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Motivationsschreiben

In welcher Sprache schreibe ich mein Motivationsschreiben?

Aktualisiert:

Über die Sprache des Briefs entscheidet nicht dein Können, sondern das Inserat — und in der Schweiz hängt sie stark vom Ort, vom Berufsfeld und sogar davon ab, wie der Arbeitgeber den Ortsnamen schreibt. Diese Seite sammelt die Sprachfragen rund um das Motivationsschreiben. Die formalen Angaben stammen aus den Bewerbungstipps des SECO in allen vier Sprachfassungen, die Marktzahlen aus den Inseraten auf SwissJobs.app.

Wie schreibe ich mein Motivationsschreiben auf Englisch?

Balkendiagramm: Anteil der Inserate, die mit Englisch allein auskommen, je Kanton — Genf 48, Zürich 47, Zug 46, Wallis 42, Basel-Stadt 26, Waadt 23, Bern 10, Luzern 8 und Graubünden 7 Prozent.

Kurz gesagt

Schreibe in der Sprache des Inserats. Von den Inseraten auf SwissJobs.app, deren Sprache sich eindeutig bestimmen lässt, sind 27,2 Prozent auf Englisch verfasst — in der Stadt Zürich 34,9 Prozent, in Zug 50,2 und in Chur 0,7. Steht das Inserat auf Englisch, schreibst du auf Englisch. Das Gerüst bleibt trotzdem schweizerisch: Absenderadresse, Empfängeradresse, Datum, Betreffzeile, Anrede, Grussformel und Unterschrift — das SECO zählt auf seiner englischen Seite genau dieselben sechs Elemente auf. Und Englisch heisst nicht ohne Deutsch: 24,2 Prozent der englischen Inserate verlangen zusätzlich Deutsch.

Der häufigste Fehler ist nicht das Englisch selbst. Er entsteht davor, bei der Vorlage. Wer «cover letter template» sucht, landet fast immer bei einem amerikanischen Muster: kein Absenderblock, keine Betreffzeile, dafür eine Anrede an einen Vornamen und drei Absätze, die von «passion» handeln. Wer stattdessen den deutschen Brief Satz für Satz übersetzt, landet bei «Herewith I apply for the position advertised by you» — grammatisch möglich, aber niemand schreibt so. Beide Wege führen an derselben Stelle vorbei: Der Schweizer Bewerbungsbrief ist ein Geschäftsbrief mit fester Form, und diese Form überlebt den Sprachwechsel.

Der zweite Fehler ist inhaltlich. Englische Inserate sind auf ein internationales Muster geschrieben und lassen genau das offen, was hier zählt: Nur 9,1 Prozent der englischen Inserate nennen ein Pensum im Titel, gegenüber 29,1 Prozent der deutschen. Nur 1,7 Prozent sind ausdrücklich als Teilzeit ausgeschrieben, gegenüber 7,7 Prozent der deutschen. Was das Inserat offenlässt, musst du im Brief selbst sagen: Pensum, frühestmöglicher Eintritt, Bewilligungsstatus, Sprachstand.

Anteil englisch verfasster Inserate je Berufsfeld
Anteil englisch verfasster Inserate je BerufsfeldMarketing, Kommunikation65.3Prozent der Inserate dieses Felds mit bestimmbarer SpracheFinanz, Banken49.6Prozent der Inserate dieses Felds mit bestimmbarer SprachePraktikum, Trainee46.5Prozent der Inserate dieses Felds mit bestimmbarer SpracheSoftware, IT40.1Prozent der Inserate dieses Felds mit bestimmbarer SpracheIngenieurwesen39.5Prozent der Inserate dieses Felds mit bestimmbarer SpracheHR, Recruiting32.8Prozent der Inserate dieses Felds mit bestimmbarer SpracheLogistik21.8Prozent der Inserate dieses Felds mit bestimmbarer SpracheGastronomie, Hotel20.4Prozent der Inserate dieses Felds mit bestimmbarer Sprache

Gemessen an den am 23. August 2026 auf SwissJobs.app aktiven Inseraten, deren Textsprache sich eindeutig bestimmen lässt. Die Berufsfelder sind über Schlüsselwörter im Stellentitel gebildet; ein Inserat kann nur einem Feld zugeordnet sein, wenn sein Titel das entsprechende Wort trägt. Felder mit weniger als achtzig Inseraten sind weggelassen.

