Jobs in der Nähe
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Wie weit «in der Nähe» in der Schweiz wirklich reicht — und warum eine Ortssuche genau daran scheitert.
Kurz gesagt
Such nicht nach deiner Gemeinde, sondern nach deiner Region. Der mittlere Arbeitsweg in der Schweiz misst laut Bundesamt für Statistik 14 Kilometer und dauert 30 Minuten pro Weg, und 71 Prozent aller Pendelnden arbeiten ausserhalb ihrer Wohngemeinde. Wer den eigenen Ortsnamen ins Suchfeld tippt, sucht also in einem Radius, in dem sieben von zehn Erwerbstätigen gar nicht arbeiten. Nimm stattdessen deinen Kanton plus die angrenzenden Kantone: Für eine Zuger Adresse vervielfacht das die Zahl der erreichbaren Inserate um das Vierzehnfache, für eine Aargauer um das Achtfache.
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Der zweite Grund, warum die Ortssuche so wenig findet, steht im Inserat selbst. In den von uns erfassten offenen Stellen nennen rund 22 Prozent der Ortsangaben gar keine Gemeinde, sondern einen Kanton, das Land oder ein Arbeitsmodell; rund 1,6 Prozent sagen nur «Schweiz». Und wo eine Gemeinde steht, steht sie in wechselnder Schreibweise: Bei Zürich verwenden rund 85 Prozent der Inserate den Umlaut und 15 Prozent nicht, bei St. Gallen schreiben rund 92 Prozent «St Gallen» ohne Punkt.
Der praktische Weg ist deshalb immer derselbe: Kanton statt Ortsname als Grundfilter, die Nachbarkantone dazu, und erst danach nach Fahrzeit sortieren statt nach Distanz. Eine Stelle zwanzig Bahnminuten entfernt im Nachbarkanton liegt näher an deinem Alltag als eine Adresse fünfzehn Kilometer weiter im eigenen Kanton, zu der kein Zug fährt.
Erfasste offene Inserate pro Einwohnerin und Einwohner, 100 = Schweizer Durchschnitt. Eigene Auswertung der von uns erfassten offenen Inserate mit erkennbarem Kanton, Stand August 2026; Bevölkerung: BFS, ständige Wohnbevölkerung 2025. Basel-Stadt und Basel-Landschaft sind zusammengefasst, weil Inserate aus der Region meist nur «Basel» nennen.
- Nur rund 45 Prozent der erfassten Inserate nennen als Ort eine der zehn grössten Schweizer Städte — die Mehrheit der offenen Stellen liegt in Gemeinden, die auf keiner Städteliste stehen.
- Rund 22 Prozent der Ortsangaben sind gar keine Gemeinde, sondern ein Kanton, das Land oder ein Arbeitsmodell; eine Umkreissuche kann mit ihnen nichts anfangen.
- Das amtliche Gemeindeverzeichnis des Bundes kennt 44 Gemeindenamen, die in mehr als einem Kanton vorkommen; sie stehen für 96 Gemeinden oder rund 4,5 Prozent aller Schweizer Gemeinden. «Rickenbach» gibt es in fünf Kantonen.
- Sion erscheint in unseren Daten fast durchwegs unter dem deutschen Namen «Sitten» — und rund drei Viertel dieser Inserate sind auf Französisch verfasst.
- Nur rund 3,4 Prozent aller erfassten Inserate erwähnen Homeoffice, Remote- oder Hybridarbeit überhaupt; bei englischsprachigen Inseraten sind es rund 6,6 Prozent, bei italienischsprachigen rund 0,9 Prozent.
- Die Teilzeitquote schwankt regional stark: In Schaffhausen sind rund 12,5 Prozent der erfassten Inserate ausdrücklich Teilzeit, im Schweizer Mittel rund 5,5 Prozent, in Freiburg rund 2,7 Prozent.
Was «in der Nähe» in der Schweiz statistisch heisst
Bevor du einen Radius einstellst, lohnt sich ein Blick darauf, welchen Radius das Land tatsächlich lebt. Das Bundesamt für Statistik hat für 2024 gezählt: Acht von zehn Erwerbstätigen sind Pendlerinnen und Pendler, zusammen 3,7 Millionen Menschen. Von ihnen arbeiten 71 Prozent ausserhalb ihrer Wohngemeinde — 1990 waren es erst 58 Prozent. Der mittlere Arbeitsweg misst 14,0 Kilometer und dauert 30,2 Minuten, jeweils für einen Hinweg.
