Arbeitsbemühungen fürs RAV: Woher die Stellen jeden Monat kommen sollen
Beim ersten Gespräch auf dem RAV fällt eine Zahl. Acht, zehn, manchmal zwölf Arbeitsbemühungen pro Monat, dokumentiert und nachgewiesen, in den meisten Kantonen bis zum fünften Tag des Folgemonats. Die Zahl steht in deinem Beratungsprotokoll, nicht im Gesetz, und sie wird mit dir vereinbart. Ändern lässt sie sich trotzdem selten.
Was in diesem Gespräch nie zur Sprache kommt: wie viel der Markt in dem Monat überhaupt hergibt. Ich habe heute Morgen über zwanzigtausend ausgeschriebene Schweizer Stellen auf unserer eigenen Suche nach dem Ausschreibungsdatum sortiert, und das Bild ist ernüchternder, als eine Trefferliste aussieht: Das mittlere Inserat hängt seit gut drei Wochen online. Nur etwa drei von hundert sind jünger als eine Woche.
Das ist keine Kleinigkeit für jemanden mit einer Monatsquote. Eine Suchmaske zeigt dir Tausende Treffer und suggeriert, es sei jederzeit genug da. Tatsächlich ist der grösste Teil davon der gleiche Bestand, den du letzten Monat schon durchgeklickt hast — und den du auf dem Formular nicht ein zweites Mal aufführen kannst.
Die gute Nachricht steckt in der Aufschlüsselung. Wie schnell sich die Liste erneuert, ist nicht überall gleich. Im Verkauf kommt in einem Monat fast der ganze Bestand neu, im Bau nicht einmal die Hälfte. Und regional liegen zwischen dem schnellsten und dem langsamsten Markt der Schweiz über dreissig Prozentpunkte.
Kurzfassung
- Wie viele Arbeitsbemühungen verlangt das RAV pro Monat?
- Die Zahl wird individuell vereinbart und liegt meist zwischen acht und zwölf pro Monat. Sie hängt vom Kanton, vom Beruf und vom Beschäftigungsgrad ab, den du suchst. Verbindlich ist, was in deinem Beratungsprotokoll steht — nicht der Wert, den jemand im Forum nennt.
- Bis wann muss ich die Arbeitsbemühungen einreichen?
- In den meisten Kantonen bis zum fünften Tag des Folgemonats, sonst am nächsten Werktag. Zu spät eingereicht wird wie nicht eingereicht behandelt und kann Einstelltage kosten. Das Datum ist der harte Teil der Regel, nicht die Anzahl.
- Zählen Spontanbewerbungen und Telefonate?
- In der Regel ja, wenn sie belegbar und ernsthaft sind: Spontanbewerbung, telefonische Anfrage auf eine konkrete Vakanz, Anmeldung bei einem Personalvermittler, Kontakt an einer Jobmesse. Was zählt, entscheidet deine Beraterin — frag im Gespräch nach, bevor du einen Monat lang etwas dokumentierst, das nachher gestrichen wird.
- Muss ich schon vor der Anmeldung Bewerbungen nachweisen?
- Ja. Die Suche beginnt mit der Kündigung, nicht mit dem ersten RAV-Termin. Wer die Kündigungsfrist verstreichen lässt und erst am ersten Tag der Arbeitslosigkeit anfängt, riskiert Einstelltage — das ist der häufigste vermeidbare Fehler in dieser ganzen Geschichte.
- Was, wenn in meinem Beruf gerade nichts Neues ausgeschrieben ist?
- Dann dokumentierst du genau das, statt die Quote mit chancenlosen Bewerbungen zu füllen. Bring die Zahlen zum Gespräch mit: In langsamen Feldern wie Bau und Handwerk kam im letzten Monat weniger als die Hälfte des heutigen Bestands neu dazu. Eine Quote lässt sich anpassen, wenn der Markt sie nachweislich nicht hergibt.
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ATS-Lebenslauf prüfen, kostenlosWie viele Arbeitsbemühungen verlangt das RAV — und bis wann?
Meist acht bis zwölf pro Monat, vereinbart im Beratungsgespräch und nachzuweisen bis zum fünften Tag des Folgemonats — wobei das Datum härter ist als die Anzahl.
