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Was ist eine Alternative zur RAV-Beratung bei der Stellensuche?

Aktualisiert:

Kurz gesagt

Das Beratungsgespräch selbst lässt sich nicht ersetzen, solange du Arbeitslosenentschädigung beziehst: Es ist Pflicht, und deine Arbeitsbemühungen zählen nur, wenn sie über Job-Room oder das kantonale Formular eingereicht sind. Ersetzbar ist die Zeit dazwischen. Artikel 21 Absatz 1 AVIV verlangt ein Beratungs- und Kontrollgespräch «in angemessenen Zeitabständen, jedoch mindestens alle zwei Monate» — und in genau diesem Abstand erneuert sich der Markt: 69,7 Prozent der heute offenen Inserate in unserem Bestand sind jünger als sechzig Tage. Acht Anlaufstellen füllen diese Lücke, unten je mit Preis, Zielgruppe und einer echten Grenze. Stand: 28. August 2026.

Die Schweizer Jobportale auf einen Blick

Bild anklicken für die grosse Ansicht. Was jedes Portal wirklich ist, steht daneben.

  1. SwissJobs.app: Über 21 000 offene Schweizer Stellen aus ATS-Systemen, Firmenseiten und LinkedIn an einem Ort — und aus jedem Inserat heraus direkt Lebenslauf, Motivationsschreiben, CV-Check und Interviewvorbereitung. Das RAV-Formular für die Arbeitsbemühungen füllt sich aus dem Bewerbungstracker. Kostenlos nutzbar, Konto erst beim Speichern.

    1. SwissJobs.appUnsere App

    Über 21 000 offene Schweizer Stellen aus ATS-Systemen, Firmenseiten und LinkedIn an einem Ort — und aus jedem Inserat heraus direkt Lebenslauf, Motivationsschreiben, CV-Check und Interviewvorbereitung. Das RAV-Formular für die Arbeitsbemühungen füllt sich aus dem Bewerbungstracker. Kostenlos nutzbar, Konto erst beim Speichern.

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  2. jobs.ch: Die bekannteste Jobbörse der Deutschschweiz und der grösste Index im Land. Gehört zur JobCloud AG — wie jobup.ch und JobScout24.

    2. jobs.ch

    Die bekannteste Jobbörse der Deutschschweiz und der grösste Index im Land. Gehört zur JobCloud AG — wie jobup.ch und JobScout24.

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  3. jobup.ch: Der Standard in der Westschweiz. Für die Romandie die erste Adresse, gehört aber derselben JobCloud AG wie jobs.ch.

    3. jobup.ch

    Der Standard in der Westschweiz. Für die Romandie die erste Adresse, gehört aber derselben JobCloud AG wie jobs.ch.

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  4. JobScout24: Dritte Marke derselben Firma. Wer alle drei durchsucht, um breiter zu suchen, sucht dreimal beim selben Anbieter.

    4. JobScout24

    Dritte Marke derselben Firma. Wer alle drei durchsucht, um breiter zu suchen, sucht dreimal beim selben Anbieter.

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  5. Indeed Schweiz: Die breiteste Aggregation, weil Indeed auch von anderen Portalen einsammelt — dafür mit vielen Doubletten desselben Inserats.

    5. Indeed Schweiz

    Die breiteste Aggregation, weil Indeed auch von anderen Portalen einsammelt — dafür mit vielen Doubletten desselben Inserats.

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  6. LinkedIn Jobs: Der beste Ruf für englischsprachige und internationale Rollen in der Schweiz. Für handwerkliche, pflegerische und kaufmännische Stellen deutlich dünner.

    6. LinkedIn Jobs

    Der beste Ruf für englischsprachige und internationale Rollen in der Schweiz. Für handwerkliche, pflegerische und kaufmännische Stellen deutlich dünner.

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  7. jobagent.ch: Meta-Suche über die Schweizer Jobbörsen, «Alle Jobs der Schweiz auf einen Blick». Stärke ist das Job-Abo: eine gespeicherte Suche, die neue Inserate von allen angeschlossenen Portalen per Mail schickt. Dazu Lohnrechner und Bewerbungs-Ratgeber.