Das ist die Zahl, an der die naive Ortssuche zerbricht. Wenn du «Jobs in Wetzikon» suchst, suchst du in dem einen Ort, in dem knapp drei von zehn Erwerbstätigen arbeiten. Der Rest deines realistischen Arbeitsmarktes liegt in Uster, Rüti, Dübendorf, Zürich — und für viele Berufe auch in Rapperswil, also im Nachbarkanton. Die Suche muss diesen Raum abbilden, nicht deinen Wohnort.
Der Bund hat diesen Raum sogar amtlich definiert. Die Schweiz ist seit der Revision von 2018 in 101 Arbeitsmarktregionen unterteilt, die in 16 Arbeitsmarktgrossregionen zusammengefasst sind. Abgegrenzt wurden sie nicht nach Kantonsgrenzen, sondern nach den tatsächlichen Pendlerströmen: Eine Arbeitsmarktregion ist ein Gebiet, in dem mindestens 57 Prozent der Erwerbstätigen zugleich wohnen und arbeiten. Die Regionen sind entsprechend ungleich gross — die flächengrösste im Bündnerland ist rund neunzigmal so ausgedehnt wie die kleinste, die Stadt Genf. Zürich, Genf und Basel bilden je eine eigene Region.
Für deine Suche heisst das zweierlei. Erstens: Dein Suchgebiet ist grösser als deine Gemeinde und kleiner als die Schweiz — und es folgt Verkehrsachsen, nicht Kreisen auf einer Karte. Zweitens: Es endet nicht an der Kantonsgrenze. Wer in Rothrist wohnt, hat Olten, Zofingen und Aarau in Pendeldistanz, also Solothurn und Aargau gleichzeitig. Ein Ortsfilter, der nur einen Kanton kennt, schneidet die Hälfte davon weg.
Und schliesslich prägt das Verkehrsmittel, was «nah» überhaupt bedeutet. 49 Prozent der Pendelnden fahren mit dem Auto zur Arbeit, 31 Prozent mit dem öffentlichen Verkehr, 18 Prozent zu Fuss oder mit dem Velo. Wer Bahn fährt, misst in Minuten und Umsteigevorgängen; wer Auto fährt, in Kilometern und Stau. Zwei Menschen mit derselben Adresse haben deshalb zwei verschiedene «Nähen» — und sollten zwei verschiedene Suchgebiete einstellen.
Der Ortsname im Inserat ist ein Text, kein Punkt auf der Karte
Eine Umkreissuche setzt voraus, dass in jedem Inserat eine Koordinate steckt. In der Realität steckt dort eine Zeichenfolge, die ein Mensch in ein Formularfeld getippt hat. In den von uns erfassten offenen Schweizer Stellen tauchen gut tausend verschiedene Ortsangaben auf — und rund 22 Prozent davon sind gar keine Gemeinde: Sie nennen einen Kanton («Aargau»), das Land («Schweiz», rund 1,6 Prozent aller Inserate) oder ein Arbeitsmodell statt eines Ortes.
Wo eine Gemeinde steht, steht sie in schwankender Schreibweise. Bei den Inseraten aus der Stadt Zürich verwenden rund 85 Prozent den Umlaut und rund 15 Prozent die Form «Zurich»; bei St. Gallen schreiben rund 92 Prozent «St Gallen» ohne Punkt, nur rund 6 Prozent «St. Gallen» und rund 3 Prozent «Sankt Gallen». Wer wörtlich nach einer dieser Formen filtert, verliert den Rest — und zwar nicht zufällig, denn die abweichende Schreibweise häuft sich bei international ausgeschriebenen Stellen.
Besonders lehrreich ist das Wallis. Sion erscheint in unseren Daten fast durchwegs unter dem deutschen Namen «Sitten», obwohl rund drei Viertel dieser Inserate auf Französisch verfasst sind und von über einem Dutzend verschiedener Arbeitgeber stammen. Der Ortsname im Datenfeld folgt also nicht der Sprache des Inserats und nicht dem Sprachgebrauch vor Ort, sondern dem, was das jeweilige Bewerbungssystem hinterlegt hat. Wer in Sion sucht und nur «Sion» eintippt, findet einen Bruchteil.
Und manchmal ist der Ort schlicht kein Ort. Im Wallis liegt die Gemeinde Fully — dasselbe Wort ist im Englischen das erste einer sehr verbreiteten Wendung für ortsunabhängige Arbeit. Unter dieser Ortsangabe stehen in unseren Daten deshalb auch Stellen, deren Arbeitsort auf einem anderen Kontinent liegt. Eine Suchmaschine, die Text als Geografie liest, kann diesen Unterschied nicht sehen.
