Wo finde ich Stellen im Gastgewerbe — und warum findet das Wort «Koch» nur die Hälfte der Küchenstellen?
Aktualisiert:
Kurz gesagt
Das Gastgewerbe stellt rund 2,1 Prozent der von uns erfassten offenen Schweizer Inserate — und zwei Eigenheiten machen die Suche schwerer, als die Zahl vermuten lässt. Erstens findet das Wort «Koch» nur 49,5 Prozent der Küchenstellen; die andere Hälfte heisst Chef de Partie, Commis de Cuisine, Sous-Chef, Entremetier oder Gardemanger. Nimmst du diese französischen Brigadebegriffe dazu, sind es 96,4 Prozent. Zweitens liegt fast die Hälfte des Angebots gar nicht im Hotel oder Restaurant, sondern in Spitälern, Heimen, Personalrestaurants, im Detailhandel und bei Schulen.
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Die zweite Besonderheit ist die Geografie. Im übrigen Markt liegt 1 Prozent der Inserate in einem Alpen- oder Kurort, im Gastgewerbe sind es 10,5 Prozent. Graubünden trägt 9,2 Prozent der Gastro-Inserate gegenüber 1,9 Prozent des übrigen Marktes, das Wallis 6,3 gegenüber 1,5 Prozent. Umgekehrt betrachtet: In Orten wie Verbier, Zermatt, St. Moritz, Arosa, Saas-Fee oder Bad Ragaz ist jedes fünfte offene Inserat, das wir erfassen, eine Gastro-Stelle — 18,3 Prozent. Wer ortsunabhängig sucht, sucht dort mit Abstand am effizientesten.
Und drittens hat dieses Berufsfeld etwas, das kein anderes hat: einen landesweit verbindlichen Lohnboden. Der Landes-Gesamtarbeitsvertrag des Gastgewerbes (L-GAV) legt Mindestlöhne, fünf Wochen Ferien, einen vollen 13. Monatslohn und 42 Stunden Wochenarbeitszeit fest und ist bis Ende 2027 allgemeinverbindlich erklärt. In keinem einzigen der von uns erfassten Gastro-Inserate mit auswertbarem Text wird er erwähnt. Das Preisschild deines Berufs steht also nicht im Inserat — du musst es selber kennen, bevor du über den Lohn sprichst.
Anteil der erfassten offenen Küchenstellen im Gastgewerbe, den die jeweilige Suchwortkombination im Stellentitel trifft. Laufende Auswertung der von uns erfassten offenen Schweizer Inserate, Stand August 2026.
- Küche ist mit 42,8 Prozent das grösste Teilfeld des Gastgewerbes, vor «übrigen Gastro-Rollen» mit 20,3, Service und Bar mit 13,3, Housekeeping und Rezeption mit je 9,2 und Leitungsfunktionen mit 5,2 Prozent.
- 46,7 Prozent der Gastro-Inserate stammen von Arbeitgebern, die weder Hotel noch Restaurant noch Einzelbetrieb sind: Spital, Heim und Betreuung tragen 17 Prozent, der Detailhandel 16,2, Kantinen- und Care-Catering 6,1, Schule, Verwaltung und Bergbahnen 4,1 Prozent.
- Das Feld ist flach verteilt: 54,9 Prozent der Gastro-Arbeitgeber haben genau ein offenes Inserat. Lässt man den grössten Ausschreiber weg, tragen die zehn nächstgrössten zusammen nur 22,9 Prozent.
- Sprachlich ist das Gastgewerbe der französischste und der am wenigsten englische Teil des Marktes: 17,5 Prozent der Gastro-Inserate sind auf Französisch verfasst gegenüber 9,6 Prozent im übrigen Markt, und nur 5,7 Prozent auf Englisch gegenüber 20,5 Prozent.
- 11,1 Prozent der Gastro-Inserate sind Lehrstellen oder Praktika statt Stellen — im übrigen Markt 5,5 Prozent. 3,7 Prozent schreiben Stundenlohn, Aushilfe oder Einsatz auf Abruf aus, gegenüber 0,7 Prozent.
- 9 Prozent der Gastro-Inserate mit auswertbarem Text nennen Verpflegung, Personalzimmer oder Unterkunft, im übrigen Markt 0,6 Prozent. Und die Liste dreht schneller: 16,4 Prozent der Gastro-Inserate sind älter als zwei Monate gegenüber 27,5 Prozent.