  • «Hiermit bewerbe ich mich auf die von Ihnen ausgeschriebene Stelle» → nicht übersetzen, sondern ersetzen: «I am applying for the Senior Frontend Engineer role (80–100%) advertised on your careers page.» Die wörtliche Fassung «Herewith I apply» existiert im Englischen praktisch nicht und verrät die Übersetzung im ersten Satz.
  • «Sehr geehrte Damen und Herren» → «Dear Sir or Madam», wenn wirklich kein Name im Inserat steht. Steht einer da, nimm ihn: «Dear Ms Bernasconi». berufsberatung.ch nennt die namentliche Anrede zuerst und die unpersönliche nur als Rückfallposition — diese Reihenfolge gilt auf Englisch genauso.
  • «Freundliche Grüsse» → «Kind regards». Das ist die Entsprechung zur Grussformel der offiziellen Schweizer Musterbriefe und im hiesigen Geschäftsverkehr die neutrale Wahl. Darunter kommt, wie auf Deutsch, die digitale Unterschrift mit Vor- und Nachnamen.
  • «Bewerbungsdossier» → «application file», «Arbeitszeugnis» → «work reference», «Referenzen auf Anfrage» → «references can be provided on request». Diese drei englischen Ausdrücke stammen wörtlich von arbeit.swiss und sind damit die Begriffe, die eine Schweizer Personalabteilung erwartet.
  • «Ich bin flexibel einsetzbar» → eine Zahl. «I am available for 80 to 100 percent from 1 November» beantwortet zwei Fragen, die 38,8 Prozent der englischen Inserate offenlassen, weil sie gar keine Anstellungsart angeben.
  • «Gute Deutschkenntnisse» → Stufe plus Situation: «German B2, used daily for internal meetings». In der Deutschschweiz verlangen 32,5 Prozent der englisch verfassten Inserate Deutsch, davon 60,5 Prozent auf Berufsniveau — eine Selbsteinschätzung ohne Stufe hilft dort niemandem.
  • Praktikum gesucht? Dann rechne mit Englisch: 46,5 Prozent der Inserate mit «Praktikum», «Stage», «Intern» oder «Trainee» im Titel sind englisch verfasst — mehr als in der Softwareentwicklung mit 40,1 Prozent.

Wann Englisch die richtige Sprache ist

Die Sprache des einzelnen Inserats entscheidet, nicht dein Sprachgefühl und nicht der Hauptsitz des Unternehmens. Das lässt sich messen, und die Unterschiede sind gross. Unter den Inseraten mit bestimmbarer Sprache sind 56,1 Prozent deutsch, 27,2 Prozent englisch, 13,1 Prozent französisch und 2,2 Prozent italienisch verfasst. Nach Berufsfeld aufgeschlüsselt — gezählt über Schlüsselwörter im Stellentitel — reicht die Spanne von 65,3 Prozent englisch im Marketing und 49,6 Prozent im Finanzbereich über 40,1 Prozent in der Softwareentwicklung bis zu 3,7 Prozent in der Pflege, 1,7 Prozent im Verkauf und 1,1 Prozent am Bau. Ein englisches Schreiben ist in einem dieser Felder selbstverständlich und im anderen ein Signal, dass jemand die Stelle nicht gelesen hat.

Auch der Ort verschiebt die Zahl stark. In der Stadt Zürich sind 34,9 Prozent der Inserate englisch verfasst, in Basel 27,2, in Zug 50,2, in Baar 53,6, in Genf 50,9, in Lausanne 30,7, in Lugano 36,5. In Bern sind es 7,2 Prozent, in Luzern 7,8, in Winterthur 6,7, in St. Gallen 10,0, in Aarau 1,2 und in Chur 0,7. Dieselbe Bewerbung, hundert Kilometer weiter, wird zur falschen Sprachwahl.

Es gibt ein Detail, das noch verlässlicher ist als jede Kantonsstatistik: wie der Arbeitgeber selbst den Ort schreibt. Inserate, die den Arbeitsort ohne Umlaut als «Zurich» angeben, sind zu 95,9 Prozent auf Englisch verfasst; solche mit «Zürich» nur zu 34,9 Prozent. Bei «Geneva» sind es 90,4 Prozent gegenüber 50,9 Prozent bei «Genève». Die Schreibweise des Ortsnamens ist die Hausschrift des Betriebs, sichtbar in einem einzigen Wort. Und sie schlägt die Unternehmenszugehörigkeit: 26,8 Prozent der Arbeitgeber mit mindestens drei Inseraten schreiben in mehr als einer Sprache aus. Richte dich nach dem einen Inserat, auf das du dich bewirbst, nicht nach dem Sprachgefühl der Firmenwebsite.

