Motivationsschreiben prüfen lassen — welche Tools checken den Brief zum Inserat?
Aktualisiert:
Kurz gesagt
Fast keines. Wir haben am 4. September 2026 die Kataloge der grossen Anbieter geöffnet: Teal führt über fünfzig Werkzeuge, jedes einzelne Prüfwerkzeug darin prüft den Lebenslauf — für das Anschreiben gibt es genau eines, und das schreibt, statt zu prüfen. Bei Jobscan steht «Cover Letter» im Menü, dahinter liegt ein Generator. Resume Worded hat gar keine Anschreiben-Seite. In der Schweiz nimmt der ATS-Check von cvswiss.ch nur den Lebenslauf entgegen, RadarJobs Gratis-Test ebenso, und von den sechs KI-Anwendungen von Bewerbung.ch schreibt eine das Bewerbungsschreiben, während das Optimieren dem Lebenslauf vorbehalten bleibt. Der Markt schreibt Briefe und prüft Lebensläufe.
Das ist keine Marktlücke, sondern eine Folge davon, wie diese Werkzeuge gebaut sind. Ein Lebenslauf-Check misst Deckung: Welche Begriffe aus dem Inserat kommen im Dokument vor, welche fehlen, sind die Abschnitte maschinenlesbar benannt. Ein Motivationsschreiben ist nicht auf Deckung gebaut, sondern auf Auswahl. Es soll zwei oder drei Anforderungen aufgreifen und den Rest weglassen. Ein Instrument, das Vollständigkeit belohnt, misst am Brief genau das Falsche — und wer es trotzdem benutzt, bekommt eine Zahl, die aussagt, wie sehr sein Brief einem Lebenslauf ähnelt.
Prüfbar ist der Brief trotzdem, nur eben nicht mit einem Score. Die vier Dinge, die sich am fertigen Entwurf nachzählen lassen, stehen weiter unten, und dafür braucht es kein Abo. Werkzeuge helfen an einer anderen Stelle: Sie haben den Inseratstext im Zugriff, während der Brief entsteht oder umgeschrieben wird.
Anonyme Prüfläufe über den öffentlichen CV-Check von SwissJobs.app am 4. September 2026 gegen ein offenes Inserat für CNC Einrichter Fräsen. Erfundener Bewerber, jede Prüfung zweimal gefahren; die Wiederholungen ergaben 43 und 64. Ein Versuch, keine Statistik.
- Teal: über 50 Werkzeuge, davon ATS Resume Checker, Resume Job Description Match, Resume Keyword Scanner, Resume Reviewer und Resume Parser — alle für den Lebenslauf. Fürs Anschreiben nur ein Generator (Stand 4. September 2026).
- Jobscan bewirbt seinen Cover Letter Generator mit «Paste a job description and our AI cover letter generator writes a personalized letter». Geprüft wird bei Jobscan der Lebenslauf: Resume Score, Match Report, AI Optimize.
- Resume Worded führt Score My Resume, Targeted Resume und LinkedIn Review — und nimmt laut eigener Startseite «English resumes in PDF or DOCX only» entgegen. Für ein deutsches Motivationsschreiben ist das Werkzeug damit ohnehin nicht gedacht.
- Der ATS-Check von cvswiss.ch verlangt kein Konto («No signup required»), akzeptiert PDF oder DOCX — und hat kein Feld für das Inserat. Er prüft das Dokument, nicht die Passung zu einer Stelle.
- Bei Bewerbung.ch kostet jede KI-Anwendung einen Credit: 3 gratis zum Konto, 10 Credits für CHF 5, 25 für CHF 10. «Bewerbungsschreiben» ist eine der sechs Anwendungen, «optimieren» gibt es nur für den Lebenslauf.
- RadarJob stellt drei Gratis-Werkzeuge ohne Anmeldung bereit — CV ans Inserat anpassen, CV-ATS-Test mit optionalem Inseratsfeld, Interviewvorbereitung. Der Brief entsteht dort automatisch als PDF-Beilage zu jedem Stellenalarm (CHF 39 im Monat), geprüft wird er nicht.
