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Lebenslauf prüfen

Wie prüfe ich einen englischen Lebenslauf?

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Vergleich Europass gegen Schweizer Lebenslauf: Foto, Nationalität und Bewilligung sowie Arbeitszeugnisse fehlen im EU-Formular.

Kurz gesagt

Prüfe in drei Durchgängen, und zwar in dieser Reihenfolge. Erstens die Sprache: Ein englisch geschriebenes Inserat ist keine Zusage auf Englisch, denn 28,8 Prozent dieser Inserate verlangen zusätzlich eine Landessprache. Zweitens die Antwort auf das Inserat: 34,4 Prozent der englischen Inserate nennen eine Stufe im Titel und 20 Prozent eine Jahreszahl an Erfahrung, gegenüber 6,7 und 0,5 Prozent bei den deutschsprachigen. Drittens die Form: arbeit.swiss verlangt auch in seiner englischen Fassung Foto, höchstens drei Seiten und umgekehrte Chronologie. Die Sprachprüfung selbst kommt zuletzt.

Diese Reihenfolge ist kein Ordnungsprinzip, sondern eine Kostenrechnung. Der erste Durchgang kann das ganze Dokument überflüssig machen — wenn dieses Inserat auf Deutsch beantwortet werden will, ist der beste englische Lebenslauf der falsche. Der zweite entscheidet, ob das Dokument überhaupt gelesen wird. Der dritte kostet zwanzig Minuten und behebt die Fehler, die eine Schweizer Leserschaft sofort als fremd erkennt. Wer umgekehrt beginnt und zuerst an Formulierungen feilt, poliert oft ein Dokument, das an Durchgang eins gescheitert wäre.

Der häufigste Befund in einem englischen Lebenslauf für die Schweiz lautet deshalb nicht «zu wenig gutes Englisch», sondern «beantwortet die Fragen eines anderen Marktes». Ein Dokument, das in London oder Boston funktioniert, ist auf eine Leserschaft eingestellt, die weder Arbeitszeugnisse kennt noch Pensen in Prozent liest noch weiss, was ein eidgenössischer Fachausweis ist. Umgekehrt ist ein aus dem Deutschen übersetzter Lebenslauf oft formal einwandfrei und trotzdem stumm gegenüber genau den Angaben, die englischsprachige Inserate ausdrücklich abfragen.

Was englischsprachige Schweizer Inserate ausdrücklich nennen — und dein Lebenslauf deshalb beantworten muss
Was englischsprachige Schweizer Inserate ausdrücklich nennen — und dein Lebenslauf deshalb beantworten mussEine Stufe im Stellentitel34.4%Zusätzlich eine Landessprache28.8%Eine Jahreszahl an Erfahrung20%Einen Abschluss oder ein Studium18.4%Ein Pensum in Prozent9.1%

Anteil der englischsprachig verfassten Inserate, die den jeweiligen Punkt ausdrücklich nennen. Laufende Auswertung der auf SwissJobs.app offenen Schweizer Inserate, Stand 22. August 2026.

  • Durchgang eins, eine Minute: Steht im Anforderungsteil eine Landessprache? 28,8 Prozent der englischen Inserate verlangen eine, in 24 Prozent der Fälle Deutsch — und davon zu 60,3 Prozent auf berufsfähigem Niveau. Nur rund ein Prozent der englischen Inserate nennt gar keine Sprachanforderung.
  • Durchgang zwei, Stufe: 34,4 Prozent der englischen Inserate tragen ein Stufenwort im Titel — Senior in 17,6, Lead in 6,4, Director in 4,2, Head of in 2,8 Prozent. Bei den deutschsprachigen Inseraten sind es zusammen 6,7 Prozent. Ein englischer Lebenslauf ohne erkennbare Stufe beantwortet eine Frage nicht, die ausdrücklich gestellt wurde.
  • Durchgang zwei, Jahre: 20 Prozent der englischen Inserate nennen eine Zahl von Jahren Erfahrung. Am häufigsten fünf Jahre — 34,9 Prozent dieser Fälle —, dann drei Jahre mit 16,6 und zehn Jahre mit 9 Prozent. In deutschsprachigen Inseraten steht eine solche Zahl in 0,5 Prozent. Deine Jahre müssen ohne Kopfrechnen ablesbar sein.
  • Durchgang drei, Form: Die englische Fassung der Bewerbungstipps von arbeit.swiss führt «personal details, including photograph» auf, setzt die Obergrenze bei drei Seiten, verlangt umgekehrte Chronologie, den Hinweis auf Referenzen «on request» und alle Unterlagen in einer PDF-Datei. Ein Résumé nach amerikanischem Zuschnitt verletzt vier dieser fünf Punkte.
  • Was du selbst hinschreiben musst, weil das Inserat es nicht tut: 39,9 Prozent der englischen Inserate nennen keine Anstellungsform, gegenüber 2,1 Prozent der deutschen, und nur 9,1 Prozent nennen ein Pensum in Prozent. Verfügbarkeit, Pensum und Antrittstermin gehören deshalb ins Dokument, nicht ins Bewerbungsgespräch.
  • Der Aufwand rechnet sich mehrfach: 27 Prozent der englischen Inserate teilen ihren Stellentitel mit mindestens einem weiteren Inserat, und sie stehen im Median 37 Tage offen — gegenüber 18 Tagen bei den deutschsprachigen.

