In welcher Sprache schreibe ich meinen Lebenslauf?
Aktualisiert:
Über die Sprache des Dossiers entscheidet nicht dein Können, sondern das Inserat — und in der Schweiz hängt sie stark vom Kanton, vom Berufsfeld und von der Stufe ab. Diese Seite sammelt die Sprachfragen rund um den Lebenslauf. Die amtlichen Angaben stammen aus den Bewerbungstipps des SECO und aus den offiziellen englischen Titelbezeichnungen des SBFI, die Marktzahlen aus den Inseraten auf SwissJobs.app.
Kurz gesagt
Schreibe den Lebenslauf in der Sprache des Inserats. Von den Inseraten auf SwissJobs.app, deren Sprache sich bestimmen lässt, sind 23.9 Prozent auf Englisch verfasst — in Genf 49.5 Prozent, in Zug 38.9, im Kanton Zürich 36.2, in Luzern dagegen 6.2 und in Graubünden 6.1 Prozent. Ein englisches Dossier ist damit kein Stilentscheid, sondern die Antwort auf ein bestimmtes Inserat. Und Englisch auf dem Papier heisst nicht Englisch allein: 29.1 Prozent der englischsprachigen Inserate verlangen zusätzlich eine Landessprache.
Wie hoch der Anteil ausfällt, hängt weniger von der Region ab, als man beim Lesen von Inseraten vermutet, und mehr vom Berufsfeld und von der Stufe. Unter den Inseraten mit erkennbarer Sprache sind in Pharma und Life Sciences 75 Prozent englisch, bei Banken und Versicherungen 71.8, in IT und Engineering 49.9 Prozent. In der Gastronomie sind es 3.9, in Gesundheit und Pflege 3.1, bei Bau und Handwerk 0 Prozent. Innerhalb desselben Marktes steigt der Anteil mit der Hierarchie: Inserate mit Head of, Director oder Chief im Titel sind zu 88.2 Prozent englisch, jene mit Senior zu 62.6, jene mit Junior, Graduate oder Trainee zu 34.6 Prozent. Lehrstellen zu 0.5 Prozent.
Die Umstellung selbst ist kleiner, als sie sich anfühlt, und an einer Stelle grösser: Die Struktur bleibt, die Schweizer Begriffe verschwinden. arbeit.swiss zählt in der englischen Fassung dieselben acht Bestandteile auf wie in der deutschen — Titel, persönliche Daten, bisherige Tätigkeiten, Schulen und Weiterbildungen, Sprachkenntnisse, besondere Kenntnisse, Interessen, Referenzen — und dieselbe Obergrenze von drei Seiten. Was du selbst liefern musst, sind die Namen deiner Abschlüsse: Nur 0.4 Prozent der englischen Inserate nennen überhaupt einen Schweizer Berufsabschluss, gegenüber 15.2 Prozent der deutschen. In einem englischen Dossier steht das Vokabular des Schweizer Bildungssystems nicht mehr zur Verfügung — du musst es mitliefern.
- Spiegle die Sprache des einzelnen Inserats, nicht die des Unternehmens. 18.8 Prozent der Arbeitgeber mit mindestens einem englischen Inserat schreiben daneben auch in einer Landessprache aus, und diese Häuser stellen zusammen 17.9 Prozent aller Inserate. Im Median ist bei ihnen knapp die Hälfte der eigenen Inserate englisch. Beim selben Arbeitgeber können also beide Dossiers richtig sein — entschieden wird es pro Stelle.
- Den Stellentitel übernimmst du so, wie er im Inserat steht. 18.6 Prozent der deutschsprachigen Inserate tragen bereits einen englisch geformten Titel wie Manager, Engineer oder Specialist. Wer einen solchen Titel im Lebenslauf ins Deutsche zurückübersetzt, erschwert den Abgleich mit dem Inserat, ohne etwas zu gewinnen. Umgekehrt bleibt in einem englischen Lebenslauf die Bezeichnung stehen, die auf deinem Arbeitszeugnis steht — mit einer erklärenden Zeile daneben.
- Deine Abschlüsse haben amtliche englische Namen; erfinde keine eigenen. Das SBFI bezeichnet das EFZ als Federal VET Diploma, das EBA als Federal VET Certificate und die Berufsmaturität als Federal Vocational Baccalaureate. Für die höhere Berufsbildung nennt das SBFI die Prüfungen: Die Berufsprüfung, die zum eidgenössischen Fachausweis führt, heisst Federal Professional Examination (FPE), die höhere Fachprüfung hinter dem eidgenössischen Diplom Advanced Federal Professional Examination (AFPE); eine höhere Fachschule ist eine professional education institution (PEI). Schreibe den englischen Namen, den Schweizer Titel in Klammern dahinter und das Jahr — dann bleibt die Zeile für beide Leserschaften überprüfbar.
