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Bewerbung & Lebenslauf

Layout und Umfang des Lebenslaufs — Seitenzahl, Spalten, Schrift

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Die drei Formfragen, die vor jedem Inhalt kommen: wie lang, wie angeordnet, wie gesetzt. Nur eine davon ist amtlich beantwortet — die Bewerbungsseite des Bundes nennt eine Obergrenze für die Seitenzahl, und zwar in allen vier Sprachfassungen dieselbe. Die Marktzahlen auf dieser Seite stammen aus den Inseraten auf SwissJobs.app.

Wie viele Seiten soll der Lebenslauf haben?

Grafik zu acht Gründen, aus denen ein Schweizer Lebenslauf schon vor dem Lesen aussortiert wird — an erster Stelle steht ein auf eine Seite zusammengequetschter Lebenslauf, danach fehlendes Foto, fehlender Bewilligungsstatus, fehlender Ort, Aufgaben statt Resultate, kompetenzenzuerst-Layout, unerklärte Lücken und eine überdesignte Vorlage.

Kurz gesagt

Zwei Seiten für die meisten Bewerbenden, drei als absolute Obergrenze, eine ist in der Schweiz zu wenig. Die Bewerbungsseite des Bundes sagt es wörtlich: «Der Lebenslauf sollte nicht mehr als drei Seiten umfassen.» Dieselbe Seite verlangt acht Inhaltsblöcke und eine lückenlose Chronologie. Auf einer Seite geht das nur, wenn du etwas weglässt — und genau das Weggelassene ist, wonach hier geschaut wird. Die dritte Seite ist keine Erlaubnis, sie ist ein Reservefeld.

Diese Antwort weicht von dem ab, was Ratgeber aus dem angelsächsischen Raum sagen, und sie weicht bewusst ab. In den USA gilt die eine Seite als Disziplinbeweis, in Grossbritannien der saubere Zweiseiter ohne Bild. In der Schweiz ist der Lebenslauf kein Werbetext, sondern die Inhaltsübersicht eines Dossiers, das anschliessend belegt wird: Arbeitszeugnisse, Diplome, Zertifikate. Was du auf den Seiten aufführst, muss hinten im Dossier wiederauftauchen. Ein Lebenslauf, der kürzer ist als die Zeugnisse, die ihm beiliegen, wirft Fragen auf, statt sie zu beantworten.

Wie viel Geschichte du überhaupt erzählen musst, lässt sich an den Inseraten ablesen. Von jenen Inseraten auf SwissJobs.app, die eine Zahl von Erfahrungsjahren nennen, verlangen 24.7 Prozent höchstens drei Jahre und 45.6 Prozent vier bis fünf. Nur 14.1 Prozent gehen auf zehn Jahre oder mehr. Der Median liegt bei fünf Jahren. Anders gesagt: Sieben von zehn ausgeschriebenen Anforderungen reichen nicht über ein halbes Jahrzehnt zurück. Eine Seite pro relevantem halbem Jahrzehnt ist deshalb eine brauchbare Faustregel — und sie landet bei den meisten bei zwei.

Wie weit die geforderte Berufserfahrung zurückreicht — Inserate, die eine Jahreszahl nennen
Wie weit die geforderte Berufserfahrung zurückreicht — Inserate, die eine Jahreszahl nennenHöchstens 3 Jahre24.7%4 bis 5 Jahre45.6%6 bis 9 Jahre15.6%10 Jahre und mehr14.1%
  • Die Zahl steht auf einer amtlichen Seite, nicht in einem Ratgeber. arbeit.swiss wird vom Staatssekretariat für Wirtschaft betrieben und ist die Referenz, auf die sich in der Schweiz praktisch alle Bewerbungstipps zurückführen lassen. Im Abschnitt «Lebenslauf / CV» steht: «Er muss vollständig und übersichtlich gestaltet sein. Der Lebenslauf sollte nicht mehr als drei Seiten umfassen.» Mehr Verbindlichkeit gibt es zu dieser Frage in der Schweiz nicht.
  • Drei Seiten sind eine Obergrenze, keine Zielvorgabe. Die Formulierung ist «nicht mehr als» — sie sagt, wo Schluss ist, nicht, wo du hinsollst. Wer mit zwei Seiten alles unterbringt, hat die Vorgabe erfüllt und nichts verschenkt. Wer die dritte Seite mit Weiterbildungen aus dem letzten Jahrzehnt füllt, die zur Stelle nichts beitragen, hat sie sich nicht verdient.
  • Eine Seite scheitert an der Inhaltsliste, nicht am Geschmack. Dieselbe amtliche Seite führt acht Bestandteile auf: Titel, persönliche Daten, bisherige berufliche Tätigkeiten, besuchte Schulen und Weiterbildungen, Sprachkenntnisse, besondere Kenntnisse, persönliche Interessen und Referenzen. Wer nach zehn Berufsjahren acht Blöcke auf eine Seite bringt, hat entweder Stellen gestrichen oder die Schrift verkleinert. Beides fällt auf.
  • Die Chronologie muss lückenlos sein — deshalb kannst du nicht kürzen, indem du Jahre streichst. Die englische Fassung der Seite sagt es am deutlichsten: der Lebenslauf soll «complete, clear and not contain any gaps» sein. Kürzen heisst in der Schweiz zusammenfassen, nicht auslassen. Zwei frühe Stellen werden zu zwei Zeilen mit Jahr, Funktion und Arbeitgeber, nicht zu einer Lücke.
  • Die Arbeitszeugnisse verbrauchen keine Lebenslaufseiten. arbeit.swiss verlangt sie in einem eigenen PDF, lückenlos und chronologisch geordnet, das aktuellste zuerst — dasselbe gilt für Diplome und Zertifikate. Das ist der Grund, weshalb der Schweizer Lebenslauf trotz seiner Vollständigkeitspflicht nicht ausufert: Der Beleg liegt woanders. Wer Tätigkeitsbeschriebe aus dem Zeugnis in den Lebenslauf kopiert, verdoppelt das Dossier ohne Zugewinn.
  • Referenzen kosten dich eine Zeile, nicht einen Block. Die amtliche Seite hält fest, dass im Lebenslauf «in der Regel vermerkt» wird, Referenzen würden auf Anfrage bekannt gegeben; ein separates Blatt mit Referenzpersonen kann im Gespräch abgegeben werden. Wer drei Referenzpersonen mit Adresse und Telefonnummer auf die letzte Seite setzt, verbraucht ein Drittel einer Seite für eine Information, die erst später verlangt wird.
  • Die dritte Seite korreliert mit der Funktionsstufe, nicht mit dem Alter. In den Inseraten auf SwissJobs.app, die höchstens drei Jahre Erfahrung verlangen, trägt nur 13.7 Prozent der Titel ein Senioritätswort wie Senior, Lead, Leiter oder Leitung. Bei den Inseraten, die zehn Jahre und mehr verlangen, sind es 63.6 Prozent. Über den ganzen Bestand gerechnet sind es 13.3 Prozent.

Wie lang ein Schweizer Lebenslauf sein darf

SituationSeitenWarum
Berufseinstieg, unter 3 Jahre Erfahrung1–2lieber vollständig als gestreckt
Normalfall2was Schweizer HR erwartet
Ab etwa 10 Jahren Erfahrung2–3ältere Stationen kürzen, nicht streichen
Führungs- und Fachlaufbahn3Projekte und Verantwortung brauchen Platz
Akademisch mit Publikationen3+ mit AnhangPublikationsliste separat
Eine Seiteselten richtigschneidet genau die Details weg, die geprüft werden

Die Ein-Seiten-Regel stammt aus den USA und gilt hier nicht: Schweizer Recruiter erwarten Belege, und ein auf eine Seite gepresster Lebenslauf liest sich als dünne Laufbahn. Zwei Seiten sind der Normalfall.

Was auf der amtlichen Seite tatsächlich steht

Die Frage nach der Seitenzahl wird im Netz fast immer mit einer Meinung beantwortet, und die Meinungen stammen überwiegend aus Märkten, die anders funktionieren als der schweizerische. Es gibt aber eine Schweizer Quelle, die eine Zahl nennt, und sie ist amtlich: die Bewerbungstipps von arbeit.swiss, betrieben vom Staatssekretariat für Wirtschaft. Im Abschnitt über das Bewerbungsdossier heisst es, der Lebenslauf sei der Kern der Bewerbung, er müsse vollständig und übersichtlich gestaltet sein, und er «sollte nicht mehr als drei Seiten umfassen».