Warum SwissJobs.app in dieser Liste vorne steht — und was es hier nicht kann
Der ehrliche Einwand zuerst: Auch wir geben deinem Motivationsschreiben keine Note. Kein Werkzeug in dieser Liste tut es, und wir halten die Note für das falsche Instrument. Was wir stattdessen bieten, ist das Inserat im Zugriff — vor dem Schreiben und bei jeder Änderung danach.
Das Inserat liegt schon da — Du wählst die Ausschreibung aus unserem eigenen Schweizer Index, und der Brief entsteht gegen genau diesen Text — bei jedem anderen Werkzeug in dieser Liste musst du das Inserat zuerst anderswo suchen und hineinkopieren.
Änderung per Prompt, mit dem Inserat im Kontext — Du kannst dem Editor sagen «nimm die zweite Anforderung aus dem Inserat auf und kürze den ersten Absatz» — der Inseratstext liegt der Anweisung bei, also ist das ein Abgleich gegen das Inserat, nur ohne Punktzahl.
Lebenslauf und Brief zum selben Inserat — Derselbe Inseratstext trägt beide Dokumente, und der CV-Check läuft gegen dieselbe Ausschreibung — geprüft wird dabei der Lebenslauf, was der ehrliche Teil dieses Satzes ist.
Der CV-Check läuft ohne Konto — Eine Prüfung pro Browser, ohne Anmeldung. Für den Brief-Assistenten gilt das nicht: Er verlangt auf dem ersten Bildschirm ein Gratis-Konto, geprüft am 4. September 2026.
Schweizer Format, PDF und Word ohne Wasserzeichen — Eine Seite, Betreffzeile, Beilagenvermerk, «ss» statt «ß» — und beide Exporte ohne Wasserzeichen. Die Testwoche kostet nichts, danach sind es CHF 15 monatlich oder CHF 95 für zwölf Monate.
Die Werkzeuge im direkten Vergleich
| Kriterium | SwissJobs.app | cvswiss.ch | Bewerbung.ch | RadarJob | Jobscan | ChatGPT |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Note für das MotivationsschreibenKein Werkzeug in dieser Liste bewertet den Brief mit einer Punktzahl. Es ist die Antwort auf die Ausgangsfrage. | Nein | Nein | Nein | Nein | Nein | Nein |
| Note für den Lebenslauf gegen ein InseratDer ATS-Check von cvswiss.ch nimmt kein Inserat entgegen; RadarJobs Inseratsfeld ist optional. | Ja | Nur Dokument | Nein | Ja | Ja | Wenn du beides einfügst |
| Brief wird aus dem Inseratstext geschrieben | Ja | Ja | Aus deinen Eingaben | Ja | Ja | Ja |
| Inserat aus eigenem Stellenindex | Ja | Nein | Nein | Aus jobup.ch und jobs.ch | Nein | Nein |
| Brief per Anweisung ändern, Inserat im Kontext | Ja | k. A. | Nein | Nein | Neu erzeugen | Ja |
| Brief von Hand vollständig editierbarBei RadarJob kommt der Brief als fertiges PDF im Mail. | Ja | Ja | Ja | Nein | Ja | Nein |
| Nennt fehlende Anforderungen aus dem Inserat | Für den Lebenslauf | k. A. | Nein | Für den Lebenslauf | Für den Lebenslauf | Auf Nachfrage |
| Prüfung ohne Konto | CV-Check ja, Brief nein | Ja | Nein | Ja | Nein | Nein |
| Brief schreiben ohne KontoUnsere Landingpage wirbt mit «ohne Anmeldung testen»; der Brief-Assistent verlangt am ersten Bildschirm ein Gratis-Konto. | Nein | k. A. | Nein | Als Beilage im Abo | Nein | Nein |
| Schweizer Briefform (eine Seite, Betreff, Beilagen) | Ja | Ja | Ja | Ja | Nein | Nein |
| Schweizer Dossier-Konventionen (Bewilligung, GER, Pensum) | Ja | Ja | Ja | Ja | Nein | Nein |
| PDF ohne Wasserzeichen | Ja | Ja | Im Premium | Ja | k. A. | Kein Export |
| Word-/DOCX-Export | Ja | k. A. | k. A. | Nein | k. A. | Nein |
| Passender Lebenslauf zum selben Inserat | Ja | Ja | Ja | Ja | Ja | Nein |
| Bewerbungstracker | Ja | Nein | Nein | Nein | Ja | Nein |
| RAV-Formular (SECO)cvswiss.ch weist den Export des offiziellen Formulars auf seiner Preisseite aus. Wir füllen es aus dem Tracker. | Ja | Ja | Nein | Nein | Nein | Nein |
| Eigener Stellenindex | Ja | KI-Jobsuche | Nein | Nein | Nein | Nein |
| Interviewvorbereitung | Ja | k. A. | Ja | Ja | k. A. | Ja |
| Oberflächensprachen | DE/EN/FR/IT | EN/DE/FR | DE | FR | EN | viele |
| In der Schweiz gebaut | Ja | Ja | Ja | Ja | Nein | Nein |
Stand 4. September 2026. Jede Angabe zu einem fremden Werkzeug stammt von dessen eigener Seite; «k. A.» heisst, dass sie dort nicht lesbar war — nicht, dass die Funktion fehlt. Unsere Zeile stammt aus dem Code und aus dem live durchlaufenen Ablauf.
