicht dem Text.

Test zwei: Die Titelzeile, Zeichen für Zeichen

In der Deutschschweiz ist der Geschlechtszusatz eine Randnotiz der Titelzeile, in der Westschweiz ihr Erkennungsmerkmal. 16,0 Prozent der Westschweizer Titel tragen eine Form mit h und f, in der übrigen Schweiz 1,7 Prozent. Umgekehrt tragen 34,9 Prozent der übrigen Schweizer Titel eine Form mit m, w oder d, in der Westschweiz 5,7 Prozent. Und die Schreibweise variiert innerhalb der Region: «(h/f)» führt mit 6,1 Prozent, danach kommen «(h/f/d)», «(f/h/d)», «(h/f/x)» und das klammerlose «h/f».

Das ist kein Stildetail, sondern ein Abgleich. Steht über deinem Namen «Chargé de communication (h/f)», weil das Inserat so heisst, dann liest die Leserin dieselbe Zeichenfolge, die sie selbst geschrieben hat. Steht dort «Kommunikationsverantwortlicher», liest sie eine Übersetzung und muss sie zurückübersetzen, bevor sie vergleichen kann. In einem Markt, in dem auf hundert Inserate 83,0 verschiedene Grundformen von Titeln kommen, ist diese Rückübersetzung nicht selbstverständlich.

Die Wortwahl selbst ist ebenfalls messbar. In den Westschweizer Titeln kommen die häufigsten französischen Rollenwörter in dieser Reihenfolge vor: «chef» in 3,8 Prozent, «assistant» in 3,3, «responsable» in 2,9, «technicien» in 2,6, «conseiller» in 2,5, «ingénieur» in 2,0 Prozent. Daneben steht ein ebenso grosser englischer Vorrat — «manager» in 6,7 Prozent, «engineer» in 5,6, «specialist» in 3,5 Prozent. Ein französisches Rollenwort trägt 24,2 Prozent der Westschweizer Titel, ein englisches 30,9 Prozent. Beide Vorräte sind gültig; entscheidend ist, welchen das eine Inserat benutzt.

Test drei: Der Sprachblock gehört zum Kanton, nicht zur Region

«Französisch für die Westschweiz» ist als Regel zu grob. Von den Genfer Inseraten mit Sprachanforderung verlangen 51,1 Prozent Französisch, 62,3 Prozent Englisch und 7,7 Prozent Deutsch; 45,7 Prozent erwähnen Französisch überhaupt nicht. In Freiburg sieht dieselbe Auszählung anders aus: 73,5 Prozent Französisch, 26,5 Prozent Englisch, 27,8 Prozent Deutsch, und 19,4 Prozent verlangen Französisch und Deutsch zusammen. Dazwischen liegen die Waadt mit 70,6 Prozent Französisch und 12,2 Prozent Deutsch, das Wallis mit 71,7 und 18,9 Prozent und Neuenburg mit 58,2 und 6,9 Prozent.

Zum Niveau: Wo ein Westschweizer Inserat Französisch nennt, verlangt es in 87,0 Prozent Berufsniveau, in 6,9 Prozent Konversationsniveau und in 5,5 Prozent Muttersprachniveau. Die Anforderung lautet also fast nie «Grundkenntnisse». Zugleich nennt nur knapp die Hälfte der Westschweizer Inserate Französisch überhaupt — ein Sprachblock, der die Frage von sich aus beantwortet, füllt bei der anderen Hälfte eine Lücke, die sonst zulasten der Bewerbung geht.

Dass mehrsprachiges Arbeiten in der Schweiz die Regel ist, misst auch das Bundesamt für Statistik: 41 Prozent der Erwerbstätigen verwenden mindestens einmal pro Woche mehr als eine Sprache bei der Arbeit. Für die Prüfung heisst das nicht «mehr Sprachen angeben», sondern: pro Sprache eine Zeile mit einer Stufe, die zum verlangten Niveau in Beziehung steht, und keine Zeile ohne Stufe.

Test vier: Das Pensum kommt von dir

Die Deutschschweizer Titelzeile trägt das Pensum mit: 24,3 Prozent der Titel ausserhalb der Romandie nennen eine Prozentzahl, 14,6 Prozent sogar eine Spanne. In der Westschweiz sind es 13,6 beziehungsweise 5,7 Prozent. Auch Klammerzusätze sind dort seltener: 33,6 Prozent der Westschweizer Titel tragen überhaupt eine Klammer, in der übrigen Schweiz 49,3 Prozent.

Wo das Inserat schweigt, entsteht eine offene Frage, und offene Fragen werden im Zweifel zulasten des Dossiers beantwortet. Ein Dokument, das den Beschäftigungsgrad nennt, den man sucht, und die Verfügbarkeit dazu, nimmt der Leserin diese Entscheidung ab. Das gilt in der Romandie besonders für befristete Arbeit: 2,2 Prozent der Westschweizer Inserate sind ausdrücklich temporär und 2,2 Prozent laufen als Auftrag oder Mandat, in der übrigen Schweiz je 0,6 und 0,5 Prozent. Auch Praktika sind häufiger — 1,6 gegen 0,7 Prozent.

