Jobbörsen in der Schweiz: Ruf, Auswahl und wem sie gehören
Aktualisiert:
Drei Fragen, die immer wieder gestellt werden — beantwortet mit Zahlen aus unserem eigenen, täglich aktualisierten Stellenindex statt mit Meinungen.
- Welche Jobbörsen in der Schweiz haben den besten Ruf?
- Was sind die besten Jobbörsen für Zürich?
- Welche Jobbörse ist die beste in der Schweiz — und woran misst man das?
- Wo finde ich aktuelle Stellenangebote in der Schweiz — und wie aktuell ist «aktuell» überhaupt?
- Wo finde ich Stellen beim Bund oder Kanton — und warum stehen sie nicht alle auf den grossen Jobbörsen?
Welche Jobbörsen in der Schweiz haben den besten Ruf?
Kurz gesagt
Nach Bekanntheit führt jobs.ch in der Deutschschweiz und jobup.ch in der Romandie; LinkedIn hat den besten Ruf bei englischsprachigen und internationalen Rollen, Indeed bei der schieren Menge. Wichtiger als der Ruf ist aber eine Tatsache, die keine dieser Seiten gross ankündigt: jobs.ch, jobup.ch und JobScout24 gehören alle zur JobCloud AG. Wer alle drei durchsucht, um mehr Auswahl zu haben, durchsucht drei Eingangstüren desselben Unternehmens.
Die Schweizer Jobportale auf einen Blick
Bild anklicken für die grosse Ansicht. Was jedes Portal wirklich ist, steht daneben.

1. SwissJobs.appUnsere App
Über 21 000 offene Schweizer Stellen aus ATS-Systemen, Firmenseiten und LinkedIn an einem Ort — und aus jedem Inserat heraus direkt Lebenslauf, Motivationsschreiben, CV-Check und Interviewvorbereitung. Das RAV-Formular für die Arbeitsbemühungen füllt sich aus dem Bewerbungstracker. Kostenlos nutzbar, Konto erst beim Speichern.
Stellen nach Beruf, Ort oder Sprache
Tippe einen Beruf, eine Stadt oder eine Sprache, die Seite zeigt die aktuell offenen Inserate dazu.
Nach Beruf
- Berater
- Projektleiter
- Verkauf
- Pflegefachfrau
- Pflege
- Sachbearbeiter
- Account Manager
- Software Engineer
- Öffentliche Verwaltung
- Architekt
- Versicherung
- Koch
71 weitere — Suchbegriff eingrenzen
Nach Sprache
Nach Arbeitsform
Für die Praxis heisst das: zwei wirklich unabhängige Quellen bringen mehr als drei Marken eines Anbieters.
- jobs.ch — grösste Bekanntheit in der Deutschschweiz.
- jobup.ch — Standard in der Romandie.
- JobScout24 — dieselbe Firma wie die beiden oberen.
- Indeed — breiteste Aggregation, dafür viele Duplikate.
- LinkedIn — bester Ruf für englischsprachige und internationale Rollen.
Woran Sie eine Jobbörse messen
| Kriterium | Worauf achten | Warum es zählt |
|---|---|---|
| Frische | Anteil der Inserate aus den letzten 7 Tagen | bei uns 21,9 % — fragen Sie andere danach |
| Abgelaufene Inserate | werden sie entfernt oder bleiben sie stehen | tote Inserate kosten Sie Bewerbungen |
| Dubletten | dieselbe Stelle mehrfach | bläht die Zahlen auf |
| Stellenmeldepflicht | nennt die Börse sie | 5 Arbeitstage laufen zuerst über Job-Room |
| Filter, die zählen | Pensum, Sprache, Kanton | 23,0 % der Inserate nennen das Pensum im Titel |
| Direktlink zum Betrieb | oder Umweg über ein Formular | Umwege kosten Antwortquote |
| Kosten für Bewerbende | sollten keine sein | — |
Reichweite lässt sich von aussen nicht prüfen — jede Börse behauptet die grösste. Prüfbar ist anderes: wie frisch, wie sauber, wie ehrlich über Lücken. Halten Sie uns an dieselben Punkte.
Eigentümerangaben von JobCloud selbst; Einordnungen Stand August 2026.
Prüfe, wie dein Lebenslauf zu einer Stelle passt
Kostenlos: Sprachen, Bewilligung, Anforderungen und mehr — bewertet gegen ein konkretes Inserat.
ATS-Lebenslauf prüfen: gegen ein konkretes Inserat, kostenlosWas sind die besten Jobbörsen für Zürich?
Kurz gesagt
Für Zürich decken jobs.ch und Indeed die grösste Menge ab, LinkedIn die englischsprachigen und internationalen Rollen. Entscheidender ist aber, was danach passiert: In unserem Index führen rund drei Viertel aller Inserate zur Bewerbung direkt auf der Firmenseite und ein weiteres Fünftel in ein Bewerbermanagement-System — nur ein kleiner Rest läuft über eine Jobbörse. Die Börse findet das Inserat; beworben wird man beim Arbeitgeber.
Praktisch heisst das: nimm eine grosse Börse für die Reichweite und eine Quelle, die dir die Bewerbung selbst erleichtert.
- Rund drei Viertel der Inserate führen zur Firmenseite.
- Etwa ein Fünftel in ein Bewerbermanagement-System.
- Nur ein kleiner Teil bleibt auf einer Jobbörse.
- Zürich ist der grösste Einzelmarkt der Schweiz.
Woran Sie eine Jobbörse messen
| Kriterium | Worauf achten | Warum es zählt |
|---|---|---|
| Frische | Anteil der Inserate aus den letzten 7 Tagen | bei uns 21,9 % — fragen Sie andere danach |
| Abgelaufene Inserate | werden sie entfernt oder bleiben sie stehen | tote Inserate kosten Sie Bewerbungen |
| Dubletten | dieselbe Stelle mehrfach | bläht die Zahlen auf |
| Stellenmeldepflicht | nennt die Börse sie | 5 Arbeitstage laufen zuerst über Job-Room |
| Filter, die zählen | Pensum, Sprache, Kanton | 23,0 % der Inserate nennen das Pensum im Titel |
| Direktlink zum Betrieb | oder Umweg über ein Formular | Umwege kosten Antwortquote |
| Kosten für Bewerbende | sollten keine sein | — |
Reichweite lässt sich von aussen nicht prüfen — jede Börse behauptet die grösste. Prüfbar ist anderes: wie frisch, wie sauber, wie ehrlich über Lücken. Halten Sie uns an dieselben Punkte.
Ausgewertet aus den aktuell veröffentlichten Inseraten unseres Index, August 2026.
Prüfe, wie dein Lebenslauf zu einer Stelle passt
Kostenlos: Sprachen, Bewilligung, Anforderungen und mehr — bewertet gegen ein konkretes Inserat.
ATS-Lebenslauf prüfen: gegen ein konkretes Inserat, kostenlosWelche Jobbörse ist die beste in der Schweiz — und woran misst man das?
