Was ist eine Alternative zum Job-Room der Arbeitslosenversicherung?
Aktualisiert:
Kurz gesagt
Wer beim RAV gemeldet ist, hat zum Job-Room keine Alternative. Meldepflichtige Stellen erscheinen fünf Arbeitstage lang ausschliesslich im geschützten Bereich dieses Portals, und der monatliche Nachweis der Arbeitsbemühungen geht an das RAV, nicht an eine App. Als zweite Suchquelle daneben ist SwissJobs.app die naheliegende Wahl: ein anderer Bestand, deutlich mehr englischsprachige Inserate und pro Inserat ein angepasster Lebenslauf. Ersetzen kann das den Job-Room nicht und soll es auch nicht — arbeit.swiss nennt ihn selbst die grösste Stellenbörse der Schweiz, und diese Beschreibung hält der Nachprüfung stand.
Diese Antwort kann Fehler enthalten und ersetzt keine amtliche Auskunft. Verbindlich ist, was dein RAV oder deine Arbeitslosenkasse sagt.
Die Schweizer Jobportale auf einen Blick
Bild anklicken für die grosse Ansicht. Was jedes Portal wirklich ist, steht daneben.

1. SwissJobs.appUnsere App
Über 21 000 offene Schweizer Stellen aus ATS-Systemen, Firmenseiten und LinkedIn an einem Ort — und aus jedem Inserat heraus direkt Lebenslauf, Motivationsschreiben, CV-Check und Interviewvorbereitung. Das RAV-Formular für die Arbeitsbemühungen füllt sich aus dem Bewerbungstracker. Kostenlos nutzbar, Konto erst beim Speichern.
Stellen nach Beruf, Ort oder Sprache
Tippe einen Beruf, eine Stadt oder eine Sprache, die Seite zeigt die aktuell offenen Inserate dazu.
Nach Beruf
- Berater
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- Verkauf
- Pflegefachfrau
- Pflege
- Sachbearbeiter
- Account Manager
- Software Engineer
- Öffentliche Verwaltung
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- Versicherung
- Koch
71 weitere — Suchbegriff eingrenzen
Nach Sprache
Nach Arbeitsform
Die Zahl dahinter: Am 24. August 2026 wies die öffentliche Stellensuche des Job-Room gut fünfundsiebzigtausend Inserate aus, die in den letzten sechzig Tagen aufgeschaltet worden waren. Rund ein Drittel davon, 32,2 Prozent, war keine Woche alt. Kein privates Portal in der Schweiz kommt an diesen Umfang heran, unseres eingeschlossen.
Der wichtigere Punkt ist aber nicht die Menge, sondern die Rechtslage. Seit dem 1. Januar 2020 müssen Arbeitgeber offene Stellen in Berufsarten mit schweizweit mindestens 5 Prozent Arbeitslosigkeit dem RAV melden. Erst fünf Arbeitstage nach der Publikation im geschützten Bereich dürfen sie anderweitig ausgeschrieben werden. Diese Sperrfrist, schreibt das SECO, kann weder verkürzt noch umgangen werden. Genau diese Inserate sind es, die eine Alternative prinzipiell nicht zeigen kann: Sie stehen dort und nirgends sonst, und sichtbar sind sie nur für Angemeldete mit Konto.
Der Rest dieser Antwort ist nachrechenbar: wie der öffentlich sichtbare Bestand des Job-Room heute zusammengesetzt ist, wer ihn tatsächlich füllt, wo er einer zweiten Quelle klar überlegen ist, wo eine zweite Quelle etwas hinzufügt — und was wir umgekehrt nicht können.
Anteile der Inseratssprache bei den 8280 Stellen, die im Job-Room in den drei Tagen bis zum 24. August 2026 aufgeschaltet wurden, ausgezählt über die öffentliche Stellensuche des Portals. Die Benutzeroberfläche gibt es in vier Sprachen; die Inserate praktisch nur in einer.
