Wie viele Keywords aus dem Inserat soll ich übernehmen?
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Kurz gesagt
Rund zehn — und vier davon stehen im Titel. Ein Schweizer Stelleninserat trägt im Median vier inhaltliche Wörter im Titel; (m/w/d) und das Pensum in Prozent zählen nicht dazu. Übernimm diese vier genau so, wie das Inserat sie schreibt, dazu die Abschlussbezeichnung, die verlangte Sprache mit Niveau und höchstens fünf Fachbegriffe, die im Text mehrfach vorkommen. Mehr bringt nichts: Bei rund der Hälfte der Inserate führt der Bewerbungsweg auf die Seite des Arbeitgebers selbst, wo ein Mensch liest — und eine Wortliste liest sich schlecht.
Der Grund ist nicht Bescheidenheit, sondern Arithmetik. Über die aktuell offenen Inserate auf SwissJobs.app gerechnet, hat der Titel eines Schweizer Stelleninserats im Median fünf Wörter; zieht man (m/w/d), Prozentangaben und Schrägstriche ab, bleiben vier. Bei 36.5 Prozent der Inserate sind es nur drei oder weniger. Ein Inserat bietet also gar nicht die dreissig Stichwörter an, die amerikanische Ratgeber zu extrahieren empfehlen. Es bietet eine Handvoll — und die ganze Arbeit besteht darin, diese Handvoll wörtlich zu treffen statt viele ungefähr.
Wörtlich ist dabei das entscheidende Wort. 74.6 Prozent aller Inserate tragen einen Titel, der im ganzen Bestand kein zweites Mal exakt gleich vorkommt; bei den deutschsprachigen Inseraten sind es 70.7 Prozent. Es gibt keine Schweizer Standardbezeichnung, an der du dich orientieren könntest. Es gibt nur die Bezeichnung dieses einen Arbeitgebers, und die ist das wertvollste Keyword auf der Seite.
- Die vier inhaltlichen Wörter des Titels — in der Schreibweise des Inserats, inklusive Bindestrich und Abkürzung.
- Die Abschlussbezeichnung so, wie sie im Inserat steht: «Kaufmann EFZ», nicht «kaufmännische Ausbildung».
- Die verlangte Sprache mit Niveau nach GER (B2, C1) statt «verhandlungssicher».
- Höchstens fünf Fachbegriffe aus dem Text, und nur solche, die dort mehr als einmal vorkommen.
- Bei Bedarf die Bewilligung (B, C, G) — eine Zeile, kein Absatz.
- Nicht übernehmen: (m/w/d), das Pensum in Prozent, «teamfähig», «selbstständig», «dynamisches Umfeld».
- Nicht übersetzen: Wenn das Inserat «Project Manager» schreibt, schreib nicht «Projektleiter» — und umgekehrt.
- Keine Keyword-Liste am Seitenende und keine weisse Schrift. Bei rund der Hälfte der Inserate liest zuerst ein Mensch.
Welche Begriffe aus dem Inserat gehören in den Lebenslauf
| Art des Begriffs | Übernehmen? | Warum |
|---|---|---|
| Berufsbezeichnung aus dem Titel | ja, wörtlich | danach wird gesucht und gefiltert |
| Genannte Werkzeuge und Systeme | ja, wenn Sie sie können | prüfbar, konkret |
| Sprachen mit Niveau | ja, in GER-Stufen | 65,6 % der Inserate nennen Deutsch |
| Zertifikate und Abschlüsse | ja, exakt benannt | werden als Filter verwendet |
| Floskeln wie «teamfähig», «belastbar» | nein | sagen nichts und kosten Platz |
| Anforderungen, die Sie nicht erfüllen | nein | fällt spätestens im Gespräch auf |
Eine Zahl gibt es nicht — «15 bis 20 Keywords» ist erfunden, und niemand kann sie belegen. Sinnvoll ist die Unterscheidung, welche Begriffe gehören und welche nicht.
Bevor du Keywords zählst: liest überhaupt eine Maschine mit?
