Alle Fragen

Lebenslauf prüfen

Wie zeige ich Ergebnisse statt Aufgaben?

Aktualisiert:

Wie zeige ich Ergebnisse statt Aufgaben?

Kurz gesagt

Prüf jede Zeile mit einer einzigen Frage: Stimmt sie auch noch über die Person, die deine Stelle heute macht? Dann ist es eine Aufgabe. Ein Ergebnis ist das, was aufgehört hat, als du gegangen bist — ein Zustand, den es vorher nicht gab und der ohne dich nicht entstanden wäre. Eine Zahl braucht es dafür nicht. In der Schweiz ist diese Trennung sogar amtlich festgehalten: Der Bildungsplan zu deinem Beruf nennt die Handlungskompetenz und daneben die Normen und Regeln, an denen sich zeigt, ob sie erfüllt war.

Die übliche Anleitung lautet «mach eine Zahl daraus». Das ist keine schlechte Regel, aber es ist die falsche Prüfung, weil sie nur eine von zwei Fragen stellt. Eine Zahl kann eine reine Tätigkeitsangabe sein — «vierzig Dossiers pro Woche bearbeitet» beschreibt Umfang, nicht Wirkung — und umgekehrt kommen viele der belastbarsten Ergebnisse ohne Ziffer aus.

Die Nachfolgerprobe stellt stattdessen die Frage, die entscheidet: Wer hat den Zustand verändert, du oder die Stelle? Alles, was die Stelle mitbringt, gehört in die Aufgabenzeile und darf dort kurz stehen bleiben. Alles, was du hinterlassen hast, ist der Teil, den niemand sonst schreiben kann. Und für den Fall, dass du zwischen beidem nicht sicher bist, gibt es in der Schweiz eine Nachschlagequelle, die es sonst nirgends gibt.

Was in der Titelzeile eines deutschsprachigen Schweizer Inserats an Stufe steht
Was in der Titelzeile eines deutschsprachigen Schweizer Inserats an Stufe stehtEnglisches Rangwort (Head, Manager, Lead, Director)5.6Fachfrau, Fachmann, Fachperson4.4Mitarbeiterin, Mitarbeiter3.2Praktikum, Lehre, Trainee3.1Projektleiterin, Projektleiter2.4Leiterin, Leiter, Leitung1.8Sachbearbeiterin, Sachbearbeiter1.2Assistentin, Assistent0.9

Die Frage, die jede Zeile in Sekunden sortiert

Nimm deinen Lebenslauf, deck alles ausser einer Zeile ab und frag: Gilt dieser Satz auch für die Person, die diese Stelle heute besetzt? Wenn ja, hast du eine Aufgabe beschrieben. Sie ist nicht falsch — sie ordnet dich ein, und ganz ohne Aufgabenzeilen weiss niemand, was du überhaupt gemacht hast. Sie sagt nur nichts über dich aus, weil sie über jede beliebige Person auf dieser Stelle genauso stimmt.

«Führte die Debitorenbuchhaltung» gilt weiter, sobald jemand anderes den Stuhl übernimmt. «Stellte die Debitorenbuchhaltung vom Papierdossier auf einen digitalen Freigabeweg um» gilt nicht weiter: Das Umstellen ist mit dir zusammen zu Ende gegangen, der digitale Freigabeweg ist geblieben. Genau dieser Unterschied — die Handlung endet, der Zustand bleibt — ist die ganze Definition.

In der Pflege sieht dasselbe so aus: «Betreute Bewohnerinnen und Bewohner einer Demenzabteilung» überlebt deinen Weggang. «Legte die Medikamentenkontrolle der Nachtwache vor die Runde statt danach» überlebt ihn nicht, aber die neue Reihenfolge tut es. Im Handwerk: «Wartete die Lüftungsanlagen» bleibt gültig, «brachte die Wartungsintervalle der drei Standorte auf denselben Kalender» nicht.

Die Probe hat einen Nebeneffekt, der schneller wirkt als jedes Umformulieren: Sie zeigt dir, wie viele deiner Zeilen überhaupt Kandidaten sind. Bei den meisten Dossiers bleiben pro Station zwei bis drei Zeilen übrig, die den Test bestehen. Das reicht. Ein Lebenslauf mit drei echten Ergebnissen pro Station ist ungewöhnlich; einer, in dem jede Zeile ein Ergebnis behauptet, liest sich als Prospekt.

