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Job-Room oder private Jobbörse — was brauche ich wofür?

Aktualisiert:

Kurz gesagt

Beides — sie machen verschiedene Dinge. Auf Job-Room, dem Stellenportal der öffentlichen Arbeitsvermittlung, kann jede und jeder ohne Konto suchen. Wer beim RAV angemeldet und für Job-Room registriert ist, bekommt zwei Dinge zusätzlich, die keine private Jobbörse liefern kann: meldepflichtige Stellen fünf Arbeitstage vor allen anderen, und den eService für den «Nachweis der persönlichen Arbeitsbemühungen». Dieser Nachweis geht ans RAV — über Job-Room oder auf dem amtlichen Formular — spätestens am fünften Tag des Folgemonats. Private Börsen decken das Übrige ab: Reichweite bei zahlenden Arbeitgebenden, Lohnrechner, Firmenprofile, Alerts. Stand: 24. August 2026.

Wen wählen?

Bei Job-Room endet es beim Inserat. Bei uns fängt es dort an: aus derselben Ausschreibung entstehen Lebenslauf, Motivationsschreiben, der Check dagegen und der Eintrag im RAV-Nachweis.

Nimm Job-Room, wenn

  • Job-Room — der offizielle Kanal, auf den die RAV verweisen — was dort erfasst ist, zählt.

  • Das amtliche Portal — die Plattform der öffentlichen Arbeitsvermittlung: Profil, Stellensuche und der Kontakt zur RAV-Beratung an einem Ort, kostenlos.

  • Meldepflichtige Stellen zuerst — Stellen mit Meldepflicht erscheinen dort zuerst für angemeldete Stellensuchende — das ist gesetzlich geregelt, kein Produktvorteil.

Nimm jobs.ch, wenn

  • Grösste Marke — die bekannteste Jobbörse der Deutschschweiz und der grösste Index im Land, gratis und ohne Konto durchsuchbar.

  • Lohn und Ratgeber — Lohnrechner, Firmenprofile und der Job Coach stehen als eigene Bereiche daneben.

Nimm jobup.ch, wenn

  • Romandie zuerst — die Westschweizer Marke derselben JobCloud AG — für Genf und Waadt die passendere Oberfläche, auf Französisch geführt.

  • Lohn und Job Coach auf Französisch — Salaires, Firmenprofile und der Job Coach stehen dort in der Sprache der Region, nicht als Übersetzung.

Nimm JobScout24, wenn

  • Dritte Marke, eigene Suche — gehört derselben Firma wie jobs.ch und jobup.ch, hat aber eigene Einstiegsseiten — etwa eine Englisch-Seite mit rund 550 Inseraten.

  • Kostenlos und ohne Konto — Suche und Job-Abo verlangen keine Registrierung; die Marke ist kleiner, der Zugang derselbe.

Nimm Indeed Schweiz, wenn

  • Breiteste Aggregation — Indeed sammelt auch von anderen Portalen und von Firmenseiten ein — die grösste Treffermenge, dafür mit Doubletten desselben Inserats.

  • Ein Suchfeld, keine Filterkunde — Stichwort und Ort genügen; es gibt keinen Sprachfilter und keine Schweizer Felder.

Nimm LinkedIn Jobs, wenn

  • Netzwerk statt Formular — das Profil ist die Bewerbung, «Open to work» meldet Verfügbarkeit an Recruiter, und manche Stellen stehen nirgends sonst.

  • Kader und international — am stärksten bei internationalen Firmen und Führungsrollen, dünn bei Handwerk, Pflege und Verkauf.

Nimm jobagent.ch, wenn

  • Benachrichtigen statt suchen — das Job-Abo schickt neue Inserate aus allen angeschlossenen Portalen in einer Mail — wer nicht täglich selbst sucht, fährt damit besser.

  • Ratgeber und Lohnrechner daneben — unter «Ratgeber & Tools» stehen Lohnrechner, Standortbestimmung und Bewerbungshilfen.

Nimm SwissDevJobs, wenn

  • Nach Technologie filtern — nur IT, dafür Filter nach Stack — C#, Java, Python, DevOps, ML — und veröffentlichte Lohnstatistiken.

