Sind kostenlose CV-Checks brauchbar?
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Kurz gesagt
Ja — für die Dokumentprüfung, nein für die Passung. Ein Gratis-Check findet zuverlässig, was im Dokument selber schiefliegt: fehlende Abschnitte, schlecht lesbare Dateien, abgenutzte Formulierungen. Kickresume schreibt hin, wonach benotet wird — «design, content and structure». Das Inserat kommt in keinem der drei Kriterien vor. Genau dort liegt aber der Schweizer Entscheid: 79,1 Prozent der offenen Inserate nennen mindestens eine Bedingung, die gar nicht in deinem Lebenslauf steht.
Der Unterschied, um den es geht, ist nicht gratis gegen bezahlt, sondern Dokumentqualität gegen Passung. Eine Dokumentprüfung misst dein Papier: Ist alles drin, ist es geordnet, liest es eine Maschine sauber, stehen dieselben drei Adjektive viermal drin. Eine Passungsprüfung misst etwas anderes: Kannst du diese Stelle antreten, und bringst du mit, was dieser eine Arbeitgeber verlangt. Beides ist nützlich. Nur das zweite entscheidet über eine Einladung — und nur das erste bekommst du in dreissig Sekunden geschenkt.
Wie weit die beiden auseinanderliegen, lässt sich am offenen Bestand messen. 72,8 Prozent der Inserate nennen eine Sprachanforderung, 22,4 Prozent ein Pensum in Prozent, dazu kommen Führerausweis, Schichtbetrieb, Eintrittstermin, Bewilligung und Diplomanerkennung. Mindestens eine dieser Bedingungen steht in 79,1 Prozent der Inserate, zwei oder mehr in 17,9 Prozent. Keine davon steckt in deinem Dokument — sie stecken im Inserat, und ein Werkzeug, das nur die Datei liest, kann sie gar nicht prüfen.
Anteil der offenen Inserate, deren Titel oder Kurzbeschrieb die jeweilige Bedingung nennt. Gezählt werden Sprachanforderung, Pensum, Führerausweis, Schicht- und Wochenendarbeit, Eintrittstermin, Präsenzpflicht, Bewilligung und Diplomanerkennung. Laufende Auswertung, Stand 23. August 2026; die Werte sind Untergrenzen, weil nur Titel und Kurzbeschrieb ausgewertet werden.
- Kickresume beschreibt die eigene Gratis-Stufe genau: «Kickresume's Resume Checker reviews your resume for free and scores it across three categories: design, content and structure.» Für mehr — «including word analysis» — braucht es Premium.
- Dieselbe Seite nennt die drei Prüffragen: «Does the resume contain everything it should? Are you using the space effectively? Any overused expressions? Action verbs?» Keine davon betrifft die Stelle, auf die du dich bewirbst.
- Resume.io ist offener gebaut: «Run 16 essential checks on your resume. It's fast, and free», und der Ablauf sieht ausdrücklich vor, ein Inserat einzufügen — «Paste in a job description and it will fine-tune your resume for the role.» Angenommen werden «PDF & DOCX only (max 2MB)».
- Dieselbe Seite verspricht aber auch: «80% Or above — Nice job! You're headed for an interview. Get 90% and your chances double...» Woher diese Verdoppelung kommt, steht nirgends.
- In unserem Bestand nennen 14,9 Prozent der Inserate im Titel oder Kurzbeschrieb etwas maschinell Prüfbares — ein Programm, eine Norm, einen Ausweis, einen Abschluss. 22 Prozent nennen stattdessen eine Allerweltseigenschaft wie teamfähig, flexibel oder belastbar.
- arbeit.swiss beschreibt den Schweizer Lebenslauf anders, als es die meisten Werkzeuge tun: «Der Lebenslauf sollte nicht mehr als drei Seiten umfassen», mit «Persönliche Daten, gegebenenfalls mit Bewerbungsfoto» und vollständigen Arbeitszeugnissen im selben PDF.
«Brauchbar» heisst: findet es etwas, das du sonst übersiehst
Ein Werkzeug ist brauchbar, wenn seine Rückmeldung dein Verhalten ändert. Bei einem Gratis-Check heisst das ganz konkret: Nennt es mindestens einen Fehler, den du selber nicht gesehen hättest, und kannst du ihn in einer Viertelstunde beheben? Alles andere — die Note, der Fortschrittsbalken, das Lob — ist Verpackung.
