Alle Fragen

Jobsuche

Wo finde ich kaufmännische Stellen — und warum steht das Wort «kaufmännisch» in nur jedem zehnten dieser Inserate?

Aktualisiert:

Kurz gesagt

Kaufmännische Stellen gibt es reichlich, aber sie heissen nicht so. Knapp 5 Prozent der von uns erfassten offenen Schweizer Inserate sind Büro-, Sachbearbeitungs- und Administrationsstellen — davon führen nur 10 Prozent das Wort «kaufmännisch» im Titel, mit «KV», «Kauffrau» und «Kaufmann» zusammen 15,3 Prozent. Das häufigste Titelwort des Feldes ist «Sachbearbeiter» mit 21,7 Prozent, und kein einziges dieser Inserate steht allein da: Jedes nennt hinter der Funktion eine Abteilung. Such deshalb die Abteilung — Export, Treuhand, Rechnungswesen, Innendienst, Vorsorge — und nicht das Berufsfeld.

Die Schweizer Jobportale auf einen Blick

Bild anklicken für die grosse Ansicht. Was jedes Portal wirklich ist, steht daneben.

  1. SwissJobs.app: Über 21 000 offene Schweizer Stellen aus ATS-Systemen, Firmenseiten und LinkedIn an einem Ort — und aus jedem Inserat heraus direkt Lebenslauf, Motivationsschreiben, CV-Check und Interviewvorbereitung. Das RAV-Formular für die Arbeitsbemühungen füllt sich aus dem Bewerbungstracker. Kostenlos nutzbar, Konto erst beim Speichern.

    1. SwissJobs.appUnsere App

    Über 21 000 offene Schweizer Stellen aus ATS-Systemen, Firmenseiten und LinkedIn an einem Ort — und aus jedem Inserat heraus direkt Lebenslauf, Motivationsschreiben, CV-Check und Interviewvorbereitung. Das RAV-Formular für die Arbeitsbemühungen füllt sich aus dem Bewerbungstracker. Kostenlos nutzbar, Konto erst beim Speichern.

    SwissJobs.app →

  2. jobs.ch: Die bekannteste Jobbörse der Deutschschweiz und der grösste Index im Land. Gehört zur JobCloud AG — wie jobup.ch und JobScout24.

    2. jobs.ch

    Die bekannteste Jobbörse der Deutschschweiz und der grösste Index im Land. Gehört zur JobCloud AG — wie jobup.ch und JobScout24.

    jobs.ch →

  3. jobup.ch: Der Standard in der Westschweiz. Für die Romandie die erste Adresse, gehört aber derselben JobCloud AG wie jobs.ch.

    3. jobup.ch

    Der Standard in der Westschweiz. Für die Romandie die erste Adresse, gehört aber derselben JobCloud AG wie jobs.ch.

    jobup.ch →

  4. JobScout24: Dritte Marke derselben Firma. Wer alle drei durchsucht, um breiter zu suchen, sucht dreimal beim selben Anbieter.

    4. JobScout24

    Dritte Marke derselben Firma. Wer alle drei durchsucht, um breiter zu suchen, sucht dreimal beim selben Anbieter.

    JobScout24 →

  5. Indeed Schweiz: Die breiteste Aggregation, weil Indeed auch von anderen Portalen einsammelt — dafür mit vielen Doubletten desselben Inserats.

    5. Indeed Schweiz

    Die breiteste Aggregation, weil Indeed auch von anderen Portalen einsammelt — dafür mit vielen Doubletten desselben Inserats.

    Indeed Schweiz →

  6. LinkedIn Jobs: Der beste Ruf für englischsprachige und internationale Rollen in der Schweiz. Für handwerkliche, pflegerische und kaufmännische Stellen deutlich dünner.

    6. LinkedIn Jobs

    Der beste Ruf für englischsprachige und internationale Rollen in der Schweiz. Für handwerkliche, pflegerische und kaufmännische Stellen deutlich dünner.

