CV oder Resume: was ist der Unterschied, und was will die Schweiz?
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Kurz gesagt
Ein Resume ist in den USA eine kurze, auf die Stelle zugeschnittene Zusammenfassung von etwa einer Seite, ohne Foto und ohne Personalien. Ein CV ist dort das lange Verzeichnis, das Forschende führen. In der Schweiz bedeutet CV einfach Lebenslauf: bis drei Seiten, das Aktuellste zuerst, mit Personalien, in der Regel Foto, Sprachkenntnissen und Referenzen. Verlangt ein englisches Schweizer Inserat ein «resume», ist dieser Schweizer Lebenslauf gemeint.
Im Schweizer Sprachgebrauch ist «CV» die Kurzform von Curriculum Vitae und meint den Lebenslauf. «Resume» begegnet einem vor allem in englischen Inseraten internationaler Firmen. Es sind also nicht zwei Dokumente, zwischen denen Sie wählen müssten, sondern zwei Wörter für dasselbe, je nachdem, wer das Inserat geschrieben hat.
arbeit.swiss, das Portal von SECO und RAV, führt den Abschnitt unter «Lebenslauf / CV» und nennt den Curriculum Vitae ausdrücklich als Synonym. Der Lebenslauf soll laut dieser Seite vollständig und übersichtlich sein, nicht mehr als drei Seiten umfassen und chronologisch aufgebaut sein, das Aktuellste zuerst.
Anteil der aktiven Inserate im SwissJobs.app-Bestand, die auf Englisch verfasst sind, unter den Inseraten mit bestimmbarer Sprache, nach Stadt. Ohne Lehrstellen und Praktika. Schweizweit: 27,9 %. Stand 16. September 2026.
- USA: Resume = rund eine Seite, zugeschnitten, ohne Foto und Geburtsdatum. CV = langes akademisches Verzeichnis.
- Schweiz: CV und Lebenslauf sind dasselbe Dokument, bis drei Seiten, das Aktuellste zuerst.
- Üblich sind Personalien, gegebenenfalls ein Bewerbungsfoto, Sprachkenntnisse als Niveau (B2, C1) und Referenzen.
- Verlangt ein englisches Inserat ein «resume», schicken Sie den Schweizer Lebenslauf auf Englisch, nicht eine amerikanische Einseiten-Version.
- 27,9 % der Inserate in unserem Bestand mit erkennbarer Sprache sind englisch, in Genf mehr als die Hälfte.
Woher der Unterschied kommt
Die Unterscheidung stammt aus dem amerikanischen Arbeitsmarkt. Dort ist das Resume das Standarddokument für fast jede Stelle ausserhalb von Hochschule und Medizin. Es ist knapp, bei Berufseinsteigern und mittlerer Erfahrung meist eine Seite, und es wird für jede Bewerbung neu gekürzt, sodass nur das Relevante stehen bleibt. Persönliche Angaben beschränken sich auf Name und Kontakt; ein Foto oder ein Geburtsdatum wirken dort fehl am Platz.
Der amerikanische CV ist dagegen das vollständige akademische Verzeichnis: jede Publikation, jeder Vortrag, jede Lehrtätigkeit und jede Auszeichnung. Er wird mit der Laufbahn länger statt kürzer und wird für Professuren, Forschungsgelder und manche medizinischen Stellen verlangt. Wer amerikanische Ratgeber liest, findet deshalb «CV vs resume» als echte Wahl zwischen zwei Dokumenten. Für die Schweiz passt diese Wahl nicht.
Was «CV» in der Schweiz bedeutet
Hier ist der CV das, was man in Deutschland wie in der Schweiz Lebenslauf nennt: das zentrale Dokument im Bewerbungsdossier, neben Motivationsschreiben, Arbeitszeugnissen und Diplomen. Er liegt in der Länge zwischen den beiden amerikanischen Formaten, ausführlicher als ein Resume, viel kürzer als ein akademischer CV.
arbeit.swiss zählt die üblichen Inhalte auf: den Titel «Lebenslauf», Persönliche Daten, gegebenenfalls mit Bewerbungsfoto, bisherige berufliche Tätigkeiten, besuchte Schulen, Aus- und Weiterbildungen, Sprachkenntnisse, besondere Kenntnisse oder Tätigkeiten, persönliche Interessen oder Hobbys und Referenzen. Das ganze Dossier geht als PDF an den Arbeitgeber.
Bemerkenswert ist eine kleine Abweichung zwischen den Sprachfassungen derselben Seite. Die deutsche schreibt «gegebenenfalls mit Bewerbungsfoto», die englische «including photograph» und die französische «avec photo». Das Foto ist in der Schweiz also üblich, aber nicht Pflicht, und genau so wird es von Personalverantwortlichen auch gelesen.
Englische Inserate: wie verbreitet sie sind
Die Frage nach dem Resume stellt sich öfter, als man in Bern oder Luzern vermuten würde. Von den aktiven Inseraten in unserem Bestand, deren Sprache wir bestimmen konnten, sind 27,9 % englisch verfasst, Stand 16. September 2026, ohne Lehrstellen und Praktika. In Genf ist es mehr als jedes zweite Inserat, in Zürich und Zug über 40 %, in Basel gut ein Viertel. In Bern, Winterthur, Luzern und St. Gallen liegt der Anteil bei rund einem Zehntel.
