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Bewerbung & Lebenslauf

Bewerbungsdateien: benennen, ordnen, verschicken

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Der letzte Handgriff vor dem Absenden ist der, über den am wenigsten geschrieben wird — wie die Dateien heissen, die dein Bewerbungsdossier ausmachen. Der Bund verlangt dafür ausdrücklich etwas, die kantonale Berufsberatung zeigt Beispiele, und die Stelleninserate selbst liefern das Material, aus dem die meisten ihre Dateinamen bauen. Die Marktzahlen auf dieser Seite stammen aus den Inseraten auf SwissJobs.app.

Kurz gesagt

Benenne jede Datei so, dass sie ausserhalb deines eigenen Ordners noch verständlich ist: Nachname, Vorname, Art des Dokuments, Endung PDF — also muster-anna-lebenslauf.pdf. Der Bund verlangt das ausdrücklich. arbeit.swiss führt vor dem Versenden oder Hochladen drei Prüfpunkte auf, und einer davon lautet «Korrekte und eindeutige Dateibezeichnungen». Den Stellentitel lässt du dabei besser weg: Nur 28 Prozent der Inserate auf SwissJobs.app tragen einen Titel, den man unverändert in einen Dateinamen kopieren könnte.

Eindeutig heisst dabei nicht kreativ, sondern unverwechselbar für die Person am anderen Ende. Deine Datei landet nicht in deinem Ordner, sondern in einem fremden — neben den Dateien aller anderen, die sich beworben haben. Dort sortiert der Nachname, nicht das Wort Lebenslauf. Genau umgekehrt ist es bei dir zu Hause: Die kantonale Berufsberatung empfiehlt für den eigenen Rechner einen Ordner «Bewerbungsunterlagen» mit Unterordnern je Dokumentart und einem eigenen Ordner pro Stelle, und ihre Beispiele beginnen deshalb mit der Dokumentart: bewerbungsbrief-coiffeuse-musterfirma.pdf und lebenslauf-kosmetikerin.pdf.

Was in den Namen gehört und was nicht, entscheidet die Frage, ob die Angabe die Bewerbung wiederauffindbar macht. Der Firmenname allein tut das nicht: 93.2 Prozent der Inserate auf SwissJobs.app stammen von einem Arbeitgeber, der gleichzeitig mehr als eine Stelle offen hat. Der Stellentitel dazu genügt auch nicht: Bei 21 Prozent der Inserate ist die Kombination aus Arbeitgeber und exaktem Titel nicht einmal innerhalb dieses Arbeitgebers eindeutig. Was eindeutig ist, ist die Nummer im Link, über den du dich bewirbst.

Zeichen in Stellentiteln, die im Dateinamen Ärger machen — Anteil der Inserate auf SwissJobs.app, in Prozent
Zeichen in Stellentiteln, die im Dateinamen Ärger machen — Anteil der Inserate auf SwissJobs.app, in ProzentSchrägstrich, etwa in (m/w/d)50.8%Umlaut oder Akzent26.1%Prozentzeichen, etwa 80–100 %22.1%Doppelpunkt, etwa Verkäufer:in10.9%Sternchen2.5%
  • Nachname zuerst, dann Vorname, dann die Dokumentart. In der Ablage des Empfängers stehen deine Dateien zwischen fremden. Beginnt jede mit deinem Nachnamen, liegen sie beieinander und lassen sich einer Person zuordnen, ohne dass jemand sie öffnen muss. Beginnt jede mit dem Wort Lebenslauf, sortieren sie sich zwischen alle anderen Lebensläufe — und heissen dort im Zweifel gleich wie drei weitere.
  • Keine Umlaute, keine Leerzeichen, keine Schrägstriche. Der Schrägstrich lässt sich auf einem Mac gar nicht in einen Dateinamen schreiben — der Versuch scheitert mit einer Fehlermeldung, weil das Zeichen als Ordnertrennung gilt. Umlaute überleben den Weg nicht zuverlässig: Packt man eine Datei namens mueller-anna-lebenslauf mit Umlaut geschrieben in ein ZIP-Archiv, steht der Name zwar in UTF-8 darin, aber ohne die dafür vorgesehene Markierung. Nach der ZIP-Spezifikation ist er dann als alte Codepage zu lesen, und aus ü wird ├╝.
  • Statt des Stellentitels die Referenznummer. 73.1 Prozent der Bewerbungslinks auf SwissJobs.app enthalten eine Zahl mit vier oder mehr Stellen, im Mittel sechs Stellen lang. Diese Nummer steht in der Adresszeile des Formulars, das du gerade ausfüllst, und sie ist genau das, wonach im System des Arbeitgebers gesucht wird. Sechs Ziffern am Schluss des Dateinamens leisten mehr als vierzig Zeichen abgeschriebener Stellentitel.
  • Alles als PDF, und Zeugnisse in einer einzigen Datei. arbeit.swiss ist an beiden Stellen deutlich: Arbeitszeugnisse, Diplome und Zertifikate «sollten in einer PDF-Datei zusammengestellt werden», lückenlos und chronologisch mit dem aktuellsten zuoberst; und die Unterlagen sind als PDF zu speichern und zu versenden. Ein Dossier aus elf einzeln benannten Anhängen widerspricht dieser Vorgabe, auch wenn jeder einzelne Name gut gewählt ist.
  • Keine Arbeitsstände im Namen. Bezeichnungen wie final, neu, Version 2, Kopie oder aktuell sind Notizen an dich selbst und stehen in einem Dokument, das andere lesen, wie eine offene Werkstatt. Wenn du Versionen auseinanderhalten musst, gehört das Datum in den Namen — vierstelliges Jahr, Monat, Tag, in dieser Reihenfolge, dann sortiert die Liste von selbst chronologisch.
  • Der Absender gehört zum Dateinamen. arbeit.swiss verlangt im selben Abschnitt eine seriöse E-Mail-Adresse, die idealerweise Vor- und Nachnamen enthält. Adresse, Dateiname und Unterschrift sollten dieselbe Schreibweise deines Namens zeigen. Wer als A. Muster unterschreibt, aus anna.m@ schreibt und muster-anna-lebenslauf.pdf anhängt, zwingt den Empfänger zu einer Zuordnung, die er nicht machen müsste.