Kurz gesagt
Es gibt keine einzelne Seite, die allein reicht — und das lässt sich messen: Die grösste einzelne Bewerbungsquelle in unserem Index trägt rund elf Prozent aller erfassten Inserate, und um die Hälfte des Markts zu sehen, musst du rund fünfzig verschiedene Ziele abdecken. Die beste Wahl ist deshalb keine Marke, sondern eine Kombination aus zwei Dingen: einer breiten Suchseite für die Menge und Job-Room für die meldepflichtigen Berufe, wo beim RAV registrierte Stellensuchende die Stellen fünf Arbeitstage vor allen anderen sehen.
Wer nach «der besten Jobbörse» sucht, sucht in Wahrheit nach vier Eigenschaften: Abdeckung, Frische, Sprache und Zugang zu kleinen Arbeitgebern. Diese vier lassen sich prüfen, eine Bekanntheitsrangliste nicht.
Der teuerste Fehler ist deshalb nicht die falsche Börse, sondern eine einzige Börse. Wer nur eine Quelle nutzt, sieht systematisch die kleinen Betriebe nicht — und genau dort ist die Konkurrenz am kleinsten.
Anteil aller erfassten Schweizer Inserate, den die grössten Bewerbungsziele zusammen abdecken. Ein Ziel ist die Stelle, an der die Bewerbung tatsächlich eingeht — meist die Karriereseite eines Arbeitgebers. Laufende Auswertung, Stand August 2026.
- Rund fünfzig verschiedene Bewerbungsziele braucht es, um die Hälfte der erfassten Inserate zu sehen — für vier Fünftel sind es 393.
- Nahezu die Hälfte aller Arbeitgeber in unserem Index hat genau eine offene Stelle ausgeschrieben.
- Nur etwa jedes siebte offene Inserat ist jünger als eine Woche; gut ein Viertel ist älter als zwei Monate.
- Gut vier von zehn Inseraten sind auf Deutsch, rund ein Fünftel auf Englisch, jedes zehnte auf Französisch.
- In meldepflichtigen Berufen sehen registrierte Stellensuchende Stellen fünf Arbeitstage früher — das kann keine private Börse bieten.
Woran Sie eine Jobbörse messen
| Kriterium | Worauf achten | Warum es zählt |
|---|---|---|
| Frische | Anteil der Inserate aus den letzten 7 Tagen | bei uns 21,9 % — fragen Sie andere danach |
| Abgelaufene Inserate | werden sie entfernt oder bleiben sie stehen | tote Inserate kosten Sie Bewerbungen |
| Dubletten | dieselbe Stelle mehrfach | bläht die Zahlen auf |
| Stellenmeldepflicht | nennt die Börse sie | 5 Arbeitstage laufen zuerst über Job-Room |
| Filter, die zählen | Pensum, Sprache, Kanton | 23,0 % der Inserate nennen das Pensum im Titel |
| Direktlink zum Betrieb | oder Umweg über ein Formular | Umwege kosten Antwortquote |
| Kosten für Bewerbende | sollten keine sein | — |
Reichweite lässt sich von aussen nicht prüfen — jede Börse behauptet die grösste. Prüfbar ist anderes: wie frisch, wie sauber, wie ehrlich über Lücken. Halten Sie uns an dieselben Punkte.
Warum keine einzelne Börse den Markt abbildet
Wir verfolgen für jedes erfasste Inserat, wo die Bewerbung tatsächlich landet. Das ergibt eine Landkarte des Schweizer Stellenmarkts, wie sie eine Börse selbst nie zeigt: Die grösste einzelne Quelle steht für rund elf Prozent aller Inserate. Die zehn grössten zusammen kommen auf knapp ein Drittel. Erst bei rund fünfzig verschiedenen Zielen ist die Hälfte des Markts erreicht — und für vier Fünftel braucht es 393.
Auf der Arbeitgeberseite sieht es genauso zersplittert aus. Die zehn grössten Arbeitgeber in unserem Index tragen zusammen gut ein Fünftel der Inserate, die hundert grössten nicht einmal die Hälfte. Um die andere Hälfte abzudecken, musst du in die Breite gehen, nicht in die Tiefe einer einzigen Marke.
Daraus folgt ein unbequemer Befund: Die Frage «welche ist die beste» ist schlechter gestellt als die Frage «welche zwei ergänzen sich». Zwei unabhängige Quellen mit unterschiedlicher Herkunft der Inserate bringen dir mehr Auswahl als drei Seiten, die aus denselben Kanälen speisen.
Praktisch heisst das: eine breite Suchseite für die Menge, dazu ein Kanal, der dich an kleine Arbeitgeber und an die Karriereseiten direkt heranführt. Ob die grosse Seite nun die eine oder die andere Marke ist, verändert deine Trefferliste weniger als diese zweite Quelle.
Die einzige Seite mit einem echten Vorsprung: Job-Room
Es gibt genau eine Stelle im Schweizer Markt, an der Inserate liegen, die anderswo noch gar nicht erscheinen dürfen. Seit dem 1. Juli 2018 gilt die Stellenmeldepflicht: Arbeitgeber müssen offene Stellen in Berufsarten mit hoher Arbeitslosigkeit dem zuständigen RAV melden, bevor sie sie öffentlich ausschreiben. Das schreibt das SECO auf arbeit.swiss so ausdrücklich.
Für dich als Stellensuchende oder Stellensuchender heisst das: Wenn du bei einem RAV gemeldet und auf dem Portal registriert bist, profitierst du laut arbeit.swiss von einem «Informationsvorsprung von fünf Arbeitstagen» und siehst die gemeldeten Stellen sofort. Fünf Arbeitstage sind im Schweizer Bewerbungsrhythmus viel — es ist der Unterschied zwischen der ersten und der fünfzigsten Bewerbung im Stapel.
Der Vorsprung gilt aber nicht überall. Meldepflichtig ist eine Berufsart nur, wenn ihre Arbeitslosenquote mindestens fünf Prozent beträgt, gerechnet gesamtschweizerisch als Zwölfmonatsdurchschnitt nach der Berufsnomenklatur CH-ISCO-19. Die Liste wird jedes Jahr im vierten Quartal aktualisiert und gilt vom 1. Januar bis 31. Dezember des Folgejahrs. Neu auf der Liste für 2026 sind unter anderem Reinigungspersonal und Hilfskräfte in Büros und Hotels.
Und der Zugang hat eine Bedingung: Die mit der Registrierung verbundenen Dienstleistungen stehen laut arbeit.swiss ausschliesslich Personen offen, die bei einem RAV als stellensuchend gemeldet sind. Wer nicht gemeldet ist, sieht diese Stellen erst, wenn sie öffentlich ausgeschrieben werden. Wer gemeldet ist, sollte die Registrierung als Erstes erledigen — sie ist der einzige exklusive Vorteil, den es im Schweizer Stellenmarkt zu holen gibt.