Die Küchenbrigade steht auf Französisch — auch in deutschen Inseraten
Das ist der teuerste Fehler in diesem Berufsfeld, und er passiert leise. Du tippst «Koch», bekommst eine Liste, und die Liste sieht vernünftig aus. Sie ist es nicht: Von den erfassten offenen Küchenstellen trägt nur die Hälfte — 49,5 Prozent — überhaupt «Koch» oder «Köchin» im Titel. Nimmst du «Küche» und «Küchenhilfe» dazu, kommst du auf 54,6 Prozent. Erst mit den französischen Brigadebegriffen erreichst du 96,4 Prozent.
Der Grund ist die Küchenhierarchie selbst. Die klassische Brigade ist französisch benannt, und Schweizer Betriebe übernehmen diese Bezeichnungen unverändert — quer über die Sprachgrenze. 16,1 Prozent der deutschsprachigen Gastro-Inserate führen einen französischen Brigadebegriff im Titel; bei den englischsprachigen sind es 26,9 Prozent. Ein Hotel im Berner Oberland schreibt «Demi Chef de Partie» aus, ein Fünfsternehaus in Zürich «Commis de Cuisine — Pastry», ein Betrieb in Zermatt sucht einen «Entremetier» und einen «Gardemanger». Wer nur deutsch sucht, sieht keines dieser Inserate.
Die Wortliste, die praktisch alles trifft: Koch, Köchin, Küche, Küchenhilfe, Hilfskoch, Chef de Cuisine, Sous-Chef, Chef de Partie, Demi Chef de Partie, Commis de Cuisine, Entremetier, Gardemanger, Pâtissier, Cuisinier, Cuisinière, Pizzaiolo. Für den Service dazu: Chef de Rang, Restaurantfachfrau, Restaurantfachmann, Serveur, Serveuse, Maître d'Hôtel, Barkeeper, Barista, Sommelier. Für das Haus: Housekeeping, Gouvernante, Hausdame, Etagenservice, Front Office, Réceptionniste, Concierge, Nachtportier.
Umgekehrt gilt: «Koch» ist zwar ein schwaches Suchwort, aber ein sauberes — jedes Inserat mit «Koch» im Titel gehört auch wirklich ins Gastgewerbe. «Service» ist das Gegenteil. Von den erfassten Inseraten, die «Service» im Titel führen, sind nur 2,3 Prozent Gastro-Stellen; der Rest ist Kundendienst, technischer Service, Servicetechnik und IT-Support. Such nie mit «Service» allein, wenn du Restaurantservice meinst — such mit «Servicemitarbeiter», «Restaurantfachfrau» oder «Chef de Rang».
Fast die Hälfte der Stellen ist weder im Hotel noch im Restaurant
Wer «Gastgewerbe» hört, denkt an ein Hotel oder ein Lokal. In den Inseraten stimmt das nur zur Hälfte. Ordnet man die Absender der erfassten Gastro-Inserate nach Betriebsart, entfallen 20,1 Prozent auf Hotels und Resorts und 9,8 Prozent auf Restaurant-, Bar- und Gastroketten. Weitere 23,4 Prozent sind Einzelbetriebe ohne erkennbare Zugehörigkeit — das klassische Landgasthaus, die Quartierbeiz, das Bergrestaurant.
Der ganze Rest, 46,7 Prozent, sind Arbeitgeber, an die man bei der Gastro-Suche zuletzt denkt. 17 Prozent der Gastro-Inserate kommen aus Spitälern, Kliniken, Alters- und Pflegeheimen und betreuten Wohnformen — dort gibt es Küchen, Speisesäle, Cafeterias und eine Hotellerie-Abteilung. 16,2 Prozent stammen aus dem Detailhandel; der grösste einzelne Gastro-Ausschreiber in unserem Bestand ist kein Hotelier, sondern ein Detailhändler mit Restaurants. 6,1 Prozent sind Kantinen- und Care-Caterer, 4,1 Prozent Schulen, Verwaltungen und Bergbahnen, 3,3 Prozent Personalvermittler.
Für die Suche ändert das die Adressliste vollständig. Wenn du Koch oder Köchin bist und nur auf Hotelkarriereseiten schaust, siehst du einen Fünftel des Angebots. Die Personalrestaurants der Grossunternehmen, die Spitalküchen, die Heimküchen und die Caterer schreiben ihre Stellen auf ihren eigenen Karriereseiten aus, unter Bezeichnungen wie «Mitarbeiter:in Gastronomie», «Mitarbeiter/in Patienten-Hotellerie», «Mitarbeiterin Personalrestaurant und Bistro» oder «Stationshotellerie» — Wörter, die in keiner Gastro-Suche vorkommen, wenn man nicht weiss, dass es sie gibt.