Was die amtlichen Seiten sagen — und wo sie sich unterscheiden

Es gibt in der Schweiz genau zwei offizielle Stellen, die sich zum Thema äussern, und sie tun es unterschiedlich konkret. Die Bewerbungstipps von arbeit.swiss, der Plattform des Staatssekretariats für Wirtschaft, führen im Abschnitt «Überprüfung und Versand der Bewerbung» drei Punkte auf, auf die vor dem Versenden oder Hochladen besonders zu achten ist: Schreib- und Formatierungsfehler, Vollständigkeit der Unterlagen und «Korrekte und eindeutige Dateibezeichnungen». Damit ist der Dateiname amtlich ein Prüfpunkt neben der Rechtschreibung. Was korrekt und eindeutig heisst, sagt die Seite allerdings nicht.

Konkret wird die kantonale Berufsberatung. Auf berufsberatung.ch, betrieben vom SDBB im Auftrag der Kantone, steht unter «Bewerbung erstellen und verschicken» ein eigener Abschnitt mit dem Titel «Ordner einrichten und Dateien beschriften». Er empfiehlt einen Ordner «Bewerbungsunterlagen» mit den Unterordnern Bewerbungsbrief, Lebenslauf, Schulzeugnisse, Schnupperlehrberichte, Tests und weitere Dokumente, dazu einen eigenen Ordner pro Stelle. Und er nennt zwei Beispiele: bewerbungsbrief-coiffeuse-musterfirma.pdf und lebenslauf-kosmetikerin.pdf. Kleinschreibung durchgehend, Bindestriche statt Leerzeichen, keine Umlaute, Dokumentart zuerst.

Lesenswert ist der Vergleich mit den Schwesterseiten. Dieselbe Institution veröffentlicht die Seite auf Französisch und Italienisch, und die Beispiele sind dort andere: Auf orientation.ch stehen lettre_de_motivation-maçonne-entreprise_X.pdf und cv-estheticien.pdf, also Unterstriche innerhalb des Begriffs, Bindestriche zwischen den Begriffen, mit Cedille im einen und ohne Akzent im anderen Namen. Auf orientamento.ch heissen die Beispiele Lettera di motivazione-parrucchiera-nome del salone.pdf und CV-estetista.pdf — mit Leerzeichen und Grossbuchstaben. Drei Sprachfassungen derselben amtlichen Empfehlung, drei Konventionen. Wer eine allgemeingültige Schweizer Regel sucht, wird sie nicht finden; was in allen dreien gleich bleibt, ist der Inhalt: Dokumentart, Beruf, Firma.