Das Gerüst bleibt schweizerisch, nur die Sprache wechselt

Das SECO listet auf arbeit.swiss die formalen Elemente des Bewerbungsschreibens auf: Absenderadresse, Empfängeradresse, Datum, Betreffzeile, Anrede, Grussformel und Unterschrift. Auf der englischen Fassung derselben Seite stehen dieselben Punkte, in der Reihenfolge unverändert: your postal address, the company's postal address, date, subject heading, opening salutation, closing greeting and signature. Damit ist die Frage nach der Form beantwortet, ohne dass du raten musst. Ein englischer Brief für eine Schweizer Stelle behält den Absenderblock und die Betreffzeile — beides fehlt in den meisten amerikanischen Mustern.

Die Betreffzeile ist der Teil, den Übersetzungen am häufigsten beschädigen. berufsberatung.ch verlangt die Berufsbezeichnung «wie im Inserat» und formatiert den Betreff fett. Das gilt auf Englisch unverändert: Nimm den Stellentitel Zeichen für Zeichen so, wie der Arbeitgeber ihn geschrieben hat, samt Zusätzen wie «(m/f/d)» oder «80–100%», wenn sie im Titel stehen. Übersetze ihn nicht und glätte ihn nicht. Wer aus «Senior Frontend Engineer (80–100%)» ein «Application for the position of Senior Front-End Developer» macht, erschwert die Zuordnung zu einem Verfahren, das intern unter dem Originaltitel läuft.

Auch der Rest des Dossiers behält seine Schweizer Form, und das SECO benennt sie auf Englisch gleich mit: «application file» für das Bewerbungsdossier, «work references» für die Arbeitszeugnisse, die lückenlos und chronologisch geordnet sein müssen, und die Zeile «references can be provided on request» statt einer Liste von Referenzpersonen. Alle Unterlagen gehen als PDF-Dateien weg. Das ist derselbe Ablauf wie auf Deutsch, nur mit anderen Wörtern — und die Wörter stammen von der Behörde, nicht aus einem Ratgeber.

Was das englische Inserat offenlässt

Englische Inserate sind kürzer im Formalen und ungenauer im Vertraglichen. 38,8 Prozent von ihnen geben gar keine Anstellungsart an; bei den deutschen sind es 2,0 Prozent. Ein Pensum im Titel führen 9,1 Prozent gegenüber 29,1 Prozent auf Deutsch, und einen Geschlechterzusatz wie «(m/w/d)» tragen 13,1 Prozent gegenüber 43,4 Prozent. Das heisst nicht, dass diese Angaben unwichtig wären — sie werden nur nicht im Inserat verhandelt, sondern in der ersten Rückmeldung. Wer sie im Brief bereits beantwortet, spart eine Runde.

Drei Sätze reichen dafür, und sie gehören in den letzten Absatz, nicht in den ersten. Erstens das Pensum, mit einer Zahl: «I am available for 80 to 100 percent.» Zweitens der Eintritt, gerechnet ab deiner Kündigungsfrist: «My notice period is two months, so I could start on 1 November.» Drittens der Bewilligungsstatus, falls er nicht selbstverständlich ist: eine Zeile, welche Bewilligung du hast oder ob du freizügigkeitsberechtigt bist. Diese drei Angaben sind der Grund, warum ein englischer Brief für die Schweiz anders aussieht als ein englischer Brief für London.

Wenn du Teilzeit suchst, musst du es ohnehin selbst ansprechen. Nur 1,7 Prozent der englischen Inserate sind als Teilzeit ausgeschrieben, gegenüber 7,7 Prozent der deutschen und 4,6 Prozent der französischen. Die Stelle ist damit nicht vergeben — sie ist bloss nicht so ausgeschrieben. Ein Satz, der ein Pensum vorschlägt und begründet, ist in diesem Umfeld keine Zumutung, sondern die einzige Stelle im Verfahren, an der die Frage überhaupt auftaucht.

Englisch heisst nicht ohne Deutsch

Von den englischen Inseraten, die überhaupt Sprachanforderungen nennen — das sind 99 Prozent —, kommen 69,9 Prozent mit Englisch allein aus. 24,2 Prozent verlangen zusätzlich Deutsch, 9,5 Prozent Französisch, 1,2 Prozent Italienisch. In der Deutschschweiz steigt der Deutschanteil auf 32,5 Prozent: Jedes dritte englisch verfasste Inserat östlich der Saane will Deutsch sehen. Und es geht dabei selten um ein bisschen Small Talk — 60,5 Prozent dieser Inserate verlangen Deutsch auf Berufsniveau, 32,7 Prozent im Gespräch, 5,9 Prozent muttersprachlich.