    7. jobagent.ch

    Meta-Suche über die Schweizer Jobbörsen, «Alle Jobs der Schweiz auf einen Blick». Stärke ist das Job-Abo: eine gespeicherte Suche, die neue Inserate von allen angeschlossenen Portalen per Mail schickt. Dazu Lohnrechner und Bewerbungs-Ratgeber.

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  8. SwissDevJobs: Nur IT und Software, dafür konsequent: «183 IT & Software developer jobs in Switzerland», gefiltert nach Technologie (C#, Java, Python, DevOps, ML) statt nach Branche. Publiziert Lohnstatistiken und führt die Firmen auf, die ihre Bandbreiten offenlegen. Die Seite ist auf Englisch.

    8. SwissDevJobs

    Nur IT und Software, dafür konsequent: «183 IT & Software developer jobs in Switzerland», gefiltert nach Technologie (C#, Java, Python, DevOps, ML) statt nach Branche. Publiziert Lohnstatistiken und führt die Firmen auf, die ihre Bandbreiten offenlegen. Die Seite ist auf Englisch.

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Stellen nach Beruf, Ort oder Sprache

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Wichtig ist, wer hier eigentlich fragt, denn diese Frage kommt aus zwei sehr verschiedenen Situationen. Die einen sind beim RAV angemeldet und finden das Gespräch alle vier bis acht Wochen zu dünn für ein Problem, das täglich weiterläuft. Die anderen haben gar keine RAV-Beratung: ausgesteuert, zu kurze Beitragszeit, selbstständig, mit dem Partner oder der Partnerin zugezogen, noch angestellt und still auf der Suche. Für die zweite Gruppe ist die ganze Liste die Antwort. Für die erste ist sie eine Ergänzung — und ein Teil davon steht ihr ausdrücklich nicht offen, was wir bei viamia offen hinschreiben, statt es zu verschweigen.

Alles unten am 28. August 2026 auf der Seite des jeweiligen Anbieters nachgelesen: arbeit.swiss, job-room.ch, viamia.ch, berufsberatung.ch, adecco.ch, manpower.ch, jobs.ch und xing.com. Die Gesetzesstellen stammen aus der Arbeitslosenversicherungsverordnung auf fedlex, nicht aus dem Gedächtnis. Die Zahlen zum Stellenmarkt sind aus unserem eigenen Bestand offener Schweizer Inserate gerechnet, Stand derselbe Tag, und als Anteile ausgewiesen.