- Zu deinem Abschluss existiert ein amtliches englisches Beiblatt. Zeugniserläuterungen für Abschlüsse der Sekundarstufe II und Diplomzusätze für die höhere Berufsbildung gibt es auf Deutsch, Französisch, Italienisch und Englisch, sie folgen der Europass-Vorlage, und das SBFI nennt als Zweck ausdrücklich, Arbeitgebern im In- und Ausland die Beurteilung der beruflichen Fähigkeiten zu ermöglichen. Der Diplomzusatz ist personalisiert, die Zeugniserläuterung nicht. Nachträglich stellt das SBFI einen Diplomzusatz für 80 Franken aus.
- Arbeitszeugnis heisst in der englischen Fassung des Obligationenrechts schlicht reference. Art. 330a lautet dort: der Arbeitnehmer kann jederzeit ein reference über Art und Dauer des Arbeitsverhältnisses, über Leistung und Verhalten verlangen. Die auf fedlex publizierte englische Fassung trägt den Hinweis, dass Englisch keine Amtssprache der Eidgenossenschaft ist und die Übersetzung keine Rechtskraft hat. Als Wortwahl für dein Dossier ist sie trotzdem die belastbarste Quelle — verlässlicher als jede freie Übersetzung.
- Pensum und Schreibweise sind die zwei Stellen, an denen englische Dossiers stolpern. 9.5 Prozent der englischen Inserate nennen ein Pensum in Prozent, und die häufigste Angabe im Titel ist 80–100%; diese Schweizer Notation behältst du bei, statt sie in Vollzeitäquivalente umzurechnen. Den Zusatz m/w/d dagegen übernimmst du nicht: Er steht in 40.9 Prozent der deutschen, aber nur in 12.1 Prozent der englischen Inserate und gehört ins Inserat, nicht in deinen Lebenslauf.
Wo Englisch die Marktsprache ist — und wo nicht
Die Sprache der Inserate ist in der Schweiz eine Landkarte. Gemessen an den Inseraten mit erkennbarer Sprache liegt der englische Anteil in Genf bei 49.5 Prozent, in Zug bei 38.9 und im Kanton Zürich bei 36.2 Prozent. In der Waadt sind es 28.9, in Basel-Stadt 25.6, im Tessin 21.6, im Wallis 20.3 und in Neuenburg 18.6 Prozent. Am anderen Ende stehen St. Gallen mit 9.1, Bern mit 7.0, Luzern mit 6.2, Graubünden mit 6.1 und der Thurgau mit 3.0 Prozent. Wer zwischen zwei Kantonen sucht, sucht damit oft auch zwischen zwei Dossiers.
Eine zweite Zahl trennt die Regionen noch schärfer. Zählt man nur jene Inserate, die eine Sprachanforderung ausdrücklich nennen — das sind 72.8 Prozent des Bestands —, dann kommen national 19.6 Prozent mit Englisch und ohne jede Landessprache aus. In Genf sind es 45 Prozent, in Zug 42.8, in Zürich 41.3 und im Wallis 41.2 Prozent, in Bern 7.9, in Luzern 5.9 und in Graubünden 4.3 Prozent. Ein englischer Lebenslauf ist in Genf also für fast die Hälfte der ausgeschriebenen Stellen anschlussfähig, in Graubünden für eine von dreiundzwanzig.
Innerhalb einer Region entscheidet dann das Berufsfeld. In Pharma und Life Sciences sind drei von vier Inseraten englisch, bei Banken und Versicherungen mehr als sieben von zehn, in IT und Engineering knapp die Hälfte. In Bau und Handwerk hingegen fand sich unter den ausgewerteten Inseraten mit erkennbarer Sprache kein einziges englischsprachiges, in Gesundheit und Pflege sind es 3.1 Prozent. Für ein und dieselbe Person kann deshalb beides zutreffen: Fürs Labor in Basel schreibst du Englisch, für die Pflegeabteilung im selben Haus Deutsch.