Die Konsequenz ist unspektakulär, aber wirksam: Nutze den Kantonsfilter als Grundlage, nicht das Ortsfeld, und prüfe bei jedem interessanten Treffer den Arbeitsort im Fliesstext, bevor du eine Fahrzeit ausrechnest. Der Ortsname im Kopf des Inserats ist ein Hinweis, kein Beweis.
Gleicher Name, anderer Kanton
Das amtliche Gemeindeverzeichnis des Bundes zählt für Anfang 2026 rund zweitausend Gemeinden in 26 Kantonen und 144 Bezirken. Der Bund selbst hängt dabei Kantonskürzel an, wo es sonst Kollisionen gäbe — und diese Kollisionen sind zahlreich: 44 Gemeindenamen kommen in mehr als einem Kanton vor und betreffen 96 Gemeinden, also rund 4,5 Prozent aller Schweizer Gemeinden.
Die Liste liest sich wie eine Sammlung von Suchfallen. «Rickenbach» gibt es in fünf Kantonen: Basel-Landschaft, Luzern, Solothurn, Thurgau und Zürich. «Buchs» gibt es in Aargau, St. Gallen und Zürich, «Wald» in Appenzell Ausserrhoden, Bern und Zürich. Dazu kommen die bekannteren Paare: Wil in St. Gallen und Zürich, Wohlen in Aargau und Bern, Muri in Aargau und Bern, Gossau in St. Gallen und Zürich, Kirchberg in Bern und St. Gallen, Reinach in Aargau und Basel-Landschaft.
Inserate lassen das Kürzel meist weg. In unseren Daten sitzen rund 2,2 Prozent aller erfassten Stellen auf einem solchen blossen Namen — «Wil», «Wohlen», «Muri», «Buchs», «Gossau», «Kirchberg» ohne jeden Zusatz. Für dich sind das zwei verschiedene Fehler auf einmal: Stellen in deiner Nähe erscheinen nicht, weil die Suche sie einem anderen Kanton zuordnet, und Stellen zwei Stunden entfernt erscheinen, weil sie zufällig gleich heissen.
Der Umgang damit ist einfach, sobald man das Muster kennt. Wenn dein Wohnort einen dieser Namen trägt, such immer mit Zusatz — «Wil SG», «Wohlen AG» — und prüfe bei jedem Treffer ohne Zusatz zuerst den Arbeitgeber. Ein Spital, eine Gemeindeverwaltung oder ein lokaler Industriebetrieb verrät den Kanton zuverlässiger als das Ortsfeld.
Kanton plus Nachbarn: die Rechnung, die dein Suchfeld nicht macht
Der grösste einzelne Hebel bei der Nähe-Suche ist banal: die Nachbarkantone dazunehmen. Weil die Schweizer Kantone klein sind, liegt für die meisten Adressen mehr erreichbarer Arbeitsmarkt jenseits der Kantonsgrenze als diesseits. Rechnet man das an unseren erfassten Inseraten mit erkennbarem Kanton durch, sind die Grössenordnungen deutlich.
Auf den Kanton Zug entfallen rund 3 Prozent dieser Inserate. Nimmt man Zürich, Luzern, Schwyz und Aargau dazu — für eine Zuger Adresse durchwegs Pendeldistanz —, sind es rund 42 Prozent. Das ist das Vierzehnfache. Für den Aargau wächst der Anteil von rund 6,7 auf rund 55 Prozent, also um das Achtfache; für den Thurgau von rund 2,2 auf rund 32 Prozent; für Schaffhausen von rund 0,8 auf rund 28 Prozent.
Auch in der Westschweiz gilt die Rechnung. Neuenburg allein trägt rund 2,5 Prozent der Inserate, zusammen mit Bern, Waadt, Freiburg und Jura rund 25 Prozent — ein Faktor von rund zehn. Freiburg wächst von rund 4,1 auf rund 25 Prozent, das Wallis von rund 2,9 auf rund 22 Prozent. In keinem dieser Fälle geht es um exotische Distanzen: Es sind Wege, die täglich Zehntausende zurücklegen.
Diese Multiplikatoren sind kein Argument dafür, überall gleichzeitig zu suchen. Sie sind ein Argument gegen den Standardfall, in dem jemand einen Kanton auswählt und nach drei Suchseiten zum Schluss kommt, in seiner Region gebe es nichts. In den allermeisten Fällen gibt es sehr wohl etwas — nur einen Kanton weiter, und oft näher am Wohnort als die eigene Kantonshauptstadt.
