Was schreibe ich in die Bewerbungs-E-Mail?
Aktualisiert:
Kurz gesagt
Vier Zeilen. Ein Betreff mit der Stellenbezeichnung genau so, wie sie im Inserat steht. Eine Anrede mit Namen, wenn das Inserat einen nennt. Ein Satz, der sagt, für welche Stelle du dich bewirbst und dass die vollständigen Unterlagen als PDF im Anhang liegen. Eine Grussformel mit deinem Namen, darunter Telefonnummer und Mailadresse. Mehr verlangt kein Schweizer Arbeitgeber, und die einzige amtliche Mustermail des Landes ist genau so gebaut.
Sie steht auf berufsberatung.ch, betrieben vom SDBB im Auftrag der Kantone, und lautet wörtlich: «Betreff: Bewerbung um die Lehrstelle als Automobilfachfrau», dann «Sehr geehrter Herr Keller», dann «Im Anhang sende ich Ihnen meine Bewerbungsunterlagen für die Lehrstelle als Automobilfachfrau EFZ. Ich freue mich darauf, von Ihnen zu hören.», dann «Freundliche Grüsse» und der Name. Geschrieben ist sie für die Lehrstellensuche, der Aufbau trägt aber jede Bewerbung: was kommt an, für welche Stelle, von wem.
Die Arbeit steckt deshalb im Betreff, und dort wird es Schweizer: Bei den aktiven deutschsprachigen Inseraten auf SwissJobs.app steht in 56,2 Prozent der Stellentitel etwas in Klammern, in 42,8 Prozent ein Geschlechterkürzel wie (m/w/d) und in 29,1 Prozent eine Pensumangabe. Berufsbezeichnung und Pensum gehören in deine Betreffzeile, das Kürzel nicht — es ist der Teil, der im Postfach den Platz frisst, den dein Name braucht.
Aktive Inserate auf SwissJobs.app am 22. August 2026, ausgewertet auf dem Stellentitel. Als Sprache zählt die Sprache des Inseratstexts.
- Betreff: «Bewerbung als» plus die Stellenbezeichnung aus dem Inserat, plus das Pensum, wenn eines genannt ist. Nicht mitkopieren: das Geschlechterkürzel, Werbezusätze wie «zur Verstärkung unseres Teams» und Grossbuchstaben-Schreie. Nennt das Inserat eine Referenznummer, gehört sie ans Ende der Zeile — im Stellentitel selbst steht sie fast nie, das kommt bei den aktiven Inseraten in etwa einem von tausend Fällen vor.
- Anrede mit Namen, wenn das Inserat einen nennt, sonst «Sehr geehrte Damen und Herren». Die amtliche Mustermail schreibt «Sehr geehrter Herr Keller» ohne Komma und beginnt den nächsten Satz gross — das ist die übliche Schweizer Schreibweise, und sie ist der kürzeste Weg, nicht wie eine deutsche Vorlage zu klingen.
- Der eine Satz nennt drei Dinge: die Stelle, den Anhang und woher du vom Inserat weisst. «Im Anhang finden Sie meine vollständigen Bewerbungsunterlagen für die Stelle als … , die Sie auf … ausgeschrieben haben.» Das reicht. Was du kannst und warum ausgerechnet dort, steht im Brief.
- Verschicke von einer Adresse mit deinem Vor- und Nachnamen. arbeit.swiss, betrieben vom Staatssekretariat für Wirtschaft, führt das als Anforderung an den Versand: eine seriöse E-Mail-Adresse, die idealerweise Vor- und Nachnamen enthält, und die Unterlagen als PDF gespeichert und verschickt.
- Unter die Grussformel gehören Name, Telefonnummer und Mailadresse — in dieser Reihenfolge, ohne Adressblock. Die Nummer ist der Grund für die ganze Signatur: Der nächste Schritt nach einer guten Bewerbung ist in der Schweiz oft ein Anruf, und niemand sucht deine Nummer im angehängten PDF.
