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Was prüft ein ATS wirklich — und was prüfen Schweizer Recruiter?

Aktualisiert:

Kurz gesagt

Beide Listen sind nachlesbar, und sie überschneiden sich weniger, als man denkt. Jobscan veröffentlicht seine Prüfreihenfolge selbst: hartes Fachwissen, Abschlussniveau, Stellentitel, weiche Fähigkeiten, übrige Stichwörter — Wortabgleich, nichts sonst. Die Liste des Schweizer Recruiters steht im Inserat, und in unserer Stichprobe vom 4. September 2026 nennen 29,9 Prozent der Inserate ein Pensum, 13,1 Prozent einen Eintrittstermin und 6,6 Prozent einen Führerausweis. Nichts davon ist ein Stichwort. 71,5 Prozent der Inserate stellen mindestens eine solche Bedingung.

Die Schweizer Jobportale auf einen Blick

Bild anklicken für die grosse Ansicht. Was jedes Portal wirklich ist, steht daneben.

  1. SwissJobs.app: Über 21 000 offene Schweizer Stellen aus ATS-Systemen, Firmenseiten und LinkedIn an einem Ort — und aus jedem Inserat heraus direkt Lebenslauf, Motivationsschreiben, CV-Check und Interviewvorbereitung. Das RAV-Formular für die Arbeitsbemühungen füllt sich aus dem Bewerbungstracker. Kostenlos nutzbar, Konto erst beim Speichern.

    1. SwissJobs.appUnsere App

    Über 21 000 offene Schweizer Stellen aus ATS-Systemen, Firmenseiten und LinkedIn an einem Ort — und aus jedem Inserat heraus direkt Lebenslauf, Motivationsschreiben, CV-Check und Interviewvorbereitung. Das RAV-Formular für die Arbeitsbemühungen füllt sich aus dem Bewerbungstracker. Kostenlos nutzbar, Konto erst beim Speichern.

    SwissJobs.app →

  2. jobs.ch: Die bekannteste Jobbörse der Deutschschweiz und der grösste Index im Land. Gehört zur JobCloud AG — wie jobup.ch und JobScout24.

    2. jobs.ch

    Die bekannteste Jobbörse der Deutschschweiz und der grösste Index im Land. Gehört zur JobCloud AG — wie jobup.ch und JobScout24.

    jobs.ch →

  3. jobup.ch: Der Standard in der Westschweiz. Für die Romandie die erste Adresse, gehört aber derselben JobCloud AG wie jobs.ch.

    3. jobup.ch

    Der Standard in der Westschweiz. Für die Romandie die erste Adresse, gehört aber derselben JobCloud AG wie jobs.ch.

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  4. JobScout24: Dritte Marke derselben Firma. Wer alle drei durchsucht, um breiter zu suchen, sucht dreimal beim selben Anbieter.

    4. JobScout24

    Dritte Marke derselben Firma. Wer alle drei durchsucht, um breiter zu suchen, sucht dreimal beim selben Anbieter.

    JobScout24 →

  5. Indeed Schweiz: Die breiteste Aggregation, weil Indeed auch von anderen Portalen einsammelt — dafür mit vielen Doubletten desselben Inserats.

    5. Indeed Schweiz

    Die breiteste Aggregation, weil Indeed auch von anderen Portalen einsammelt — dafür mit vielen Doubletten desselben Inserats.

    Indeed Schweiz →

  6. LinkedIn Jobs: Der beste Ruf für englischsprachige und internationale Rollen in der Schweiz. Für handwerkliche, pflegerische und kaufmännische Stellen deutlich dünner.

    6. LinkedIn Jobs

    Der beste Ruf für englischsprachige und internationale Rollen in der Schweiz. Für handwerkliche, pflegerische und kaufmännische Stellen deutlich dünner.

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  7. jobagent.ch: Meta-Suche über die Schweizer Jobbörsen, «Alle Jobs der Schweiz auf einen Blick». Stärke ist das Job-Abo: eine gespeicherte Suche, die neue Inserate von allen angeschlossenen Portalen per Mail schickt. Dazu Lohnrechner und Bewerbungs-Ratgeber.

