Wo finde ich Teilzeitstellen?
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Kurz gesagt
Teilzeit steht in Schweizer Inseraten auf zwei Arten, und die beiden Mengen überschneiden sich kaum. Rund 7,6 Prozent der von uns erfassten Inserate bieten ein reduziertes Pensum an: 5,5 Prozent sind ausdrücklich als Teilzeit gekennzeichnet, 2,9 Prozent nennen im Text ein Pensum von höchstens 60 Prozent — auf beides zusammen trifft nur 0,8 Prozent zu. Wer ausschliesslich den Teilzeit-Filter setzt, sieht gut sieben von zehn dieser Stellen und übersieht den Rest, der bloss als Zahl im Titel steht.
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Die zweite Falle ist die Prozentzahl selbst. 22,5 Prozent aller Inserate nennen überhaupt ein Pensum, aber bei drei von vier davon ist die tiefste genannte Zahl 100 Prozent. 62,2 Prozent der Pensumsangaben sind Spannen, und 65,6 Prozent dieser Spannen beginnen bei 80 Prozent. «80–100 %» ist damit die häufigste Pensumsschreibweise des Landes — und sie beschreibt eine Vollzeitstelle, bei der eine Reduktion denkbar ist, nicht eine Teilzeitstelle.
Wo reduzierte Pensen tatsächlich ausgeschrieben werden, entscheidet das Berufsfeld schärfer als jedes andere Merkmal. In Bildung und Sozialer Arbeit bieten gut vier von zehn Inseraten ein reduziertes Pensum, in der Pflege knapp drei von zehn, in Therapie und Praxis fast ein Viertel. In der Informatik ist es eines von vierzig, im Bau und im Handwerk eines von zweihundert.
Anteil der Inserate eines Berufsfeldes, die als Teilzeit gekennzeichnet sind oder ein Pensum von höchstens 60 Prozent nennen. Laufende Auswertung der von uns erfassten offenen Schweizer Inserate, Stand August 2026.
- 71,4 Prozent der Inserate, die ein Pensum von höchstens 60 Prozent nennen, tragen keine Teilzeit-Kennzeichnung — der Filter allein findet sie nicht.
- Umgekehrt nennen 55,4 Prozent der als Teilzeit gekennzeichneten Inserate überhaupt keine Zahl. Eine Suche nach «50 %» findet auch sie nicht.
- Unter den Inseraten mit einem Pensum von höchstens 60 Prozent lautet die häufigste Zahl 60 Prozent (36,8 %), gefolgt von 50 (25,0 %), 40 (19,0 %), 30 (6,9 %) und 20 Prozent (5,7 %).
- Die 50 Arbeitgeber mit den meisten reduzierten Pensen stellen 50,9 Prozent aller solchen Inserate; über den ganzen Markt gerechnet stellen die 50 grössten Ausschreiber nur 35,7 Prozent.
- Das Wort «Teilzeit» selbst steht in bloss 0,8 Prozent aller Inserate — es ist der schlechteste Suchbegriff für Teilzeitarbeit, den es gibt.
- Inserate mit einem Pensum von höchstens 60 Prozent sind im Mittel 18 Tage alt, solche mit 100 Prozent als einziger Angabe 23 Tage.
Wo Teilzeit wirklich ausgeschrieben wird
| Kanton | Anteil Teilzeit | Inserate gezählt |
|---|---|---|
| Aargau | 36,0 % | 419 |
| Luzern | 34,5 % | 551 |
| Bern | 30,8 % | 626 |
| Zürich | 21,0 % | 1’822 |
| Waadt | 14,0 % | 677 |
| Basel-Stadt | 13,6 % | 463 |
| Freiburg | 12,8 % | 423 |
| Genf | 5,8 % | 669 |
Gezählt am 7. September 2026 über 22’518 Inserate. Wichtig: das Feld «Anstellungsart» nennt nur 5,1 % Teilzeit, während 20,0 % ein Pensum unter 100 % führen — wir zählen beide Signale. Der Westschweizer Wert ist zudem nach unten verzerrt, weil dort nur 12,7 % der Inserate das Pensum überhaupt im Titel nennen (national 23,0 %). Die Tabelle zeigt, wo Teilzeit SICHTBAR ausgeschrieben wird, nicht wo es sie gibt.
