Alle Fragen

Jobsuche

Warum steht dieselbe Stelle mehrfach online?

Aktualisiert:

Kurz gesagt

Meistens, weil es nicht dieselbe Stelle ist. Rund ein Fünftel aller Schweizer Inserate gehört zu einer Gruppe mit identischem Stellentitel und identischem Arbeitgeber — und knapp zwei Drittel dieser Gruppen verteilen sich über mehrere Orte. Das sind Filialketten, Spitalgruppen und Handwerksbetriebe, die dieselbe Funktion an verschiedenen Standorten besetzen.

Der Rest, rund ein Drittel dieser Gruppen, liegt am selben Ort. Das sind die echten Mehrfachnennungen: mehrere offene Stellen derselben Funktion im selben Betrieb, Wiederausschreibungen nach erfolgloser Suche, oder dasselbe Inserat über verschiedene Kanäle.

Praktisch heisst das: Bewirb dich einmal, aber auf den richtigen Standort. Zwei Bewerbungen auf dieselbe Ausschreibung machen keinen besseren Eindruck — zwei Bewerbungen auf zwei Filialen derselben Kette sind dagegen völlig normal.

Mehrfach ausgeschriebene Funktionen im Schweizer Stellenmarkt
Mehrfach ausgeschriebene Funktionen im Schweizer StellenmarktNur einmal ausgeschrieben78.1%Mehrfach, über mehrere Orte14.4%Mehrfach, am selben Ort7.5%

Anteil aller Inserate nach Gruppen mit identischem Stellentitel und Arbeitgeber. Laufende Auswertung, Stand August 2026.

  • Rund vier von fünf Inseraten kommen genau einmal vor.
  • Von den mehrfach vorkommenden Funktionen verteilen sich rund zwei Drittel über verschiedene Orte.
  • Detailhandelsketten führen die Liste an — eine einzelne Verkaufsfunktion erscheint bei einem grossen Anbieter über mehr als vierzig Standorte hinweg.
  • Auch Optikerketten, Discounter und Personalvermittler schreiben dieselbe Funktion an vielen Orten aus.
  • Eine Wiederausschreibung nach Wochen ist ein Signal: Diese Stelle hat noch niemanden gefunden.

Der häufigste Grund: eine Kette, viele Filialen

Wir haben alle erfassten Inserate nach identischem Stellentitel und identischem Arbeitgeber gruppiert. Rund ein Fünftel des gesamten Bestands liegt in solchen Gruppen — und bei knapp zwei Dritteln davon unterscheiden sich die Arbeitsorte.

Das Muster ist im Detailhandel am stärksten. Eine einzige Verkaufsfunktion bei einem grossen Schweizer Detailhändler erscheint über mehr als vierzig verschiedene Standorte hinweg; bei einer Optikerkette und einem Discounter sind es je knapp dreissig. Für diese Betriebe ist das kein Spam, sondern die einzige Möglichkeit, ortsgebundene Stellen sichtbar zu machen.

Für dich ist das eine gute Nachricht: Jede dieser Nennungen ist eine eigene, echte Stelle mit eigenem Team, eigenem Dienstplan und eigener Führungsperson. Du konkurrierst nicht mit allen Bewerbenden der Kette, sondern mit denen, die zur selben Filiale wollen.

Der praktische Fehler wäre, die Liste als Wiederholung zu überblättern. Filtere stattdessen nach deinem Ort und bewirb dich gezielt auf die zwei bis drei erreichbaren Filialen — mit demselben Lebenslauf, aber jeweils mit dem richtigen Standort im Anschreiben.

Wenn dieselbe Stelle am selben Ort mehrfach erscheint

Bleibt der Ort gleich, gibt es drei Erklärungen. Die erste ist die einfachste: Der Betrieb sucht tatsächlich mehrere Personen für dieselbe Funktion — üblich in Pflege, Gastronomie, Logistik und Produktion, wo ganze Schichten besetzt werden.

Die zweite ist die Wiederausschreibung. Eine Stelle, die nach Wochen erneut erscheint, hat im ersten Anlauf niemanden gefunden. Das ist für dich ein positives Signal: Der Druck auf den Betrieb ist gestiegen, das Bewerberfeld war zu klein, und die Bereitschaft, von den Anforderungen abzuweichen, wächst mit jeder Wiederholung.

Die dritte ist der Kanal. Dasselbe Inserat kann über die Karriereseite, ein Bewerbermanagementsystem und ein Vermittlungsportal gleichzeitig laufen. Das erklärt auch, warum du dieselbe Stelle auf mehreren Websites siehst — und warum die Bewerbung am Ende trotzdem im selben System landet.

Bewirb dich in allen drei Fällen genau einmal. Mehrfachbewerbungen auf identische Ausschreibungen landen im selben Eingang und wirken nicht engagierter, sondern unaufmerksam.

Warum dieselbe Stelle auf mehreren Portalen steht

Ein Betrieb, der eine Stelle besetzen will, veröffentlicht sie selten nur an einer Stelle. Üblich sind die eigene Karriereseite, ein oder zwei grosse Portale und je nach Beruf eine Branchenplattform — für Gesundheits-, Sozial- und Bildungsberufe gibt es in der Schweiz eigene Kanäle mit eigenem Publikum.

Dazu kommen Vermittler. Ein spürbarer Teil der Schweizer Inserate stammt nicht vom Arbeitgeber selbst, sondern von Personalvermittlungen und Rekrutierungsplattformen, die dieselbe Stelle unter eigenem Namen ausschreiben. Deshalb siehst du gelegentlich dieselbe Funktion einmal mit Firmenname und einmal anonymisiert.