  • Lohn vor dem Gespräch — die Inserate nennen die Bandbreite, und die Seite führt die Firmen auf, die sie offenlegen.

Nimm SwissJobs.app, wenn

  • Die Stelle direkt auswählen — Wir führen den Stellenindex selbst. Der Inseratstext ist bereits drin, und alles Weitere entsteht gegen genau diesen Text — kein Suchen, kein Kopieren, kein Einfügen.

  • Vier Werkzeuge statt einem — Lebenslauf, Motivationsschreiben zum selben Inserat, CV-Check gegen dieses Inserat und Interviewvorbereitung — aus einem Konto und mit denselben Daten.

  • Das RAV-Formular — Die Arbeitsbemühungen werden aus deinem Bewerbungstracker gefüllt und als offizielles SECO-Blatt ausgedruckt. Kein anderes Werkzeug in diesem Vergleich hat das.

  • Word-Export ohne Wasserzeichen — PDF und DOCX, beide sauber. Viele Anbieter geben im Gratisplan nur eine Textdatei heraus oder setzen ein Wasserzeichen aufs Dokument.

  • Anfangen ohne Konto — Die Werkzeuge öffnen ohne Anmeldung. Nach dem Konto gefragt wird beim Speichern und ab dem zweiten Dokument — der erste Download geht ohne.

Die Schweizer Jobportale auf einen Blick

Bild anklicken für die grosse Ansicht. Was jedes Portal wirklich ist, steht daneben.

  1. SwissJobs.app: Über 21 000 offene Schweizer Stellen aus ATS-Systemen, Firmenseiten und LinkedIn an einem Ort — und aus jedem Inserat heraus direkt Lebenslauf, Motivationsschreiben, CV-Check und Interviewvorbereitung. Das RAV-Formular für die Arbeitsbemühungen füllt sich aus dem Bewerbungstracker. Kostenlos nutzbar, Konto erst beim Speichern.

    1. SwissJobs.appUnsere App

    Über 21 000 offene Schweizer Stellen aus ATS-Systemen, Firmenseiten und LinkedIn an einem Ort — und aus jedem Inserat heraus direkt Lebenslauf, Motivationsschreiben, CV-Check und Interviewvorbereitung. Das RAV-Formular für die Arbeitsbemühungen füllt sich aus dem Bewerbungstracker. Kostenlos nutzbar, Konto erst beim Speichern.

    SwissJobs.app →

  2. jobs.ch: Die bekannteste Jobbörse der Deutschschweiz und der grösste Index im Land. Gehört zur JobCloud AG — wie jobup.ch und JobScout24.

    2. jobs.ch

    Die bekannteste Jobbörse der Deutschschweiz und der grösste Index im Land. Gehört zur JobCloud AG — wie jobup.ch und JobScout24.

    jobs.ch →

  3. jobup.ch: Der Standard in der Westschweiz. Für die Romandie die erste Adresse, gehört aber derselben JobCloud AG wie jobs.ch.

    3. jobup.ch

    Der Standard in der Westschweiz. Für die Romandie die erste Adresse, gehört aber derselben JobCloud AG wie jobs.ch.

    jobup.ch →

  4. JobScout24: Dritte Marke derselben Firma. Wer alle drei durchsucht, um breiter zu suchen, sucht dreimal beim selben Anbieter.

    4. JobScout24

    Dritte Marke derselben Firma. Wer alle drei durchsucht, um breiter zu suchen, sucht dreimal beim selben Anbieter.

    JobScout24 →

  5. Indeed Schweiz: Die breiteste Aggregation, weil Indeed auch von anderen Portalen einsammelt — dafür mit vielen Doubletten desselben Inserats.

    5. Indeed Schweiz

    Die breiteste Aggregation, weil Indeed auch von anderen Portalen einsammelt — dafür mit vielen Doubletten desselben Inserats.

    Indeed Schweiz →

  6. LinkedIn Jobs: Der beste Ruf für englischsprachige und internationale Rollen in der Schweiz. Für handwerkliche, pflegerische und kaufmännische Stellen deutlich dünner.