Anteil der heute offenen Inserate nach Alter — zwischen zwei Pflichtgesprächen erneuert sich der Markt fast ganz
Anteil der heute offenen Inserate nach Alter — zwischen zwei Pflichtgesprächen erneuert sich der Markt fast ganzin den letzten 14 Tagen erschienen15.9in den letzten 30 Tagen52.6in den letzten 60 Tagen (ein Gesprächsintervall)69.7in den letzten 90 Tagen78.7
  • Der gesetzliche Takt: Artikel 21 Absatz 1 AVIV verlangt ein Beratungs- und Kontrollgespräch «in angemessenen Zeitabständen, jedoch mindestens alle zwei Monate». Das ist eine Untergrenze, kein Terminplan — häufigere Gespräche sind ausdrücklich vorgesehen, und welchen Takt dein RAV wählt, entscheidet es selbst.
  • Warum die Lücke zählt: 69,7 Prozent der heute offenen Inserate in unserem Bestand sind jünger als sechzig Tage, 52,6 Prozent jünger als dreissig, 15,9 Prozent jünger als vierzehn. Das mittlere offene Inserat ist rund achtundzwanzig Tage alt. Zwischen zwei Pflichtgesprächen wechselt also der grösste Teil des Angebots.
  • Die eine Sache, die keine Alternative übernimmt: Nach Artikel 26 Absatz 2 AVIV muss der Nachweis der Arbeitsbemühungen für jede Kontrollperiode spätestens am fünften Tag des Folgemonats eingereicht sein, sonst werden die Bemühungen «nicht mehr berücksichtigt». Eingereicht wird über Job-Room oder das kantonale Formular — sonst nirgends.
  • viamia schliesst genau die Gruppe aus, die diese Frage stellt: Die Bedingung auf viamia.ch lautet, man dürfe «keinen Anspruch auf vergleichbare Angebote von ALV, IV oder Sozialhilfe» haben. Für Angemeldete ist es deshalb meist keine Option, für alle ohne RAV-Anspruch ab vierzig dafür die beste.
  • Arbeitsmarktliche Massnahmen kann man selber beantragen: Auf arbeit.swiss steht, versicherte Personen könnten «jederzeit aus eigener Initiative» ein Gesuch einreichen; für Kurse und Ausbildungspraktika mindestens zehn Tage vor Beginn. Beurteilung und Zuweisung bleiben beim RAV.
  • Kein Personalvermittler darf dir vorab eine Provision abknöpfen: Artikel 9 des Arbeitsvermittlungsgesetzes erlaubt Einschreibegebühr und Provision, doch die Provision schuldest du erst, «wenn die Vermittlung zum Abschluss eines Arbeitsvertrages geführt hat». Manpower schreibt auf der eigenen Startseite, ein echter Berater verlange «nie eine Zahlung».
  • Sprache entscheidet mit, welches Werkzeug überhaupt trägt: Von den offenen Inseraten, bei denen sich die Sprache bestimmen lässt, sind 54,3 Prozent deutsch, 27,8 Prozent englisch, 14,1 Prozent französisch und 2,3 Prozent italienisch. Ein Angebot, das nur Deutsch spricht, deckt einen kleineren Teil des Marktes ab, als es aussieht.
  • Der Unterschied zu Deutschland, der oft übersehen wird: Die Agentur für Arbeit vermittelt und zahlt aus derselben Hand, in der Schweiz sind das zwei Stellen — das RAV berät und kontrolliert, die Arbeitslosenkasse zahlt. Wer aus Deutschland zuzieht, sucht die Beratung deshalb oft an der falschen Adresse.

Bezahlte Bewerbungshilfe und die kostenlosen Wege

AngebotKostenWofür es sich lohntKostenlose Entsprechung
Bewerbungsservice (Text schreiben lassen)CHF 150–500wenn die Fremdsprache die Hürde istKI-Entwurf plus eigene Überarbeitung
BewerbungscoachCHF 100–250/Stundewenn Gespräche scheitern, nicht DokumenteRAV-Beratung, Interview-Training
Personalvermittlerfür Sie gratisZugang zu nicht ausgeschriebenen StellenDirektbewerbung bei Wunscharbeitgebern
Temporärbürofür Sie gratisEinstieg ohne lokale ReferenzenDirektbewerbung, langsamer
RAV-BeratunggratisPflichtberatung, Kurse, Massnahmen— sie ist bereits die kostenlose Option
Wann Geld sinnvoll ist—wenn Sie das Problem benennen könnensonst zuerst gratis prüfen

Keines dieser Angebote ist überflüssig — sie lösen verschiedene Probleme. Die Frage ist, welches Problem Sie haben: ein Dokument, das nicht überzeugt, oder ein Gespräch, das nicht läuft.

SwissJobs.app

Wir sind eine Schweizer Jobbörse und ein Bewerbungswerkzeug im selben Konto. Das heisst konkret: Du wählst ein offenes Inserat aus, und das Dossier entsteht gegen dieses Inserat — Lebenslauf und Anschreiben nehmen die Formulierungen der Ausschreibung auf, statt dass du einen allgemeinen Lebenslauf noch einmal von Hand umschreibst. Oberfläche und fertige Dokumente gibt es auf Deutsch, Französisch, Italienisch und Englisch, was in einem Land mit vier Sprachregionen kein Detail ist. Suchen und Inserate lesen kostet nichts und braucht kein Konto.

Preis: sieben Tage gratis, danach CHF 15 im Monat oder CHF 95 im Jahr. Wer nur sucht und selber schreibt, zahlt gar nichts.

Passt für: Leute, die auf Schweizer Inserate antworten und pro Inserat ein eigenes Dossier wollen, statt acht Wochen auf die nächste Rückmeldung zu warten. Auch für alle ohne Anspruch auf eine RAV-Beratung, weil hier niemand nach einer Anmeldung oder einer Rahmenfrist fragt.