Das ist bemerkenswert, weil kaum eine andere Formfrage der Bewerbung in der Schweiz amtlich beziffert ist. Zur Schriftgrösse steht dort nichts, zur Spaltenzahl nichts, zum Format des Fotos nichts. Die Seitenzahl ist die eine Grösse, bei der die Behörde sich festlegt — und sie legt sich auf drei fest, nicht auf zwei und schon gar nicht auf eine.

Ein zweiter offizieller Kanal, das von den Kantonen getragene Portal berufsberatung.ch, führt auf seiner Seite zum Bewerbungsdossier für Berufstätige die drei Bestandteile auf — Bewerbungs- oder Motivationsschreiben, Lebenslauf, Arbeitszeugnisse und Ausbildungsabschlüsse — nennt aber keine Seitenzahl. Die Zahl drei steht also nicht in einem Kanon offizieller Quellen, sondern an genau einer Stelle. Umso mehr lohnt es sich, diese Stelle wörtlich zu lesen, statt sie aus dem Gedächtnis zu zitieren.

Vier Sprachfassungen, zwei Grade von Verbindlichkeit

Dieselbe Seite existiert auf Deutsch, Französisch, Italienisch und Englisch, und die Zahl ist überall dieselbe. Das Modalverb ist es nicht. Die deutsche Fassung sagt «sollte nicht mehr als drei Seiten umfassen», die englische «should be no longer than three pages» — beides Empfehlungen. Die französische sagt «ne doit pas dépasser trois pages», die italienische «non deve superare le tre pagine» — beides Verbote.

Wer also in Lausanne oder Lugano eine vierte Seite anhängt, verstösst gegen die Fassung, die dort gelesen wird; wer dasselbe in Zürich tut, weicht von einer Empfehlung ab. Praktisch heisst das: In der Romandie und im Tessin ist die Drei eine harte Grenze, in der Deutschschweiz eine sehr deutliche. In keiner der vier Fassungen ist sie ein Richtwert, den man nach oben interpretieren dürfte.

Die Fassungen unterscheiden sich noch in einem zweiten Punkt, der für die Länge zählt. Englisch, Französisch und Italienisch verlangen im Absatz zum Lebenslauf ausdrücklich Lückenlosigkeit: «not contain any gaps», «Évitez les lacunes dans votre parcours», «senza lacune nella cronologia». Die deutsche Fassung verlangt an dieser Stelle nur Vollständigkeit und Übersichtlichkeit und spricht von Lückenlosigkeit erst im Abschnitt über die Arbeitszeugnisse. Wer auf Französisch oder Italienisch bewirbt, hat damit ausdrücklich die Pflicht, jedes Jahr zu erklären — und trotzdem dieselbe Obergrenze von drei Seiten. Das ist die eigentliche Schwierigkeit dieser Frage: Vollständigkeit und Kürze werden gleichzeitig verlangt.

Warum die eine Seite hier gegen dich arbeitet

Der einseitige Lebenslauf ist ein amerikanisches Produkt und hat dort einen Grund: Er ist ein Verkaufsdokument für einen Prozess, in dem es keine Arbeitszeugnisse gibt. Wer keine Zeugnisse mitschicken kann, muss auf der Seite überzeugen. In der Schweiz ist die Beweislage umgekehrt. Das Dossier enthält für jede Stelle ein Zeugnis, in dem Aufgaben, Dauer und Beurteilung stehen. Der Lebenslauf ist die Landkarte dazu.

Eine Landkarte, die Gebiete auslässt, ist nicht kürzer, sondern falsch. Genau so wird eine einseitige Fassung hier gelesen: nicht als Disziplin, sondern als Auswahl — und die nächste Frage lautet, was du weggelassen hast und weshalb. Bei jemandem, der zwei Jahre im Beruf steht, ist eine Seite unauffällig. Bei jemandem mit zwölf Berufsjahren ist sie eine Erklärung, die du im Gespräch nachliefern musst, bevor du über die Stelle sprichst.

Der umgekehrte Fehler ist ebenso teuer. Vier oder fünf Seiten, weil jede Projektbeschreibung mitkommt, verletzen die einzige amtlich bezifferte Vorgabe, die es zu diesem Dokument gibt — und zwar sichtbar, weil die Seitenzahl im PDF-Betrachter steht, bevor jemand liest. Zwischen «zu kurz für dein Dossier» und «über der publizierten Grenze» liegt ein schmales Feld, und dieses Feld hat in aller Regel zwei Seiten.

Die dritte Seite ist eine Frage der Funktionsstufe

Wer sich fragt, ob er die dritte Seite braucht, kann das an den Anforderungen der Inserate prüfen, auf die er sich bewirbt. In den Inseraten auf SwissJobs.app, deren Zusammenfassung eine Zahl von Erfahrungsjahren nennt, ist der Median fünf Jahre. 24.7 Prozent verlangen höchstens drei Jahre, 45.6 Prozent vier bis fünf, 15.6 Prozent sechs bis neun und 14.1 Prozent zehn Jahre oder mehr. Rund sieben von zehn Anforderungen reichen also nicht über fünf Jahre zurück.

Diese Bänder sind nicht gleich verteilt über die Funktionsstufen. Bei den Inseraten mit höchstens drei geforderten Jahren enthält der Stellentitel in 13.7 Prozent der Fälle ein Senioritätswort — Senior, Lead, Leiter, Leitung, Principal oder Director. Im Band von sechs bis neun Jahren sind es 59.9 Prozent, ab zehn Jahren 63.6 Prozent. Zum Vergleich: Über den gesamten Bestand tragen 13.3 Prozent der Titel ein solches Wort.

Daraus folgt eine brauchbare Entscheidungsregel. Wenn die Inserate in deinem Bereich typischerweise drei bis fünf Jahre verlangen, ist alles, was länger als fünf Jahre zurückliegt, Kontext und keine Anforderung — es gehört in eine komprimierte Zeile, nicht in einen ausformulierten Block. Wenn deine Inserate zehn Jahre und mehr verlangen und Führungswörter im Titel tragen, dann hast du Stationen, die einzeln beschrieben werden müssen, und die dritte Seite ist verdient statt gefüllt.

Was Platz frisst, ohne etwas zu belegen

Die häufigste Ursache für eine unnötige dritte Seite ist nicht ein langes Berufsleben, sondern doppelt geführte Information. Aufgabenlisten, die wörtlich aus dem Arbeitszeugnis stammen, stehen im Dossier zweimal — einmal im Lebenslauf und einmal im Zeugnis, das ohnehin beiliegt. Da das Zeugnis die belegte Fassung ist, gewinnt der Lebenslauf durch die Wiederholung nichts.

Ähnlich teuer sind Blöcke, die keine Aussage tragen. Eine Referenzliste mit Namen, Funktion, Adresse und Telefonnummer belegt schnell ein Drittel einer Seite, obwohl arbeit.swiss ausdrücklich den Hinweis «auf Anfrage» und ein separates Blatt beim Gespräch vorsieht. Eine Kompetenzmatrix mit Balken sagt weniger als eine Zeile Sprachkenntnisse mit Niveau. Ein zweites Foto oder ein Deckblatt kostet eine ganze Seite und ersetzt keinen Inhalt.

Was dagegen selten zu viel Platz braucht, sind die Sprachkenntnisse, obwohl gerade sie in der Schweiz entscheiden können. In den Inseraten auf SwissJobs.app verlangen 15.2 Prozent zwei Sprachen und weitere 4.9 Prozent drei oder mehr — bei jedem fünften Inserat ist die Mehrsprachigkeit also eine echte Bedingung. Ein sauberer Block mit Niveauangaben braucht dafür vier bis fünf Zeilen. Das ist der beste Platztausch, den dieses Dokument anbietet.

Die Regel in drei Sätzen

Erstens: Zwei Seiten sind das Ziel, drei die Grenze, eine ist zu wenig, sobald du mehr als zwei oder drei Berufsjahre hast. Zweitens: Gekürzt wird durch Zusammenfassen, nie durch Auslassen — die Chronologie muss stehen, weil die Zeugnisse sie ohnehin belegen. Drittens: Die dritte Seite gehört Stationen, die eine Anforderung des Inserats bedienen, und nichts sonst.