    LinkedIn Jobs →

  7. jobagent.ch: Meta-Suche über die Schweizer Jobbörsen, «Alle Jobs der Schweiz auf einen Blick». Stärke ist das Job-Abo: eine gespeicherte Suche, die neue Inserate von allen angeschlossenen Portalen per Mail schickt. Dazu Lohnrechner und Bewerbungs-Ratgeber.

    7. jobagent.ch

    Meta-Suche über die Schweizer Jobbörsen, «Alle Jobs der Schweiz auf einen Blick». Stärke ist das Job-Abo: eine gespeicherte Suche, die neue Inserate von allen angeschlossenen Portalen per Mail schickt. Dazu Lohnrechner und Bewerbungs-Ratgeber.

    jobagent.ch →

  8. SwissDevJobs: Nur IT und Software, dafür konsequent: «183 IT & Software developer jobs in Switzerland», gefiltert nach Technologie (C#, Java, Python, DevOps, ML) statt nach Branche. Publiziert Lohnstatistiken und führt die Firmen auf, die ihre Bandbreiten offenlegen. Die Seite ist auf Englisch.

    8. SwissDevJobs

    Nur IT und Software, dafür konsequent: «183 IT & Software developer jobs in Switzerland», gefiltert nach Technologie (C#, Java, Python, DevOps, ML) statt nach Branche. Publiziert Lohnstatistiken und führt die Firmen auf, die ihre Bandbreiten offenlegen. Die Seite ist auf Englisch.

    SwissDevJobs →

Stellen nach Beruf, Ort oder Sprache

Tippe einen Beruf, eine Stadt oder eine Sprache, die Seite zeigt die aktuell offenen Inserate dazu.

Alle offenen Stellen durchsuchen →

Der eigentliche Filter dieses Feldes ist die zweite Sprache. 45,4 Prozent der kaufmännischen Inserate, die überhaupt eine Sprachanforderung nennen, verlangen zwei oder mehr Sprachen; im übrigen Markt sind es 26,7 Prozent, und drei oder mehr verlangen hier 16,1 gegenüber 6,3 Prozent. Umgekehrt kommen nur 5,8 Prozent mit Englisch allein aus, gegenüber 19,9 Prozent sonst. Englisch ist in der kaufmännischen Arbeit eine Ergänzung, kein Ersatz für die Landessprache — es wird in einem Drittel der Fälle bloss auf Konversationsniveau verlangt.

Und die Adressen sind viele statt wenige. Rechnet man die Inserate heraus, die unter dem Namen einer Vermittlung stehen — 22 Prozent des Feldes gegenüber 11,6 Prozent im übrigen Markt —, dann trägt der grösste einzelne Arbeitgeber gerade 2,9 Prozent, die zehn grössten zusammen 18,3 Prozent, und 68 Prozent aller Arbeitgeber haben genau ein Inserat offen. Kaufmännisch ist damit das Gegenteil der Pflege: Hier gewinnst du nichts, wenn du zwei Dutzend Karriereseiten abonnierst. Hier gewinnst du mit den richtigen Suchwörtern.

Wie viel des kaufmännischen Feldes ein einzelnes Suchwort findet
Wie viel des kaufmännischen Feldes ein einzelnes Suchwort findetSachbearbeiter/in21.7%Administration / administratif17.6%Buchhaltung / Rechnungswesen15.8%kaufmännisch / KV / Kauffrau15.3%Kundendienst / Customer Service9.6%Sekretariat / Secrétaire9%Payroll / Lohn7%Assistenz / Assistant6.4%

Anteil der erfassten kaufmännischen Inserate, deren Titel das jeweilige Wort führt. Ein Titel kann mehrere führen, die Werte addieren sich deshalb nicht auf hundert. Alle fünfzehn zusammen finden 97,5 Prozent des Feldes — sie sind praktisch das Feld —, die sechs naheliegendsten allein 65,1 Prozent. Laufende Auswertung der von uns erfassten offenen Schweizer Inserate, Stand August 2026.