    7. jobagent.ch

    Meta-Suche über die Schweizer Jobbörsen, «Alle Jobs der Schweiz auf einen Blick». Stärke ist das Job-Abo: eine gespeicherte Suche, die neue Inserate von allen angeschlossenen Portalen per Mail schickt. Dazu Lohnrechner und Bewerbungs-Ratgeber.

    jobagent.ch →

  8. SwissDevJobs: Nur IT und Software, dafür konsequent: «183 IT & Software developer jobs in Switzerland», gefiltert nach Technologie (C#, Java, Python, DevOps, ML) statt nach Branche. Publiziert Lohnstatistiken und führt die Firmen auf, die ihre Bandbreiten offenlegen. Die Seite ist auf Englisch.

    8. SwissDevJobs

    Nur IT und Software, dafür konsequent: «183 IT & Software developer jobs in Switzerland», gefiltert nach Technologie (C#, Java, Python, DevOps, ML) statt nach Branche. Publiziert Lohnstatistiken und führt die Firmen auf, die ihre Bandbreiten offenlegen. Die Seite ist auf Englisch.

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Stellen nach Beruf, Ort oder Sprache

Tippe einen Beruf, eine Stadt oder eine Sprache, die Seite zeigt die aktuell offenen Inserate dazu.

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Die zweite Liste ist die interessantere, weil sie ausgeschrieben vorliegt. Was ein Bewerbersystem im Innern tut, sieht von aussen niemand — kein Anbieter, wir eingeschlossen, kann in den Filter eines Arbeitgebers hineinschauen. Was ein Schweizer Arbeitgeber verlangt, steht dagegen wörtlich in seinem eigenen Inserat, und man kann es auszählen. Genau das ist unten passiert.

Der Rest dieser Seite besteht aus drei Teilen: was die Hersteller von Prüfwerkzeugen über ihre eigene Methode schreiben, was der Bund als Bestandteile eines Bewerbungsdossiers auflistet, und was die Inserate selbst verlangen. Am Schluss steht, welches Werkzeug für welchen Fall taugt — auch dort, wo das nicht unseres ist.