Bei 51.8 Prozent der offenen Inserate führt der Bewerbungsweg auf eine Adresse des Arbeitgebers selbst. 35.9 Prozent führen in ein Bewerbermanagementsystem, 12.3 Prozent auf eine Jobbörse oder zu einem Personalvermittler. Die Grundannahme fast aller Keyword-Ratgeber — eine Software sortiert zuerst, ein Mensch sieht nur den Rest — trifft auf rund die Hälfte dieses Marktes also gar nicht zu. Das ist der Grund, warum die Antwort auf «wie viele Keywords» kleiner ausfällt, als die Ratgeber nahelegen: Du schreibst in der Mehrheit der Fälle für eine Person.
Wo tatsächlich ein System dahintersteht, sind es zwei, die den Rest weit abhängen: Workday mit 22.6 Prozent dieser Gruppe und Prospective mit 20.8 Prozent. Prospective ist ein Schweizer Anbieter, den kein englischsprachiger ATS-Ratgeber erwähnt; hinter seinen Bewerbungsseiten stehen unter anderem das Luzerner Kantonsspital, die Bundesverwaltung, die SBB, Helvetia, die RUAG und KPMG. Workday triffst du eher bei Roche, Swisscom, PwC, Vontobel und Julius Bär an. Wer sich beim Kantonsspital bewirbt, bewirbt sich also nicht bei derselben Software wie bei der Pharmafirma — und ein Ratgeber, der nur amerikanische Systeme kennt, beschreibt die kleinere Hälfte.
Vier Wörter im Titel — und ein Teil davon ist gar kein Keyword
Zieht man von allen Titeln die Formalien ab, gehen 8.9 Prozent aller Titelwörter für Dinge drauf, die nichts über die Arbeit sagen. 38.7 Prozent der deutschsprachigen Inserate tragen eine Geschlechtsangabe im Titel, 31.4 Prozent ein Pensum in Prozent. Ein Inserat mit dem Titel «Sachbearbeiter/in Debitoren (m/w/d) 80–100%» bietet dir genau zwei Keywords an: Sachbearbeiter und Debitoren. Wer daraus acht Stichwörter macht, hat sechs erfunden.
Die Verteilung ist eng: 3.7 Prozent der Inserate haben nach Abzug der Formalien nur ein einziges inhaltliches Wort im Titel, 13.0 Prozent zwei, 19.8 Prozent drei. Bei einem guten Drittel aller Inserate ist der Titel damit vollständig abgeschrieben, sobald du drei Wörter übernommen hast. Der Rest der Übereinstimmung muss aus dem Fliesstext kommen — und dort gilt dieselbe Sparsamkeit.
Abschreiben, nicht übersetzen
Das teuerste Missverständnis bei Keywords ist der Synonymtausch. Über alle Inserate zur Software-Entwicklung hinweg heisst die Rolle in 52.3 Prozent der Fälle «Software Engineer», in 36.0 Prozent «Developer», aber nur in 4.4 Prozent «Softwareentwickler» und in 3.0 Prozent «Programmierer». Wer sich als Programmierer bezeichnet, weil das die deutsche Form ist, schreibt am Wortschatz von 97 Prozent der Inserate seines eigenen Berufs vorbei.
Dasselbe Muster überall: Bei der Projektleitung heisst es in 60.9 Prozent der Fälle «Projektleiter», in 22.4 Prozent «Project Manager» und in 10.9 Prozent «Chef de projet». In der Pflege schreiben 75.0 Prozent der deutschsprachigen Inserate «Pflegefachfrau», «Pflegefachmann» oder «Pflegefachperson», 17.3 Prozent «Fachfrau/Fachmann Gesundheit» beziehungsweise FaGe und 7.7 Prozent «Pflegehelfer/in» — drei verschiedene Qualifikationen, die man nicht gegeneinander austauschen darf, aber auch drei verschiedene Suchbegriffe. Im Verkauf verteilt es sich auf «Verkäufer/in» 37.3, «Detailhandel…» 19.1, «Sales …» 17.9, «Kundenberater/in» 16.0 und «Verkaufsberater/in» 9.7 Prozent.