    6. LinkedIn Jobs

    Der beste Ruf für englischsprachige und internationale Rollen in der Schweiz. Für handwerkliche, pflegerische und kaufmännische Stellen deutlich dünner.

    LinkedIn Jobs →

  7. jobagent.ch: Meta-Suche über die Schweizer Jobbörsen, «Alle Jobs der Schweiz auf einen Blick». Stärke ist das Job-Abo: eine gespeicherte Suche, die neue Inserate von allen angeschlossenen Portalen per Mail schickt. Dazu Lohnrechner und Bewerbungs-Ratgeber.

    7. jobagent.ch

    Meta-Suche über die Schweizer Jobbörsen, «Alle Jobs der Schweiz auf einen Blick». Stärke ist das Job-Abo: eine gespeicherte Suche, die neue Inserate von allen angeschlossenen Portalen per Mail schickt. Dazu Lohnrechner und Bewerbungs-Ratgeber.

    jobagent.ch →

  8. SwissDevJobs: Nur IT und Software, dafür konsequent: «183 IT & Software developer jobs in Switzerland», gefiltert nach Technologie (C#, Java, Python, DevOps, ML) statt nach Branche. Publiziert Lohnstatistiken und führt die Firmen auf, die ihre Bandbreiten offenlegen. Die Seite ist auf Englisch.

    8. SwissDevJobs

    Nur IT und Software, dafür konsequent: «183 IT & Software developer jobs in Switzerland», gefiltert nach Technologie (C#, Java, Python, DevOps, ML) statt nach Branche. Publiziert Lohnstatistiken und führt die Firmen auf, die ihre Bandbreiten offenlegen. Die Seite ist auf Englisch.

    SwissDevJobs →

Die Frage wird meistens gestellt, als müsste man sich entscheiden. Muss man nicht. Interessant ist etwas anderes: Der Unterschied zwischen den beiden liegt fast nirgends dort, wo man ihn vermutet — nicht bei der Suchmaske, nicht bei der Grösse und, wie sich beim Nachzählen zeigt, nicht einmal bei der regionalen Abdeckung. Er liegt beim Konto und bei dem, was hinter dem Login liegt.

Alles, was hier steht, wurde am 24. August 2026 nachgezählt oder nachgelesen: Job-Room über dessen öffentliche Suche, jobs.ch über die eigene Startseite, die Pflichten und Fristen in AVIG, AVIV und bei arbeit.swiss, Zürich, Genf und Tessin.

Wie viele Inserate die beiden Portale öffentlich zeigen
Wie viele Inserate die beiden Portale öffentlich zeigenJob-Room (öffentlich)75176jobs.ch41026

Job-Room: Trefferzahl der öffentlichen Suche ohne Filter, anonym abgefragt am 24. August 2026 (75 176). jobs.ch: Summe der Regionenzahlen auf der eigenen Startseite am selben Tag — Deutschschweiz 36 415, Westschweiz 4 230, Tessin 282, Ausland 99. Meldepflichtige Inserate in der Sperrfrist sind in der Job-Room-Zahl nicht enthalten, weil sie ausgeloggt nicht sichtbar sind.

