Alle Fragen

Lebenslauf prüfen

Wie mache ich meinen Lebenslauf maschinenlesbar?

Aktualisiert:

Zwei Lebensläufe nebeneinander: links eine zweispaltige Designvorlage mit Symbolen und Bewertungspunkten, rechts ein schlichter einspaltiger Schweizer Lebenslauf. Die Grafik hält fest, dass die Vorlage beim Auslesen ausser der Reihe gelesen wird, während der einspaltige Lebenslauf in Lesereihenfolge ankommt und Platz für Sprachniveau, Bewilligung und Referenzen lässt.

Kurz gesagt

Maschinenlesbar heisst: In deiner Datei steckt echter Text und nicht ein Bild von Text, und dieser Text lässt sich in der richtigen Reihenfolge herauslösen. Exportiere den Lebenslauf deshalb direkt aus Word, Pages oder Docs als PDF, statt ihn auszudrucken, einzuscannen oder abzufotografieren. Halte alle wichtigen Angaben im Fliesstext statt in Kopfzeilen, Textfeldern oder Grafiken, und verzichte auf zwei Spalten. Prüfen kannst du das in zehn Sekunden: Öffne das PDF und suche mit der Suchfunktion nach deinem Nachnamen. Findet ihn der Betrachter nicht, findet ihn auch sonst niemand.

Der zweite Teil hat mit dem Dateiformat nichts mehr zu tun, sondern mit Zeichen. Ein Abgleich zwischen Inserat und Lebenslauf ist buchstabengenau, und Schweizer Ortsnamen werden nicht einheitlich geschrieben: Von den erfassten Inseraten, die Zürich überhaupt nennen, schreiben es gut vier von fünf mit Umlaut und gut ein Fünftel ohne. Wer «Zurich» tippt, weil die Tastatur gerade englisch steht, steht auf der kleineren Seite.

Und ein dritter Teil ist Weglassen. Die Verzierungen der Inserattitel — Schrägstriche, Geschlechtszusätze, Pensumangaben, Grossbuchstabenkürzel — gehören nicht in deinen Lebenslauf. Maschinenlesbar wird er durch saubere Struktur und richtige Schreibweisen, nicht durch das Nachbauen fremder Formatierung.

Welche Schreibweise die Inserate tatsächlich verwenden
Welche Schreibweise die Inserate tatsächlich verwendenLuzern (statt Lucerne)97.3%Fribourg (statt Freiburg)86.7%Genève (statt Geneva)83.1%Zürich (mit Umlaut)82.8%St. Gallen (mit Punkt)24.7%

Anteil der Inserate, die den Ort überhaupt nennen und dabei genau diese Form verwenden. Ein kleiner Teil nennt beide Formen, deshalb ergänzen sich die Werte je Ort nicht auf hundert. Laufende Auswertung der erfassten Schweizer Inserate, Stand August 2026.

  • Bei rund vier von zehn erfassten Inseraten trägt schon der Titel, der Ort oder der Firmenname einen Umlaut oder Akzent — geht dieser beim Export verloren, stimmt die Schreibweise dort nicht mehr überein.
  • Gut ein Fünftel aller Inserattitel verändert sich, sobald man die Akzente entfernt; bei den französischsprachigen Titeln sind es rund sechzig Prozent.
  • «St. Gallen» ist der Sonderfall: Nur etwa ein Viertel der Inserate, die den Ort nennen, setzt den Punkt — knapp neun von zehn schreiben ihn ohne.
  • Etwa sieben Prozent der deutschsprachigen Inserate verwenden das Eszett, obwohl die Schweizer Schreibweise es nicht kennt; «fliessend» und «fließend» sind für einen Zeichenvergleich zwei verschiedene Wörter.
  • Rund die Hälfte der Inserattitel enthält einen Schrägstrich und knapp ein Drittel eine Ziffer — Verzierungen, die im eigenen Lebenslauf nichts zu suchen haben.