Zwei Inseratsdialekte: Anteil der Schweizer Inserate, die das nennen (Stichprobe vom 4. September 2026, höchstens drei Inserate pro Arbeitgeber)
Zwei Inseratsdialekte: Anteil der Schweizer Inserate, die das nennen (Stichprobe vom 4. September 2026, höchstens drei Inserate pro Arbeitgeber)Pensum — deutschsprachige Inserate38.9Pensum — englischsprachige Inserate20.3Eintrittstermin — deutschsprachige28Eintrittstermin — englischsprachige2.9Jahre Erfahrung — deutschsprachige12.1Jahre Erfahrung — englischsprachige52.2
  • Vergleichstabelle, jede Zeile ein nachprüfbares Kriterium. Spalten in fester Reihenfolge: Jobscan · Gratis-ATS-Check von cvswiss.ch · SwissJobs.app · wie oft das Schweizer Inserat es überhaupt nennt.
  • Fachliche Stichwörter aus dem Inserat — Jobscan: ja, Priorität 1 · cvswiss.ch: nein, das Werkzeug nimmt nur den Lebenslauf entgegen · SwissJobs.app: ja, eine von zehn Kategorien · im Inserat: praktisch immer.
  • Abschluss und Diplom — Jobscan: nur wenn im Inserat ein höherer akademischer Grad steht · cvswiss.ch: — · SwissJobs.app: ja, eigene Kategorie · im Inserat: 45,8 Prozent nennen einen Abschluss, meist EFZ, HF, FH oder Bachelor.
  • Sprachniveau nach A1 bis C2 — Jobscan: nicht in der Prüfreihenfolge · cvswiss.ch: — · SwissJobs.app: ja, Teil der Schweizer Eignungsprüfung · im Inserat: 54,4 Prozent nennen eine Sprache, sehr oft mit Niveau.
  • Bewilligung B, C, L oder EU/EFTA — Jobscan: — · cvswiss.ch: — · SwissJobs.app: ja, wird als eigene Zeile geprüft · im Inserat: 3,6 Prozent verlangen sie ausdrücklich, deutlich mehr setzen sie voraus.
  • Pensum in Prozent — Jobscan: — · cvswiss.ch: — · SwissJobs.app: ja · im Inserat: 29,9 Prozent, bei deutschsprachigen Inseraten 38,9 Prozent.
  • Eintrittstermin — von keinem der drei Werkzeuge geprüft · im Inserat: 13,1 Prozent, bei deutschsprachigen 28,0 Prozent.
  • Bewerbungsfoto — Jobscan: — · cvswiss.ch: — · SwissJobs.app: ja, und zwar als Pluspunkt, nicht als Fehler · im Dossier: der Bund führt «Persönliche Daten, gegebenenfalls mit Bewerbungsfoto» ausdrücklich auf.
  • Sprache der hochgeladenen Datei — Jobscan: englische Oberfläche · Resume Worded schreibt über seinem Uploadfeld ausdrücklich «English resumes in PDF or DOCX only» · cvswiss.ch: PDF und DOCX, Oberfläche englisch · SwissJobs.app: Deutsch, Französisch, Italienisch und Englisch.
  • Preis in Franken, alles am 4. September 2026 abgerufen — Jobscan: gratis 5 Prüfungen im Monat, danach 49.95 US-Dollar im Monat, umgerechnet rund CHF 40, oder 89.95 US-Dollar pro Quartal, rund CHF 73 · cvswiss.ch: Check gratis, Lebenslauf danach CHF 5 einmalig oder CHF 15 im Monat · SwissJobs.app: erster Check ohne Konto gratis, danach Gratiskonto, dann sieben Tage Probezeit und CHF 15 im Monat.
  • Konto nötig, um überhaupt eine Zahl zu sehen — Jobscan: ja · cvswiss.ch: nein · SwissJobs.app: nein, seit dem 4. September 2026 ein Check pro Browser ohne Anmeldung.
  • Was keines dieser Werkzeuge kann: hineinsehen, wie ein bestimmter Arbeitgeber tatsächlich filtert. Wer das verspricht, verkauft eine Vermutung als Befund.

Wen wählen?

Die anderen Werkzeuge hier sind echt und für ihren Zweck gut — die Tabelle sagt bei jedem, wofür. Der Grund, warum wir oben stehen, ist eine einzige Zeile darin: der Stellenindex ist unser eigener, also liegt das Inserat schon da.

Nimm SwissJobs.app, wenn

  • Die Stelle direkt auswählen — Du wählst die Ausschreibung aus unserem eigenen Schweizer Index, und Lebenslauf, Schreiben und Check entstehen gegen genau diesen Text — kein Suchen, kein Kopieren.

  • Vier Werkzeuge statt einem — Lebenslauf, Motivationsschreiben, CV-Check und Interviewvorbereitung aus einem Konto und mit denselben Daten.

  • Das RAV-Formular — Arbeitsbemühungen aus dem Tracker, gedruckt auf dem offiziellen SECO-Blatt. Keines der anderen Werkzeuge in dieser Liste hat das.

  • Ohne Konto anfangen — Öffnen und schreiben ohne Anmeldung; nach dem Konto gefragt wird beim Speichern und ab dem zweiten Dokument.

  • CHF 15 im Monat, sieben Tage gratis vorweg — Voller Zugang im Test, monatlich kündbar, in Franken abgerechnet — keine Vier-Wochen-Perioden, kein Kursrisiko.

Die Werkzeuge im direkten Vergleich

KriteriumSwissJobs.appJobscanResume Wordedcvswiss.ch ATS-Check
PreisCHF 15/Mt · CHF 95/Jk. A.k. A.ab CHF 15/Mt
Prüfung ohne KontoJaNeinNeink. A.
Gegen ein konkretes InseratJaJak. A.Ja
Inserat aus eigenem StellenindexJaNeinNeinNein
ATS-LesbarkeitJaJaJaJa
Fehlende Stichwörter benanntJaJaJak. A.
Schweizer Konventionen geprüftJaNeinNeinJa
Korrigierter Lebenslauf als ErgebnisJaNeinNeink. A.
SprachenDE/EN/FR/ITENENDE/EN/FR

Stand 4. September 2026. Jede Angabe zu einem fremden Werkzeug stammt von dessen eigener Seite; «k. A.» heisst, dass sie dort nicht lesbar war — nicht, dass es die Funktion nicht gibt. Unsere Zeile stammt aus dem Code und dem live durchlaufenen Ablauf.