  • Suchen kann jede und jeder, ohne Konto und ohne Arbeitslosigkeit. Job-Room ist kein Portal nur für RAV-Angemeldete — die öffentliche Suche steht offen, auch wenn du eine Stelle hast oder aus dem Ausland schaust.
  • Der geschützte Bereich ist der eigentliche Unterschied. Job-Room selbst schreibt an einem gesperrten Inserat: «Diese Stelle ist meldepflichtig und nur im geschützten Bereich für registrierte Stellensuchende in eingeloggtem Zustand sichtbar.» In allen Stichproben, die wir am 24. August 2026 anonym gezogen haben, trug kein einziges sichtbares Inserat diese Markierung — logisch, denn genau die sieht man ausgeloggt nicht.
  • Den Nachweis der Arbeitsbemühungen nimmt keine Jobbörse entgegen. Er geht an das RAV, entweder über den eService in Job-Room oder auf dem amtlichen Formular der ALV, und zwar «spätestens am fünften Tag des folgenden Monats oder am ersten auf diesen Tag folgenden Werktag» (Art. 26 Abs. 2 AVIV). Verstreicht die Frist ohne entschuldbaren Grund, werden die Bemühungen nicht mehr berücksichtigt.
  • Den Takt gibt der Kanton vor, nicht das Portal. Zürich nennt «10-12 Arbeitsbemühungen pro Monat, falls nicht anders mit Ihrer RAV-Personalberatung vereinbart», das Tessin für die Kündigungsfrist «almeno tre candidature alla settimana», Genf auf der Formularseite keine Zahl, dafür das Abgabefenster vom 30. des laufenden bis zum 5. des Folgemonats. Auf welcher Börse du die Inserate findest, spielt dabei keine Rolle.
  • Für Arbeitgebende ist Job-Room gratis, jobs.ch nicht. arbeit.swiss führt die «Publikation Ihrer Stellenvakanz im Job-Room» ausdrücklich unter den kostenlosen RAV-Dienstleistungen; das Basic-Paket bei JobCloud kostet CHF 650 pro Inserat für 31 Tage online. Das erklärt einen guten Teil davon, wer wo inseriert.
  • Die Regionen sind auf beiden Portalen fast gleich verteilt. Von den öffentlich sichtbaren Job-Room-Inseraten lagen 86,6 Prozent in deutschsprachigen Kantonen, 10,1 Prozent in französischsprachigen und 0,5 Prozent im Tessin. jobs.ch weist auf der eigenen Startseite 88,8 / 10,3 / 0,7 Prozent aus. Wer in der Romandie oder im Tessin sucht, löst das Problem also nicht durch die Wahl zwischen diesen beiden.

Funktionsvergleich

FunktionSwissJobs.appJob-Room
Schweizer StellenJaJa
Alle 26 KantoneJanicht ausgewiesen
Suche ohne KontoJanicht ausgewiesen
Job-Alarm per E-MailJanicht ausgewiesen
KI-Abgleich mit deinem ProfilJaNein
Aus dem Inserat direkt einen CV erzeugenJaNein
Motivationsschreiben zum InseratJaNein
CV-Check gegen dieses InseratJaNein
BewerbungstrackerJaNein
RAV-Formular Arbeitsbemühungen (SECO)JaNein
Stellen mit wenigen Bewerbern sichtbarJanicht ausgewiesen
Kostenlos nutzbarJanicht ausgewiesen
Sprachen der OberflächeDE / EN / FR / ITnicht ausgewiesen
In der Schweiz gebautJanicht ausgewiesen

Stand 4. September 2026. «nicht ausgewiesen» heisst: auf der Anbieterseite nicht lesbar — nicht «gibt es nicht». Unsere Angaben stammen aus dem Code (lib/stripe/trialConfig.ts) und dem live durchlaufenen Ablauf, nicht aus Marketingtexten.

Preise nebeneinander

Was du zahlstSwissJobs.appJob-Room
StellensucheDie Suche ist bei uns nicht Teil des Abos. Bezahlt werden die Werkzeuge danach.Gratis — Suche, Filter, Job-Alarm und Bewerbungs-Tracker kosten nichtsGratis für Stellensuchende
MonatspreisCHF 15 — alle sechs Werkzeuge, ein Abonicht ausgewiesen
JahrespreisCHF 95 im Jahr (= CHF 7.92 im Monat) — dieselben sechs Werkzeugenicht ausgewiesen
Gratis testenUnsere sieben Tage sind der volle Funktionsumfang, nicht eine eingeschränkte Vorschau.7 Tage voller Zugang, monatlich kündbarnicht ausgewiesen
Was ohne Zahlung gehtWir schreiben die Grenze hin, weil das die Zahl ist, die ein Vergleich sonst weglässt.Werkzeuge ohne Konto öffnen; Gratiskonto: 5 Dokumente/Tag, 10 pro rollender Wochenicht ausgewiesen
WährungCHFnicht ausgewiesen
AbrechnungAchte bei jedem Anbieter auf Vier-Wochen-Perioden: das sind 13 Abbuchungen im Jahr statt 12.Kalendermonat, jederzeit kündbarnicht ausgewiesen

Stand 4. September 2026. «nicht ausgewiesen» heisst: auf der Anbieterseite nicht lesbar — nicht «gibt es nicht». Unsere Angaben stammen aus dem Code (lib/stripe/trialConfig.ts) und dem live durchlaufenen Ablauf, nicht aus Marketingtexten.