Die Trennung steht nicht im Ratgeber — sie steht im Bildungsplan

Es gibt in der Schweiz ein amtliches Verzeichnis, in dem für jeden geregelten Beruf beschrieben ist, was zu ihm gehört und woran man erkennt, dass er gut ausgeübt wurde. Das Berufsverzeichnis des Staatssekretariats für Bildung, Forschung und Innovation führte am 31. August 2026 938 aktive Einträge; 247 davon sind berufliche Grundbildungen mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis oder Berufsattest, und jede von ihnen hat einen öffentlich abrufbaren Bildungsplan.

Dass diese Pläne Ziele und Anforderungen festhalten müssen, steht im Berufsbildungsgesetz. Artikel 19 Absatz 2 verlangt von den Bildungsverordnungen unter anderem «die Ziele und Anforderungen der Bildung in beruflicher Praxis» — also ausdrücklich für den Teil, der im Betrieb stattfindet und den du später in deinem Lebenslauf beschreibst.

Wie die Trennung im Dokument aussieht, zeigt der Bildungsplan für Assistentin und Assistent Gesundheit und Soziales EBA am besten. Zur Handlungskompetenz «Unterstützt Klientinnen und Klienten beim An- und Auskleiden» steht eine eigene Rubrik mit der Überschrift «Normen und Regeln (Qualitätskriterien)», und darin unter anderem der Eintrag «Gepflegtes Erscheinungsbild der Klientinnen und Klienten».

Lies die beiden Zeilen nebeneinander, und du hast die Antwort auf die ganze Frage. Die Handlungskompetenz ist die Aufgabe: Sie gilt für jede Person in diesem Beruf. Das Qualitätskriterium ist das Ergebnis: ein sichtbarer Zustand, an dem sich ablesen lässt, ob die Aufgabe gut gemacht wurde. Es steht dort ohne eine einzige Zahl, und es ist trotzdem überprüfbar — weil man es anschauen kann.

Der Bildungsplan für Fachfrau und Fachmann Gesundheit EFZ führt in derselben Logik eine Rubrik «Fähigkeiten», in der Einträge stehen wie «Überprüft das Ergebnis der eigenen Arbeit und leitet nächste Schritte ein». Das ist kein Ratgebersatz, sondern die Formulierung, in der der Bund die Berufsausübung beschreibt — und sie ist näher an einer brauchbaren Lebenslaufzeile als das meiste, was in Bewerbungsvorlagen steht.

Die K-Stufe sagt dir, wie viel Selbständigkeit dein Beruf überhaupt kennt

Die neueren Bildungspläne gehen noch einen Schritt weiter: Sie geben jedem einzelnen Leistungsziel eine Taxonomiestufe nach Bloom, K1 bis K6. Der Plan für Informatikerin und Informatiker EFZ schreibt dazu: «Jedes Leistungsziel wird mit einer Taxonomiestufe (K-Stufe; K1 bis K6) bewertet. Die K-Stufe drückt die Komplexität des Leistungsziels aus.»

Die Stufen sind im Plan wörtlich definiert. K3 heisst «Anwenden»: gelernte Technologien und Fertigkeiten in unterschiedlichen Situationen anwenden. K4 heisst «Analyse»: eine komplexe Situation in Einzelelemente gliedern, Beziehungen aufdecken, Strukturmerkmale herausfinden. K5 heisst «Synthese»: einzelne Elemente zu einem Ganzen zusammenfügen. K6 heisst «Beurteilen»: einen Sachverhalt aufgrund von bestimmten Kriterien beurteilen.

Und dann stehen die konkreten Ziele da, jedes mit seiner Stufe. «a4.1: Sie teilen eine Gesamtaufgabe in kleinere, besser einschätzbare und einer Ressource zuteilbare Aktivitäten auf. (K3)» «a3.3: Sie vergleichen mehrere Varianten aus den Ergebnissen und bewerten sie. (K4)» «a1.4: Sie erarbeiten Lösungen zur Beseitigung möglicher Zielkonflikte. (K5)»

Für deinen Lebenslauf ist das ein Massstab, den du nicht selbst erfinden musst. Eine K3-Zeile ist fast immer eine Aufgabe: Du hast ein Verfahren angewendet, das es schon gab. Ab K4 wird es interessant, weil du etwas zerlegt, verglichen, entschieden oder neu zusammengesetzt hast — und genau das hinterlässt einen Zustand. Wer alles auf K3 formuliert, verschenkt die Hälfte seiner Arbeit; wer für eine K3-Tätigkeit K6-Vokabular verwendet, fällt beim ersten Nachfragen auf.