Zwei Schreibweisen, zwei Ergebnislisten
Der praktisch wichtigste Befund dieser Antwort ist kein Anteil, sondern eine Lücke. Ein Inserat kann sein Pensum als Kennzeichnung tragen («Teilzeit», als Anstellungsart erfasst) oder als Zahl im Titel führen («60 %», «20–40 %»). Beide Wege sind in der Schweiz üblich, aber sie werden von unterschiedlichen Arbeitgebern gewählt, und deshalb liefern sie zwei fast getrennte Listen: Von allen Inseraten, die ein Pensum von höchstens 60 Prozent nennen, tragen 71,4 Prozent keine Teilzeit-Kennzeichnung. Von allen als Teilzeit gekennzeichneten Inseraten nennen 55,4 Prozent keine Zahl.
Für dich heisst das: Jede Suche, die nur einen der beiden Wege benutzt, verliert systematisch einen Teil des Angebots — und zwar nicht zufällig verstreut, sondern nach Arbeitgebertyp sortiert. Spitäler, Kantone und Detailhändler kennzeichnen ihre Stellen häufig als Teilzeit; Praxen, Schulen, kleinere Betriebe und Personalvermittler schreiben statt dessen die Zahl in den Titel.
Der Ausweg ist unspektakulär und wirksam: Suche zweimal. Einmal über die Teilzeit-Seite, die auf die Kennzeichnung filtert, und einmal über die Pensumsangabe in der Stellensuche, die auf die Zahl im Inserat geht. Zusammen decken die beiden Wege die 7,6 Prozent des Marktes ab, die überhaupt ein reduziertes Pensum anbieten. Einzeln decken sie 5,5 beziehungsweise 2,9 Prozent ab.
Und rechne damit, dass ein Teil dieser Stellen unter beiden Suchen unsichtbar bleibt: Inserate, die Vollzeit ausgeschrieben sind, deren Betrieb aber auf Anfrage teilen würde. Nur 0,4 Prozent aller Inserate schreiben ausdrücklich «oder nach Vereinbarung» hin. Dass so wenige es tun, heisst nicht, dass so wenige es täten — es heisst, dass die Frage im Gespräch gestellt wird, nicht im Inserat beantwortet.
«80–100 %» ist keine Teilzeitstelle
Prozentzahlen sind in Schweizer Stellentiteln eine feste Konvention: 22,5 Prozent aller Inserate nennen eine. Nur ist die Zahl in den meisten Fällen kein Angebot, sondern eine Bestätigung. Bei 74,8 Prozent der Inserate mit Pensumsangabe ist der tiefste genannte Wert 100 Prozent. Weitere 11,1 Prozent haben ihren tiefsten Wert zwischen 80 und 99 Prozent.
Dahinter steckt die Spannen-Schreibweise. 62,2 Prozent aller Pensumsangaben sind eine Spanne, und 65,6 Prozent dieser Spannen beginnen bei 80 Prozent. Das gelesene «80–100 %» ist deshalb fast immer eine Vollzeitstelle mit eingebautem Verhandlungsspielraum: Der Betrieb sagt, dass er mit einem Tag weniger leben könnte. Für jemanden, der 50 oder 60 Prozent braucht, ist das keine passende Stelle, sondern eine höfliche Absage im Voraus.
Die Spannen, die wirklich nach unten reichen, sind erkennbar seltener: 13,4 Prozent der Spannen beginnen bei 60 Prozent, 7,3 Prozent bei 40 und 6,0 Prozent bei 50 Prozent. Wenn du also Inserate liest, achte nicht auf die Zahl 100 am oberen Ende, sondern ausschliesslich auf die Zahl am unteren.
Innerhalb der Inserate, die ein Pensum von höchstens 60 Prozent anbieten, gibt es eine klare Leiter: 60 Prozent (36,8 %), 50 (25,0 %), 40 (19,0 %), 30 (6,9 %), 20 (5,7 %) und alles darunter zusammen rund 4 Prozent. Ein Pensum von 60 Prozent zu suchen, öffnet also den mit Abstand grössten Teil dieses Angebots; unter 30 Prozent wird die Auswahl sehr klein und liegt fast nur noch in der Pflege, in der Reinigung, im Detailhandel und in der Schule.
Das Berufsfeld entscheidet mehr als der Ort
Der Unterschied zwischen den Berufsfeldern ist die grösste Zahl dieser ganzen Antwort. Er beträgt rund das Achtzigfache: gut vier von zehn Inseraten in Bildung und Sozialer Arbeit gegenüber einem von zweihundert im Bau und im Handwerk. Kein Ort, keine Firmengrösse und keine Jahreszeit macht in unserem Bestand einen annähernd so grossen Unterschied.
