Wie schreibe ich ein Motivationsschreiben für eine Teilzeitstelle?
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Kurz gesagt
Rechne das Pensum in Tage um und schreib beides hin. «60 Prozent, Montag bis Mittwoch und Freitagvormittag, ab 1. Oktober» beantwortet die Frage, die hinter jeder Teilzeitausschreibung steht — nicht ob du willst, sondern wann du da bist. Das Gesetz denkt ohnehin in Tagen: Art. 319 Abs. 2 OR beschreibt Teilzeitarbeit als «stunden-, halbtage- oder tageweise» Arbeit. Und 69,7 Prozent der ausgeschriebenen reduzierten Pensen ergeben auf einer Fünftagewoche ganze Tage.
Der Unterschied zu jedem anderen Bewerbungsbrief ist, dass hier nichts zu erbitten ist. Die Gegenseite hat das kleinere Pensum selbst hingeschrieben; sie ist überzeugt. Trotzdem beginnen sehr viele dieser Briefe mit einem Absatz darüber, warum Teilzeit sinnvoll sei, warum man in weniger Stunden mehr schaffe und wie gut man sich organisiere. Das ist eine Antwort auf einen Einwand, den niemand erhoben hat — und sie verbraucht den Platz, an dem die einzige wirklich offene Angabe stehen müsste.
Offen ist die Lage der Zeit. Ein reduziertes Pensum kauft der Betrieb nicht als Zahl, sondern als Abdeckung: als bestimmte Tage, an denen jemand erreichbar ist, das Telefon abnimmt, die Schicht besetzt, die Übergabe macht. Deshalb ist der brauchbare Brief bei Teilzeit kürzer und konkreter als sonst. Er nennt die Zahl, er nennt das Muster, er nennt das Datum — und der ganze Rest gehört wieder der Aufgabe.
Anteile an den deutschsprachigen Inseraten unseres Bestands, deren Titel ein Pensum mit einer Obergrenze unter 100 Prozent nennt. Laufende Auswertung, Stand 23. August 2026. Rundungsdifferenzen sind möglich; die übrigen Schreibweisen verteilen sich auf viele seltene Formen.
- Übersetze die Prozentzahl in eine Woche. 69,7 Prozent der ausgeschriebenen reduzierten Pensen — 20, 40, 60 oder 80 Prozent — sind auf einer Fünftagewoche ganze Tage; 28,6 Prozent landen auf einem halben Tag. Wer 50 oder 70 Prozent schreibt, hat also eine Halbtagsentscheidung zu treffen, und die Gegenseite wird sie sonst raten.
- Schreib in der Notation des Inserats. 98,0 Prozent der ausgeschriebenen reduzierten Pensen sind Vielfache von zehn. Ein Brief, der 65 oder 75 Prozent anbietet, verlangt vom Gegenüber eine Umrechnung auf ein Raster, das der Betrieb intern gar nicht führt.
- Steht im Inserat ein Band, nenn eine Zahl daraus — und sag, was sie deckt. 45,8 Prozent der Inserate mit reduziertem Pensum schreiben ein Band aus, im Mittel 23,4 Prozentpunkte breit. Das ist mehr als ein Arbeitstag Unterschied, und genau darüber entscheidet dein Satz.
- Steht eine einzelne Zahl da, ist sie keine Verhandlungseröffnung. 54,2 Prozent der reduzierten Ausschreibungen nennen genau eine Zahl; am häufigsten 80 Prozent (32,2 Prozent dieser Inserate), dann 60 (21,7), 50 (18,0) und 40 Prozent (8,3). Wer darauf mit einer anderen Zahl antwortet, eröffnet die Bewerbung mit einer Absage.
- Beantworte «flexibel» mit einem Muster, nicht mit dem Wort. Inserate mit reduziertem Pensum verlangen Flexibilität fast doppelt so oft wie die übrigen: 23,2 gegenüber 12,8 Prozent. Die Gegenseite meint damit Abdeckung. «Bei Bedarf schiebe ich meinen freien Tag von Donnerstag auf Freitag» ist eine Antwort, «sehr flexibel» ist keine.
- Nimm die Dauer vorweg. Reduzierte Ausschreibungen sind fast viermal so häufig befristet, als Vertretung oder als Aushilfe formuliert wie die übrigen: 7,3 gegenüber 1,9 Prozent. Ein Halbsatz dazu, ob du eine Dauerstelle suchst oder auch eine Vertretung übernimmst, erspart beiden Seiten ein Gespräch.
- Eine zweite Stelle gehört in einen Nebensatz, nicht in einen Absatz — und nicht ins Verschweigen. Art. 321a Abs. 3 OR verbietet bezahlte Arbeit für Dritte nur, «soweit» du dadurch «seine Treuepflicht» verletzt, «insbesondere den Arbeitgeber konkurrenzier[st]». Nicht die zweite Stelle ist das Problem, sondern die Branche, in der sie liegt.