Was es kostet
| Position | SwissJobs.app | cvswiss.ch | Bewerbung.ch | RadarJob | Jobscan | ChatGPT |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Monat | CHF 15 | CHF 15 | CHF 20 für einen Monat | CHF 39 | k. A. | Gratis-Stufe |
| Jahr | CHF 95 (rund CHF 7.90 im Monat) | Monatlich | CHF 50 für drei Monate | Monatlich | k. A. | — |
| Einzelnes DokumentBei cvswiss.ch steht dazu ausdrücklich «No edits after download»: nach dem Herunterladen keine Änderungen mehr. | — | CHF 5 einmalig | Ab CHF 5 für 10 KI-Credits | — | k. A. | — |
| Gratis-Test | 7 Tage voller Zugang | Erstellen und Vorschau gratis | 3 BeKI-Credits zum Konto | Werkzeuge dauerhaft gratis | Free trial | Gratis-Stufe |
| Was ohne Bezahlen geht | 5 Dokumente pro Tag, 10 pro rollender Woche | Vorschau, ATS-Check | Eine Vorlage mit Logo, 3 Credits | Alle drei CV-Werkzeuge | Begrenzte Scans | Begrenzte Nutzung |
| Automatische Verlängerung | Ja, monatlich kündbar | Ja, monatlich kündbar | Nein | Ohne Bindung | k. A. | Ja |
| Währung | CHF | CHF | CHF | CHF | USD | USD |
| Abrechnungsrhythmus | Monat oder Jahr | Monat | Fester Zeitraum | Monat | k. A. | Monat |
Preise am 4. September 2026 von den Preisseiten der Anbieter abgelesen. Jobscans Preise stehen hinter dem Login, deshalb steht dort keine Zahl statt einer veralteten.
Derselbe Bewerber, dasselbe Inserat, drei Dokumente
| Eingereichtes Dokument | Gesamt | Stichwortabgleich | Motivation | Belegte Resultate |
|---|---|---|---|---|
| Lebenslauf (112 Wörter) | 43 | 62 | 12 | 18 |
| Generisches Anschreiben (143 Wörter)Der Bericht erkannte, was er vor sich hatte: «Das eingereichte Dokument ist ausschliesslich ein Anschreiben ohne beigefügten Lebenslauf.» | 17 | 18 | 15 | 5 |
| Anschreiben zum Inserat (180 Wörter)Höher als der Lebenslauf desselben Bewerbers — weil der Score Textnähe und ausgesprochene Motivation misst, und ein Brief genau dafür gebaut ist. | 64 | 72 | 82 | 28 |
Anonyme Prüfläufe über den öffentlichen CV-Check von SwissJobs.app am 4. September 2026, gegen ein offenes Inserat für CNC Einrichter Fräsen bei Elos Medtech in Hölstein. Erfundener Bewerber, jede Prüfung zweimal gefahren; Lebenslauf und zugeschnittener Brief ergaben beide Male denselben Gesamtwert. Ein Versuch, keine Statistik.
