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Wie oft soll ich meinen Lebenslauf überarbeiten?

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Kurz gesagt

Nicht nach dem Kalender. Der Anlass, der wirklich eine neue Zeile in den Lebenslauf bringt, tritt selten ein: Wer 2023 die Stelle gewechselt hat, war vorher im Schnitt 5,6 Jahre im selben Betrieb, und innerhalb eines Jahres wechselt nur rund jede siebte erwerbstätige Person überhaupt den Arbeitsplatz — 14,7 Prozent, gemessen vom Bundesamt für Statistik. Wer alle sechs Monate überarbeitet, schreibt das Dokument also rund elfmal um, bis einmal etwas Neues dazukommt. Überarbeite deshalb nach Ereignissen, und passe pro Inserat an.

Die Frage wird fast überall mit einem Intervall beantwortet: alle drei Monate, alle sechs Monate, einmal im Jahr. Keine dieser Zahlen sagt, was sich in dieser Zeit geändert haben soll. Diese Seite dreht die Frage um. Sie schaut zuerst nach, wie oft im Schweizer Arbeitsmarkt überhaupt etwas geschieht, das in einen Lebenslauf gehört — und misst danach, wie viel ein solches Ereignis am Dokument wirklich verändert.

Beides ist nachprüfbar. Die Häufigkeit steht in der Schweizerischen Arbeitskräfteerhebung des Bundesamtes für Statistik, veröffentlicht als Medienmitteilung am 24. Oktober 2024. Wie weit die Wörter zweier Berufsfelder auseinanderliegen, haben wir am 31. August 2026 an den bei uns veröffentlichten Stelleninseraten ausgezählt, getrennt nach der Sprache, in der ein Inserat verfasst ist.

Die kurze Antwort vorweg, damit sie nicht in den Zahlen untergeht: Ein Lebenslauf altert nicht mit der Zeit, sondern mit Ereignissen. Und das häufigste Ereignis ist nicht dein Stellenwechsel — es ist das nächste Inserat, auf das du dich bewirbst.

Wie viele Erwerbstätige innerhalb eines Jahres die Stelle wechselten
Wie viele Erwerbstätige innerhalb eines Jahres die Stelle wechseltenFrauen 25–39, ohne Kind26.1Prozent, Nettorotationsquote 2022 bis 202315–24 Jahre23.8Prozent, Nettorotationsquote 2022 bis 2023Männer 25–39, ohne Kind23.3Prozent, Nettorotationsquote 2022 bis 2023Männer 25–39, mit Kind15.5Prozent, Nettorotationsquote 2022 bis 2023Alle Erwerbstätigen14.7Prozent, Nettorotationsquote 2022 bis 2023Frauen 25–39, mit Kind14.2Prozent, Nettorotationsquote 2022 bis 202355–64 Jahre5.8Prozent, Nettorotationsquote 2022 bis 2023

Zahlen des Bundesamtes für Statistik aus der Schweizerischen Arbeitskräfteerhebung, Medienmitteilung vom 24. Oktober 2024. Die Nettorotationsquote zählt Personen, die die Stelle gewechselt haben und vor wie nach dem Wechsel erwerbstätig waren. «Mit Kind» heisst: mindestens ein Kind unter acht Jahren im Haushalt.