Daraus folgt eine Zeile, die in fast jedem englischen Bewerbungsbrief fehlt: dein tatsächlicher Deutschstand, benannt und belegt. «German B2, used daily in my current role for internal meetings» sagt mehr als «good knowledge of German», weil es eine Stufe und eine Situation nennt. Wenn dein Deutsch schwächer ist, als das Inserat verlangt, schreibe es hin und stelle daneben, was du tust: laufender Kurs, Prüfungstermin, Wochenstunden. Verschweigen verschiebt das Thema nur ins Telefongespräch, und dort ist es teurer.

Die Umkehrung gilt genauso und wird oft übersehen: 18,5 Prozent der deutschsprachigen Inserate verlangen Englisch. Ein deutsches Inserat mit Englischanforderung ist kein Anlass, den Brief auf Englisch zu schreiben. Es ist ein Anlass, im deutschen Brief einen Beleg für dein Englisch unterzubringen — ein englischsprachiges Projekt, ein Team über Landesgrenzen, eine Zertifikatsstufe.

Britisches oder amerikanisches Englisch?

Die Frage taucht bei jedem englischen Brief auf und lässt sich für die Schweiz nur teilweise beantworten. Der Bund selbst schreibt britisch: Auf der englischen Bewerbungsseite von arbeit.swiss stehen «organise», «labour», «programme» und «centre», und keine einzige amerikanische Variante dieser Wörter. Bei den Stellentiteln, die Arbeitgeber selbst formulieren, ist das Bild dagegen ausgeglichen — Formen auf «-ise» und auf «-ize» kommen etwa gleich häufig vor. Eine Schweizer Norm gibt es also nicht.

Praktisch heisst das: Entscheide dich einmal und bleibe konsequent. Halte dich an die Schreibweise, die das Inserat verwendet, und übernimm den Stellentitel unverändert. Gemischte Formen im selben Brief — «organization» im zweiten Absatz, «specialised» im dritten — sind das einzige, was in dieser Frage auffällt. Und was du nie anpassen solltest, sind Eigennamen: Firmennamen, Ortsnamen in der Adresszeile und der Titel deines Abschlusses stehen so da, wie ihre Inhaber sie schreiben.

Die Marktzahlen stammen aus den am 23. August 2026 auf SwissJobs.app aktiven Inseraten und sind durchwegs Anteile, nie Bestandsgrössen. «Englisch verfasst» meint die Textsprache des Inserats; Bezugsgrösse sind jene Inserate, deren Sprache sich eindeutig bestimmen lässt, und das sind rund drei Viertel. Davon zu unterscheiden ist die Grafik oben: Sie zeigt je Kanton den Anteil der Inserate, die mit Englisch allein auskommen, also ohne zusätzliche Landessprache, gemessen am 15. August 2026 — zwei verschiedene Fragen, deshalb zwei verschiedene Zahlenreihen. Die Sprachanforderungen sind den im Inserat genannten Anforderungen entnommen; 99 Prozent der englischen Inserate nennen mindestens eine. Die Ortsangaben sind die im Inserat genannten Arbeitsorte in der Schreibweise des Arbeitgebers, weshalb «Zurich» und «Zürich» getrennt gezählt werden. Die formalen Angaben zum Brief und die englischen Begriffe für die Dossierteile stammen wörtlich von arbeit.swiss (SECO) in der deutschen und der englischen Fassung sowie von berufsberatung.ch (SDBB), alle abgerufen am 23. August 2026.

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Wie schreibe ich mein Motivationsschreiben auf Französisch?

Kurz gesagt

Schreib auf Französisch, wenn das Inserat auf Französisch steht — nicht, weil der Arbeitsort in der Romandie liegt. Von den Westschweizer Inseraten auf SwissJobs.app, deren Sprache sich eindeutig bestimmen lässt, sind 54,7 Prozent französisch und 37,6 Prozent englisch verfasst. Im Bauhandwerk sind es 95,7 Prozent französisch, im Marketing nur 24,2. Das Gerüst des Briefs ändert sich dabei nicht: arbeit.swiss zählt in der französischen Fassung dieselben sechs formalen Elemente auf wie in der deutschen. Und Französisch heisst nicht ohne Deutsch — 25,9 Prozent der französisch verfassten Westschweizer Inserate verlangen zusätzlich Deutsch.

Die grösste Gefahr liegt nicht im Französisch, sondern im Übersetzen. Wer den deutschen Brief Satz für Satz überträgt, landet bei «Par la présente, je postule pour le poste mis au concours par vos soins» — grammatisch möglich, geschrieben wird es so nicht. Der französische Bewerbungsbrief löst drei Stellen anders als der deutsche: die Datumszeile, die Anrede und die Grussformel. Das offizielle Musterschreiben von orientation.ch datiert mit «Cornaux, le 16 mars 2026» — Ort, Komma, «le», dann das Datum. Es bietet als Anrede «Madame,» oder «Monsieur,» an, wenn du weisst, an wen du schreibst, und «Madame, Monsieur,», wenn nicht. Und es schliesst mit «Meilleures salutations».