Frisch schlägt gross
Die zweite Eigenschaft, die eine gute Suchseite ausmacht, wird nie beworben: wie schnell neue Inserate ankommen und wie konsequent alte verschwinden. In unserem Bestand ist nur etwa jedes siebte offene Inserat jünger als eine Woche, gut ein Drittel jünger als zwei Wochen — und gut ein Viertel älter als zwei Monate.
Das ist kein Fehler des Markts, sondern seine Struktur: Viele Stellen bleiben lange offen, weil sich niemand meldet. Für eine Börse ist es trotzdem ein Qualitätsmerkmal, ob sie dir das Publikationsdatum ehrlich zeigt — oder ob jedes Inserat auf «heute» springt, sobald es neu eingelesen wird.
Interessant ist auch, wo die frischen Stellen liegen. Bei den 25 grössten Bewerbungszielen liegt das Medianalter der offenen Inserate bei rund 17 Tagen, im langen Schwanz der kleinen Ziele bei rund 25. Die grossen Arbeitgeber takten schneller; die kleinen lassen ihre Ausschreibung länger stehen — was für dich bedeutet, dass eine ältere Stelle bei einem kleinen Betrieb noch lange nicht vergeben ist.
Der Test dafür ist einfach: Sortiere auf jeder Börse nach Datum und schau, wie viele Inserate von heute und gestern übrig bleiben. Bleibt fast alles stehen, misst die Seite nicht das Publikationsdatum, sondern ihren eigenen Erfassungszeitpunkt.
Die Sprache entscheidet, was du überhaupt siehst
Der Schweizer Stellenmarkt ist kein Markt, sondern drei bis vier. Gut vier von zehn erfassten Inseraten sind auf Deutsch verfasst, rund ein Fünftel auf Englisch, knapp jedes zehnte auf Französisch und deutlich unter zwei Prozent auf Italienisch. Bei rund einem Viertel lässt sich die Sprache nicht zuverlässig bestimmen — das sagen wir lieber, als die Zahl zu runden.
Eine Börse, deren Oberfläche und Suchlogik nur eine Sprache gut beherrscht, verliert damit systematisch einen Teil des Markts. Wer in der Deutschschweiz nur auf Deutsch sucht, sieht die englischsprachigen Rollen in Pharma, Finanz und Informatik nicht. Wer nur auf Englisch sucht, verliert das Gewerbe, den Detailhandel und die Pflege — dort wird fast ausschliesslich auf Deutsch ausgeschrieben.
Am schärfsten ist der Effekt in der Romandie. Auf die Westschweizer Orte entfallen rund vierzehn Prozent unserer Inserate, aber nur knapp vier von zehn davon sind auf Französisch verfasst; fast drei von zehn sind englisch. Eine rein französischsprachige Suche schneidet dort einen erheblichen Teil des lokalen Markts weg.
Der praktische Schluss: Suche mit zwei Sprachversionen desselben Stellentitels. «Sachbearbeiter Buchhaltung» und «Accounting Specialist» finden in derselben Stadt zwei verschiedene Listen.
Der lange Schwanz — dort ist die Konkurrenz am kleinsten
Nahezu die Hälfte aller Arbeitgeber in unserem Index hat genau eine einzige offene Stelle ausgeschrieben. Zusammen tragen diese Betriebe rund sieben Prozent aller Inserate; nimmt man alle Arbeitgeber mit höchstens drei Ausschreibungen, sind es rund sechzehn Prozent.
Das ist der Teil des Markts, den jede markenorientierte Suche am schlechtesten abbildet — und gleichzeitig der Teil, in dem eine Bewerbung am meisten zählt. Ein Betrieb mit einer einzigen offenen Stelle hat keine Bewerbungsplattform, kein Recruiting-Team und selten mehr als eine Handvoll Bewerbungen im Postfach.
Um dort hinzukommen, brauchst du eine Quelle, die auch kleine Karriereseiten einliest, und die Bereitschaft, dieselbe Suche auf zwei Wegen zu fahren: einmal über die Börse, einmal über die Namen der Betriebe in deiner Region. Handelsregister, Branchenverbände und die Kundenlisten deines bisherigen Arbeitgebers sind dabei nützlicher als jede Rangliste von Portalen.
Wenn du wenig Zeit hast, ist das die Reihenfolge mit dem besten Verhältnis von Aufwand zu Ertrag: zuerst Job-Room, falls du gemeldet bist; dann eine breite Suchseite mit Datumssortierung; dann fünf bis zehn Karriereseiten kleiner Arbeitgeber, die du selbst ausgesucht hast.
Der Fünf-Minuten-Test für jede Jobbörse
Erstens: Suche deinen eigenen Beruf und sortiere nach Datum. Wie viele Inserate sind von heute? Zweitens: Klicke drei Inserate an und schau, wohin der Bewerbungs-Knopf führt. Landest du bei den Arbeitgebern selbst, ist die Seite eine Suchmaschine; bleibst du immer auf derselben Domain, ist sie eher ein geschlossener Marktplatz.
Drittens: Suche denselben Titel auf Englisch und auf Deutsch. Ändert sich die Liste stark, arbeitet die Seite rein auf Stichworten und du musst beide Varianten selbst durchgehen. Viertens: Prüfe, ob die Seite eine Ortsangabe kennt, die kleiner ist als der Kanton — Regionalität ist das, woran die meisten Suchen scheitern.
Was du nicht prüfen kannst, ist der Ruf. Bekanntheit sagt nichts darüber, ob genau deine Stelle auf der Seite steht. Die vier Tests oben sagen es in fünf Minuten — und sie erklären auch, warum die ehrliche Antwort auf diese Frage keine einzelne Marke sein kann.
Marktangaben aus unserer laufenden Auswertung der von uns erfassten Schweizer Stelleninserate, Stand August 2026. «Bewerbungsziel» meint die Adresse, an der die Bewerbung tatsächlich eingeht, nicht die Seite, auf der du das Inserat findest. Sprachanteile werden aus dem Inseratstext bestimmt; ein Viertel bleibt unbestimmt. Wir veröffentlichen Anteile, keine absoluten Bestandszahlen. Angaben zur Stellenmeldepflicht stammen vom SECO.
Wo finde ich aktuelle Stellenangebote in der Schweiz — und wie aktuell ist «aktuell» überhaupt?
Kurz gesagt
Aktuelle Stellen findest du auf drei Wegen, und erst zusammen ergeben sie ein vollständiges Bild: auf Job-Room der Arbeitslosenversicherung, wenn du beim RAV gemeldet bist — meldepflichtige Stellen liegen dort fünf Arbeitstage vor jedem anderen Kanal; in einer breiten, nach Datum sortierten Suche; und auf den Karriereseiten der Betriebe deiner Region. Der Haken steckt im Wort «aktuell»: Rund jedes fünfte offene Inserat wurde in den letzten sieben Tagen publiziert, doch diese frische Woche bildet den Markt nicht ab. Ein einziger Personalvermittler stellt darin fast drei von zehn Inseraten.
