Motivationsschreiben anfangen: die ersten drei Zeilen einer Schweizer Bewerbung
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Standard-Motivationsschreiben

Fast jeder Ratgeber zum Motivationsschreiben beginnt beim ersten Satz. In der Schweiz ist das die dritte Zeile auf dem Blatt, und die beiden darüber entscheiden, ob das Schreiben überhaupt auf dem richtigen Tisch landet.
Der Anfang besteht aus Betreff, Anrede und einem Satz. Nur beim Betreff ist dir der Wortlaut vorgegeben: Die amtliche Vorlage von berufsberatung.ch verlangt die Berufsbezeichnung genau so, wie sie im Inserat steht.
Das klingt nach null Aufwand, bis man die Inserate liest. Von 20K+ aktiven Inseraten lassen sich 47 Prozent der Titel nicht unverändert in einen Betreff übernehmen, Geschlechtsklammer, Pensum, Referenznummer, oft alles zusammen. Bei deutschsprachigen Inseraten sind es 62,7 Prozent. Die erste redaktionelle Entscheidung deines Schreibens betrifft also nicht dich, sondern eine Zeile, die jemand anderes geschrieben hat.
Kurzfassung
- Wie beginne ich ein Motivationsschreiben in der Schweiz?
- Mit einer Betreffzeile, dann der Anrede, dann einem Satz. Der Betreff nennt die Stelle genau so, wie das Inserat sie betitelt, ohne Geschlechtsklammer und Referenznummer. Der Satz nennt die Stelle, das Pensum, deinen frühesten Eintritt und woher du das Inserat hast.
- Braucht ein Schweizer Bewerbungsschreiben eine Betreffzeile?
- Ja. Die Bewerbungstipps von arbeit.swiss führen Betreffzeile und Anrede unter den formellen Bestandteilen des Schreibens auf, zusammen mit beiden Adressen, dem Datum, dem Gruss und der Unterschrift. Ein Schreiben ohne Betreff wirkt nicht originell, sondern unfertig.
- Was streiche ich aus dem Stellentitel?
- Die Geschlechtsklammer, die Referenznummer, durchgehende Grossschreibung und Anhängsel wie einen zweiten Arbeitsort. Stehen bleiben die Berufsbezeichnung, eine Stufenangabe wie Senior oder Stellvertretung und das Pensum, wenn das Inserat eines nennt.
- An wen richte ich das Schreiben, wenn kein Name im Inserat steht?
- «Sehr geehrte Damen und Herren» ist die vorgesehene Form und kostet dich nichts. Rund jedes achte Inserat wird von einem Personaldienstleister aufgegeben und nicht vom Arbeitgeber, dort gibt es oft gar keine Person zu finden.
- Muss ich wirklich schreiben, wo ich das Inserat gesehen habe?
- Die amtliche Vorlage verlangt es, und die Angabe arbeitet: Dieselbe Stelle ist oft an mehreren Orten gleichzeitig sichtbar, und rund ein Viertel der aktiven Inserate teilt seinen Titel mit einem anderen Inserat. Die Angabe sagt der Leserin, welche Ausschreibung du meinst.
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ATS-Lebenslauf prüfen, kostenlosWas steht vor dem ersten Satz?
Drei Teile in fester Reihenfolge: Betreff, Anrede, Einstiegssatz. Nur den letzten formulierst du frei.
Wer sich schon in den USA, Grossbritannien oder Irland beworben hat, kennt einen Anfang, der bei der Anrede beginnt. Ein Schweizer Bewerbungsschreiben ist ein Geschäftsbrief, und es trägt über der Anrede eine Zeile, die die ganze Zuordnung übernimmt.
Die Bewerbungstipps des SECO sind hier präzise: Das Schreiben enthält deine Adresse, die Adresse des Unternehmens, das Datum, eine Betreffzeile, eine Anrede, einen Schlussgruss und eine Unterschrift. Dieselbe Aufzählung steht in der französischen und der italienischen Fassung derselben Seite. Das ist kein Schmuckelement, das man für ein ruhigeres Layout weglässt.