Wenn du unsicher bist, ob deine dritte Seite verdient ist, gibt es einen einfachen Test: Streiche sie und lies das Dokument nochmals. Fehlt danach eine Information, nach der das Inserat ausdrücklich fragt, gehört sie zurück. Fehlt nur Vollständigkeit um ihrer selbst willen, war sie Fülle. Dieser Test kostet fünf Minuten und ist verlässlicher als jede Empfehlung, die nicht deine Branche kennt.

Und ein letzter Punkt zur Beruhigung: Die Seitenzahl ist keine Ausschlussgrösse für sich allein. Sie ist das Erste, was auffällt, weil sie sichtbar ist, bevor jemand liest. Genau deshalb lohnt es sich, sie richtig zu setzen — nicht weil zwei Seiten überzeugen, sondern weil eine oder fünf schon vorher ablenken.

Was Betroffene berichten

  • Unter den Schweizer Lebenslauf-Beiträgen, die für den Lebenslauf-Ratgeber von SwissJobs.app gesammelt wurden, nennen acht eine Seitenzahl. Keiner davon setzt die Obergrenze über drei. Fünf beschreiben dasselbe Muster: zwei Seiten als Norm, drei für Senior-Profile zulässig. Zwei nennen ein bis zwei Seiten, und beide richten sich ausdrücklich an Zuziehende aus dem Ausland. Die Streuung der Praxis ist also enger als die Streuung der Ratgeber im Netz.

    Auszählung der Schweizer Lebenslauf-Beiträge, die für den Lebenslauf-Ratgeber von SwissJobs.app gesammelt wurden; jene mit einer Längenangabe wurden von Hand gelesen und den Kategorien zugeordnet.

  • In derselben Sammlung taucht der einseitige Lebenslauf zweimal ausdrücklich als Fehler auf, beide Male von Personen, die aus einem angelsächsischen Markt zugezogen sind und ihre gewohnte Fassung zunächst weiterverwendet haben. Die Beschreibung ist in beiden Fällen dieselbe: Auf einer Seite wirke die Laufbahn dünn, und gestrichen werde genau das Detail, das hier erwartet wird.

    Dieselbe Sammlung Schweizer Lebenslauf-Beiträge; die Beobachtung stützt sich auf Erfahrungsberichte von Bewerbenden, nicht auf eine Auswertung von Absagen.

Die Marktzahlen wurden am 22. August 2026 aus den damals auf SwissJobs.app aktiven Inseraten ausgezählt. Die Angaben zur geforderten Berufserfahrung stützen sich auf jene Inserate, deren Kurzbeschreibung eine Jahreszahl in Verbindung mit Erfahrung, Berufserfahrung oder Praxis nennt — das sind 8.1 Prozent der Inserate mit Kurzbeschreibung, und Kurzbeschreibungen liegen für 74 Prozent des Bestands vor. Prozentwerte zur Erfahrung beziehen sich immer auf diese Teilmenge, nicht auf den ganzen Bestand; Inserate, die eine Anforderung ohne Zahl formulieren, sind darin nicht enthalten und dürften eher tiefere Anforderungen tragen. Wo mehrere Jahreszahlen in einem Inserat vorkamen, wurde die tiefste gewertet. Die Senioritätsanteile beruhen auf dem Vorkommen der Wörter Senior, Lead, Head of, Leiter, Leitung, Principal, Director, Direktor, Chef de, Responsable oder Capo im Stellentitel; sie messen die Bezeichnung, nicht die tatsächliche Verantwortung. Die Angaben zu den geforderten Sprachen beruhen auf den im Inserat genannten Sprachanforderungen. Die Vorgaben zum Lebenslauf stammen von den vier Sprachfassungen der Bewerbungstipps von arbeit.swiss (SECO), die Angabe zum Bewerbungsdossier zusätzlich von berufsberatung.ch.

Lebenslauf-Vorlage Schweiz: 190 Berufe, kostenlos

Welche Schrift soll ich für den Lebenslauf verwenden?

Grafik zum Gestaltungsfehler im Lebenslauf: links eine Vorlage aus einem Designwerkzeug mit zwei Spalten, Symbolen und Bewertungspunkten, die beim maschinellen Auslesen in falscher Reihenfolge gelesen wird und keinen Platz für Bewilligung und Referenzen hat; rechts die schlichte einspaltige Fassung mit Sprachniveau in Worten, Bewilligung und Nationalität sowie Arbeitszeugnissen als Referenz.

Kurz gesagt

Nimm eine gut ausgebaute Grotesk — Arial, Helvetica, Tahoma oder die Systemschrift deines Rechners — und stelle sie so ein, dass die Mittellänge stimmt, nicht die Punktzahl. Eine amtliche Vorschrift dazu gibt es in der Schweiz nicht: arbeit.swiss beziffert die Seitenzahl, schweigt aber zur Schrift, und zwar in allen vier Sprachfassungen. Der Bund selbst verwendet in seiner Geschäftskorrespondenz Arial. Wichtiger als der Geschmack ist die Frage, ob die Schrift die Namen in deinem Dossier überhaupt korrekt setzen kann.

Die Frage wird fast immer als Geschmacksfrage behandelt und ist keine. Ein Lebenslauf wird gedruckt, am Bildschirm gelesen und maschinell ausgelesen, und in allen drei Fällen entscheidet nicht die Eleganz der Schrift, sondern ihr Ausbau: ob sie alle Zeichen enthält, die in Schweizer Namen vorkommen, wie gross sie bei gleicher Punktzahl wirkt, und wie viel Zeilenlänge sie verbraucht. Diese drei Eigenschaften lassen sich messen — und die Messung widerspricht an einer entscheidenden Stelle dem, was in den meisten Ratgebern steht.

Gemessen wurde für diese Antwort an den Schriften, die auf einem gewöhnlichen Rechner installiert sind, und an den Arbeitgebernamen und Stellentiteln der Inserate auf SwissJobs.app. Die Namen liefern den Zeichenbedarf, die Schriftdateien liefern Zeichenvorrat, Mittellänge und Laufweite. Das Ergebnis: Die verbreitete Empfehlung, mit einer Serifenschrift Platz zu sparen, stimmt nur, solange man die Punktzahl vergleicht. Und die Punktzahl ist keine Grösse, die sich zwischen zwei Schriften vergleichen lässt.