Die Reihenfolge folgt der Betriebslogik, nicht dem Wohlwollen. Wo im Schichtbetrieb, im Stundenplan oder in der Ladenöffnungszeit ohnehin geplant wird, ist ein 50-Prozent-Pensum eine Planungseinheit wie jede andere: Pflege 29,1 Prozent, Therapie und Praxis 23,3, Reinigung und Hauswirtschaft 21,1, Verkauf 15,2, Administration 12,9. Wo die Arbeit an Projekten, Mandaten und Bereitschaft hängt, wird sie als ganze Stelle ausgeschrieben: Ingenieurwesen 3,2 Prozent, Informatik 2,4, Bau und Handwerk 0,5.
Daraus folgt eine unbequeme, aber ehrliche Empfehlung. Wenn dein Beruf im unteren Teil dieser Liste steht, ist die Suche nach einem ausgeschriebenen Teilzeitpensum in deinem Fach nicht der beste Weg — die Menge existiert schlicht nicht. Sinnvoller ist es, auf eine Vollzeitausschreibung eines Arbeitgebers zu zielen, der anderswo im Haus bereits reduziert anstellt, und das Pensum im Erstgespräch als Spanne einzubringen.
Steht dein Beruf im oberen Teil, gilt das Gegenteil: Dort ist das reduzierte Pensum der Normalfall und die Vollzeitstelle die Ausnahme, und du kannst mit dem Pensum als hartem Kriterium suchen, ohne dass die Liste leer wird. Die Gruppe Bildung und Soziales ist dabei die kleinste hier gezeigte — sie macht rund ein halbes Prozent aller Inserate aus, ihre Quote ist also aussagekräftig, ihre absolute Auswahl aber überschaubar.
Fünfzig Arbeitgeber tragen die Hälfte
Reduzierte Pensen sind stärker auf wenige Absender konzentriert als der Markt insgesamt. Die 50 Arbeitgeber mit den meisten solchen Inseraten stellen zusammen 50,9 Prozent aller Inserate mit reduziertem Pensum; über alle Inserate gerechnet kommen die 50 grössten Ausschreiber nur auf 35,7 Prozent. Die zehn grössten allein stehen für 22,5 Prozent.
Das macht die Arbeitgebersuche zum dritten Weg neben Filter und Zahl. Unter den Ausschreibern mit mindestens vierzig offenen Inseraten sind es vor allem Spitäler, Kantone und der Detailhandel: Bei der Insel Gruppe bieten 77,8 Prozent der offenen Inserate ein reduziertes Pensum, beim Kantonsspital Graubünden 66,7, bei Lidl Switzerland 53,7, bei den Hôpitaux Universitaires de Genève 44,7, bei der Medbase Gruppe 35,8 und beim Kantonsspital Baden 29,6 Prozent. Beim Kanton Bern sind es 13,7, beim Luzerner Kantonsspital 13,3 und bei Volg 13,2 Prozent.
Ebenso aufschlussreich ist die andere Seite. Mehrere grosse Ausschreiber mit vierzig und mehr offenen Stellen — darunter Nestlé, Swiss Life, Axpo und Vontobel — führen in unserem Bestand kein einziges Inserat mit reduziertem Pensum. Wer dort ein Teilzeitpensum sucht, sucht nicht in einer dünnen Liste, sondern in einer leeren.
Ein Vorbehalt gehört dazu: Diese Zahlen messen, wie ein Arbeitgeber seine Inserate schreibt, nicht wie er tatsächlich anstellt. Ein Haus, das intern viele reduzierte Pensen führt, sie aber nie ins Inserat schreibt, erscheint hier bei null. Für die Suche ist das trotzdem die relevante Grösse — du kannst nur finden, was jemand hingeschrieben hat.
Die Wörter, die Teilzeit finden
Das Wort «Teilzeit» steht in bloss 0,8 Prozent aller Inserate. Als Suchbegriff eingetippt ist es damit fast nutzlos — die Kennzeichnung liegt in der Anstellungsart, nicht im Text. Es gibt aber Wörter, die im Text stehen und fast ausschliesslich in reduzierten Pensen vorkommen.