Der Unterschied ist nicht die Suche, sondern das Konto

Die häufigste Fehlannahme lautet, Job-Room sei ein Amtsportal, das man nur mit RAV-Dossier betreten darf. Das stimmt nicht. Die Suche ist offen: Man tippt einen Beruf ein, filtert nach Kanton und Pensum und bekommt Treffer, ohne sich anzumelden — genau so sind alle Zahlen in diesem Text entstanden. Wer eine Stelle hat und sich still umschaut, wer aus Deutschland oder Frankreich in die Schweiz schaut, wer als Grenzgängerin sucht: alle können das Portal wie jede andere Jobbörse benutzen.

Was das Konto dazugibt, listet arbeit.swiss abschliessend auf: «Bestimmte eServices und Funktionen im Job-Room stehen ausschliesslich Stellensuchenden zur Verfügung, die beim RAV angemeldet und für Job-Room registriert sind.» Genannt werden die Online-Einreichung des Formulars «Nachweis der persönlichen Arbeitsbemühungen», die Online-Einreichung des Formulars «Angaben der versicherten Person», das Hochladen von Bewerbungsunterlagen, das Einrichten eines Job-Alerts und das Erstellen von Stellenmerklisten.

Zwei dieser fünf Punkte kann jede private Jobbörse auch — Alerts und Merklisten gehören seit Jahren zum Standard. Die anderen drei kann keine, und zwar nicht aus technischen, sondern aus rechtlichen Gründen: Es sind Formulare der Arbeitslosenversicherung, keine Produktfunktionen. Das ist die ganze Trennlinie, und sie ist schärfer, als sie aussieht.

Der geschützte Bereich: fünf Arbeitstage, die man ausgeloggt nicht sieht

Der bekannteste Vorteil von Job-Room ist zugleich der am schlechtesten verstandene. arbeit.swiss formuliert ihn so: «Offene Stellen, die Arbeitgeber im Rahmen der Stellenmeldepflicht melden, sind während der ersten fünf Arbeitstage nach der Publikation ausschliesslich für beim RAV angemeldete und im Job-Room registrierte Stellensuchende sichtbar. Erst danach können diese Stellen auch auf anderen Stellenportalen veröffentlicht werden.»

Das Portal selbst wird noch deutlicher. An einem gesperrten Inserat steht wörtlich: «Diese Stelle ist meldepflichtig und nur im geschützten Bereich für registrierte Stellensuchende in eingeloggtem Zustand sichtbar.» Und in der Job-Alert-Erklärung: «Meldepflichtige Stellen sind nur im geschützten Bereich für registrierte Stellensuchende in eingeloggtem Zustand sichtbar.»

Praktisch heisst das: Die Inserate, für die sich das Login lohnt, sieht man ohne Login gar nicht. Man kann sich also nicht ausgeloggt anschauen, wie gross dieser Vorsprung wäre — das ist keine Marketingzurückhaltung, sondern die Bauweise. Unsere anonymen Stichproben vom 24. August 2026 bestätigen das indirekt: Kein einziges der abgerufenen sichtbaren Inserate war als meldepflichtig markiert.

Wer aus dem Ausland kommt, kennt in der Regel eine staatliche Jobbörse, aber nicht diese Konstruktion. Der Vorsprung ist eine schweizerische Eigenheit und ergibt sich aus der Stellenmeldepflicht, nicht aus der Arbeitslosenversicherung. Er gilt nur für die Berufsarten, für die die Meldepflicht in diesem Jahr überhaupt greift — für alle übrigen Inserate gibt es keinen geschützten Bereich, und dort ist Job-Room schlicht eine Jobbörse unter anderen.