Praktisch heisst das: Deine Lebenslauf-Kopfzeile trägt die Bezeichnung aus dem Inserat, auf das du dich gerade bewirbst — und wenn du dieselbe Stelle bei drei Arbeitgebern suchst, hast du drei Kopfzeilen. Das ist kein Trick, sondern die einzige Möglichkeit, ein Feld zu treffen, das keinen Standard hat.
Die kürzesten Keywords sind die wichtigsten: EFZ, HF, dipl.
In 10.2 Prozent der deutschsprachigen Inserate steht «EFZ» im Titel — häufiger als fast jedes Fachwort. Dazu kommen «dipl.» mit 3.9 Prozent, «HF» mit 2.7 und «FH» mit 1.3 Prozent. Diese drei bis vier Zeichen sind das dichteste Keyword im ganzen Inserat: Sie benennen die Qualifikation eindeutig, sie sind kurz genug, dass eine Textsuche sie exakt trifft, und sie lassen sich nicht umschreiben.
Genau daran scheitern Bewerbungen aus dem Ausland regelmässig. Wer in Deutschland eine Ausbildung gemacht hat, schreibt «Ausbildung zum Kaufmann» — ein Schweizer Inserat sucht «Kaufmann EFZ». Wer den Abschluss hat, schreibt die Abkürzung; wer ihn nicht hat, schreibt sie nicht und nennt stattdessen die tatsächliche Ausbildung mit Land. Dieselbe Qualifikation heisst in der Romandie CFC und im Tessin AFC: In 8.2 Prozent der französischsprachigen Inserate steht CFC im Titel, in 17.1 Prozent der italienischsprachigen AFC. Es ist dieselbe Grundbildung mit drei Abkürzungen — und die Abkürzung, die du übernimmst, ist die aus dem Inserat.
Sprachen sind Keywords — meistens genau eine
Bei 71.5 Prozent der Inserate lässt sich aus dem Text eine verlangte Sprache herauslesen. 71.4 Prozent davon verlangen genau eine, 21.6 Prozent zwei und 6.0 Prozent drei. Deutsch wird in 66.7 Prozent dieser Inserate genannt, Englisch in 42.6, Französisch in 21.4 und Italienisch in 4.0 Prozent. Wer im Lebenslauf sechs Sprachen auflistet, um Treffer zu sammeln, bedient damit eine Nachfrage, die es fast nirgends gibt — und verwässert die eine, auf die es ankommt.
Bei der Schreibweise gewinnt die Skala des Europäischen Referenzrahmens. «B2» und «C1» sind eindeutig, in allen vier Sprachregionen gleich und für eine Textsuche exakt. «Verhandlungssicher», «fliessend» und «gute Kenntnisse» sind es nicht. Wenn das Inserat selbst ein Niveau nennt, übernimm dessen Schreibweise; wenn nicht, nenne die Stufe nach GER und dazu, woher sie stammt — Diplom, Aufenthalt, Arbeitssprache.
Wo die Grenze liegt: 371 Wörter tragen die Hälfte
Es gibt einen messbaren Punkt, ab dem sich weitere Keywords nicht mehr lohnen. Die Hälfte aller Titelwort-Vorkommen in unserem Bestand stammt von nur 371 verschiedenen Wörtern — das sind 2.7 Prozent des gesamten Titelwortschatzes. Die andere Hälfte verteilt sich auf einen sehr langen Schwanz: 57.6 Prozent aller im Titel verwendeten Wörter kommen in genau einem einzigen Inserat vor.
Daraus folgt die Faustregel hinter der Zahl zehn. Es gibt einen kleinen, harten Kern von Begriffen, den zu treffen sich lohnt — Berufsbezeichnung, Abschluss, Sprache, Branche, das dominierende Werkzeug. Und es gibt einen riesigen Rand von Einzelfällen, den zu bedienen unmöglich ist, weil er sich beim nächsten Inserat komplett ändert. Deshalb ist die richtige Antwort auf «wie viele Keywords» nicht «so viele wie möglich», sondern «die des einen Inserats, vollständig».
