Alle Fragen

ATS & Bewerbersysteme

Welches Dateiformat kommt durch ein ATS?

Aktualisiert:

Kurz gesagt

PDF. Wir haben am 29. August 2026 gut zweihundert Schweizer Bewerbungsseiten geöffnet und auf 35 davon die Liste der erlaubten Dateitypen lesen können: In allen zwanzig unterschiedlichen Upload-Konfigurationen war PDF erlaubt, Word nur in gut der Hälfte, und kein einziges Formular akzeptierte Word ohne PDF. Neun nahmen PDF als einziges Dokumentformat. Wichtiger als die Endung ist aber, ob im PDF eine Textebene steckt: Ein eingescanntes oder abfotografiertes PDF sieht identisch aus und gibt beim Auslesen keinen einzigen Satz her.

Der Mechanismus dahinter ist simpel und wird in Ratgebern selten sauber getrennt. Eine Software, die Ihren Lebenslauf einliest, sucht Text. Ein PDF, das aus einem Textprogramm oder aus dem Browser gedruckt wurde, trägt diesen Text mit; ein PDF, das aus einem Scan oder einem Handyfoto entstanden ist, trägt Pixel. Wir haben denselben Lebenslauf in sieben Dateien ausgegeben und durch dieselbe Textextraktion geschickt, die auch unser eigener Lebenslauf-Import benutzt: Aus dem PDF mit Textebene und aus beiden Word-Formaten kam der vollständige Text zurück, aus dem gescannten PDF kamen zwölf Zeichen — und keines davon stammte aus dem Lebenslauf.

Und dann die Einschränkung, die dieselbe Auswertung liefert: Bei rund der Hälfte der von uns erfassten Inserate führt der Bewerbungslink gar nicht in ein Bewerbersystem, sondern auf eine Adresse des Arbeitgebers selbst. Die Formatfrage bleibt trotzdem relevant, nur aus einem anderen Grund — dort öffnet die Datei ein Mensch, oft auf dem Handy, und ein PDF sieht bei allen gleich aus, während ein Word-Dokument je nach Version und Schriftart umbricht.

Welche Formate die Schweizer Bewerbungsformulare erlauben
Welche Formate die Schweizer Bewerbungsformulare erlaubenPDF100%Bild (JPG, PNG)70%Word (.doc, .docx)55%RTF oder Text35%OpenDocument20%

Anteil der zwanzig unterschiedlichen Upload-Konfigurationen, in denen das Format erlaubt war. Eigener Abruf von gut zweihundert Bewerbungsseiten aus den erfassten Schweizer Inseraten, 29. August 2026.

  • In allen zwanzig lesbaren Upload-Konfigurationen war PDF erlaubt. Word (.doc oder .docx) tauchte in gut der Hälfte auf, RTF und reiner Text je in gut einem Drittel, OpenDocument in einem Fünftel.
  • Mehr dieser Formulare nahmen ein Bild (JPG, PNG) entgegen als ein Word-Dokument — und ein Bild enthält keinen auslesbaren Text. Was erlaubt ist, ist nicht dasselbe wie was gelesen werden kann.
  • Beispiele im Wortlaut: der Kanton Bern beschriftet das Feld mit «Lebenslauf pdf, docx, pptx (max. 10 MB)», die Insel Gruppe nimmt beim Lebenslauf ausschliesslich PDF, Visana schreibt «Zulässige Formate: .docx, .pdf, .jpg mit maximaler Dateigrösse von 10 MB», die ETH Zürich bittet um Motivationsschreiben, Lebenslauf und Diplome «in pdf».
  • Die Grössenlimiten reichen von 5 MB bis 50 MB. Zum Problem wird fast nie der Lebenslauf, sondern die eingescannten Arbeitszeugnisse: Dieselbe A4-Seite wiegt als Textseite rund 76 KB und als 400-dpi-Scan rund 479 KB.
  • Derselbe Lebenslauf in sieben Dateien, durch dieselbe Textextraktion: PDF mit Textebene, .docx und .doc lieferten den vollständigen Text samt allen sechs Abschnittstiteln; das gescannte PDF lieferte zwölf Zeichen; RTF, TXT und JPG kennt unser Import gar nicht.
  • Rund die Hälfte der erfassten Inserate führt auf eine Adresse des Arbeitgebers, gut ein Drittel in ein Bewerbersystem, der Rest auf Börsen und Vermittler. Nur beim mittleren Drittel liest zuerst sicher eine Software.