  • «Jede siebte Person hat 2023 die Stelle gewechselt»: 14,7 Prozent der erwerbstätigen Personen in der Schweiz wechselten zwischen 2022 und 2023 den Arbeitsplatz (Bundesamt für Statistik, Medienmitteilung vom 24. Oktober 2024).
  • Wer wechselte, hatte vorher im Schnitt 5,6 Jahre im selben Betrieb gearbeitet — Frauen 5,2 Jahre, Männer 5,9 Jahre, gerechnet für die 25- bis 64-Jährigen.
  • Die Häufigkeit hängt am Alter, und zwar um mehr als das Vierfache: 23,8 Prozent bei den 15- bis 24-Jährigen gegenüber 5,8 Prozent bei den 55- bis 64-Jährigen. Ein einziges Intervall kann für beide nicht stimmen.
  • Wenn das Ereignis eintritt, ist es keine Zeile: 34,5 Prozent der Wechselnden wechselten zugleich den Beruf, bei 15,1 Prozent verschob sich das Pensum um mindestens zehn Stellenprozente, und 38,1 Prozent der Arbeitnehmenden verdienten bei gleichem Pensum mindestens zehn Prozent mehr.
  • Für 2024 weist das BFS aus, dass 19,5 Prozent der Erwerbstätigen ihren Arbeitsplatz innerhalb eines Jahres verlassen haben: 12,9 Prozent durch einen Wechsel, 6,6 Prozent durch Verlust der Arbeit oder Austritt aus dem Arbeitsmarkt.
  • Die amtliche Bewerbungsanleitung des SECO nennt kein Intervall für den Lebenslauf. Ihre einzige Zeitangabe zum Dossier betrifft die Beilagen: «Fordern Sie diese bei Ihren früheren Arbeitgebern rechtzeitig ein.»
  • Einen Zustand «aktuell» gibt es nicht: Zwei zufällige, sich nicht überschneidende Hälften desselben Berufsfelds teilen in den deutschsprachigen Inseraten nur 71,8 Prozent ihres Wortschatzes. Gut ein Viertel Unterschied entsteht, ohne dass sich irgendetwas geändert hätte.

«Alle sechs Monate» ist eine Zahl ohne Mechanismus

Ratgeber zu dieser Frage nennen fast immer ein Intervall und fast nie einen Grund. Das ist der Kern des Problems: Ein Intervall behauptet, dass Zeit selbst etwas am Dokument verändert. Ein Lebenslauf ist aber kein Lebensmittel. Er verdirbt nicht, während er in einem Ordner liegt.

Prüf den Rat mit einer einzigen Gegenfrage: Was genau soll in den letzten sechs Monaten anders geworden sein? Wenn du in dieser Zeit dieselbe Stelle mit demselben Pensum hattest, keinen Abschluss erworben und kein Zeugnis erhalten hast, dann lautet die ehrliche Antwort: nichts. Eine Überarbeitung ohne Ereignis ist Umformulieren, und Umformulieren ohne neuen Inhalt macht ein Dokument nicht besser, sondern nur anders.

Es gibt genau zwei Gründe, die eine Änderung tatsächlich verlangen. Erstens: In deinem Berufsleben ist etwas passiert, das dokumentiert gehört. Zweitens: Du bewirbst dich auf ein bestimmtes Inserat, und dieses Inserat schreibt Dinge, die dein Dokument nicht schreibt. Der erste Grund ist selten. Der zweite ist häufig. Beide haben nichts mit dem Kalender zu tun.

Deshalb steht auf dieser Seite keine Empfehlung «alle X Monate». Stattdessen stehen zwei Messungen: wie oft der erste Grund in der Schweiz wirklich vorkommt, und wie gross der Unterschied ist, den er hinterlässt.

Wie oft ein Ereignis wirklich eintritt — die amtliche Zahl

Das Bundesamt für Statistik misst die berufliche Mobilität mit der Schweizerischen Arbeitskräfteerhebung. Die Medienmitteilung vom 24. Oktober 2024 trägt den Titel «Jede siebte Person hat 2023 die Stelle gewechselt» und beginnt mit dem Satz: «In der Schweiz haben zwischen 2022 und 2023 insgesamt 14,7% der erwerbstätigen Personen ihren Arbeitsplatz gewechselt.»

Der zweite Wert ist für diese Frage der wichtigere, und er hat im Text eine eigene Zwischenüberschrift: «Stellenwechsel erfolgen im Schnitt nach 5,6 Jahren». Gemeint sind die 25- bis 64-Jährigen, die zwischen 2022 und 2023 gewechselt haben; sie hatten vor ihrem Austritt durchschnittlich 5,6 Jahre im gleichen Betrieb gearbeitet. Frauen wechselten schneller als Männer, 5,2 gegenüber 5,9 Jahren.