Was «maschinenlesbar» technisch wirklich meint

Ein PDF kann zwei sehr verschiedene Dinge enthalten. Entweder Text, der als Zeichenfolge gespeichert ist und den ein Programm Buchstabe für Buchstabe herauslesen kann. Oder ein Bild, das für das Auge genau gleich aussieht, aber technisch eine Fläche aus Pixeln ist. Für den Menschen sind beide lesbar. Für jede Auswertung ist nur das erste lesbar, und zwar vollständig oder gar nicht.

Über dem Text liegt eine zweite Ebene, die kaum jemand kennt: die Struktur. Gut gebaute PDF-Dateien markieren, was eine Überschrift ist, was eine Liste, was eine Tabellenzelle, und in welcher Reihenfolge das alles gelesen werden soll. Genau diese Markierungen sind es, die eine Auswertung von einem Zeichenhaufen unterscheiden.

Dass es dafür eine anerkannte Norm gibt, wird in der Ratgeberliteratur selten erwähnt. Der Schweizer Accessibility-Standard, herausgegeben vom Verein eCH, hält für publizierte Dokumente fest, dass sie barrierefrei sein müssen, und empfiehlt für PDF-Dateien ausdrücklich die ISO-Norm PDF/UA. Diese Norm beschreibt technisch, wie Struktur, Lesereihenfolge und Alternativtexte in einer PDF-Datei abzulegen sind.

Diese Vorgabe richtet sich an die Verwaltung und ihre Publikationen, nicht an dich und deine Bewerbung — verpflichtet bist du zu gar nichts. Sie ist trotzdem nützlich, weil sie beschreibt, welche Eigenschaften ein Dokument maschinenlesbar machen. Wer sie kennt, hört auf, über Schriftgrössen zu diskutieren, und schaut auf Textebene, Struktur und Reihenfolge.

Der Weg aus dem Programm heraus entscheidet

Die meisten unlesbaren Lebensläufe entstehen nicht beim Schreiben, sondern beim Speichern. «Exportieren als PDF» oder «Speichern unter: PDF» erhält den Text. Der Umweg über einen Drucker, ein Scangerät oder eine Handykamera erzeugt ein Bild, und aus einem Bild wird ohne Texterkennung nie wieder Text. Der häufigste Fall ist harmlos gemeint: unterschreiben, ausdrucken, einscannen, verschicken.

Auch aus Grafikprogrammen kommt regelmässig ein Bild heraus. Vorlagen aus Design-Werkzeugen sehen makellos aus und exportieren die Buchstaben manchmal als Kurven, damit die Schrift überall gleich aussieht. Der Beweis ist derselbe wie oben: Suche im fertigen PDF nach deinem Namen. Wird nichts gefunden, ist die Datei ein Bild.

Wenn du eine Schrift verwendest, die es nicht überall gibt, muss sie eingebettet werden — das erledigen die gängigen Programme beim Export von selbst, der Umweg über eine Vorschau oder einen Bilddruck aber nicht. Bleib bei einer verbreiteten Schrift, dann stellt sich die Frage gar nicht erst.

Für die verschickte Datei gilt schliesslich: eine Datei, ein Dokument. Wer Lebenslauf, Anschreiben und Zeugnisse in eine einzige Datei presst und dabei die gescannten Zeugnisse mitschleift, hat am Ende ein Dokument, dessen erste Seiten lesbar sind und dessen Rest aus Bildern besteht. Getrennte Dateien mit klaren Namen sind unkomplizierter.

Wo Text verschwindet, obwohl er da ist

Kopf- und Fusszeilen sind der klassische Verlustort. Wer seine Adresse, Telefonnummer und Mailadresse in die Kopfzeile setzt, hat sie optisch auf jeder Seite und technisch ausserhalb des Fliesstextes. Dasselbe gilt für Textfelder, die man in Word frei über die Seite schieben kann: Sie sehen aus wie Text an einer bestimmten Stelle, hängen in der Reihenfolge aber irgendwo.

Das zweispaltige Layout ist der zweite Verlustort, und der tückischere, weil nichts fehlt. Der Text kommt vollständig an, nur eben durcheinander: Die Seitenspalte mit Sprachen und Fähigkeiten schiebt sich mitten in eine Stelle, ein Datum steht plötzlich neben dem falschen Arbeitgeber. Ein Mensch sortiert das im Kopf. Eine Auswertung sortiert es nicht.

