Alle Fragen

Jobsuche

Wie viele offene Stellen gibt es in der Schweiz?

Aktualisiert:

Kurz gesagt

Es gibt zwei amtliche Zahlen, und sie unterscheiden sich um mehr als das Doppelte. Das Bundesamt für Statistik zählte im 2. Quartal 2026 knapp neunundneunzigtausend offene Stellen in Industrie und Dienstleistungen — 1,7 Prozent aller Stellen, also rund jede sechzigste. Bei den RAV gemeldet waren im Juli 2026 rund fünfundvierzigtausend, knapp zwei Drittel davon nur, weil das Gesetz es verlangt. Und die Zahl, die eine Jobbörse oben auf der Seite anzeigt, misst etwas Drittes: Inserate, nicht Stellen.

Wer «wie viele offene Stellen» fragt, stellt in Wahrheit drei Fragen auf einmal: Wie viele Arbeitsplätze sind in Schweizer Betrieben gerade unbesetzt und werden aktiv besetzt? Wie viele davon kennt die öffentliche Arbeitsvermittlung? Und wie viele Zeilen stehen in der Liste, die ich mir eben angeschaut habe? Die drei Antworten liegen weit auseinander, und das ist kein Messfehler, sondern der Unterschied zwischen drei Definitionen.

Dieser Text nennt beide amtlichen Zahlen mit ihrem Kleingedruckten, zeigt an unserem eigenen Bestand offener Schweizer Inserate, welcher Teil einer Trefferliste die amtliche Definition gar nicht erfüllt, und rechnet die Landeszahl auf das um, was du tatsächlich brauchst: die Quote in deiner Branche.

Quote der offenen Stellen nach Wirtschaftsabteilung, 2. Quartal 2026
Quote der offenen Stellen nach Wirtschaftsabteilung, 2. Quartal 2026Informationstechnologische Dienstl.2.8%Datenverarbeitungsgeräte und Uhren2.5%Maschinenbau2.2%Finanz- und Versicherungsdienstl.2.1%Baugewerbe2.1%Gesundheits- und Sozialwesen2%Handel1.9%Total Schweiz1.7%

Offene Stellen in Prozent aller Stellen (besetzte plus offene) der jeweiligen Wirtschaftsabteilung. Quelle: Bundesamt für Statistik, Beschäftigungsbarometer, publiziert am 27. August 2026. Der Landeswert liegt bei 1,7 Prozent.

  • BFS, 2. Quartal 2026: knapp neunundneunzigtausend offene Stellen in den Sektoren II und III, 2,7 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Die Quote der offenen Stellen liegt bei 1,7 Prozent aller Stellen — im Sektor II bei 2,1, im Sektor III bei 1,6 Prozent.
  • SECO, Juli 2026: rund fünfundvierzigtausend offene Stellen bei den RAV gemeldet, 4,4 Prozent weniger als im Vormonat und 13,4 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. 65,9 Prozent davon unterliegen der Meldepflicht.
  • Die RAV-Zahl entspricht damit rund 46 Prozent der amtlichen Gesamtzahl. Freiwillig — ohne gesetzliche Pflicht — gemeldet wird ein Anteil, der knapp einem Sechstel aller offenen Stellen des Landes entspricht.
  • Die amtliche Zählung lässt zwei Dinge bewusst weg: die Landwirtschaft, die gar nicht zum Erhebungsrahmen gehört, und die Branche 78 «Vermittlung und Überlassung von Arbeitskräften».
  • In unserem Bestand offener Schweizer Inserate stammen 10,0 Prozent von Vermittlungs- oder Verleihfirmen und 6,4 Prozent sind Lehr-, Praktikums- oder Traineestellen. Zusammen mit der Landwirtschaft fallen 16,4 Prozent der Inserate aus der amtlichen Definition heraus — rund jedes sechste.
  • 0,01 Prozent der Inserate sagen, wie viele Personen gesucht werden. Ein Inserat ist deshalb weder eine Stelle noch verlässlich mehrere.
  • Die Quote nach Branche geht weit auseinander: informationstechnologische Dienstleistungen 2,8 Prozent, Erziehung und Unterricht 0,7 Prozent — Faktor knapp vier.
  • Gegenüber dem Höchststand im 2. Quartal 2022 liegt die Zahl der offenen Stellen 21,9 Prozent tiefer, gegenüber dem Pandemiequartal im Frühling 2020 rund 62 Prozent höher.
  • Auf eine beim RAV gemeldete offene Stelle kommen rund drei Arbeitslose und rund fünf Stellensuchende; auf eine offene Stelle der BFS-Zählung rund 1,4 Arbeitslose.