Rechne den üblichen Rat dagegen. Fünfeinhalb Jahre sind elf Halbjahre. Wer «alle sechs Monate» überarbeitet, sitzt also rund elfmal an einem Dokument, in dem sich nichts geändert hat, bevor sich einmal wirklich etwas ändert. Das ist keine Sorgfalt, sondern eine Beschäftigung.

Die neuere Zahl steht auf der Themenseite des BFS zur beruflichen Mobilität und bezieht sich auf 2024: 19,5 Prozent derer, die in jenem Jahr erwerbstätig waren, haben innerhalb eines Jahres ihren Arbeitsplatz verlassen — 12,9 Prozent davon durch einen Wechsel, der Rest durch Verlust der Arbeit oder Austritt aus dem Arbeitsmarkt. Die höhere Zahl misst mehr als den Wechsel: Sie zählt jedes Verlassen eines Arbeitsplatzes, auch wenn danach gar keine Stelle folgt.

Der methodische Anhang der Mitteilung erklärt den Unterschied, und er ist beim Lesen solcher Zahlen entscheidend: Die Bruttorotationsquote setzt alle Personen, die ihre Stelle innerhalb eines Jahres verlassen haben, ins Verhältnis zur Gesamtzahl der Erwerbstätigen zu Beginn des Beobachtungszeitraums. Die Nettorotationsquote zählt nur jene, die gewechselt haben und vor und nach dem Wechsel erwerbstätig waren. Seit 2010 lässt sich zusätzlich die interne Rotation messen, also der Stellenwechsel innerhalb desselben Unternehmens.

Der richtige Rhythmus hängt am Alter — um mehr als das Vierfache

Eine einzige Empfehlung kann schon deshalb nicht stimmen, weil die Ereignisse nicht gleich verteilt sind. Das BFS schlüsselt die Nettorotationsquote auf, und die Spannweite ist gross.

Nahezu jede vierte erwerbstätige Person zwischen 15 und 24 Jahren — 23,8 Prozent — hat zwischen 2022 und 2023 die Stelle gewechselt. Bei den 25- bis 39-Jährigen ohne Kind im Haushalt liegt die Quote bei 26,1 Prozent für Frauen und 23,3 Prozent für Männer. Frauen derselben Altersgruppe mit mindestens einem Kind unter acht Jahren im Haushalt kommen auf 14,2 Prozent, Männer auf 15,5 Prozent. Danach sinkt die Quote schrittweise bis auf 5,8 Prozent bei den 55- bis 64-Jährigen.

Für die Frage nach dem Rhythmus heisst das: Wer 22 ist, hat statistisch alle paar Jahre etwas Neues einzutragen. Wer 58 ist, hat in vier von fünf Jahren gar nichts. Zwischen diesen beiden Menschen liegt ein Faktor von mehr als vier — und trotzdem bekommen sie im Netz dieselbe Empfehlung.

Der zweite Bruch verläuft nicht am Alter, sondern am Haushalt: Zwischen 25 und 39 halbiert sich die Quote mit einem Kind unter acht Jahren beinahe. Wer in dieser Lebensphase steckt, hat also nicht nur weniger Zeit für das Dokument, sondern auch weniger Anlass dazu. Das ist eine Feststellung aus der Statistik, keine Empfehlung — aber es erklärt, warum ein Kalenderrhythmus sich für viele wie eine unerledigte Pflicht anfühlt.

Praktisch folgt daraus eine einfache Ersetzung: Statt eines Intervalls trägst du dir keinen Termin ein, sondern eine Bedingung. Nicht «im März überarbeiten», sondern «überarbeiten, wenn eines der folgenden Dinge passiert ist».

Wenn das Ereignis kommt, ist es keine Zeile

Die zweite Hälfte der amtlichen Zahlen ist die überraschende. Ein Stellenwechsel in der Schweiz ist selten ein Weiterrücken in derselben Spur.

Zwischen 2022 und 2023 orientierten sich 34,5 Prozent der Stellenwechselnden beruflich neu, also in einen anderen Beruf gemäss den Berufsgruppen der Schweizer Berufsnomenklatur CH-ISCO. Bei 15,1 Prozent veränderte sich der Beschäftigungsgrad nach dem Wechsel um mindestens zehn Stellenprozente, und 38,1 Prozent der Arbeitnehmenden erhielten in der neuen Funktion mindestens zehn Prozent mehr Lohn bei gleichem Pensum.