Wie viel Zeilenlänge dieselbe Schrift braucht, wenn man sie auf gleiche scheinbare Grösse bringt (Arial = 100)
Wie viel Zeilenlänge dieselbe Schrift braucht, wenn man sie auf gleiche scheinbare Grösse bringt (Arial = 100)Tahoma94.4IndexArial100IndexTimes New Roman107.1IndexVerdana108.1IndexGeorgia108.6IndexBaskerville120.8IndexCourier New158Index
  • Kein Schweizer Amt schreibt eine Schriftart vor. Die Bewerbungstipps von arbeit.swiss, betrieben vom Staatssekretariat für Wirtschaft, sind die Referenz, auf die sich in der Schweiz fast alle Bewerbungsempfehlungen zurückführen lassen. Sie beziffern den Umfang — «Der Lebenslauf sollte nicht mehr als drei Seiten umfassen» — und verlangen, er müsse «vollständig und übersichtlich gestaltet sein». Zur Schriftart und zur Schriftgrösse steht dort nichts, in keiner der vier Sprachfassungen. Wer dir eine Pflichtschrift nennt, zitiert niemanden.
  • Der einzige Bundestext, der Schriften überhaupt beim Namen nennt, nennt sie als Risiko. Die Schreibweisungen der Bundeskanzlei führen einen eigenen Abschnitt «Verwechselbare Ziffern und Buchstaben». Randziffer 267: «In manchen Schriftarten (z. B. Times, Arial, Courier) können bestimmte Zeichen miteinander verwechselt werden (Ziffern, Buchstaben, Masseinheiten). Ob die Verwechslungsgefahr besteht, hängt vom Kontext ab.» Randziffer 268 nennt den Klassiker: das kleine l und die Ziffer 1.
  • Für sich selbst hat der Bund die Frage entschieden. Auf der Seite zu den Grundlagen des Erscheinungsbilds heisst es: «Das Bundeslogo und die Kennzeichnungen werden in der Schriftart Frutiger gesetzt», «In der Geschäftskorrespondenz und bei Präsentationen soll die Arial als Schriftart verwendet werden» und «Die CD-Bund-Webseiten sind mit der Gratisschrift Noto Sans zu erstellen». Drei Schriften, drei Verwendungen — und für den Brief, der einem Lebenslauf am nächsten kommt, Arial.
  • Erstes Kriterium: Kann die Schrift die Namen setzen? 7.0 Prozent der verschiedenen Arbeitgebernamen in den Inseraten auf SwissJobs.app enthalten einen lateinischen Buchstaben ausserhalb des einfachen ASCII-Vorrats. Insgesamt sind 26 solche Buchstaben nötig; die fünf häufigsten sind ü, é, ä, ö und è — zwei Landessprachen in fünf Zeichen. Von den geprüften verbreiteten Schriften scheitert einzig Gill Sans, und zwar an 0.09 Prozent der Namen.
  • Wie oft das im Alltag auftaucht, hängt an der Sprache des Inserats. In 40.1 Prozent aller Inserate steht im Arbeitgebernamen oder im Stellentitel mindestens ein Zeichen jenseits des einfachen Alphabets. Bei den französischsprachigen Inseraten sind es 66.8 Prozent, bei den deutschsprachigen 45.4 Prozent, bei den englischsprachigen nur 11.7 Prozent. Ein Lebenslauf, der in der Romandie gelesen wird, stellt an die Schrift die höchsten Anforderungen.
  • Zweites Kriterium: Punkt ist keine Grösse. Die Mittellänge — die Höhe des kleinen x — bestimmt, wie gross eine Schrift wirkt. Bei Arial beträgt sie 51.9 Prozent des Gevierts, bei Verdana und Tahoma 54.5, bei Times New Roman 44.7, bei Baskerville 40.0 und bei Cochin nur 37.2. Um die Wirkung von 11 Punkt Arial zu erreichen, braucht Times New Roman 12.77 Punkt, Georgia 11.87 und Baskerville 14.27.
  • Drittes Kriterium: was die Schrift an Platz kostet — und hier kippt die Faustregel. Bei gleicher Punktzahl läuft Times New Roman 7.8 Prozent enger als Arial; das ist der Grund, weshalb sie als platzsparend gilt. Stellt man beide auf dieselbe scheinbare Grösse, läuft Times New Roman 7.1 Prozent breiter. Baskerville kostet dann 20.8 Prozent mehr Zeilenlänge, Courier New 58. Enger als Arial ist von den geprüften Textschriften nur Tahoma, mit 94.4.

Warum es keine Vorschrift gibt — und was an ihre Stelle tritt

Die Seitenzahl des Schweizer Lebenslaufs ist amtlich beziffert, die Schrift nicht. Das ist kein Versehen. Eine Behörde kann vorschreiben, wie lang ein Dokument sein darf, weil sich das prüfen lässt; eine Schriftart vorzuschreiben hiesse, jede Bewerbung an die Softwareausstattung des Absenders zu binden. Die Bewerbungstipps von arbeit.swiss halten deshalb nur fest, der Lebenslauf müsse «vollständig und übersichtlich gestaltet sein» — Übersichtlichkeit ist ein Ergebnis, keine Schriftliste.

Genau deshalb ist die Frage aber beantwortbar, nur eben nicht mit einem Namen, sondern mit Eigenschaften. Eine Schrift, die deinen Lebenslauf trägt, muss drei Dinge können: alle Zeichen enthalten, die in den Namen deiner Arbeitgeber, deiner Schulen und deines eigenen Personenstands vorkommen; bei der gewählten Punktzahl gross genug wirken, um auf Papier und am Bildschirm mühelos gelesen zu werden; und dabei nicht mehr Zeilenlänge verbrauchen, als der Umfang von zwei Seiten hergibt.

Die einzige Stelle im Bundesrecht des Schreibens, an der Schriften überhaupt namentlich vorkommen, dreht die Frage bemerkenswert um. Die Schreibweisungen der Bundeskanzlei — für die amtlichen Texte des Bundes verbindlich, für die gewöhnliche Geschäftskorrespondenz Empfehlung — führen Times, Arial und Courier nicht als Vorbild an, sondern als Beispiele für Schriften, in denen sich Zeichen verwechseln lassen. Der Massstab ist dort also nicht Schönheit, sondern Eindeutigkeit. Das ist auch für einen Lebenslauf der bessere Massstab: Ein Datum, eine Bewilligungsklasse und eine Telefonnummer müssen beim ersten Blick eindeutig sein.

Kriterium eins: Kann deine Schrift die Namen schreiben, die du nicht ausgesucht hast

Über deinen eigenen Namen hast du keine Kontrolle, über die Namen deiner bisherigen Arbeitgeber noch weniger. Genau dort entstehen die Löcher. In den Inseraten auf SwissJobs.app enthalten 7.0 Prozent der verschiedenen Arbeitgebernamen mindestens einen lateinischen Buchstaben, der über das einfache Alphabet hinausgeht. Zusammengezählt braucht es dafür 26 verschiedene Zeichen; ü, é, ä, ö und è machen den grössten Teil aus, dahinter folgen ô, à, ç, â und ein langer Schwanz von Einzelfällen aus Namen mit lettischer, türkischer, spanischer oder polnischer Herkunft.

Für eine Textschrift ist das keine hohe Hürde — die verbreiteten Systemschriften decken diesen Bedarf vollständig ab. Interessant ist die Ausnahme: Gill Sans, eine Schrift, die in Vorlagen gern als «elegante Alternative» angeboten wird, kennt drei der benötigten Zeichen nicht und kann damit 0.09 Prozent der Arbeitgebernamen nicht korrekt setzen. Klingt nach wenig. Für die betroffene Person ist es aber nicht ein Bruchteil eines Prozents, sondern der Name des Arbeitgebers, bei dem sie fünf Jahre gearbeitet hat — und der im Ausdruck als leeres Rechteck erscheint oder still auf eine andere Schrift wechselt, mitten im Wort.

Die Wahrscheinlichkeit, dass es dich trifft, hängt an der Sprachregion. Über alle Inserate gerechnet trägt in 40.1 Prozent der Fälle der Arbeitgebername oder der Stellentitel ein Zeichen jenseits des einfachen Alphabets. Bei französischsprachigen Inseraten steigt der Anteil auf 66.8 Prozent, bei deutschsprachigen liegt er bei 45.4, bei englischsprachigen bei 11.7. Wer aus einem englischsprachigen Umfeld kommt und seine gewohnte Vorlage mitbringt, hat die Frage bisher nie gestellt bekommen — und stellt sie in der Schweiz zum ersten Mal.

Kriterium zwei: 11 Punkt heisst gar nichts

Die Punktzahl misst nicht die Buchstaben, sondern das Geviert, in dem sie stehen. Wie gross eine Schrift wirkt, entscheidet die Mittellänge: die Höhe des kleinen x im Verhältnis zum Geviert. Bei Arial sind das 51.9 Prozent, bei Helvetica 52.3, bei Verdana und Tahoma je 54.5, bei Georgia 48.1, bei Times New Roman 44.7, bei Baskerville 40.0 und bei Cochin 37.2.

Übersetzt heisst das: Um so gross zu wirken wie 11 Punkt Arial, muss Times New Roman auf 12.77 Punkt gestellt werden, Georgia auf 11.87, Baskerville auf 14.27, Cochin auf 15.35. Umgekehrt genügen Verdana und Tahoma 10.48 Punkt. Wer eine Schrift wechselt und die Punktzahl stehen lässt, ändert also unbemerkt die Lesbarkeit des ganzen Dokuments — meistens nach unten, weil die als «seriös» empfohlenen Serifenschriften durchwegs kleinere Mittellängen haben.

Praktisch folgt daraus eine einfache Arbeitsweise: Setze eine Zeile deines Lebenslaufs in der Kandidatenschrift neben dieselbe Zeile in 11 Punkt Arial und stelle die Punktzahl so, dass die Kleinbuchstaben gleich hoch sind. Erst danach lohnt sich die Frage, ob die Schrift gefällt — und erst danach ist der Umfang vergleichbar. Alles andere vergleicht zwei Dokumente, die nur auf dem Papier dieselbe Grösse haben.

