Gibt es einen kostenlosen CV-Check?
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Kurz gesagt
Ja, drei Sorten — und sie prüfen nicht dasselbe. Sofort-Scans sind gratis und in Sekunden fertig, nehmen aber nicht jede Datei an: Resume Worded schreibt auf der eigenen Seite «English resumes in PDF or DOCX only». Gratis-Expertenberichte wie jener von TopCV kommen laut deren eigener FAQ «around 48 hours» später per E-Mail, von einer Firma, die daneben Schreibpakete verkauft. Und es gibt den amtlichen Weg, den kaum jemand als CV-Check zählt: arbeit.swiss verweist für persönliche Beratung auf das RAV, berufsberatung.ch empfiehlt ausdrücklich, die Unterlagen von einer Fachperson im BIZ prüfen zu lassen.
Der Unterschied zwischen den drei Sorten ist nicht der Preis, sondern die Bezugsgrösse. Ein Scan hält deinen Lebenslauf gegen ein allgemeines Muster, ein Expertenbericht gegen die Erfahrung der prüfenden Person, und ein Abgleich gegen ein konkretes Inserat gegen das, was dieser eine Arbeitgeber verlangt. Nur die dritte Variante beantwortet die Frage, die du eigentlich hast: reicht dieses Dokument für diese Stelle.
Dass das keine Wortklauberei ist, zeigt der Bestand. Unter den Stellentiteln, die gerade bei mindestens zwei verschiedenen Arbeitgebern offen sind, unterscheiden sich die verlangten Sprachen in 40,6 Prozent der Fälle, die verlangte Sprachstufe in 46,2 Prozent und die Anstellungsart in 58,3 Prozent. Derselbe Titel, andere Bedingungen — eine einzelne Note für deinen Lebenslauf kann das gar nicht abbilden.
Anteil der Titelgruppen, in denen sich die offenen Inserate widersprechen. Grundlage sind Stellentitel, die bei mindestens zwei verschiedenen Arbeitgebern offen sind und deren Inserate alle eine Sprachanforderung nennen. Laufende Auswertung, Stand August 2026.
- Resume Worded verspricht «a free ATS scan with detailed feedback in about 30 seconds» — auf derselben Seite steht die Bedingung: «English resumes in PDF or DOCX only.»
- TopCV beantwortet «Is the CV review really free?» mit «Yes» und nennt die Dauer: «around 48 hours», Zustellung per E-Mail. Im selben Menü stehen die «CV Writing Packages».
- arbeit.swiss: «Für eine professionelle und persönliche Beratung im Zusammenhang mit Ihren Bewerbungsaktivitäten können Sie sich beim für Sie zuständigen Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) anmelden.»
- berufsberatung.ch: «Bitte eine erwachsene Person, deine Bewerbungsunterlagen zu prüfen. Das kann deine Lehrperson, ein Familienmitglied oder eine Fachperson aus dem BIZ sein.»
- Von den Inseraten, die überhaupt eine Sprachanforderung nennen, verlangen 43,9 Prozent allein Deutsch und 68,1 Prozent Deutsch in irgendeiner Form — ein Werkzeug, das nur englische Dateien annimmt, prüft am grössten Teil des Marktes vorbei.
- Bei uns ist der Abgleich in der Gratis-Stufe drin, inklusive Export über die Druckfunktion des Browsers. Nötig ist ein Gratis-Konto: E-Mail, keine Kreditkarte. Premium kostet CHF 15 im Monat oder CHF 95 im Jahr, mit 7 Tagen gratis vorweg.
«Gratis» heisst drei verschiedene Dinge
Die erste Sorte ist der Sofort-Scan. Du lädst eine Datei hoch, eine Maschine liest sie und gibt Sekunden später eine Note plus eine Liste fehlender Stichwörter zurück. Resume Worded beschreibt das auf der eigenen Seite so: «You get a free ATS scan with detailed feedback in about 30 seconds, and you can scan multiple versions of your resume.» Das ist ehrlich beschrieben und für das, was es tut, wirklich gratis.