Englische Inserate kommen besonders oft von internationalen Konzernen, aus Informatik, Finanzbranche und Pharma. Manche davon verwenden das amerikanische «resume». Die Person, die Ihre Bewerbung liest, arbeitet aber in der Schweiz und erwartet in aller Regel einen Schweizer Lebenslauf, nur eben auf Englisch.
Was Sie schicken, wenn «resume» verlangt wird
Schicken Sie den Schweizer Lebenslauf in der Sprache des Inserats. Eine auf eine Seite gekürzte, amerikanisch gestaltete Fassung ohne Foto, ohne Sprachniveaus und ohne vollständige Daten wirkt in Zürich nicht modern, sondern lückenhaft. Übernehmen Sie Berufsbezeichnungen und Fachbegriffe aus dem Inserat, damit Ihre Erfahrung in denselben Worten erscheint, in denen die Stelle beschrieben ist.
Eine Ausnahme gilt immer: Gibt das Inserat oder das Bewerbungsformular eine ausdrückliche Anweisung, etwa kein Foto hochzuladen oder höchstens zwei Seiten, dann folgen Sie der Anweisung. Eine klare Vorgabe schlägt jede Konvention.
Für die Sprachkenntnisse empfiehlt sich im englischen Lebenslauf dieselbe Skala wie im deutschen: die Stufen des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens von A1 bis C2, die auch der Europass verwendet. «German C1, French B2» versteht jede Personalabteilung zwischen Genf und St. Gallen, «fluent» dagegen lässt offen, wie gut Sie wirklich sind.
Für Bewerbende aus Deutschland, Österreich oder den USA
Wer aus Deutschland kommt, kennt den Lebenslauf bereits, rechnet aber oft nicht mit der Bewilligungszeile: Wer keinen Schweizer Pass hat, nennt in den Personalien die Aufenthalts- oder Grenzgängerbewilligung, etwa B, C oder G, oder schreibt, dass eine Bewilligung als EU/EFTA-Bürger beantragt werden kann. Auch Arbeitszeugnisse spielen in der Schweiz eine grössere Rolle als ein kurzes Referenzschreiben.
Wer aus den USA oder Kanada kommt, muss mehr umstellen. Aus dem einseitigen Resume wird ein Lebenslauf von meist zwei Seiten mit Foto, Geburtsdatum oder Alter, Nationalität, Sprachniveaus und lückenlosen Monatsangaben. Was bleibt, ist das Beste an der amerikanischen Praxis: konkrete Ergebnisse statt Aufgabenlisten und ein auf die Stelle zugeschnittener Text.
arbeit.swiss empfiehlt zudem, im Lebenslauf zu vermerken, dass Referenzen auf Anfrage erhältlich sind; das hilft, wenn Ihre Referenzpersonen im Ausland arbeiten. Welche Personalien im Einzelnen hineingehören und welche freiwillig sind, erklärt unsere Seite zu den Personalien im Lebenslauf.
CV-Generator oder Resume-Builder: was der Name verrät
Online-Werkzeuge nennen sich mal CV-Maker, mal Resume-Builder, mal Lebenslauf-Generator, und der Name sagt wenig über das Ergebnis. Entscheidend ist, nach welcher Konvention die Vorlage gebaut ist. Viele für den amerikanischen Markt entwickelte Builder haben kein Feld für ein Foto, keine Zeile für die Bewilligung und keine Sprachniveaus, und man kämpft gegen die Vorlage, um sie nachzutragen.
Unser Lebenslauf-Editor ist auf das Schweizer Format gebaut: Foto, Bewilligungszeile, Sprachniveaus und chronologische Reihenfolge gehören zum Layout. Er bietet 54 Designvarianten (2 Layouts x 3 Schriften x 9 Akzentfarben) und schreibt den Lebenslauf auf Deutsch, Englisch, Französisch oder Italienisch passend zu einem konkreten Inserat. Eine sorgfältig angepasste Word- oder Europass-Vorlage erfüllt dieselben Anforderungen ebenso, nur mit mehr Handarbeit.
Sprachanteile aus dem SwissJobs.app-Stellenbestand, Stand 16. September 2026, gezählt unter Inseraten mit bestimmbarer Sprache, ohne Lehrstellen und Praktika. Inhalte, Seitenzahl und Dateiformat des Lebenslaufs laut arbeit.swiss (SECO), gelesen am 17. September 2026. Sprachniveaus laut Europass (GER). Produktangaben am 17. September 2026 im Code geprüft.
Schreib für jede Bewerbung einen passenden Lebenslauf
Die meisten schicken überall denselben Lebenslauf. Der Editor schreibt deinen auf das Inserat um — Schweizer Format, richtige Sprache, in etwa einer Minute.
Lebenslauf mit KI erstellen: für ein konkretes InseratQuellen
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Was unser Stellenindex über den Schweizer Markt sagt
Live aus unserem eigenen Index berechnet, nicht aus einer Studie zitiert. Nur Anteile, Stand heute.
Sprache der Inserate
- Deutsch
- 60%
- English
- 23%
- Français
- 13%
- Italiano
- 3%
Von den Inseraten mit Sprachanforderung verlangen
- Deutsch
- 70%
- English
- 43%
- Français
- 21%
- Italiano
- 3%
19% in den letzten 7 Tagen ausgeschrieben · Grösste Märkte: Zürich 18% · Bern 10% · Genève 5% · Basel 5%