Dateiformate und wie sie geparst werden

FormatKommt durchWichtig
PDF mit echtem Textjader Normalfall in der Schweiz
PDF als Bild oder Scanneinohne OCR kein einziges Wort lesbar
.docxjaoft von Vermittlern verlangt
.doc (alt)meist javeraltet, ohne Vorteil
.pages, .odtunsichervorher in PDF exportieren
JPG, PNGneinals Lebenslauf nie verwenden
Link auf ein Portfolio statt Anhangneinder Anhang muss trotzdem mit

PDF und .docx sind beide sicher, solange der Text echter Text ist. Der häufigste echte Fehler ist nicht das Format, sondern ein gescanntes oder als Bild exportiertes Dokument. Im Zweifel gilt, was das Inserat verlangt.

Was auf den Formularen wirklich steht

Wir haben aus den erfassten Schweizer Inseraten gut zweihundert Bewerbungsadressen abgerufen — quer über die Anbieter, über die grössten Arbeitgeber-Karriereseiten und über die französisch- und italienischsprachigen Inserate. Auf 35 Seiten liess sich die Liste der erlaubten Dateitypen tatsächlich lesen: entweder direkt im Upload-Feld hinterlegt oder als Satz danebengeschrieben. Nach Zusammenfassen gleicher Anbieter bleiben zwanzig unterschiedliche Konfigurationen. Der Rest baut das Formular erst im Browser auf, weshalb ein einfacher Abruf dort nichts sieht.

Das Ergebnis ist eindeutiger, als die Ratgeberliteratur vermuten lässt. PDF war in allen zwanzig erlaubt. Word stand in elf. Neun Konfigurationen nahmen PDF als einziges Dokumentformat — darunter das Lebenslauf-Feld der Insel Gruppe, das ausser PDF nur noch Bilddateien für Zeugnisse annimmt. Umgekehrt gab es keine einzige Konfiguration, die Word erlaubte und PDF nicht. Wer PDF schickt, ist überall im lesbaren Teil unseres Abrufs zulässig; wer Word schickt, ist es in gut der Hälfte.

Eine Beobachtung nebenbei, die zeigt, wie wenig die Liste über die Erwartung sagt: Bei Helvetia erlaubt das Feld technisch zehn Typen bis hin zu PowerPoint, während direkt darüber steht, man möge die Unterlagen als PDF oder als Videodatei hochladen. Bei Visana nennt der Text drei Formate, das Feld selbst lässt zusätzlich das alte .doc zu. Die technische Erlaubnis ist die Untergrenze, die geschriebene Bitte die eigentliche Erwartung — und im Zweifel gilt die Bitte.

Warum PDF und nicht Word — und wo Word tatsächlich vorn liegt

PDF ist deshalb die sichere Wahl, weil es beide Prüfungen besteht, die eine Bewerbung durchläuft. Es ist im lesbaren Teil unseres Abrufs überall zulässig, und es kommt beim Gegenüber so an, wie Sie es abgeschickt haben. Ein Word-Dokument wird beim Öffnen neu umbrochen: fehlt die Schrift, verschiebt sich der Umbruch, und aus zwei sauberen Seiten werden zweieinhalb mit einer verwaisten Zeile. Das ist kein Filterproblem, das ist ein Eindruckproblem, und es trifft genau die rund die Hälfte der Inserate, bei denen ohnehin zuerst ein Mensch schaut.

Es gibt aber eine ehrliche Gegenseite, und sie ist in unseren eigenen Daten sichtbar. Die grösste einzelne Bewerbungsadresse ausserhalb der Arbeitgeberseiten gehört einem Schweizer Vermittler, und dessen Formular nennt die Formate in dieser Reihenfolge: «Bevorzugte Formate: doc, docx, pdf, jpeg, jpg, png, jeweils mit einer Dateigrösse unter 15 MB.» Word steht dort zuerst, und der Grund ist plausibel: Vermittler setzen Ihren Lebenslauf auf ihre eigene Vorlage um, bevor sie ihn dem Kunden schicken, und aus Word geht das schneller. Wenn Sie sich bei einem Personalvermittler bewerben und der ausdrücklich Word bevorzugt, schicken Sie Word. Das ist kein Widerspruch zur Regel, sondern der eine Fall, in dem die geschriebene Bitte etwas anderes sagt.