Ein Detail derselben Mitteilung räumt nebenbei mit einer verbreiteten Annahme auf: Telearbeit scheint kein Argument für den Stellenwechsel zu sein. Der Anteil der Erwerbstätigen, die zumindest gelegentlich Telearbeit leisten, lag in der früheren Stelle bei 41,4 Prozent und in der neuen bei 41,8 Prozent — praktisch unverändert.

Für den Lebenslauf bedeutet das eine unbequeme Umstellung. Das seltene Ereignis ist zugleich das grosse: Für rund ein Drittel ist der nächste Eintrag kein weiterer Punkt in derselben Liste, sondern der Beginn einer anderen Liste. Wer sein Dokument alle sechs Monate hobelt, hat für diesen Fall nichts gewonnen — die Arbeit, die dann ansteht, ist eine andere Art von Arbeit.

Was ein Berufswechsel am Dokument wirklich verändert — gemessen an den Inseraten

Wenn ein Drittel der Wechsel den Beruf wechselt, ist die nächste Frage messbar: Wie viel vom Wortschatz eines Berufsfelds trägt in ein anderes hinüber? Wir haben das an den bei uns veröffentlichten deutschsprachigen Inseraten ausgezählt und dabei nur innerhalb einer Inseratssprache verglichen, damit nicht die Sprache den Unterschied macht. Lehrstellen- und Praktikumsinserate sind über den Titel ausgeschlossen, weil sie die Qualifikation nennen, zu der sie führen.

Und wir haben eine Kontrolle mitlaufen lassen, ohne die die Zahl nichts wert wäre: Bevor zwei verschiedene Berufsfelder verglichen werden, vergleichen wir zwei zufällige, sich nicht überschneidende Hälften desselben Berufsfelds. Gleich viele Inserate auf beiden Seiten, vierzig Ziehungen, Mittelwert.

Die Kontrolle ist das eigentliche Ergebnis. Zwei Hälften desselben Berufsfelds teilen im Mittel nur 71,8 Prozent ihres Wortschatzes — am meisten in Gastronomie, Hotel und Logistik mit 78 Prozent, am wenigsten bei IT und Ingenieurwesen mit 66,5 Prozent. Gut ein Viertel Unterschied entsteht also, ohne dass irgendetwas geschehen wäre: gleicher Beruf, gleiche Woche, gleiche Sprache, nur andere Inserate.

Der Vergleich zwischen zwei verschiedenen Berufsfeldern liegt bei 39,5 Prozent im Mittel. Am nächsten stehen sich Bau, Technik und Handwerk gegenüber Gastronomie, Hotel und Logistik mit 56,1 Prozent, am weitesten auseinander Gesundheit und Betreuung gegenüber IT und Ingenieurwesen mit 27,2 Prozent. Ein Berufswechsel löscht also nicht das ganze Dokument — aber er nimmt ihm etwa die Hälfte der Übereinstimmung, die es vorher hatte.

Die wichtigere Folgerung betrifft nicht den Wechsel, sondern den Normalfall. Wenn schon zwei Stichproben desselben Berufsfelds gut ein Viertel auseinanderliegen, dann gibt es keinen Zustand, in dem ein Lebenslauf «zum Markt passt». Es gibt nur den Zustand, in dem er zu einem Inserat passt. Ein Kalenderrhythmus verspricht das Erste und kann höchstens das Zweite liefern — und auch das nur zufällig.

Die amtliche Anleitung nennt kein Intervall — sie nennt einen Zeitpunkt

Es lohnt sich, an dieser Stelle nachzusehen, was die Schweizer Behörden selbst schreiben. Die Bewerbungstipps auf arbeit.swiss sind die offizielle Anleitung des Staatssekretariats für Wirtschaft für Stellensuchende. Sie behandeln das Dossier ausführlich — und nennen für den Lebenslauf keine Häufigkeit. Kein «alle sechs Monate», kein «einmal im Jahr», nirgends.

