Wie lange bleibt ein Stelleninserat online?
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Kurz gesagt
Über den gesamten erfassten Bestand liegt das Medianalter der offenen Inserate bei rund 18 Tagen: Die Hälfte aller Stellen, die gerade online sind, wurde in den letzten drei Wochen publiziert. Gut ein Drittel ist älter als 30 Tage, rund ein Sechstel älter als 90 Tage.
Der Durchschnitt verdeckt allerdings enorme Unterschiede zwischen den Berufsfeldern. Im Bau und Handwerk liegt das Medianalter bei rund 41 Tagen, in der Pflege bei rund 24 — im Ingenieurwesen und in den kaufmännischen Berufen dagegen bei 15 bis 16 Tagen.
Die Lebensdauer ist deshalb interessant, weil sie kein Verwaltungsdetail ist, sondern ein Mass für Konkurrenz. Ein Inserat, das lange offen bleibt, hat niemanden gefunden — und dort ist deine Bewerbung mehr wert als in einem Feld, in dem Stellen nach zwei Wochen weg sind.
Wie lange die aktuell offenen Inserate je Berufsfeld seit ihrer Publikation online sind, Median. Laufende Auswertung, Stand August 2026.
- Die Hälfte aller offenen Stellen ist jünger als rund drei Wochen.
- Gut ein Drittel der offenen Inserate ist älter als 30 Tage, rund ein Sechstel älter als 90 Tage.
- Handwerksinserate bleiben mehr als doppelt so lange offen wie der Markt insgesamt.
- Ein Inserat, das noch online ist, ist nicht automatisch noch offen — die Vorauswahl läuft oft parallel.
- Rund zwei Drittel aller offenen Stellen wurden in den letzten 30 Tagen publiziert.
Wie alt die Inserate sind, die gerade online stehen
| Alter des Inserats | Anteil der offenen Inserate |
|---|---|
| Bis 7 Tage | 21,9 % |
| Bis 14 Tage | 25,9 % |
| Bis 30 Tage | 46,7 % |
| Bis 60 Tage | 69,1 % |
| Bis 90 Tage | 79,2 % |
| Median | 33 Tage |
Gezählt am 7. September 2026 über 22’309 Inserate mit verwertbarem Publikationsdatum (99 % des Bestands). WICHTIG: Das ist das Alter der Inserate, die JETZT online sind — nicht die durchschnittliche Laufzeit. Eine Momentaufnahme enthält zwangsläufig mehr langlebige Inserate, weil eine in vier Tagen besetzte Stelle gar nie darin auftaucht. Die Hälfte steht seit 33 Tagen oder länger.
Was «noch online» tatsächlich bedeutet
Ein Inserat verschwindet nicht in dem Moment, in dem sich jemand Passendes gemeldet hat. In den meisten Betrieben läuft die Ausschreibung weiter, bis ein Vertrag unterschrieben ist — und das kann Wochen nach dem ersten Gespräch sein. Zwischen «online» und «offen» liegt deshalb ein Graubereich, der grösser ist, als die Anzeige vermuten lässt.
Das erklärt einen erheblichen Teil des älteren Bestands. Wenn gut ein Drittel der offenen Inserate älter als 30 Tage ist, sind darunter drei verschiedene Fälle: Stellen, die wirklich niemanden gefunden haben; Stellen, bei denen die Auswahl bereits läuft; und Stellen, die aus Nachlässigkeit online geblieben sind, obwohl sie besetzt sind.
Für dich ist die Unterscheidung nicht sichtbar, aber die Konsequenz ist einfach: Eine Bewerbung in der ersten Woche nach Publikation trifft fast immer auf ein offenes Verfahren. Vier Wochen später ist die Wahrscheinlichkeit deutlich geringer — nicht null, aber deutlich geringer.
Deshalb ist die Reaktionszeit der Hebel, der in deiner Hand liegt. Der Unterschied zwischen einer Bewerbung am zweiten und am zwanzigsten Tag ist grösser als der Unterschied zwischen einem guten und einem sehr guten Anschreiben.
Warum Handwerksstellen so lange offen bleiben
Mit rund 41 Tagen Medianalter bleiben Inserate im Bau und Handwerk mehr als doppelt so lange online wie im Marktdurchschnitt. Elektro, Sanitär, Schreinerei, Montage, Installation, Spenglerei — diese Betriebe suchen sichtbar länger, als sie möchten.
Der Grund ist kein Mangel an Ausschreibungen, sondern ein Mangel an Bewerbenden mit der passenden Ausbildung und ausreichendem Deutsch. Praktisch keine Handwerksstelle kommt ohne Landessprache aus, und rund sieben von zehn verlangen ausdrücklich Deutsch — das ist in diesem Feld die härtere Hürde als die Qualifikation.
Wer beides mitbringt, sucht damit im Markt mit dem günstigsten Verhältnis von offenen Stellen zu Bewerbenden im ganzen Land. Und weil die Betriebe unter Druck stehen, ist die Bereitschaft, jemanden einzuarbeiten oder von einer Anforderung abzuweichen, hier grösser als anderswo.