Was ein ATS prüft — die Hersteller schreiben es selbst hin

Man muss über die Prüfmethode nicht spekulieren. Jobscan, das bekannteste dieser Werkzeuge, führt auf der eigenen Startseite auf, worauf seine «Match Rate» beruht, und zwar ausdrücklich in dieser Reihenfolge: hartes Fachwissen, danach das Abschlussniveau — und dort steht die einschränkende Klammer «only when an advanced degree is included in the job description» —, danach der Stellentitel, danach weiche Fähigkeiten, zuletzt die übrigen Stichwörter. Direkt darunter folgt der Satz, dass Wortzahl und messbare Resultate nicht in die Bewertung einfliessen. Am 4. September 2026 nachgelesen.

Das ist ein Wortabgleich, und als solcher ist er ehrlich beschrieben. Zwei Texte werden nebeneinandergelegt, das Inserat und der Lebenslauf, und gezählt wird, welche Begriffe im einen fehlen, die im anderen stehen. Resume Worded macht dasselbe unter dem Namen «Relevancy Score» und schreibt dazu, ein Wert unter 80 deute darauf hin, dass wichtige Fähigkeiten aus dem Inserat im Lebenslauf fehlen. Auch das ist nachvollziehbar — es ist eine Aussage über zwei Textdateien, nicht über eine Bewerbung.

Die Werbung darum herum ist weniger vorsichtig. Resume Worded schreibt, praktisch jede Firma benutze eine Vorauswahlsoftware, und ein Lebenslauf ohne die entscheidenden Stichwörter werde «instantly rejected». Jobscan nennt 99 Prozent der Fortune-500-Unternehmen und listet die Systeme auf, die es nachgebaut hat: iCIMS, Recruiterbox, Lever, Greenhouse, Taleo. Diese fünf Namen beschreiben einen realen Markt. Es ist nur nicht der schweizerische — hinter Schweizer Inseraten stehen zu einem grossen Teil Anbieter, die in dieser Aufzählung gar nicht vorkommen.

Und ein Vorbehalt gilt für jedes Werkzeug auf dieser Seite, unseres eingeschlossen: Niemand sieht in die Filtereinstellungen eines konkreten Arbeitgebers. Was sich sagen lässt, ist ein Mechanismus, keine Garantie — wer die Begriffe des Inserats im Lebenslauf stehen hat, wird von einer Suche nach genau diesen Begriffen eher gefunden als jemand, der allgemein formuliert. Wer mehr verspricht, verkauft eine Vermutung.

Was der Bund als Prüfliste veröffentlicht — und was dort fehlt

Für die andere Hälfte der Frage gibt es eine offizielle Quelle. arbeit.swiss, die Plattform des Staatssekretariats für Wirtschaft SECO, führt unter «Bewerbungstipps» auf, woraus ein Bewerbungsdossier in der Schweiz üblicherweise besteht. Am 4. September 2026 gelesen.

Die Liste ist konkret. Der Lebenslauf heisst dort «der Kern Ihrer Bewerbung» und soll nicht mehr als drei Seiten umfassen. Aufgeführt werden: die Überschrift, persönliche Daten «gegebenenfalls mit Bewerbungsfoto», die bisherigen beruflichen Tätigkeiten, Schulen und Weiterbildungen, Sprachkenntnisse, besondere Kenntnisse, Interessen und Referenzen. Der Aufbau ist chronologisch, das Aktuellste zuerst. Die Arbeitszeugnisse müssen «lückenlos und chronologisch geordnet» beiliegen, das neueste zuoberst, alles zusammengefasst in einer PDF-Datei. Sogar die Absenderadresse wird erwähnt: eine seriöse E-Mail-Adresse, die den eigenen Namen enthält.