Was «regelmässig» heissen soll, steht dort auch, aber es bezieht sich auf etwas anderes: «sich regelmässig und gezielt zu bewerben» und «Informieren Sie sich regelmässig online über neu ausgeschriebene Stellen». Die Regelmässigkeit gehört nach amtlicher Lesart in die Suche, nicht ins Dokument.

Die einzige echte Zeitangabe zum Dossier steht im Abschnitt zu den Beilagen: «Fordern Sie diese bei Ihren früheren Arbeitgebern rechtzeitig ein.» Das ist keine Frequenz, sondern ein Zeitpunkt — und er betrifft nicht das Schreiben, sondern das Beschaffen.

Das Wort «aktuell» kommt in derselben Anleitung zweimal vor, und beide Male nicht im Sinn von Frische. Einmal ordnend: «Der Lebenslauf ist chronologisch aufzubauen, wobei das Aktuellste jeweils zuerst genannt wird», und für die Beilagen «wobei das aktuellste Zeugnis zuerst aufgeführt wird». Und einmal für dich statt für das Papier: Weiterbildung sei eine Möglichkeit, «um beruflich auf dem aktuellen Stand zu bleiben».

Die amtliche Position ist damit ziemlich genau die dieser Seite. Aktuell gehalten wird nicht das Dokument, sondern erstens die Sammlung der Belege und zweitens du selbst. Das Schreiben kommt danach.

Die Ereignisliste: sieben Anlässe, bei denen wirklich etwas zu tun ist

Erstens, ein Arbeitszeugnis oder Zwischenzeugnis trifft ein. Ab in den Ordner, am selben Tag, mit Datum im Dateinamen. Das ist der Anlass, den die amtliche Anleitung mit «rechtzeitig» meint: Das Zeugnis lässt sich am leichtesten holen, solange die Person, die es schreibt, dich noch kennt und noch dort arbeitet.

Zweitens, ein Abschluss, ein Fachausweis oder ein Zertifikat wird ausgestellt. Das Datum bestimmst nicht du, sondern die ausstellende Stelle. Der Eintrag gehört in der Schreibweise der Urkunde ins Dokument, nicht in einer selbst modernisierten Fassung.

Drittens, dein Pensum ändert sich. Das BFS misst diese Verschiebung bei 15,1 Prozent der Wechselnden mit mindestens zehn Stellenprozenten; in der Schweiz ist das Pensum eine Angabe, die im Lebenslauf steht, und eine falsche Prozentzahl ist ein handfester Fehler.

Viertens, deine Funktion ändert sich, auch ohne Arbeitgeberwechsel. Der interne Wechsel ist eine eigene Grösse in der Statistik des Bundes, und er hinterlässt im Dokument dieselbe Lücke wie ein externer.

Fünftens, die Angabe zu deiner Bewilligung ändert sich. Der Buchstabe im Lebenslauf muss dem Ausweis entsprechen, den du gerade besitzt — und das ist die einzige Zeile in einem Schweizer Dossier, deren Richtigkeit von einem Datum abhängt, das eine Behörde gesetzt hat.

Sechstens, du verlässt eine Stelle. Aus einem offenen Datum wird ein geschlossenes; das ist die Änderung, die man am häufigsten monatelang liegen lässt.

Siebtens, du fängst an, dich zu bewerben. Ab diesem Moment ist der Rhythmus nicht mehr monatlich, sondern pro Inserat — und das ist eine andere Tätigkeit als das Überarbeiten. Wie das im Einzelnen aussieht, steht auf unserer Seite dazu, wie man den Lebenslauf pro Stelle anpasst.

Was zwischen den Ereignissen zu tun ist — und es ist nicht Überarbeiten

Zwischen zwei Ereignissen liegen laut BFS im Schnitt Jahre. In dieser Zeit gibt es trotzdem eine Aufgabe, und sie hat mit Formulieren nichts zu tun: Belege sammeln, solange sie erreichbar sind.