Diese Antwort kann Fehler enthalten und ersetzt keine amtliche Auskunft. Verbindlich ist, was dein RAV oder deine Arbeitslosenkasse sagt.
Wer «aktuelle Stellenangebote» sucht, meint fast immer zwei verschiedene Dinge gleichzeitig: frisch publiziert und noch offen. Nur das erste lässt sich sortieren. Das zweite steht nirgends, und die beiden hängen deutlich weniger zusammen, als eine Datumsanzeige suggeriert.
Deshalb ist die Datumssortierung ein guter erster Griff und ein schlechter einziger. Sie zeigt dir zuverlässig, wer viel und schnell ausschreibt — nicht, wo gerade eine Stelle für dich frei wird. Wer nur die frische Woche ansieht, sieht den Schweizer Markt in einer sehr eigenwilligen Verkleinerung.
Anteil an den Inseraten der letzten sieben Tage, nach der Zahl der offenen Stellen des Ausschreibenden. Über den gesamten Bestand kommen die grössten Ausschreibenden auf 37,2 Prozent und die Betriebe mit einer einzigen offenen Stelle auf 7,0 Prozent. Laufende Auswertung der von uns erfassten offenen Schweizer Inserate, Stand August 2026.
- Rund 19,5 Prozent der offenen Inserate wurden in den letzten sieben Tagen publiziert; gut die Hälfte des Bestands stammt aus dem laufenden Monat, und nur 0,3 Prozent sind älter als ein halbes Jahr.
- Ein einziger Personalvermittler stellt 28,7 Prozent der Inserate dieser frischen Woche, aber nur 10,6 Prozent des gesamten Bestands.
- 28 Ausschreibende füllen die Hälfte der letzten sieben Tage. Über den ganzen Bestand braucht es dafür 140.
- Arbeitgeber mit mehr als 50 offenen Stellen stellen 51,8 Prozent der frischen Woche, aber nur 37,2 Prozent des Bestands; Betriebe mit einer einzigen offenen Stelle kommen auf 5,4 statt 7,0 Prozent.
- Nur rund 2,6 Prozent der offenen Inserate liegen in einem meldepflichtigen Beruf — nur dort greift der Fünf-Arbeitstage-Vorsprung von Job-Room überhaupt.
- Knapp 43 Prozent dieser meldepflichtigen Inserate sind Küchen- und Reinigungsberufe, die erst seit dem 1. Januar auf der Liste stehen.
«Aktuell» ist eine Sortierung, kein Zustand
In einer Stellenliste bedeutet «aktuell» genau eine Sache: Das Publikationsdatum liegt kurz zurück. Über unseren gesamten Bestand an offenen Schweizer Inseraten sind das rund 19,5 Prozent, die in den letzten sieben Tagen erschienen sind. Gut die Hälfte aller Inserate, die gerade online stehen, stammt aus dem laufenden Monat, ein Fünftel aus dem Vormonat, und nur 0,3 Prozent sind älter als ein halbes Jahr. Der Bestand erneuert sich also laufend — die Liste, die du siehst, ist mehrheitlich ein paar Wochen jung.
Was das Datum nicht sagt, ist der Zustand der Stelle. Eine Ausschreibung bleibt in den meisten Betrieben stehen, bis unterschrieben ist, und das ist regelmässig Wochen nach dem ersten Gespräch. Ein Inserat von gestern kann bereits eine Shortlist haben, eines von vor sechs Wochen kann noch völlig offen sein. Wer «aktuell» als Qualitätsmerkmal liest statt als Zeitstempel, sortiert deshalb nach der falschen Grösse.
Nützlich ist das Datum trotzdem, aber für eine andere Frage: Es misst die Geschwindigkeit des Ausschreibenden. Ein Betrieb, der seine Stellen laufend nachführt, hat ein professionelles Personalwesen und meldet sich in der Regel auch schneller zurück. Ein Inserat ohne erkennbares Datum ist umgekehrt das schlechteste Signal von allen — dann misst die Seite nicht den Markt, sondern den eigenen Bestand.
Die praktische Konsequenz ist unspektakulär: Datumssortierung ja, aber immer zusammen mit einem Berufs- und einem Ortsfilter. Ohne diese beiden Filter siehst du nicht die neuesten Stellen deines Markts, sondern die neuesten Stellen des ganzen Landes — und die gehören, wie der nächste Abschnitt zeigt, zu einem sehr kleinen Kreis von Ausschreibenden.
Der einzige Kanal mit gesetzlichem Vorsprung — und wie schmal er ist
Ein Teil des Schweizer Stellenmarkts ist für ein paar Tage überhaupt nicht öffentlich, und zwar von Gesetzes wegen: Er liegt im geschützten Bereich von Job-Room. Die Stellenmeldepflicht ist seit Mitte 2018 in Kraft und hat seit Anfang 2020 ihre heutige Form: Arbeitgeber müssen offene Stellen in Berufsarten mit schweizweit mindestens fünf Prozent Arbeitslosigkeit dem RAV melden. Erst fünf Arbeitstage nach der Publikation im geschützten Bereich darf die Stelle anderweitig ausgeschrieben werden. Das SECO nennt das ausdrücklich eine Sperrfrist.
Welche Berufsarten betroffen sind, wird jährlich neu festgelegt; die Liste läuft über ein Kalenderjahr, von Anfang Januar bis Ende Dezember. Massgebend ist einzig die Arbeitslosenquote der Berufsart über zwölf Monate, national gerechnet und nach der Berufsnomenklatur des Bundesamts für Statistik zugeordnet. Für 2026 sind Reinigungspersonal und Hilfskräfte in Büros und Hotels sowie Köchinnen und Köche neu dazugekommen, beide mit einer Quote von 5,3 Prozent. Damit arbeiten laut arbeit.swiss 10,8 Prozent der Erwerbstätigen in einem meldepflichtigen Beruf, gegenüber 6,5 Prozent im Jahr davor.
Auf der Seite der Ausschreibungen fällt der Vorsprung allerdings viel kleiner aus, als diese 10,8 Prozent vermuten lassen. Wir haben die offiziellen Berufsbezeichnungen der Liste 2026 gegen die Titel unserer offenen Inserate gehalten: Rund 2,6 Prozent des Bestands liegen in einem meldepflichtigen Beruf. Knapp 43 Prozent davon sind genau die beiden Berufsarten, die erst seit Januar auf der Liste stehen — Küche und Reinigung. Der Fünf-Tage-Vorsprung ist also real, aber er betrifft ungefähr jedes vierzigste Inserat, nicht den Markt.