- Bewirbst du dich auf Teilzeit, gehört dein Wunschpensum in den Satz. Nur 5,5 Prozent der aktiven Inserate sind ausdrücklich als Teilzeit ausgewiesen, und selbst von diesen nennen nur 44,1 Prozent das Pensum im Titel. Wenn das Inserat schweigt, schweigt sonst auch deine Bewerbung — und die Frage kommt trotzdem.
- Schreib in der Sprache des Inserats. Bei den aktiven Inseraten sind 41,6 Prozent deutschsprachig, 20,2 Prozent englischsprachig, 9,7 Prozent französischsprachig und 1,6 Prozent italienischsprachig; beim Rest liess sich die Sprache nicht verlässlich bestimmen. Ein deutscher Mailtext zu einem englischen Inserat ist die erste Antwort auf die Frage, ob du das Inserat gelesen hast.
- Nach rund zwei Wochen ohne Rückmeldung darfst du nachfragen. arbeit.swiss nennt das «aktives Nachfragen»: sachlich und freundlich nach dem Stand des Bewerbungsprozesses erkundigen. Drei Zeilen genügen — auf welche Stelle, wann geschickt, ob es einen Zwischenstand gibt.
Der Betreff ist die einzige Zeile, die vor dem Öffnen gelesen wird
Die Mustermail des SDBB setzt in den Betreff die Berufsbezeichnung und sonst nichts. Das klingt einfach, bis du den Stellentitel eines echten Schweizer Inserats danebenlegst. Über alle aktiven Inserate auf SwissJobs.app hinweg ist der Titel im Median 40 Zeichen lang, drei Viertel bleiben unter 55 Zeichen — und in fast der Hälfte aller Titel steht ein Zusatz in Klammern, der mit dem Beruf nichts zu tun hat.
Bei den deutschsprachigen Inseraten ist es am ausgeprägtesten: 56,2 Prozent der Titel haben eine Klammer, 42,8 Prozent ein Geschlechterkürzel, 29,1 Prozent eine Pensumangabe. Das häufigste Kürzel ist (m/w/d) mit 19,2 Prozent aller aktiven Inserate, gefolgt von (w/m/d) mit 4,3 Prozent; dazu kommen (m/f/d), (h/f) und (f/m/d) mit je gut einem Prozent. Fünf Schreibweisen für dieselbe Sache, und keine davon sagt etwas über dich.
Deshalb der Schnitt: Berufsbezeichnung ja, Pensum ja, Kürzel nein. Das Pensum bleibt, weil es Teil der Stelle ist — von den Titeln mit einer Prozentangabe tragen rund 38 Prozent «80–100%», gut ein Viertel «100%» und 6,1 Prozent «80%». Wer sich auf ein 80–100%-Inserat bewirbt, beantwortet mit dem Betreff schon die erste Rückfrage.
Der zweite Grund für den Schnitt ist der Platz. «Bewerbung als» plus Titel ergibt bei deutschsprachigen Inseraten im Median eine Betreffzeile von 55 Zeichen, und in 37,5 Prozent der Fälle über 60 — mehr, als ein Postfach in der Übersicht anzeigt, und deutlich mehr, als ein Telefon zeigt. Schick dir die Mail einmal selbst und schau sie auf dem Handy an: Was du dort nicht siehst, sieht die Person auch nicht, die sechzig Bewerbungen im Posteingang hat.
Wenn der Titel nicht reicht: 23,9 Prozent kommen doppelt vor
Ein Stellentitel identifiziert die Stelle seltener, als man denkt. Bei den aktiven deutschsprachigen Inseraten teilen 23,9 Prozent ihren exakten Titel mit mindestens einem weiteren aktiven Inserat desselben Arbeitgebers. Über alle Sprachen sind es 21,1 Prozent, bei den italienischsprachigen sogar 34,7 Prozent. «Pflegefachfrau HF 80–100%» kann bei einem grossen Haus vier offene Stellen an drei Standorten meinen.
Dagegen hilft genau eine Zeile mehr: Ort oder Referenz. Steht im Inserat eine Nummer, nimm sie in den Betreff. Steht keine da — und im Titel steht sie bei etwa einem von tausend aktiven Inseraten —, dann nimm den Arbeitsort: «Bewerbung als Pflegefachfrau HF 80–100%, Standort Winterthur». Damit landet deine Mail beim richtigen Verfahren, ohne dass jemand rückfragen muss.