  • Das Wort «kaufmännisch» führt in 10 Prozent der Inserate dieses Feldes, «Sachbearbeiter» in 21,7 Prozent. Die sechs naheliegendsten Wörter zusammen finden 65,1 Prozent des Feldes, die fünfzehn der Grafik 97,5 Prozent.
  • Von den Inseraten mit «Sachbearbeiter» im Titel steht kein einziges ohne Abteilung dahinter: Verkaufsinnendienst, Export, Immobilienbewirtschaftung, Treuhand, Rechnungswesen, Auftragsabwicklung, Seefracht, BVG, Quellensteuer.
  • 45,4 Prozent der kaufmännischen Inserate mit Sprachangabe verlangen zwei oder mehr Sprachen (übriger Markt 26,7 Prozent). Deutsch steht in 86,5, Französisch in 32,8, Englisch in 35,2 und Italienisch in 6,3 Prozent.
  • 22 Prozent des Feldes tragen den Namen einer Vermittlung statt den des Arbeitgebers — im übrigen Markt 11,6 Prozent. Ein einziger Absender dieser Art trägt allein 15 Prozent aller kaufmännischen Inserate.
  • 11,7 Prozent der kaufmännischen Inserate sind Lehrstellen, gegenüber 3,3 Prozent im übrigen Markt. 78,1 Prozent davon nennen das EFZ, und 44,5 Prozent nennen 2027 als Lehrbeginn.
  • Das Feld ist geografisch flacher als der Markt: Zürich trägt 17,9 statt 24,3 Prozent, Freiburg 9,7 statt 5,2, Bern 11,8 statt 8,8, Luzern 9 statt 6,8 und der Aargau 8,2 statt 5,7 Prozent.

«Kaufmännisch» ist ein Abschluss, kein Stellentitel

Das Wort, mit dem fast alle anfangen, ist das schwächste Suchwort dieses Berufsfeldes. In den Inseraten, die wir als kaufmännisch erfassen, steht «kaufmännisch» oder «kaufm.» in 10 Prozent der Titel; nimmt man «KV», «Kauffrau» und «Kaufmann» dazu, sind es 15,3 Prozent. Der Grund ist einfach: «Kaufmännisch» beschreibt die Ausbildung, mit der jemand in dieses Feld kommt, nicht die Arbeit, die eine Firma ausschreibt. Eine Firma sucht keine kaufmännische Angestellte, sie sucht jemanden für die Auftragsabwicklung.

Das häufigste Wort ist stattdessen «Sachbearbeiter» mit 21,7 Prozent, gefolgt von «Administration» und «administratif» mit 17,6, «Buchhaltung», «Rechnungswesen» und «comptable» mit 15,8, «Kundendienst» und «Customer Service» mit 9,6, «Sekretariat» und «secrétaire» mit 9, «Payroll» und «Lohn» mit 7, «Assistenz» mit 6,4 und «Innendienst» mit 6,1 Prozent. Danach wird es schnell dünn: «Empfang» und «réception» 3,1 Prozent, «Treuhand» 1,9, «Debitoren» und «Kreditoren» 1,7, «employé de commerce» 1,5, «Back Office» 0,8 Prozent.

Die entscheidende Beobachtung steckt aber nicht in der Häufigkeit, sondern in der Bauform. Von allen Inseraten, die «Sachbearbeiter» im Titel führen, steht kein einziges für sich allein. Jedes nennt dahinter eine Abteilung: Verkaufsinnendienst, Export, Immobilienbewirtschaftung, Treuhand, Rechnungswesen, Auftragsabwicklung, Seefracht, Ersatzteile, BVG, Quellensteuer, Leistungen berufliche Vorsorge, Kalkulation und Offertwesen. Der Titel ist ein Kompositum aus Funktion und Abteilung, und die Abteilung ist die Hälfte, die sucht. Sie steht nämlich auch in den Inseraten, die vorne ein anderes Wort tragen — «Mitarbeiterin Innendienst», «Fachspezialist Lohnbuchhaltung», «Teamleiter Rechnungswesen».

