Wie finde ich eine Teilzeitstelle in der Schweiz?
Aktualisiert:
Kurz gesagt
Etwa jedes zwanzigste Schweizer Inserat ist ausdrücklich als Teilzeit ausgeschrieben. Der entscheidende Punkt ist aber, wo: Die höchsten Anteile finden sich nicht in Zürich oder Genf, sondern in Solothurn, Baden, Winterthur und Bern, wo je nach Ort rund neun bis zwölf Prozent der Stellen Teilzeit sind. In Zürich sind es nur rund viereinhalb, in Genf nicht einmal vier Prozent.
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Das dreht die übliche Suchstrategie um. Wer Teilzeit sucht, geht instinktiv dorthin, wo es die meisten Stellen gibt — und landet ausgerechnet in den Städten mit der niedrigsten Teilzeitquote. Zürich hat in absoluten Zahlen viele Teilzeitstellen, aber der Anteil an allem, was dort ausgeschrieben wird, ist einer der tiefsten des Landes.
Der zweite und grössere Befund: Ein erheblicher Teil der Teilzeitarbeit taucht in Inseraten gar nicht als solche auf. Nur rund fünf Prozent aller Stellentitel nennen überhaupt ein Pensum. Teilzeit wird in der Schweiz häufiger verhandelt als ausgeschrieben — und genau deshalb findet man sie nicht, wenn man nur nach ihr filtert.
Anteil der Inserate am jeweiligen Ort, die als Teilzeit ausgeschrieben sind. Laufende Auswertung, Stand August 2026.
- Rund fünfeinhalb Prozent aller erfassten Inserate sind ausdrücklich als Teilzeit ausgeschrieben.
- Nur etwa fünf Prozent aller Stellentitel enthalten überhaupt eine Pensumsangabe — eine Suche nach «80 %» im Titel übersieht das meiste.
- Rund zwei Drittel der ausgeschriebenen Teilzeitstellen verlangen Deutsch; Englisch kommt nur in etwa jeder sechsten vor.
- Bei Stellen, die ausschliesslich Englisch verlangen, liegt der Teilzeitanteil bei rund anderthalb Prozent — ein Bruchteil des Marktdurchschnitts.
- Gesundheitswesen, Detailhandel, Versicherungen und die öffentliche Hand stellen den Grossteil der ausgeschriebenen Teilzeitstellen.
Wo Teilzeit wirklich ausgeschrieben wird
| Kanton | Anteil Teilzeit | Inserate gezählt |
|---|---|---|
| Aargau | 36,0 % | 419 |
| Luzern | 34,5 % | 551 |
| Bern | 30,8 % | 626 |
| Zürich | 21,0 % | 1’822 |
| Waadt | 14,0 % | 677 |
| Basel-Stadt | 13,6 % | 463 |
| Freiburg | 12,8 % | 423 |
| Genf | 5,8 % | 669 |
Gezählt am 7. September 2026 über 22’518 Inserate. Wichtig: das Feld «Anstellungsart» nennt nur 5,1 % Teilzeit, während 20,0 % ein Pensum unter 100 % führen — wir zählen beide Signale. Der Westschweizer Wert ist zudem nach unten verzerrt, weil dort nur 12,7 % der Inserate das Pensum überhaupt im Titel nennen (national 23,0 %). Die Tabelle zeigt, wo Teilzeit SICHTBAR ausgeschrieben wird, nicht wo es sie gibt.
Warum die grossen Städte die falsche Adresse sind
Die Zahlen widersprechen der Intuition deutlich. In Solothurn und Baden ist rund jede neunte ausgeschriebene Stelle eine Teilzeitstelle, in Winterthur und Bern etwa jede elfte. In Zürich ist es nur rund jede zweiundzwanzigste, in Genf noch seltener.
Der Grund liegt in der Zusammensetzung der lokalen Wirtschaft. Die Zürcher und Genfer Inseratelandschaft ist stark von Konzernfunktionen, Finanzdienstleistungen, Beratung und Technologie geprägt — Bereiche, in denen Vollzeit die Norm ist und ein reduziertes Pensum eher intern ausgehandelt als ausgeschrieben wird. Solothurn, Baden, Winterthur und Bern haben demgegenüber einen höheren Anteil an Spitälern, Heimen, Verwaltung, Detailhandel und Schulen, und dort ist Teilzeit ein selbstverständlicher Teil der Personalplanung.