Kriterium drei: die Serifenschrift spart keinen Platz, sie kostet welchen

Die verbreitetste Empfehlung im Netz lautet, mit Times New Roman oder Garamond passe mehr auf die Seite. Bei gleicher Punktzahl stimmt das: Derselbe Text läuft in Times New Roman 7.8 Prozent enger als in Arial. Nur ist er dann eben auch spürbar kleiner, weil die Mittellänge um ein Siebtel tiefer liegt.

Bringt man beide Schriften auf gleiche scheinbare Grösse und misst dann, dreht sich das Vorzeichen um. Times New Roman braucht 7.1 Prozent mehr Zeilenlänge als Arial, Georgia 8.6 Prozent mehr, Verdana 8.1, Avenir 10.7, Baskerville 20.8, Didot 22.1, Cochin 33.9 und Courier New 58. Von den geprüften Textschriften läuft nur eine enger als Arial, ohne kleiner zu wirken: Tahoma, mit einem Wert von 94.4. Verdana und Tahoma haben exakt dieselbe Mittellänge, und trotzdem braucht Verdana 14.5 Prozent mehr Platz — dieselbe Schriftfamilie in weit und in schmal.

Auf einen zweiseitigen Lebenslauf gerechnet ist ein Unterschied von acht Prozent Zeilenlänge ungefähr eine Zeile von zwölf. Das ist der Unterschied zwischen einer Station, die noch ganz auf die zweite Seite passt, und einer dritten Seite, die mit drei Zeilen beginnt. Wer Platz sucht, findet ihn also nicht in der Schriftwahl, sondern in der Zeilenhöhe, in den Rändern und im Weglassen — und wenn doch in der Schrift, dann bei einer schmal laufenden Grotesk, nicht bei einer Antiqua.

Grossbuchstaben, Umlaute und das ß

Der häufigste Schriftfehler in Schweizer Lebensläufen steht in der Kopfzeile: der eigene Name in Versalien, gesperrt, in einer Schrift, die dafür nicht gebaut ist. Die Schreibweisungen der Bundeskanzlei regeln den Fall ausdrücklich. Randziffer 265: «Umlaute in Grossbuchstaben werden als Ä, Ö und Ü geschrieben und nicht als Ae, Oe, Ue.» Randziffer 266 macht die Ausnahme für «Eigennamen mit althergebrachter Schreibung» und nennt als Beispiele Aesch, Oerlikon und Uehlinger.

Für den Lebenslauf heisst das zweierlei. Erstens: Wenn dein Name mit einem Umlaut beginnt und traditionell mit Ae, Oe oder Ue geschrieben wird, bleibt das auch in Versalien so — die Schrift darf daran nichts ändern. Zweitens: Wenn er mit einem echten Umlaut geschrieben wird, muss die Schrift die Grossbuchstaben Ä, Ö und Ü führen und die Punkte auch bei grossem Schriftgrad über dem Buchstaben halten, statt sie in die Zeile darüber laufen zu lassen. Genau das misslingt bei Versalien mit engem Zeilenabstand regelmässig — und es misslingt nur bei denen, deren Name Umlaute enthält.

Das ß gehört nicht in ein Schweizer Dokument. Wie konsequent das gilt, lässt sich an der Quelle selbst ablesen: In den rund 144 Seiten der Schreibweisungen der Bundeskanzlei kommt das Zeichen kein einziges Mal vor, während Formen wie Strasse, gross und Fliesstext durchgehend verwendet werden. In den Inseraten auf SwissJobs.app taucht ein ß in 2.9 Prozent der Fälle irgendwo im Text auf — es kommt praktisch immer mit Text aus Deutschland herein. Wer seinen Lebenslauf aus einer deutschen Vorlage übernimmt, sollte danach suchen, bevor er ihn abschickt.

Zahlen, Telefonnummer und die Zeichen, die niemand sieht

Ein Lebenslauf besteht zu einem guten Teil aus Zahlen: Jahreszahlen, Pensen, eine Telefonnummer. Die Schreibweisungen regeln deren Darstellung, und die Regeln sind konkret genug, um sie zu befolgen. Randziffer 512: Ziffern werden in Dreiergruppen zusammengefasst, zur Gliederung wird ein Festabstand verwendet, «die früher gebräuchliche Schreibung mit Apostroph sollte nicht mehr angewendet werden», und «nicht korrekt ist die Gliederung mit Punkten oder Kommas».

Für die Telefonnummer im Briefkopf ist Randziffer 519 die Antwort: Die Vorwahl wird mit einer Null geschrieben, die Vorwahl und die folgenden drei Ziffern bilden je einen Dreierblock, die restlichen vier Ziffern zwei Zweierblöcke. Randziffer 520 regelt die internationale Form: ein Pluszeichen ohne Leerzeichen vor der Landeskennzahl, und die Null der Ortsnetzkennzahl fällt weg. Wer sich daran hält, hat eine Kopfzeile, die aussieht wie die eines Schweizer Geschäftsbriefs — und dafür braucht es eine Schrift mit gleich breiten Ziffern und einem sauberen Festabstand, also wieder eine Textschrift und keine Zierschrift.

Der stille Rest sind Zeichen, die man nicht sieht und trotzdem mitschickt. In den Arbeitgebernamen und Stellentiteln der Inserate auf SwissJobs.app stecken 197 bedingte Trennstriche, dazu geschützte Leerzeichen, schmale geschützte Leerzeichen und Zeichen ohne Breite. Beim Apostroph stehen 517 gerade Schreibmaschinenzeichen gegen 115 typografische. Und mindestens einmal ist eine Ligatur als eigenes Zeichen erhalten geblieben — ein einzelnes Zeichen, das für die beiden Buchstaben f und i steht und bei einer Textsuche nach «fi» nicht gefunden wird. Wer seinen Lebenslauf aus einer anderen Datei zusammenkopiert, schleppt solche Zeichen mit; sie überleben den Export ins PDF und tauchen dort wieder auf, wo jemand nach einem Wort sucht.

Die Empfehlung, kurz

Nimm eine Grotesk mit grosser Mittellänge und vollem Zeichenvorrat: Arial, Helvetica, Tahoma, Noto Sans, oder die Systemschrift deines Rechners. Setze sie so, dass die Kleinbuchstaben so hoch stehen wie in 11 Punkt Arial, und gib ihr Zeilenabstand statt Punktzahl, wenn es luftiger wirken soll. Verwende im ganzen Dokument eine einzige Familie und unterscheide über Schnitt und Grad, nicht über eine zweite Schrift.

Meide, was nichts hinzufügt: Zierschriften, Schreibschriften, Schmalschnitte unter der Wirkung von 10 Punkt Arial, und jede Schrift, die du nicht selbst mit deinem eigenen Namen und dem Namen deines letzten Arbeitgebers geprüft hast. Exportiere als PDF, damit die Schrift mitreist — eine Schrift, die auf dem Rechner der Lesenden fehlt, wird ersetzt, und mit der Ersetzung ändern sich Laufweite und Umbruch.

Der Standardentwurf des Lebenslauf-Generators auf SwissJobs.app macht genau diese Rechnung vor: eine neutrale Grotesk mit Systemrückfall, Fliesstext bei 13 Pixel auf einer A4-Seite in 96 Punkt pro Zoll und ein Zeilenabstand von 1.65. Das ist ein knapper Schriftgrad mit viel Luft — die Kombination, die auf zwei Seiten am meisten Inhalt trägt, ohne kleiner zu wirken. Wer eine eigene Schrift wählt, sollte gegen diese Rechnung prüfen, nicht gegen den Eindruck auf dem Bildschirm.