An dieser Messlatte schneiden Gratis-Checks besser ab, als ihr Ruf vermuten lässt. Die Fehler, die sie finden, sind echte Fehler: ein Abschnitt fehlt, die Daten sind lückenhaft, die Datei ist so gebaut, dass eine Maschine die Spalten in der falschen Reihenfolge liest, dieselbe Wendung steht sechsmal drin. Das ist genau die Ebene, die arbeit.swiss vor dem Absenden verlangt: «Schreib- und Formatierungsfehler», «Vollständigkeit der Unterlagen», «Korrekte und eindeutige Dateibezeichnungen», Versand als PDF. Eine Maschine ist darin gründlicher als du um halb zwölf nachts.
Was diese Ebene nicht leistet, ist die Antwort auf die Frage, die du eigentlich stellst. Du willst nicht wissen, ob dein Dokument ordentlich ist. Du willst wissen, ob es für diese Stelle reicht. Die zwei Fragen fühlen sich gleich an und haben verschiedene Antworten.
Die drei Kriterien, in denen das Inserat nicht vorkommt
Man muss den Anbietern nichts unterstellen — sie schreiben es selber hin. Kickresume erklärt auf der eigenen Seite: «Our AI resume checker grades your resume based on three different types of criteria», und listet die Prüffragen auf: «Does the resume contain everything it should? Are you using the space effectively? Any overused expressions? Action verbs?» In der FAQ steht dieselbe Aufteilung als «design, content and structure».
Lies die drei Fragen noch einmal. Keine erwähnt die Stelle. Der Bezugspunkt ist nicht das Inserat, sondern ein Durchschnitt aus anderen Lebensläufen — «puts your resume up against other resumes from our database». Wer damit eine Note bekommt, erfährt, wie sein Dokument im Vergleich zu anderen Dokumenten aussieht. Das ist eine sinnvolle Auskunft, aber es ist nicht die Auskunft, mit der man sich bewirbt.
Fairerweise gibt es auch die andere Bauart. Resume.io stellt seinen Gratis-Check ausdrücklich zweistufig auf: erst die Vollständigkeitsprüfung, dann «Paste in a job description and it will fine-tune your resume for the role». Damit ist ein Bezug zum Inserat da — allerdings als Textvergleich. Verglichen werden Wörter mit Wörtern. Ob du am Montag anfangen kannst, ob du den Ausweis hast, ob dein Diplom anerkannt ist, sagt kein Textvergleich.
Und Kickresume ist beim eigenen Anspruch bemerkenswert nüchtern: «Being a relatively simple AI resume review tool, it does not try to compete with professional human resume writers or editors. No resume checker can do that.» Wer das liest, weiss, was er bekommt, und ärgert sich nachher nicht.
Was in vier von fünf Inseraten steht und nicht in deinem Lebenslauf
Wir haben den offenen Bestand daraufhin ausgezählt, wie oft ein Inserat eine Bedingung nennt, die man am Dokument allein nicht prüfen kann. Mitgezählt wurden Sprachanforderung, Pensum in Prozent, Führerausweis, Schicht- und Wochenendarbeit, Eintrittstermin, Präsenzpflicht vor Ort, Bewilligung und Diplomanerkennung. Ergebnis: 79,1 Prozent der Inserate nennen mindestens eine, 17,9 Prozent nennen zwei oder mehr, und nur 20,9 Prozent nennen keine einzige.
Die einzelnen Werte sind ungleich verteilt. Die Sprachanforderung dominiert mit 72,8 Prozent, das Pensum folgt mit 22,4 Prozent, Führerausweis 1,6 Prozent, Schicht- und Wochenendarbeit 0,7 Prozent, Diplomanerkennung 0,6 Prozent. Das sind Untergrenzen: Ausgewertet werden Titel und Kurzbeschrieb, nicht der vollständige Inseratstext — im Fliesstext steht regelmässig noch mehr.
Der Punkt ist nicht, dass diese Bedingungen schwer zu erfüllen wären. Der Punkt ist, dass sie Tore sind und keine Bewertungen. Ein Pensum von 60 Prozent, das du nicht leisten kannst, macht ein exzellentes Dossier wertlos, und eine Sprachstufe, die du nicht hast, ebenfalls. Ein Werkzeug, das ausschliesslich deine Datei anschaut, sieht kein einziges dieser Tore — nicht, weil es schlecht programmiert wäre, sondern weil die Information gar nicht in seinem Eingabefeld liegt.
Der Punktestand verspricht mehr, als er wissen kann
Die Note ist der Teil, der am meisten Vertrauen erzeugt und am wenigsten trägt. Resume.io legt die Bänder offen: «80% Or above — Nice job! You're headed for an interview. Get 90% and your chances double...» und darunter «60% Or below — Your chances of passing the ATS are 50/50.» Kickresume schreibt: «A good resume score is usually considered to be 75%–100% or higher.»