Diese Betriebe unterscheiden sich auch inhaltlich: geregeltere Arbeitszeiten, seltener Abend- und Wochenenddienst, dafür meist kein Trinkgeld und kein Saisonrhythmus. Wer aus der klassischen Gastronomie kommt und die Randzeiten loswerden will, ohne den Beruf zu wechseln, findet genau hier den Ausweg — und er ist mit fast jeder zweiten Ausschreibung des Feldes gross genug, um darauf zu setzen.
In den Bergen dreht sich das Verhältnis um
Der Schweizer Stellenmarkt ist städtisch: Zürich, Genf, Basel, Bern und Lausanne tragen den grössten Teil der Inserate, und das gilt fürs Gastgewerbe fast genauso — 39,5 Prozent der Gastro-Inserate liegen in diesen fünf Städten gegenüber 40,3 Prozent im übrigen Markt. Der Unterschied liegt nicht in den Städten, sondern darüber.
10,5 Prozent der Gastro-Inserate stehen in einem Alpen- oder Kurort, im übrigen Markt sind es 1 Prozent. Auf Kantone gerechnet: Graubünden trägt 9,2 Prozent der Gastro-Inserate gegenüber 1,9 Prozent des übrigen Marktes, das Wallis 6,3 gegenüber 1,5 Prozent. Der entscheidende Blickwechsel ist aber der umgekehrte: Zählt man alle offenen Inserate, die wir in Orten wie Verbier, Zermatt, St. Moritz, Davos, Arosa, Saas-Fee, Grindelwald, Gstaad, Andermatt, Laax oder Bad Ragaz erfassen, sind 18,3 Prozent davon Gastro-Stellen.
Das ist die höchste Trefferdichte, die dieses Berufsfeld irgendwo erreicht. Wer mobil ist, sollte deshalb nicht nach Beruf plus Kanton suchen, sondern nach Beruf plus Ortsname — und zwar Ort für Ort. Ein Dutzend Bergorte abzufragen dauert zehn Minuten und deckt einen Teil des Marktes ab, den eine Kantonssuche im Rauschen der Kantonshauptorte untergehen lässt.
Ein ehrlicher Vorbehalt dazu: Unsere Erfassung ist im Tessin dünn. Nur 0,2 Prozent der Gastro-Inserate in unserem Bestand liegen dort, während das Tessin gemessen an seiner Hotellerie deutlich mehr Stellen ausschreibt. Für Lugano, Locarno und Ascona ist unsere Liste kein Abbild des Marktes — dort führen die Portale der Region und die Betriebsseiten weiter.
Saisonverträge: was «Winter 26/27» im August bedeutet
Das Gastgewerbe ist praktisch der einzige Teil des Marktes, in dem die Jahreszeit im Stellentitel steht. 2 Prozent der Gastro-Inserate führen ein Saisonwort — Saisonstelle, saisonal, Wintersaison, «Winter 26/27», «Hiver 26/27» —, im übrigen Markt sind es 0,1 Prozent. Das klingt nach wenig und ist trotzdem der wichtigste Kalenderhinweis dieses Feldes: Die Wintersaison wird im Spätsommer besetzt.
Der L-GAV definiert die Saison ausdrücklich. In der offiziellen Mitteilung der Sozialpartner zu den Mindestlöhnen heisst es: «die Wintersaison dauert spätestens bis zum 30. April 2026; die Sommersaison beginnt ab dem 1. Mai 2026». Wer im August auf «Winter 26/27» stösst, sieht also keine verspätete Anzeige, sondern den regulären Rekrutierungszyklus. Umgekehrt heisst das: Wer im Dezember mit der Suche nach einer Wintersaisonstelle beginnt, sucht in einem bereits geräumten Markt.
Saisonbetriebe haben auch andere Konditionen. Die durchschnittliche Wochenarbeitszeit beträgt gemäss Art. 15 L-GAV 42 Stunden, «43,5-Stunden pro Woche in Saisonbetrieben» und 45 Stunden in Kleinbetrieben. Und die Mindestlohnerhöhungen greifen bei Saisonverträgen nicht am 1. Januar, sondern erst zu Beginn der Sommersaison. Beides gehört ins Gespräch, bevor du unterschreibst.
Der praktische Vorteil der Saisonstelle ist der Rest des Pakets. 9 Prozent der Gastro-Inserate mit auswertbarem Text nennen Verpflegung, ein Personalzimmer oder eine Unterkunft — im übrigen Markt 0,6 Prozent. In einem Ort, in dem eine Wohnung kaum zu finden und kaum zu bezahlen ist, ist das kein Nebenpunkt, sondern oft der Grund, warum die Stelle überhaupt funktioniert. Frag danach explizit, wenn das Inserat schweigt: Unterkunft, Verpflegung und deren Anrechnung an den Lohn sind im L-GAV geregelt, aber nicht in jedem Angebot gleich ausgestaltet.