- Jobsharing nur, wenn das Inserat das Wort selbst nennt. Es steht in rund einem von tausend Inseraten, und dort praktisch immer im Titel — «Jobsharing möglich» als ausdrückliche Einladung, meist von Spitälern und Kantonsbetrieben. Steht es nicht da, schlägst du ein Anstellungsmodell vor statt dich zu bewerben.
- Der Grund für dein Pensum gehört nicht in den Brief, die Woche schon. Kinder, Studium, ein zweites Mandat, gesundheitliche Gründe: keiner dieser Umstände macht deinen Dienstplan besser oder schlechter, und alle können sich ändern. Die Tage, die du zusagst, ändern sich nicht.
Warum die Prozentzahl allein nichts beantwortet
Der Beschäftigungsgrad ist eine schweizerische Rechengrösse, kein Terminplan. 60 Prozent können drei volle Tage sein, sie können fünf kurze Tage sein, sie können drei Tage in der einen und vier in der nächsten Woche sein. Für den Lohn ist das egal, für die Stellenbesetzung ist es die ganze Frage. Wer eine Teilzeitstelle ausschreibt, hat eine Lücke im Wochenplan und nicht ein Budget übrig.
Das Obligationenrecht spricht diese Sprache übrigens selbst. Art. 319 Abs. 2 OR erklärt zum Einzelarbeitsvertrag auch den Vertrag, «durch den sich ein Arbeitnehmer zur regelmässigen Leistung von stunden-, halbtage- oder tageweiser Arbeit (Teilzeitarbeit) im Dienst des Arbeitgebers verpflichtet». Nicht Prozent — Stunden, Halbtage, Tage. Die Prozentzahl ist eine Marktkonvention, die darübergelegt wurde.
Die Rückrechnung ist einfach und lohnt sich. 69,7 Prozent der ausgeschriebenen reduzierten Pensen lauten auf 20, 40, 60 oder 80 Prozent und ergeben auf einer Fünftagewoche einen, zwei, drei oder vier ganze Tage. Weitere 28,6 Prozent lauten auf 10, 30, 50, 70 oder 90 Prozent — dort steckt in jeder Zahl ein halber Tag, der irgendwo liegen muss. Genau dieser halbe Tag ist die häufigste ungeklärte Stelle im ganzen Verfahren.
Praktisch heisst das: Ein Satz mit drei Bauteilen erledigt den Teil, den nur du beantworten kannst. Die Zahl, das Muster, das Datum. «80 Prozent, Montag bis Donnerstag, ab 1. November.» Steht das im Brief, ist die Einladung zum Gespräch eine Terminfrage; steht es nicht da, ist sie eine Recherche.
Band oder feste Zahl — das sind zwei verschiedene Briefe
Bevor du schreibst, lies, welche der beiden Formen im Titel steht. 54,2 Prozent der Inserate mit einem Pensum unterhalb von 100 Prozent nennen genau eine Zahl, 45,8 Prozent nennen ein Band. Die beiden verlangen entgegengesetzte Briefe, und die meisten Vorlagen im Netz unterscheiden sie nicht.
Eine feste Zahl ist eine Angabe über den Betrieb, nicht über dich. 80 Prozent heisst: Der Dienstplan hat vier Tage vorgesehen, der fünfte ist anders vergeben. Der Brief nimmt diese Zahl wortwörtlich auf und geht weiter. Wer stattdessen 60 vorschlägt, weil ihm das besser passt, hat aus einer Bewerbung eine Anfrage gemacht — und die häufigste Antwort auf eine Anfrage ist keine.
Ein Band ist eine echte Frage. Es ist im Mittel 23,4 Prozentpunkte breit; 47,0 Prozent der Bänder messen genau zwanzig Punkte. Zwanzig Punkte sind ein Arbeitstag. Wo das Band beginnt, ist verräterisch: 29,0 Prozent der Bänder starten bei 60 Prozent, 26,2 Prozent bei 40, 15,2 Prozent bei 20 und 15,0 Prozent bei 50 Prozent. Die Untergrenze ist das Minimum, mit dem der Betrieb noch arbeiten kann; die Obergrenze ist das Budget. Dein Satz sagt, wo du dazwischen stehst — und einen halben Satz dazu, was in dieser Zahl vollständig Platz hat.