Praktisch heisst das: Führ die Suche mit der Abteilung, nicht mit dem Beruf. Wer Debitoren gebucht hat, sucht «Debitoren» und «Kreditoren», nicht «kaufmännische Angestellte». Wer im Aussenhandel gearbeitet hat, sucht «Export», «Zoll» und «Spedition». Wer aus einer Generalagentur kommt, sucht «Vorsorge», «BVG» und «Privatversicherung». Und wer ganz neu ist und noch keine Abteilung hat, tippt die Liste oben der Reihe nach durch — die fünfzehn zusammen decken 97,5 Prozent des Feldes ab, die sechs naheliegendsten allein 65,1 Prozent.

Die zweite Sprache ist der eigentliche Filter

In keinem anderen grossen Berufsfeld unseres Bestandes wird so oft mehr als eine Sprache verlangt. 45,4 Prozent der kaufmännischen Inserate, die überhaupt eine Sprachanforderung nennen, verlangen zwei oder mehr; im übrigen Markt sind es 26,7 Prozent. Drei oder mehr Sprachen verlangen 16,1 Prozent gegenüber 6,3 Prozent. Deutsch steht in 86,5 Prozent dieser Anforderungen (übriger Markt 67,2), Französisch in 32,8 (19,6), Englisch in 35,2 (41,8) und Italienisch in 6,3 Prozent (3,8).

Das Muster dahinter ist aufschlussreich. Die häufigste Kombination ist Deutsch allein mit 43,4 Prozent, danach folgen Englisch mit Deutsch (15 Prozent), Französisch mit Deutsch (11,4), Englisch mit Französisch und Deutsch (10,1) und Französisch mit Deutsch und Italienisch (3 Prozent). Englisch allein reicht in 5,8 Prozent der Fälle — im übrigen Markt in 19,9. Kaufmännische Arbeit ist Korrespondenz mit Kundschaft, Ämtern und Lieferanten im Inland, und die läuft in der Landessprache.

Ebenso wichtig ist das verlangte Niveau, weil es zeigt, welche Sprache trägt und welche bloss mitläuft. Deutsch wird in 89,4 Prozent der Nennungen auf Verhandlungs- oder Muttersprachniveau verlangt. Englisch dagegen in nur 63,8 Prozent, und in 34,7 Prozent ausdrücklich bloss auf Konversationsniveau — im übrigen Markt sind es 10,6 Prozent. Bei Italienisch kippt das Verhältnis ganz: 47,9 Prozent der Nennungen stehen auf Konversationsniveau und nur 33,3 Prozent auf Verhandlungsniveau. Italienisch und Englisch sind hier meistens die dritte Sprache, nicht die Arbeitssprache.

Daraus folgt eine Suchstrategie, die viele auslassen: Such nach deiner Sprachkombination, nicht nur nach deiner Funktion. Wenn du Deutsch und Französisch beherrschst, ist genau das dein Marktvorteil — jedes neunte kaufmännische Inserat mit Sprachangabe verlangt diese beiden zusammen, und die Inserate sind oft in der Zweisprachigkeitszone Bern, Freiburg und Wallis oder bei Versicherern und Bundesstellen mit landesweiter Kundschaft. Wenn du nur Englisch hast, ist dieses Feld der falsche Einstieg; dann liegen die realistischeren Türen in der Informatik, in der Forschung und in international geführten Konzernfunktionen.

68 Prozent der Arbeitgeber haben genau ein Inserat offen

Auf den ersten Blick wirkt das Feld konzentriert: Die zehn grössten Absender tragen 30,3 Prozent aller kaufmännischen Inserate. Das ist aber ein Artefakt. Ein einziger Absender — eine Vermittlungsplattform, kein Arbeitgeber — trägt allein 15 Prozent. Insgesamt stehen 22 Prozent des Feldes unter dem Namen einer Vermittlung, einer Personalberatung oder eines Temporärbüros; im übrigen Markt sind es 11,6 Prozent.

Rechnet man diese Inserate heraus und schaut nur auf die, die der Arbeitgeber selbst aufgibt, dreht sich das Bild vollständig. Der grösste einzelne Arbeitgeber trägt dann 2,9 Prozent, die zehn grössten zusammen 18,3 und die 25 grössten 27,9 Prozent — und 68 Prozent aller Arbeitgeber in diesem Feld haben genau ein einziges Inserat offen. Die Mediananzahl offener kaufmännischer Stellen pro Arbeitgeber ist eins. Das ist die flachste Verteilung, die wir in einem grossen Berufsfeld messen.