Dazu kommt, dass die Meldepflicht Ausnahmen kennt, die man kennen sollte, bevor man auf sie zählt. Nicht gemeldet werden müssen Stellen, die mit einer beim RAV gemeldeten Person besetzt werden, Wechsel innerhalb des Betriebs oder Konzerns bei mindestens sechs Monaten ununterbrochener Anstellung, Einsätze von höchstens 14 Kalendertagen sowie Anstellungen naher Verwandter. Auch Lehrstellen und obligatorische Ausbildungspraktika sind ausgenommen. Wer in einem meldepflichtigen Beruf sucht, sieht über Job-Room also einen Vorsprung — aber keine Vollständigkeit.
Der Zugang ist allerdings eng gefasst: arbeit.swiss behält die Dienstleistungen der Registrierung denjenigen vor, die bei einem RAV als stellensuchend gemeldet sind. Die Registrierung läuft über ein AGOV-Login und verlangt AHV-Nummer und die achtstellige Personennummer vom RAV. Wer gemeldet ist, sollte sie am ersten Tag erledigen: Sie schaltet den Informationsvorsprung frei, dazu einen Job-Alert und die Merklisten.
Wer die frische Woche wirklich füllt
Jetzt der Teil, den keine Suchseite anzeigt. Die Inserate der letzten sieben Tage sind kein verkleinertes Abbild des Markts, sondern ein stark verzerrtes. Ein einziger Personalvermittler stellt 28,7 Prozent davon, obwohl er über den ganzen Bestand nur auf 10,6 Prozent kommt. 28 Ausschreibende genügen, um die Hälfte der frischen Woche zu füllen; über den gesamten Bestand braucht es dafür 140. Und die zehn grössten Bewerbungsziele decken in der frischen Woche 50,4 Prozent ab, im Gesamtbestand nur 32 Prozent.
Dieselbe Verzerrung zeigt sich bei der Betriebsgrösse. Arbeitgeber mit mehr als 50 offenen Stellen stellen 51,8 Prozent der frischen Woche, im Gesamtbestand 37,2 Prozent. Betriebe mit einer einzigen offenen Stelle fallen von 7,0 auf 5,4 Prozent. Das hat einen mechanischen Grund: Bei den grossen Ausschreibenden liegt das Medianalter der Inserate bei rund 15 Tagen und 27,1 Prozent ihrer Stellen sind jünger als eine Woche; bei den Betrieben mit einer einzigen Stelle sind es rund 22 Tage und 15,3 Prozent. Wer viel ausschreibt, ist im Datumsfilter dauernd oben.
Auch räumlich kippt die Liste. Die Deutschschweiz stellt 81,0 Prozent des Bestands, aber 86,3 Prozent der frischen Woche; die Romandie fällt von 17,7 auf 12,9 Prozent, das Tessin von 1,2 auf 0,8 Prozent. Und bei den Berufsfeldern: Informatikstellen machen 10,6 Prozent des Bestands aus, aber 17,4 Prozent der frischen Woche, während Bau und Handwerk von 4,8 auf 4,0 Prozent fallen und dafür 7,4 Prozent der Inserate stellen, die älter als drei Monate sind.
Dass das an der Zusammensetzung der Ausschreibenden liegt und nicht am Markt, lässt sich zeigen: Nimmt man den einen grossen Personalvermittler aus der frischen Woche heraus, springen die Anteile fast auf den Normalwert zurück — die Romandie auf exakt ihre 17,7 Prozent, die grossen Arbeitgeber auf 32,4 Prozent, und für die Hälfte der Woche braucht es plötzlich 100 statt 28 Ausschreibende. Ein einzelnes Konto verschiebt also das Bild eines ganzen Landes.
Für dich heisst das nicht, dass Datumssortierung schlecht ist. Es heisst, dass die erste Seite einer nach Datum sortierten Liste vor allem eine Aussage über Ausschreibungsvolumen ist. Wenn dir dieselben zwei, drei Namen ständig entgegenkommen, ist das kein Zufall und kein Zeichen eines lebhaften Markts — es ist die Signatur eines Vermittlers, der laufend nachlegt.
Drei Suchen statt einer — die Reihenfolge, die etwas bringt
Erstens, falls du beim RAV gemeldet bist: die Registrierung auf Job-Room, am besten am selben Tag. Das ist der einzige Vorsprung im Schweizer Stellenmarkt, den es gratis zu holen gibt, und er kostet einmal zwanzig Minuten. Richte dort gleich den Job-Alert ein — in einem meldepflichtigen Beruf ist genau dieses Zeitfenster der ganze Vorteil.
Zweitens die breite Suche, aber mit drei gesetzten Filtern statt einem: Beruf, Kanton oder Region, und Datum. Erst diese Kombination macht aus der Datumssortierung eine Marktsicht. Suche denselben Beruf zusätzlich mit dem gebräuchlichen englischen Titel, wenn du im Raum Zürich, Zug oder Basel suchst — die Trefferlisten sind dort nicht deckungsgleich.
Drittens die Karriereseiten. Genau die Betriebe, die im Datumsfilter untergehen — ein bis drei offene Stellen, kein Recruiting-Team — sind jene, bei denen deine Bewerbung im kleinsten Stapel landet. Zehn bis zwanzig Namen aus deiner Region, einmal pro Woche durchgeklickt, decken einen Teil des Markts ab, den keine Sortierung dir liefert. Handelsregister, Branchenverband und die Kundenliste deines bisherigen Arbeitgebers sind dafür die beste Quelle.
Zur Frequenz: Wenn sich rund ein Fünftel des Bestands pro Woche erneuert, ist zweimal pro Woche schauen ausreichend und täglich schauen fast reine Nervensache. Wichtiger als die Frequenz ist die Trennung von Suchen und Bewerben: Das Durchsehen kostet Minuten, eine zugeschnittene Bewerbung eine halbe Stunde. Wer beides vermischt, macht am Ende beides schlechter.
Welcher Weg zu welchem Beruf passt
Nicht jeder Beruf wird über denselben Kanal aktuell. In der Informatik und im Ingenieurwesen ist die Datumssortierung tatsächlich der Hauptweg: Diese Felder sind in der frischen Woche überproportional vertreten und werden auch am schnellsten wieder besetzt. Wer hier zwei Tage später schaut, hat effektiv etwas verpasst.
In der Pflege, im Verkauf und in den kaufmännischen Berufen bringt die Datumssortierung wenig zusätzliche Auswahl, weil der Bestand gross und die Fluktuation über den Monat verteilt ist. Hier zahlt sich eher aus, die Karriereseiten der grossen regionalen Arbeitgeber — Spitäler, Heime, Kantone, Filialisten — direkt und regelmässig anzusehen; sie schreiben laufend aus, aber nicht immer dort, wo du zuerst suchst.
In Bau und Handwerk ist die frische Woche der schlechteste Ratgeber überhaupt. Diese Inserate sind in den letzten sieben Tagen unterdurchschnittlich vertreten und im älteren Teil des Bestands überdurchschnittlich — ein Zeichen dafür, dass die Stellen lange offen bleiben. Ein zwei Monate altes Handwerksinserat ist deshalb keine Karteileiche, sondern häufig eine Stelle, die immer noch niemanden gefunden hat.