Diese Sätze behaupten etwas über deine Einladungswahrscheinlichkeit. Dafür müsste das Werkzeug wissen, wer sonst noch auf dieselbe Stelle geschrieben hat und wonach dieser Arbeitgeber auswählt. Es weiss beides nicht. Es kennt deine Datei und einen Vergleichsbestand — daraus lässt sich eine Ähnlichkeitszahl bilden, keine Chance.
Dazu kommt, wie zersplittert die Arbeitgeberseite hier ist. In unserem Bestand halten 12,3 Prozent der Arbeitgeber 69,1 Prozent der offenen Inserate — die grossen Häuser mit strukturierten Verfahren. Gleichzeitig hat fast die Hälfte aller Arbeitgeber, 45 Prozent, genau ein einziges offenes Inserat; zusammen kommen sie auf 6,8 Prozent der Stellen. Bei diesen liest kein System, sondern eine Person, oft die Geschäftsleitung selber. Eine Note, die für den maschinellen Erstfilter optimiert, redet an dieser Hälfte des Marktes vorbei.
Nimm die Zahl deshalb als das, was sie ist: eine Zusammenfassung der Mängelliste in einem Balken. Interessant ist die Liste, nicht der Balken.
Stichwörter sind im Schweizer Bestand dünn gesät
Der zweite Standardrat lautet, Stichwörter aus dem Inserat zu übernehmen — «Keywords unlock doors. Always use keywords from the job listing», schreibt Resume.io. Das setzt voraus, dass im Inserat prüfbare Stichwörter stehen. Im Schweizer Bestand ist das seltener der Fall, als der Rat unterstellt.
Wir haben ausgezählt, wie oft Titel und Kurzbeschrieb etwas nennen, das eine Maschine wirklich abgleichen kann — ein Programm wie SAP oder Python, eine Norm, einen Fahrausweis, ein EFZ oder einen Hochschulabschluss. Das trifft auf 14,9 Prozent der Inserate zu. Eine Allerweltseigenschaft — teamfähig, flexibel, belastbar, kommunikativ, selbstständig — nennen dagegen 22 Prozent.
Der Unterschied nach Berufsfeld ist gross und lehrreich. Im Detailhandel stehen 43,4 Prozent Allerweltseigenschaften gegen 10,9 Prozent prüfbare Nennungen; in der Pflege 34,9 gegen 15 Prozent; in der Gastronomie 29,8 gegen 15,6 Prozent. Umgekehrt ist es in Logistik und Transport, wo 28,5 Prozent etwas Prüfbares nennen — meist den Führerausweis —, und im Bau mit 27,7 Prozent. In der IT, dem Feld, für das die meisten Prüfwerkzeuge gebaut wurden, sind es 19,1 Prozent.
Daraus folgt eine unbequeme Konsequenz für die Stichwortlogik: In den Berufen mit den meisten Stellensuchenden bietet das Inserat vor allem Wörter an, die ohnehin fast jeder schreibt. Wer sie abschreibt, gleicht sich der Mehrheit an, statt sich abzuheben. Nützlich ist der Abgleich dort, wo ein Inserat etwas Hartes nennt — dann aber nicht als Stichwort, sondern als Nachweis: Zeugnis, Ausweisnummer, Abschlussjahr.
Das Werkzeug bringt eine fremde Norm mit
Die meisten Gratis-Checks sind für den angelsächsischen Markt gebaut. Ihre Regeln stammen von dort: kurz halten, kein Foto, keine persönlichen Daten, Wirkverben, eine Seite. Die amtliche Schweizer Beschreibung sieht anders aus. arbeit.swiss schreibt: «Der Lebenslauf sollte nicht mehr als drei Seiten umfassen», nennt als Inhalt ausdrücklich «Persönliche Daten, gegebenenfalls mit Bewerbungsfoto» und verlangt, dass Arbeitszeugnisse «lückenlos und chronologisch geordnet» im selben PDF mitgeliefert werden.
Ein Werkzeug, das die angelsächsische Norm durchsetzt, benotet also drei Schweizer Selbstverständlichkeiten als Fehler: die zweite Seite, das Foto, den Referenzhinweis. Umgekehrt merkt es nicht, wenn das Dossier ohne Zeugnisse abgeht — für seinen Referenzmarkt gibt es dieses Dokument gar nicht.
Deshalb ist die wichtigste Frage an einen Gratis-Check nicht «wie gut ist er», sondern «gegen welche Norm misst er». Ein Werkzeug, das dich auf eine Seite zwingt, ist nicht kaputt — es ist für ein anderes Land richtig eingestellt. Nimm seine Formfehler entgegen und ignoriere seine Landesregeln.