Die Stufen sind nicht als Bewertung deiner Person gedacht, sondern als Beschreibung der Ausbildung. Aber sie liefern die Wörter, an denen sich Tun und Bewirken unterscheiden lassen, und sie liefern sie in der Sprache, die ein Schweizer Berufsbildner und eine Schweizer Personalfachfrau gelernt haben.

Vom Titel bekommst du die Stufe nicht geliefert

Man könnte hoffen, der Stellentitel nehme einem die Einordnung ab. In der Deutschschweiz tut er das fast nie. Wir haben die Titelzeilen der deutschsprachigen Inserate auf SwissJobs.app ausgezählt, unverändert, so wie der Arbeitgeber sie geschrieben hat: Nur 23,7 Prozent enthalten überhaupt ein Wort, das eine Stufe oder eine Rolle benennt.

Noch aufschlussreicher ist, welches Wort es dann ist. Ein englisches Rangwort — Head, Manager, Lead, Director, Chief — steht in 5,6 Prozent der deutschsprachigen Titel. «Leiter», «Leiterin» oder «Leitung» stehen in 1,8 Prozent. Das deutschsprachige Schweizer Inserat greift also dreimal häufiger zum englischen Rangwort als zum deutschen, und meistens zu gar keinem.

Der deutschsprachige Titel benennt stattdessen das Handwerk: Fachfrau, Fachmann, Fachperson in 4,4 Prozent, dazu die ganze Reihe der Berufsbezeichnungen, die ohne Stufenwort auskommen, weil der Abschluss die Stufe schon trägt. Genau deshalb funktioniert der Umweg über den Bildungsplan so gut — er ist der Ort, an dem in diesem Markt die Stufe tatsächlich definiert ist.

Praktisch heisst das: Du kannst deine Verantwortung nicht dadurch zeigen, dass du dir einen grösseren Titel gibst. Der Markt liest Titel hier nicht als Rang. Er liest den Abschluss, und danach das, was du unter der Station hingeschrieben hast.

Was an die Stelle der Zahl tritt, wenn es keine gibt

Drei Sorten Beleg bestehen die Nachfolgerprobe, ohne dass eine Ziffer vorkommt. Der erste ist der Zustand: etwas ist heute anders als vorher, und die Änderung ist beschreibbar. «Die Übergabe läuft seither über ein festes Formular», «die Ersatzteilliste ist seither pro Anlage geführt», «die Offerten gehen seither zweisprachig raus».

Der zweite ist das Kriterium: die Norm, die Richtlinie, der Standard, gegen den gearbeitet wurde. Der Bildungsplan nennt das «Normen und Regeln», und im Betrieb heisst es Hygienerichtlinie, Werknorm, Qualitätsstandard, betriebliche Vorgabe. Eine Zeile, die das benannte Kriterium mitliefert, ist prüfbar, weil das Kriterium ausserhalb von dir existiert.

Der dritte ist die Übernahme: etwas, das du gemacht hast, wird von anderen weiterverwendet. Eine Vorlage, ein Ablauf, eine Checkliste, eine Einführung, die jemand nach dir gehalten hat. Das ist der stärkste Beleg von allen, weil er von einer dritten Person bestätigt wird, ohne dass du sie fragen musst.

Was hingegen nicht als Ergebnis zählt, ist die Aufwandszahl. «Über zweihundert Kundengespräche geführt» misst, wie lange du beschäftigt warst. Es ist eine Massstabsangabe und darf als solche in der Aufgabenzeile stehen — sie ordnet die Grössenordnung ein. Nur beantwortet sie die Frage nach dem Ergebnis nicht, und wenn sie an deren Stelle steht, fällt der Unterschied im Gespräch auf.

Und eine Warnung, die sich aus dem Verfahren selbst ergibt: Formuliere in der Ich-Form, was du getan hast, nicht in der Wir-Form, was die Abteilung erreicht hat. Die Nachfolgerprobe funktioniert nur, wenn die Zeile von dir handelt. Sobald das Subjekt das Team ist, prüfst du gar nichts mehr.