Die Marktzahlen wurden am 22. August 2026 aus den damals auf SwissJobs.app aktiven Inseraten ausgezählt. Der Zeichenbedarf beruht auf den verschiedenen Arbeitgebernamen und den Stellentiteln; als «über das einfache Alphabet hinaus» zählt jeder Buchstabe lateinischer Schrift oberhalb des ASCII-Bereichs. Die Sprachanteile stützen sich auf die im Inserat erkannte Sprache; Inserate ohne erkannte Sprache sind in der Gesamtzahl enthalten, aber in keiner Sprachzeile. Die Schriftwerte wurden direkt aus den Schriftdateien gelesen, die auf einem gewöhnlichen Mac installiert sind: Mittellänge und Versalhöhe aus der Metriktabelle, die Laufweite als Summe der Vorschubbreiten über eine Stichprobe aus je 400 Arbeitgebernamen und 400 Stellentiteln. Unterschneidung und Ligaturen sind dabei nicht berücksichtigt; das verschiebt alle Schriften in dieselbe Richtung und ändert die Rangfolge nicht. Nicht auf dem Rechner installierte Schriften — darunter Calibri, Cambria und Garamond — konnten nicht gemessen werden und fehlen deshalb. Die Vorgaben zum Bewerbungsdossier stammen von den vier Sprachfassungen der Bewerbungstipps von arbeit.swiss (SECO), die Schreibregeln von den Schreibweisungen der Bundeskanzlei, die Angaben zu Frutiger, Arial und Noto Sans von der Grundlagenseite der Bundeskanzlei zum Erscheinungsbild des Bundes.

Lebenslauf-Vorlage Schweiz: 190 Berufe, kostenlos

Ein- oder zweispaltiges Layout im Lebenslauf?

Grafik zur Reihenfolge, in der ein Schweizer Lebenslauf im ersten Durchgang gelesen wird: zuerst Bewilligung und Ort, dann Sprachen — beide als Filter markiert —, danach aktuelle Funktion und Arbeitgeber, Ausbildung, Verlaufsform, Erfolge und zuletzt Hobbys, Soft Skills und Referenzen; dazu der Hinweis, dass rund dreissig Sekunden über die Bewerbung entscheiden und Bewilligung und Sprachen ins obere Drittel gehören.

Kurz gesagt

Beide sind zulässig — die Frage ist, was in welcher Spalte steht. Amtlich gibt es zur Spaltenzahl nichts: Die Bewerbungsseite des Bundes verlangt einen Lebenslauf, der «vollständig und übersichtlich» gestaltet und chronologisch aufgebaut ist, das Aktuellste zuerst. Kein Wort zu Spalten. Wir haben denselben Lebenslauf in sieben Bauweisen gesetzt, als PDF gedruckt und den Text maschinell zurückgelesen: Die Spaltenzahl hat die Lesereihenfolge nie zerstört, die Bauweise schon.

Das ist der wichtigste Punkt, weil er dem Ratschlag widerspricht, der zu dieser Frage am häufigsten kursiert. «Zwei Spalten zerschiessen die automatische Auswertung» stimmt so nicht. In allen sieben Fassungen — einspaltig, Raster mit rechter Spalte, Raster mit linker Spalte, optisch links aber im Quelltext hinten, Zeitungsspalten, absolut positionierte Blöcke und eine klassische Tabelle — kamen die neun beziehungsweise fünf Stationen in der richtigen Reihenfolge heraus, jedes Datum neben seiner Funktion und seinem Arbeitgeber. Zerstört wurde nichts. Verschoben wurde einiges.

Verschoben wurde genau das, was die Bauweise vorgibt: Wo die schmale Spalte im Quelltext steht, dort erscheint sie auch in der maschinellen Lesung. Steht der Hauptteil zuerst, ist der Name das Erste, was gelesen wird. Steht die schmale Spalte zuerst, laufen vierzehn Zeilen und 181 Zeichen durch, bevor der Name kommt. Und in der Tabellenfassung, bei der jede Zeile links einen Kurzblock und rechts Berufserfahrung trägt, landen Bewilligung und Referenzen mitten im Berufsverlauf — zwischen der Station von 2015 bis 2018 und jener von 2012 bis 2015.

Anteil der Stelleninserate, deren Titel ein Wort mit 18 oder mehr Zeichen enthält — nach Sprache des Inserats
Anteil der Stelleninserate, deren Titel ein Wort mit 18 oder mehr Zeichen enthält — nach Sprache des InseratsDeutsch17.2%Englisch0.4%Französisch0.1%Italienisch0%
  • Es gibt keine amtliche Vorgabe zur Spaltenzahl. Die Bewerbungstipps des Staatssekretariats für Wirtschaft nennen acht Inhaltsblöcke, eine Obergrenze von drei Seiten, die chronologische Ordnung mit dem Aktuellsten zuerst und das PDF als Dateiformat. Zur Anordnung auf der Seite steht in allen vier Sprachfassungen kein einziges Wort. Das einzige Wort, das überhaupt in Richtung Layout zeigt, ist «übersichtlich».
  • Die Spaltenzahl bricht die maschinelle Lesung nicht — die Bauweise tut es. Sieben Fassungen desselben Lebenslaufs, alle als PDF gedruckt und mit einem gewöhnlichen Textextraktor zurückgelesen: In allen sieben stand die Chronologie in der richtigen Reihenfolge, und in allen sieben blieb jedes Datum bei seiner Funktion und seinem Arbeitgeber.
  • Was die Reihenfolge bestimmt, ist die Position im Quelltext, nicht die Position auf dem Papier. Eine Fassung, deren schmale Spalte optisch links steht, im Quelltext aber hinten, wird trotzdem mit dem Namen zuerst gelesen. Was das Auge zuerst sieht und was die Maschine zuerst liest, kann also gegenläufig sein — und beides lässt sich unabhängig voneinander steuern.
  • Die eine Bauweise, die wirklich mischt, ist die Tabelle mit zwei Zellen pro Zeile — die Word-Variante, die viele Vorlagen benutzen. Hier landeten Bewilligung und Referenzen zwischen zwei Stationen des Berufsverlaufs, und zehn Zeilen liefen durch, bevor der Name auftauchte. Nicht die zwei Spalten sind das Problem, sondern dass die Tabelle zeilenweise abwechselnd links und rechts erzählt.
  • Zweispaltig spart messbar Höhe, und zwar umso mehr, je mehr Kurzangaben du hast. Gleicher Inhalt, gleiche Schriftgrösse, A4 mit 16 Millimetern Seitenrand: Neun Stationen plus vier Kurzblöcke brauchen einspaltig 309.3 Millimeter Höhe und damit zwei Seiten, zweispaltig 258.2 Millimeter und damit eine. Das sind 16.5 Prozent. Bei zwölf Kurzblöcken sind es 45.1 Prozent.
  • Der Vorteil endet, sobald die schmale Spalte höher wird als die breite. In derselben Messreihe kippt es bei vierzehn Kurzblöcken: Dann braucht auch die zweispaltige Fassung zwei Seiten, und die zweite Spalte hat nichts mehr gespart. Sie ist Gratisplatz genau so lange, wie sie kürzer bleibt als der Berufsverlauf daneben.
  • Auf Deutsch bricht die schmale Spalte schneller als in jeder anderen Sprache. In den Inseraten auf SwissJobs.app enthält der Stellentitel bei 17.2 Prozent der deutschsprachigen Inserate ein Wort mit 18 oder mehr Zeichen, bei 9.6 Prozent eines mit 20 oder mehr. Bei den englischsprachigen sind es 0.4 Prozent, bei den französischsprachigen 0.1, bei den italienischsprachigen keine.

Ein- oder zweispaltiger Lebenslauf

KriteriumEine SpalteZwei Spalten
Parsing-Risikokeinesniedrig bis mittel, Reihenfolge prüfen
Platzausnutzungschlechterdeutlich besser
Bei viel Informationwird schnell dreiseitighält zwei Seiten
Bei kurzer Laufbahnwirkt vollständigerwirkt leer
Sprachniveaus, Pensum, Bewilligungim Fliesstext untergehendals eigene Randspalte lesbar
Wenn Sie nicht testen könnendie sicherere Wahlnur mit sauberem Export

Zwei Spalten sind kein ATS-Fehler — gemessen liegt das Parsing-Risiko bei niedrig bis mittel, und das eigentliche Risiko sind Kopfzeilen, Textfelder und Icons. Die Wahl ist eine Frage der Menge an Information, nicht der Technik.