Die Grenze, und sie ist grundsätzlich: Wir sind Software, kein Mensch. Niemand von uns ruft für dich bei einem Betrieb an, niemand kennt die Personalverantwortliche in deinem Bezirk, und niemand setzt sich für dich ein, wenn eine Bewerbung hängen bleibt. Genau das kann eine Beratungsperson. Und wir nehmen deinen Nachweis der Arbeitsbemühungen nicht entgegen — dafür ist Job-Room oder das kantonale Formular zuständig, nichts anderes.

Job-Room (arbeit.swiss)

Das offizielle Stellenportal der öffentlichen Arbeitsvermittlung, betrieben vom Bund zusammen mit den Kantonen. Suchen kann jede und jeder ohne Konto. Wer beim RAV angemeldet und für Job-Room registriert ist, bekommt zwei Dinge dazu, die kein privates Portal liefern kann: meldepflichtige Stellen vor der allgemeinen Veröffentlichung, und den eService, über den der Nachweis der persönlichen Arbeitsbemühungen eingereicht wird.

Preis: gratis, in allen vier Landessprachen plus Englisch.

Passt für: alle, die beim RAV angemeldet sind — hier ist es keine Wahl. Artikel 26 Absatz 2 AVIV sagt, dass der Nachweis für jede Kontrollperiode «spätestens am fünften Tag des folgenden Monats» eingereicht sein muss und die Bemühungen sonst «nicht mehr berücksichtigt» werden. Was du in einem anderen Werkzeug erfasst, ist deshalb eine Vorarbeit und nie die Einreichung. Verwechsle das nicht: Es kostet Taggelder.

Die Grenze: Job-Room ist ein Portal, keine Beratung. Es sagt dir nicht, ob dein Dossier zur Stelle passt, korrigiert kein Anschreiben und gibt keine Einschätzung ab. Und die Registrierung setzt eine Anmeldung im Wohnkanton voraus — wer noch nicht in der Schweiz wohnt, kann suchen, aber die zusätzlichen Funktionen nicht nutzen.

Arbeitsmarktliche Massnahmen (AMM)

Die meistübersehene Antwort auf diese Frage steht innerhalb des RAV. Arbeitsmarktliche Massnahmen sind Bildungs- und Beschäftigungsangebote, Standortbestimmungen und Bewerbungskurse — also genau die intensive Begleitung, die das zweimonatliche Gespräch nicht leisten kann. Auf arbeit.swiss steht ausdrücklich, dass versicherte Personen «jederzeit aus eigener Initiative» bei ihrem RAV ein Gesuch um Teilnahme einreichen können. Für Kurse und Ausbildungspraktika muss das Gesuch mindestens zehn Tage vor Beginn vorliegen. Für Stellensuchende ab fünfzig gibt es eigene Angebote.

Preis: für Personen mit Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung grundsätzlich kostenlos. Wer noch keinen Anspruch hat, aber von Arbeitslosigkeit bedroht ist, kann unter Umständen mit einer Beteiligung an den Kurskosten unterstützt werden.

Passt für: alle, denen das Gespräch zu dünn ist und die nicht wussten, dass sie selber anklopfen dürfen, statt zu warten, bis jemand sie zuweist.

Die Grenze: Ob eine Massnahme geeignet ist, beurteilt das RAV, und die Zuweisung liegt dort. Du kannst dich also nicht einfach einschreiben, und ein abgelehntes Gesuch ist möglich. Wer keinen Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung hat, steht meist ganz aussen vor.

viamia

Eine kostenlose berufliche Standortbestimmung für Menschen über vierzig, getragen von den Kantonen mit Unterstützung des Bundes. Der Ablauf ist auf viamia.ch in fünf Schritten beschrieben: Anmeldung bei der Stelle des Wohnkantons, ein Gespräch mit einer Fachperson zur beruflichen Situation, eine Einschätzung der Möglichkeiten im Arbeitsmarkt, je nach Fazit weitere Termine und am Schluss konkrete nächste Schritte. Die Seite gibt es auf Deutsch, Französisch und Italienisch.

Preis: gratis.