Was ein Check gegen das Inserat überhaupt prüfen kann
Ein Werkzeug, das deinen Brief «gegen das Inserat» prüft, kann nur so gut sein wie der Teil des Inserats, der überhaupt Anforderungen nennt. Wir haben am 4. September 291 offene deutschsprachige Ausschreibungen von 220 Arbeitgebern aufgemacht, ohne Lehrstellen und Praktika, und den Block gesucht, den ein Motivationsschreiben beantworten soll — «Dein Profil», «Das bringst du mit», «Wir erwarten», «Anforderungen».
Er ist kürzer, als man denkt. Wo er vorhanden ist, umfasst er im Median 71 Wörter. Nicht 71 Zeilen, nicht 71 Punkte: 71 Wörter, meist fünf bis sieben Stichworte. Das ist der ganze Stoff, den ein Brief aufgreifen kann, und ein Brief von einer Seite hat mehr Platz als das.
In vier von zehn deutschsprachigen Inseraten fehlt dieser Block ganz — 60,8 Prozent haben ihn, der Rest beschreibt die Aufgaben und das Haus und überlässt dir den Schluss, welche Fähigkeit daraus folgt. Für ein Prüfwerkzeug ist das die unangenehme Hälfte: Es kann nichts abgleichen, wo nichts steht, und die Begriffe, gegen die es dann trotzdem misst, stammen aus der Firmenbeschreibung.
Und die Anrede, um die sich die halbe Ratgeberliteratur dreht, hat in den meisten Fällen gar keine Quelle: 3,8 Prozent der Inserate nennen eine persönliche E-Mail-Adresse nach dem Muster vorname.nachname@. Rollenpostfächer wie hr@ oder bewerbung@ sind darin nicht mitgezählt, denn dahinter steht kein Mensch, den man ansprechen kann. Wer «Sehr geehrte Damen und Herren» schreibt, folgt damit nicht einer Bequemlichkeit, sondern dem, was im Inserat steht.
Das mittlere deutschsprachige Inserat ist 288 Wörter lang. Auf Englisch sind es 450, auf Französisch 372, auf Italienisch 353 — englischsprachige Ausschreibungen in der Schweiz sind also mit Abstand die längsten, und der Anforderungsblock darin ist mit rund 149 Wörtern doppelt so ausführlich wie der deutsche. Wer sich auf Englisch bewirbt, hat mehr Material, an dem sich ein Brief festmachen lässt.
Der Versuch: ein Brief durch einen Lebenslauf-Check
Weil das die naheliegende Abkürzung ist — man hat einen CV-Check zur Hand, also lädt man den Brief hoch — haben wir es gemacht. Ein erfundener Bewerber, Polymechaniker EFZ mit sechs Jahren CNC-Fräsen, gegen ein echtes offenes Inserat aus unserem Bestand: CNC Einrichter Fräsen bei Elos Medtech in Hölstein. Drei Dokumente, derselbe Mann, dieselbe Stelle, jede Prüfung anonym über den öffentlichen CV-Check, jede zweimal.
Der Lebenslauf kam auf 43 von 100. Das generische Anschreiben, das gar nichts aus dem Inserat aufnimmt, auf 17. Das auf die Ausschreibung geschriebene Anschreiben auf 64 — also 21 Punkte über dem Lebenslauf desselben Bewerbers. Die Wiederholungen ergaben 43 und 64, der Abstand ist also kein Rauschen.
Das ist kein Argument dafür, statt des Lebenslaufs einen Brief einzureichen. Es zeigt, was der Score misst: Textnähe zum Inserat und ausgesprochene Motivation. Ein Motivationsschreiben ist genau dafür gebaut — es nennt die Stelle beim Namen, greift die Anforderungen in den Worten des Inserats auf und sagt ausdrücklich, warum. Ein Lebenslauf tut nichts davon, weil er es nicht soll. In der Dimension «Motivation» stand der Lebenslauf bei 12, der zugeschnittene Brief bei 82.
Bemerkenswert ist die andere Richtung: Der generische Brief fiel auf 17, mit 18 Punkten beim Stichwortabgleich und 10 bei den Fachkenntnissen. Zwischen dem Brief, der das Inserat gelesen hat, und dem, der es nicht getan hat, liegen 47 Punkte. Das Instrument trennt die beiden also sehr wohl — es misst nur nicht, was man von einer Briefprüfung erwartet.