Praktisch heisst das: Führe zwei Suchen parallel. Eine enge auf deinen Kanton, die du wöchentlich durchgehst, und eine weite über den Kanton plus Nachbarn, die du nach Fahrzeit filterst. Die zweite Suche liefert weniger Treffer pro Klick, aber sie ist diejenige, in der die Stellen auftauchen, die deine Mitbewerbenden nicht sehen.
Wie dick der Markt bei dir überhaupt ist
Nicht jede Region trägt gleich viele offene Stellen pro Kopf, und das ist die zweite Zahl, die du kennen solltest, bevor du deine Suche für erfolglos hältst. Setzt man die von uns erfassten Inserate mit erkennbarem Kanton ins Verhältnis zur ständigen Wohnbevölkerung des BFS und normiert den Schweizer Schnitt auf 100, ergibt sich eine Spanne von rund 200 bis unter 40.
Zug liegt bei rund 202, also gut doppelt so dicht wie der Landesdurchschnitt. Zürich folgt mit rund 140, die Region Basel mit rund 131, Luzern mit rund 130 und Genf mit rund 129. Bern liegt mit rund 96 fast genau im Mittel. Darunter beginnt die andere Hälfte: Aargau rund 82, Waadt rund 71, St. Gallen rund 70, Thurgau rund 68 — und das Tessin mit rund 39, also weniger als ein Fünftel der Zuger Dichte.
Der Befund für Zug und Basel deckt sich mit einer amtlichen Beobachtung: Das BFS hält fest, dass Zug und Basel-Stadt gemessen an ihrer Grösse am meisten Pendlerinnen und Pendler aus anderen Kantonen anziehen. Diese Kantone haben nicht besonders viele Einwohnende, sondern besonders viele Arbeitsplätze pro Einwohnende. Umgekehrt ist eine niedrige Dichte kein Urteil über deine Chancen — sie sagt dir nur, dass du deinen Radius weiter ziehen musst als jemand in Zug.
Zwei Einschränkungen gehören zu dieser Zahl. Erstens erfassen wir wie jedes Stellenportal nicht jedes Inserat gleich vollständig; in den kleinsten Kantonen ist die Zahl der erfassten Stellen so klein, dass wir sie hier bewusst nicht ausweisen. Zweitens misst die Dichte den Bestand, nicht den Zufluss — eine Region mit wenigen, aber schnell wechselnden Stellen kann für dich ergiebiger sein als eine mit vielen Dauerausschreibungen.
Was sich mit der Region sonst noch ändert
Die Nähe bestimmt nicht nur, wie viele Stellen du siehst, sondern auch, welche. Das mittlere erfasste Inserat ist landesweit rund 20 Tage alt. In Bern, im Aargau, in Zürich, in St. Gallen und im Wallis liegt dieser Wert bei 17 bis 18 Tagen, in der Waadt und in Freiburg bei rund 31 Tagen, im Tessin bei rund 46. In einer Region mit alten Inseraten musst du nicht schneller sein, sondern hartnäckiger: Dort läuft eine Ausschreibung oft, bis wirklich jemand passt.
Auch das Pensum hängt an der Region. Landesweit sind rund 5,5 Prozent der erfassten Inserate ausdrücklich Teilzeit. In Schaffhausen sind es rund 12,5 Prozent, in Graubünden rund 10,2, in Solothurn rund 10,1 und in Schwyz rund 9,7 — in Freiburg dagegen rund 2,7, in Genf rund 3,3 und in der Waadt rund 3,5 Prozent. Wer ein reduziertes Pensum sucht, findet es in der Deutschschweizer Fläche deutlich häufiger ausgeschrieben als in den Westschweizer Zentren.
Dazu kommt die Absenderstruktur. In kleineren Kantonen hängt die Liste an wenigen Namen: Im Tessin stammen rund 42 Prozent der erfassten Inserate von einem einzigen Ausschreiber, in Luzern entfallen rund 46 Prozent auf die fünf grössten, im Thurgau rund 46 Prozent. Gleichzeitig hat in jedem dieser Kantone rund die Hälfte bis zu zwei Dritteln der Arbeitgeber genau ein offenes Inserat. Wenn dir eine regionale Liste dünn vorkommt, liegt das oft daran, dass ein grosser Absender die ersten Seiten füllt — der interessante Teil steht weiter hinten.
Und schliesslich kreuzt ein Radius in der Schweiz mitunter eine Sprachgrenze. Im Kanton Freiburg verlangen rund 46 Prozent der erfassten Inserate mit Sprachangabe Deutsch und rund 55 Prozent Französisch; im Wallis rund 24 Prozent Deutsch und rund 26 Prozent Französisch. Wer rund um Murten, Biel oder Sierre sucht, sucht faktisch in zwei Arbeitsmärkten und sollte seine Unterlagen entsprechend in zwei Sprachen bereithalten.