In fünf Minuten zu dem Dokument, das deinen Beruf beschreibt

Das Berufsverzeichnis liegt offen im Netz, kostenlos, ohne Anmeldung. Du gehst auf becc.admin.ch, wählst «Berufliche Grundbildung», suchst deinen Beruf in der Liste und öffnest den Eintrag. Unter «Dokumente/Links» steht der Bildungsplan als PDF, daneben das Qualifikationsprofil und die Verordnung.

Im Bildungsplan interessiert dich eine einzige Spalte: die der Leistungsziele für den Betrieb, nicht die für die Berufsfachschule. Das ist die Liste dessen, was im Betrieb gemacht und beurteilt wird — also genau der Ausschnitt, den ein Lebenslauf beschreibt. Lies sie einmal durch und markiere, was du tatsächlich gemacht hast.

Danach liest du dieselben Zeilen ein zweites Mal, aber diesmal daneben deine eigenen Formulierungen. Wo dein Satz gleich klingt wie das Leistungsziel, hast du eine Aufgabe abgeschrieben. Wo du mehr gemacht hast als das Ziel verlangt — eine Stufe höher, in grösserem Umfang, mit einer Änderung, die geblieben ist —, steht dein Ergebnis, und du hast jetzt die Wörter dafür.

Das Verzeichnis führt jeden Beruf in drei Sprachen. Bei allen acht Berufen, die wir stichprobenweise geprüft haben — von der Landwirtin über die Apparateglasbläserin bis zur Fachfrau Gesundheit —, lag der Plan in Deutsch, Französisch und Italienisch vor. Wer sich auf Französisch oder Italienisch bewirbt, kann die Berufssprache also direkt aus derselben Quelle nehmen, statt sie zu übersetzen.

Was dieses Verfahren nicht leistet

Der Bildungsplan beschreibt den Abschluss, nicht dich. Er sagt, was jemand mit diesem Fähigkeitszeugnis können sollte — er bestätigt nicht, dass du es getan hast. Er ist ein Wörterbuch und ein Massstab, keine Referenz.

Er deckt auch nicht jeden Beruf ab. Grundbildungen und die höhere Berufsbildung sind erfasst; wer über eine Hochschule in den Beruf gekommen ist, findet im Verzeichnis nichts über die eigene Tätigkeit. Für diese Berufe bleibt die Nachfolgerprobe, und sie funktioniert auch ohne Dokument — sie ist nur mühsamer, weil dir niemand die Wörter vorlegt.

Und er sagt nichts über den Umfang. Dass du eine K5-Tätigkeit ausgeübt hast, heisst nicht, dass sie den grössten Teil deiner Zeit ausgemacht hat. Wenn eine Aufgabe nur eine Phase lang bestand, gehört das dazu, sonst behauptet die Zeile mehr, als sie meint.

Zuletzt: Ein Ergebnis, das du im Gespräch nicht in drei Sätzen erklären kannst — Ausgangslage, dein Beitrag, was geblieben ist —, gehört nicht in den Lebenslauf. Die Nachfrage kommt, und sie kommt zuerst zu der Zeile, die am meisten verspricht.

Der Durchgang in zehn Minuten

Erstens: Geh jede Zeile durch und setz ein Kreuz, wo sie auch über deine Nachfolgerin stimmt. Alle Kreuze sind Aufgaben. Kürze sie auf so viele, wie es braucht, damit man deinen Beruf erkennt — drei bis fünf pro Station reichen.

Zweitens: Bei den Zeilen ohne Kreuz fragst du nach dem gebliebenen Zustand. Was ist heute anders, und woran würde man es sehen? Diesen Zustand schreibst du hin, nicht das Adjektiv, das ihn lobt.

Drittens: Öffne den Bildungsplan zu deinem Beruf und lies die Leistungsziele für den Betrieb. Wo dein Satz mit einem Ziel deckungsgleich ist, formulierst du eine Stufe höher, sofern du dort wirklich warst.

Viertens: Prüf jede Ergebniszeile auf ein benanntes Kriterium — eine Norm, eine Vorgabe, ein System, eine Sprache, einen Zeitraum. Zeilen ohne einen solchen Anker klingen gleich und lassen sich nicht nachfragen.