Ein englisches Inserat heisst nicht Englisch allein
Der häufigste Irrtum beim englischen Dossier ist die Annahme, die Sprache des Inserats sage etwas über die Sprache des Arbeitsalltags. 29.1 Prozent der englischsprachigen Inserate mit Sprachanforderung verlangen zusätzlich eine Landessprache: 24.2 Prozent Deutsch, 9.5 Prozent Französisch, 1.2 Prozent Italienisch. Verlangt wird sie nicht nebenbei — in 61.4 Prozent der Fälle auf berufsfähigem Niveau, in 31.1 Prozent auf Konversationsniveau. Der englische Lebenslauf muss diese Sprachzeile also genauso sauber tragen wie ein deutscher.
Der Umkehrfall ist noch häufiger und wird meist übersehen. Von allen Inseraten, die Englisch verlangen, sind 33.9 Prozent gar nicht auf Englisch verfasst. Bei den deutschsprachigen Inseraten verlangen 18.5 Prozent Englisch, davon 66.5 Prozent auf berufsfähigem und 30.3 Prozent auf Konversationsniveau. In diesen Fällen ist die richtige Antwort ein deutsches Dossier mit einer präzisen englischen Sprachzeile — nicht ein englisches Dossier, das die Sprache des Inserats übergeht.
Beruhigend ist eine dritte Zahl: Muttersprachliches Englisch verlangen 1.4 Prozent der englischsprachigen Inserate. Die Anforderung lautet fast überall auf berufsfähiges Englisch, in englischen Inseraten zu 97.7 Prozent. Es geht also nicht um akzentfreies Schreiben, sondern um ein Dokument, das der Leserschaft standhält: gleiche Zeitform in allen Zeilen, gleiche Datumsschreibweise, gleiche Bezeichnungen für dieselbe Sache. Wer das einhält, verliert nichts an eine Person mit englischer Erstsprache.
Was sich im Dokument tatsächlich ändert
Die Struktur ändert sich nicht. Die englische Fassung der Bewerbungstipps von arbeit.swiss nennt dieselben Bestandteile wie die deutsche und liefert dabei die amtlichen englischen Überschriften mit: Title CV, personal details, professional experience to date, education and training, language skills, special knowledge or activities, personal interests or hobbies, references. Dazu die Regel, dass der Lebenslauf nicht länger als drei Seiten sein soll, dass Referenzen auf Anfrage vermerkt werden und dass alle Beilagen in einer PDF-Datei zusammengefasst werden. Wer diese Begriffe verwendet, erfindet keine Struktur, sondern übernimmt die offizielle.
Was sich ändert, sind die Eigennamen des Schweizer Systems. In einem deutschsprachigen Inserat ist EFZ ein Wort, das jede Leserschaft einordnet — 15.2 Prozent der deutschen Inserate nennen einen Berufsabschluss dieser Art. In englischsprachigen Inseraten kommt er in 0.4 Prozent der Fälle vor. Die Person, die dein englisches Dossier liest, hat den Begriff also mit hoher Wahrscheinlichkeit nie gelesen. Genau dafür gibt es die amtlichen englischen Bezeichnungen des SBFI — und die Zeugniserläuterungen und Diplomzusätze, die dasselbe auf einem eigenen Blatt tun.
Dieselbe Übersetzungsfrage stellt sich bei den Beilagen. Das Arbeitszeugnis ist im deutschsprachigen Dossier der Beleg, der jede Zeile deckt; im englischen heisst es reference, so wie es die englische Fassung des Obligationenrechts in Art. 330a nennt. Übersetzen musst du das Dokument selbst nicht — es bleibt in der Originalsprache und in derselben PDF-Datei wie die Diplome, das jüngste zuoberst. Was du beifügen kannst, ist eine kurze englische Zeile, die sagt, was ein Schweizer Arbeitszeugnis ist: ein vom Gesetz vorgeschriebenes Dokument über Art, Dauer, Leistung und Verhalten.
Register: was aus dem Schweizer Dossier bestehen bleibt
Ein englischer Lebenslauf für die Schweiz ist kein amerikanischer Résumé. Das Pensum bleibt in Prozent — 9.5 Prozent der englischen Inserate schreiben es selbst so, am häufigsten als 80–100% —, das Datumsformat bleibt europäisch, und die Abschlüsse behalten Ort und Jahr. Auffällig anders ist nur der Ton der Inserate: In 24 Prozent der englischen Inserate stehen Wörter wie global, international oder headquarters, in den deutschen in 1.1 Prozent. Das sagt etwas über die Leserschaft, nicht über die Form deines Dokuments.