Das eigentliche Problem ist nicht die Endung, sondern die Textebene

Wir haben denselben erfundenen Lebenslauf — eine Sachbearbeiterin Rechnungswesen aus Winterthur, mit Profil, Berufserfahrung, Ausbildung, Sprachen, Kenntnissen und Interessen — in sieben Dateien ausgegeben und jede durch dieselben Bibliotheken geschickt, mit denen auch unser eigener Lebenslauf-Import Text aus hochgeladenen Dateien holt.

Aus dem PDF, das aus dem Browser gedruckt wurde, kam der Text vollständig zurück: alle sechs Abschnittstitel, alle sieben Prüfbegriffe, inklusive Umlauten und der Zeile «Bewilligung C». Aus dem .docx und aus dem alten .doc dasselbe. Aus dem PDF, das nur ein Bild derselben Seite enthält, kamen zwölf Zeichen zurück, und die stammten aus einer Seitenmarkierung, nicht aus dem Lebenslauf. RTF, reiner Text und JPG kennt unser Import gar nicht und lehnt sie ab, obwohl mehrere der geprüften Formulare sie annehmen würden.

Daraus folgt die Regel, die tatsächlich zählt: Exportieren Sie den Lebenslauf aus dem Programm, in dem Sie ihn geschrieben haben, statt ihn auszudrucken und wieder einzuscannen. Wenn Sie nicht sicher sind, welche Sorte PDF Sie vor sich haben, öffnen Sie es und versuchen Sie, eine Zeile mit der Maus zu markieren. Lässt sich Text markieren, ist eine Textebene da. Lässt sich nichts markieren, ist Ihr Lebenslauf ein Bild — hübsch anzusehen und für jede automatische Vorauswahl leer.

Dateigrösse: das Schweizer Dossier ist das Problem, nicht der Lebenslauf

Die Grössenlimiten der geprüften Formulare reichen von 5 MB bis 50 MB, mit 10 MB als häufigem Wert. Ein Lebenslauf mit Textebene bleibt weit darunter — in unserem Test wog eine A4-Seite rund 76 KB. Kritisch wird das Schweizer Bewerbungsdossier, das eben nicht nur aus Lebenslauf und Schreiben besteht, sondern aus Arbeitszeugnissen und Diplomen, und die liegen naturgemäss als Scan vor. Dieselbe Seite wog in unserem Test als Bild rund 106 KB bei grober, rund 217 KB bei mittlerer und rund 479 KB bei feiner Auflösung. Zehn gescannte Zeugnisseiten in feiner Auflösung landen damit bereits an der 5-MB-Grenze, die etwa das grösste französischsprachige Bewerbungsportal in unserem Bestand setzt.

Zwei Schweizer Spitäler lösen das in ihrem Formular gleich und schreiben es hin: Lebenslauf, Diplome und Arbeitszeugnisse bitte als PDF, und man könne alles zu einer einzigen PDF-Datei zusammenfassen. Das ist der praktische Rat, der aus den Formularen selbst kommt und nicht von uns: Lebenslauf als exportiertes PDF mit Textebene, Zeugnisse als Scan, und wenn nur ein Feld zur Verfügung steht, alles in eine Datei. Scannen Sie die Zeugnisse dabei nicht feiner als nötig — lesbar reicht, Archivqualität sprengt das Limit.

Was der Browser über Ihre Datei sagt, und was sie wirklich ist

Eine Fehlerquelle, die wir aus dem eigenen Betrieb kennen: Was der Browser beim Hochladen über den Dateityp meldet, stimmt oft nicht. Kommt die Datei aus einem Download oder aus einem Cloud-Ordner, meldet der Browser regelmässig einen unbestimmten Typ, und ein Formular, das sich auf diese Meldung verlässt, weist eine völlig gültige Datei ab. Unser eigener Import prüft deshalb die ersten Bytes der Datei — ein PDF beginnt mit %PDF, ein .docx ist im Kern ein Zip-Archiv, ein altes .doc hat eine eigene Signatur — und erst danach den Namen. Nicht jedes Formular macht das.

Praktisch heisst das zweierlei. Erstens: Eine Datei umzubenennen macht sie nicht zu einem PDF. Wer ein Word-Dokument in «Lebenslauf.pdf» umtauft, hat ein Word-Dokument mit falschem Namen, und die Prüfung fällt entweder beim Hochladen oder beim Öffnen auf. Zweitens: Wenn ein Upload grundlos scheitert, obwohl das Format auf der Liste steht, hilft oft, die Datei einmal neu zu exportieren, statt sie umzubenennen. Und geben Sie ihr einen Namen, den ein Mensch in einem Ordner mit dreissig Anhängen wiederfindet — Nachname, Vorname, Lebenslauf. «Dokument1.pdf» ist niemandes Freund.