Wer sie doch mehrfach ausschreibt, kommt fast immer aus vier Ecken. 13,6 Prozent der von Arbeitgebern selbst aufgegebenen kaufmännischen Inserate stammen von einem Kanton, einer Stadt oder einer Bundesstelle — die öffentliche Hand ist der grösste identifizierbare Block. 8,3 Prozent kommen von Spitälern, Kliniken und Heimen, wo Patientenadministration, Arztsekretariat und Abrechnung kaufmännische Stellen sind. 5,9 Prozent von Versicherern, 2,6 Prozent von Banken und 1,6 Prozent von Treuhand- und Immobilienverwaltungen. In unserem Bestand sind das unter anderem der Staat Freiburg, das Luzerner Kantonsspital, die Mobiliar, Helvetia, das Spitalzentrum Biel, Wincasa, die AMAG Gruppe, die Aargauische Kantonalbank, der Kanton Bern, die Insel Gruppe und der Kanton Basel-Landschaft.

Die Konsequenz für die Suche ist unbequem, aber klar. In der Pflege lohnt es sich, zwei Dutzend Karriereseiten zu abonnieren, weil dort zwei Dutzend Häuser den grössten Teil des Angebots tragen. Im kaufmännischen Feld bringt dieselbe Taktik fast nichts: Du müsstest Hunderte Karriereseiten verfolgen, um dieselbe Abdeckung zu erreichen. Hier gewinnst du mit Wörtern und mit Frequenz — eine breite Stichwortsuche, gespeichert und wöchentlich wiederholt, plus zwei bis drei Ausnahmen für die grossen Dauerausschreiber deiner Region, typischerweise die Kantonsverwaltung, das Kantonsspital und die Versicherer.

Ein Achtel der Liste sind Lehrstellen

11,7 Prozent der kaufmännischen Inserate sind gar keine Stellen, sondern Ausbildungsplätze — Lehrstellen, Lernendenplätze, apprentissages. Im übrigen Markt sind es 3,3 Prozent. Das ist der grösste Ausbildungsanteil, den wir in einem Berufsfeld messen, und er hat einen guten Grund: Die kaufmännische Grundbildung ist der breiteste Einstieg in die Schweizer Büroarbeit überhaupt. Das Bundesamt für Statistik hält für das Schuljahr 2024/25 fest, dass knapp 94 Prozent aller Lernenden in der beruflichen Grundbildung ein Programm mit Abschluss EFZ durchlaufen und 6 Prozent eine EBA-Ausbildung wählen; der Frauenanteil liegt bei 41 Prozent.

In den Titeln steht das erstaunlich präzise. 78,1 Prozent dieser Ausbildungsinserate nennen das EFZ, 5,5 Prozent das französische CFC und 0,8 Prozent das EBA. 44,5 Prozent nennen ausdrücklich 2027 als Lehrbeginn, 2,3 Prozent 2026, und 53,1 Prozent lassen das Jahr offen. Ein Ausbildungsinserat steht in diesem Feld also regelmässig mehr als ein Jahr vor dem Start in derselben Liste wie die Stellen für sofort.

Die Branche steht meistens gleich dabei. 15,6 Prozent der kaufmännischen Ausbildungsinserate nennen eine Versicherung oder eine Generalagentur, 10,2 Prozent die Fachrichtung «Dienstleistung und Administration», 7 Prozent Treuhand oder Immobilien und 6,3 Prozent eine Bank. Wer eine Lehrstelle sucht, sucht deshalb nicht nach «Lehrstelle» allein, sondern nach «Lehrstelle» plus Branche — und wer eine Stelle sucht und keine Lehre, sortiert diese 11,7 Prozent besser bewusst aus, sonst füllt sich die Trefferliste mit Startterminen im Jahr 2027.