Interessanter als das, was dort steht, ist das, was fehlt. Auf dieser Seite kommt das Wort ATS kein einziges Mal vor. Auch nicht «Bewerbermanagement», auch nicht «Screening-Software». Wir haben dieselbe Seite in allen vier Landessprachen abgerufen — deutsch, französisch, italienisch und englisch — und in keiner Fassung einen einzigen Treffer gefunden. Die offizielle Bewerbungsberatung des Bundes erwähnt die Maschine nicht.

Das ist kein Beweis, dass keine Software mitliest. Es ist ein Hinweis darauf, welche Prüfung in diesem Markt als die massgebliche gilt: Vollständigkeit des Dossiers, lückenlose Zeugnisse, chronologischer Aufbau, drei Seiten. Der deutsche Leser stolpert hier meist zweimal — über das Foto, das in Deutschland eher abgeraten wird und hier zum Üblichen gehört, und über die Zeugnisse, die hier nicht als Anhang gelten, sondern als Teil der Bewerbung.

Was das Inserat selbst verlangt — 502 Inserate ausgezählt

Die dritte Quelle ist die stärkste, weil der Recruiter seine Prüfliste selbst hinschreibt. Wir haben am 4. September 2026 eine Zufallsstichprobe offener Inserate aus unserem Bestand gezogen — Lehrstellen ausgenommen — und den Inseratstext des Arbeitgebers ausgewertet, nicht unsere Zusammenfassung davon. Pro Arbeitgeber und Sprache zählen höchstens drei Inserate, weil sonst ein einzelner Personalvermittler mit seinem Standardtext das Ergebnis bestimmt hätte. Übrig bleiben 502 Inserate.

Was sie nennen, der Häufigkeit nach: eine Sprache oder ein Sprachniveau 54,4 Prozent, einen Abschluss 45,8 Prozent, ein Pensum in Prozent 29,9, eine Anzahl Jahre Berufserfahrung 23,9, einen Eintrittstermin 13,1, Zeugnisse oder Referenzen 7,2, einen Führerausweis 6,6, einen Wohnort oder die Nähe zum Arbeitsort 5,0 und eine Bewilligung ausdrücklich 3,6 Prozent.

Jetzt lege man diese Liste neben die fünf Prioritäten von Jobscan. Fachwissen und Stellentitel sind abgedeckt. Der Abschluss ist es nur halb, denn die Prüfung greift laut Hersteller erst bei einem höheren akademischen Grad — was ausgerechnet die häufigste Schweizer Qualifikation ausschliesst, das EFZ. Alles Übrige — Sprachniveau, Pensum, Eintrittstermin, Führerausweis, Wohnort, Bewilligung — kommt in der Prüfreihenfolge gar nicht vor. Es sind auch keine Stichwörter. Es sind Tatsachen über eine Person.

71,5 Prozent der ausgezählten Inserate stellen mindestens eine Bedingung dieser zweiten Art. 33,9 Prozent stellen zwei oder mehr, 11,6 Prozent drei oder mehr. Anders gesagt: Bei rund sieben von zehn Schweizer Inseraten kann ein reiner Wortabgleich einen Teil der Anforderungen grundsätzlich nicht bewerten — nicht weil das Werkzeug schlecht wäre, sondern weil dort nichts zum Abgleichen steht.

Zwei Inseratsdialekte — und warum importierte Ratgeber für den einen stimmen

Die Auszählung nach Inseratssprache erklärt, warum die englischsprachige Ratgeberliteratur sich für manche Leser richtig anfühlt und für andere völlig daneben.

Das deutschsprachige Schweizer Inserat nennt ein Pensum in 38,9 Prozent der Fälle, einen Eintrittstermin in 28,0 und einen Führerausweis in 10,8 Prozent — aber eine Zahl von Jahren Berufserfahrung nur in 12,1 Prozent. Das englischsprachige Inserat im selben Land macht es umgekehrt: 52,2 Prozent nennen Jahre Berufserfahrung, 20,3 Prozent ein Pensum, 2,9 Prozent einen Eintrittstermin und 1,4 Prozent einen Führerausweis.