Und in den Küchen-, Service-, Reinigungs- und Bauhilfsberufen führt der erste Weg über das RAV, weil genau diese Berufsarten auf der Liste 2026 stehen. Dort entscheidet nicht die Suchseite über deinen Vorsprung, sondern die Frage, ob du gemeldet und registriert bist. Wer das nicht ist, sieht dieselben Stellen — einfach fünf Arbeitstage später, zusammen mit allen anderen.
Marktangaben aus unserer laufenden Auswertung der von uns erfassten offenen Schweizer Inserate, Stand August 2026. «Frische Woche» meint die Inserate, deren Publikationsdatum höchstens sieben Tage vor dem Stand der Auswertung liegt. «Bewerbungsziel» ist die Adresse, an der die Bewerbung eingeht, nicht die Seite, auf der du das Inserat findest. Der Anteil meldepflichtiger Inserate ist eine Näherung: Wir haben die offiziellen Berufsbezeichnungen der Liste 2026 gegen die Stellentitel gehalten und Lehrstellen sowie Praktika ausgenommen; verbindlich ist allein die Prüfung durch das zuständige RAV. Wir veröffentlichen Anteile, keine absoluten Bestandszahlen. Alle Angaben zur Stellenmeldepflicht und zur Registrierung stammen vom SECO beziehungsweise von arbeit.swiss.
Wo finde ich Stellen beim Bund oder Kanton — und warum stehen sie nicht alle auf den grossen Jobbörsen?
Kurz gesagt
Stellen des Bundes stehen im elektronischen Stellenanzeiger des Bundes auf stelle.admin.ch, den das Eidgenössische Personalamt betreibt. Die Bundespersonalverordnung schreibt das vor: Offene Stellen werden zumindest dort ausgeschrieben. Für die Kantone gibt es keine gemeinsame Adresse — jeder Kanton führt sein eigenes Portal, etwa der Kanton Zürich, der Kanton Bern, Luzern über stellen.lu.ch, der Aargau, der zweisprachige Staat Freiburg oder das Tessin unter concorsi.ti.ch. Eine Suchmaske für den ganzen öffentlichen Dienst der Schweiz gibt es nicht.
Der Unterschied zur Privatwirtschaft ist ein rechtlicher, kein technischer. Das Bundespersonalgesetz hält in einem einzigen Satz fest: «Offene Stellen werden öffentlich ausgeschrieben. Die Ausführungsbestimmungen regeln die Ausnahmen.» Die Ausführungsbestimmung dazu nennt den elektronischen Stellenanzeiger als Mindestkanal. Eine Firma kann eine Stelle im Bekanntenkreis besetzen, ohne je ein Inserat zu schreiben; eine Verwaltungseinheit des Bundes kann das nur in den Fällen, die die Verordnung selbst aufzählt.
Diese Ausnahmeliste ist der eigentlich interessante Teil, weil sie erklärt, was du auch auf dem offiziellen Portal nie siehst: Stellen bis zu einem Jahr Dauer, Stellen, die innerhalb einer Verwaltungseinheit intern besetzt werden, interne Jobrotation, Stellen im Rahmen der beruflichen Wiedereingliederung und der Integration von Menschen mit Behinderungen sowie Stellen für Angestellte, die von einer Umstrukturierung oder Reorganisation betroffen sind. Wer intern schon arbeitet, sieht also einen Teil des Angebots, den niemand von aussen sieht.
Umgekehrt gibt es einen Kanal, der dem offiziellen Portal zeitlich vorausgeht: Offene Stellen, die nicht von der Ausschreibungspflicht ausgenommen sind, werden spätestens eine Woche vor der Publikation im elektronischen Stellenanzeiger den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren gemeldet. Diese Woche steht im Verordnungstext, sie ist keine Kulanz. Und derselbe Artikel verlangt zusätzlich, dass Stellen in Berufsarten mit überdurchschnittlicher Arbeitslosigkeit der öffentlichen Arbeitsvermittlung gemeldet werden — der Bund nimmt sich von der Meldepflicht, die er den Privaten auferlegt, nicht aus.
Anteil der Inserate, die eine Sprache auf Arbeitsniveau verlangen, berechnet auf den Inseraten, die überhaupt eine Sprachanforderung nennen. Gemeinde-, Kantons- und private Arbeitgeber in unserem Bestand offener Schweizer Inserate, Stand August 2026. Ein Inserat kann mehrere Sprachen verlangen, die Balken addieren sich deshalb nicht auf hundert.
- Der öffentliche Sektor ist in einer breiten Suche ein schmaler Block. In unserem Bestand entfallen rund zehn Prozent der Inserate auf Bund, bundesnahe Betriebe, Kantone, Gemeinden, öffentliche Spitäler, den ETH-Bereich und den öffentlichen Verkehr zusammen; auf die Kernverwaltung von Bund, Kanton und Gemeinde allein 4,6 Prozent, davon 1,6 Prozent auf die Bundesverwaltung.
- Diese Anteile verteilen sich auf sehr wenige Namen. Im öffentlichen Teil unseres Bestands stehen 112 Arbeitgebernamen, und die zehn grössten davon tragen 54,8 Prozent. Auf der privaten Seite sind es knapp dreitausend Namen, und die zehn grössten tragen dort nur 23,4 Prozent. Vier oder fünf Portale abzudecken bringt im öffentlichen Dienst deshalb ungleich mehr als in der Privatwirtschaft.
- Als Arbeitgebername aufzutreten heisst nicht dasselbe wie auszuschreiben: In unserem Bestand erscheinen 14 der 26 Kantone überhaupt unter einem Namen der Kantonsverwaltung, und aus den über zweitausend Schweizer Gemeinden sind es 21 Gemeinde- und Stadtverwaltungen. Das ist kein Abbild des öffentlichen Arbeitsmarkts, sondern der Beleg dafür, dass das eigene Portal der Hauptkanal bleibt.
- Was in einer breiten Suche als «öffentliche Stelle» erscheint, ist meistens ein Spital. Kantonsspitäler, Spitalzentren, Universitätsspitäler und psychiatrische Dienste tragen in unserem Bestand 3,8 Prozent aller Inserate — fast so viel wie die gesamte Kernverwaltung von Bund, Kantonen und Gemeinden zusammen. Sie führen eigene Karriereseiten und laufen nicht über das Portal des Kantons.
- Teilzeit ist im öffentlichen Dienst deutlich häufiger. Von den Inseraten mit erfasstem Beschäftigungsgrad sind bei Gemeinden 18,1 Prozent Teilzeitstellen, bei den öffentlichen Spitälern 16,8 und bei den Kantonen 12,4 Prozent, gegenüber 5,2 Prozent bei privaten Arbeitgebern. Wer ein reduziertes Pensum sucht, sucht im öffentlichen Dienst in einem Feld mit dreimal so hoher Trefferdichte.