Der dritte Verlustort sind Bilder, die Informationen tragen. Punkte, Balken oder Sterne für Sprachkenntnisse enthalten keinen Text, also auch keine Aussage; ein Symbol vor der Telefonnummer sagt nicht, dass hier eine Telefonnummer steht. Schreib «Deutsch: Muttersprache», «Französisch: gute Kenntnisse (B2)» und «Telefon: …» aus, dann steht es auch da.

Tabellen sind ein Grenzfall. Eine schlichte zweispaltige Tabelle für Zeitraum und Position wird meist sauber gelesen. Verschachtelte Tabellen, verbundene Zellen und Tabellen, die nur als Layouthilfe dienen, werden es nicht. Wenn du unsicher bist: Der Kopiertest zeigt dir in Sekunden, ob deine Tabelle Zeile für Zeile ankommt.

Umlaute, Akzente und die Schreibweise des Ortes

Sobald der Text sauber herauskommt, geht es nur noch um Zeichenfolgen — und dort liegt der Schweizer Sonderfall. In unserer laufenden Auswertung der erfassten Inserate trägt bei rund vier von zehn Inseraten bereits der Titel, der Arbeitsort oder der Firmenname einen Umlaut oder Akzent. Ein Lebenslauf, dessen Text beim Export die Akzente verliert, weicht bei diesen Inseraten schon im Ortsnamen ab.

Der Ortsname ist ohnehin die uneinheitlichste Angabe im ganzen Markt. Von den Inseraten, die Zürich nennen, verwenden gut vier von fünf die Form mit Umlaut, gut ein Fünftel die Form ohne; ein kleiner Teil nennt beide. Bei Genève liegt das Verhältnis fast identisch. Bei Luzern ist es eindeutig: Fast alle schreiben Luzern, die englische Form ist eine Randerscheinung.

Freiburg zeigt die andere Richtung. Von den Inseraten, die die Stadt nennen, schreiben sie deutlich häufiger «Fribourg» als «Freiburg» — auch in deutschsprachigen Inseraten. Und «St. Gallen» ist der schönste Fall: Nur etwa ein Viertel setzt den Punkt, knapp neun von zehn schreiben «St Gallen» ohne. Die Mehrheitsschreibweise ist hier die, die man für die falsche hält.

Praktisch heisst das nicht, dass du Varianten sammeln sollst. Es heisst: Schreib den Ort so, wie er vor Ort geschrieben wird, und stell sicher, dass dein Export den Umlaut oder Akzent überhaupt überträgt. Wenn du dich in beiden Sprachräumen bewirbst, kostet es eine Zeile, in der Adresszeile «Zürich (Zurich)» zu schreiben — und mehr braucht es nicht.

ss oder ß, gerader oder runder Apostroph

Die Schweizer Schreibweise kennt kein Eszett; in der Schweiz steht überall ss. In den erfassten deutschsprachigen Inseraten taucht das Eszett trotzdem bei etwa sieben Prozent auf, meist in Wörtern wie massgeschneidert, regelmässig, einschliesslich oder fliessend, wo die bundesdeutsche Schreibweise das ss durch das Eszett ersetzt. Für einen Zeichenvergleich sind «fliessend» und die Form mit Eszett zwei verschiedene Wörter.

Daraus folgt keine Empfehlung, das Eszett zu übernehmen: Für einen Schweizer Lebenslauf ist ss richtig, und es bleibt richtig. Es lohnt sich aber zu wissen, warum eine Suche nach der eigenen Formulierung manchmal weniger Treffer bringt als erwartet — es liegt an einem einzigen Zeichen, nicht an der Sache.

Der Apostroph ist der zweite unsichtbare Zeichenstreit. Textprogramme wandeln den geraden Apostroph automatisch in den typografischen um. In den erfassten Inseraten überwiegt der gerade Apostroph deutlich, die runde Form ist die Ausnahme. Wer «d’un» oder «l’équipe» aus einem Textprogramm kopiert, hat das andere Zeichen im Dokument — sichtbar identisch, technisch nicht.