Was nur das RAV entgegennimmt

Hier liegt der Punkt, an dem eine Verwechslung teuer wird. Art. 17 Abs. 1 AVIG sagt, wer Versicherungsleistungen beansprucht, müsse «alles Zumutbare unternehmen, um Arbeitslosigkeit zu vermeiden oder zu verkürzen», und ausdrücklich: «Er muss seine Bemühungen nachweisen können.» Art. 26 Abs. 1 AVIV konkretisiert die Form — «in der Regel in Form einer ordentlichen Bewerbung» — und Abs. 2 die Frist.

Diese Frist ist die harte Kante des ganzen Systems: «Sie muss den Nachweis der Arbeitsbemühungen für jede Kontrollperiode spätestens am fünften Tag des folgenden Monats oder am ersten auf diesen Tag folgenden Werktag einreichen. Die Arbeitsbemühungen werden nicht mehr berücksichtigt, wenn sie die Frist verstreichen lässt und keinen entschuldbaren Grund geltend macht.» Nicht «gelten weniger», sondern «werden nicht mehr berücksichtigt».

Entgegen nimmt diesen Nachweis nur die zuständige Amtsstelle — nach Abs. 3 überprüft sie ihn monatlich. arbeit.swiss beschreibt dafür zwei Wege: den eService in Job-Room oder das amtliche Formular. Ein Konto bei einer privaten Jobbörse ist keiner von beiden, und keine Bewerbungsliste, kein Tracker und keine Exportfunktion irgendeines Anbieters ändert daran etwas.

Das ist der einzige Punkt dieser Gegenüberstellung, bei dem ein Irrtum echten Schaden anrichtet. Eine schlecht gewählte Jobbörse kostet Zeit. Ein nicht eingereichter Nachweis kann Einstelltage kosten — arbeit.swiss nennt unter den Aufgaben des RAV ausdrücklich «die Einstellung der Anspruchsberechtigung, wenn Pflichten nicht eingehalten werden (zum Beispiel bei ungenügenden Arbeitsbemühungen)». Im Zweifel gilt das, was dein RAV dir sagt, nicht das, was ein Werkzeug anzeigt.

Was die privaten Portale können, was Job-Room nicht kann

Bis hierhin liest sich der Vergleich einseitig, und das wäre falsch. Job-Room ist ein Vermittlungsportal mit angehängten Formularen. Was es nicht ist, ist ein Rechercheinstrument über Arbeitgebende — und genau darin liegt die Stärke der bezahlten Portale.

jobs.ch führt am 24. August 2026 auf der eigenen Startseite einen Lohnrechner, Firmenprofile mit Arbeitgeberbewertungen, eine App und einen Talentpool, in den man sich mit einem Profil einträgt: «Wir gleichen Stellenangebote mit deinem Profil ab. Sobald es eine Übereinstimmung gibt, setzen wir uns mit dir in Verbindung.» jobup.ch bietet für die Romandie dasselbe Muster mit «estimateur de salaire» und «recherche d’entreprises».

Nichts davon existiert auf Job-Room, und nichts davon lässt sich mit dem Argument «dafür ist es amtlich» wegdiskutieren. Wer wissen will, was in diesem Beruf und dieser Region bezahlt wird, wie ehemalige Mitarbeitende über den Betrieb schreiben oder welche Firmen im Umkreis überhaupt in Frage kommen, findet das auf den kommerziellen Portalen und auf dem Amtsportal nicht.

Ein Gegenstück gibt es allerdings: Auch Job-Room kann dich sichtbar machen, statt dich nur suchen zu lassen. Der Kanton Zürich beschreibt es so — dein Profil kann «anonym auf Job-Room aufgeschaltet werden. Arbeitgeber und /oder Stellenvermittlungen sehen Ihr Berufsprofil und können Ihnen passende Stellen vorschlagen.» Das ist dieselbe Idee wie ein Talentpool, nur mit dem RAV als Betreiber.

Warum auf Job-Room andere Arbeitgebende stehen: CHF 0 gegen CHF 650

Der Grund für die unterschiedlichen Inseratebestände ist banal und selten ausgesprochen: der Preis. arbeit.swiss listet für Arbeitgebende unter «Das RAV bietet Ihnen kostenlos die folgenden Dienstleistungen an» unter anderem die «Publikation Ihrer Stellenvakanz im Job-Room», dazu persönliche Beratung, Vorselektion von Bewerbenden nach eigenen Kriterien und die Kontaktaufnahme mit registrierten Stellensuchenden.