Für Quereinsteigende und Wiedereinsteigende ist dieser Block trotzdem interessant, und zwar aus einem anderen Grund. Ein Betrieb, der eine kaufmännische Lehrstelle ausschreibt, hat ein Berufsbildungsteam, eine strukturierte Einarbeitung und Abläufe, die auf Anlernen ausgelegt sind. Das sind dieselben Betriebe, bei denen eine Bewerbung als erwachsene Quereinsteigerin am ehesten auf offene Ohren stösst — auch dann, wenn die ausgeschriebene Stelle nicht die Lehrstelle ist.

Das flachste Berufsfeld der Schweiz — geografisch gesehen

Kaufmännische Stellen sind gleichmässiger über das Land verteilt als der Markt insgesamt. Unter den Inseraten mit erfasstem Kanton trägt Zürich 17,9 Prozent des kaufmännischen Feldes, aber 24,3 Prozent des übrigen Marktes. Bern liegt bei 11,8 statt 8,8 Prozent, Freiburg bei 9,7 statt 5,2, Luzern bei 9 statt 6,8, der Aargau bei 8,2 statt 5,7, St. Gallen bei 4,6 statt 3,5, Zug bei 4,4 statt 3,1 und der Thurgau bei 3,1 statt 1,9 Prozent. Umgekehrt sind Genf (6,4 statt 9), die Waadt (5,1 statt 8,8) und Basel-Stadt (4,4 statt 6,9) untervertreten.

Ein Vorbehalt gehört dazu, und er ist grösser als bei den anderen Zahlen dieser Antwort: Ein Kanton ist nur bei 35,6 Prozent der kaufmännischen und bei 41,9 Prozent der übrigen Inserate sauber erfasst. Die Rangfolge ist deshalb belastbar, die Nachkommastellen sind es weniger. Die Richtung stimmt aber mit dem überein, was das Feld inhaltlich ist: Jede Verwaltung, jedes Spital, jede Bauunternehmung und jede Garage in jedem Bezirk braucht Rechnungswesen, Empfang und Auftragsabwicklung. Diese Arbeit folgt der Bevölkerung, nicht den Konzernsitzen.

Für dich heisst das etwas sehr Konkretes: Ein kaufmännischer Suchradius muss nicht auf eine Grossstadt zeigen. In den Berufsfeldern, die sich in Zürich, Genf und Zug ballen, ist der Pendelweg oft der Preis für das Angebot. Hier ist er es nicht. Wer im Freiamt, im Seetal, im Oberaargau oder im Grossraum Freiburg wohnt, findet in vertretbarer Distanz mehr kaufmännische Inserate, als die eigene Wahrnehmung vermuten lässt — sichtbar werden sie allerdings nur, wenn die Suche mit Abteilungswörtern statt mit dem Berufsfeld geführt wird.

Und ein zweiter Hinweis zur Region: Der zweisprachige Streifen von Biel über Freiburg bis ins Unterwallis ist für dieses Feld überdurchschnittlich ergiebig, weil dort genau die Kombination gefragt ist, die die Auswertung als häufigste Doppelanforderung zeigt. Von den kaufmännischen Inseraten, die auf Französisch verfasst sind, verlangen 58,7 Prozent zusätzlich Deutsch und 67,9 Prozent mindestens zwei Sprachen insgesamt. Wer beides kann, sollte die Suche ausdrücklich auf beide Sprachräume ausdehnen statt auf den eigenen zu beschränken.

Frischer als der Markt — und was das für dein Vorgehen heisst

Kaufmännische Inserate stehen kürzer als andere. Das mittlere kaufmännische Inserat ist 17 Tage alt gegenüber 19 im übrigen Markt, und im oberen Viertel ist der Unterschied gross: 45 Tage gegenüber 65. Nur 20,2 Prozent sind älter als zwei Monate gegenüber 27,2 Prozent, und 12,5 statt 16,2 Prozent älter als drei. Das ist ein Markt, der sich schneller dreht — Stellen werden besetzt, und die Liste erneuert sich.