Ein Sonderfall ist das Band, das bei 100 Prozent endet. Bei 20,3 Prozent dieser Bänder liegt der Einstieg bei 60 Prozent oder tiefer: «60–100 %», «50–100 %», «40–100 %». Solche Inserate erscheinen in keiner Teilzeitliste und tragen meist auch keine Teilzeit-Kennzeichnung, sind aber tatsächlich für ein reduziertes Pensum offen. Wer nur nach Teilzeit filtert, sieht sie nie; wer sie liest, bewirbt sich auf der Untergrenze ohne jede Rechtfertigung.
Was der Betrieb mit «flexibel» eigentlich meint
Es gibt eine Eigenheit der Teilzeitausschreibung, die im Brief oft falsch beantwortet wird. Inserate mit reduziertem Pensum verlangen deutlich häufiger Flexibilität als die übrigen: In 23,2 Prozent von ihnen steht ein Wort aus dieser Familie, gegenüber 12,8 Prozent im restlichen Bestand. Das ist kein Zufall und keine Floskel — wer eine Stelle in Teilen kauft, hat weniger Puffer und braucht darum Verschiebbarkeit.
Der übliche Reflex ist, das Wort zurückzuspielen: «Ich bin zeitlich sehr flexibel.» Damit hat die Gegenseite genau so viel Information wie vorher. Die brauchbare Antwort nennt die Grenzen des Musters, nicht seine Abwesenheit: welcher Tag verschiebbar ist, welcher nicht, wie viel Vorlauf du brauchst, ob Ferienwochen und Randzeiten möglich sind.
Umgekehrt ist ein Muster ohne jede Verschiebbarkeit ebenfalls ein Risiko — nur ein anderes. Wer schreibt, er könne ausschliesslich Dienstag und Donnerstag, hat eine Bedingung gestellt, bevor die Aufgabe besprochen ist. Zwischen beidem liegt die brauchbare Formulierung: ein festes Muster, ein benannter beweglicher Teil, ein Satz.
Und die dritte Sorte von Flexibilität steht selten im Inserat, entscheidet aber oft: die Erreichbarkeit an den Tagen, an denen du nicht da bist. Ein einziger Satz dazu — wie du übergibst, was in der Zwischenzeit liegen bleiben darf und was nicht — beantwortet die stille Sorge jeder Teilzeitbesetzung, nämlich dass an drei von fünf Tagen niemand zuständig ist.
Teilzeit ist häufiger befristet, als der Brief annimmt
Ein Muster im Bestand ist im Brief regelmässig übersehen: Reduzierte Pensen werden viel häufiger für eine begrenzte Zeit ausgeschrieben. Bei 7,3 Prozent von ihnen steht im Text eine Befristung, eine Vertretung oder eine Aushilfe, gegenüber 1,9 Prozent im übrigen Bestand — knapp das Vierfache. Arbeit auf Abruf oder im Stundenlohn kommt bei 2,2 Prozent vor, gegenüber 0,5 Prozent; ausdrückliche Stellvertretungen bei 1,8 gegenüber 0,6 Prozent.
Für den Brief hat das eine unmittelbare Folge. Wenn eine Vertretung ausgeschrieben ist, ist deine Verfügbarkeit ab dem ersten Tag das Kernargument, nicht deine langfristige Entwicklung im Betrieb. Und wenn eine Dauerstelle ausgeschrieben ist, du aber eine Vertretung auch nähmest, ist das ein Satz wert — er kostet nichts und erweitert die Menge der Stellen, für die du in Frage kommst.
Ebenfalls nützlich: 6,4 Prozent der Inserate mit reduziertem Pensum stammen von einem Arbeitgeber, der dieselbe Funktion gleichzeitig auch mit vollem Pensum ausschreibt. Die Teilzeitstelle ist dort keine eigene Erfindung, sondern ein Ausschnitt einer bestehenden Rolle. Wer das erkennt, schreibt nicht über Teilzeit, sondern über den Ausschnitt: welchen Teil der Aufgabe du vollständig übernimmst.
Wichtig ist dabei die Reihenfolge im Brief. Dauer und Modell gehören in denselben hinteren Absatz wie Pensum und Eintritt. Vorne steht, was du für die Aufgabe mitbringst — das ist bei einer 40-Prozent-Stelle nicht weniger relevant als bei einer vollen, sondern dichter, weil weniger Zeit für Einarbeitung da ist.
Die zweite Stelle: ein Nebensatz, kein Geständnis
Viele Teilzeitbewerbungen laufen darauf hinaus, zwei reduzierte Anstellungen zu kombinieren. Der Brief behandelt das häufig entweder als Beichte oder als Geheimnis. Beides ist unnötig. Massgeblich ist Art. 321a Abs. 3 OR: Während des Arbeitsverhältnisses darf ein Arbeitnehmer «keine Arbeit gegen Entgelt für einen Dritten leisten, soweit er dadurch seine Treuepflicht verletzt, insbesondere den Arbeitgeber konkurrenziert».