Was in unserem Stellenindex steht — Stand 7. September 2026

MerkmalAnteilAbsolut
Inserate insgesamt—22’518
Vollzeit75,9 %17’084
Teilzeit ausgeschrieben5,1 %1’153
Praktikum1,0 %220
Befristet0,9 %193
Pensum bereits im Titel23,0 %5’180
davon als Spanne («80–100 %»)58 %3’021
Sprachanforderung genannt67,1 %15’103
davon mindestens zwei Sprachen20,7 % aller Inserate4’651

Gezählt über 22’518 veröffentlichte Inserate in UNSEREM Index — das ist nicht die Zahl aller offenen Stellen in der Schweiz. Die nationalen Zahlen führen das SECO und das BFS. Diese Tabelle sagt, wie die Inserate aussehen, die wir sehen.

Zwei amtliche Zahlen, und sie zählen nicht dasselbe

Die grössere der beiden stammt vom Bundesamt für Statistik und heisst Beschäftigungsbarometer. Es ist eine Stichprobenerhebung, die vierteljährlich bei rund achtzehntausend Unternehmen mit zusammen fünfundsechzigtausend Betrieben durchgeführt wird — im zweiten Sektor, also Industrie und Baugewerbe, und im dritten, den Dienstleistungen. Als offene Stelle gilt dort ein neu geschaffener, unbesetzter oder freiwerdender Arbeitsplatz, den das Unternehmen unmittelbar oder in naher Zukunft besetzen will und für den bereits aktive Schritte zur Rekrutierung unternommen wurden. Im 2. Quartal 2026 waren das knapp neunundneunzigtausend Stellen, 2,7 Prozent mehr als im gleichen Quartal des Vorjahres.

Die kleinere stammt vom SECO und zählt etwas anderes: nicht was offen ist, sondern was gemeldet wurde. Im Juli 2026 waren rund fünfundvierzigtausend offene Stellen bei den regionalen Arbeitsvermittlungszentren registriert, 4,4 Prozent weniger als im Vormonat und 13,4 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. 65,9 Prozent dieser Stellen unterlagen der Meldepflicht, gehören also zu einem Beruf mit erhöhter Arbeitslosigkeit, den der Arbeitgeber melden muss. Das SECO schreibt den entscheidenden Satz selbst in die Definitionen seines Berichts: Die gemeldeten offenen Stellen decken nur einen Teil aller offenen Stellen in der Schweiz ab.

Rechnet man die beiden gegeneinander, kommt man auf rund 46 Prozent: Weniger als die Hälfte der offenen Stellen des Landes ist der öffentlichen Arbeitsvermittlung überhaupt bekannt. Und weil zwei Drittel der gemeldeten Stellen nur wegen der Meldepflicht dort liegen, entspricht der freiwillig gemeldete Rest bloss knapp einem Sechstel aller offenen Stellen. Ein Vorbehalt gehört dazu: Die eine Zahl ist ein Juli-Monatswert, die andere ein Quartalsdurchschnitt, und die Erhebungsrahmen decken sich nicht. Das Verhältnis ist eine Grössenordnung, keine Kommastelle.

Eine dritte Zahl gibt es nicht, jedenfalls keine amtliche. Was Jobbörsen anzeigen, sind Inserate, und wie viele davon eine Seite führt, hängt davon ab, wie breit sie sammelt und wie schnell sie Abgelaufenes entfernt. Genau deshalb ist der Vergleich zweier Startseiten kein Vergleich zweier Arbeitsmärkte.

Was die amtliche Zahl bewusst weglässt — und warum das gerade die Inserate trifft

Im methodischen Anhang des Beschäftigungsbarometers steht ein Satz, den fast niemand zitiert: Resultate der Branche 78 «Vermittlung und Überlassung von Arbeitskräften» sind ausgeschlossen. Personalvermittler und Temporärfirmen kommen in der Zählung also nicht vor. Das ist methodisch sauber — sonst würde dieselbe Stelle zweimal gezählt, einmal beim Einsatzbetrieb und einmal beim Verleiher —, aber es bedeutet, dass die amtliche Zahl ausgerechnet den Absender ausklammert, der auf Stellenportalen besonders sichtbar ist.

Wie sichtbar, lässt sich an unserem eigenen Bestand offener Schweizer Inserate zeigen. 10,0 Prozent der Inserate stammen von Firmen, die sich im eigenen Namen als Vermittlung, Rekrutierung oder Personalverleih zu erkennen geben. Das ist eine Untergrenze, denn erkannt wird nur, wer es im Namen führt. Der grösste einzelne Ausschreiber unseres Bestands ist eine solche Rekrutierungsfirma: Auf sie allein entfallen 6,1 Prozent aller Inserate — rund jedes sechzehnte.

