Lebenslauf Scientist: Beispiel und Vorlage

Ein vollständiges Schweizer Lebenslauf-Beispiel für Scientists in Forschung, Pharma und Life Sciences - mit Methodenprofil, Publikationen und Drittmitteln.

Aktuell 131 offene Stellen als Scientist in der Schweiz in 8 Kantonen, davon 23 aus den letzten 7 Tagen. Am meisten ausgeschrieben hat Roche.

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Welcher Abschluss wird für eine Stelle als Scientist in der Schweiz verlangt?

In der Regel ein Doktorat (Dr. sc. nat., PhD) einer Schweizer Hochschule oder ein MSc mit mehreren Jahren Laborerfahrung.

Für Positionen mit dem Titel "Scientist" in Pharma, Biotech und an Hochschulen erwarten Arbeitgeber meist ein abgeschlossenes Doktorat in Life Sciences, Chemie, Physik oder einem angrenzenden Fach - typischerweise von ETH Zürich, EPFL oder einer kantonalen Universität. Führen Sie den Abschluss exakt so auf, wie er verliehen wurde (Dr. sc. nat., Dr. sc. ETH, PhD), ergänzt um Departement, Betreuungsperson und Titel der Dissertation. Bei einem MSc-Profil positionieren Sie sich über Jahre an der Laborbank: Viele Unternehmen besetzen "Scientist I"-Stufen bewusst mit erfahrenen MSc-Absolvierenden oder mit Laborantinnen und Laboranten EFZ, die ein Fachhochschulstudium (BSc FH Life Sciences, z.B. Wädenswil oder Muttenz) angeschlossen haben.

Ausländische Abschlüsse erwähnen Sie mit dem Herkunftsland und, falls vorhanden, mit der Anerkennung durch Swiss ENIC. Das ersetzt keine formelle Anerkennung, nimmt der HR-Abteilung aber Rückfragen ab. Wenn Sie eine Aufenthalts- oder Arbeitsbewilligung benötigen, schreiben Sie den Status in die Kopfzeile (zum Beispiel "Bewilligung B, EU/EFTA"). Für Nicht-EU-Staatsangehörige ist das ein zentrales Selektionskriterium und gehört nach oben, nicht ins Anschreiben.

Zusätzliche Qualifikationen sind bei Scientists oft ausschlaggebend: das LTK-Modul 1 für Tierversuche, GLP- oder GMP-Schulungen inklusive Data Integrity nach ALCOA+, Strahlenschutz-Sachkunde für den Umgang mit radioaktiven Nukliden oder Biosicherheitsstufe-2-Einweisungen. Listen Sie diese Nachweise separat mit Jahr auf - sie entscheiden darüber, ob Sie am ersten Arbeitstag ohne Nachschulung im Labor stehen dürfen.

Wie stelle ich Publikationen und Berufserfahrung im Lebenslauf dar?

Trennen Sie Berufserfahrung (mit Wirkung und Zahlen) von einer eigenen Publikations- und Drittmittelliste.

Beschreiben Sie jede Station mit einem kurzen Kontextsatz (Forschungsgebiet, Teamgrösse, Finanzierung) und danach drei bis vier quantifizierte Punkte. Statt "Durchführung von Zellkulturexperimenten" schreiben Sie "CRISPR-Screen mit 18'000 sgRNA über 3 Zelllinien, 12 validierte Treffer". Zahlen, die bei Scientists überzeugen: Anzahl Verbindungen im Screening, Durchsatz pro Tag, Assay-Variabilität (CV), verkürzte Messzeiten, Kosten pro Datenpunkt, Anzahl betreuter Studierender, Budgetverantwortung in CHF.

Publikationen gehören in eine separate Liste - nicht in die Erfahrungsblöcke. Nennen Sie Erst-, Ko- und Letztautorschaften klar, mit DOI, Jahr und optional Impact Factor oder Zitationen. Bei über zehn Publikationen führen Sie fünf ausgewählte Arbeiten auf und verweisen auf ORCID oder Google Scholar. Ergänzen Sie Patente, Konferenzvorträge (Vortrag oder Poster unterscheiden) und eingeworbene Drittmittel mit Fördergeber und Betrag, zum Beispiel "SNF Projektförderung, CHF 450'000, Co-Applicant".

Ein industrieller Lebenslauf unterscheidet sich vom akademischen: Für eine Stelle bei einem Pharmaunternehmen kürzen Sie den Publikationsteil und heben Methodentransfer, Qualitätsdokumentation, Zusammenarbeit mit CRO-Partnern und Projektzeitpläne hervor. Für eine Bewerbung an einer Hochschule oder um ein SNF-Ambizione-Instrument gilt das Gegenteil: dort erwarten die Gremien eine vollständige Publikationsliste, Lehrerfahrung in Semesterstunden und Betreuungsleistungen.

Wie lang darf der Lebenslauf sein, und braucht es ein Foto?

Zwei Seiten für Industriebewerbungen, drei bis vier Seiten inklusive Publikationsliste für akademische Stellen - ein Foto ist in der Schweiz üblich, aber freiwillig.