Die zweite Sorte ist der Gratis-Expertenbericht. TopCV wirbt mit «Get a free, confidential review from a CV expert» und schreibt dazu: «We'll provide personalized and actionable feedback in less than 48 hours.» Die eigene FAQ bestätigt es doppelt — «Is the CV review really free?» wird mit «Yes» beantwortet, die Rückmeldung kommt per E-Mail. Was auf derselben Seite ebenfalls steht: Die Firma verkauft «CV Writing Packages». Der Gratis-Bericht ist die Eingangstür zu einem bezahlten Schreibdienst, und das ist kein Vorwurf, sondern die Information, die du beim Lesen des Berichts im Kopf haben solltest.
Die dritte Sorte zählt fast niemand mit, weil sie nicht als «CV-Check» beworben wird: die öffentliche Beratung. arbeit.swiss schreibt es direkt auf die Seite mit den Bewerbungstipps, und berufsberatung.ch nennt die Fachperson im BIZ in einem Atemzug mit der Lehrperson und dem Familienmitglied. Kein Konto, kein Upload, kein Abo — dafür ein Termin und ein Mensch, der den lokalen Arbeitsmarkt kennt.
Der Scan, der deine Sprache gar nicht annimmt
Der meistgenannte Gratis-Scan des Internets hat für Schweizer Bewerbungen eine unangenehme Einschränkung, und sie steht wörtlich neben dem Upload-Feld: «English resumes in PDF or DOCX only.» Wer einen deutschen, französischen oder italienischen Lebenslauf prüfen lassen will, ist bei diesem Werkzeug am falschen Ort — nicht weil es schlecht wäre, sondern weil sein Referenzmarkt ein anderer ist.
Wie gross dieser Teil des Marktes ist, lässt sich am Bestand zeigen. Knapp drei von vier offenen Inseraten nennen überhaupt eine Sprachanforderung. Von diesen verlangen 43,9 Prozent allein Deutsch, 19,3 Prozent allein Englisch, 13,2 Prozent Englisch und Deutsch zusammen und 7,6 Prozent allein Französisch. Deutsch in irgendeiner Kombination kommt auf 68,1 Prozent. Ein englischsprachiges Prüfwerkzeug deckt also einen Fünftel des Marktes sauber ab und rät beim Rest.
Dazu kommt die Stufe, die kein Gratis-Scan liest, weil sie nicht in deinem Lebenslauf steht, sondern im Inserat: 88,9 Prozent der Deutsch-Anforderungen stehen auf Berufsniveau, nur 8,2 Prozent auf Konversationsniveau. «Gute Deutschkenntnisse» im Lebenslauf ist gegenüber dieser Erwartung keine Angabe, sondern eine Auslassung. Ein Check, der dir das nicht sagt, hat den entscheidenden Punkt nicht geprüft.
Warum eine Note für «deinen Lebenslauf» die falsche Zahl ist
Ein Punktestand setzt voraus, dass es eine feste Messlatte gibt. Im Schweizer Bestand gibt es sie nicht einmal innerhalb eines Berufs. Nimmt man die Stellentitel, die gerade bei mindestens zwei verschiedenen Arbeitgebern offen sind, und vergleicht nur Inserate, die tatsächlich eine Sprachanforderung nennen, dann widersprechen sich die Inserate in 40,6 Prozent der Titelgruppen bei den verlangten Sprachen, in 46,2 Prozent bei der verlangten Stufe und in 58,3 Prozent bei der Anstellungsart.
Ein Beispiel aus dem laufenden Bestand: Zum Titel «HR Business Partner» stehen zehn Inserate offen, verteilt auf neun verschiedene Arbeitgeber — mit sieben verschiedenen Sprachkombinationen, von «nur Deutsch» über «Englisch und Französisch» bis zu einer Stelle, die Deutsch, Italienisch und Rätoromanisch verlangt. Dieselbe Berufsbezeichnung, sieben verschiedene Tore.