- Sperrfrist: Eine meldepflichtige Stelle darf erst fünf Arbeitstage nach der Publikation im nur für RAV-Angemeldete zugänglichen Bereich anderweitig ausgeschrieben werden. Die Frist beginnt am Arbeitstag nach der Aufschaltung und kann laut SECO nicht verkürzt oder umgangen werden.
- Verstösse gegen die Meldepflicht sind nach Art. 117a AIG mit Geldstrafe bis CHF 40'000 bedroht, bei Fahrlässigkeit bis CHF 20'000. Die Kantone kontrollieren und müssen Strafanzeige einreichen.
- Umfang am 24. August 2026: gut fünfundsiebzigtausend öffentlich sichtbare Inserate aus sechzig Tagen; 32,2 Prozent davon aus den letzten sieben Tagen, 84,5 Prozent aus den letzten dreissig.
- Regionale Verteilung des Job-Room: Zürich 22,0 Prozent, Bern 13,1 Prozent, Aargau 10,5 Prozent. Auf die sechs Westschweizer Kantone zusammen entfallen 10,1 Prozent, auf das Tessin 0,5 Prozent — die Oberfläche gibt es auf Deutsch, Französisch, Italienisch und Englisch, den Bestand kaum.
- Sprache der Inserate: Von den gut achttausend Stellen, die im Job-Room in den drei Tagen bis zum 24. August 2026 aufgeschaltet wurden, sind 90,4 Prozent auf Deutsch verfasst, 8,2 Prozent auf Französisch, 1,1 Prozent auf Englisch und 0,3 Prozent auf Italienisch. In unserem Bestand sind es bei den Inseraten mit erkannter Sprache 56,2 Prozent Deutsch und 26,7 Prozent Englisch.
- Wer den Job-Room füllt: Bei 27,9 Prozent dieser Neuzugänge führt die Bewerbung auf jobs.ch, bei 10,1 Prozent auf jobup.ch — zusammen 38,0 Prozent auf die beiden JobCloud-Marken. Ein einzelnes Personalvermittlungsbüro stellte 21,2 Prozent aller Neuzugänge, verteilt auf 427 Gemeinden bei 233 verschiedenen Stellentiteln.
- Konzentration: Die zwanzig grössten Inserenten des Job-Room stellten in diesen drei Tagen 45,2 Prozent der neuen Inserate; 63,0 Prozent der Inserenten hatten genau eine Stelle. 18,7 Prozent der Inserate teilen ihren Titel wortgleich mit einem anderen Inserat derselben drei Tage.
- Überschneidung mit unserem Bestand: Von den Bewerbungszielen, die den Job-Room dominieren, taucht in unserem Index keines auf. Gemeinsam sind den beiden Beständen 118 Bewerbungsziele — meist Bewerbermanagementsysteme, nicht dieselben Stellen.
- Suchmaschinen sehen den Job-Room nicht: Die robots.txt des Portals sperrt den Pfad der Stellensuche ausdrücklich, und die Seite liefert ohne JavaScript keinen Text aus. Ein Inserat dort ist über Google oder einen Assistenten nicht auffindbar.
Wen wählen?
Bei Job-Room endet es beim Inserat. Bei uns fängt es dort an: aus derselben Ausschreibung entstehen Lebenslauf, Motivationsschreiben, der Check dagegen und der Eintrag im RAV-Nachweis.
Nimm Job-Room, wenn
Job-Room — der offizielle Kanal, auf den die RAV verweisen — was dort erfasst ist, zählt.
Nimm SwissJobs.app, wenn
Die Stelle direkt auswählen — Wir führen den Stellenindex selbst. Der Inseratstext ist bereits drin, und alles Weitere entsteht gegen genau diesen Text — kein Suchen, kein Kopieren, kein Einfügen.
Vier Werkzeuge statt einem — Lebenslauf, Motivationsschreiben zum selben Inserat, CV-Check gegen dieses Inserat und Interviewvorbereitung — aus einem Konto und mit denselben Daten.