- Bundesstellen liegen nicht nur in Bern. Die Inserate der Bundesverwaltung in unserem Bestand verteilen sich auf 32 verschiedene Ortsangaben: Bern trägt 30,1 Prozent, Neuenburg 26,9, Zollikofen 9,2, Freiburg 4,6 und Dübendorf 2,9 Prozent. Ein grosser Teil davon sind Logistik-, Werkstatt- und Ausbildungsstandorte, nicht Büros an der Bundesgasse.
Stellen bei Bund und Kanton — und warum sie zuerst anderswo stehen
| Punkt | Was gilt | Wo |
|---|---|---|
| Bundesverwaltung | eigenes Portal | stelle.admin.ch |
| Kantone | jeder Kanton ein eigenes Portal | Website des Kantons |
| Gemeinden und Städte | eigene Seiten, selten aggregiert | Website der Gemeinde |
| Meldepflichtige Berufsarten | 5 Arbeitstage exklusiv für RAV-Registrierte | Job-Room, geschützter Bereich |
| Seit wann | 1. Januar 2020 | AVIG Art. 21a |
| Schwelle | ab 5 % Arbeitslosigkeit in der Berufsart | jährlich festgelegt |
| Was das für Sie heisst | beim RAV registriert sein bringt einen echten Vorsprung | — |
Der Grund, warum Sie manche Stellen erst spät sehen, heisst Stellenmeldepflicht: seit 1. Januar 2020 müssen offene Stellen in Berufsarten mit mindestens 5 % Arbeitslosigkeit zuerst dem RAV gemeldet werden, und registrierte Stellensuchende haben fünf Arbeitstage Vorsprung. Quelle: arbeit.swiss, FAQ zur Stellenmeldepflicht.
Ein Portal für den Bund, sechsundzwanzig für die Kantone
Die Zuständigkeit ist in der Bundespersonalverordnung geregelt: Fachstelle für personalpolitische Fragen ist das Eidgenössische Personalamt, und zu seinen dort aufgezählten Aufgaben gehört ausdrücklich die zentrale öffentliche Ausschreibung offener Stellen. Deshalb gibt es beim Bund genau eine Adresse und nicht ein Portal pro Departement — auf Deutsch, Französisch, Italienisch und Englisch, mit eigenen Einstiegen für die Lehre in der Bundesverwaltung und für Hochschulpraktika.
Der Geltungsbereich des Bundespersonalgesetzes reicht dabei weiter, als die meisten erwarten. Es gilt für das Personal der Bundesverwaltung, der Parlamentsdienste, der Schweizerischen Bundesbahnen, der dezentralisierten Verwaltungseinheiten, des Bundesverwaltungsgerichts, des Bundesstrafgerichts und des Bundespatentgerichts, des Bundesgerichts sowie der Bundesanwaltschaft. «Beim Bund arbeiten» meint also auch Gerichte, Bahn und ausgelagerte Einheiten — und mehrere davon führen zusätzlich eigene Karriereseiten.
Für die Kantone gibt es keine entsprechende Bundesregel und folglich auch keine gemeinsame Suchmaske. Jeder Kanton entscheidet selbst, wie er ausschreibt; in der Praxis heisst das ein Portal pro Kanton, oft ergänzt um einen getrennten Stellenmarkt für Lehrpersonen, wie ihn der Kanton Bern führt. Ein kantonales Portal deckt dabei mehr ab als die Verwaltung im engen Sinn: Beim Kanton Aargau laufen Verwaltung, Volksschulen, Gerichte und Kantonspolizei über denselben Einstieg.
Was die Ausnahmen praktisch bedeuten
Die Verordnung nimmt befristete Stellen bis zu einem Jahr von der Ausschreibungspflicht aus. Das ist die Ausnahme mit der grössten Alltagswirkung: Kurzeinsätze, Vertretungen und Projektanstellungen können intern oder über Bekanntschaften laufen, ohne dass je ein Inserat entsteht. Wer einen Fuss in die Tür bekommen will, findet diesen Weg nicht über eine Suchmaske, sondern über eine Spontanbewerbung bei der Verwaltungseinheit, die einen interessiert.
Die zweite Ausnahme betrifft Stellen, die innerhalb einer Verwaltungseinheit intern besetzt werden, und die interne Jobrotation. Auch das ist kein Schlupfloch, sondern eine ausdrückliche Regel — mit der Folge, dass der Wechsel innerhalb des Bundes einfacher ist als der Einstieg von aussen. Für Aussenstehende ist die praktische Konsequenz nüchtern: Ein Teil der Bewegung im Personalkörper wird nie sichtbar.
Und es gibt Ausnahmen, die niemand als Nachteil lesen sollte: Stellen, die im Rahmen der beruflichen Wiedereingliederung von erkrankten und verunfallten Mitarbeitenden oder der Integration von Menschen mit Behinderungen besetzt werden, sowie Stellen für Angestellte, die von einer Umstrukturierung betroffen sind. Diese Stellen fehlen im Anzeiger, weil sie einer Person zugutekommen sollen, die den Arbeitgeber bereits hat.
Dieselbe Stelle, mehrere Amtssprachen — such in allen
Der Bund publiziert eine Stelle nicht einmal mehrsprachig, sondern mehrfach: pro Amtssprache ein eigenes Inserat mit eigenem Titel und eigenem Bewerbungsweg. In unserem Bestand steht etwa am selben Tag und am selben Ort «Leiter/-in Armeeküche» neben «Responsable de la cuisine militaire» und «Responsabile della cucina dell'esercito» — drei Einträge, eine Stelle. Wer nur mit deutschen Suchbegriffen arbeitet, filtert einen Teil davon weg, obwohl er dieselbe Funktion beschreibt.
Dahinter steht die Sprachenverordnung. Sie setzt der Bundesverwaltung Zielbänder dafür, wie stark jede Sprachgemeinschaft im Personalkörper vertreten sein soll — seit Anfang 2026 Deutsch 66,5 bis 68,5 Prozent, Französisch 22,5 bis 24,5, Italienisch 7,5 bis 8,5 und Rätoromanisch 0,5 bis 1,0 Prozent, und das ausdrücklich bis hinauf in die Kaderfunktionen. Den ETH-Bereich klammert sie aus. Nach oben sind die Bänder für die lateinischen Gemeinschaften offen: Sie dürfen überschritten werden.
Diese Bänder bleiben nicht Papier. Dieselbe Bestimmung verpflichtet die Arbeitgeber, im Auswahlverfahren aus jeder Sprachgemeinschaft Kandidatinnen und Kandidaten ins Gespräch zu holen, sofern sie die objektiven Kriterien erfüllen — und bei gleichwertiger Qualifikation jene vorzuziehen, deren Sprachgemeinschaft in der betreffenden Einheit untervertreten ist; für Kaderstellen gilt das verschärft. Wer nicht deutscher Erstsprache ist, liest hier eine Regel, die zu seinen Gunsten formuliert ist.