Der L-GAV ist dein Preisschild — und kein Inserat nennt ihn
Das Gastgewerbe hat etwas, das den meisten Schweizer Berufsfeldern fehlt: einen landesweit verbindlichen Mindestlohn. Der Landes-Gesamtarbeitsvertrag des Gastgewerbes gilt laut der offiziellen Vertragsdatenbank des Bundes für alle gastgewerblichen Arbeitgeber und Mitarbeitenden in der Schweiz und ist vom 1. Mai 2026 bis zum 31. Dezember 2027 allgemeinverbindlich erklärt. Ausgenommen sind unter anderem Betriebsleiter und Direktoren, Familienmitglieder der Betriebsleitung, Musiker, Artisten und Discjockeys sowie Lernende im Sinne des Berufsbildungsgesetzes.
Die Sozialpartner haben die Mindestlöhne für 2026 im Oktober bekanntgegeben. Sie betragen pro Monat brutto: Kategorie Ia, Mitarbeitende ohne Berufslehre, CHF 3'713; Kategorie Ib, ohne Berufslehre mit Progresso-Attest, CHF 3'943; Kategorie II, mit eidgenössischem Berufsattest oder Gleichwertigem, CHF 4'070; Kategorie IIIa, mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis oder Gleichwertigem, CHF 4'528; Kategorie IIIb, mit Fähigkeitszeugnis und Weiterbildung, CHF 4'635; Kategorie IV, mit Berufsprüfung, CHF 5'293. Für Praktikantinnen und Praktikanten gilt CHF 2'390.
Dazu kommen die übrigen Eckwerte des Vertrags: fünf Wochen Ferien pro Jahr, in Art. 17 als «35 Kalendertage pro Jahr» beziffert und im Stundenlohn mit einer Ferienentschädigung von 10,65 Prozent abgegolten; ein voller 13. Monatslohn nach Art. 12; sechs bezahlte Feiertage; und die erwähnten 42 Wochenstunden. Wer das kennt, weiss vor dem ersten Gespräch, ob ein Angebot über oder unter dem Boden liegt.
Und jetzt der Befund aus unserem eigenen Bestand: Von den erfassten Gastro-Inseraten mit auswertbarem Text erwähnt kein einziges den L-GAV, den Gesamtarbeitsvertrag oder die CCNT. Kein Betrieb schreibt «Lohn nach L-GAV» ins Inserat. Das ist keine Verletzung — der Vertrag gilt ohnehin —, aber es heisst, dass die Information zu 100 Prozent bei dir liegt. Nimm die Kategorie, in die dein Abschluss fällt, ins Gespräch mit und rechne den 13. Monatslohn mit ein, wenn dir jemand einen Monatslohn nennt.
Seit Januar 2026 gehen Kochstellen zuerst ans RAV
Eine Änderung, die genau dieses Berufsfeld trifft: Seit dem 1. Januar 2026 sind Kochstellen wieder der Stellenmeldepflicht unterstellt. Das SECO nennt als einziges Kriterium eine gesamtschweizerische Arbeitslosenquote von mindestens 5 Prozent; die Berufsart Köchinnen und Köche lag in der massgebenden Periode bei 5,3 Prozent. Ebenfalls neu unterstellt sind Reinigungs- und Hilfskräfte in Büros, Hotelbetrieben und anderen Betrieben, ebenfalls mit 5,3 Prozent. Insgesamt wächst der Geltungsbereich von 6,5 auf 10,8 Prozent der Erwerbstätigen.
Praktisch heisst das: Ein meldepflichtiger Kochposten muss dem RAV gemeldet werden und erscheint zuerst im geschützten Bereich von job-room.ch. Erst fünf Arbeitstage später darf der Betrieb ihn anderswo ausschreiben. Wer beim RAV angemeldet und für Job-Room registriert ist, sieht diese Stellen also, bevor sie überhaupt öffentlich sind — und im Gastgewerbe betrifft das die grösste Rollengruppe des Feldes, denn Küche macht 42,8 Prozent aus.
Diese Antwort geht bewusst nicht weiter ins Detail: Wie die Registrierung abläuft, welche Nummern du brauchst und wie die fünf Arbeitstage genau gezählt werden, steht in unserer Antwort zu Job-Room. Für die Gastro-Suche reicht die Konsequenz: Wenn du ohnehin beim RAV angemeldet bist, ist job-room.ch für Kochstellen seit diesem Jahr die früheste Liste, die es gibt — und sie steht neben, nicht anstelle der Karriereseiten.