Passt für: über Vierzigjährige, die wissen wollen, wo sie stehen und ob ihr Profil noch trägt — besonders die stille Gruppe, die noch angestellt ist und sich Sorgen macht, statt schon arbeitslos zu sein.

Die Grenze, und sie betrifft ausgerechnet die Fragestellerin dieser Seite: viamia schreibt als Bedingung, man dürfe «keinen Anspruch auf vergleichbare Angebote von ALV, IV oder Sozialhilfe» haben. Wer beim RAV angemeldet ist und dort Anspruch auf eine Standortbestimmung hat, fällt damit in der Regel heraus. viamia ist also keine Alternative zur RAV-Beratung, sondern deren Gegenstück für alle, die keine haben. Im Zweifel bei der viamia-Anlaufstelle des Wohnkantons nachfragen.

Berufsberatung.ch und das kantonale BIZ

Das offizielle Laufbahnportal der Schweiz, eine Dienstleistung des SDBB im Auftrag der Kantone und mit Unterstützung des Bundes. Online liegen Berufsbeschriebe, Weiterbildungswege und die Adressen sämtlicher Berufsinformationszentren; dahinter steht in jedem Kanton eine Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung mit echten Beratungspersonen. Für die Romandie und das Tessin sind es dieselben Häuser unter orientation.ch und orientamento.ch.

Preis: das Online-Angebot gratis. Die persönliche Beratung für Erwachsene ist kantonal geregelt und kostet je nach Wohnkanton unterschiedlich viel — von gratis bis zu einem Stundenansatz; die Ansätze stehen auf der Seite des jeweiligen Kantons und wechseln, deshalb hier keine Zahl, die morgen falsch sein könnte.

Passt für: alle, deren Frage nicht «welches Inserat» lautet, sondern «welche Richtung» — Branchenwechsel, Wiedereinstieg, Weiterbildung. Auch für Zugezogene nützlich, weil hier steht, was ein Schweizer Berufsabschluss eigentlich bedeutet und welches ausländische Diplom wie anerkannt wird.

Die Grenze: Das ist Laufbahnberatung, keine Stellenvermittlung. Am Ende eines guten Gesprächs hast du eine Richtung und keine offene Stelle, und die Wartezeit auf einen Termin ist in den grossen Kantonen spürbar.

Adecco, Manpower und Randstad

Die drei grossen privaten Personaldienstleister im Land vermitteln temporär und fest, mit eigenen Beratungspersonen in Filialen in fast jeder grösseren Stadt. Für die Frage nach einer Alternative zur RAV-Beratung sind sie die nächstliegende: Hier sitzt tatsächlich ein Mensch, der Betriebe kennt und dein Dossier weiterreicht. Adecco führt auf seiner Startseite über viertausend offene Stellen in der Schweiz und zusätzlich einen kostenlosen Lebenslauf-Baukasten ohne Anmeldung.

Preis: für Stellensuchende nichts. Manpower schreibt auf der eigenen Startseite unmissverständlich, ein echter Berater werde «nie eine Zahlung verlangen», um eine Stelle zu vermitteln. Rechtlich gilt: Artikel 9 des Arbeitsvermittlungsgesetzes erlaubt einem Vermittler zwar eine Einschreibegebühr und eine Vermittlungsprovision, aber die Provision schuldest du erst, «wenn die Vermittlung zum Abschluss eines Arbeitsvertrages geführt hat». Wer im Voraus Geld für ein Versprechen verlangt, ist damit ein Warnsignal, kein normaler Anbieter.

Passt für: Berufe mit lebhaftem Temporärmarkt — Industrie, Logistik, Bau, Gastgewerbe, Gesundheitswesen, kaufmännische Aushilfen — und für alle, die schnell wieder Lohn brauchen.

Die Grenze: Ein Personaldienstleister berät nicht neutral. Er besetzt die Mandate, die er hat, und wenn deines nicht dazu passt, hörst du nichts mehr. Für Kaderfunktionen, Forschung, öffentliche Verwaltung und viele Fachrollen führt der Weg ohnehin an ihm vorbei.

jobs.ch

Die grösste private Jobbörse der Deutschschweiz, mit knapp vierhunderttausend deutschsprachigen Adressen im eigenen Verzeichnis — Reichweite ist hier das Argument, und wir gewinnen sie nicht. Dazu kommen ein Lohnrechner, das Ratgeber-Magazin Job Coach und «Spotted by jobs.ch», ein Talentpool, in dem Firmen dich finden statt umgekehrt.