Durchgang eins: Ist Englisch für dieses Inserat überhaupt die richtige Sprache?

Rund ein Fünftel der von uns erfassten Schweizer Inserate ist auf Englisch verfasst. Das klingt nach einer klaren Einladung, ist aber die Angabe mit dem grössten Missverständnispotenzial im ganzen Bewerbungsvorgang. Denn die Sprache, in der ein Inserat geschrieben ist, und die Sprache, die es verlangt, sind zwei verschiedene Felder — und sie stimmen in fast drei von zehn Fällen nicht überein.

Konkret: 28,8 Prozent der englischsprachig verfassten Inserate verlangen im Anforderungsteil zusätzlich eine Landessprache. In 24 Prozent aller englischen Inserate ist es Deutsch, in 9,4 Prozent Französisch, in 1,2 Prozent Italienisch. Und diese Anforderung ist selten weich formuliert: Wo Deutsch verlangt wird, steht es in 60,3 Prozent der Fälle auf berufsfähigem Niveau, in 5,9 Prozent sogar auf muttersprachlichem. Nur in einem Drittel dieser Fälle reicht Konversationsniveau.

Praktisch heisst das: Bevor du eine einzige Zeile prüfst, liest du den Anforderungsteil und beantwortest zwei Fragen. Wird eine Landessprache verlangt, und auf welchem Niveau? Wenn ja und auf berufsfähigem Niveau, dann ist der englische Lebenslauf nicht das Problem, sondern die Bewerbung selbst — dann gehört diese Stelle auf die zweite Liste, und deine Zeit gehört einem Inserat, das ohne diese Anforderung auskommt.

Der Sonderfall, den viele übersehen, ist der umgekehrte. Wenn ein Inserat auf Deutsch geschrieben ist und Englisch verlangt, ist die richtige Antwort kein englisches Dossier, sondern ein deutsches mit einer sauberen englischen Sprachzeile. Die Sprache des Inserats bleibt die verlässlichste Regel, die dieser Markt hergibt — sie wird nur von einer ausdrücklichen Anweisung im Inserat selbst geschlagen, etwa «please submit your application in English».

Durchgang zwei: Beantwortet das Dokument die Fragen, die dieses Inserat stellt?

Englischsprachige Inserate in der Schweiz sind auffällig konkreter in dem, was sie über die gesuchte Person behaupten — und genau das macht sie prüfbar. Der deutlichste Unterschied steht schon im Titel. 34,4 Prozent der englischen Inserate nennen dort eine Stufe: Senior in 17,6 Prozent, Lead in 6,4, Director in 4,2, Head of in 2,8, dazu Principal, Junior, Graduate und Trainee. Bei den deutschsprachigen Inseraten kommen alle diese Wörter zusammen auf 6,7 Prozent; Director erscheint dort praktisch nie.

Für die Prüfung heisst das: Wenn im Inserat «Senior» steht, muss dein Dokument in den ersten zehn Zeilen belegen, warum diese Zuschreibung auf dich passt — durch die aktuelle Bezeichnung, durch Verantwortungsumfang, durch Teamgrösse oder Budget. Ein englischer Lebenslauf, der wie eine neutrale Tätigkeitsliste gebaut ist, lässt diese Frage offen, obwohl sie ausdrücklich gestellt wurde. Umgekehrt gilt dasselbe nach unten: Wer sich auf ein Graduate-Programm bewirbt und zwölf Jahre Verantwortung ausbreitet, beantwortet die Frage ebenfalls falsch.