Die Anzahl steht in keinem Gesetz. Sie wird zwischen dir und deiner Beraterin festgelegt, und sie berücksichtigt theoretisch dein Berufsfeld, deine Region und den Beschäftigungsgrad, den du suchst. In der Praxis landen die meisten bei zehn. Der Nachweis läuft über das kantonale Formular, das du unterschrieben abgibst: Datum, Firma, Stelle, Weg der Bewerbung, Ergebnis.
Der Teil, der Leuten wirklich Geld kostet, ist die Frist. Bis zum Fünften des Folgemonats, sonst am nächsten Werktag — und zu spät gilt als gar nicht. Der zweite ist der Zeitraum davor: Gesucht werden muss ab dem Moment, in dem du weisst, dass du die Stelle verlierst, also während der Kündigungsfrist. Wer erst am Tag der Anmeldung beginnt, hat für die Monate davor nichts vorzuweisen.
Und jetzt die Seite, über die im Gespräch niemand redet. Über zwanzigtausend Schweizer Stellen waren heute Morgen auf unserer eigenen Suche ausgeschrieben — genug, sollte man meinen. Nach Ausschreibungsdatum sortiert sieht es anders aus: Ein Viertel ist jünger als zwei Wochen, knapp ein Fünftel hängt seit über drei Monaten online. Das mittlere Inserat ist gut drei Wochen alt.
Anteil der Schweizer Stelleninserate auf SwissJobs.app nach Ausschreibungsdatum, August 2026
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Lebenslauf mit KI erstellen: für diese StelleWie schnell erneuert sich die Liste in meinem Beruf?
Sehr unterschiedlich: Im Verkauf kamen rund sieben von zehn heute offenen Stellen im letzten Monat neu dazu, im Bau und Handwerk knapp die Hälfte.
Diese Zahl ist praktisch die Antwort auf die Frage, wie oft du überhaupt schauen musst. Ich habe für jedes grosse Berufsfeld ausgezählt, welcher Anteil der heute offenen Stellen im letzten Monat ausgeschrieben wurde. Verkauf und Detailhandel liegen bei rund 72%, Gastronomie und Hotellerie bei 68%, Sachbearbeitung und Administration bei 65%.
Am anderen Ende steht das Handwerk. Bau, Montage und Installation liegen bei 48% — mehr als die Hälfte dessen, was du dort heute findest, stand schon vor einem Monat da. Pflege und Gesundheit sind mit 53% kaum besser, was viele überrascht, weil überall vom Fachkräftemangel die Rede ist. Mangel heisst eben nicht schnelle Rotation: Dieselbe schwer besetzbare Stelle bleibt monatelang ausgeschrieben und zählt in jeder Trefferliste mit.
Für dein Formular heisst das zweierlei. In einem schnellen Feld ist die Monatsquote kein Thema, du musst nur wöchentlich nachschauen statt täglich. In einem langsamen Feld ist der Bestand nach zwei, drei Wochen abgegrast, und ab da bewirbst du dich auf Dinge, die du beim ersten Durchgang bewusst aussortiert hast. Das ist der Moment, in dem Bewerbungen entstehen, von denen beide Seiten wissen, dass sie nichts werden.
Schweizer Stelleninserate auf SwissJobs.app, Anteil mit Ausschreibungsdatum in den letzten 30 Tagen, August 2026
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ATS-Lebenslauf prüfen, kostenlosUnd in meiner Region?
Bern und der Raum Aargau/Solothurn erneuern sich am schnellsten, das Tessin am langsamsten — dort ist nur rund ein Drittel der offenen Stellen jünger als ein Monat.
Dieselbe Rechnung nach Region ergibt eine Spanne, die ich nicht erwartet hätte. Bern liegt bei 65%, Aargau und Solothurn bei 63%, die Ostschweiz bei 58%. Zürich, der grösste Markt des Landes, liegt mit 54% im Mittelfeld — viele Stellen, aber auch viele, die lange offen bleiben.
Die Romandie liegt bei 48%, das Tessin bei 32%. Für jemanden in Lugano oder Bellinzona mit derselben Monatsquote wie jemand in Bern ist das schlicht ein anderer Auftrag. Zwei Drittel dessen, was dort heute ausgeschrieben ist, war es letzten Monat auch schon.