Der Wortlaut ist an einer einzigen Stelle vorgegeben. Die Schweizer Berufsberatung veröffentlicht eine Briefvorlage, die den Betreff als Bewerbung um die Stelle setzt, mit der Berufsbezeichnung so, wie sie im Inserat erscheint, und fett. Damit ist die Arbeit an den Inseratstitel delegiert, und Schweizer Titel tragen viel, was mit dem Beruf nichts zu tun hat.
Gemessen an den aktiven Inseraten auf SwissJobs.app, Stand 22. August 2026. Ein Titel gilt als bearbeitungsbedürftig, wenn er eine Geschlechtsklammer, ein Pensum oder eine Ziffernfolge mit drei oder mehr Stellen enthält. Jeder Balken ist am Bestand seiner eigenen Sprachgruppe gemessen.
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Lebenslauf mit KI erstellen: für diese StelleWas übernehme ich aus dem Stellentitel, und was streiche ich?
Berufsbezeichnung, Stufe und Pensum bleiben. Geschlechtsklammer, Referenznummer und Grossbuchstaben gehen.
Die Geschlechtsklammer zuerst. In 45 Prozent der deutschsprachigen Inserate steht sie im Titel, meist als (m/w/d). Sie beschreibt, wie ausgeschrieben wird, nicht wie die Stelle heisst. Aus «Produktingenieur Elektronik (m/w/d) 80-100%» wird «Bewerbung als Produktingenieur Elektronik, 80–100 Prozent».
Die Referenznummer geht ebenfalls aus dem Betreff, sie gehört eine Zeile tiefer oder ins Begleitmail, wo sie ihre Arbeit tut, ohne die erste gelesene Zeile zu verstopfen. Dasselbe gilt für Grossbuchstabenwörter: Im Inserat sind sie eine Gestaltungsentscheidung der Karriereseite, im Betreff schreist du.
Nicht gestrichen wird die Schreibweise des Berufs selbst. Steht im Inserat die Doppelpunkt- oder Sternform, übernimm sie so, das ist Teil der Bezeichnung, nicht der Klammerzusatz. Und die Stufenangabe bleibt: Senior, Leitung, Stellvertretung. Eine Senior-Stelle und dieselbe Stelle ohne Zusatz sind zwei Ausschreibungen, oft mit zwei verschiedenen Vorgesetzten.
Gemessen an den aktiven deutschsprachigen Inseraten auf SwissJobs.app, Stand 22. August 2026. Geschlechtsklammer meint (m/w/d) und alle Varianten, Referenznummer jede Ziffernfolge mit drei oder mehr Stellen im Titel.
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ATS-Lebenslauf prüfen, kostenlosWas schreibe ich zum Pensum, wenn das Inserat keines nennt?
Deines. In 29,1 Prozent der deutschsprachigen Titel steht eine Prozentzahl, in den übrigen musst du die Frage selbst beantworten.
Die Schweiz rechnet in Prozenten. Eine Stelle ist ein 100-Prozent-Pensum, ein 80er oder ein 60–80er, und diese Zahl gehört zur Stelle, wie «Vollzeit» es nie tun würde. Ob das Inserat sie nennt, hängt stark von seiner Sprache ab, deutschsprachige Inserate sind dabei die mitteilsamsten der vier.
Der strukturierte Teil hilft nur bedingt: Rund jedes zehnte Inserat sagt nirgends etwas zum Beschäftigungsverhältnis. Beantworte es im Einstiegssatz. «Ich bewerbe mich um die Stelle als Qualitätsingenieurin mit einem Pensum von 100 Prozent, ausgeschrieben am 12. August auf Ihrer Karriereseite, und bin ab dem 1. November verfügbar» erledigt Zuordnung, Pensum und Eintritt in einer Zeile.