Daraus folgt die einzige Regel, die für jede Art von Check gilt: Die Prüfung gehört zur Bewerbung, nicht zum Lebenslauf. Eine Note, die im Januar vergeben wurde und im Juni noch gilt, misst etwas, das es so nicht gibt. Nützlich ist die Frage «passt dieses Dokument zu diesem Inserat», und die musst du pro Bewerbung neu stellen.
Der amtliche Gratis-Check, den fast niemand nutzt
arbeit.swiss führt auf der Seite mit den Bewerbungstipps eine eigene Rubrik «Überprüfung und Versand der Bewerbung». Dort steht, worauf vor dem Absenden zu achten ist: Schreib- und Formatierungsfehler, Vollständigkeit der Unterlagen, korrekte und eindeutige Dateibezeichnungen. Und: Die Unterlagen sind als PDF zu speichern und zu versenden. Das ist eine amtliche Prüfliste, sie kostet nichts, und sie deckt genau die Fehler ab, die eine Bewerbung im Posteingang billig aussehen lassen.
Für die inhaltliche Prüfung nennt dieselbe Seite den Weg über das RAV: Wer sich anmeldet, erhält eine professionelle und persönliche Beratung zu den eigenen Bewerbungsaktivitäten. Das ist kein Ersatz für die Anmeldung als stellensuchende Person, sondern deren Nebenwirkung — und für viele die einzige Rückmeldung von jemandem, der Hunderte Dossiers aus derselben Region gesehen hat.
berufsberatung.ch ist der zweite öffentliche Kanal. Auf der Seite zum Zusammenstellen der Bewerbung steht der Satz, der die ganze Frage «gratis oder nicht» relativiert: die Unterlagen von einer erwachsenen Person prüfen lassen — Lehrperson, Familienmitglied oder Fachperson aus dem BIZ. Die BIZ-Adressen sind auf derselben Seite verlinkt, das Angebot ist eine Dienstleistung des SDBB im Auftrag der Kantone. Wer nur nach einem Werkzeug sucht, übersieht den Menschen, der zwei Strassen weiter sitzt.
Was «gratis» im Tausch verlangt
Jeder Gratis-Check will dasselbe: die vollständige Datei. Name, Adresse, Geburtsdatum, alle Arbeitgeber mit Daten — bei einem Expertenbericht landet das bei einer Firma, deren Geschäft das Schreiben und Umschreiben von Lebensläufen ist. Das ist ein fairer Tausch, solange du ihn kennst. Zwei Vorsichtsmassnahmen genügen: wissen, wer die Datei bekommt, und nicht dieselbe Datei bei fünf Anbietern gleichzeitig hochladen, nur um fünf Meinungen zu sammeln.
Der zweite Preis ist die Taktung. Ein Bericht, der rund achtundvierzig Stunden später im Postfach liegt, ist eine gute Standortbestimmung, aber keine Hilfe in dem Moment, in dem du auf «Bewerbung absenden» klickst. Für die einzelne Bewerbung brauchst du etwas, das sofort antwortet; für die Grundform deines Dokuments ist der langsame, gründliche Blick das bessere Werkzeug. Die beiden schliessen sich nicht aus.
Und es gibt den Fall, in dem gar nichts nachzulesen ist. Jobscan wirbt auf den eigenen Seiten mit einem kostenlosen Scan, veröffentlicht aber weder einen Preis noch, wie viele Gratis-Scans pro Monat drin sind; am 22. August 2026 hat die Startseite unsere Anfrage mit einem 403 abgewiesen. Wo ein Anbieter seine Grenzen nicht hinschreibt, ist «gratis» eine Ankündigung und keine Zusage — das gilt für alle.