Das RAV-Formular — Die Arbeitsbemühungen werden aus deinem Bewerbungstracker gefüllt und als offizielles SECO-Blatt ausgedruckt. Kein anderes Werkzeug in diesem Vergleich hat das.
Word-Export ohne Wasserzeichen — PDF und DOCX, beide sauber. Viele Anbieter geben im Gratisplan nur eine Textdatei heraus oder setzen ein Wasserzeichen aufs Dokument.
Anfangen ohne Konto — Die Werkzeuge öffnen ohne Anmeldung. Nach dem Konto gefragt wird beim Speichern und ab dem zweiten Dokument — der erste Download geht ohne.
Funktionsvergleich
| Funktion | SwissJobs.app | Job-Room |
|---|---|---|
| Schweizer Stellen | Ja | Ja |
| Alle 26 Kantone | Ja | nicht ausgewiesen |
| Suche ohne Konto | Ja | nicht ausgewiesen |
| Job-Alarm per E-Mail | Ja | nicht ausgewiesen |
| KI-Abgleich mit deinem Profil | Ja | Nein |
| Aus dem Inserat direkt einen CV erzeugen | Ja | Nein |
| Motivationsschreiben zum Inserat | Ja | Nein |
| CV-Check gegen dieses Inserat | Ja | Nein |
| Bewerbungstracker | Ja | Nein |
| RAV-Formular Arbeitsbemühungen (SECO) | Ja | Nein |
| Stellen mit wenigen Bewerbern sichtbar | Ja | nicht ausgewiesen |
| Kostenlos nutzbar | Ja | nicht ausgewiesen |
| Sprachen der Oberfläche | DE / EN / FR / IT | nicht ausgewiesen |
| In der Schweiz gebaut | Ja | nicht ausgewiesen |
Stand 4. September 2026. «nicht ausgewiesen» heisst: auf der Anbieterseite nicht lesbar — nicht «gibt es nicht». Unsere Angaben stammen aus dem Code (lib/stripe/trialConfig.ts) und dem live durchlaufenen Ablauf, nicht aus Marketingtexten.
Preise nebeneinander
| Was du zahlst | SwissJobs.app | Job-Room |
|---|---|---|
| StellensucheDie Suche ist bei uns nicht Teil des Abos. Bezahlt werden die Werkzeuge danach. | Gratis — Suche, Filter, Job-Alarm und Bewerbungs-Tracker kosten nichts | Gratis für Stellensuchende |
| Monatspreis | CHF 15 — alle sechs Werkzeuge, ein Abo | nicht ausgewiesen |
| Jahrespreis | CHF 95 im Jahr (= CHF 7.92 im Monat) — dieselben sechs Werkzeuge | nicht ausgewiesen |
| Gratis testenUnsere sieben Tage sind der volle Funktionsumfang, nicht eine eingeschränkte Vorschau. | 7 Tage voller Zugang, monatlich kündbar | nicht ausgewiesen |
| Was ohne Zahlung gehtWir schreiben die Grenze hin, weil das die Zahl ist, die ein Vergleich sonst weglässt. | Werkzeuge ohne Konto öffnen; Gratiskonto: 5 Dokumente/Tag, 10 pro rollender Woche | nicht ausgewiesen |
| Währung | CHF | nicht ausgewiesen |
| AbrechnungAchte bei jedem Anbieter auf Vier-Wochen-Perioden: das sind 13 Abbuchungen im Jahr statt 12. | Kalendermonat, jederzeit kündbar | nicht ausgewiesen |
Stand 4. September 2026. «nicht ausgewiesen» heisst: auf der Anbieterseite nicht lesbar — nicht «gibt es nicht». Unsere Angaben stammen aus dem Code (lib/stripe/trialConfig.ts) und dem live durchlaufenen Ablauf, nicht aus Marketingtexten.