Der zweite Stolperstein liegt im Inhalt. Französische Inserate lassen mehr offen als deutsche: 18,5 Prozent nennen im Titel ein Pensum, gegenüber 29,1 Prozent der deutschsprachigen; ausdrücklich als Teilzeit ausgeschrieben sind 4,6 Prozent gegenüber 7,7. Dafür steht bei 2,9 Prozent der Vertragstyp im Titel — «CDI» für unbefristet, «CDD» für befristet —, eine Angabe, die in deutschsprachigen Titeln praktisch nie auftaucht. Was das Inserat offenlässt, gehört in deinen Brief: taux d'activité, frühestmöglicher Eintritt, Vertragsform, Bewilligungsstatus und dein Sprachstand mit Stufe.

Anteil französisch verfasster Inserate in der Romandie, je Berufsfeld
Anteil französisch verfasster Inserate in der Romandie, je BerufsfeldBau, Handwerk95.7Prozent der Westschweizer Inserate dieses Felds mit bestimmbarer SprachePflege, Gesundheit93.4Prozent der Westschweizer Inserate dieses Felds mit bestimmbarer SpracheGastronomie, Hotel90Prozent der Westschweizer Inserate dieses Felds mit bestimmbarer SpracheVerkauf, Detailhandel80.7Prozent der Westschweizer Inserate dieses Felds mit bestimmbarer SpracheAdministration, Sekretariat77.6Prozent der Westschweizer Inserate dieses Felds mit bestimmbarer SprachePraktikum, Trainee52.8Prozent der Westschweizer Inserate dieses Felds mit bestimmbarer SpracheFinanz, Banken47.9Prozent der Westschweizer Inserate dieses Felds mit bestimmbarer SpracheSoftware, IT33.3Prozent der Westschweizer Inserate dieses Felds mit bestimmbarer Sprache

Gemessen an den am 23. August 2026 auf SwissJobs.app aktiven Inseraten mit Arbeitsort in der Westschweiz, deren Textsprache sich eindeutig bestimmen lässt. Die Berufsfelder sind über Schlüsselwörter im Stellentitel gebildet; Felder mit weniger als vierzig Westschweizer Inseraten sind weggelassen. Der Rest zum Ganzen ist überwiegend englisch verfasst.

  • «Mit grossem Interesse habe ich Ihre Stellenausschreibung gelesen» → «Je vous adresse ma candidature au poste de Gestionnaire en logistique, 80–100%, publié sur votre site». Nicht übersetzen, sondern ersetzen: Der französische Einstieg nennt die Stelle so, wie sie ausgeschrieben ist, und wo du sie gefunden hast — genau die Reihenfolge, die das offizielle Musterschreiben vorgibt.
  • «Sehr geehrte Damen und Herren» → «Madame, Monsieur,» — mit Komma und auf eigener Zeile. Kennst du den Namen, steht dort «Madame Vaucher,». Beide Formen stehen so im Musterschreiben von orientation.ch; das «Chère» aus Vorlagen anderer Länder gehört nicht in eine Bewerbung.
  • «Zürich, 23. August 2026» → «Genève, le 23 août 2026». Das «le» ist nicht optional, der Monat wird kleingeschrieben, und nach der Zahl steht kein Punkt.
  • «Freundliche Grüsse» → «Meilleures salutations». So schliesst das offizielle Musterschreiben. Die lange Formel «Je vous prie d'agréer, Madame, Monsieur, mes salutations distinguées» ist nicht falsch, aber in der Schweiz nicht verlangt — die kurze Form ist die belegte.
  • «Kaufmann EFZ» → «Employé de commerce CFC». Das Kürzel wird nicht übersetzt: CFC steht in 8,0 Prozent der französischsprachigen Titel, EFZ in 8,9 Prozent der deutschsprachigen. Es ist derselbe Abschluss.
  • «Ich bin flexibel einsetzbar» → eine Zahl: «Disponible à 80–100% dès le 1er novembre». Nur 18,5 Prozent der französischsprachigen Titel nennen selbst ein Pensum, gegenüber 29,1 Prozent der deutschsprachigen — die Angabe fehlt also häufiger, als du es aus dem Deutschschweizer Markt kennst.
  • «Gute Deutschkenntnisse» → Stufe plus Situation: «Allemand B2, utilisé quotidiennement». 28,2 Prozent der französischsprachigen Inserate mit Sprachanforderungen verlangen Deutsch, davon 56,7 Prozent auf Konversationsniveau — eine Selbsteinschätzung ohne Stufe nützt dort niemandem.
  • Beilagen: Das offizielle Musterschreiben listet sie am Schluss auf und erlaubt bei Platzmangel die Sammelform «Dossier de candidature». Der Versand erfolgt laut arbeit.swiss als PDF, aus einer E-Mail-Adresse mit Vor- und Nachname.