Am anderen Ende steht das Ingenieurwesen mit rund 15 Tagen, dicht gefolgt von kaufmännischen Berufen, Verkauf und Gastgewerbe mit rund 16. Diese Felder sind nicht weniger gefragt — sie sind schneller besetzt, weil es dort mehr Bewerbende gibt.
Was du aus dem Alter eines Inserats liest
Ein frisches Inserat, jünger als eine Woche, ist der Normalfall und braucht keine besondere Interpretation — ausser der, schnell zu sein. Rund zwei Drittel aller offenen Stellen wurden in den letzten 30 Tagen publiziert, der Markt erneuert sich also laufend.
Ein Inserat zwischen vier und acht Wochen im Feld deines Berufs verdient einen zweiten Blick. Liegt der Median deines Feldes bei 16 Tagen und dieses Inserat ist sechs Wochen alt, hat der Betrieb ein Problem — und ein Problem ist eine Gelegenheit.
Ein Inserat, das nach Wochen erneut erscheint, ist das deutlichste Signal überhaupt. Eine Wiederausschreibung heisst, dass der erste Anlauf gescheitert ist. Genau dann lohnt sich eine Bewerbung, die beim ersten Mal vielleicht zu knapp gewesen wäre.
Und ein sehr altes Inserat ohne Wiederausschreibung — älter als drei Monate, was rund ein Sechstel des Bestands ausmacht — ist der einzige Fall, in dem ein kurzer Anruf vor der Bewerbung wirklich Zeit spart. Die Frage «ist die Stelle noch offen» ist völlig legitim und wird in der Schweiz nicht als Belästigung gelesen.
Wie du mit der Kurzlebigkeit umgehst
Die wichtigste Konsequenz betrifft nicht das Bewerben, sondern das Suchen. Wenn die Hälfte der Stellen jünger als drei Wochen ist, entscheidet die Frequenz deiner Suche darüber, wie viel du überhaupt siehst. Wer einmal im Monat schaut, sieht einen Ausschnitt; wer sich neue Inserate melden lässt, sieht alles.
Trenne dabei Suchen von Bewerben. Das Durchsehen neuer Inserate kostet Minuten und lohnt sich fast immer; das Schreiben einer zugeschnittenen Bewerbung kostet zwanzig bis vierzig Minuten und lohnt sich nur gezielt. Wer beides vermischt, macht beides schlechter.
Wenn du beim RAV gemeldet bist, hat die Kurzlebigkeit eine zweite Folge: Sichere das Inserat, sobald du dich bewirbst. Ein Nachweis ohne die dazugehörige Ausschreibung ist im Nachhinein schwer zu belegen, und bei einem Bestand, der sich alle paar Wochen erneuert, ist das Inserat am Monatsende oft nicht mehr auffindbar.
Und lass dich von einem alten Inserat nicht abschrecken. Die Wahrscheinlichkeit, dass es noch offen ist, sinkt mit dem Alter — aber sie sinkt langsamer als die Zahl der Mitbewerbenden, die es inzwischen aufgegeben haben.
Was Betroffene berichten
Wiederkehrend beschrieben wird, dass Inserate zwischenzeitlich offline gehen und der Nachweis der Bewerbung dann fehlt — ein Problem, das beim Erfassen der Arbeitsbemühungen am Monatsende regelmässig auftritt. Bei einem Bestand, der sich schnell erneuert, ist das kein Randfall.
Wiederkehrendes Thema in deutschsprachigen LinkedIn-Beiträgen von Stellensuchenden und Beratenden, ausgewertet im August 2026.
Aus dem Schweizer Markt wird zugleich berichtet, dass auch gut qualifizierte Fachleute mehrere Monate suchen. Das ist kein Widerspruch zu offenen Stellen: Die Felder mit den längsten Suchzeiten sind gerade nicht jene, in denen die meisten Bewerbenden unterwegs sind.
Wiederkehrendes Thema in LinkedIn-Beiträgen zur aktuellen Lage auf dem Schweizer Arbeitsmarkt, ausgewertet im August 2026.
Angaben aus unserer laufenden Auswertung der von uns erfassten Schweizer Stelleninserate, Stand August 2026. Das Medianalter misst, wie lange die aktuell offenen Inserate seit ihrem Publikationsdatum online sind — nicht, wie lange eine Stelle bis zur Besetzung braucht. Berufsfelder werden über den Stellentitel zugeordnet. Wir veröffentlichen Anteile, keine absoluten Bestandszahlen.
Quellen
Verwandte Fragen
Was unser Stellenindex über den Schweizer Markt sagt
Live aus unserem eigenen Index berechnet, nicht aus einer Studie zitiert. Nur Anteile, Stand heute.
Sprache der Inserate
- Deutsch
- 60%
- English
- 23%
- Français
- 13%
- Italiano
- 3%
Von den Inseraten mit Sprachanforderung verlangen
- Deutsch
- 70%
- English
- 43%
- Français
- 21%
- Italiano
- 3%
19% in den letzten 7 Tagen ausgeschrieben · Grösste Märkte: Zürich 18% · Bern 10% · Genève 5% · Basel 5%