Warum es für RAV-Angemeldete keine Alternative gibt
Die Stellenmeldepflicht gilt seit dem 1. Juli 2018, seit dem 1. Januar 2020 in der heutigen Form: Arbeitgeber müssen offene Stellen in Berufsarten mit schweizweit mindestens 5 Prozent Arbeitslosigkeit dem zuständigen RAV melden, bevor sie sie öffentlich ausschreiben. Welche Berufsarten das sind, legt eine Liste fest, die jeden Herbst für das Folgejahr publiziert wird; massgebend ist der fünfstellige Code der Schweizer Berufsnomenklatur. Die Rechtsgrundlagen sind Art. 121a der Bundesverfassung, Art. 21a und 117a AIG sowie Art. 53a ff., 58a und 63 AVV.
Aus dieser Meldung folgt die Sperrfrist, und die ist der ganze Grund, weshalb die Frage nach einer Alternative hier anders beantwortet werden muss als bei jedem privaten Portal. Eine gemeldete Stelle darf erst fünf Arbeitstage nach ihrer Publikation im geschützten Bereich anderweitig ausgeschrieben werden. Die Frist beginnt am Arbeitstag nach der Aufschaltung, und das SECO schreibt dazu unmissverständlich, sie könne nicht verkürzt oder umgangen werden. Wer nicht angemeldet und registriert ist, sieht diese Stellen in dieser Woche nirgends — nicht bei uns, nicht bei jobs.ch, nirgends.
Der Zugang ist bewusst eng geführt. Registrieren kann sich nur, wer beim RAV als stellensuchend angemeldet ist; die Registrierung läuft über das Identitätsmanagement der Arbeitslosenversicherung, verlangt ein AGOV-Login, die AHV-Nummer und die achtstellige Personennummer vom RAV. Danach stehen die eServices offen: die Online-Einreichung des Antrags auf Arbeitslosenentschädigung, der Angaben der versicherten Person und des Nachweises der persönlichen Arbeitsbemühungen, dazu das Hochladen von Bewerbungsunterlagen, Job-Alerts und Merklisten.
Der zweite Teil der Pflicht läuft ebenfalls dort zusammen. Im Info-Service des SECO für Versicherte steht, dass die Angaben über die Stellensuche dem RAV monatlich nachzuweisen sind, in der Regel in Form ordentlicher Bewerbungen auf konkrete Stellenangebote; Blindbewerbungen können nur ergänzen. Wer sich persönlich nicht genügend um zumutbare Arbeit bemüht, dessen Anspruch wird vorübergehend eingestellt — je nach Verschulden 1 bis 60 Tage. Beim Erstgespräch, das innert fünfzehn Tagen nach der Anmeldung stattfindet, gehört der Nachweis der Arbeitsbemühungen zu den mitzubringenden Unterlagen.
Was daraus folgt, sagen wir so deutlich, wie es gemeint ist: Ein Bewerbungs-Tracker, eine Merkliste oder eine Suchmaske auf einem privaten Portal ist ein Hilfsmittel und kein Ersatz für diesen Weg. Verbindlich ist, was das RAV verlangt und über welchen Kanal es den Nachweis entgegennimmt. Beim Formular «Angaben der versicherten Person» ist das sogar ausdrücklich geregelt: Zulässig sind nur der entsprechende eService oder das von der Arbeitslosenkasse ausgestellte Papierformular.
Was öffentlich im Job-Room steht
Neben dem geschützten Bereich gibt es die öffentliche Stellensuche, und die ist gross. Am 24. August 2026 fanden sich dort gut fünfundsiebzigtausend Inserate aus den letzten sechzig Tagen. Der Bestand ist auch frisch: 32,2 Prozent waren keine Woche alt, 53,6 Prozent keine zwei Wochen, 84,5 Prozent nicht älter als einen Monat. Wer allein nach Auswahl geht, findet hier mehr als bei jedem privaten Anbieter — arbeit.swiss beschreibt das Portal auf der eigenen Seite zur Anmeldung als grösste Stellenbörse der Schweiz, und das lässt sich nachzählen.
