Lebenslauf Scientist: Beispiel und Vorlage
Ein vollständiges Schweizer Lebenslauf-Beispiel für Scientists in Forschung, Pharma und Life Sciences - mit Methodenprofil, Publikationen und Drittmitteln.
Aktuell 90 offene Stellen als Scientist in der Schweiz in 9 Kantonen, davon 14 aus den letzten 7 Tagen. Am meisten ausgeschrieben hat roche.
Lebenslauf-Beispiel — zweiseitige Vorlage
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Welcher Abschluss wird für eine Stelle als Scientist in der Schweiz verlangt?
In der Regel ein Doktorat (Dr. sc. nat., PhD) einer Schweizer Hochschule oder ein MSc mit mehreren Jahren Laborerfahrung.
Für Positionen mit dem Titel "Scientist" in Pharma, Biotech und an Hochschulen erwarten Arbeitgeber meist ein abgeschlossenes Doktorat in Life Sciences, Chemie, Physik oder einem angrenzenden Fach - typischerweise von ETH Zürich, EPFL oder einer kantonalen Universität. Führen Sie den Abschluss exakt so auf, wie er verliehen wurde (Dr. sc. nat., Dr. sc. ETH, PhD), ergänzt um Departement, Betreuungsperson und Titel der Dissertation. Bei einem MSc-Profil positionieren Sie sich über Jahre an der Laborbank: Viele Unternehmen besetzen "Scientist I"-Stufen bewusst mit erfahrenen MSc-Absolvierenden oder mit Laborantinnen und Laboranten EFZ, die ein Fachhochschulstudium (BSc FH Life Sciences, z.B. Wädenswil oder Muttenz) angeschlossen haben.
Ausländische Abschlüsse erwähnen Sie mit dem Herkunftsland und, falls vorhanden, mit der Anerkennung durch Swiss ENIC. Das ersetzt keine formelle Anerkennung, nimmt der HR-Abteilung aber Rückfragen ab. Wenn Sie eine Aufenthalts- oder Arbeitsbewilligung benötigen, schreiben Sie den Status in die Kopfzeile (zum Beispiel "Bewilligung B, EU/EFTA"). Für Nicht-EU-Staatsangehörige ist das ein zentrales Selektionskriterium und gehört nach oben, nicht ins Anschreiben.
Zusätzliche Qualifikationen sind bei Scientists oft ausschlaggebend: das LTK-Modul 1 für Tierversuche, GLP- oder GMP-Schulungen inklusive Data Integrity nach ALCOA+, Strahlenschutz-Sachkunde für den Umgang mit radioaktiven Nukliden oder Biosicherheitsstufe-2-Einweisungen. Listen Sie diese Nachweise separat mit Jahr auf - sie entscheiden darüber, ob Sie am ersten Arbeitstag ohne Nachschulung im Labor stehen dürfen.
Wie stelle ich Publikationen und Berufserfahrung im Lebenslauf dar?
Trennen Sie Berufserfahrung (mit Wirkung und Zahlen) von einer eigenen Publikations- und Drittmittelliste.
Beschreiben Sie jede Station mit einem kurzen Kontextsatz (Forschungsgebiet, Teamgrösse, Finanzierung) und danach drei bis vier quantifizierte Punkte. Statt "Durchführung von Zellkulturexperimenten" schreiben Sie "CRISPR-Screen mit 18'000 sgRNA über 3 Zelllinien, 12 validierte Treffer". Zahlen, die bei Scientists überzeugen: Anzahl Verbindungen im Screening, Durchsatz pro Tag, Assay-Variabilität (CV), verkürzte Messzeiten, Kosten pro Datenpunkt, Anzahl betreuter Studierender, Budgetverantwortung in CHF.
Publikationen gehören in eine separate Liste - nicht in die Erfahrungsblöcke. Nennen Sie Erst-, Ko- und Letztautorschaften klar, mit DOI, Jahr und optional Impact Factor oder Zitationen. Bei über zehn Publikationen führen Sie fünf ausgewählte Arbeiten auf und verweisen auf ORCID oder Google Scholar. Ergänzen Sie Patente, Konferenzvorträge (Vortrag oder Poster unterscheiden) und eingeworbene Drittmittel mit Fördergeber und Betrag, zum Beispiel "SNF Projektförderung, CHF 450'000, Co-Applicant".
Ein industrieller Lebenslauf unterscheidet sich vom akademischen: Für eine Stelle bei einem Pharmaunternehmen kürzen Sie den Publikationsteil und heben Methodentransfer, Qualitätsdokumentation, Zusammenarbeit mit CRO-Partnern und Projektzeitpläne hervor. Für eine Bewerbung an einer Hochschule oder um ein SNF-Ambizione-Instrument gilt das Gegenteil: dort erwarten die Gremien eine vollständige Publikationsliste, Lehrerfahrung in Semesterstunden und Betreuungsleistungen.