Dazu kommt der Sprachfilter, den kein Formular abbildet. Unter den Inseraten, die überhaupt eine Sprache nennen, verlangen in Bern 91% Deutsch, in der Romandie 62% Französisch, im Tessin 82% Italienisch. Wer im falschen Sprachraum sucht, um die Quote zu füllen, produziert Bewerbungen, die niemand ernst nimmt — und die zumutbar im Sinne der Regel gar nicht sind. Eine ehrlich dokumentierte Absage ist mehr wert als eine Zeile mehr auf dem Blatt.
Schweizer Stelleninserate auf SwissJobs.app, gezählt über die Inserate mit erkennbarem Arbeitsort, August 2026
Was zählt als Arbeitsbemühung — und wie belegst du sie?
Alles Ernsthafte und Belegbare zählt: schriftliche Bewerbung, Spontanbewerbung, Anruf auf eine konkrete Vakanz, Personalvermittler, Jobmesse — entscheidend ist, dass du den Beleg noch hast.
Die Belegfrage ist banaler, als sie klingt, und geht trotzdem regelmässig schief. Rund 57% der Schweizer Inserate schicken dich zum Bewerben auf eine Adresse des Arbeitgebers selbst, weitere 27% in ein Bewerbungssystem mit eigenem Namen, und nur etwa jedes sechste bleibt auf einem Jobportal. Du bewirbst dich also meistens nicht dort, wo du die Stelle gefunden hast.
Praktisch bedeutet das: Auf dem Formular gehört die Firma hin, nicht das Portal. Und der Nachweis ist die Bestätigungsmail des Arbeitgebers oder des Systems, die nach dem Absenden kommt — nicht dein Screenshot der Trefferliste. Leg dafür einen Ordner im Postfach an und verschiebe jede Eingangs- und Absagemail sofort dorthin. Am Fünften des Folgemonats ist das die Differenz zwischen zehn Minuten Abtippen und einer halben Stunde Suchen.
Zwei Dinge, die Beraterinnen streichen: dieselbe Firma mehrfach im selben Monat ohne neue Vakanz, und Bewerbungen auf Stellen, die offensichtlich nicht zu deinem Profil passen. Beides wirkt wie Quotenfüllung, weil es Quotenfüllung ist. Wenn ein Monat wirklich nichts hergibt, ist der bessere Zug, das anzusprechen — mit dem Argument aus dem Diagramm oben, nicht mit einer Ausrede.
Schweizer Stelleninserate auf SwissJobs.app nach dem Ziel des Bewerbungslinks, August 2026. Eine Adresse des Arbeitgebers heisst nicht, dass kein System dahintersteckt — sie trägt nur seinen Namen.
Zählt Teilzeit — und wo findest du überhaupt einen Zwischenverdienst?
Teilzeit zählt wie jede andere Bewerbung, ist aber dünn gesät: Nur rund 6% der Inserate mit Angabe zur Anstellungsart sind Teilzeitstellen, und in der Romandie ist es die Hälfte davon.
Ein Zwischenverdienst ist meist die vernünftigste Zwischenlösung, die es gibt: Du arbeitest, die Kasse gleicht die Differenz zum versicherten Verdienst aus, und die Lücke im Lebenslauf schliesst sich. Angemeldet werden muss er vorher, und gesucht werden muss weiterhin — der Zwischenverdienst befreit dich nicht von der Monatsquote.
Nur ist das Angebot schmal. Über alle Inserate mit Angabe zur Anstellungsart sind rund 91% Vollzeit, 6% Teilzeit, der Rest verteilt sich auf befristete Einsätze und Praktika. Regional ist die Spanne gross: Im Raum Aargau/Solothurn und in Bern sind rund 9% der Ausschreibungen Teilzeit, in der Romandie nur 3%. Wer dort ein Pensum unter 100% sucht, sucht in einem Markt, der ein Drittel so gross ist wie im Mittelland.
Wenn du auf ein reduziertes Pensum angewiesen bist, lohnt sich der Umweg über Temporärbüros und über Arbeitgeber, die gar nichts ausgeschrieben haben. Beides zählt als Arbeitsbemühung, wenn du es belegen kannst — und beides führt öfter zu einem Gespräch als die zwanzigste Bewerbung auf dasselbe Inserat, das seit drei Monaten online ist.