Dasselbe gilt für Striche. Der kurze Bindestrich, der längere Gedankenstrich und der geschützte Bindestrich sehen ähnlich aus und sind es nicht. In Pensumangaben wie «achtzig bis hundert Prozent» tauchen beide Varianten auf. Deshalb ist es besser, Zeiträume und Pensen im eigenen Lebenslauf einheitlich und in derselben Form zu schreiben, statt sie aus verschiedenen Quellen zusammenzukopieren.

Was du gerade nicht übernehmen sollst

Ein verbreiteter Fehlschluss lautet: Wenn Software den Text liest, muss ich den Text der Inserate möglichst genau nachbauen. Die Inserattitel bestehen aber zu einem grossen Teil aus Verpackung. Rund die Hälfte enthält einen Schrägstrich, gut ein Drittel einen Bindestrich, knapp ein Drittel eine Ziffer, ein Viertel ein Kürzel in Grossbuchstaben; bei den deutschsprachigen Titeln trägt gut vier von zehn einen Geschlechtszusatz in Klammern.

Nichts davon gehört in deinen Lebenslauf. Ein Geschlechtszusatz hinter deiner eigenen Position ist sinnlos, ein Pensumzusatz im Titel deiner letzten Stelle ist verwirrend, und ein Doppelpunkt mitten in der Positionsbezeichnung erschwert das Auslesen eher, als dass es hilft. Der Titel einer Inseratzeile ist ein Werbetext, deine Positionsbezeichnung ist eine Tatsache.

Die mittlere Inserattitelzeile besteht aus rund fünf Wörtern und vierzig Zeichen; alles darüber ist meistens Zusatz. Für den Lebenslauf ist die nützliche Länge dieselbe: Funktion, Fachgebiet, allenfalls Abschluss. «Sachbearbeiterin Debitoren», «Elektroinstallateur EFZ», «Projektleiterin Bau». Kurz, ausgeschrieben, immer gleich aufgebaut.

Zum Schluss die Routine vor dem Verschicken, jedes Mal gleich: aus dem Programm exportieren, im PDF nach dem eigenen Nachnamen suchen, den Text einmal in ein einfaches Textfeld kopieren und die ersten zehn Zeilen lesen, und die Datei unter einem Namen speichern, der ohne Sonderzeichen und Leerschläge auskommt — Nachname, Vorname, Lebenslauf. Zwei Minuten, und die Datei kommt an, wie sie soll.

Alle Anteile stammen aus unserer laufenden Auswertung der von uns erfassten Schweizer Stelleninserate, Stand August 2026. Die Angaben zu Schreibweisen sind unmittelbar an Titelzeile, Ortsangabe, Firmenname und verdichtetem Inseratstext gemessen; ein Inserat, das beide Schreibweisen eines Ortes nennt, zählt bei beiden mit, weshalb sich die Werte je Ort nicht auf hundert Prozent ergänzen. Die Angaben zum Eszett sind an den deutschsprachigen Inseraten gemessen. Wir veröffentlichen Anteile, keine absoluten Bestandszahlen.

Prüfe, wie dein Lebenslauf zu einer Stelle passt

Kostenlos: Sprachen, Bewilligung, Anforderungen und mehr — bewertet gegen ein konkretes Inserat.

ATS-Lebenslauf prüfen: gegen ein konkretes Inserat, kostenlos

Quellen

Verwandte Fragen

← Alle Fragen

Was unser Stellenindex über den Schweizer Markt sagt

Live aus unserem eigenen Index berechnet, nicht aus einer Studie zitiert. Nur Anteile, Stand heute.

Sprache der Inserate

Deutsch
60%
English
23%
Français
13%
Italiano
3%

Von den Inseraten mit Sprachanforderung verlangen

Deutsch
70%
English
43%
Français
21%
Italiano
3%

19% in den letzten 7 Tagen ausgeschrieben · Grösste Märkte: Zürich 18% · Bern 10% · Genève 5% · Basel 5%