Bei der Rechtschreibung gibt es keine Schweizer Vorschrift, aber eine messbare Marktgewohnheit. In den englischsprachigen Inseraten dominiert die amerikanische Variante bei den Verben: organiz statt organis in 93.3 Prozent der Fälle, optimiz in 97.9, analyz in 92.6 Prozent. Bei den Substantiven ist das Bild gemischter — centre hält 18.1 Prozent gegenüber center, programme 13.4 Prozent gegenüber program, licence 12.9 Prozent gegenüber license. Über alle geprüften Wortpaare hinweg sind 7.7 Prozent der Belege britisch. Entscheidend ist deshalb nicht die Variante, sondern die Konsistenz innerhalb eines Dokuments.
Zuletzt die Frage, die viele zu spät stellen: Braucht es zwei Fassungen? Wenn du dich in Zürich, Genf oder Zug bewirbst, meistens ja. Die Arbeitgeber, die in beiden Sprachen ausschreiben, stehen hinter 17.9 Prozent aller Inserate; bei ihnen ist im Median rund die Hälfte der eigenen Inserate englisch. Zwei gepflegte Fassungen desselben Lebenslaufs, jede mit den Bezeichnungen, die zur Sprache des Inserats passen, sind darum kein doppelter Aufwand, sondern die Voraussetzung dafür, auf beide Arten von Inseraten überhaupt antworten zu können.
Die Marktzahlen wurden am 22. August 2026 aus den zu diesem Zeitpunkt auf SwissJobs.app aktiven Inseraten ausgezählt. Die Anteile der englischsprachigen Inserate wurden am 27. September 2026 neu erhoben, als sich die Sprache des Textes für 97.4 Prozent der Inserate bestimmen liess; alle Sprachanteile beziehen sich auf diese Grundgesamtheit, die Kantonswerte zusätzlich nur auf Inserate mit zugeordnetem Kanton. Eine ausdrückliche Sprachanforderung nennen 72.8 Prozent der Inserate; Niveauangaben sind so gezählt, wie das Inserat sie formuliert. Die Zuordnung zu Berufsfeldern erfolgt über Stichwörter im Stellentitel und ist als Grössenordnung zu lesen, nicht als amtliche Branchenstatistik. Die Angaben zur Schreibweise beruhen auf dem Abgleich neun britisch-amerikanischer Wortpaare in Titel und Kurzbeschreibung. Bestandteile, Seitenzahl und Beilagen des Lebenslaufs stammen aus den Bewerbungstipps von arbeit.swiss (SECO) in der deutschen und der englischen Fassung, die englischen Titelbezeichnungen und die Angaben zu Zeugniserläuterung und Diplomzusatz vom SBFI, der Wortlaut zu Art. 330a aus der auf fedlex publizierten englischen Fassung des Obligationenrechts, die laut Fedlex keine Rechtskraft hat.
Schreib für jede Bewerbung einen passenden Lebenslauf
Die meisten schicken überall denselben Lebenslauf. Der Editor schreibt deinen auf das Inserat um — Schweizer Format, richtige Sprache, in etwa einer Minute.
Lebenslauf mit KI erstellen: für ein konkretes InseratQuellen
- arbeit.swiss (SECO) — Bewerbungstipps: Bestandteile des Lebenslaufs, maximal drei Seiten, Beilagen als PDF
- arbeit.swiss (SECO) — Tips on applying for jobs: dieselbe Liste in der amtlichen englischen Fassung
- SBFI — Vocational Education and Training: Federal VET Certificate, Federal VET Diploma, Federal Vocational Baccalaureate
- SBFI — Professional Education: Federal Professional Examination und Advanced Federal Professional Examination
- SBFI — Nationaler Qualifikationsrahmen: Zeugniserläuterungen und Diplomzusätze in vier Sprachen, für Arbeitgeber im In- und Ausland
- SBFI — Diplomzusätze für berufliche Abschlüsse: nachträgliche Ausstellung für 80 Franken
- Fedlex — Obligationenrecht, englische Fassung, Art. 330a (reference); ohne Rechtskraft
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Live aus unserem eigenen Index berechnet, nicht aus einer Studie zitiert. Nur Anteile, Stand heute.
Sprache der Inserate
- Deutsch
- 60%
- English
- 23%
- Français
- 13%
- Italiano
- 3%
Von den Inseraten mit Sprachanforderung verlangen
- Deutsch
- 70%
- English
- 43%
- Français
- 21%
- Italiano
- 3%
19% in den letzten 7 Tagen ausgeschrieben · Grösste Märkte: Zürich 18% · Bern 10% · Genève 5% · Basel 5%