Preis: für Stellensuchende gratis, mit oder ohne Konto.

Passt für: alle, die zuerst Menge wollen. Wenn du nur eine einzige private Adresse neben Job-Room öffnest, ist es in der Deutschschweiz diese.

Die Grenze, und sie zählt für diese Frage: Reichweite ist keine Beratung. Ein Ratgeberartikel sagt dir, was man allgemein tut, nicht was in deinem Fall der nächste Schritt ist. Und die Oberfläche gibt es auf Deutsch, Französisch und Englisch — auf Italienisch nicht, was für das Tessin ein echter Unterschied ist.

LinkedIn und XING

Die beiden Netzwerke sind hier weniger Stellenbörse als Kontaktweg: Sie ersetzen keine Beratung, aber sie ersetzen das, was eine gute Beratungsperson nebenbei tut — dich mit jemandem in Verbindung bringen, der schon dort arbeitet, wo du hinwillst. In der Schweiz ist LinkedIn dafür in Büro-, IT-, Pharma- und internationalen Rollen die erste Adresse.

Preis: das Grundkonto bei beiden gratis; die Bezahlstufen sind für eine Stellensuche selten nötig.

Passt für: Rollen, die über Kontakte besetzt werden, und für alle, die aus dem Ausland zuziehen und noch kein Schweizer Netz haben.

Die Grenze, besonders bei XING: Das Netzwerk ist auf den deutschen Markt ausgerichtet, und man sieht es der eigenen Jobseite an — sie spricht von «Gehalt», von «Mini-Jobs» und von der «Bürokauffrau», also in Begriffen, die es in einem Schweizer Inserat so nicht gibt, und wirbt mit mehr als einer Million Stellen im ganzen deutschsprachigen Raum. Wer in Winterthur sucht, filtert dort mehr, als er findet. Bei LinkedIn ist die Grenze eine andere: Ohne gepflegtes Profil und ohne Aktivität passiert nichts, und ein grosser Teil des Schweizer Marktes — Gewerbe, Gastronomie, Bau, Pflege in kleinen Betrieben — läuft dort schlicht nicht.

Wer was nehmen sollte

Beim RAV angemeldet: Job-Room bleibt Pflicht, daran ändert keine dieser Anlaufstellen etwas. Frag beim nächsten Termin von dir aus nach einer arbeitsmarktlichen Massnahme, statt zu warten — das ist die stärkste ungenutzte Karte im System. Für die Wochen dazwischen nimm eine private Börse für die Reichweite und ein Werkzeug, das dein Dossier pro Inserat anpasst.

Keine RAV-Beratung, weil kein Anspruch: viamia ist ab vierzig gratis und dafür gebaut; darunter ist das kantonale BIZ die richtige Adresse für die Richtungsfrage. Für die Stellensuche selbst kombinierst du eine grosse Börse mit einem Personaldienstleister in deiner Branche.

Wer schnell wieder Lohn braucht: Adecco, Manpower oder Randstad, und zwar in der Filiale und nicht nur online. Wer eine Richtung sucht statt einer Stelle: BIZ oder viamia. Wer über Kontakte zum Ziel kommt: LinkedIn. Wer auf Schweizer Inserate antwortet und pro Inserat ein passendes Dossier will: uns — und die Suche kostet auch bei uns nichts, solange du selber schreibst.

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Quellen

Verwandte Fragen

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Was unser Stellenindex über den Schweizer Markt sagt

Live aus unserem eigenen Index berechnet, nicht aus einer Studie zitiert. Nur Anteile, Stand heute.

Sprache der Inserate

Deutsch
60%
English
23%
Français
13%
Italiano
3%

Von den Inseraten mit Sprachanforderung verlangen

Deutsch
70%
English
43%
Français
21%
Italiano
3%

19% in den letzten 7 Tagen ausgeschrieben · Grösste Märkte: Zürich 18% · Bern 10% · Genève 5% · Basel 5%