Regional ist die Verteilung allerdings schief. Auf Zürich entfallen 22,0 Prozent der Inserate, auf Bern 13,1 und auf den Aargau 10,5. Die sechs Westschweizer Kantone kommen zusammen auf 10,1 Prozent, das Tessin auf 0,5. Zum Vergleich: Ordnet man unsere eigenen Inserate mit derselben Gemeindetabelle den Kantonen zu — sie stammt aus den Standortangaben des Job-Room und trifft auf 88,5 Prozent unserer Inserate zu —, liegt die Westschweiz bei 20,5 Prozent und das Tessin bei 1,0. Der Abstand zwischen den beiden Beständen ist in Zürich also gewaltig und in Genf oder Lugano klein.
Dasselbe Bild bei der Sprache. Von den gut achttausend Stellen, die in den drei Tagen bis zum 24. August 2026 neu aufgeschaltet wurden, sind 90,4 Prozent auf Deutsch verfasst, 8,2 Prozent auf Französisch, 1,1 Prozent auf Englisch und 0,3 Prozent auf Italienisch. Die Benutzeroberfläche des Portals gibt es dagegen in allen vier Sprachen. Für eine Person, die in Zug oder Basel eine englischsprachige Stelle sucht, ist das der praktisch wichtigste Unterschied: In unserem Bestand sind 26,7 Prozent der Inserate mit erkannter Sprache englisch, im Job-Room gut ein Prozent.
Aufschlussreich ist auch, wie man sich bewirbt. Bei 7,0 Prozent der Neuzugänge fehlt jeder externe Link; 5,0 Prozent nennen ausschliesslich eine E-Mail-Adresse. Das ist der Teil des Bestands, den es auf privaten Portalen kaum gibt: kleine Arbeitgeber, die dem RAV eine Stelle melden, ohne je eine Karriereseite gebaut zu haben. 88,4 Prozent der Stellen sind unbefristet, 31,1 Prozent auch unter hundert Prozent möglich, und 58,7 Prozent werden zusätzlich an das europäische EURES-Portal weitergegeben.
Wer den Job-Room tatsächlich füllt
Ein Detail relativiert die Grössenzahl, ohne sie zu bestreiten: Ein erheblicher Teil des Bestands stammt nicht direkt von Arbeitgebern, sondern von privaten Portalen und Personalvermittlern, die über die Schnittstelle des Portals publizieren. Bei 27,9 Prozent der Neuzugänge dieser drei Tage führt der Bewerbungsweg auf jobs.ch, bei 10,1 Prozent auf jobup.ch. Zusammen sind das 38,0 Prozent, die bei den beiden JobCloud-Marken landen. Wer den Job-Room als Alternative zu jobs.ch benutzt, sieht also zu einem guten Teil dieselben Inserate.
Noch deutlicher wird es bei einem einzelnen Anbieter. Ein Personalvermittlungsbüro aus dem Gesundheitsbereich stellte in diesen drei Tagen 21,2 Prozent aller neuen Inserate — gut jedes fünfte. Dahinter stehen 233 verschiedene Stellentitel, verteilt auf 427 Gemeinden; derselbe Facharzttitel erscheint mit wechselndem Ortsnamen fast zweihundertmal. Das ist keine Unterstellung, sondern über die öffentliche Stellensuche des Portals nachzählbar, und es erklärt, warum eine Trefferliste dort oft gleichförmiger wirkt, als die Gesamtzahl vermuten lässt.
Insgesamt entfielen auf die zwanzig grössten Inserenten 45,2 Prozent der neuen Stellen, während 63,0 Prozent der Inserenten genau ein Inserat aufgaben. 18,7 Prozent der Inserate teilen ihren Titel wortgleich mit einem anderen Inserat derselben drei Tage. Der Job-Room ist damit kein Verzeichnis, das eine Behörde von Hand pflegt, sondern ein Sammelpunkt, in den sehr unterschiedliche Quellen einspeisen — vom Spital über die grosse Stellenbörse bis zum Temporärbüro.