Der Grund ist banal und wird trotzdem regelmässig unterschätzt. Nach fünf Jahren ist die Vorgesetzte, die dein Zwischenzeugnis unterschrieben hätte, vielleicht selbst weitergezogen — statistisch ist das sogar wahrscheinlich, denn für sie gilt dieselbe Wechselquote wie für dich. Der Kursbestätigung von damals fehlt die Datei. Der genaue Monat eines Stellenantritts ist nur noch ungefähr erinnerlich.

Führ deshalb einen Ordner statt eines Termins. Hinein gehören: jedes Zeugnis und Zwischenzeugnis, jedes Diplom und Zertifikat, die genauen Anfangs- und Enddaten mit Monat, jede Pensumsänderung mit ihrem Datum, und eine kurze Notiz zu jedem grösseren Projekt in dem Jahr, in dem es lief. Das ist die einzige Arbeit, die durch Aufschieben tatsächlich teurer wird.

Der Lebenslauf selbst kann dann warten. Er ist nicht das Archiv, sondern der Auszug daraus, der für ein bestimmtes Inserat gezogen wird — und ein Auszug lässt sich in zwanzig Minuten erstellen, wenn das Archiv stimmt, und gar nicht, wenn es fehlt.

Eine Ausnahme ist vertretbar: Wenn du seit Jahren nichts angefasst hast und nicht mehr weisst, was drinsteht, dann ist ein einmaliger Durchgang sinnvoll — nicht, weil ein halbes Jahr vergangen ist, sondern weil du den Inhalt nicht mehr kennst. Danach greift wieder die Ereignisliste.

Was eine Prüfung feststellen kann — und was nicht

Eine Prüfung kann sagen, ob dein Dokument zu einem bestimmten Inserat passt: ob die Sprachanforderung abgedeckt ist, ob das Pensum zusammengeht, ob die Wörter des Inserats im Dokument vorkommen. Das ist eine Aussage über ein Paar aus zwei Texten, und sie ist überprüfbar.

Was keine Prüfung sagen kann, ist, ob ein Lebenslauf «aktuell» ist. Diese Eigenschaft existiert nicht als Zustand, und die Messung weiter oben zeigt, warum: Schon zwei Stichproben desselben Berufsfelds liegen gut ein Viertel auseinander. Ein Dokument kann nicht zu einer Streuung passen, sondern nur zu einem Punkt darin.

Wer eine Frequenzempfehlung verkauft, verkauft deshalb eine Gewissheit, die es nicht gibt. Die ehrliche Regel ist unspektakulärer: Sammle laufend, überarbeite bei Ereignissen, passe pro Inserat an — und miss das Ergebnis nicht am Kalender, sondern an dem einen Inserat, das du gerade vor dir hast.

Die Angaben zur Häufigkeit von Stellenwechseln stammen aus der Schweizerischen Arbeitskräfteerhebung des Bundesamtes für Statistik: Medienmitteilung «Jede siebte Person hat 2023 die Stelle gewechselt» vom 24. Oktober 2024 für die Werte zu 2022/2023, Themenseite «Berufliche Mobilität» für die Werte zu 2024, abgerufen am 31. August 2026. Die Angaben zum Wortschatz sind am 31. August 2026 aus den bei uns veröffentlichten Stelleninseraten gerechnet: gelesen wurden Inseratstitel und Kurzbeschreibung, nie ein Bewerberdokument. Verglichen wurde ausschliesslich innerhalb der Sprache, in der ein Inserat verfasst ist; Lehrstellen-, Praktikums- und Traineeinserate sind über den Titel ausgeschlossen. Als Wortschatz eines Berufsfelds gelten Wörter, die in mindestens zehn Prozent seiner Inserate vorkommen; verglichen wird der Anteil der gemeinsamen an allen Wörtern beider Seiten, bei gleich vielen Inseraten je Seite und über vierzig Ziehungen gemittelt. Wir veröffentlichen Anteile, keine Bestandeszahlen.

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Quellen

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Sprache der Inserate

Deutsch
60%
English
23%
Français
13%
Italiano
3%

Von den Inseraten mit Sprachanforderung verlangen

Deutsch
70%
English
43%
Français
21%
Italiano
3%

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