Die dritte Möglichkeit ist der Link. Ein Satz im Mailtext mit der Adresse des Inserats, auf das du dich beziehst, kostet nichts und erledigt jede Zuordnungsfrage endgültig — besonders bei Arbeitgebern, die dieselbe Stelle über mehrere Kanäle ausschreiben.
Was du dagegen nicht tun solltest: eine Mail für zwei Stellen. Zwei Inserate sind zwei Verfahren, oft mit zwei zuständigen Personen, und eine Bewerbung, die sich «für eine der ausgeschriebenen Stellen» interessiert, liest sich als Bewerbung für keine davon. Schreib zwei Mails mit zwei Betreffzeilen — der Brief im Anhang darf derselbe bleiben, wenn beide Stellen wirklich dieselbe Arbeit meinen.
Der eine Satz, und was er tragen darf
Die SDBB-Anleitung zur Bewerbung per E-Mail ist zwei Sätze lang: Mailtext kurz und sachlich halten, die kompletten Unterlagen als PDF anhängen. Der Mustertext macht daraus einen einzigen Satz mit zwei Angaben — was im Anhang liegt und für welche Stelle. Alles, was du ergänzt, sollte diesen Satz nicht verlängern, sondern ihm etwas hinzufügen, das der Brief nicht schon sagt.
Drei Ergänzungen verdienen den Platz. Erstens die Quelle: wo du das Inserat gesehen hast. Zweitens der frühestmögliche Eintritt, wenn er nicht ohnehin im Lebenslauf steht — eine Kündigungsfrist von drei Monaten ist keine schlechte Nachricht, aber eine, die früh in die Planung gehört. Drittens das Pensum, wenn du Teilzeit suchst.
Beim Pensum lohnt sich der Blick auf die Zahlen: Nur 5,5 Prozent der aktiven Inserate sind ausdrücklich als Teilzeitstelle ausgewiesen, und von diesen nennen 44,1 Prozent ein Pensum im Titel. Für den Rest ist offen, was gemeint ist. Wenn du 60 bis 80 Prozent suchst, schreib 60 bis 80 Prozent — sonst wird es die Frage, die das Gespräch eröffnet, statt eine, die vorher geklärt war.
Nicht in den Mailtext gehört der Brief selbst. Er ist eine eigene Datei mit eigenen formellen Teilen und wird als PDF angehängt; das ist eine eigene Frage und dort ausführlich beantwortet. Für die Mail heisst es nur: keine zweite Fassung deiner Motivation, keine Aufzählung deiner Stationen, keine Wiederholung des ersten Satzes aus dem Brief. Wer beides schreibt, hat zweimal geschrieben und einmal überzeugt.
Anrede, Grussformel und die drei Zeilen darunter
Die Anrede nimmt den Namen aus dem Inserat, wenn einer dort steht. Der Mustertext zeigt die Schweizer Schreibweise: «Sehr geehrter Herr Keller» ohne Komma, der nächste Satz beginnt gross. Ist keine Person genannt, ist «Sehr geehrte Damen und Herren» korrekt und unauffällig — und unauffällig ist hier das Ziel, denn kreative Anreden sind in einer Mail, die vier Zeilen hat, sofort das auffälligste Element.
Die Grussformel im Mustertext ist «Freundliche Grüsse». In der Deutschschweiz ist das die neutrale Form; «Mit freundlichen Grüssen» ist ebenso richtig und klingt eine Spur formeller. Beides ist unverdächtig, beides braucht danach nur deinen Namen — ausgeschrieben, Vor- und Nachname, so wie er auch im Lebenslauf und im Dateinamen steht.
Darunter kommen drei Zeilen, die in keiner Vorlage stehen und trotzdem den Unterschied machen: Telefonnummer, Mailadresse und, wenn du willst, der Ort. Sie stehen dort, weil der nächste Schritt ein Anruf ist. arbeit.swiss verlangt für den Versand ohnehin eine seriöse Adresse, die idealerweise Vor- und Nachnamen enthält — und wer diese Adresse benutzt, hat die Signatur zur Hälfte schon geschrieben.