Die zweite ausdrückliche Frage ist eine Zahl. 20 Prozent der englischen Inserate nennen eine Mindestzahl von Jahren Erfahrung — bei Weitem am häufigsten fünf Jahre, die in 34,9 Prozent dieser Inserate stehen, gefolgt von drei Jahren mit 16,6, zehn Jahren mit 9 und acht Jahren mit 8,3 Prozent. In deutschsprachigen Inseraten findet sich eine solche Zahl in 0,5 Prozent. Diese Konvention ist also nahezu ausschliesslich eine des englischsprachigen Teilmarkts, und sie hat eine unmittelbare Folge für dein Dokument: Wer die Jahre erst zusammenrechnen muss, rechnet oft gar nicht.

Die dritte ist der Abschluss. 18,4 Prozent der englischen Inserate nennen einen Abschluss oder ein Studium, meist in allgemeiner Form; Master erscheinen in 4,2 Prozent, Doktorate in 2,5, Bachelor in 1,6 Prozent. Eine Lehre oder eine berufliche Grundbildung taucht in 0,5 Prozent auf. Die Person, die dein englisches Dossier liest, ordnet also mit hoher Wahrscheinlichkeit akademische Bezeichnungen ein und schweizerische berufliche Titel nicht. Deine Abschlusszeile muss diese Lücke selbst schliessen — mit Jahr, Institution, Ort und einer verständlichen englischen Bezeichnung, den Originaltitel in Klammern dahinter.

Durchgang drei: Ist es noch ein Schweizer Dossier — oder schon ein Résumé?

Hier liegt der Fehler, den fremdsprachige Vorlagen zuverlässig einbauen, und er lässt sich an einer amtlichen Quelle prüfen, die es ausdrücklich auf Englisch gibt. Die englische Fassung der Bewerbungstipps von arbeit.swiss zählt als Bestandteile auf: den Titel «CV», «personal details, including photograph», die bisherigen beruflichen Tätigkeiten, Ausbildung und Weiterbildungen, Sprachkenntnisse, besondere Kenntnisse oder Tätigkeiten, persönliche Interessen und Referenzen. Dazu drei harte Regeln: höchstens drei Seiten, chronologisch mit dem Aktuellsten zuoberst, und alle Unterlagen in einer PDF-Datei.

Bemerkenswert ist eine Feinheit im Vergleich der Sprachfassungen. Die deutsche Version schreibt «Persönliche Daten, gegebenenfalls mit Bewerbungsfoto» — mit Einschränkung. Die englische, die französische und die italienische Fassung führen die Fotografie ohne diesen Zusatz als Teil der persönlichen Daten auf. Wer sein englisches Dokument nach angelsächsischer Gewohnheit ohne Foto baut, weicht also ausgerechnet von der englischsprachigen amtlichen Empfehlung ab, nicht nur von einer deutschsprachigen Sitte.

Der zweite Punkt sind die Referenzen. arbeit.swiss hält fest, dass im Lebenslauf in der Regel vermerkt wird, dass Referenzen auf Anfrage bekannt gegeben werden, und dass eine separate Liste der Referenzpersonen im Gespräch übergeben werden kann. Arbeitszeugnisse selbst werden nicht übersetzt; sie bleiben in der Originalsprache und wandern chronologisch, das Jüngste zuoberst, in dieselbe PDF-Datei. Ein englisches Dossier, das die Zeugnisse weglässt, weil die Vorlage kein Feld dafür hat, entfernt den Beleg für alles, was darüber steht.

Der dritte Punkt betrifft Abschlüsse aus dem Ausland, die in englischen Dossiers besonders häufig vorkommen. Das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation hält fest, dass für die Ausübung bestimmter Berufe in der Schweiz eine Anerkennung erforderlich ist. Auf dem offiziellen Portal recognition.swiss lässt sich pro Beruf nachschlagen, ob eine Anerkennung nötig ist und welche Stelle zuständig wäre. Für die Prüfung deines Dokuments heisst das: Steht dein Beruf dort, gehört der Stand des Verfahrens in den Lebenslauf — läuft es, ist es abgeschlossen, ist es noch nicht eingereicht?