Woran du ein Inserat der Kantone und Gemeinden erkennst
Das Pensum steht oft schon im Titel. In unserem Bestand nennen 51,4 Prozent der Gemeindeinserate eine Prozentangabe im Titel, bei den Kantonen 19,9 und bei privaten Arbeitgebern 21,1 Prozent; die typische Bandbreite «80–100 %» findet sich in 29,5 Prozent der Gemeindetitel gegenüber 12,2 Prozent der privaten. Für Teilzeitsuchende ist das eine echte Abkürzung: Die Information, für die man sonst das ganze Inserat lesen muss, steht schon in der Trefferliste.
Auch die Berufsfelder verschieben sich. Titel aus Recht und Justiz machen 7,9 Prozent der kantonalen Inserate aus, aber 0,1 Prozent der privaten — ein Verhältnis, das es sonst nirgends im Markt gibt. Kaufmännische und administrative Titel stehen bei 15,3 Prozent der kantonalen Inserate gegenüber 4,0 Prozent privat. Bei den Gemeinden wiederum sind 12,4 Prozent der Titel Pflegeberufe und 8,6 Prozent Bau- und Betriebsunterhalt: Alters- und Pflegeheime, Werkhöfe, Hauswartung.
Und die Suche lässt sich mechanisieren. Nahezu alle kantonalen Portale bieten ein Job-Abo für neue Ausschreibungen an; weil im öffentlichen Teil unseres Bestands die zehn grössten Namen über die Hälfte aller Inserate tragen, deckt eine Handvoll solcher Abos den ganzen Kanal ab. Das ist der Grund, warum sich der öffentliche Dienst anders durchsuchen lässt als die Privatwirtschaft — nicht mit mehr Suchen, sondern mit weniger, dafür fest eingerichteten.
Sprache, Bürgerrecht und die Frage, wer sich überhaupt bewerben darf
Sprachlich ist der öffentliche Dienst kein einheitlicher Block. Von den Inseraten, die überhaupt eine Sprachanforderung nennen, verlangen bei den Gemeinden 92,3 Prozent Deutsch auf Arbeitsniveau, bei den Kantonen 67,7 und bei privaten Arbeitgebern 62,8 Prozent. Französisch auf Arbeitsniveau verlangen 50,7 Prozent der kantonalen Inserate gegenüber 15,2 Prozent der privaten, und Deutsch und Französisch gemeinsam fordern 21,0 Prozent der kantonalen Inserate — mehr als sechsmal so oft wie die 3,3 Prozent in der Privatwirtschaft.
Englisch dreht das Bild um: 38,0 Prozent der privaten Inserate mit Sprachangabe verlangen Englisch auf Arbeitsniveau, bei den Kantonen sind es 7,3 Prozent und bei den Gemeinden praktisch keine. Die Sprachenverordnung erklärt, warum die zweite Sprache im Staatsdienst anders aussieht: Was sie den Angestellten des Bundes abverlangt, ist eine zweite Amtssprache im Umfang, den die Funktion braucht, und mit der Führungsstufe steigt die Anforderung auf eine dritte. Amtssprache heisst dabei Deutsch, Französisch oder Italienisch — nicht Englisch.
Beim Bürgerrecht gilt eine enge, klar umrissene Regel. Der Stellenzugang kann auf Personen mit Schweizer Bürgerrecht beschränkt werden, soweit es für hoheitliche Aufgaben nötig ist — durch das Justiz- und Polizeidepartement für Personal in der internationalen Verbrechensbekämpfung, bei der Polizei und in der Strafverfolgung, durch das VBS für Landesverteidigung und Nachrichtendienst, durch das EDA für die Vertretung der Schweiz im Ausland, durch das EFD für das Grenzwachtkorps und durch die Departemente für Personal, das die Schweiz an internationalen Verhandlungen vertritt. Die Verordnung verlangt, dass auf eine solche Beschränkung in der Stellenausschreibung hingewiesen wird. Ein Bundesinserat, das nichts dazu sagt, verschweigt also keine.
Rechtliche Angaben aus dem Bundespersonalgesetz (Art. 2, 7 und 8), der Bundespersonalverordnung (Art. 18, 22 und 23) und der Sprachenverordnung (Art. 7 und 8), Fassungen in Kraft am 23. August 2026, gelesen auf fedlex.admin.ch. Die genannten Portale wurden am 23. August 2026 einzeln aufgerufen. Alle Anteile zu Inseraten stammen aus unserer laufenden Auswertung der von uns erfassten offenen Schweizer Stelleninserate, Stand August 2026. Die Zuordnung erfolgt über den Arbeitgebernamen; «Bundesverwaltung» meint hier Ämter, Staatssekretariate, Bundeskanzlei, Armee und Bundesgerichte, ohne bundesnahe Betriebe wie RUAG, Suva oder Skyguide, die wir dem weiteren öffentlichen Sektor zurechnen. Sprachanteile beziehen sich auf Inserate, die überhaupt eine Sprachanforderung nennen. Wir veröffentlichen Anteile, keine absoluten Bestandszahlen. Was wir erfassen, ist ein Ausschnitt des öffentlich Ausgeschriebenen: Verwaltungen, die nur auf dem eigenen Portal publizieren, sind darin untervertreten.
Quellen
- arbeit.swiss — Registrierung für Stellensuchende
- arbeit.swiss — Stellenmeldepflicht
- arbeit.swiss — Stellenmeldepflicht und Check-Up für 2026
- Job-Room — Stellenportal der öffentlichen Arbeitsvermittlung
- Bundesamt für Statistik — Arbeit und Erwerb
- arbeit.swiss — FAQ zur Stellenmeldepflicht (Sperrfrist von fünf Arbeitstagen)
- Bundespersonalgesetz (BPG), SR 172.220.1 — Art. 2, 7 und 8
- Bundespersonalverordnung (BPV), SR 172.220.111.3 — Art. 22 Stellenausschreibung, Art. 23 Einschränkungen im Stellenzugang
- Sprachenverordnung (SpV), SR 441.11 — Art. 7 Vertretung der Sprachgemeinschaften
- Stellenportal Bund — elektronischer Stellenanzeiger des Eidgenössischen Personalamts
- Kanton Zürich — Arbeiten beim Kanton
- Kanton Bern — Jobs und Karriere
- Kanton Luzern — Offene Stellen
- Kanton Aargau — Offene Stellen
- Staat Freiburg — Stellenangebote
- Repubblica e Cantone Ticino — concorsi.ti.ch
Verwandte Fragen
Was unser Stellenindex über den Schweizer Markt sagt
Live aus unserem eigenen Index berechnet, nicht aus einer Studie zitiert. Nur Anteile, Stand heute.
Sprache der Inserate
- Deutsch
- 60%
- English
- 23%
- Français
- 13%
- Italiano
- 3%
Von den Inseraten mit Sprachanforderung verlangen
- Deutsch
- 70%
- English
- 43%
- Français
- 21%
- Italiano
- 3%
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