Warum der Stellentitel der falsche Baustein ist

Der naheliegende Reflex ist, den Titel aus dem Inserat in den Dateinamen zu kopieren. Rechnet man nach, wie viele Schweizer Stellentitel das überhaupt zulassen, bleibt wenig übrig: 28 Prozent der Inserate auf SwissJobs.app tragen einen Titel, der ohne Sonderzeichen auskommt, kein für Dateinamen verbotenes Zeichen enthält und höchstens sechzig Zeichen lang ist. Die übrigen gut zwei Drittel müsste man umschreiben, bevor sie in einen Namen passen — und ab da ist es nicht mehr der Titel des Inserats.

Verantwortlich dafür sind vor allem drei Gewohnheiten des Schweizer Stellenmarkts. 50.8 Prozent der Titel enthalten einen Schrägstrich, meist in der Geschlechterklammer: 31 Prozent aller Inserate tragen eine Form von (m/w/d) im Titel. 22.1 Prozent enthalten ein Prozentzeichen, weil das Pensum im Titel steht. 10.9 Prozent enthalten einen Doppelpunkt, meist als Genderdoppelpunkt in Verkäufer:in oder Projektleiter:in. Insgesamt tragen 60.7 Prozent der Titel mindestens ein Zeichen, das unter Windows in einem Dateinamen nicht erlaubt ist. Dazu kommen die Umlaute: 26.7 Prozent der Titel und 18 Prozent der Firmennamen enthalten mindestens ein Zeichen ausserhalb des englischen Alphabets.

Wer die Zeichen ersetzt, bekommt Wortsalat. Aus «Fachingenieur Verfahrenstechnik (m/w/d)» wird fachingenieur-verfahrenstechnik-m-w-d, aus «Verkäufer:in Frischprodukte» wird verkaufer-in-frischprodukte. Der Namensteil m-w-d trägt keine Information und der fehlende Umlaut lässt den Namen falsch geschrieben aussehen. Dazu kommt die Länge. Baut man versuchsweise für jedes Inserat den Namen lebenslauf-vorname-nachname-stellentitel-firma.pdf, liegt der Median bei 78 Zeichen, jeder fünfte Name überschreitet hundert Zeichen, und der längste kommt auf 390 Zeichen. Ein Dateiname darf auf einem aktuellen Mac höchstens 255 Byte lang sein — ab 256 verweigert das System die Datei. Die Extremfälle sind also nicht nur unschön, sie sind unspeicherbar.

Was deine Bewerbung tatsächlich identifiziert

Ein Dateiname ist eindeutig, wenn er zwei Fragen beantwortet: Wer bist du, und auf welche Stelle beziehst du dich. Die erste beantwortet dein Nachname zuverlässig. Die zweite ist schwieriger, als sie aussieht. 93.2 Prozent der Inserate auf SwissJobs.app stammen von einem Arbeitgeber, der zur selben Zeit mehr als ein Inserat offen hat — im Median sind es zwei, bei jedem zehnten Arbeitgeber zwölf oder mehr. Der Firmenname im Dateinamen sagt also fast nie, worauf du dich beworben hast.

Der Titel hilft weniger, als man denkt. 26.5 Prozent der Inserate teilen ihren exakten Titel mit mindestens einem anderen Inserat im Markt. Und bei 21 Prozent ist sogar die Kombination aus Arbeitgeber und exaktem Titel mehrfach vorhanden: Dasselbe Unternehmen sucht gleichzeitig zweimal dieselbe Funktion, an zwei Standorten oder für zwei Teams. Wer in diesen Fällen lebenslauf-pflegefachfrau-spital.pdf schickt, hat einen Namen gewählt, der auch für die andere Stelle passen würde.

Bleibt die Nummer. 73.1 Prozent der Bewerbungslinks auf SwissJobs.app enthalten eine Ziffernfolge von mindestens vier Stellen; der Median liegt bei sechs Ziffern, jedes achte davon kommt auf zehn Ziffern. Diese Zahl ist die Kennung, unter der das Inserat im System des Arbeitgebers geführt wird, und sie steht sichtbar in der Adresszeile, sobald du das Bewerbungsformular geöffnet hast. Hängst du sie hinten an den Dateinamen, ist er in dem einen Ordner eindeutig, in dem er es sein muss. Nennt das Inserat gar keine Nummer, ersetzt der Stellentitel in einer kurzen, selbst gewählten Form die Kennung; drei Wörter genügen.