Was amtlich verlangt ist — und was nicht

Zur Seitenzahl gibt es in der Schweiz eine amtliche Zahl, zur Spaltenzahl nicht. Dieselbe Seite von arbeit.swiss, betrieben vom Staatssekretariat für Wirtschaft, die den Lebenslauf auf höchstens drei Seiten begrenzt, sagt zur Anordnung auf dem Blatt nichts. Sie verlangt drei Dinge, die mit Form zu tun haben: Der Lebenslauf müsse vollständig und übersichtlich gestaltet sein, er sei chronologisch aufzubauen mit dem Aktuellsten zuerst, und alle Dokumente seien als PDF zu versenden.

Das Wort «übersichtlich» ist die ganze Layoutvorgabe, die es gibt — und es ist bemerkenswert, dass ausgerechnet die deutsche Fassung dieses Wort wählt. Die französische Fassung verlangt einen Lebenslauf, der «complet, clair et soigné» ist, die italienische «completo, chiaro e senza lacune», die englische «complete, clear and not contain any gaps». Übersichtlich ist von diesen Wörtern das einzige, das sich auf die Anordnung bezieht und nicht auf Vollständigkeit oder Sorgfalt. Eine zweispaltige Seite kann übersichtlich sein, eine einspaltige auch. Umgekehrt gilt dasselbe.

Die zweite Vorgabe ist für diese Frage die schärfere: chronologisch, das Aktuellste zuerst. Sie beschreibt eine einzige Reihenfolge. Ein Layout mit zwei Spalten darf diese Reihenfolge nicht aufteilen — der Berufsverlauf gehört ganz in eine Spalte. Sobald die Stationen von 2022 bis 2016 links und jene von 2015 bis 2009 rechts stehen, hast du nicht mehr eine Chronologie, sondern zwei, und der Lesende muss raten, welche zuerst kommt.

Der Test: derselbe Lebenslauf in sieben Bauweisen

Weil die verbreitete Warnung «zwei Spalten werden falsch ausgelesen» selten belegt wird, haben wir sie gemessen. Derselbe Musterlebenslauf — Name, Kontakt, fünf beziehungsweise neun Stationen, Ausbildung, dazu Sprachen, IT-Kenntnisse, Bewilligung, Referenzen — wurde in sieben Bauweisen gesetzt, mit dem Druckdialog eines Browsers als PDF ausgegeben und anschliessend mit einem gewöhnlichen Textextraktor zurückgelesen. Kein KI-Modell war beteiligt; gemessen wurde die Textebene des PDF, also genau das, was jede automatische Auswertung als Erstes vor sich hat.

Ergebnis eins: In allen sieben Fassungen kamen die Stationen in der richtigen zeitlichen Reihenfolge heraus, und in keiner einzigen wurde ein Datum von seiner Funktion oder seinem Arbeitgeber getrennt. Das galt für das Raster mit rechter Spalte ebenso wie für Zeitungsspalten, für absolut positionierte Blöcke und für die Tabelle. Die pauschale Aussage, zwei Spalten zerstörten die Auswertung, lässt sich in dieser Form nicht bestätigen.

Ergebnis zwei: Was sich verschiebt, ist die Position der Kurzblöcke, und sie folgt ausschliesslich der Reihenfolge im Quelltext. Steht der Hauptteil im Dokument zuerst, beginnt die Lesung mit dem Namen — Zeichen null. Steht die schmale Spalte zuerst, kommen erst Sprachen, IT-Kenntnisse, Bewilligung und Referenzen, und der Name erscheint nach vierzehn Zeilen und 181 Zeichen. Optisch sind beide Seiten nicht zu unterscheiden.

Ergebnis drei, und das ist die eigentliche Warnung: In der Tabellenfassung, bei der jede Tabellenzeile links einen Kurzblock und rechts einen Teil des Berufsverlaufs trägt, wandern Bewilligung und Referenzen mitten in die Berufserfahrung — sie stehen zwischen der Station von 2015 bis 2018 und jener von 2012 bis 2015. Genau diese Bauweise steckt in vielen Word-Vorlagen, die als «zweispaltig» verkauft werden. Die Spalten sind hier nicht das Problem, sondern dass die Tabelle den Text zeilenweise verschränkt.

Was die zweite Spalte tatsächlich spart

Der ernsthafte Grund für zwei Spalten ist Platz, und Platz ist in der Schweiz eine gebundene Grösse, weil bei drei Seiten Schluss ist. Also haben wir auch das gemessen: gleicher Inhalt, gleiche Schrift in 10.5 Punkt, A4 mit 16 Millimetern Seitenrand und 18 Millimetern oben und unten, also 178 auf 261 Millimeter bedruckbare Fläche. Die schmale Spalte ist 55 Millimeter breit, dazwischen 6 Millimeter Abstand.

Bei neun Stationen und zwei Kurzblöcken beträgt der Unterschied 4.1 Prozent der Gesamthöhe. Bei vier Kurzblöcken — Sprachen, IT-Kenntnisse, Bewilligung, Referenzen, also die übliche Bestückung — sind es 16.5 Prozent: einspaltig 309.3 Millimeter und damit zwei Seiten, zweispaltig 258.2 Millimeter und damit eine. Bei sechs Blöcken sind es 26.1 Prozent, bei acht 33.7, bei zwölf 45.1. Die Ersparnis wächst mit dem, was neben dem Berufsverlauf steht, weil dieser Inhalt einspaltig Zeilen frisst und zweispaltig in eine Spalte wandert, die sonst leer wäre.

Und sie hört auf, wenn die schmale Spalte höher wird als die breite. Bei vierzehn Kurzblöcken brauchen beide Fassungen zwei Seiten. Die zweite Spalte ist Gratisplatz, solange sie kürzer bleibt als der Berufsverlauf daneben — sobald sie ihn überholt, bestimmt sie die Höhe des Dokuments, und der Vorteil ist weg. Wer also zweispaltig setzt, um eine Seite zu sparen, sollte nachrechnen statt hoffen: Die Frage ist nicht, ob zwei Spalten schöner sind, sondern welche der beiden Spalten die längere ist.

Warum die schmale Spalte auf Deutsch schneller bricht

Es gibt ein Argument gegen die schmale Spalte, das nur in der Deutschschweiz gilt und in keinem internationalen Ratgeber vorkommt: die Länge der deutschen Berufsbezeichnungen. In den Inseraten auf SwissJobs.app hat das längste Wort im Stellentitel bei deutschsprachigen Inseraten einen Median von 13 Zeichen; jedes zehnte kommt auf 19 oder mehr. 17.2 Prozent enthalten ein Wort mit 18 oder mehr Zeichen, 9.6 Prozent eines mit 20 oder mehr, 1.6 Prozent eines mit 24 oder mehr. Bei englischsprachigen Inseraten sind es 0.4 Prozent, bei französischsprachigen 0.1, bei italienischsprachigen null.

Was das für eine 55 Millimeter breite Spalte heisst, lässt sich ausrechnen. Nach Abzug des Innenabstands bleiben rund 47 Millimeter Textbreite, und die fassen in 10 Punkt Helvetica etwa 23 Kleinbuchstaben. Gemessen wurden: «Kundendienstmitarbeiter» 38.2 Millimeter, «Immobilienbewirtschafter» 39.0, «Instandhaltungsmechaniker» 43.1. In 11 Punkt wächst dasselbe Wort auf 47.4 Millimeter und passt nicht mehr. Es bricht dann mitten im Wort um oder ragt über die Spalte hinaus — beides fällt auf einer Seite auf, die sonst ordentlich gesetzt ist.

Daraus folgt keine Absage an zwei Spalten, sondern eine Zuteilung: Funktionsbezeichnungen und Arbeitgeber gehören in die breite Spalte, weil sie im Deutschen aus einem einzigen langen Wort bestehen können. In die schmale gehört, was von Natur aus kurz ist — Sprachnamen, Niveaus, Produktnamen, ein Bewilligungskürzel. Wer es umgekehrt macht und den Berufsverlauf in eine 55-Millimeter-Spalte zwängt, produziert genau die zerhackte Seite, die dem zweispaltigen Layout seinen schlechten Ruf eingebracht hat.