Fairerweise gehört die Gegenrechnung dazu, und sie fällt gegen uns aus. Nimmt man bei uns dieselbe Messung über drei Tage, kommen unsere zwanzig grössten Inserenten auf 47,3 Prozent, und ein einziger Anbieter stellt 28,5 Prozent der neuen Inserate. Unser Bestand ist in dieser Hinsicht also konzentrierter, nicht weniger. Nur bei den wortgleichen Titeln liegen wir mit 14,1 Prozent unter den 18,7 Prozent des Job-Room.
Wo der Job-Room klar vorn liegt
Erstens beim Umfang, und zwar unbestritten. Zweitens beim Preis: Für Stellensuchende ist das Portal kostenlos, dauerhaft und ohne Abo. Bei uns endet die Testphase nach sieben Tagen; danach kostet das Abo CHF 15.- monatlich beziehungsweise CHF 95.- jährlich. Für reines Suchen brauchst du das nicht — es rechnet sich erst, wenn du auch die Bewerbungsunterlagen daraus ziehst.
Drittens bei allem, was mit dem RAV zusammenhängt. Das Portal ist der Ort, an dem die Anmeldung zur Arbeitsvermittlung, der Antrag auf Arbeitslosenentschädigung, die monatlichen Angaben der versicherten Person und der Nachweis der Arbeitsbemühungen zusammenlaufen. Kein privates Werkzeug hat Zugang zu diesen Verfahren, und keines sollte so tun als ob.
Viertens beim Rückkanal zu den Arbeitgebern. Meldet ein Betrieb eine Stelle, übermittelt ihm das zuständige RAV innert drei Arbeitstagen Angaben zu Stellensuchenden mit passendem Dossier oder meldet zurück, dass keine vorhanden sind. Wer angemeldet ist, wird also vorgeschlagen, ohne sich selbst beworben zu haben — ein Mechanismus, den es auf keinem privaten Portal gibt. Dazu kommt die Weitergabe an EURES, die bei 58,7 Prozent der Neuzugänge aktiviert ist, und weit über hundert RAV mit einer gesamtschweizerischen Stellendatenbank im Hintergrund.
Ein Nachteil ist allerdings selbst gewählt und betrifft die Sichtbarkeit: Die robots.txt des Portals sperrt den Pfad der Stellensuche für Suchmaschinen ausdrücklich, und ohne JavaScript liefert die Seite keinen Text aus. Ein Job-Room-Inserat ist über Google nicht auffindbar und taucht auch in den Antworten von Assistenten nicht auf. Man muss das Portal kennen und aufsuchen — was für RAV-Angemeldete selbstverständlich ist und für alle anderen erklärt, warum ihnen dieser Bestand nie begegnet.
Was eine zweite Quelle daneben hinzufügt
Zwei Bestände sind nur dann zwei Bestände, wenn sie unterschiedliche Inserate enthalten. Das lässt sich am Bewerbungsziel prüfen — an der Adresse, auf der die Bewerbung tatsächlich eingeht. Von den Zielen, die den Job-Room dominieren, kommt in unserem Index keines vor: Auf die dort führenden Personalvermittler entfällt bei uns kein einziges Inserat. Gemeinsam sind den beiden Beständen 118 Ziele, hinter denen meist dasselbe Bewerbermanagementsystem steht und nicht dieselbe Stelle. 32,1 Prozent unserer Inserate führen zu einem Ziel, das auch im Job-Room vorkommt; umgekehrt sind es 18,6 Prozent.
Praktisch heisst das: Wer nur eine der beiden Quellen abfragt, sieht einen Ausschnitt. Für englischsprachige Stellen ist der Unterschied am grössten — 26,7 gegen gut ein Prozent. Für die Westschweiz ist er ebenfalls deutlich, 20,5 gegen 10,1 Prozent. Für Berufsarten mit hoher Arbeitslosigkeit dagegen läuft er in die andere Richtung: Genau dort sind die frischesten Stellen fünf Arbeitstage lang nur im Job-Room zu sehen.