Was du in einem englischen Lebenslauf ausschreiben musst, weil das Inserat schweigt

Englischsprachige Inserate lassen mehr offen als deutschsprachige, und alles, was sie offen lassen, muss dein Dokument selbst beantworten. Der auffälligste Fall ist die Anstellungsform: 39,9 Prozent der englischen Inserate nennen gar keine, gegenüber 2,1 Prozent der deutschsprachigen. Wo eine Angabe steht, ist sie fast immer Vollzeit — Teilzeit macht unter den englischen Inseraten mit Angabe 2,8 Prozent aus, unter den deutschsprachigen 7,8 Prozent.

Genauso beim Pensum. Nur 9,1 Prozent der englischen Inserate nennen im Titel eine Prozentzahl, während es bei den deutschsprachigen 29,1 Prozent sind. Die Schweizer Notation — 80 Prozent, 60 bis 80 Prozent — ist im englischsprachigen Teilmarkt also keine Selbstverständlichkeit, sondern eine Angabe, die du mitliefern musst, wenn dein gewünschtes Pensum nicht bei hundert liegt. Behalte dabei die Prozentschreibweise bei, statt in Vollzeitäquivalente umzurechnen.

Dasselbe gilt für zwei Angaben, die im Schweizer Dossier üblich sind und in internationalen Vorlagen fehlen: der Wohnort samt Pendeldistanz und der Status der Aufenthalts- oder Arbeitsbewilligung. Beides sind Punkte, an denen eine Leserin ohne Rückfrage entscheiden können muss. Ein englisches Dokument, das sie auslässt, erzeugt genau die Rückfrage, die zwischen zweihundert Bewerbungen selten gestellt wird.

Warum sich die Prüfung mehr als einmal auszahlt

Ein sorgfältig geprüfter englischer Lebenslauf ist kein Einzelstück. 27 Prozent der englischsprachigen Inserate teilen ihren Stellentitel — Gendermarker, Pensumangaben und Interpunktion herausgerechnet — mit mindestens einem weiteren offenen Inserat. Der englische Titelraum ist ausserdem etwas ausführlicher: Im Median braucht ein englisches Inserat fünf Wörter für seinen eigenen Stellentitel, ein deutschsprachiges vier. Wer einmal sauber auf einen dieser wiederkehrenden Titel geprüft hat, hat für die nächste Bewerbung meist nur noch die oberen zehn Zeilen anzupassen.

Der zweite Grund ist die Zeit, die dir bleibt. Englischsprachige Inserate stehen im Median 37 Tage offen, deutschsprachige 18. 36 Prozent der englischen Inserate sind älter als zwei Monate, gegenüber 23,5 Prozent der deutschsprachigen. Das ist beides: mehr Ruhe für eine gründliche Prüfung — und mehr Bewerbungen, die sich vor deiner angesammelt haben. Ein Dokument, das erst beim zweiten Lesen verständlich wird, verliert genau in dieser Konstellation.

Die Reihenfolge der drei Durchgänge zahlt sich deshalb doppelt aus. Sie schützt dich davor, Zeit in Bewerbungen zu stecken, die an der Sprachanforderung ohnehin scheitern. Und sie richtet die verbleibende Zeit auf die beiden Dinge, die im englischsprachigen Teilmarkt tatsächlich abgefragt werden: eine erkennbare Stufe und eine ablesbare Menge an Erfahrung. Sprachliche Politur ist danach eine Frage von Konsistenz — gleiche Zeitform in allen Zeilen, gleiches Datumsformat, gleiche Bezeichnung für dieselbe Sache — und nicht von akzentfreiem Englisch.

Die Marktzahlen stammen aus der laufenden Auswertung der auf SwissJobs.app offenen Schweizer Inserate, Stand 22. August 2026. «Englischsprachig» bezeichnet die Sprache, in der der Inseratstext verfasst ist; die Anforderungsanteile sind auf alle englischsprachigen Inserate gerechnet, von denen rund ein Prozent gar keine Sprachanforderung nennt. Für die Auswertung der Stellentitel wurden Gendermarker, Pensumangaben und Interpunktion entfernt. Angaben zu Stufenwörtern, Jahreszahlen und Abschlüssen beruhen auf Titel und Kurzfassung des Inserats und zählen deshalb eher zu wenig als zu viel. Das Alter eines Inserats wird ab dem Veröffentlichungsdatum gerechnet.

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Quellen

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Sprache der Inserate

Deutsch
60%
English
23%
Français
13%
Italiano
3%

Von den Inseraten mit Sprachanforderung verlangen

Deutsch
70%
English
43%
Français
21%
Italiano
3%

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