Das ist zulässig und verbreitet, hat aber eine Konsequenz: Bewirb dich nicht parallel direkt und über einen Vermittler auf dieselbe Stelle. Kommt deine Bewerbung zweimal an, entsteht beim Arbeitgeber eine unangenehme Frage nach Vermittlungsprovision, und das schadet ausgerechnet dir.

Wenn du unsicher bist, welcher Weg der richtige ist: Der direkte Weg zum Arbeitgeber ist in der Schweiz der Normalfall — rund die Hälfte aller Inserate führt ohnehin auf eine Seite des Unternehmens selbst.

Wann Mehrfachnennungen ein Warnsignal sind

Harmlos sind Wiederholungen mit konkretem Standort, genanntem Arbeitgeber und einer Aufgabenliste, die sich zwischen den Nennungen nur im Ort unterscheidet. Das ist der Normalfall.

Aufmerksam werden solltest du, wenn derselbe sehr allgemeine Titel — «Mitarbeiter/in gesucht», «Verdienen Sie von zu Hause» — mit wechselnden Firmennamen und ohne konkreten Arbeitsort auftaucht. Ebenso, wenn eine Bewerbung auf ein privates Nachrichtenprofil führt statt auf ein Formular oder eine Firmenadresse.

Ein echtes Warnsignal ist jede Vorleistung. Kein seriöser Schweizer Arbeitgeber verlangt vor der Anstellung Geld für Unterlagen, Kurse, Ausrüstung oder eine Bewilligung, und niemand braucht im Bewerbungsverfahren deine Bankverbindung oder eine Ausweiskopie, bevor ein Vertrag vorliegt.

Prüfe im Zweifel die Firma über ihre eigene Website und das Handelsregister und ruf die im Inserat genannte Nummer an. Ein seriöser Betrieb freut sich über den Anruf; bei einem unseriösen Inserat gibt es die Nummer meist gar nicht.

Wie du die Wiederholungen für dich nutzt

Behandle eine Wiederausschreibung als Einladung. Wenn dieselbe Stelle nach vier oder sechs Wochen wieder erscheint, ist der Betrieb nicht wählerischer geworden, sondern ungeduldiger. Genau dann lohnt sich eine Bewerbung, die beim ersten Mal vielleicht zu knapp gewesen wäre.

Nutze Ketten als Einstieg in eine Region. Wer bei einem Detailhändler, einer Klinikgruppe oder einer Optikerkette anfängt, kann später intern den Standort wechseln — für Zugezogene ist das einer der unkompliziertesten Wege, überhaupt Schweizer Berufserfahrung zu sammeln.

Und lass dir neue Inserate melden, statt manuell zu suchen. Weil dieselbe Funktion an vielen Orten und über mehrere Kanäle erscheint, ist die manuelle Suche genau die Arbeit, die sich am schlechtesten lohnt.

Wenn du beim RAV gemeldet bist, dokumentiere jede Bewerbung mit Standort und Datum. Zwei Bewerbungen auf zwei Filialen derselben Kette sind zwei Arbeitsbemühungen — dieselbe Bewerbung zweimal eingereicht ist keine.

Was Betroffene berichten

  • Der administrative Aufwand rund um die Bewerbungsdokumentation wird wiederkehrend als eigenständige Belastung beschrieben, wobei ausdrücklich das Problem genannt wird, dass Inserate zwischenzeitlich offline gehen und der Nachweis dann fehlt. Bei mehrfach ausgeschriebenen Funktionen verschärft sich das, weil dieselbe Stelle unter verschiedenen Adressen erscheint.

    Wiederkehrendes Thema in deutschsprachigen LinkedIn-Beiträgen von Stellensuchenden und Beratenden, ausgewertet im August 2026.

  • Aus dem Recruiting wird beschrieben, dass Bewerbungen ohne erkennbaren Bezug zur ausgeschriebenen Stelle eingehen — Unterlagen, die ebenso gut an einen ganz anderen Betrieb gehen könnten. Bei Filialketten fällt das besonders auf, weil der fehlende Standortbezug unmittelbar sichtbar ist.

    Wiederkehrendes Thema in deutschsprachigen LinkedIn-Beiträgen aus dem Recruiting, ausgewertet im August 2026.

Anteile aus unserer laufenden Auswertung der von uns erfassten Schweizer Stelleninserate, Stand August 2026. Als Gruppe zählt, was denselben normalisierten Stellentitel und denselben Arbeitgebernamen trägt; abweichende Schreibweisen desselben Titels werden dadurch als getrennt gezählt, weshalb der ausgewiesene Anteil eher eine Untergrenze ist. Wir veröffentlichen Anteile, keine absoluten Bestandszahlen.

Stellen nach Ort und Beruf durchsuchen

Quellen

Verwandte Fragen

← Alle Fragen

Was unser Stellenindex über den Schweizer Markt sagt

Live aus unserem eigenen Index berechnet, nicht aus einer Studie zitiert. Nur Anteile, Stand heute.

Sprache der Inserate

Deutsch
60%
English
23%
Français
13%
Italiano
3%

Von den Inseraten mit Sprachanforderung verlangen

Deutsch
70%
English
43%
Français
21%
Italiano
3%

19% in den letzten 7 Tagen ausgeschrieben · Grösste Märkte: Zürich 18% · Bern 10% · Genève 5% · Basel 5%