Und es merkt, was es vor sich hat. Zum generischen Brief schrieb der Bericht: «Das eingereichte Dokument ist ausschliesslich ein Anschreiben ohne beigefügten Lebenslauf.» Danach forderte er, was ein Lebenslauf enthalten soll — messbare Leistungen, einen USP-Abschnitt, fehlende Steuerungskenntnisse. Für einen Brief sind das keine brauchbaren Hinweise, und der eine oder andere davon würde ihn direkt verschlechtern.
SwissJobs.app
Was es tut: Der Brief entsteht aus dem Inseratstext und deinem Lebenslauf, in der Sprache, die du je Brief festlegst. Danach kannst du jede Zeile von Hand ändern oder es dem Editor per Anweisung sagen — und weil der Inseratstext bei jeder dieser Anweisungen mitgeschickt wird, ist «nimm die zweite Anforderung aus dem Inserat auf» eine Anweisung, die das Werkzeug ausführen kann. Das Inserat wählst du aus unserem eigenen Schweizer Bestand aus; kopieren musst du es nur, wenn die Stelle von woanders stammt.
Was es nicht tut: eine Note für den Brief. Der CV-Check gibt einen Score, der Brief-Editor nicht, und wir halten das für richtig herum — die Zahl oben in diesem Versuch ist der beste Beleg dafür, wie wenig sie am Brief bedeutet.
Preis: Sieben Tage voller Zugang zuerst gratis, danach CHF 15 pro Monat; wer aufs Jahr bucht, zahlt CHF 95. Mit einem Gratiskonto sind fünf Dokumente pro Tag und zehn pro rollender Woche drin, ebenso fünf Briefe und fünf KI-Anweisungen pro Tag. PDF und Word ohne Wasserzeichen. Vier Sprachen mit je eigenen Seiten.
Der Einwand: Der Brief-Assistent verlangt auf dem ersten Bildschirm ein Konto. Der CV-Check nicht — dort läuft eine Prüfung pro Browser ohne Anmeldung. Wer nur einmal einen Brief sehen will, ohne sich anzumelden, ist bei RadarJob oder cvswiss.ch besser aufgehoben.
cvswiss.ch
Der direkteste Schweizer Wettbewerber, gleicher Monatspreis. Der ATS-Check ist gratis und verlangt kein Konto: Datei hoch, PDF oder DOCX, Ergebnis sofort. Er nimmt aber kein Inserat entgegen — geprüft wird die Lesbarkeit und der ATS-Aufbau des Dokuments, nicht die Passung zu einer Stelle. Ein Motivationsschreiben kann man dort hochladen, sinnvoll ist es nicht.
Geschrieben wird der Brief: «AI writes a matching cover letter. Swiss format, professional tone.» Im Abo für CHF 15 im Monat sind unbegrenzte Lebensläufe und Briefe enthalten, dazu ein Export des offiziellen RAV-Formulars — das haben sie auch, und wer etwas anderes behauptet, hat ihre Preisseite nicht gelesen. Ein einzelner Lebenslauf kostet CHF 5 einmalig, mit dem ausdrücklichen Vermerk «No edits after download».
Für wen: für alle, die ein Dokument brauchen und nichts abonnieren wollen. CHF 5 für einen Lebenslauf ist der günstigste ernsthafte Einstieg im Schweizer Feld, und die Preisseite nennt selbst den Massstab, an dem sie sich misst — «A professional CV writer costs CHF 200–500».
Bewerbung.ch
Die Schweizer KI zum Bewerben heisst BeKI und arbeitet mit Credits: 3 gratis zum Konto, 10 Credits für CHF 5, 25 für CHF 10, jede Anwendung kostet einen Credit. Damit ist eine einzelne KI-Anwendung dort für vierzig bis fünfzig Rappen zu haben — der günstigste Einzelpreis auf dieser Seite.
Die sechs Anwendungen sind auf der BeKI-Seite aufgezählt: Bewerbungsschreiben, Lebenslauf optimieren, Interview-Training, Kurzprofil, Infos zu Berufserfahrungen, Infos zu Aus- und Weiterbildungen. Der Brief wird also geschrieben; «optimieren» steht ausdrücklich nur beim Lebenslauf. Ein Interview-Trainer gibt Feedback zum geführten Gespräch, auch per Spracheingabe und ausdrücklich auf Schweizerdeutsch — für den Brief gibt es nichts Vergleichbares.