Zuletzt der Blick auf den Anhang, bevor du sendest. arbeit.swiss listet vor dem Versand drei Prüfpunkte auf: Schreib- und Formatierungsfehler, Vollständigkeit der Unterlagen, korrekte und eindeutige Dateibezeichnungen. Der häufigste Fehler dieser Kategorie ist banal und kostet trotzdem die Bewerbung: eine sorgfältig geschriebene Mail, die auf einen Anhang verweist, den niemand angehängt hat.
Das Formularfeld — und die Mail nach zwei Wochen
Viele Bewerbungen laufen gar nicht über eine Mail, sondern über ein Formular mit einem Feld für eine Nachricht. Dort gilt derselbe Text, nur ohne Betreff und ohne Signatur: Anrede, ein Satz, Grussformel, Name. Die Felder darüber haben deine Kontaktdaten schon aufgenommen, und was du dort doppelt einträgst, liest sich als Formular, das jemand zweimal ausgefüllt hat.
Kommt eine automatische Empfangsbestätigung zurück, antworte nicht darauf. Sie ist keine Rückmeldung, sie ist eine Quittung. Behalte sie aber: Darin steht oft die Nummer, unter der deine Bewerbung geführt wird, und die ist der beste Betreff für jede spätere Mail an dieses Haus.
Bleibt es rund zwei Wochen still, ist Nachfragen ausdrücklich vorgesehen. arbeit.swiss schreibt, man könne sich sachlich und freundlich nach dem Stand des Bewerbungsprozesses erkundigen; das zeige Interesse an der Stelle und mache den Arbeitgeber nochmals auf einen aufmerksam. Der Ton dieser Mail ist der Punkt: eine Erkundigung, keine Mahnung.
Inhaltlich sind es wieder drei Zeilen. Auf welche Stelle du dich beworben hast, wann du die Unterlagen geschickt hast, und die Frage, ob es einen Zwischenstand gibt. Dazu ein Satz, dass du weiterhin interessiert bist. Genau wie die erste Mail braucht sie keinen Absatz mehr — und genau wie die erste Mail wird sie an dem Tag gelesen, an dem sie ankommt, oder gar nicht.
Die Marktzahlen stammen aus den am 22. August 2026 auf SwissJobs.app aktiven Inseraten und beziehen sich auf den Stellentitel, wie ihn der Arbeitgeber geschrieben hat. Klammern, Geschlechterkürzel und Pensumangaben sind über Textmuster erkannt; seltene Schreibweisen können darin fehlen, die Anteile sind deshalb eher Untergrenzen. «Gleicher Titel beim selben Arbeitgeber» heisst: identischer Titel und identischer Firmenname bei mindestens zwei aktiven Inseraten — ob es sich um mehrere Stellen, mehrere Standorte oder eine Wiederausschreibung handelt, ist damit nicht entschieden. Die Sprache eines Inserats ist die Sprache seines Textes, nicht die des Arbeitsorts; bei rund einem Viertel der Inserate liess sie sich nicht verlässlich bestimmen, diese sind in den Sprachwerten nicht enthalten. Die Zeichenlängen der Betreffzeile sind gerechnet als «Bewerbung als» plus Stellentitel. Die formellen Vorgaben stammen von arbeit.swiss (SECO) und von berufsberatung.ch (SDBB); die dortige Mustermail ist für die Lehrstellenbewerbung geschrieben und ersetzt keine Vorgabe des einzelnen Arbeitgebers: Was im Inserat verlangt wird, geht immer vor.
Quellen
Verwandte Fragen
Was unser Stellenindex über den Schweizer Markt sagt
Live aus unserem eigenen Index berechnet, nicht aus einer Studie zitiert. Nur Anteile, Stand heute.
Sprache der Inserate
- Deutsch
- 60%
- English
- 23%
- Français
- 13%
- Italiano
- 3%
Von den Inseraten mit Sprachanforderung verlangen
- Deutsch
- 70%
- English
- 43%
- Français
- 21%
- Italiano
- 3%
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