Wann sich die Frage gar nicht stellt

Bei rund der Hälfte der erfassten Inserate führt der Bewerbungslink auf eine Adresse des Arbeitgebers, bei gut einem Drittel in ein Bewerbersystem und beim Rest auf Börsen und Vermittler. Es gibt ausserdem Formulare, die überhaupt keinen Upload anbieten, sondern Sie Feld für Feld tippen lassen; dort ist die Formatfrage gegenstandslos, und die Zeit ist besser in die Formulierungen investiert. Umgekehrt sagt eine Arbeitgeberadresse wenig darüber aus, ob Software mitliest — hinter den grossen Karriereseiten steckt sie meistens trotzdem.

Und die Grenze der Aussage, weil sie in dieser Frage ständig überschritten wird: Niemand kann Ihnen garantieren, dass eine Datei «durch ein ATS kommt». Wir sehen die Formulare von aussen, nicht die Regeln dahinter. Was wir belegen können, ist enger und trotzdem nützlich — PDF war überall zulässig, wo wir die Liste lesen konnten, Word nur in gut der Hälfte, und ein PDF ohne Textebene gibt keinen Text her, egal wie gut es aussieht. Wer daraus ein Versprechen macht, verkauft etwas, das er nicht prüfen kann.

Wenn Sie den Lebenslauf ohnehin neu aufsetzen: Unser Lebenslauf-Editor exportiert ein PDF mit Textebene — wir haben den Export für diese Antwort selbst durch dieselbe Extraktion geschickt und den vollständigen Text zurückbekommen. Und weil wir laufend Schweizer Inserate erfassen, können Sie den Lebenslauf direkt gegen ein konkretes Inserat schreiben, statt den Text erst hineinzukopieren.

Die Formatangaben stammen aus einem eigenen Abruf vom 29. August 2026: Aus den von uns erfassten offenen Schweizer Inseraten wurden gut zweihundert Bewerbungsadressen aufgerufen — je Anbieter mehrere, dazu die Arbeitgeber-Karriereadressen mit den meisten Inseraten sowie eigene Stichproben für französisch- und italienischsprachige Inserate und für das Tessin. Ausgewertet wurde, was die Seite selbst über erlaubte Dateitypen preisgibt: das Upload-Feld oder der danebenstehende Hinweistext. Auf 35 Seiten war eine solche Liste lesbar; nach Zusammenfassen identischer Anbieterkonfigurationen bleiben zwanzig. Seiten, die ihr Formular erst im Browser aufbauen, geben bei einem einfachen Abruf nichts preis und fehlen daher — die Auswahl ist also nicht repräsentativ, sondern zeigt den lesbaren Teil. Die Extraktionsprüfung wurde am selben Tag mit einem erfundenen Lebenslauf in sieben Dateiformaten durchgeführt, mit denselben Bibliotheken, die unser Lebenslauf-Import verwendet. Die Anteile zu Bewerbungswegen beziehen sich auf die erfassten offenen Inserate, Stand 28. August 2026, und beruhen auf der Zieladresse des Bewerbungslinks; wo man die Grenze zwischen Arbeitgeberadresse, System und Börse zieht, ist Auslegungssache. Wir veröffentlichen Anteile, keine Bestandszahlen.

Schreib für jede Bewerbung einen passenden Lebenslauf

Die meisten schicken überall denselben Lebenslauf. Der Editor schreibt deinen auf das Inserat um — Schweizer Format, richtige Sprache, in etwa einer Minute.

Lebenslauf mit KI erstellen: für ein konkretes Inserat

Quellen

Verwandte Fragen

← Alle Fragen

Was unser Stellenindex über den Schweizer Markt sagt

Live aus unserem eigenen Index berechnet, nicht aus einer Studie zitiert. Nur Anteile, Stand heute.

Sprache der Inserate

Deutsch
60%
English
23%
Français
13%
Italiano
3%

Von den Inseraten mit Sprachanforderung verlangen

Deutsch
70%
English
43%
Français
21%
Italiano
3%

19% in den letzten 7 Tagen ausgeschrieben · Grösste Märkte: Zürich 18% · Bern 10% · Genève 5% · Basel 5%