Der zweite Unterschied liegt nicht im Bestand, sondern in dem, was danach kommt. Der Job-Room zeigt Stellen und nimmt Formulare entgegen; er schreibt keine Bewerbungsunterlagen. Bei uns lässt sich zu einem gefundenen Inserat ein darauf zugeschnittener Lebenslauf erzeugen, ohne den Text irgendwo einfügen zu müssen, weil das Inserat bereits im Index steht. Was dabei nachweisbar wirkt, ist wenig und wird bewusst klein gehalten: Wortwahl aus der Ausschreibung deckt sich naturgemäss stärker mit einem Stichwortfilter als eine allgemein gehaltene Formulierung. Eine Garantie auf irgendeine Auswahlstufe folgt daraus nicht, denn wie ein Arbeitgeber intern filtert, sieht von aussen niemand.
Ehrlich bleibt dabei: Diese Funktion haben andere auch. Bei cvswiss.ch ist die Anpassung an ein konkretes Inserat sogar das beworbene Hauptmerkmal. Was uns unterscheidet, ist schmaler, als eine Anzeige es formulieren würde — die Ausschreibung muss dort erst hineinkopiert werden, während sie hier bereits vorliegt, weil beide Teile bei uns dasselbe Produkt sind.
Für wen was das Richtige ist
Bist du beim RAV gemeldet, ist der Job-Room gesetzt, und zwar als erste Adresse. Registriere dich dort, weil sonst der Informationsvorsprung von fünf Arbeitstagen ungenutzt verstreicht, und kläre den Nachweis der Arbeitsbemühungen mit deinem RAV, nicht mit einem Werkzeug. Alles andere ist Ergänzung, unsere Seite eingeschlossen.
Suchst du ohne RAV-Anmeldung, ist der Job-Room trotzdem sinnvoll — er ist gratis, gross und frisch, und ein Teil seines Bestands wird sonst nirgends ausgeschrieben, besonders bei kleinen Arbeitgebern ohne eigene Karriereseite. Rechne aber damit, dass er stark deutschsprachig und stark deutschschweizerisch ist und dass ein spürbarer Teil über jobs.ch und jobup.ch dorthin gelangt.
Nimm SwissJobs.app dazu, wenn du auf Englisch suchst, wenn du in der Romandie oder im Tessin suchst, oder wenn du für jede Bewerbung ein auf das Inserat zugeschnittenes Dossier willst statt eines Standarddokuments. Beide Quellen parallel abzufragen kostet nichts und deckt zusammen deutlich mehr Markt ab als eine allein.
Und der Fall, in dem wir ausdrücklich nicht die Antwort sind, sei zum Schluss noch einmal genannt, weil er der einzige ist, bei dem ein Irrtum teuer wird: Meldepflichtige Stellen im geschützten Bereich, die Anmeldung zur Arbeitsvermittlung und der Nachweis der Arbeitsbemühungen laufen über das RAV und den Job-Room. Wir sind daneben nützlich, nicht anstelle.
Was ein zweiter Index sichtbar macht: Teilzeit und Englisch
Der Grund, neben dem Job-Room eine zweite Quelle offen zu halten, sind nicht einfach mehr Inserate. Es ist, dass die Filter jedes Portals Dinge verstecken, die im Text der Inserate durchaus stehen. Zwei Zahlen aus unserem eigenen Stellenindex, beide nachrechenbar, zeigen das deutlich.
Teilzeit ist der klarste Fall. Nur gut 5 Prozent der Inserate sind im strukturierten Feld als Teilzeit ausgezeichnet. Zählt man die Pensumsangaben im Titel dazu — die vielen Stellen, die als 80 bis 100 Prozent ausgeschrieben sind —, sind es 20 Prozent. Wer auf irgendeinem Portal den Teilzeit-Filter setzt, sieht also rund einen Viertel dessen, was tatsächlich ausgeschrieben ist. Regional geht das weit auseinander: im Aargau steht bei 36 Prozent der Inserate ein reduziertes Pensum, in Luzern bei 34,5, in Bern bei 30,8, in Zürich bei 21 und in Genf bei 5,8 Prozent. Der letzte Wert misst allerdings vor allem eine Gepflogenheit: in der Romandie steht das Pensum nur bei 12,7 Prozent der Inserate im Titel, national bei 23 Prozent. Die Zahl sagt, wo Teilzeit sichtbar ausgeschrieben wird, nicht wo es sie gibt.