Für Scientist-Positionen in der Industrie halten Sie den Hauptteil auf zwei Seiten: Profil, Kompetenzen und Methoden, Berufserfahrung, Ausbildung, Zertifikate, Sprachen. Die Publikations- und Drittmittelliste hängen Sie als dritte Seite oder als separates Dokument an. Akademische Bewerbungen dürfen länger sein; strukturieren Sie dann mit klaren Zwischentiteln, damit die Kommission Ihre Kernbotschaften in zwei Minuten findet.

Ein professionelles Porträtfoto ist in der Schweiz weiterhin verbreitet und wird von vielen Personalabteilungen erwartet, ist aber rechtlich nicht verlangt. Standard sind zudem Geburtsjahr, Wohnort, Nationalität beziehungsweise Bewilligungsstatus sowie Sprachkenntnisse mit Niveau nach GER. Verzichten Sie auf Angaben zu Zivilstand oder Konfession. Arbeitszeugnisse, Diplome und Doktorurkunde reichen Sie als PDF-Beilage ein - Schweizer Arbeitgeber prüfen diese tatsächlich.

Sprachen sind bei Forschungsstellen doppelt relevant: Englisch ist Arbeitssprache im Labor und in Publikationen, während Deutsch oder Französisch für Behördenkontakte, Sicherheitsschulungen und die Zusammenarbeit mit technischem Personal zählt. Geben Sie beides mit Niveau an. Nennen Sie eine Lohnvorstellung nur, wenn sie im Inserat verlangt wird; realistische Bänder liegen für Scientists mit Doktorat je nach Region und Branche etwa zwischen CHF 100'000 und CHF 130'000, an Hochschulen entsprechend den kantonalen Lohnklassen tiefer.

Wo Scientist in der Schweiz gesucht werden

Verteilung der 131 offenen Stellen auf die Kantone.

Basel-Stadt9Zürich6Waadt5Genf4Freiburg2Aargau1Zug1Neuenburg1
Zahlen als Tabelle
KantonInserate
Basel-Stadt9
Zürich6
Waadt5
Genf4
Freiburg2
Aargau1
Zug1
Neuenburg1

Welche Sprachen die Inserate verlangen

Von 91 Inseraten mit Sprachangabe — in Klammern die Zahl, die Verhandlungsniveau verlangt.

Englisch76 (61)Deutsch32 (12)Französisch5 (2)
Zahlen als Tabelle
SpracheInserate
Englisch76 (61)
Deutsch32 (12)
Französisch5 (2)

Wer in der Schweiz Scientist sucht

Arbeitgeber mit den meisten offenen Stellen. Personalvermittler sind ausgeschlossen.

Roche19CSL12Novartis11Lonza7Adaptyv5On4
Zahlen als Tabelle
ArbeitgeberInserate
Roche19
CSL12
Novartis11
Lonza7
Adaptyv5
On4

Vollzeit oder Teilzeit?

Wie die Stellen ausgeschrieben sind.

Vollzeit / plein te…66Teilzeit / partiel3Temporär2
Zahlen als Tabelle
PensumInserate
Vollzeit / plein temps66
Teilzeit / partiel3
Temporär2

Der Lebenslauf im Volltext

Zum Nachlesen und Übernehmen.

Dr. Annina Zumsteg

Scientist Molekularbiologie, Dr. sc. nat. ETH Zürich

Scientist mit sieben Jahren Erfahrung in präklinischer Zellbiologie und Assay-Entwicklung an der Schnittstelle von akademischer Forschung und Industrie. Ich baue robuste In-vitro-Modelle auf, validiere Assays nach GLP-Grundsätzen und übersetze Rohdaten in entscheidungsreife Berichte für Projektteams. Neun Erstautor- und Koautor-Publikationen (kumulativer Impact Factor 61), eingeworbene Drittmittel von CHF 780'000 aus SNF- und Innosuisse-Projekten.

Was mich unterscheidet

Assay-Validierung statt nur Assay-Durchführung: Ich validiere zellbasierte Potency-Assays nach ICH Q2(R2)-Kriterien (Präzision, Linearität, Robustheit) und dokumentiere sie so, dass sie Audits der Swissmedic-Inspektorate und interner QA standhalten.

Drittmittel-Erfahrung: Vier eingereichte Projektanträge (SNF Projektförderung, Innosuisse Innovationsprojekt), davon drei bewilligt - inklusive Budgetplanung, Meilensteinplanung und Reporting an die Förderstelle.

Brücke Akademie - Industrie: Ich habe akademische Screening-Methoden in eine industrielle Pipeline überführt und dabei Durchsatz von 96 auf 1'536 Datenpunkte pro Tag erhöht, ohne die Assay-Variabilität (CV) über 12 Prozent steigen zu lassen.

Datenanalyse mit Code, nicht mit Copy-Paste: Reproduzierbare Analysepipelines in R und Python (Bioconductor, scikit-learn), versioniert in Git; dadurch sind alle Abbildungen meiner Publikationen aus Rohdaten neu erzeugbar.