Wenn «in der Nähe» heissen soll «gar nicht pendeln»
Die radikalste Antwort auf die Nähe-Frage wäre, den Arbeitsweg abzuschaffen. In den Inseraten ist davon wenig zu sehen: Nur rund 3,4 Prozent aller von uns erfassten offenen Stellen erwähnen Homeoffice, Remote- oder Hybridarbeit überhaupt im Titel oder in der Zusammenfassung. Bei englischsprachigen Inseraten sind es rund 6,6 Prozent, bei deutschsprachigen rund 3,1, bei französischsprachigen rund 2,0 und bei italienischsprachigen rund 0,9 Prozent.
Diese Zahl misst, was ausgeschrieben wird, nicht was gelebt wird — viele Betriebe regeln Homeoffice erst im Vertragsgespräch und schreiben es nie ins Inserat. Genau deshalb taugt sie aber als Erwartungswert für die Suche: Wer die Ortsfrage über einen Remote-Filter lösen will, filtert auf einen sehr schmalen Ausschnitt des Schweizer Angebots und schneidet dabei fast alles weg, was in seiner tatsächlichen Pendeldistanz liegt.
Der ergiebigere Weg führt über die Fahrzeit. Nach BFS-Zahlen nutzen 17 Prozent der Pendelnden die Eisenbahn und 14 Prozent den öffentlichen Strassenverkehr; für sie ist eine Stelle an einem Bahnknoten näher als eine im eigenen Dorf ohne Anschluss. Wer mit dem Auto fährt, rechnet anders. Beides lässt sich vor der Bewerbung in fünf Minuten prüfen — und beides schlägt jeden Umkreisregler.
Die Suche, die tatsächlich funktioniert
Setz den Kanton als Grundfilter, nicht den Ort. Ergänze die angrenzenden Kantone, sobald du eine Adresse in Grenznähe hast — was in der Schweiz für die meisten Adressen gilt. Sortiere die Liste nach Datum, bevor du sie durchgehst, und prüfe bei jedem Treffer den Arbeitsort im Text, nicht im Kopf des Inserats. Wenn dein Ortsname in mehreren Kantonen vorkommt, such mit Kantonskürzel.
Leg dir dazu eine feste Wochenroutine an statt einer einmaligen breiten Suche. Regionale Listen sind kurz genug, um sie wirklich vollständig durchzusehen, und genau darin liegt ihr Vorteil gegenüber den grossen Zentren: Wo insgesamt weniger ausgeschrieben wird, bewerben sich in der Regel auch weniger Menschen pro Stelle.
Vergiss die offizielle Schiene nicht. Job-Room, das Stellenportal der öffentlichen Arbeitsvermittlung, führt die den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren gemeldeten Stellen und lässt ebenfalls nach Region suchen; für Stellen in Berufsarten mit erhöhter Arbeitslosigkeit gilt eine Meldepflicht, die dort zuerst sichtbar wird. Diese Liste ist kleiner als der freie Markt, aber sie enthält Inserate, die anderswo nie erscheinen.
Und behalte im Blick, dass «in der Nähe» eine Entscheidung ist, keine Eigenschaft deiner Adresse. Dreissig Minuten sind der Schweizer Durchschnitt, nicht dein Limit. Wer bereit ist, den Radius um zehn Minuten zu erweitern, verschiebt in den meisten Regionen mehr an seinen Chancen als mit jeder Optimierung des Lebenslaufs.
Anteile aus einer laufenden Auswertung der von uns erfassten offenen Schweizer Inserate, Stand August 2026; rund 90 Prozent davon lassen sich einem Kanton zuordnen. Pendler-, Bevölkerungs- und Gemeindezahlen stammen vom Bundesamt für Statistik.
Quellen
Verwandte Fragen
Was unser Stellenindex über den Schweizer Markt sagt
Live aus unserem eigenen Index berechnet, nicht aus einer Studie zitiert. Nur Anteile, Stand heute.
Sprache der Inserate
- Deutsch
- 60%
- English
- 23%
- Français
- 13%
- Italiano
- 3%
Von den Inseraten mit Sprachanforderung verlangen
- Deutsch
- 70%
- English
- 43%
- Français
- 21%
- Italiano
- 3%
19% in den letzten 7 Tagen ausgeschrieben · Grösste Märkte: Zürich 18% · Bern 10% · Genève 5% · Basel 5%