Die zweite Zahl betrifft die Sprache und widerspricht der üblichen Annahme. Von den Inseraten, die überhaupt eine Sprache verlangen, verlangen 65,6 Prozent Deutsch und 46,1 Prozent Englisch — und Englisch wird dabei häufiger auf professionellem Niveau verlangt als Deutsch, in 86 gegen 81 Prozent der Fälle. Englisch ist selten die Sprache, von der ein Inserat ein bisschen möchte. In der Romandie sind ausserdem 37,8 Prozent der Inserate auf Englisch verfasst gegenüber 26,9 Prozent landesweit: wer sich dort ohne lesbares Englischniveau bewirbt, fällt bei über einem Drittel des Marktes aus dem Raster.
Und zur Frage, wie dringend das alles ist: das mittlere zurzeit ausgeschriebene Inserat ist 33 Tage alt. Das ist ausdrücklich nicht die durchschnittliche Lebensdauer eines Inserats — eine Stelle, die nach vier Tagen besetzt ist, taucht in einer solchen Momentaufnahme gar nie auf, weshalb jede Momentaufnahme langlebige Inserate übergewichtet.
Die Zahlen zum Job-Room stammen aus der öffentlichen Stellensuche des Portals, abgefragt am 24. August 2026: der Gesamtbestand aus den Trefferzahlen je Kanton und je Zeitfenster, die Zusammensetzung aus einer Vollerhebung aller gut achttausend Inserate, die in den drei Tagen bis zu diesem Datum aufgeschaltet wurden. Inserate im geschützten Bereich sind darin naturgemäss nicht enthalten. Die rechtlichen Angaben stammen von arbeit.swiss und aus dem Info-Service des SECO für Versicherte, nicht aus zweiter Hand. Unsere eigenen Angaben sind Anteile am Bestand vom 24. August 2026; absolute Bestandeszahlen veröffentlichen wir nicht. Die Kantonszuordnung unserer Inserate beruht auf der Gemeindetabelle des Job-Room, deckt 88,5 Prozent unserer Inserate ab und ist eine Näherung, keine amtliche Statistik. Die Zahlen zu Teilzeit, Sprachanforderungen und Inseratsalter stammen aus unserem eigenen Stellenindex, ausgezählt am 7. September 2026 über alle veröffentlichten Inserate. Sprachanforderungen sind je Inserat gezählt und ohne Lehrstellen, weil Lehrstellen die Qualifikation nennen, zu der sie führen, und die Anteile sonst verzerren.
Schweizer Stellen durchsuchen und den Lebenslauf pro Inserat anpassen
Quellen
- arbeit.swiss — FAQ zur Stellenmeldepflicht (Sperrfrist, Rechtsgrundlagen, Strafen)
- arbeit.swiss — Stellenmeldepflicht: Überblick und Liste der meldepflichtigen Berufsarten
- arbeit.swiss — Anmeldung und Registrierung für Stellensuchende
- arbeit.swiss — Registrierung: Voraussetzungen und eServices
- SECO — Arbeitslosigkeit: Ein Leitfaden für Versicherte (Ausgabe 2026)
- Job-Room — öffentliche Stellensuche der Arbeitslosenversicherung
Verwandte Fragen
Was unser Stellenindex über den Schweizer Markt sagt
Live aus unserem eigenen Index berechnet, nicht aus einer Studie zitiert. Nur Anteile, Stand heute.
Sprache der Inserate
- Deutsch
- 60%
- English
- 23%
- Français
- 13%
- Italiano
- 3%
Von den Inseraten mit Sprachanforderung verlangen
- Deutsch
- 70%
- English
- 43%
- Français
- 21%
- Italiano
- 3%
19% in den letzten 7 Tagen ausgeschrieben · Grösste Märkte: Zürich 18% · Bern 10% · Genève 5% · Basel 5%