Fünftens: Zähl, wie viele Ergebnisse pro Station übrig sind. Zwei bis drei sind richtig. Bei null hast du eine reine Aufgabenliste; bei acht hast du eine Broschüre.

Die Marktzahlen sind am 31. August 2026 aus den zu diesem Zeitpunkt offenen Inseraten auf SwissJobs.app ausgezählt (Datenstand des Bestands: 31. August 2026, 11.30 Uhr). Gemessen wurde ausschliesslich die unveränderte Titelzeile, nicht der Inseratstext; vor der Auszählung wurden Geschlechtszusätze wie (m/w/d), Pensumsangaben in Prozent sowie Klammern und Trennzeichen entfernt. Grundlage sind die Inserate mit erkennbar deutschsprachigem Text, gut ein Drittel des Bestands. Ein Inserat kann mehrere der aufgeführten Wörter enthalten, weshalb sich die Balken nicht auf die 23,7 Prozent aufaddieren. Wir veröffentlichen Anteile, keine absoluten Bestandszahlen. Die Angaben zum Berufsverzeichnis, zu den Bildungsplänen und zu den Taxonomiestufen stammen aus dem Berufsverzeichnis des SBFI und den dort hinterlegten Bildungsplänen für Assistentin/Assistent Gesundheit und Soziales EBA, Fachfrau/Fachmann Gesundheit EFZ und Informatikerin/Informatiker EFZ; die Gesetzesangaben aus dem Berufsbildungsgesetz in der am 31. August 2026 geltenden Fassung. Alle Dokumente an diesem Tag abgerufen.

Prüfe, wie dein Lebenslauf zu einer Stelle passt

Kostenlos: Sprachen, Bewilligung, Anforderungen und mehr — bewertet gegen ein konkretes Inserat.

ATS-Lebenslauf prüfen: gegen ein konkretes Inserat, kostenlos

Funktioniert die Google-XYZ-Formel im Schweizer Lebenslauf?

Kurz gesagt

Teilweise. Die Formel «Accomplished [X] as measured by [Y] by doing [Z]», also: X erreicht, gemessen an Y, durch Z, behebt die häufigste Schwäche eines Schweizer Lebenslaufs: Zeilen, die nur Aufgaben aufzählen. X und Z gehören deshalb in jede Zeile, die du umschreibst. Heikel ist das Y. Die Formel ist für den US-Lebenslauf geschrieben und verlangt einen absoluten Betrag. In der Schweiz liegen deine Arbeitszeugnisse im selben Dossier, und viele Zahlen deines Arbeitgebers darfst du gar nicht veröffentlichen. Setz eine Zahl nur dort, wo sie dir gehört und du sie erklären kannst.

Diese Antwort gibt wieder, was in den zitierten Artikeln des Obligationenrechts steht, und ersetzt keine Rechtsberatung. Ob eine bestimmte Angabe unter die Geheimhaltungspflicht fällt, hängt vom einzelnen Arbeitsverhältnis ab und wird im Streitfall vom Gericht beurteilt. Wer für den eigenen Fall eine Einschätzung braucht, holt sie bei der Gewerkschaft, bei einer Rechtsberatungsstelle oder bei einem Anwaltsbüro.

Veröffentlicht hat die Formel Laszlo Bock, damals Personalchef von Google, im September 2014 auf LinkedIn. Seither wird sie in englischsprachigen Bewerbungsratgebern immer wieder zitiert. Falsch ist an ihr nichts. In der Schweiz ändert sich der Leser: wer die Zeile liest, in welcher Sprache, und welche Unterlagen daneben liegen.

Die Frage oben auf dieser Seite klärt, ob eine Zeile überhaupt ein Ergebnis beschreibt. Diese hier setzt einen Schritt später an: Die Zeile beschreibt bereits eines, soll sie jetzt in Bocks Schablone? Und was tust du, wenn ein Lebenslauf voller sauber gebauter Zeilen trotzdem keine Einladungen bringt? Meist ist genau das der Grund, warum jemand nach einer Formel sucht.

Sprache der Schweizer Stelleninserate, 10. September 2026
Sprache der Schweizer Stelleninserate, 10. September 2026Deutsch55.8%Englisch27%Französisch13.9%Italienisch2%

Anteile an den Inseraten im Stelleninserate-Index von SwissJobs.app, deren Sprache sich bestimmen liess, Stand 10. September 2026. Lehrstellen und Praktika ausgeschlossen. Alle übrigen Sprachen zusammen machen weniger als 2 Prozent aus.