Von den Inseraten, die «Stundenlohn» erwähnen, bieten 97,4 Prozent ein reduziertes Pensum. Bei «auf Abruf» sind es 91,3 Prozent, bei Studierenden- und Werkstudentenstellen 85,6, bei «Aushilfe» 79,2, bei Wochenendarbeit 77,6, bei Nachtdienst 75,4 und bei Vertretungen und Springerdiensten 71,4 Prozent. Diese Wörter sind selten — jedes kommt in weniger als einem Prozent der Inserate vor —, aber sie sind fast unfehlbar: Wer sie sucht, sieht kaum Vollzeitstellen.
Für die Praxis heisst das: Ergänze die Pensumssuche um zwei oder drei dieser Begriffe, statt sie zu ersetzen. Sie führen in ein anderes Segment — stundenweise, unregelmässig, oft befristet — und decken damit genau die Stellen ab, die weder eine Prozentzahl noch die Teilzeit-Kennzeichnung tragen, weil ihr Pensum gar nicht in Prozent gedacht ist.
Ein verwandter Hinweis für alle, die auf Englisch suchen: In englischsprachigen Inseraten steht nur in 9,5 Prozent der Fälle überhaupt eine Prozentzahl, gegenüber 29,7 Prozent in deutschsprachigen und 19,9 Prozent in französischsprachigen. Wer ausschliesslich englische Inserate liest, sucht also in dem Teil des Marktes, der die Pensumsfrage am seltensten schriftlich beantwortet.
So gehst du hier konkret vor
Erstens: Öffne die Teilzeit-Seite und wähle deinen Ort. Sie zeigt die Inserate mit Teilzeit-Kennzeichnung und hat für jede grössere Stadt eine eigene Unterseite, etwa Zürich oder Bern. Das ist die eine Hälfte, und sie ist die bequemere.
Zweitens: Setze in der Stellensuche das Pensum von 20 bis 60 Prozent und lass das Suchfeld bei deinem Beruf. Diese Auswahl arbeitet mit Überschneidung: Ein Inserat, das «60–100 %» schreibt, taucht auch bei einer Suche bis 60 Prozent auf, weil sich die beiden Spannen berühren. Und Inserate ohne jede Pensumsangabe werden nicht weggeworfen, sondern behalten — sonst würden die 55,4 Prozent der Teilzeitinserate, die keine Zahl nennen, in deiner Liste fehlen.
Drittens: Nimm zwei bis drei Arbeitgeber aus dem oberen Teil der Liste — in deiner Region typischerweise das Kantonsspital, den Kanton selbst, eine Spitex-Organisation, eine Klinikgruppe und einen Detailhändler — und schau ihre offenen Stellen direkt durch. Bei der Hälfte des reduzierten Angebots ist das der kürzeste Weg.
Viertens: Formuliere dein Pensum als Spanne, sobald du schreibst. «Ich suche 50 bis 70 Prozent» lässt einem Betrieb Raum, die Stelle zuzuschneiden; «ausschliesslich 50 Prozent» erzwingt eine Ja-oder-Nein-Entscheidung, bevor jemand dich kennt. Und bewirb dich auf Vollzeitausschreibungen im richtigen Berufsfeld — bei einem Arbeitgeber, dessen andere Inserate reduzierte Pensen zeigen, ist die Frage nach 60 Prozent keine Zumutung, sondern Routine.
Anteile aus unserer laufenden Auswertung der von uns erfassten offenen Schweizer Stelleninserate, Stand August 2026. «Reduziertes Pensum» meint hier Inserate, die als Teilzeit erfasst sind oder im Titel beziehungsweise im Kurztext ein Pensum von höchstens 60 Prozent nennen. Berufsfelder sind über Stichwörter im Stellentitel zugeordnet; die Gruppe Bildung und Soziales ist mit rund einem halben Prozent aller Inserate die kleinste hier gezeigte. Arbeitgeberquoten nur für Ausschreiber mit mindestens vierzig offenen Inseraten. Wir veröffentlichen Anteile, keine absoluten Bestandszahlen.
Quellen
Verwandte Fragen
Was unser Stellenindex über den Schweizer Markt sagt
Live aus unserem eigenen Index berechnet, nicht aus einer Studie zitiert. Nur Anteile, Stand heute.
Sprache der Inserate
- Deutsch
- 60%
- English
- 23%
- Français
- 13%
- Italiano
- 3%
Von den Inseraten mit Sprachanforderung verlangen
- Deutsch
- 70%
- English
- 43%
- Français
- 21%
- Italiano
- 3%
19% in den letzten 7 Tagen ausgeschrieben · Grösste Märkte: Zürich 18% · Bern 10% · Genève 5% · Basel 5%