Daraus ergibt sich eine andere Taktik als in der Pflege, wo ein altes Inserat meist noch offen ist. Hier gilt das Gegenteil: Ein kaufmännisches Inserat, das drei Monate steht, ist eher eine Karteileiche als eine Chance, und eine Bewerbung in der ersten Woche zählt mehr als eine perfekte Bewerbung in der vierten. Praktisch heisst das, die Suche nicht monatlich, sondern wöchentlich zu wiederholen und die Trefferliste nach Datum zu sortieren — anders als in Feldern mit tiefer Erneuerungsrate ist diese Sortierung hier tatsächlich aussagekräftig.

Das Pensum steht in diesem Feld ungewöhnlich oft schon im Titel: 32,5 Prozent der kaufmännischen Inserate nennen eine Prozentzahl gegenüber 21,5 Prozent im übrigen Markt. Am häufigsten ist die Spanne 80–100 Prozent mit 11,2 Prozent aller kaufmännischen Inserate, danach die glatte Angabe 100 Prozent mit 8,9, dann 80 Prozent mit 2,7 und 60 Prozent mit 2,3. Eine einzelne Zahl unter 100 Prozent — also ein echtes Teilzeitangebot — steht in 10,3 Prozent der Titel, im übrigen Markt in 5,1. Wer Teilzeit sucht, hat hier überdurchschnittliche Chancen, muss die Zahl aber im Titel suchen und sich nicht auf einen Filter verlassen.

Konkret in dieser Reihenfolge. Erstens: Such nach der Abteilung, in der du gearbeitet hast, nicht nach «kaufmännisch» — und arbeite die fünfzehn Wörter oben durch, wenn du noch keine hast. Zweitens: Nimm deine Sprachkombination als eigenes Suchkriterium dazu, besonders wenn sie Deutsch und Französisch enthält. Drittens: Sortier die Ausbildungsinserate bewusst hinein oder heraus, je nachdem, was du suchst. Viertens: Speicher die Suche und wiederhol sie wöchentlich statt monatlich, weil sich dieses Feld schneller erneuert. Fünftens: Bei jedem Inserat, das den Namen einer Vermittlung trägt, klär vor der Bewerbung, für welchen Betrieb die Stelle wirklich ist — das betrifft mehr als ein Fünftel der Liste.

Anteile aus unserer laufenden Auswertung der von uns erfassten offenen Schweizer Stelleninserate, Stand August 2026. Als kaufmännisch zählt hier ein Inserat, dessen Titel eine Büro-, Sachbearbeitungs-, Administrations-, Sekretariats-, Buchhaltungs-, Empfangs- oder Kundendienstfunktion nennt; klinische, technische, IT-administrative sowie Detailhandels- und Gastronomiefunktionen mit ähnlichem Wortlaut sind ausgeschlossen. Konzentrationsmasse sind auf gleich grossen Teilstichproben gerechnet, damit die Stichprobengrösse das Ergebnis nicht verzerrt; die Werte für Arbeitgeber sind zusätzlich ohne Vermittlungen gerechnet und als solche gekennzeichnet. Sprachanforderungen nur für Inserate, die überhaupt eine nennen. Kantonsangaben nur für Inserate mit erfasstem Kanton, das sind 35,6 Prozent des Feldes. Wir veröffentlichen Anteile, keine absoluten Bestandszahlen. Da das Feld über Titelwörter abgegrenzt ist, ist die Abdeckung der fünfzehn Wörter konstruktionsbedingt hoch; aussagekräftig ist der Abstand zwischen den sechs naheliegendsten und den fünfzehn.

Alle offenen Stellen in Büro und Administration durchsuchen

Quellen

Verwandte Fragen

← Alle Fragen

Was unser Stellenindex über den Schweizer Markt sagt

Live aus unserem eigenen Index berechnet, nicht aus einer Studie zitiert. Nur Anteile, Stand heute.

Sprache der Inserate

Deutsch
60%
English
23%
Français
13%
Italiano
3%

Von den Inseraten mit Sprachanforderung verlangen

Deutsch
70%
English
43%
Français
21%
Italiano
3%

19% in den letzten 7 Tagen ausgeschrieben · Grösste Märkte: Zürich 18% · Bern 10% · Genève 5% · Basel 5%