  • X (ein Ergebnis) und Z (die Methode) gehören in jede Zeile, die du umschreibst; beides funktioniert in allen vier Landessprachen.
  • Mit dem Y sparsam umgehen: Die Formel verlangt einen absoluten Betrag, und der ist in der Schweiz oft eine vertrauliche Zahl deines Arbeitgebers (Art. 321a Abs. 4 OR).
  • Deine Arbeitszeugnisse liegen im selben Dossier. Ein Z, das zu ihnen passt, liest sich als bestätigt; ein Y, das dort nicht vorkommt, als Frage.
  • Nur etwa jedes vierte Schweizer Stelleninserat ist auf Englisch. Auf Deutsch ist die Formel eine Prüfliste, keine Satzschablone: Nominalstil statt englischer Wortfolge.
  • Kommen keine Einladungen, zuerst den obersten Block prüfen (Bewilligung, Wohnort, Sprachen mit GER-Niveau) und erst dann die Aufzählungspunkte.

Was die Formel wirklich verlangt

Bocks Originaltext ist strenger als die Version, die herumgereicht wird. Jede Leistung, schreibt er, gehöre in die Form «Accomplished [X] as measured by [Y] by doing [Z]», und er zerlegt das in vier Schritte: mit einem aktiven Verb beginnen, das Erreichte in Zahlen messen, einen Vergleichswert liefern und beschreiben, was man dafür getan hat. Zwei der vier Anweisungen betreffen die Zahl.

Sein Beispiel macht das deutlich. Aus «Studied financial performance of companies and made investment recommendations» wird «Improved portfolio performance by 12% ($1.2M) over one year by refining cost of capital calculations for information-poor markets and re-weighting portfolio based on resulting valuations». Den Dollarbetrag begründet er so: Er nehme die Frage des Lesers vorweg, ob 12 Prozent viel oder wenig seien. Die Formel erlaubt einen absoluten Betrag also nicht bloss, sie verlangt ihn.

Im selben Beitrag steht auch, wozu ein Lebenslauf da ist: Er soll dich durch die erste Sichtung und ins Gespräch bringen. Diesen Satz lohnt es sich zu merken. Weiter unten wird er wichtig, denn die erste Sichtung beginnt in der Schweiz nicht bei deinen Aufzählungspunkten.

X und Z reisen mit, das Y muss geprüft werden

Das X ist das Ergebnis, also etwas, das anders ist, weil du da warst. Genau das fehlt einem Schweizer Leser bei einer Zeile wie «Verantwortlich für den Wareneingang». Sie sagt, was die Stelle war, aber nichts darüber, was du darin getan hast.

Das Z ist die Methode, und im Schweizer Dossier ist es der meistunterschätzte Teil der Formel. Hier steht das Vokabular des Fachs: die Norm, nach der du gearbeitet hast, das System, das du eingeführt hast, der Ablauf, den du geändert hast. Es ist auch der Teil, den ein Leser mit dem Rest des Dossiers abgleichen kann, weil ein Schweizer Zeugnis die Arbeit selbst beurteilt. Nach Art. 330a OR kann der Arbeitnehmer jederzeit ein Zeugnis verlangen, «das sich über die Art und Dauer des Arbeitsverhältnisses sowie über seine Leistungen und sein Verhalten ausspricht». Ein Z, das zum Zeugnis passt, liest sich als bestätigt. Ein auffälliges Y, das im Zeugnis nirgends vorkommt, liest sich als Frage.

Mit dem Y gehst du sparsam um. Der absolute Betrag, den Bock verlangt, ist oft die Zahl deines Arbeitgebers und nicht deine: ein Budget, ein Umsatz, eine Marge. Art. 321a Abs. 4 OR hält fest, dass der Arbeitnehmer «geheim zu haltende Tatsachen, wie namentlich Fabrikations- und Geschäftsgeheimnisse», während des Arbeitsverhältnisses weder verwerten noch anderen mitteilen darf. Auch nach dessen Ende bleibt er zur Verschwiegenheit verpflichtet, soweit es die berechtigten Interessen des Arbeitgebers erfordern. Wie du eine Zahl baust, die beide Prüfungen übersteht, ist eine eigene Frage auf dieser Website («Wie quantifiziere ich meine Erfolge?») und wird hier nicht wiederholt. Kurz gesagt: Wenn du die Zahl im Vorstellungsgespräch nicht erklären könntest, ohne die Bücher deines früheren Arbeitgebers aufzuschlagen, lass den Betrag weg und behalte die Veränderung.