Wichtigste Erfolge

Screening-Kaskade neu aufgesetzt. Primärscreening von 24'000 Verbindungen in 11 Wochen abgeschlossen, Hit-Rate von 0.8 Prozent bei einer Falsch-Positiv-Quote unter 5 Prozent; Kosten pro Datenpunkt um 34 Prozent gesenkt.

SNF-Projekt eingeworbenen und geleitet. Projektantrag über CHF 450'000 (4 Jahre) als Co-Applicant verfasst, bewilligt 2022; daraus zwei Publikationen und eine Doktorarbeit fristgerecht abgeschlossen.

Methodentransfer in die GMP-Umgebung. Potency-Assay von Forschung an Qualitätskontrolle transferiert: 3 Analysten qualifiziert, Vergleichbarkeit über 60 Doppelbestimmungen belegt, Freigabezeit pro Charge um 2 Arbeitstage verkürzt.

Berufserfahrung

Scientist Cell Biology — Helvetica Biotherapeutics AG, Basel, seit 03/2021

Präklinische Forschung, Team von 14 Personen, Zielindikation Onkologie; Arbeit in GLP-nahem Umfeld mit ELN-Dokumentationspflicht.

  • Aufbau von 3 primären 3D-Sphäroid-Modellen, dadurch Reduktion der In-vivo-Studien um 2 Tierversuche pro Jahr (3R-Prinzip, kantonale Tierversuchsbewilligung als Mitverantwortliche)
  • Verantwortung für Assay-Budget von CHF 320'000 pro Jahr, Einsparung von CHF 41'000 durch Reagenzien-Konsolidierung
  • 5 Koautor-Publikationen und 2 Patentanmeldungen (EP) in 4 Jahren
  • Fachliche Führung von 2 Laborantinnen EFZ und 3 Masterstudierenden, Onboarding-Zeit von 12 auf 7 Wochen reduziert

Postdoc Molekulare Onkologie — Institut für Translationale Medizin, Universitätsspital Aarau (fiktiv), 09/2018 - 02/2021

SNF-finanziertes Postdoc-Projekt zu Resistenzmechanismen, Kooperation mit 2 externen Gruppen.

  • CRISPR-Screen mit 18'000 sgRNA über 3 Zelllinien durchgeführt, 12 validierte Resistenzgene identifiziert
  • Erstautor-Publikation im Journal mit Impact Factor 11.4, bis heute 87 Zitationen
  • Drittmittel von CHF 180'000 (Krebsliga-ähnliche Stiftung, fiktiv) selbständig eingeworben
  • Aufbau der institutsweiten scRNA-seq-Pipeline, genutzt von 4 Forschungsgruppen

Doktorand Biochemie (Dr. sc. nat.) — ETH Zürich, Departement Biologie, 10/2014 - 08/2018

Dissertation zu Protein-Protein-Interaktionen in Signalkaskaden, Betreuung durch Lehrstuhl mit 22 Mitarbeitenden.

  • Dissertation in 46 Monaten abgeschlossen (Median des Departements: 52 Monate), Note magna cum laude
  • 2 Erstautor-Publikationen sowie 6 Konferenzbeiträge, davon 3 Vorträge (u.a. Life Sciences Switzerland Annual Meeting)
  • Betreuung von 4 Semesterarbeiten, Assistenz in Praktikum mit 60 Studierenden über 6 Semester
  • Etablierung einer SPR-Messmethode, Messdauer pro Interaktion von 6 auf 2.5 Stunden reduziert

Ausbildung

Dr. sc. nat., Biochemie / Molekularbiologie — ETH Zürich · 2018

MSc ETH, Biology, Major Molecular Health Sciences — ETH Zürich · 2014

BSc, Biologie — Universität Bern · 2012

LTK Modul 1 (FELASA-anerkannt, Tierversuchskunde) · GLP-Grundlagenschulung inkl. Data Integrity (ALCOA+) · Good Clinical/Laboratory Practice Refresher, SGCP-Kurs · Projektmanagement IPMA Level D

Häufige Fragen

In welcher Sprache soll ich meinen Lebenslauf als Scientist schreiben?
73% der Inserate sind auf Englisch, 25% auf Deutsch. In diesem Beruf lohnen sich zwei Fassungen.
Wo werden Scientist in der Schweiz am meisten gesucht?
Verteilt, mit Basel-Stadt an der Spitze (7%), dann Zürich und Waadt. Über die Sprachgrenze bewirbt man sich mit der passenden Fassung.
Welches Sprachniveau verlangen Scientist-Inserate?
Englisch in 84% der Inserate mit Sprachangabe, und 80% davon auf Verhandlungsniveau. «Gute Kenntnisse» reicht hier nicht — gib A2 bis C2 an.
Werden Scientist-Stellen Voll- oder Teilzeit angeboten?
96% Vollzeit, nur 4% Teilzeit. Wer Teilzeit sucht, sollte das früh sagen statt es offenzulassen.
Wer stellt Scientist in der Schweiz ein?
Zurzeit unter anderem Roche, CSL, Novartis. Ihre Inserate sind die beste Wortliste für den eigenen Lebenslauf.