Wie wenig die schmale Spalte zu tragen hat

Bevor du eine Spalte einrichtest, lohnt sich die Frage, was hineinsoll. Die Antwort fällt kleiner aus, als die Vorlagen vermuten lassen. Von den Inseraten auf SwissJobs.app mit einer Kurzbeschreibung nennen 16.9 Prozent einen formalen Abschluss, 11.6 Prozent eine Sprache, 8.4 Prozent ein namentlich genanntes Programm und 2.1 Prozent einen Führerausweis. Mindestens eine dieser Kurzangaben nennen 34.4 Prozent, zwei oder mehr nur 5.1 Prozent und drei oder mehr 0.4 Prozent.

Anders gesagt: Die schmale Spalte beantwortet in zwei von drei Fällen eine Frage, die im Inserat gar nicht ausdrücklich gestellt wurde. Das ist kein Grund, sie wegzulassen — Sprachen und Bewilligung werden im ersten Durchgang gesucht, ob sie im Text stehen oder nicht. Es ist ein Grund, sie nicht zu füllen. Vier reale Blöcke — Sprachen, IT-Kenntnisse, Bewilligung, Referenzen — ergeben zusammen 69.3 Millimeter Höhe. Das sind 26.6 Prozent der bedruckbaren Seitenhöhe; drei Viertel der Spalte bleiben leer.

Diese Leere ist der Grund, weshalb so viele zweispaltige Lebensläufe mit Kompetenzbalken, Sternen und Prozentkreisen enden. Der Balken entsteht nicht aus einem Mitteilungsbedürfnis, sondern aus einer Lücke im Layout. Wer die Spalte schmaler macht — 45 statt 55 Millimeter — oder sie nur bis zur Hälfte laufen lässt und den Rest der breiten Spalte gibt, umgeht das Problem, ohne eine einzige Angabe zu erfinden.

Die zweite Seite verliert die Spalte

Ein Effekt, den man erst beim Ausdrucken sieht: Wenn ein zweispaltiges Layout über eine Seite hinauswächst, wandert die schmale Spalte nicht mit. Im Test mit zwölf Stationen und acht Kurzblöcken stand der gesamte Inhalt der schmalen Spalte auf Seite eins; Seite zwei trug nur noch die letzten beiden Stationen — ohne Spalte, ohne farbigen Streifen, in voller Breite. Die beiden Seiten sehen aus, als stammten sie aus zwei verschiedenen Dokumenten.

Auf Seite eins entsteht dabei der umgekehrte Schaden: Weil die Kurzblöcke früher enden als der Berufsverlauf daneben, steht unter ihnen ein leeres Feld über mehrere Zentimeter. Bei einem farbig hinterlegten Streifen ist das besonders sichtbar, weil die Fläche gefärbt bleibt und trotzdem nichts enthält.

Deshalb ist die zweispaltige Fassung vor allem eine Einseitenlösung, und für eine Bewerbung, die ohnehin zwei Seiten braucht, oft der schwierigere Weg. Wer trotzdem zweispaltig über zwei Seiten geht, setzt die schmale Spalte auf beiden Seiten neu an — auf Seite zwei mit einer eigenen kurzen Überschrift statt mit einer Fortsetzung. Genau so ist die Standardvorlage im Lebenslauf-Editor von SwissJobs.app gebaut: eine breite Spalte für den Verlauf, daneben eine schmale von 28 Prozent der Seitenbreite, im Dokument hinter dem Hauptteil, und auf jeder Seite neu angesetzt.

Die Regel in drei Sätzen

Erstens: Nimm zwei Spalten, wenn du genug Kurzangaben für eine schmale Spalte hast und dadurch eine Seite sparst — sonst bleibt einspaltig die ruhigere Wahl, und sie kostet dich nichts. Zweitens: Der Berufsverlauf gehört vollständig in die breite Spalte, in einer einzigen Chronologie, mit dem Aktuellsten zuerst. Drittens: Baue die Seite mit einem Raster oder mit Textrahmen, nicht mit einer Tabelle, deren Zeilen links und rechts abwechseln.

Ein Test, der fünf Minuten dauert und mehr sagt als jede Vorlagenbeschreibung: Speichere den Lebenslauf als PDF, öffne ihn und markiere den gesamten Text mit der Tastatur, kopiere ihn in ein leeres Textdokument und lies, was dort steht. Kommen die Stationen in der richtigen Reihenfolge und steht der Name weit oben, ist das Layout in Ordnung — unabhängig davon, wie viele Spalten es hat. Steht die Bewilligung zwischen zwei Stellen, ist es die Tabelle, und die gehört ersetzt.

Und ein Hinweis zur Erwartung: Auch wenn die Messung entlastet, bleibt die Wahrnehmung ein Faktum. In der Deutschschweiz wird ein sehr gestalteter Lebenslauf in manchen Branchen als unpassend gelesen, und zwei Spalten sind das sichtbarste Gestaltungsmerkmal überhaupt. Zwei Spalten mit Fliesstext, klaren Überschriften und ohne Balken lösen das nicht aus. Zwei Spalten mit Farbfläche, Sternen und Kreisdiagrammen schon.

Was Betroffene berichten

  • Unter den Schweizer Lebenslauf-Beiträgen, die für den Lebenslauf-Ratgeber von SwissJobs.app gesammelt wurden, sprechen zwei ausdrücklich über Spalten. Beide nennen sie in einem Atemzug mit Farbflächen und Bewertungsbalken, beide raten davon ab, und beide begründen es mit der automatischen Auswertung. Unser eigener Test bestätigt diese Begründung nicht — die Spaltenzahl allein hat die Lesereihenfolge in keiner Fassung zerstört. Die Ablehnung ist damit nicht falsch, aber sie richtet sich gegen den Gestaltungseindruck, nicht gegen die Technik.

    Auszählung der Schweizer Lebenslauf-Beiträge, die für den Lebenslauf-Ratgeber von SwissJobs.app gesammelt wurden; die beiden Beiträge mit einer Aussage zu Spalten wurden von Hand gelesen und zusammengefasst, nicht zitiert.

  • Dieselbe Sammlung enthält eine wiederkehrende Beobachtung von Zugezogenen: Sprachkenntnisse würden in der Schweiz nicht wie in Grossbritannien oder den USA als Zeile am Ende behandelt, sondern gehörten zu dem, was im ersten Durchgang gesucht wird. Das deckt sich mit der Zuteilung, die aus unserer Messung folgt: Was gesucht wird, gehört nach oben — ob in die schmale oder die breite Spalte, ist zweitrangig, solange es im oberen Drittel steht.

    Dieselbe Sammlung Schweizer Lebenslauf-Beiträge; Erfahrungsberichte von Bewerbenden, keine Auswertung von Absagen.

Die Layoutmessungen wurden am 22. August 2026 eigens für diese Antwort durchgeführt. Derselbe Musterlebenslauf wurde in sieben Bauweisen gesetzt, mit dem Druckdialog eines Browsers als PDF ausgegeben und mit einem gewöhnlichen Textextraktor zurückgelesen; kein KI-Modell war beteiligt. Gemessen wurde die Textebene des PDF, also die Reihenfolge, in der die Zeichen im Dokument abgelegt sind — nicht das Verhalten eines bestimmten Bewerbungssystems, das zusätzlich eigene Regeln anwenden kann. Die Höhenangaben beziehen sich auf A4 mit 16 Millimetern Seitenrand und 18 Millimetern oben und unten, Fliesstext in 10.5 Punkt, schmale Spalte 55 Millimeter breit mit 6 Millimetern Abstand; Prozentwerte sind Unterschiede der Gesamthöhe desselben Inhalts. Die Wortbreiten wurden in 10 und 11 Punkt Helvetica gemessen. Die Marktzahlen stammen aus den am 22. August 2026 auf SwissJobs.app aktiven Inseraten. Die Angaben zu Wortlängen in Stellentiteln beruhen auf dem längsten zusammenhängenden Buchstabenwort im Titel und auf der erkannten Sprache des Inserats; Inserate ohne erkannte Sprache sind in der Grafik nicht dargestellt. Die Anteile zu Abschluss, Sprache, Programm und Führerausweis beziehen sich auf jene Inserate, für die eine Kurzbeschreibung vorliegt — das sind 74 Prozent des Bestands —, und sie messen die ausdrückliche Erwähnung in dieser Kurzbeschreibung, nicht den vollständigen Anforderungskatalog des Inserats. Die Vorgaben zum Lebenslauf stammen von den vier Sprachfassungen der Bewerbungstipps von arbeit.swiss (SECO).

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Quellen

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