Für die Suche folgt daraus eine konkrete Empfehlung: Wenn du auf ein reduziertes Pensum angewiesen bist und im Grossraum Zürich wohnst, weite den Radius auf Winterthur, Baden und die Aargauer und Solothurner Zentren aus, bevor du das Pensum aufgibst. Der Pendelweg ist oft kürzer als die Zeit, die man in einem Markt mit niedriger Teilzeitquote zusätzlich sucht.
Dasselbe gilt in der Westschweiz: Der Genfer Anteil ist der tiefste unter den grossen Städten. Wer im Bogen um den Genfersee sucht, findet in den Kantonshauptorten mit starker öffentlicher Hand und starkem Gesundheitswesen anteilig mehr.
Der grösste Teil der Teilzeitarbeit steht nicht im Titel
Das ist der praktisch wichtigste Punkt dieser Antwort. Nur etwa fünf Prozent aller Stellentitel enthalten eine Pensumsangabe, obwohl die Schreibweise «80–100 %» in Schweizer Inseraten eine feste Konvention ist. Wer im Suchfeld «80 %» eingibt oder ausschliesslich den Teilzeit-Filter setzt, sieht damit nur einen kleinen, willkürlich abgegrenzten Ausschnitt.
Dahinter stehen zwei verschiedene Fälle. Im ersten steht das Pensum im Fliesstext des Inserats, aber nicht im Titel — der Filter greift, die Titelsuche nicht. Im zweiten ist die Stelle als Vollzeit ausgeschrieben, das Unternehmen wäre aber bereit, sie zu teilen oder zu reduzieren, und schreibt das schlicht nicht hin. Der zweite Fall ist in der Schweiz häufig, gerade in kaufmännischen Funktionen, in der Verwaltung und im Gesundheitswesen.
Die daraus folgende Suchstrategie ist unbequem, aber wirksam: Suche nach der Funktion, die du ausüben willst, nicht nach dem Pensum, und bring das Pensum aktiv ins Gespräch. Eine Bewerbung auf eine Vollzeitausschreibung mit einem klaren Satz zum gewünschten Pensum ist kein Fehler — sie ist in vielen Betrieben der übliche Weg, wie Teilzeitstellen überhaupt entstehen.
Formuliere dabei ein Pensum als Spanne, nicht als Bedingung. «Ich suche 60 bis 80 Prozent» lässt der Personalabteilung Spielraum, die Stelle zu schneiden. «Ausschliesslich 60 Prozent» zwingt sie zu einer Ja-oder-Nein-Entscheidung, die im Zweifel Nein lautet.
Wo Teilzeit tatsächlich ausgeschrieben wird
Die ausgeschriebenen Teilzeitstellen konzentrieren sich auf wenige, klar erkennbare Bereiche. Am stärksten vertreten ist das Gesundheitswesen: Spitalgruppen, Kantonsspitäler, Klinikgruppen sowie Pflege- und Betreuungsdienste stellen einen erheblichen Teil. Die häufigsten Funktionsbezeichnungen bestätigen das — Pflegefachfrau und Pflegefachmann, Fachfrau und Fachmann Gesundheit, medizinische Praxisassistenz.
Zweiter Block ist der Detailhandel, wo Teilzeit zur Grundstruktur der Schichtplanung gehört und entsprechend selbstverständlich ausgeschrieben wird. Dritter Block sind Versicherungen und Krankenkassen, vierter die öffentliche Hand — Kantone, Gemeinden und kantonale Betriebe schreiben Pensen deutlich häufiger explizit aus als die Privatwirtschaft.
Wenn dein Beruf in keinem dieser Bereiche liegt, ist das kein Ausschlusskriterium, aber es erklärt, warum die Filtersuche bei dir wenig ausgibt. Dann ist der Weg über die Funktion mit anschliessender Pensumsverhandlung nicht die zweitbeste, sondern die einzige realistische Option.
Ein Zwischenweg, den viele übersehen: befristete Stellen und Vertretungen. Sie tauchen in den Titeln der Teilzeitinserate auffällig oft auf, sind niedriger umkämpft und führen in Betrieben mit Personalmangel — Gesundheitswesen und Bildung an erster Stelle — regelmässig in eine unbefristete Anstellung.