Was das für dein Bewerbungsdossier heisst — und was es nicht heisst
Ehrlich formuliert lautet der Mechanismus so: Ein Lebenslauf, der den Wortschatz des Inserats verwendet, wird von einer stichwortbasierten Suche besser gefunden als ein allgemein gehaltener. Mehr lässt sich seriös nicht sagen. Niemand kann von aussen in den Filter eines Arbeitgebers sehen, und niemand kann ein Ergebnis versprechen. Wer dir «ATS bestanden» garantiert, verkauft dir eine Behauptung, die er nicht prüfen kann.
Für Leserinnen und Leser aus Deutschland kommt ein Schweizer Detail dazu, das im Wortschatz sichtbar wird: Fast ein Drittel der deutschsprachigen Inserate nennt das Pensum in Prozent im Titel. Ein Dossier, das keine Angabe zum gewünschten Pensum macht, lässt bei diesen Stellen genau die Information weg, mit der der Arbeitgeber selbst sortiert. Dazu kommen die Arbeitszeugnisse, die in ein Schweizer Dossier gehören, und bei Nicht-Schweizerinnen und Nicht-Schweizern die Zeile zur Bewilligung. Das sind keine Keywords im engeren Sinn, aber es sind die Felder, deren Fehlen auffällt.
Von Hand oder mit Werkzeug
Von Hand ist das gut machbar: Inserat ausdrucken, die inhaltlichen Wörter im Titel markieren, dann im Text jeden Begriff markieren, der ein zweites Mal vorkommt. Was übrig bleibt, ist deine Liste, und sie ist kürzer, als du erwartest.
Wenn du es nicht jedes Mal von Hand machen willst: Der Lebenslauf-Check auf SwissJobs.app vergleicht dein Dossier mit einem konkreten Inserat, und im Lebenslauf-Editor lässt sich pro Inserat eine angepasste Fassung erzeugen. Neu ist daran nicht die Idee — cvswiss.ch hat die Anpassung ans Inserat als Kernfunktion, und wer dort das Inserat einfügt, bekommt dasselbe. Der schmale, überprüfbare Unterschied: Dort fügst du den Inseratstext selbst ein, hier sind die offenen Schweizer Inserate schon da, weil dieselbe Seite auch die Stellensuche ist.
Alle Anteile sind über die am 28. August 2026 offenen Stelleninserate auf SwissJobs.app gerechnet und beziehen sich immer auf Anteile, nie auf absolute Bestandszahlen. «Inhaltliche Wörter» heisst: Titel ohne Geschlechtsangaben in Klammern, ohne Prozentangaben und ohne Trennzeichen. Die Zuordnung des Bewerbungswegs stammt aus der Form der Zieladresse und nicht aus einer Prüfung Arbeitgeber für Arbeitgeber; Karriereseiten, die ein System im Hintergrund verwenden, aber unter der eigenen Adresse laufen, zählen deshalb zur Gruppe «eigene Seite». Die verlangte Sprache wird aus dem Inseratstext abgeleitet und ist kein vom Arbeitgeber ausgefülltes Feld; die Anteile beziehen sich auf die Inserate, bei denen sich eine Angabe herauslesen lässt. Die Rollen-Vergleiche ordnen jedes Inserat genau einer Bezeichnung zu, nach der ersten zutreffenden. Prospective und Workday wurden am 29. August 2026 auf ihren eigenen Seiten nachgelesen.
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ATS-Lebenslauf prüfen: gegen ein konkretes Inserat, kostenlosQuellen
Verwandte Fragen
Was unser Stellenindex über den Schweizer Markt sagt
Live aus unserem eigenen Index berechnet, nicht aus einer Studie zitiert. Nur Anteile, Stand heute.
Sprache der Inserate
- Deutsch
- 60%
- English
- 23%
- Français
- 13%
- Italiano
- 3%
Von den Inseraten mit Sprachanforderung verlangen
- Deutsch
- 70%
- English
- 43%
- Français
- 21%
- Italiano
- 3%
19% in den letzten 7 Tagen ausgeschrieben · Grösste Märkte: Zürich 18% · Bern 10% · Genève 5% · Basel 5%