Wie lang darf der Lebenslauf sein, und braucht es ein Foto?
Zwei Seiten für Industriebewerbungen, drei bis vier Seiten inklusive Publikationsliste für akademische Stellen - ein Foto ist in der Schweiz üblich, aber freiwillig.
Für Scientist-Positionen in der Industrie halten Sie den Hauptteil auf zwei Seiten: Profil, Kompetenzen und Methoden, Berufserfahrung, Ausbildung, Zertifikate, Sprachen. Die Publikations- und Drittmittelliste hängen Sie als dritte Seite oder als separates Dokument an. Akademische Bewerbungen dürfen länger sein; strukturieren Sie dann mit klaren Zwischentiteln, damit die Kommission Ihre Kernbotschaften in zwei Minuten findet.
Ein professionelles Porträtfoto ist in der Schweiz weiterhin verbreitet und wird von vielen Personalabteilungen erwartet, ist aber rechtlich nicht verlangt. Standard sind zudem Geburtsjahr, Wohnort, Nationalität beziehungsweise Bewilligungsstatus sowie Sprachkenntnisse mit Niveau nach GER. Verzichten Sie auf Angaben zu Zivilstand oder Konfession. Arbeitszeugnisse, Diplome und Doktorurkunde reichen Sie als PDF-Beilage ein - Schweizer Arbeitgeber prüfen diese tatsächlich.
Sprachen sind bei Forschungsstellen doppelt relevant: Englisch ist Arbeitssprache im Labor und in Publikationen, während Deutsch oder Französisch für Behördenkontakte, Sicherheitsschulungen und die Zusammenarbeit mit technischem Personal zählt. Geben Sie beides mit Niveau an. Nennen Sie eine Lohnvorstellung nur, wenn sie im Inserat verlangt wird; realistische Bänder liegen für Scientists mit Doktorat je nach Region und Branche etwa zwischen CHF 100'000 und CHF 130'000, an Hochschulen entsprechend den kantonalen Lohnklassen tiefer.
Wo Scientist in der Schweiz gesucht werden
Verteilung der 90 offenen Stellen auf die Kantone.
Zahlen als Tabelle
| Kanton | Inserate |
|---|---|
| Basel-Stadt | 19 |
| Waadt | 11 |
| Genf | 10 |
| Zürich | 8 |
| Aargau | 5 |
| Zug | 4 |
| Neuenburg | 2 |
| Freiburg | 2 |
Welche Sprachen die Inserate verlangen
Von 80 Inseraten mit Sprachangabe — in Klammern die Zahl, die Verhandlungsniveau verlangt.
Zahlen als Tabelle
| Sprache | Inserate |
|---|---|
| Englisch | 80 (78) |
| Französisch | 8 (8) |
| Deutsch | 6 (4) |
Wer in der Schweiz Scientist sucht
Arbeitgeber mit den meisten offenen Stellen. Personalvermittler sind ausgeschlossen.
Zahlen als Tabelle
| Arbeitgeber | Inserate |
|---|---|
| roche | 18 |
| adaptyv | 7 |
| Solvias | 4 |
| CSL | 4 |
| onrunning | 4 |
| lonza | 3 |
Vollzeit oder Teilzeit?
Wie die Stellen ausgeschrieben sind.
Zahlen als Tabelle
| Pensum | Inserate |
|---|---|
| Vollzeit / plein temps | 48 |
| Teilzeit / partiel | 1 |
| Temporär | 1 |
Der Lebenslauf im Volltext
Zum Nachlesen und Übernehmen.
Dr. Annina Zumsteg
Scientist Molekularbiologie, Dr. sc. nat. ETH Zürich
Scientist mit sieben Jahren Erfahrung in präklinischer Zellbiologie und Assay-Entwicklung an der Schnittstelle von akademischer Forschung und Industrie. Ich baue robuste In-vitro-Modelle auf, validiere Assays nach GLP-Grundsätzen und übersetze Rohdaten in entscheidungsreife Berichte für Projektteams. Neun Erstautor- und Koautor-Publikationen (kumulativer Impact Factor 61), eingeworbene Drittmittel von CHF 780'000 aus SNF- und Innosuisse-Projekten.
Was mich unterscheidet
Assay-Validierung statt nur Assay-Durchführung: Ich validiere zellbasierte Potency-Assays nach ICH Q2(R2)-Kriterien (Präzision, Linearität, Robustheit) und dokumentiere sie so, dass sie Audits der Swissmedic-Inspektorate und interner QA standhalten.