Was auf dem Weg mit dem Namen passiert

Zwischen deinem Schreibtisch und dem Bildschirm der Person, die dein Dossier öffnet, liegen mehrere Systeme, und jedes darf den Namen anders behandeln. Auf einem Mac sind CV.pdf und cv.pdf standardmässig dieselbe Datei — der Versuch, beide anzulegen, führt zu einer einzigen. Auf vielen Servern, die Bewerbungsformulare betreiben, sind es zwei. Zwei Dateien, die sich nur in der Gross- und Kleinschreibung unterscheiden, sind deshalb keine gute Idee: Je nachdem, wo sie ankommen, überschreibt die eine die andere oder eben nicht.

Auch das Prozentzeichen und die Raute verhalten sich unterwegs anders als im Ordner. Beide sind erlaubte Dateinamen-Zeichen, aber beide haben in einer Webadresse eine feste Bedeutung: Alles nach der Raute gilt als Sprungmarke und fällt beim Herunterladen weg — aus cv-team#1.pdf bleibt cv-team. Das Prozentzeichen leitet eine Zeichenkodierung ein und wird zu %25 umgeschrieben. Da 22.1 Prozent der Schweizer Stellentitel ein Prozentzeichen tragen, ist das kein exotischer Fall, sondern die wahrscheinlichste Art, sich den Namen selbst zu beschädigen.

Beim ZIP-Archiv lohnt sich ein Blick auf das, was tatsächlich gespeichert wird. Packt man auf einem Mac eine Datei mit Umlaut, stehen die UTF-8-Bytes im Archiv, aber das dafür vorgesehene Kennbit bleibt ungesetzt. Die ZIP-Spezifikation ist an dieser Stelle eindeutig: Ist Bit 11 nicht gesetzt, soll der Name in der ursprünglichen ZIP-Kodierung gelesen werden, der IBM-Codepage 437. Ein Leseprogramm, das sich daran hält, zeigt statt Müller ein M├╝ller; das Entpackprogramm des Macs selbst zeigt Fragezeichen. Das ist der ganze Grund für die Regel ohne Umlaute — nicht Ästhetik, sondern die Tatsache, dass niemand weiss, welches Programm die Datei am anderen Ende öffnet. Wer die Regel einhält, spart sich die Frage: In den amtlichen Beispielen aus Bern, Lausanne und Bellinzona ist der einzige Sonderbuchstabe eine Cedille in maçonne, und in der Schweiz kommt man mit ae, oe und ue seit jeher durch.

Die Marktzahlen wurden am 22. August 2026 aus den zu diesem Zeitpunkt auf SwissJobs.app aktiven Inseraten ausgezählt und beziehen sich auf Stellentitel, Firmennamen und Bewerbungslinks, also auf wörtlich vorliegende Felder und nicht auf Textanalysen. Als im Dateinamen unbrauchbar gilt ein Zeichen, das Windows in Dateinamen nicht zulässt; ein Titel gilt als unverändert brauchbar, wenn er nur Zeichen des englischen Alphabets samt Ziffern und einfacher Satzzeichen enthält, keines dieser verbotenen Zeichen trägt und höchstens sechzig Zeichen lang ist — eine bewusst grosszügige Grenze. Die Angaben zur Eindeutigkeit vergleichen Zeichenkette mit Zeichenkette: Zwei Inserate gelten nur dann als gleich betitelt, wenn ihre Titel bis auf Gross- und Kleinschreibung übereinstimmen, weshalb die Zahl die tatsächliche Verwechslungsgefahr eher unter- als überschätzt. Als Referenznummer zählt die längste Ziffernfolge von mindestens vier Stellen im Bewerbungslink; sie kann im Einzelfall auch etwas anderes bezeichnen. Die Vorgaben zu Dateibezeichnungen, PDF-Format und Absenderadresse stammen aus den Bewerbungstipps von arbeit.swiss (SECO), die Beispiele für Dateinamen und Ordner von berufsberatung.ch, orientation.ch und orientamento.ch (SDBB im Auftrag der Kantone). Das Verhalten von Schrägstrich, Gross- und Kleinschreibung und Namenslänge wurde auf einem aktuellen Mac nachgeprüft und kann auf anderen Systemen abweichen; die Aussage zur Kodierung von Namen in ZIP-Archiven stammt aus Anhang D der ZIP-Spezifikation.

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Quellen

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Sprache der Inserate

Deutsch
60%
English
23%
Français
13%
Italiano
3%

Von den Inseraten mit Sprachanforderung verlangen

Deutsch
70%
English
43%
Français
21%
Italiano
3%

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