Dazu kommt, was gar keine Stelle im Sinn der Definition ist. 6,4 Prozent der Inserate tragen im Titel eine Lehrstelle, ein Praktikum oder ein Traineeprogramm; sie schreiben eine Ausbildung aus, keinen zu besetzenden Arbeitsplatz. Und 0,1 Prozent sind landwirtschaftliche Stellen, die im Erhebungsrahmen des Bundesamts gar nicht vorkommen, weil dieser nur die Sektoren II und III abdeckt.

Legt man die drei Ausschlüsse zusammen, fallen 16,4 Prozent unseres Inseratebestands aus der amtlichen Definition heraus — rund jedes sechste Inserat, bevor überhaupt eine einzige Stelle gezählt ist. Das erklärt einen guten Teil des Abstands zwischen dem, was eine Trefferliste zeigt, und dem, was das Bundesamt meldet. Es erklärt ihn nicht ganz: In die andere Richtung fehlen alle Stellen, die ein Betrieb intern, über Kontakte oder gar nicht ausschreibt, und die in der Erhebung trotzdem als offen gelten.

Ein Inserat ist keine Stelle

Die stillschweigende Annahme hinter jeder Trefferzahl lautet: eine Zeile, eine Stelle. Das stimmt in beide Richtungen nicht. Nach oben nicht, weil ein Inserat mehrere Personen suchen kann — nur sagt es das fast nie. In unserem Bestand nennen 0,01 Prozent der Inserate eine Anzahl gesuchter Personen; es sind buchstäblich Einzelfälle, meist Ausbildungsplätze der öffentlichen Hand, die «acht Stellen» oder «zwei Ausbildungsstellen» in den Titel schreiben. Alle anderen lassen offen, ob dahinter eine Person steht oder fünf.

Nach unten stimmt es ebenso wenig, weil dieselbe Stelle mehrfach in der Liste stehen kann — über mehrere Portale, als Wiederveröffentlichung, oder als Filialinserat einer Kette, die dieselbe Funktion an zwanzig Standorten besetzt. Welche Muster diese Wiederholungen erzeugen und woran sie kenntlich werden, behandelt unsere Antwort dazu, warum dieselbe Stelle mehrfach online steht; die Zahlen dazu stehen dort.

Praktisch heisst das: Eine Trefferzahl ist keine Obergrenze und keine Untergrenze für die Zahl der Stellen, sondern eine Zahl über Inserate. Sie taugt für Vergleiche innerhalb derselben Liste — dieser Beruf gegen jenen, diese Woche gegen letzte — und nicht für die Frage, wie viele Arbeitsplätze in der Schweiz frei sind.

1,7 Prozent klingt klein — in deiner Branche ist es etwas anderes

Die brauchbarste Grösse aus der amtlichen Statistik ist nicht die Gesamtzahl, sondern die Quote: offene Stellen geteilt durch die Summe aus besetzten und offenen Stellen. Sie lag im 2. Quartal 2026 bei 1,7 Prozent. Anders gesagt: Von sechzig Arbeitsplätzen in der Schweiz ist etwa einer gerade zu besetzen. Das ist die Zahl, die man im Kopf behalten sollte, wenn eine Schlagzeile «hunderttausend offene Stellen» ruft — sie ist gross und klein zugleich, je nachdem, woran man sie misst.

Zwischen den Branchen geht sie weit auseinander. Am oberen Ende stehen die informationstechnologischen und Informationsdienstleistungen mit 2,8 Prozent, die Herstellung von Datenverarbeitungsgeräten und Uhren mit 2,5, Information und Kommunikation insgesamt mit 2,3 sowie Maschinenbau und Finanz- und Versicherungsdienstleistungen mit je rund 2,1 Prozent. Das Baugewerbe liegt bei 2,1, das Gesundheits- und Sozialwesen bei 2,0, der Handel bei 1,9, das Gastgewerbe bei 1,7 und Verkehr und Lagerei bei 1,6 Prozent. Am unteren Ende stehen die öffentliche Verwaltung mit 1,4 Prozent und Erziehung und Unterricht mit 0,7 — zwischen Erziehung und den IT-Diensten liegt Faktor knapp vier.