Drittmittel-Erfahrung: Vier eingereichte Projektanträge (SNF Projektförderung, Innosuisse Innovationsprojekt), davon drei bewilligt - inklusive Budgetplanung, Meilensteinplanung und Reporting an die Förderstelle.
Brücke Akademie - Industrie: Ich habe akademische Screening-Methoden in eine industrielle Pipeline überführt und dabei Durchsatz von 96 auf 1'536 Datenpunkte pro Tag erhöht, ohne die Assay-Variabilität (CV) über 12 Prozent steigen zu lassen.
Datenanalyse mit Code, nicht mit Copy-Paste: Reproduzierbare Analysepipelines in R und Python (Bioconductor, scikit-learn), versioniert in Git; dadurch sind alle Abbildungen meiner Publikationen aus Rohdaten neu erzeugbar.
Wichtigste Erfolge
Screening-Kaskade neu aufgesetzt. Primärscreening von 24'000 Verbindungen in 11 Wochen abgeschlossen, Hit-Rate von 0.8 Prozent bei einer Falsch-Positiv-Quote unter 5 Prozent; Kosten pro Datenpunkt um 34 Prozent gesenkt.
SNF-Projekt eingeworbenen und geleitet. Projektantrag über CHF 450'000 (4 Jahre) als Co-Applicant verfasst, bewilligt 2022; daraus zwei Publikationen und eine Doktorarbeit fristgerecht abgeschlossen.
Methodentransfer in die GMP-Umgebung. Potency-Assay von Forschung an Qualitätskontrolle transferiert: 3 Analysten qualifiziert, Vergleichbarkeit über 60 Doppelbestimmungen belegt, Freigabezeit pro Charge um 2 Arbeitstage verkürzt.
Berufserfahrung
Scientist Cell Biology — Helvetica Biotherapeutics AG, Basel, seit 03/2021
Präklinische Forschung, Team von 14 Personen, Zielindikation Onkologie; Arbeit in GLP-nahem Umfeld mit ELN-Dokumentationspflicht.
- Aufbau von 3 primären 3D-Sphäroid-Modellen, dadurch Reduktion der In-vivo-Studien um 2 Tierversuche pro Jahr (3R-Prinzip, kantonale Tierversuchsbewilligung als Mitverantwortliche)
- Verantwortung für Assay-Budget von CHF 320'000 pro Jahr, Einsparung von CHF 41'000 durch Reagenzien-Konsolidierung
- 5 Koautor-Publikationen und 2 Patentanmeldungen (EP) in 4 Jahren
- Fachliche Führung von 2 Laborantinnen EFZ und 3 Masterstudierenden, Onboarding-Zeit von 12 auf 7 Wochen reduziert
Postdoc Molekulare Onkologie — Institut für Translationale Medizin, Universitätsspital Aarau (fiktiv), 09/2018 - 02/2021
SNF-finanziertes Postdoc-Projekt zu Resistenzmechanismen, Kooperation mit 2 externen Gruppen.
- CRISPR-Screen mit 18'000 sgRNA über 3 Zelllinien durchgeführt, 12 validierte Resistenzgene identifiziert
- Erstautor-Publikation im Journal mit Impact Factor 11.4, bis heute 87 Zitationen
- Drittmittel von CHF 180'000 (Krebsliga-ähnliche Stiftung, fiktiv) selbständig eingeworben
- Aufbau der institutsweiten scRNA-seq-Pipeline, genutzt von 4 Forschungsgruppen
Doktorand Biochemie (Dr. sc. nat.) — ETH Zürich, Departement Biologie, 10/2014 - 08/2018
Dissertation zu Protein-Protein-Interaktionen in Signalkaskaden, Betreuung durch Lehrstuhl mit 22 Mitarbeitenden.
- Dissertation in 46 Monaten abgeschlossen (Median des Departements: 52 Monate), Note magna cum laude
- 2 Erstautor-Publikationen sowie 6 Konferenzbeiträge, davon 3 Vorträge (u.a. Life Sciences Switzerland Annual Meeting)
- Betreuung von 4 Semesterarbeiten, Assistenz in Praktikum mit 60 Studierenden über 6 Semester
- Etablierung einer SPR-Messmethode, Messdauer pro Interaktion von 6 auf 2.5 Stunden reduziert
Ausbildung
Dr. sc. nat., Biochemie / Molekularbiologie — ETH Zürich · 2018
MSc ETH, Biology, Major Molecular Health Sciences — ETH Zürich · 2014
BSc, Biologie — Universität Bern · 2012
LTK Modul 1 (FELASA-anerkannt, Tierversuchskunde) · GLP-Grundlagenschulung inkl. Data Integrity (ALCOA+) · Good Clinical/Laboratory Practice Refresher, SGCP-Kurs · Projektmanagement IPMA Level D