Der Massstab ist also nicht, ob du daneben arbeitest, sondern für wen und in welchem Verhältnis zum neuen Betrieb. Eine 40-Prozent-Stelle in einer Arztpraxis und eine 40-Prozent-Stelle in einer Schule stehen sich nicht im Weg. Zwei Stellen in derselben Branche und im selben Einzugsgebiet sind eine Frage, die im Gespräch kommt — und im Brief besser vorweggenommen als abgewartet wird.
Die Form ist ein Nebensatz mit drei Angaben: Umfang, Feld, Lage in der Woche. «Ich arbeite daneben mit 40 Prozent in der Erwachsenenbildung, jeweils Donnerstag und Freitag.» Kein Name, keine Geschichte, keine Entschuldigung. Damit ist geklärt, was sonst als Erstes im Gespräch geklärt werden müsste, und die Kombination sieht aus, was sie ist: ein funktionierender Wochenplan.
Was in diesen Nebensatz nicht gehört, ist ein Versprechen über die Zukunft der anderen Stelle. «Ich würde sie natürlich sofort aufgeben» beantwortet eine Frage, die nicht gestellt wurde, und macht dich zur Person, die Stellen sofort aufgibt. Wenn die Kombination im Verlauf zur Diskussion steht, ist das ein Verhandlungspunkt und kein Briefinhalt.
Sprache, Adressat und die letzten drei Zeilen
Eine Zahl aus unserem Bestand verändert die Vorbereitung mehr als jede Formulierungshilfe: Unter den Inseraten, die überhaupt eine Sprachanforderung ausweisen, verlangen 84,9 Prozent der reduzierten Pensen Deutsch — gegenüber 66,9 Prozent im übrigen Bestand. Teilzeitarbeit liegt in der Schweiz überdurchschnittlich oft dort, wo mit Kundschaft, Patientinnen, Klassen und Kolleginnen gesprochen wird. Der Brief für eine Teilzeitstelle ist deshalb noch seltener ein englischer als sonst.
Ebenso praktisch: Nur 33,3 Prozent der Inserate, die im Titel ein reduziertes Pensum nennen, tragen zusätzlich eine Teilzeit-Kennzeichnung. Die Zahl im Titel ist die eigentliche Auszeichnung, nicht das Etikett — und in 89,4 Prozent der Fälle steht sie in der hinteren Hälfte des Titels, oft in Klammern. Genau diese Schreibweise gehört in deine Betreffzeile: Funktion und Pensum so, wie sie ausgeschrieben sind.
Der Schluss des Briefs ist dann kurz. Ein Satz zur Verfügbarkeit mit Datum, ein Satz zum Muster, ein Satz zum Gespräch. Kein Dank für die Möglichkeit, in Teilzeit arbeiten zu dürfen — das Inserat hat die Stelle so ausgeschrieben, und niemand gewährt dir etwas.
Und ein letzter Test, bevor du sendest: Streich in deinem Brief jedes Vorkommen des Wortes «Teilzeit» und schau, ob etwas fehlt. Wenn die Zahl, die Tage und das Datum dastehen, fehlt nichts. Wenn danach nur noch allgemeine Sätze über Motivation übrig sind, war der Brief über dein Pensum statt über die Stelle.
Die Marktangaben stammen aus unserer laufenden Auswertung der von uns erfassten Schweizer Stelleninserate, Stand 23. August 2026. Pensumsangaben werden aus dem Inseratstitel im Wortlaut gelesen; als «reduziert» gilt ein Inserat, dessen höchste genannte Zahl unter 100 Prozent liegt oder das als Teilzeit gekennzeichnet ist. Angaben zu Formulierungen im Text beziehen sich auf Titel und die uns vorliegende Kurzfassung des Inseratstextes; ein fehlender Begriff heisst «nicht erwähnt», nicht «ausgeschlossen». Wir veröffentlichen Anteile, keine absoluten Bestandszahlen. Die Rechtsangaben stammen aus dem Obligationenrecht in der Fassung auf fedlex.admin.ch und ersetzen keine Rechtsberatung.
Quellen
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Live aus unserem eigenen Index berechnet, nicht aus einer Studie zitiert. Nur Anteile, Stand heute.
Sprache der Inserate
- Deutsch
- 60%
- English
- 23%
- Français
- 13%
- Italiano
- 3%
Von den Inseraten mit Sprachanforderung verlangen
- Deutsch
- 70%
- English
- 43%
- Français
- 21%
- Italiano
- 3%
19% in den letzten 7 Tagen ausgeschrieben · Grösste Märkte: Zürich 18% · Bern 10% · Genève 5% · Basel 5%