Das englischsprachige Inserat ist also, auch wenn es aus Zürich oder Zug kommt, in der Form einer amerikanischen Stellenausschreibung geschrieben — und genau diese Form haben die Stichwortwerkzeuge modelliert. Für dieses Segment funktioniert der importierte Rat. Das deutschsprachige Inserat verlangt dagegen überwiegend Dinge, für die es kein Feld im Werkzeug gibt. 82,2 Prozent der deutschsprachigen Inserate stellen mindestens eine solche Bedingung, gegenüber 59,4 Prozent der englischsprachigen.

Praktisch heisst das: Wer sich auf ein englischsprachiges Inserat eines internationalen Arbeitgebers bewirbt, fährt mit einem Stichwortwerkzeug nicht schlecht. Wer sich auf ein deutschsprachiges Inserat bewirbt, hat nach dem Wortabgleich das Wichtigste noch vor sich — nämlich die Zeilen, die im Lebenslauf stehen müssen, damit die Fragen des Inserats überhaupt beantwortet sind: Pensum, Verfügbarkeit, Sprachniveaus, Bewilligung.

Die Zahl, die überall zitiert wird — und was sich davon prüfen lässt

Auf der Startseite von cvswiss.ch stand am 4. September 2026 der Satz: «75% of CVs in Switzerland never reach a human — they get filtered by ATS software.» Eine Quelle ist auf der Seite nicht angegeben, und wir haben keine gefunden.

Wir behaupten nicht, die Zahl sei falsch — dazu müsste man in die Filter der Arbeitgeber sehen, und das kann niemand. Was sich sagen lässt, ist enger und trotzdem nützlich. Erstens: Der Bund erwähnt in seiner offiziellen Bewerbungsberatung in allen vier Sprachfassungen keine Vorauswahlsoftware. Zweitens: Ein grosser Teil der Schweizer Inserate führt zur Adresse des Arbeitgebers selbst, nicht zu einem Anbieter. Drittens, und das ist der belastbarste Punkt: Selbst dort, wo Software mitliest, prüft sie nach der veröffentlichten Methode ihrer Hersteller Wörter — und rund sieben von zehn Schweizer Inseraten stellen mindestens eine Bedingung, die kein Wort ist.

Für die Bewerbung folgt daraus etwas Beruhigendes und etwas Unbequemes zugleich. Beruhigend: Ein Lebenslauf wird selten wegen eines fehlenden Modeworts aussortiert. Unbequem: Die Bedingungen, an denen es wirklich scheitert — kein Pensum, keine Bewilligungszeile, kein Sprachniveau, eine Lücke in den Zeugnissen — stehen ausgeschrieben im Inserat und werden trotzdem regelmässig nicht beantwortet.

Was ein Prüfwerkzeug daraus machen kann — und wer welches nehmen sollte

Unser eigener Check ist entlang dieser zweiten Liste gebaut, und das ist der Unterschied, den wir vertreten. Er bewertet zehn Kategorien: sieben inhaltliche — darunter «ATS & Stichwörter» als eine davon, dazu Fachwissen, weiche Fähigkeiten, Motivation, Passung zum Umfeld, Alleinstellungsmerkmal und belegte Resultate — und zusätzlich eine dreiteilige Schweizer Eignungsprüfung: Bewilligung und Arbeitsberechtigung, Sprachen mit Niveau von A1 bis C2, Bewerbungsfoto. Das Foto wird dabei als Pluspunkt behandelt und nie als Fehler, weil es hier zur Konvention gehört. Der Stichwortabgleich ist bei uns also eine von zehn Kategorien, nicht die ganze Prüfung.

Fügt man ein konkretes Inserat hinzu, prüft der Check gegen dieses Inserat statt gegen eine allgemeine Norm — und weil wir zugleich eine Stellenbörse sind, muss man das Inserat in der Regel nicht selbst hineinkopieren. Das ist der schmale, wahre Anspruch. Der breite wäre falsch: cvswiss.ch stellt den Abgleich mit einem Inserat ebenfalls in den Mittelpunkt seines Generators, und das gehört gesagt.