Wenn eine Spanne für dich möglich ist, schreib die Spanne statt des Maximums. Arbeitgeber, die selbst eine Prozentzahl nennen, schreiben mehrheitlich zwei Zahlen statt einer, eine Spanne liest sich hier also als übliche Praxis und nicht als Ausweichen. Nenn die Untergrenze ehrlich: Sie entscheidet, ob weitergelesen wird.
Gemessen an den aktiven Inseraten auf SwissJobs.app, Stand 22. August 2026: Anteil der Stellentitel mit einer Prozentangabe. Jeder Balken ist am Bestand seiner eigenen Sprachgruppe gemessen. Die italienischsprachige Gruppe ist die kleinste; ihr Wert zeigt eine Richtung, keine Messung.
An wen richte ich das Schreiben, wenn kein Name dasteht?
«Sehr geehrte Damen und Herren», die vorgesehene Form, nicht die Notlösung.
Die amtliche Vorlage stellt beide Fälle nebeneinander: den Namen der zuständigen Person, wenn das Inserat einen nennt, und die allgemeine Form, wenn nicht. Auf Französisch lautet sie «Madame, Monsieur,», auf Italienisch «Gentili signore, egregi signori», auf Englisch «Dear Sir or Madam». Sie ist die richtige Antwort, nicht die bequeme.
Zwei Eigenheiten des Marktes erklären, wie oft du sie brauchst. Rund jedes achte Inserat gibt ein Personaldienstleister auf und nicht der Arbeitgeber; dort wird das Unternehmen häufig erst im ersten Gespräch genannt. Dazu kommt, dass ein grosser Teil der aktiven Inserate von wenigen Arbeitgebern mit dutzenden offenen Stellen stammt, wo Bewerbungen an eine Sammeladresse gehen.
Zwei Fehler entstehen beim Überspielen dieser Lücke: die nicht aufgelöste Vorlage, «Sehr geehrte/r Frau/Herr» mit stehengelassenem Schrägstrich, und der Name aus dem Impressum. Wer an die Geschäftsleitung schreibt, weil sonst niemand auffindbar war, landet bei jemandem, der das Schreiben nur weiterleiten kann. Steht ein Name da, schreib ihn vollständig und richtig. Schweizer Briefe bleiben lange nach dem ersten Gespräch förmlich.
Warum gehört der Fundort in den ersten Satz?
Da du die gleiche Stelle meist an mehreren Orten sehen kannst und dein Satz die einzige Rückmeldung ist, welche Variante des Weges am besten funktioniert hat.
Die amtliche Vorlage verlangt es direkt: schreiben, dass man sich bewirbt, und schreiben, wo die Stelle gefunden wurde. In der französischen Version wird der Grund explizit genannt, und einige Unternehmen möchten wissen, über welchen Weg die Bewerbungen zugestellt werden.
Die Bewerbungswege sind stark zersplittert. Die häufigste Zieladresse nimmt rund ein Zehntel der aktiven Inserate, die zehn häufigsten zusammen etwa ein Drittel. Alles danach ist ein langer Schwanz aus Karriereseiten und Bewerbungssystemen, die genau einmal vorkommen. Die Stelle, die du auf einer Jobplattform gefunden hast, kann dieselbe sein, die dreimal ankommt.
Das Datum erledigt die zweite Hälfte. Inserate stehen unterschiedlich lange online, und wer für dieselbe Stelle mehrere Ausschreibungsrunden fährt, sieht deinem Schreiben nicht an, aus welcher du kommst. «Ihr Inserat vom 12. August» kostet vier Wörter und beantwortet das, bevor die Frage entsteht.
Gemessen an den aktiven Inseraten auf SwissJobs.app, Stand 22. August 2026. Zieladressen sind die Hosts der Bewerbungslinks, ohne www-Präfix zusammengefasst. 45,1 Prozent der Zieladressen kommen genau einmal vor.