Premium kostet CHF 20 für einen Monat oder CHF 50 für drei, jeweils ohne automatische Verlängerung, und schaltet die unmarkierten Layouts frei; das Gratiskonto liefert eine Vorlage mit Logo. Die Daten liegen auf Schweizer Servern. Die Oberfläche gibt es nur auf Deutsch — für die Romandie und das Tessin fällt das Werkzeug damit aus.
Für wen: für alle, die keine Abofalle wollen und die Kosten pro Anwendung sehen möchten. «Keine automatische Verlängerung» steht dort an vier Stellen, und das ist ein echtes Argument.
RadarJob
Der Westschweizer Ansatz und funktional der interessanteste in dieser Liste: Der Radar überwacht jobup.ch und jobs.ch, mailt dir passende Inserate mit einer Note von 1 bis 10 — und legt jeder Meldung ein fertiges Motivationsschreiben als PDF bei. CHF 39 im Monat, ohne Bindung.
Die drei Werkzeuge davor sind gratis und ohne Anmeldung: den CV ans Inserat anpassen, den CV im ATS-Test prüfen, ein Gespräch vorbereiten. Der ATS-Test hat ein Inseratsfeld, ausdrücklich als optional gekennzeichnet — «Si tu vises un poste précis, colle l’annonce». Geprüft wird auch dort der Lebenslauf. Der Brief wird geliefert, nicht bewertet.
Für wen: für Bewerberinnen und Bewerber in der Romandie, die den Suchaufwand loswerden wollen. Nur Französisch, nur PDF, kein Word-Export.
Jobscan, Teal und Resume Worded
Die drei bekanntesten internationalen Prüfwerkzeuge, und alle drei prüfen den Lebenslauf. Teal führt über fünfzig Werkzeuge; die Prüfer darin heissen ATS Resume Checker, Resume Job Description Match, Resume Keyword Scanner, Resume Reviewer und Resume Parser. Zum Anschreiben gibt es einen einzigen Eintrag, den Cover Letter Generator.
Jobscan hat «Cover Letter» im Hauptmenü. Die Seite dahinter beschreibt einen Generator: Inserat einfügen, Lebenslauf hochladen, Brief erzeugen, bei Bedarf neu erzeugen lassen. Die Prüfprodukte daneben — Resume Score, Match Report, AI Optimize — beziehen sich alle auf den Lebenslauf. Der Preis steht hinter dem Login, deshalb nennt die Tabelle unten keine Zahl statt einer veralteten.
Resume Worded hat keine Anschreiben-Seite; die entsprechende Adresse endet auf einer Fehlerseite. Die Produktliste umfasst Score My Resume, Targeted Resume und LinkedIn Review. Auf der Startseite steht ausserdem der Satz, der die Sache für Schweizer Bewerbungen entscheidet: «English resumes in PDF or DOCX only.»
Für wen: für Bewerbungen im angelsächsischen Raum, wo der Lebenslauf tatsächlich zuerst durch eine Maschine geht und ein Anschreiben oft gar nicht verlangt wird. Für ein deutsches, französisches oder italienisches Dossier sind sie das falsche Werkzeug — und zwar nicht wegen der Sprache allein, sondern weil ein Schweizer Dossier Arbeitszeugnisse, eine Bewilligungszeile und Sprachniveaus nach GER enthält, die in keinem dieser Modelle vorkommen.
ChatGPT und die Rechtschreibprüfung
Ein Sprachmodell prüft, was du hineinkopierst, gegen das, was du danebenlegst — und es ist damit das einzige Werkzeug in dieser Liste, das deinen Brief tatsächlich gegen ein Inserat liest, wenn du beides einfügst. Der Preis dafür ist, dass es keine Quelle hat: Es kennt weder die Schweizer Briefkonvention noch dieses Inserat, bevor du es zeigst, und es wird dir auf jede Fassung etwas Freundliches sagen.