Wann Französisch die richtige Sprache ist

Die Romandie ist nicht durchgehend französischsprachig ausgeschrieben, und das ist der Punkt, an dem die meisten Bewerbungen die Sprache falsch wählen. Unter den Inseraten mit Westschweizer Arbeitsort, deren Textsprache eindeutig bestimmbar ist, sind 54,7 Prozent französisch, 37,6 Prozent englisch, 5,1 Prozent deutsch und 2,6 Prozent italienisch verfasst. Fast vier von zehn Ausschreibungen in der Romandie sind also englisch — ein französischer Brief darauf ist kein Zeichen von Sprachkompetenz, sondern eines von Unaufmerksamkeit.

Entscheidend ist das Berufsfeld. Innerhalb der Romandie, gezählt über Schlüsselwörter im Stellentitel, sind im Bauhandwerk 95,7 Prozent der Inserate französisch verfasst, in Pflege und Gesundheit 93,4, in Gastronomie und Hotellerie 90,0, im Verkauf 80,7 und in der Administration 77,6 Prozent. Auf der anderen Seite steht das Marketing mit 24,2 Prozent französisch gegenüber 72,7 Prozent englisch, das Ingenieurwesen mit 29,3 gegenüber 68,3, die Informatik mit 33,3 gegenüber 63,4 und der Life-Sciences-Bereich mit 27,5 gegenüber 52,5. Der Finanzbereich liegt fast genau auf der Kippe: 47,9 Prozent französisch, 50,0 Prozent englisch. Praktika und Trainee-Stellen ebenfalls: 52,8 zu 44,4.

Auch der Ort verschiebt die Zahl, und zwar innerhalb weniger Bahnkilometer. In Genf sind 37,5 Prozent der Inserate französisch und 60,1 Prozent englisch verfasst, in Lausanne 65,5 zu 32,4, in Neuenburg 55,4 zu 20,1 und in Freiburg — beide Schreibweisen zusammengezählt — 58,5 zu 20,4. In La Chaux-de-Fonds sind es 92,9 Prozent französisch, in Yverdon-les-Bains 95,2, in Morges 89,3. Zuverlässiger als jeder Ortsschnitt ist allerdings die Schreibweise des Arbeitsorts im Inserat selbst. Inserate mit Arbeitsort «Fribourg» sind zu 70,7 Prozent französisch verfasst; solche, die denselben Ort «Freiburg» nennen, zu 0 Prozent — sie sind zu 40,9 Prozent deutsch und zu 59,1 Prozent englisch. Die Schreibweise des Ortsnamens ist die Sprachwahl des Hauses, sichtbar in einem einzigen Wort.

Der umgekehrte Fall ist seltener, als viele annehmen: Nur 8,5 Prozent der deutschsprachigen Inserate, die überhaupt Sprachanforderungen nennen, verlangen Französisch. Ein französischer Brief auf ein deutsches Inserat ist damit fast immer die falsche Wahl — auch dann, wenn die Firma in Lausanne einen zweiten Standort hat.

Der Brief wechselt die Sprache, nicht die Form

arbeit.swiss beschreibt die lettre de motivation als «votre carte de visite» und zählt auf, was sie enthalten muss: adresse de l'expéditeur, adresse du destinataire, date, objet, civilité, salutations et signature. Das sind dieselben sechs Positionen, die auf der deutschen Fassung derselben Seite stehen — Absenderadresse, Empfängeradresse, Datum, Betreffzeile, Anrede, Grussformel und Unterschrift. Auf Italienisch und auf Englisch ebenfalls. Das ist die beruhigende Nachricht: Du musst keine neue Briefform lernen, du musst dieselbe Form auf Französisch besetzen.

Ein Wort fällt beim Sprachwechsel allerdings weg. Im Deutschen unterscheiden viele zwischen Bewerbungsschreiben und Motivationsschreiben; arbeit.swiss führt beide Begriffe nebeneinander. Im Französischen gibt es diese Doppelung nicht: Die offizielle Seite kennt nur die «lettre de motivation», und sie meint damit genau das Schreiben, das im deutschen Dossier vorne liegt. Such also keine französische Entsprechung für die Unterscheidung — es gibt keine, und ein Brief, der sich selbst als «lettre de candidature et de motivation» ankündigt, wirkt nur umständlich.