Welche Anfänge lassen das Schreiben liegen?
Die, die sich nicht zuordnen lassen. Wenn der erste Satz die Stelle nicht benennt, muss jemand zuerst herausfinden, wohin das Schreiben gehört.
«Hiermit bewerbe ich mich auf die oben genannte Stelle.» Der Satz teilt mit, dass ein Schreiben existiert, was das Dokument bereits beweist, und nennt weder Titel noch Pensum noch Fundort. «Mit grossem Interesse habe ich Ihr Inserat gelesen» hat dasselbe Problem mit besseren Manieren: Wenn der Satz das Streichen von «mit grossem Interesse» ohne Verlust übersteht, stand nichts drin.
«Ihr Unternehmen ist führend in seiner Branche» sagt nichts über dich, und bei rund jedem achten Inserat hat der Arbeitgeber gar nicht ausgeschrieben, das Kompliment landet dann beim Dienstleister. «Als hoch motivierte Teamplayerin auf der Suche nach einer neuen Herausforderung» beschreibt deinen Zustand statt der Stelle und passt damit auf jedes Inserat. Und «Mein Name ist … und ich bin 34 Jahre alt» verbraucht die meistgelesene Zeile des Dokuments für den Absenderblock.
Das Zuordnungsproblem ist real. Rund ein Viertel der aktiven Inserate teilt seinen Titel mit einem anderen aktiven Inserat, jedes zehnte mit einem anderen Arbeitgeber. Titel nennen selten den Arbeitsort und fast nie das Unternehmen. Ein Schreiben ohne Titel, Pensum und Datum muss also einsortiert werden, bevor es gelesen werden kann.
Gemessen an den aktiven Inseraten auf SwissJobs.app, Stand 22. August 2026. Der Anteil mit Arbeitsort im Titel ist an den deutschsprachigen Inseraten gemessen, die übrigen am gesamten Bestand.
Werkzeuge dafür
Zwei von uns für Schreiben und Lebenslauf, dazu die amtliche Schweizer Vorlage, aus der die Regeln oben stammen.
- SwissJobs Motivationsschreibenunser Tool
Baut das Schreiben aus dem Inserat: Betreff, Anrede und Einstiegssatz in der Schweizer Reihenfolge. Von uns, kostenlos.
SwissJobs Motivationsschreiben SwissJobs CV Check unser Tool
Vergleicht deinen Lebenslauf mit einem konkreten Inserat und zeigt, welche Anforderungen er beantwortet. Von uns, kostenlos.
Gratis ausprobieren- Wie beginne ich ein Motivationsschreiben?unser Tool
Die kurze Fassung dieses Artikels, mit dem amtlichen Wortlaut vollständig zitiert. Von uns.
Wie beginne ich ein Motivationsschreiben? - berufsberatung.ch: Bewerbungsbrief schreiben
Die amtliche Briefvorlage der Schweizer Berufsberatung. Quelle für die Regeln zu Betreff und Anrede.
Zur Website
Der Anfang eines Schweizer Motivationsschreibens ist grösstenteils Abschrift, und das ist die gute Nachricht: Es ist der eine Teil der Bewerbung, den du in fünf Minuten exakt richtig machst. Titel übernehmen, Klammer und Nummer streichen, Pensum nennen, Datum und Fundort nennen, fertig.
Die gesparte Zeit gehört dem zweiten Absatz, und den kann dir niemand abnehmen: zwei Anforderungen aus dem Inserat, die du erfüllst, mit Beleg. Der Anfang muss das Schreiben nur auf den richtigen Tisch bringen.
Werkzeuge im Vergleich
Wir haben 16 Schweizer und internationale Bewerbungswerkzeuge auf ihren eigenen Seiten geprüft — Preise, Gratis-Stufen und was wirklich dabei ist.