Was bei uns gratis ist — und was nicht
Der Abgleich gegen ein konkretes Inserat gehört bei uns zur Gratis-Stufe, ebenso der Lebenslauf-Generator und der Export. Beim Herunterladen kommt kein Bezahl-Fenster: Der Export läuft über die Druckfunktion deines Browsers, im Dokument steht kein Anbietername. Was es braucht, ist ein Gratis-Konto mit E-Mail-Adresse, keine Kreditkarte. Das gehört in denselben Satz wie das Wort «gratis», sonst ist der Satz unvollständig.
Bezahlt wird bei uns nicht der Check, sondern der Umfang der Nutzung: Premium kostet CHF 15 im Monat oder CHF 95 im Jahr, mit sieben Tagen gratis vorweg. Und was auch die bezahlte Stufe nicht kann: dir sagen, ob du die Stelle bekommst. Ein Check prüft die Passung eines Dokuments zu einer Ausschreibung, mehr nicht — alles Weitere entscheidet ein Mensch, den kein Werkzeug kennt.
Wer vergleichen will, statt uns zu glauben: Die Gegenüberstellung der bekannten Prüfwerkzeuge steht auf unserer Vergleichsseite, mit den Zitaten der Anbieter und dem Datum, an dem sie nachgelesen wurden.
Der Fünf-Minuten-Check, den du selber machst
Erstens: Lies im Inserat nach, welche Sprachen dort verlangt werden, und zwar in diesem Inserat und nicht in dem von letzter Woche. Wegen der 40,6 Prozent Widerspruch innerhalb desselben Titels ist das der Schritt, der am häufigsten übersprungen wird und am meisten kostet. Zweitens: Setz deine Sprachen als A1 bis C2 hin, nicht als «gut» oder «verhandlungssicher» — 88,9 Prozent der Deutsch-Anforderungen zielen auf Berufsniveau, und dagegen musst du dich messen lassen.
Drittens: Bewilligung und Wohnort in die obere Hälfte der ersten Seite. Viertens: Pensum — bei 58,3 Prozent der mehrfach ausgeschriebenen Titel unterscheidet sich die Anstellungsart zwischen den Arbeitgebern, deine Bereitschaft gehört also hingeschrieben. Fünftens die amtliche Liste: Rechtschreibung, Vollständigkeit, saubere Dateinamen, PDF.
Diese fünf Punkte kosten nichts, dauern wirklich fünf Minuten und decken mehr ab als jede Note zwischen null und hundert. Erst wenn sie sitzen, lohnt sich ein Werkzeug — und dann am besten eines, das gegen das Inserat prüft, auf das du dich heute bewirbst.
Die Marktzahlen stammen aus der laufenden Auswertung der auf SwissJobs.app offenen Inserate, Stand 22. August 2026. Grundlage der Sprachzahlen sind die Inserate, die überhaupt eine Sprachanforderung nennen; das sind knapp drei Viertel. Die Angaben zu anderen Anbietern wurden am 22. August 2026 auf deren eigenen Seiten nachgelesen und als Zitat festgehalten. Unsere eigenen Preise stammen aus dem Code, nicht aus der Werbung.
Prüfe, wie dein Lebenslauf zu einer Stelle passt
Kostenlos: Sprachen, Bewilligung, Anforderungen und mehr — bewertet gegen ein konkretes Inserat.
ATS-Lebenslauf prüfen: gegen ein konkretes Inserat, kostenlosQuellen
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Was unser Stellenindex über den Schweizer Markt sagt
Live aus unserem eigenen Index berechnet, nicht aus einer Studie zitiert. Nur Anteile, Stand heute.
Sprache der Inserate
- Deutsch
- 60%
- English
- 23%
- Français
- 13%
- Italiano
- 3%
Von den Inseraten mit Sprachanforderung verlangen
- Deutsch
- 70%
- English
- 43%
- Français
- 21%
- Italiano
- 3%
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