Nur jedes vierte Stelleninserat ist in der Sprache der Formel geschrieben

Von den Stelleninseraten in unserem Index, deren Sprache sich bestimmen liess, waren am 10. September 2026 56 Prozent auf Deutsch geschrieben, 27 Prozent auf Englisch, 14 Prozent auf Französisch und 2 Prozent auf Italienisch; Lehrstellen und Praktika sind nicht mitgezählt. Bei rund drei von vier Bewerbungen ist der Lebenslauf also kein englisches Dokument, und Bocks Satz übersteht die Übersetzung nicht als Satz.

Im Englischen trägt die Zeile die Formel mühelos, weil sie mit einem Verb in der Vergangenheit beginnt. Eine deutsche Lebenslaufzeile beginnt viel häufiger mit einem Nomen: «Einführung der Barcode-Erfassung im Wareneingang», nicht «Führte die Barcode-Erfassung ein». Wer die englische Wortfolge erzwingt («Erreichte eine Senkung um 60 Prozent, gemessen an …»), schreibt einen Satz, dem man die Übersetzung anhört. Als Prüfliste funktioniert die Formel dagegen tadellos: Gibt es ein Ergebnis, gibt es eine Methode, gibt es eine Zahl, die mir gehört?

Umgekehrt lohnt ein Blick auf die deutschsprachigen Inserate selbst. Von denen, die überhaupt eine Sprachanforderung nennen, verlangen 24 Prozent zusätzlich Englisch. Den Lebenslauf schreibst du auch dann auf Deutsch, in der Sprache des Inserats. Die englische Formel liefert dir die Struktur, nicht den Wortlaut.

Wenn sauber gebaute Zeilen trotzdem keine Einladung bringen

Diese Woche hat es jemand auf den Punkt gebracht: fünf Monate Suche, fast keine Vorstellungsgespräche, ein Lebenslauf, der Aufgaben aufzählt und für jede Stelle angepasst wird. Würde XYZ helfen? Der Lebenslauf würde besser. Das Ergebnis würde es allein wohl nicht ändern, weil die erste Sichtung durch eine Schweizer Personalabteilung selten bei den Aufzählungspunkten beginnt.

Zuerst wird geprüft, ob eine Anstellung unkompliziert ist: Bewilligung, Wohnort, welche Sprachen auf welchem Niveau. Dann folgt der Werdegang, also welche Arbeitgeber, welche Funktionen, in welcher Reihenfolge, mit oder ohne Lücke. Erst danach kommt der Inhalt der Zeilen. Fehlt einer der ersten drei Punkte oder ist er unklar, hört der Leser auf, bevor er bei dem Teil ankommt, den die Formel verbessert.

Die Reihenfolge der Arbeit zählt also. Bewilligung (oder «EU/EFTA-Bürger»), Wohnort mit Kanton und jede Sprache mit einem GER-Niveau wie B2 oder C1 statt «fliessend» gehören in den obersten Block der ersten Seite. Der Werdegang braucht eine Erklärung für jede Lücke. Erst dann ist die Stunde für XYZ gut investiert, und zwar bei den Stellen, um die es im Inserat geht.

Eine Zeile, zweimal umgeschrieben

Nimm als Beispiel eine erfundene Zeile aus dem Lebenslauf einer Logistikfachfrau: «Verantwortlich für Wareneingang und Lagerbewirtschaftung.» Sie besteht keine Prüfung, denn sie stimmt für jede Person, die die Stelle nach ihr übernimmt, genauso.

Die US-Fassung, direkt nach Formel: «Reduced stock discrepancies by 60% ($240K annually) by introducing barcode scanning at goods receipt.» Im Schweizer Dossier ist der Jahresbetrag eine Schätzung über das Geld des Arbeitgebers. Der Leser sucht ihn im Arbeitszeugnis und findet ihn dort nicht, und die Prozentzahl hat keine Basis.