Die Reihenfolge, in der ich suchen würde
Erstens die Wortliste reparieren. Eine Suche nach «Koch» ist eine halbe Suche; nimm die Brigadebegriffe dazu und leg dir für Service, Housekeeping und Rezeption je zwei bis drei präzise Wörter zurecht statt eines unpräzisen. Das ist der einzige Schritt, der die sichtbare Menge sofort verdoppelt.
Zweitens die Absenderliste erweitern. Neben Hotels und Restaurants gehören die Spital- und Heimküchen deiner Region, die Personalrestaurants der grossen Arbeitgeber, die Caterer und der Detailhandel auf die Liste — zusammen fast die Hälfte des Angebots. Und weil 54,9 Prozent der Gastro-Arbeitgeber genau ein offenes Inserat haben, lohnt sich hier anders als in der Pflege keine Konzentration auf wenige Grossadressen: Das Feld ist flach, die Breite bringt mehr als die Tiefe.
Drittens die Sprache mitdenken. 17,5 Prozent der Gastro-Inserate sind französisch verfasst, und das Gastgewerbe macht 3,7 Prozent aller französischsprachigen Inserate aus gegenüber 2,4 Prozent der deutschen und 0,6 Prozent der englischen. Wer Französisch kann, sollte den Suchlauf zwingend auf Französisch wiederholen — «cuisinier», «serveur», «réceptionniste», «employé de restauration». Auf Englisch dagegen ist hier fast nichts zu holen; ein englischsprachiges Ausweichsegment gibt es im Gastgewerbe nicht.
Viertens das Tempo akzeptieren. Das mittlere Gastro-Inserat ist 17 Tage alt gegenüber 20 im übrigen Markt, und nur 16,4 Prozent sind älter als zwei Monate gegenüber 27,5 Prozent. Diese Liste dreht schnell, und sie belohnt wöchentliches Nachschauen mehr als eine perfekte Bewerbung auf ein drei Wochen altes Inserat. Wer einsteigt statt wechselt, schaut zusätzlich auf die 11,1 Prozent Lehrstellen und Praktika und auf die 3,7 Prozent Stundenlohn- und Aushilfsstellen — beides ist hier deutlich häufiger als sonst im Markt und beides ist ein realer Einstieg.
Anteile aus der laufenden Auswertung der von uns erfassten offenen Schweizer Inserate, Stand August 2026. Als Gastro-Inserat zählt eine Ausschreibung, deren Titel eine Funktion in Küche, Service, Bar, Housekeeping, Rezeption oder Gastronomieleitung nennt (Koch, Küche, Chef de Partie, Commis, Sous-Chef, Cuisinier, Servicemitarbeiter, Restaurantfach, Chef de Rang, Serveur, Barkeeper, Housekeeping, Gouvernante, Réceptionniste, Front Office, Gastronomie, Hotellerie, Restauration und verwandte Begriffe); ausgeschlossen sind Titel, die zwar diese Wörter führen, aber erkennbar in Verkauf, Vertrieb, Informatik, Logistik, Hauswartung oder Lehre stehen. Sprachanforderungen werden nur auf Inseraten gezählt, die eine nennen; Text-Auswertungen nur auf Inseraten mit auswertbarer Zusammenfassung. Die Betriebsart der Arbeitgeber ist aus dem Firmennamen abgeleitet und deshalb näherungsweise. Unsere Abdeckung ist im Tessin dünn und in den Bergkantonen ungleichmässig — der Text sagt das an der betreffenden Stelle. Wir veröffentlichen Anteile, nie absolute Bestandesgrössen. Lohn-, Ferien- und Arbeitszeitangaben stammen aus dem L-GAV und der Mitteilung der Sozialpartner, die Angaben zur Meldepflicht vom SECO.
Quellen
Verwandte Fragen
Was unser Stellenindex über den Schweizer Markt sagt
Live aus unserem eigenen Index berechnet, nicht aus einer Studie zitiert. Nur Anteile, Stand heute.
Sprache der Inserate
- Deutsch
- 60%
- English
- 23%
- Français
- 13%
- Italiano
- 3%
Von den Inseraten mit Sprachanforderung verlangen
- Deutsch
- 70%
- English
- 43%
- Français
- 21%
- Italiano
- 3%
19% in den letzten 7 Tagen ausgeschrieben · Grösste Märkte: Zürich 18% · Bern 10% · Genève 5% · Basel 5%