Ohne Deutsch wird es sehr eng
Rund zwei Drittel der ausgeschriebenen Teilzeitstellen verlangen Deutsch. Englisch kommt nur in etwa jeder sechsten vor, Französisch in etwa jeder siebten. Das ist ein deutlich anderes Bild als im Gesamtmarkt und hat einen sachlichen Grund: Teilzeit konzentriert sich auf Pflege, Verkauf, Betreuung und Verwaltung — also auf Tätigkeiten mit direktem Kontakt zu Patientinnen, Kundschaft und Publikum.
Noch schärfer wird es von der anderen Seite betrachtet. Von den Stellen, die ausschliesslich Englisch verlangen, sind nur rund anderthalb Prozent Teilzeitstellen, gegenüber rund fünfeinhalb Prozent im Gesamtmarkt. Wer ohne Landessprache ein reduziertes Pensum sucht, sucht damit im schmalsten Segment des ganzen Marktes.
In der Praxis trifft diese Kombination überdurchschnittlich häufig zugezogene Partnerinnen und Partner, die mit jemandem in die Schweiz gekommen sind und hier ein Teilzeitpensum aufnehmen möchten. Für diese Ausgangslage ist Deutsch — oder in der Romandie Französisch — der Hebel mit dem grössten Effekt, deutlich vor jeder Optimierung des Lebenslaufs.
Als Zwischenschritt funktioniert das Gesundheits- und Betreuungswesen auf Konversationsniveau oft früher als andere Branchen, weil dort der Personalmangel gross ist und die Sprache in der Arbeit selbst weiter wächst. Das ist kein Umweg, sondern in vielen Lebensläufen der Einstieg gewesen.
Wie du vorgehst
Setze den Ortsfilter weiter, als es dein Wohnort nahelegt, und nimm die mittelgrossen Zentren mit hoher Teilzeitquote ausdrücklich hinein. Der Unterschied zwischen einem Markt mit vier und einem mit zwölf Prozent Teilzeitanteil ist grösser als jeder Unterschied, den eine bessere Bewerbung machen könnte.
Suche nach Funktion statt nach Pensum, und lies Vollzeitinserate mit. Prüfe im Fliesstext, ob eine Spanne genannt ist, und geh davon aus, dass ein nicht genanntes Pensum verhandelbar sein kann, solange die Aufgabe teilbar ist.
Nenne dein Pensum im ersten Kontakt, aber als Spanne und mit Begründung, die zur Stelle passt. Formuliere, was du im gewünschten Pensum leistest, nicht was du nicht kannst — die Frage, die dein Gegenüber beschäftigt, ist die Abdeckung der Aufgabe, nicht dein Kalender.
Und richte eine laufende Suche für deine Funktion und deine Region ein statt manuell zu suchen. Teilzeitstellen sind selten genug, dass die Wahrscheinlichkeit, sie zufällig am richtigen Tag zu sehen, klein ist — und häufig genug neu ausgeschrieben, dass eine automatische Benachrichtigung sich lohnt.
Anteile aus unserer laufenden Auswertung der von uns erfassten Schweizer Stelleninserate, Stand August 2026. «Teilzeit» meint Inserate, die ausdrücklich als Teilzeit ausgeschrieben sind; im Fliesstext genannte Pensen ohne entsprechende Kennzeichnung sind darin nicht enthalten. Wir veröffentlichen Anteile, keine absoluten Bestandszahlen.
Quellen
Verwandte Fragen
Was unser Stellenindex über den Schweizer Markt sagt
Live aus unserem eigenen Index berechnet, nicht aus einer Studie zitiert. Nur Anteile, Stand heute.
Sprache der Inserate
- Deutsch
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- 23%
- Français
- 13%
- Italiano
- 3%
Von den Inseraten mit Sprachanforderung verlangen
- Deutsch
- 70%
- English
- 43%
- Français
- 21%
- Italiano
- 3%
19% in den letzten 7 Tagen ausgeschrieben · Grösste Märkte: Zürich 18% · Bern 10% · Genève 5% · Basel 5%