Drei Proben, mit denen du jeden Gratis-Check in fünf Minuten prüfst
Erste Probe, die Sprache. Lade deinen Lebenslauf in der Sprache hoch, in der du dich bewirbst. Nimmt das Werkzeug die Datei nicht an oder liefert es einen sichtbar schlechteren Bericht als für die englische Fassung, misst es an deinem Markt vorbei — und das betrifft die Mehrheit der Schweizer Bewerbungen, weil 72,8 Prozent der Inserate eine Sprachanforderung nennen und Deutsch darin die häufigste ist.
Zweite Probe, die Bezugsgrösse. Lass dieselbe Datei zweimal prüfen, einmal gegen ein Inserat aus deinem Fach und einmal gegen ein völlig anderes. Bleibt das Urteil gleich, misst das Werkzeug Dokumentqualität, keine Passung. Das ist kein Mangel, solange du es weisst — nur darfst du dann aus einer guten Note nicht schliessen, dass du für diese Stelle passt.
Dritte Probe, die Konkretheit. Geh die Rückmeldungen durch und zähle, wie viele du in einem einzigen Satz umsetzen kannst. «Mehr Wirkverben» kannst du nicht umsetzen, «Sprachstufe fehlt bei Französisch» schon. Ein Bericht, in dem weniger als die Hälfte der Punkte konkret ist, kostet dich mehr Zeit, als er einspart.
Diese drei Proben brauchen zusammen fünf Minuten und beantworten die Frage, um die es hier geht, für jedes Werkzeug einzeln — auch für unseres.
Wann gratis reicht — und wann nicht
Gratis reicht, wenn dein Dokument neu ist oder lange nicht angefasst wurde und du wissen willst, ob die Form stimmt. Es reicht auch, wenn du zwischen zwei Fassungen wählst und einen unbestechlichen Zweitblick auf Vollständigkeit und Lesbarkeit willst.
Gratis reicht nicht, wenn deine Frage biografisch ist. Ein Berufswechsel, eine erklärungsbedürftige Lücke, ein ausländisches Diplom, ein Wiedereinstieg nach der Familienzeit: Da geht es um Reihenfolge, Auswahl und Begründung, und dafür braucht es jemanden, der den Markt und deine Geschichte kennt. Kickresume sagt das über das eigene Werkzeug ohne Umschweife: «if you're looking for a real person to review your resume, this is not it.»
Und gratis reicht nie für die Frage, ob du die Stelle bekommst. Die entscheidet ein Mensch nach einem Gespräch, in dem dein Lebenslauf nur der Anlass war.
Was bei uns gratis ist
Damit der Massstab auch für uns gilt: Der Abgleich gegen ein konkretes Inserat, der Lebenslauf-Generator und der Export gehören bei uns zur Gratis-Stufe. Nötig ist ein Konto mit E-Mail-Adresse, keine Kreditkarte. Bezahlt wird der Umfang der Nutzung, nicht der Check: CHF 15 im Monat oder CHF 95 im Jahr, mit sieben Tagen gratis vorweg.
Was wir dafür nicht tun: eine Note für «deinen Lebenslauf» vergeben, die ohne Stelle gilt. Und was auch wir nicht können, ist die Zusage. Ein Check prüft die Passung eines Dokuments zu einer Ausschreibung — der Rest gehört den Menschen im Verfahren.
Wenn du nur eine Sache aus diesem Text mitnimmst: Nutze den Gratis-Check für die Form, und stell die Passungsfrage pro Bewerbung neu. Die Form musst du einmal richtig hinbekommen, die Passung jedes Mal.
Die Marktzahlen stammen aus der laufenden Auswertung der auf SwissJobs.app offenen Inserate, Stand 23. August 2026; ausgewertet wurden Titel und Kurzbeschrieb, weshalb alle Anteile Untergrenzen sind. Die Angaben zu Kickresume, Resume.io und arbeit.swiss wurden am 23. August 2026 auf deren eigenen Seiten nachgelesen und wörtlich zitiert. Unsere eigenen Preise stammen aus dem Code, nicht aus der Werbung.
Prüfe, wie dein Lebenslauf zu einer Stelle passt
Kostenlos: Sprachen, Bewilligung, Anforderungen und mehr — bewertet gegen ein konkretes Inserat.
ATS-Lebenslauf prüfen: gegen ein konkretes Inserat, kostenlosQuellen
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Was unser Stellenindex über den Schweizer Markt sagt
Live aus unserem eigenen Index berechnet, nicht aus einer Studie zitiert. Nur Anteile, Stand heute.
Sprache der Inserate
- Deutsch
- 60%
- English
- 23%
- Français
- 13%
- Italiano
- 3%
Von den Inseraten mit Sprachanforderung verlangen
- Deutsch
- 70%
- English
- 43%
- Français
- 21%
- Italiano
- 3%
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