Seit dem 4. September 2026 läuft der erste Check ohne Konto. Wir haben es am selben Tag auf der Produktivumgebung nachgeprüft: Der erste anonyme Aufruf liefert einen Bericht, der zweite aus demselben Browser antwortet mit «Your free check is used — create a free account to run more.» Ein Check pro Browser also, danach ein Gratiskonto mit fünf Dokumenten pro Tag und zehn pro rollender Woche, danach sieben Tage Probezeit, danach CHF 15 im Monat oder CHF 95 im Jahr, jederzeit kündbar.

Und die ehrlichen Gegenargumente. Wer nur schnell eine Zahl will und nichts weiter, nimmt den Gratis-Check von cvswiss.ch: kein Konto, PDF und DOCX, sofort ein Ergebnis — das ist der kürzeste Weg zu einer Einschätzung, den es gibt, und er kostet nichts. Wer sich auf englischsprachige Inserate bei internationalen Arbeitgebern bewirbt, ist mit Jobscan besser bedient als mit uns; das Werkzeug hat genau die Systeme nachgebaut, die dort zum Einsatz kommen, und die Auszählung oben zeigt, dass das englischsprachige Inserat tatsächlich nach jenem Muster geschrieben ist. Wer an einzelnen Formulierungen eines englischen Lebenslaufs feilen will, findet bei Resume Worded die schärfste zeilenweise Rückmeldung — mit der Einschränkung, die dort über dem Uploadfeld steht: «English resumes in PDF or DOCX only». Ein deutscher, französischer oder italienischer Lebenslauf ist dort nicht vorgesehen.

Für ein Schweizer Inserat auf Deutsch, Französisch oder Italienisch nehmen Sie unseren Check, weil Bewilligung, Sprachniveau und Pensum überhaupt geprüft werden und weil der Abgleich gegen das konkrete Inserat läuft. Für alles Englischsprachige haben die anderen die Nase vorn.

Die Antwort in vier Sätzen

Ein ATS prüft nach der veröffentlichten Methode seiner Hersteller Wörter: Fachbegriffe, den Stellentitel, bei höheren Graden den Abschluss, weiche Fähigkeiten, übrige Stichwörter.

Ein Schweizer Recruiter prüft ein vollständiges Dossier — Lebenslauf auf höchstens drei Seiten, chronologisch, mit Foto, lückenlose Arbeitszeugnisse, Sprachniveaus, Referenzen — und dazu die Bedingungen, die er selbst ins Inserat geschrieben hat.

Die zweite Liste ist die längere und die überprüfbare: 71,5 Prozent der ausgezählten Inserate stellen mindestens eine Bedingung, die kein Wortabgleich bewerten kann, bei den deutschsprachigen sind es 82,2 Prozent.

Deshalb ist die nützliche Reihenfolge: zuerst die Fragen des Inserats im Lebenslauf beantworten, dann die Wörter angleichen — und nicht umgekehrt.

Grundlage: 502 offene Inserate aus dem Bestand von SwissJobs.app, Zufallsstichprobe vom 4. September 2026, Lehrstellen ausgenommen, ausgewertet auf dem Inseratstext des Arbeitgebers und begrenzt auf höchstens drei Inserate pro Arbeitgeber und Sprache. Dazu die Produkt- und Preisseiten von Jobscan, Resume Worded und cvswiss.ch sowie die Bewerbungstipps von arbeit.swiss in allen vier Sprachfassungen, alle am 4. September 2026 abgerufen. Umrechnung US-Dollar in Franken zum Referenzkurs der Europäischen Zentralbank vom 3. September 2026. Stand: 4. September 2026.

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Quellen

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Was unser Stellenindex über den Schweizer Markt sagt

Live aus unserem eigenen Index berechnet, nicht aus einer Studie zitiert. Nur Anteile, Stand heute.

Sprache der Inserate

Deutsch
60%
English
23%
Français
13%
Italiano
3%

Von den Inseraten mit Sprachanforderung verlangen

Deutsch
70%
English
43%
Français
21%
Italiano
3%

19% in den letzten 7 Tagen ausgeschrieben · Grösste Märkte: Zürich 18% · Bern 10% · Genève 5% · Basel 5%