Teilzeit ist dagegen seltener ausgeschrieben als im Osten: 3,5 Prozent der Westschweizer Inserate sind als Teilzeit erfasst, in der übrigen Schweiz 6,0 Prozent. Wer ein reduziertes Pensum sucht, findet die Angabe also seltener im Inserat und muss sie umso deutlicher ins eigene Dokument schreiben.

Test fünf: Abschlüsse, Anerkennung und was das Dossier dazu sagt

Diplome sind in Westschweizer Ausschreibungen häufiger Thema als anderswo. In den Inseraten, deren Text uns vorliegt, kommt ein Diplom, ein Abschluss oder ein anerkannter Titel in 11,6 Prozent der Westschweizer Texte vor, in der übrigen Schweiz in 5,6 Prozent. Ein Dossier, das den Abschluss nur mit Jahr und Schule nennt, beantwortet diese Erwähnung nicht vollständig.

Sachlich gilt: Für die Ausübung bestimmter Berufe in der Schweiz kann eine Anerkennung des ausländischen Abschlusses nötig sein, und je nach Beruf ist eine andere Stelle dafür zuständig. Das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation verweist zur Abklärung auf reconnaissance.swiss, wo man den eigenen Beruf sucht und erfährt, ob eine Anerkennung verlangt ist und wer sie erteilt. Das ist eine Auskunft über das Verfahren, keine Empfehlung — welcher Weg im Einzelfall gilt, sagt die zuständige Stelle.

Für die Prüfung des Dokuments folgt daraus eine einfache Zeile: Titel, verleihende Institution, Land, Jahr, und dahinter der Stand der Anerkennung, wenn der Beruf reglementiert ist. «Anerkennung beantragt, Verfahren läuft» ist eine Auskunft; eine Leerstelle an dieser Stelle ist eine Rückfrage, und Rückfragen kosten die erste Runde.

Der Durchgang in zehn Minuten

Nimm ein konkretes Inserat und geh von oben nach unten. Erste Minute: Wer schreibt aus, und schreibt dieser Arbeitgeber auch anderswo in der Schweiz aus? Zweite bis vierte Minute: Titelzeile übernehmen, samt Zusatz, samt Akzenten, samt Doppelform. Fünfte bis siebte Minute: Sprachblock gegen den Kanton — im Wallis und in Freiburg gehört Deutsch mitgeprüft, in Genf und Neuenburg fast nie. Achte bis zehnte Minute: Pensum, Verfügbarkeit und der Stand eines allfälligen Anerkennungsverfahrens.

Der Aufwand lohnt sich, weil er sich nicht wiederholt: Die Grundlage bleibt ein Dokument, geändert werden pro Inserat die oberste Zeile und der Absatz darunter. Bei 83,0 verschiedenen Titelgrundformen auf hundert Inserate ist das der einzige Weg, der skaliert, ohne in Beliebigkeit zu kippen.

Und rechne mit der Struktur der Arbeitgeberseite: 48,8 Prozent der Arbeitgeber mit Westschweizer Inseraten haben genau eine Ausschreibung offen. Dahinter steht selten eine Abteilung, die diese Rolle schon zwanzigmal besetzt hat, sondern meist jemand, der die Aufgabe neben der eigenen erledigt. Für dein Dokument heisst das: Die Antwort auf «Warum passt das?» muss auf der ersten Seite stehen und nicht aus dem Verlauf der Stationen erschlossen werden müssen.

Anteile aus unserer laufenden Auswertung der offenen Schweizer Inserate, Stand 23. August 2026. Als Westschweiz gelten Inserate, deren Ortsangabe eine französischsprachige Gemeinde oder einen der Kantone Genf, Waadt, Freiburg, Neuenburg, Jura und Wallis nennt; die Zuordnung erfolgt auf Gemeindeebene, damit die zweisprachigen Kantone Wallis, Freiburg und Bern nicht als Ganzes auf einer Seite landen. Anteile zu Sprachanforderungen beziehen sich jeweils auf die Inserate, die überhaupt eine nennen.

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Quellen

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Live aus unserem eigenen Index berechnet, nicht aus einer Studie zitiert. Nur Anteile, Stand heute.

Sprache der Inserate

Deutsch
60%
English
23%
Français
13%
Italiano
3%

Von den Inseraten mit Sprachanforderung verlangen

Deutsch
70%
English
43%
Français
21%
Italiano
3%

19% in den letzten 7 Tagen ausgeschrieben · Grösste Märkte: Zürich 18% · Bern 10% · Genève 5% · Basel 5%