Die Schweizer Fassung behält alle drei Teile, gibt dem Y aber Basis und Zeitraum statt eines Preisschilds: «Einführung der Barcode-Erfassung im Wareneingang, zusammen mit zwei Kollegen aus der Informatik; Lieferungen werden seither beim Eintreffen gegen die Bestellung gebucht, die Inventurdifferenzen sanken zwischen der Inventur 2024 und jener von 2025 von etwa jeder zwanzigsten auf jede hundertste Position.» Das ist länger. Dafür gehört jedes Element dir, ist überprüfbar oder beides, und das Z nennt einen Ablauf, den das Arbeitszeugnis sehr wahrscheinlich ebenfalls beschreibt.

Achte auf den Nominalstil: Die Zeile beginnt mit «Einführung», nicht mit «Ich führte ein». Deutsch verträgt die Formel gut, solange die Reihenfolge des Satzes deutsch bleibt.

Wie viele Zeilen der Formel folgen sollten

Nicht alle. Ein Lebenslauf, in dem jede Zeile eine Prozentzahl trägt, liest sich wie ein Verkaufsprospekt und verdrängt die Aufgabenzeilen, die dem Leser sagen, was die Stelle war. In der Schweiz müssen diese Zeilen zudem zum Zeugnis passen, das mitgeschickt wird. Für die zwei, drei jüngsten Stellen reichen je eine Handvoll Formelzeilen. Ältere Stellen dürfen kurze Aufgabenzeilen bleiben.

Dann passt du dort an, wo es zählt. Das Z jeder Zeile ist der natürliche Ort für die Wörter aus dem Stelleninserat: das System, die Norm, den Prozess, den es nennt. Einen Lebenslauf pro Stelle anzupassen bringt nur etwas, wenn sich dabei das Vokabular des Inserats ändert. Dieselben allgemeinen Zeilen umzustellen, merkt kein Leser.

Der Lebenslauf-Check von SwissJobs.app bewertet einen Lebenslauf gegen ein konkretes Inserat und gegen Schweizer Konventionen wie die Bewilligungszeile und die Sprachniveaus. So siehst du, ob der oberste Block und die Zeilen zur Stelle passen, an die du sie schickst.

Die Inseratzahlen wurden am 11. September 2026 aus dem Stelleninserate-Index von SwissJobs.app mit Datenstand 10. September 2026 berechnet. Lehrstellen und Praktika sind anhand des Titels ausgeschlossen. Die Sprachanteile beziehen sich auf die Inserate, deren Sprache sich bestimmen liess, gut drei Viertel des übrigen Bestands; der Englisch-Anteil bezieht sich auf die deutschsprachigen Inserate, die überhaupt eine Sprachanforderung nennen, gezählt pro Inserat und nicht pro Nennung. Wir veröffentlichen Anteile, nie absolute Bestandszahlen, und es sind Anteile unseres Index, keine amtliche Arbeitsmarktstatistik. Die Formel und das zitierte Beispiel stammen aus dem LinkedIn-Beitrag «My Personal Formula for a Winning Resume» von Laszlo Bock vom 29. September 2014. Der Gesetzeswortlaut ist dem Obligationenrecht auf fedlex entnommen, Fassung vom 1. Januar 2026. Alle Dokumente am 11. September 2026 abgerufen. Das Logistikbeispiel ist erfunden und dient nur der Veranschaulichung.

Prüfe, wie dein Lebenslauf zu einer Stelle passt

Kostenlos: Sprachen, Bewilligung, Anforderungen und mehr — bewertet gegen ein konkretes Inserat.

ATS-Lebenslauf prüfen: gegen ein konkretes Inserat, kostenlos

Quellen

Verwandte Fragen

← Alle Fragen

Was unser Stellenindex über den Schweizer Markt sagt

Live aus unserem eigenen Index berechnet, nicht aus einer Studie zitiert. Nur Anteile, Stand heute.

Sprache der Inserate

Deutsch
60%
English
23%
Français
13%
Italiano
3%

Von den Inseraten mit Sprachanforderung verlangen

Deutsch
70%
English
43%
Français
21%
Italiano
3%

19% in den letzten 7 Tagen ausgeschrieben · Grösste Märkte: Zürich 18% · Bern 10% · Genève 5% · Basel 5%