Der brauchbare Umgang damit ist die Frage, die keine Note verlangt: «Welche Anforderung aus diesem Inserat kommt in meinem Brief nicht vor?» Das ist eine Aufzählung, keine Bewertung, und sie ist überprüfbar — du siehst im Inserat nach.
Eine Rechtschreibprüfung wie LanguageTool ist der letzte Durchgang und der billigste Gewinn. Sie prüft Sprache, nicht Passung. Für Schweizer Briefe wichtig: «ss» statt «ß», und die Ortsangabe vor dem Datum.
Die vier Prüfungen, die du selbst machst
Erstens: Steht die Stellenbezeichnung wortgetreu so im Brief, wie sie im Inserat steht? Das ist die einzige Prüfung, die auch eine Maschine sicher besteht, und sie fällt bei Serienbriefen zuerst durch.
Zweitens: Nenne zwei Anforderungen aus dem Anforderungsblock und zeige, wo im Brief sie beantwortet werden — mit einem Beleg, nicht mit einer Behauptung. Bei einem Block von 71 Wörtern ist das in einer Minute erledigt.
Drittens: Streiche jeden Satz, der auch in einer Bewerbung an einen anderen Arbeitgeber stehen könnte. Was übrig bleibt, ist der Brief. Bleibt nichts übrig, hast du die Antwort.
Viertens: Vergleiche Pensum, frühesten Eintritt und Sprachanforderung im Brief mit dem Inserat und mit deinem Lebenslauf. Widersprüche zwischen zwei Dokumenten im selben Umschlag sind der Fehler, der eine Bewerbung am zuverlässigsten beschädigt — und kein Score der Welt bemerkt ihn, weil er immer nur ein Dokument sieht.
Kurz gesagt: wer welches Werkzeug nehmen sollte
Wer sich auf Schweizer Inserate bewirbt und den Brief zur konkreten Stelle schreiben lassen will, samt Lebenslauf und Check zum selben Inserat: SwissJobs.app. Wer ein einzelnes Dokument braucht und nichts abonnieren will: cvswiss.ch für CHF 5. Wer pro Anwendung zahlen und nichts kündigen will: Bewerbung.ch mit BeKI-Credits. Wer in der Romandie sucht und den Suchaufwand loswerden möchte: RadarJob. Wer sich in London oder New York bewirbt: Jobscan oder Teal.
Und wer wirklich nur den Brief geprüft haben will, bevor er ihn abschickt: Dafür gibt es kein Werkzeug, das den Namen verdient — dafür gibt es die vier Prüfungen oben, eine Rechtschreibprüfung und eine zweite Person, die den Brief liest, ohne die Stelle zu kennen.
Die Angaben zu fremden Werkzeugen stammen von deren eigenen Produkt- und Preisseiten, einzeln abgerufen am 4. September 2026; Jobscan und Teal wurden dafür in einem echten Browser geöffnet, weil sie einfache Abrufe abweisen. Die Zahlen zu den Inseraten sind am 4. September an den offenen Schweizer Inseraten auf SwissJobs.app gemessen — 291 deutschsprachige Ausschreibungen von 220 Arbeitgebern, ohne Lehrstellen und Praktika, höchstens drei Inserate je Arbeitgeber. Die Prüfläufe wurden anonym über den öffentlichen CV-Check von SwissJobs.app gefahren, je zweimal, gegen dasselbe offene Inserat. Die Länge des Anforderungsblocks ist ein Median über jene Inserate, bei denen sowohl die einleitende als auch die abschliessende Überschrift lesbar war — 116 der 291 deutschsprachigen Ausschreibungen.
Quellen
Verwandte Fragen
Was unser Stellenindex über den Schweizer Markt sagt
Live aus unserem eigenen Index berechnet, nicht aus einer Studie zitiert. Nur Anteile, Stand heute.
Sprache der Inserate
- Deutsch
- 60%
- English
- 23%
- Français
- 13%
- Italiano
- 3%
Von den Inseraten mit Sprachanforderung verlangen
- Deutsch
- 70%
- English
- 43%
- Français
- 21%
- Italiano
- 3%
19% in den letzten 7 Tagen ausgeschrieben · Grösste Märkte: Zürich 18% · Bern 10% · Genève 5% · Basel 5%