Schweizer Stelleninserate auf SwissJobs.app, Anteil Teilzeit unter den Inseraten, die eine Anstellungsart nennen, August 2026
Was machst du damit im Beratungsgespräch?
Du bringst die Erneuerungsrate deines Feldes mit und verhandelst über die Zusammensetzung der Quote, nicht über ihre Höhe.
Eine Beraterin kann wenig mit dem Satz anfangen, dass es keine passenden Stellen gebe. Sie sieht dieselbe Trefferliste wie du, und die zeigt Tausende Treffer. Mit einer Erneuerungsrate lässt sich dagegen arbeiten: In meinem Feld kam im letzten Monat weniger als die Hälfte des Bestands neu dazu, und den Rest habe ich dokumentiert bereits durch. Das ist überprüfbar und kein Jammern.
Der zweite Punkt ist die Zusammensetzung. Wenn zehn schriftliche Bewerbungen im Monat unrealistisch sind, sind sechs Bewerbungen plus zwei Temporärbüros plus zwei belegte Direktkontakte oft die bessere Vereinbarung — und in den meisten Kantonen zulässig, sofern es vorher besprochen ist. Hinterher umdeuten funktioniert nicht.
Und ganz praktisch: Richte zwei Suchaufträge ein statt einen, weil dasselbe Berufsfeld in der Schweiz oft unter zwei Vokabularen ausgeschrieben wird, und schau in einem langsamen Feld lieber einmal pro Woche gründlich als jeden Tag flüchtig. Die täglich neuen Inserate sind in deinem Feld womöglich ein Bruchteil dessen, was die Liste dir suggeriert.
Womit ich das mache
Drei eigene Tools und eine offizielle Quelle. Alle Anteile oben sind über die Schweizer Stellen auf unserer eigenen Suche gezählt.
- SwissJobs Jobsucheunser Tool
Unser Tool, gratis. Nach Kanton und Beruf filtern und die Sortierung auf Neueste stellen — dann siehst du genau den Teil des Bestands, der seit deinem letzten Durchgang dazugekommen ist.
SwissJobs Jobsuche - SwissJobs RAV-Anmeldungunser Tool
Unser Leitfaden, gratis. Reihenfolge der Schritte, Fristen und die Unterlagen, die du für die Anmeldung brauchst.
SwissJobs RAV-Anmeldung SwissJobs CV Check unser Tool
Unser Tool, gratis. Lebenslauf hochladen und sehen, was ein Schweizer Leser in den ersten dreissig Sekunden mitnimmt — bevor du zehn Bewerbungen im Monat damit verschickst.
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Neutral und offiziell. Kantonale Formulare, Merkblätter zu Zwischenverdienst und Einstelltagen sowie die Adresse deines RAV.
Zur Website
Was mich an dieser Rechnung stört, ist die Asymmetrie. Die Quote ist eine runde Zahl für alle, und der Markt dahinter ist es überhaupt nicht: In einem Feld erneuert sich der Bestand in einem Monat fast vollständig, in einem anderen zur Hälfte, und zwischen Bern und dem Tessin liegen über dreissig Prozentpunkte. Getragen wird der Unterschied vollständig von der stellensuchenden Person.
Ändern kannst du daran wenig. Aber du kannst aufhören, es als eigenes Versagen zu lesen, wenn im dritten Monat nichts Neues mehr kommt — und du kannst mit einer nachprüfbaren Zahl ins Gespräch gehen statt mit einem Gefühl. Das ist der ganze Zweck dieses Artikels.
Gemessen über die Schweizer Stelleninserate auf SwissJobs.app im August 2026, sortiert nach dem Datum, an dem der Arbeitgeber die Stelle ausgeschrieben hat. Wo ein Arbeitsort nicht aus dem Inserat hervorgeht, fliesst es nicht in die regionalen Anteile ein.
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Wir haben 16 Schweizer und internationale Bewerbungswerkzeuge auf ihren eigenen Seiten geprüft — Preise, Gratis-Stufen und was wirklich dabei ist.