Der Betreff ist die Stelle, an der du am wenigsten erfinden solltest. Das Musterschreiben von orientation.ch formuliert ihn als «Candidature pour la place d'apprentissage de …» und schreibt ausdrücklich dazu, die Berufsbezeichnung so einzusetzen, wie sie im Inserat steht — fett formatiert. Für eine Stelle statt einer Lehrstelle lautet dieselbe Zeile «Candidature au poste de Gestionnaire en logistique, 80–100%». Übernimm die Bezeichnung wörtlich, aber lass die Geschlechtsangabe des Hauses weg: 22,8 Prozent der französischsprachigen Titel tragen ein «(H/F)» oder «(F/H)», weitere 4,1 Prozent lösen es mit einem Mittelpunkt im Wort und 1,7 Prozent mit «(tous genres)». Das ist die Schreibweise des Arbeitgebers für seine Ausschreibung, nicht deine Berufsbezeichnung.

Drei Kleinigkeiten, an denen der übersetzte Brief erkennbar ist

Die erste sind die Akzente. 60,2 Prozent der französischsprachigen Stellentitel in unserem Bestand enthalten mindestens ein akzentuiertes Zeichen, gegenüber 0,2 Prozent der deutschsprachigen. Wer «ingenieur», «references» und «experience» schreibt, weil die Tastatur so eingestellt ist, hat den Brief bereits im ersten Drittel als fremd markiert. Auf Schweizer Tastaturen liegen é, è und à direkt, die Zirkumflexe kommen über die Tottaste, das ç ist einen Tastendruck weiter. Das ist eine Frage von zehn Minuten Einrichtung, nicht von Sprachkompetenz.

Die zweite ist die Datumszeile. Auf Deutsch schreibst du «Zürich, 23. August 2026». Auf Französisch verlangt dieselbe Zeile ein «le» und keinen Punkt nach der Zahl: «Genève, le 23 août 2026». Der Monat wird kleingeschrieben. Das offizielle Musterschreiben zeigt genau diese Form, mit dem Wohnort des Absenders vor dem Datum.

Die dritte ist die Berufsbezeichnung selbst. Das eidgenössische Fähigkeitszeugnis heisst auf Französisch CFC, und die Abkürzung steht in 8,0 Prozent der französischsprachigen Titel — fast exakt so häufig wie EFZ in den deutschsprachigen mit 8,9 Prozent. Es ist derselbe Abschluss mit zwei amtlichen Kürzeln. Übersetze also nicht «Kaufmann EFZ» zu «employé de commerce avec certificat fédéral», sondern schreib «Employé de commerce CFC». Dasselbe gilt für Pensum und «taux d'activité», für Arbeitszeugnis und «certificat de travail» und für die Beilagen, die das offizielle Musterschreiben bei Platzmangel schlicht als «Dossier de candidature» zusammenfassen lässt.

Französisch heisst nicht ohne Deutsch

Von den französischsprachigen Inseraten, die Sprachanforderungen nennen — und das sind 95,1 Prozent —, verlangen 28,2 Prozent zusätzlich Deutsch und 22,8 Prozent Englisch. Bei den Westschweizer Inseraten darunter sind es 25,9 Prozent für Deutsch. Wichtig ist dabei die Stufe: Von den französischsprachigen Inseraten mit Deutschanforderung geben 56,7 Prozent Konversationsniveau an, 33,0 Prozent Berufsniveau, 5,5 Prozent Muttersprache und 4,8 Prozent Grundkenntnisse. Für die Mehrheit dieser Stellen genügt also ein belegbares Mittelmass — vorausgesetzt, du schreibst es hin. «Allemand: niveau B2, utilisé quotidiennement en réunion» ist eine Angabe; «bonnes connaissances d'allemand» ist keine.

Dass der Arbeitgeber zweisprachig ausschreibt, ist in der Schweiz Normalfall, nicht Ausnahme. 33,4 Prozent der Arbeitgeber mit mindestens drei Inseraten schreiben in mehr als einer Sprache aus, 16,5 Prozent sowohl deutsch als auch französisch. Coop veröffentlicht 92,6 Prozent seiner Inserate auf Deutsch und 7,3 Prozent auf Französisch, die SBB 84,8 zu 12,7, Helvetia 75,4 zu 20,3. Beim Spitalzentrum Biel / Centre hospitalier Bienne liegt das Verhältnis bei 53,0 zu 47,0, beim Etat de Fribourg - Staat Freiburg umgekehrt bei 8,8 Prozent deutsch zu 87,6 Prozent französisch.