Die Zusammensetzung sagt noch etwas anderes als die Quote. Drei Viertel aller offenen Stellen liegen im Dienstleistungssektor, ein Viertel in Industrie und Bau. Die grösste einzelne Wirtschaftsabteilung ist das Gesundheits- und Sozialwesen: Auf sie allein entfallen rund 18 Prozent aller offenen Stellen des Landes. Wer die Landeszahl auf seine eigene Lage übersetzen will, muss also zweimal filtern — einmal auf die Branche, einmal auf den Beruf darin.

Die Zahl ist nicht hoch und nicht tief, sie ist gefallen

Die Reihe des Bundesamts reicht bis ins 2. Quartal 2003 zurück, und sie ordnet die heutige Zahl ein. Der Höchststand liegt im 2. Quartal 2022; gegenüber diesem Wert liegt das 2. Quartal 2026 um 21,9 Prozent tiefer. Gegenüber dem Pandemiequartal im Frühling 2020 liegt es rund 62 Prozent höher, und gegenüber dem Beginn der Reihe im Jahr 2003 bei gut dem Zweieinhalbfachen. Wer heute liest, der Arbeitsmarkt sei «leergefegt» oder «eingebrochen», liest in beiden Fällen eine Auswahl.

Interessanter als der Gesamtwert ist, wie unterschiedlich sich die Branchen bewegt haben. Nimmt man das Jahr 2021 als hundert, steht der Gesamtwert im 2. Quartal 2026 bei rund 110. Darunter liegen das Baugewerbe bei 141, Verkehr und Lagerei bei 139, das Gesundheits- und Sozialwesen bei 137, die öffentliche Verwaltung bei 126 und Erziehung und Unterricht bei 122 — und gleichzeitig Information und Kommunikation bei 83, die informationstechnologischen Dienstleistungen bei 83, das Gastgewerbe bei 87 und der Maschinenbau bei 90.

Das ist die eigentliche Nachricht hinter der Landeszahl: Der Gesamtwert hat sich seit 2021 um ein Zehntel bewegt, seine Zusammensetzung um vierzig Prozent nach oben und um ein Sechstel nach unten. Eine Aussage über «den Schweizer Stellenmarkt» ist deshalb fast immer eine Aussage über eine Branche, die man nicht genannt hat.

Wie viele Menschen auf eine offene Stelle kommen

Die zweite Hälfte der Frage lautet meistens: und wie viele bewerben sich darauf? Auch dazu gibt es amtliche Zahlen, wenn auch keine direkte. Im Juli 2026 waren beim SECO rund hundertneununddreissigtausend Arbeitslose und rund zweihundertsiebenundzwanzigtausend Stellensuchende registriert — Letztere schliessen Menschen ein, die eine Stelle haben oder nicht sofort vermittelbar sind. Auf eine beim RAV gemeldete offene Stelle kommen damit rund drei Arbeitslose und rund fünf Stellensuchende. Misst man dieselbe Zahl von Arbeitslosen an der grösseren BFS-Zählung, sind es rund 1,4 Arbeitslose je offene Stelle.

Diese Verhältnisse sind grobe Kennziffern und keine Bewerberzahlen: Wer arbeitslos gemeldet ist, bewirbt sich nicht auf jede Stelle, und die meisten Bewerbungen kommen von Menschen, die bereits eine Stelle haben. Trotzdem ist der Abstand zwischen drei und 1,4 aufschlussreich — er misst genau die Lücke zwischen dem, was das RAV sieht, und dem, was es gibt.

Dass beides gleichzeitig gilt, zeigt der dritte Indikator des Beschäftigungsbarometers. Gewichtet nach der Zahl der Beschäftigten meldeten im 2. Quartal 2026 33,9 Prozent der Unternehmen Schwierigkeiten, qualifiziertes Personal zu finden. Gewichtet nach der Zahl der Betriebe sind es nur 9,7 Prozent — die grossen Arbeitgeber haben das Problem, die vielen kleinen Betriebe melden es seltener. Nach Branche reicht die Spanne vom Maschinenbau mit 58,8 Prozent und dem Gesundheits- und Sozialwesen mit 50,1 Prozent bis zu Erziehung und Unterricht mit 15,2 Prozent. Ein Markt mit gut einer arbeitslosen Person pro offener Stelle und gleichzeitig jedem zweiten Arbeitsplatz im Gesundheits- und Sozialwesen bei einem Betrieb mit Rekrutierungsproblemen ist kein Widerspruch: Knapp ist nicht «Arbeit», knapp sind bestimmte Qualifikationen.