Daraus folgt die einzige Regel, die zuverlässig funktioniert: Die Sprache kommt aus dem einzelnen Inserat, nie aus dem Namen des Hauses. 49,1 Prozent der französischsprachigen Inserate stammen von Arbeitgebern, die auch auf Deutsch ausschreiben, und 18,4 Prozent von Arbeitgebern, deren Ausschreibungen mehrheitlich deutsch sind. Wer die Sprache aus der Firmenwebsite ableitet statt aus der Ausschreibung, liegt in beinahe jedem fünften Fall daneben.

Was das französische Inserat offenlässt

Ein französischsprachiges Inserat nennt seltener ein Pensum als ein deutschsprachiges: 18,5 gegenüber 29,1 Prozent im Titel. Ausdrücklich als Teilzeit ausgeschrieben sind 4,6 Prozent gegenüber 7,7 Prozent der deutschsprachigen. Wenn du also mit 60 oder 80 Prozent arbeiten willst, steht das im Zweifel nirgends im Inserat, und der Brief ist der einzige Ort, an dem es früh genug auftaucht. «Je suis disponible à 80–100%, dès le 1er novembre» beantwortet zwei Fragen in einem Satz.

Umgekehrt bringt der französischsprachige Markt eine Angabe mit, die der deutschsprachige im Titel fast nie führt: 2,9 Prozent der Titel nennen CDI oder CDD, also unbefristet oder befristet, und 1,0 Prozent kennzeichnen die Stelle als temporär. Steht dort CDD, ist eine Bemerkung zur Verfügbarkeit über die Vertragsdauer hinaus keine Anbiederung, sondern eine Antwort auf die Frage, die der Arbeitgeber sich beim Lesen stellt.

Und du hast im Schnitt mehr Zeit, als du denkst — aber sie hilft nur, wenn du sie nutzt. Das mittlere französischsprachige Inserat in unserem Bestand ist 31 Tage alt, das deutschsprachige 19. Eine Woche zusätzliche Sorgfalt für einen Brief in einer Zweitsprache ist damit realistisch. Nutze sie für einen Korrekturgang durch eine Person, die Französisch als Erstsprache spricht; die drei Stellen oben findet auch ein wohlwollender Blick, aber Präpositionen und Zeitenfolge findet nur jemand, der die Sprache täglich schreibt.

Ein letzter Punkt für alle, die östlich der Saane wohnen: 6,5 Prozent der französischsprachigen Inserate haben ihren Arbeitsort in einer deutschsprachigen Stadt — Biel und Bern voran. Das sind zweisprachige Betriebe, in denen der Brief auf Französisch ankommt und das Vorstellungsgespräch auf Deutsch beginnen kann. Schreib in solchen Fällen die Sprache des Inserats und nenne im Brief beide Stufen.

Die Marktzahlen stammen aus den am 23. August 2026 auf SwissJobs.app aktiven Inseraten und sind durchwegs Anteile, nie Bestandsgrössen. «Französisch verfasst» meint die Textsprache des Inserats; Bezugsgrösse sind jene Inserate, deren Sprache sich eindeutig bestimmen lässt, und das sind rund drei Viertel. «Romandie» meint hier den im Inserat genannten Arbeitsort in der Westschweiz, in der Schreibweise des Arbeitgebers — deshalb werden «Fribourg» und «Freiburg» getrennt gezählt, und deshalb ist diese Doppelzählung selbst eine Aussage. Die Sprachanforderungen und ihre Stufen sind den im Inserat genannten Anforderungen entnommen; 95,1 Prozent der französischsprachigen Inserate nennen mindestens eine. Die Angaben zu Titeln, Vertragsarten und Akzenten beziehen sich auf den Stellentitel, also auf den vom Arbeitgeber geschriebenen Text. Die formalen Angaben zum Brief stammen wörtlich von arbeit.swiss (SECO) in der französischen und der deutschen Fassung sowie von orientation.ch beziehungsweise berufsberatung.ch (SDBB), alle abgerufen am 23. August 2026. Das Musterschreiben von orientation.ch ist für Lehrstellenbewerbungen geschrieben; die Formvorgaben — Datumszeile, Betreff, Anrede, Grussformel — gelten für den Bewerbungsbrief allgemein, die Inhaltsvorschläge nicht.

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Quellen

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Was unser Stellenindex über den Schweizer Markt sagt

Live aus unserem eigenen Index berechnet, nicht aus einer Studie zitiert. Nur Anteile, Stand heute.

Sprache der Inserate

Deutsch
60%
English
23%
Français
13%
Italiano
3%

Von den Inseraten mit Sprachanforderung verlangen

Deutsch
70%
English
43%
Français
21%
Italiano
3%

19% in den letzten 7 Tagen ausgeschrieben · Grösste Märkte: Zürich 18% · Bern 10% · Genève 5% · Basel 5%