Warum auch die amtliche Zahl noch wandert

Eine Zahl aus einer Stichprobe ist eine Schätzung, und Schätzungen werden korrigiert. Im 1. Quartal 2026 hat das Bundesamt die Stichprobe des Beschäftigungsbarometers erneuert und in der Folge die Zeitreihen vom 2. Quartal 2018 bis zum 1. Quartal 2026 angepasst. Das steht so auf jedem Tabellenblatt der aktuellen Veröffentlichung. Wer also eine Zahl aus einem älteren Artikel zitiert, zitiert unter Umständen einen Wert, den es in dieser Form nicht mehr gibt — und zwar auch für längst abgeschlossene Quartale.

Dazu kommt der Abstand zur Gegenwart. Das Beschäftigungsbarometer erscheint vierteljährlich; die Zahlen zum 2. Quartal 2026 wurden am 27. August 2026 publiziert. Der monatliche SECO-Bericht folgt einem im Voraus veröffentlichten Kalender: der Bericht zum August 2026 am 7. September, jener zum September am 6. Oktober. Beide Quellen sind sorgfältig und beide sind aus der Sicht eines Suchenden alt.

Für die Praxis heisst das: Für die Grössenordnung nimmt man die amtlichen Zahlen, für den heutigen Stand die Liste — und man verwechselt die beiden nicht.

Die Zahl, die für dich zählt

Die Landeszahl beantwortet keine einzige Frage, die man beim Suchen tatsächlich hat. Nützlich wird sie erst, wenn man sie dreimal einschränkt: auf die Branche, auf den Beruf und auf die Region, in der man arbeiten kann. Aus knapp neunundneunzigtausend werden dann ein paar hundert bis ein paar tausend — und aus einer Schlagzeile eine Menge, die man in einer Woche durchsehen kann.

Zwei praktische Folgerungen bleiben. Erstens: Wenn deine Liste kurz ist, liegt das häufiger an den Filtern als am Markt; die Quote deiner Branche sagt dir, ob du in einem Feld mit 2,8 oder mit 0,7 Prozent suchst. Zweitens: Weil weniger als die Hälfte der offenen Stellen bei den RAV bekannt ist und ein Sechstel der Inserate gar keine Stelle im amtlichen Sinn beschreibt, braucht es mehr als eine Quelle — die öffentliche Vermittlung für die meldepflichtigen Berufe, eine breite Suche für die Menge, die Karriereseiten der Betriebe für den Rest.

Amtliche Zahlen: Bundesamt für Statistik, Beschäftigungsbarometer im 2. Quartal 2026, publiziert am 27. August 2026 (Gesamtzahl, Quote der offenen Stellen, Quoten und Indexwerte nach Wirtschaftsabteilung, Rekrutierungsschwierigkeiten); SECO, «Die Lage auf dem Arbeitsmarkt im Juli 2026», publiziert am 6. August 2026 (gemeldete offene Stellen, Meldepflichtanteil, Arbeitslose und Stellensuchende). Die Verhältniszahlen zwischen den beiden Quellen sind von uns gerechnet und mischen einen Monatswert mit einem Quartalswert; sie sind als Grössenordnung zu lesen. Der Vergleich mit dem Höchststand bezieht sich auf die BFS-Reihe seit dem 2. Quartal 2003, die im August 2026 für die Quartale 2018-II bis 2026-I revidiert wurde. Angaben zu Inseraten stammen aus unserer laufenden Auswertung der von uns erfassten offenen Schweizer Stelleninserate, Stand 31. August 2026, und sind bewusst als Anteile formuliert; absolute Bestandszahlen veröffentlichen wir nicht. Vermittlungs- und Verleihfirmen sind daran erkannt, dass sie sich im Firmennamen so bezeichnen — der Anteil ist deshalb eine Untergrenze. Lehr-, Praktikums- und Traineestellen sowie landwirtschaftliche Stellen sind über marktübliche Titelschreibweisen in allen vier Sprachen abgegrenzt.

Offene Stellen nach Beruf, Ort und Datum durchsuchen

Quellen

Verwandte Fragen

← Alle Fragen

Was unser Stellenindex über den Schweizer Markt sagt

Live aus unserem eigenen Index berechnet, nicht aus einer Studie zitiert. Nur Anteile, Stand heute.

Sprache der Inserate

Deutsch
60%
English
23%
Français
13%
Italiano
3%

Von den Inseraten mit Sprachanforderung verlangen

Deutsch
70%
English
43%
Français
21%
Italiano
3%

19% in den letzten 7 Tagen ausgeschrieben · Grösste Märkte: Zürich 18% · Bern 10% · Genève 5% · Basel 5%