Auf der anderen Seite steht die Preisliste von JobCloud, dem Betreiber von jobs.ch und jobup.ch: Basic CHF 650 pro Inserat für 31 Tage online, Advanced CHF 890, Ultimate CHF 1090 für 45 Tage, Ultimate Plus CHF 1490 für 60 Tage. Für die Romandie liegen die Stufen bei CHF 650 bis CHF 1250.

Diese Differenz filtert die Arbeitgebenden. Wer eine einzelne Stelle in einem kleinen Betrieb besetzt, für den ist CHF 650 eine Entscheidung; wer laufend rekrutiert und dabei Arbeitgebermarke betreiben will, für den ist es eine Position im Budget. Deshalb findet man auf Job-Room verhältnismässig mehr kleine und regionale Arbeitgebende und Personalvermittlungen — Job-Room markiert Letztere in der Trefferliste sogar eigens als «Stelle über ein privates Stellenvermittlungsbüro gemeldet» — und auf den kostenpflichtigen Portalen verhältnismässig mehr Inserate mit Firmenprofil, Logo und Bewertungen.

Umgekehrt heisst das: Die kostenlose Publikation ist auch der Grund, warum Job-Room grösser ist, als die meisten schätzen. Die öffentliche Suche zeigte am 24. August 2026 rund 1,8-mal so viele Inserate wie jobs.ch nach dessen eigenen Regionenzahlen. arbeit.swiss nennt Job-Room «die grösste Stellenbörse der Schweiz» — an diesem Tag und an diesem Massstab hält die Aussage stand.

Die Regionenfrage — und die Überraschung dabei

Die naheliegende Erwartung lautet: Ein Bundesportal deckt die Sprachregionen gleichmässiger ab als ein kommerzielles, oder umgekehrt ein kommerzielles besser die Romandie. Beides trifft nicht zu. Von den öffentlich sichtbaren Job-Room-Inseraten lagen am 24. August 2026 86,6 Prozent in deutschsprachigen Kantonen, 10,1 Prozent in französischsprachigen und 0,5 Prozent im Tessin; 2,7 Prozent trugen keine Kantonszuordnung.

jobs.ch weist auf der eigenen Startseite am selben Tag 88,8 Prozent Deutschschweiz, 10,3 Prozent Westschweiz und 0,7 Prozent Tessin aus. Die beiden Verteilungen liegen also innerhalb weniger Zehntelprozentpunkte beieinander. Für die Ausgangsfrage folgt daraus etwas Nützliches: Wer in Genf, Lausanne oder Lugano sucht, verbessert seine Lage nicht dadurch, dass er zwischen diesen beiden wechselt.

Zum Vergleich unser eigener Inseratebestand, bei dem sich ein Kanton aus dem Ortstext erkennen liess: 73,5 Prozent deutschsprachige, 24,8 Prozent französischsprachige Kantone, 1,7 Prozent Tessin. Der Unterschied kommt daher, dass wir auch Inserate erfassen, die nur auf der Website des Arbeitgebers oder auf internationalen Kanälen stehen — 54,3 Prozent der Bewerbungswege führen bei uns direkt auf eine Arbeitgeberseite. Es ist derselbe Markt, anders eingesammelt.

Was du wofür brauchst — ein Satz pro Fall

Du bist beim RAV angemeldet: Du brauchst Job-Room, und zwar eingeloggt. Der geschützte Bereich und der eService für den Nachweis der Arbeitsbemühungen sind der Grund; eine private Börse ist daneben nützlich, aber sie ersetzt weder das eine noch das andere.

Du bist gekündigt, aber noch in der Kündigungsfrist: Melde dich früh beim RAV an — arbeit.swiss verlangt die Anmeldung «spätestens am ersten Tag, für den Sie Leistungen der Arbeitslosenversicherung beanspruchen» — und suche in der Zwischenzeit überall, wo du willst. Belege jede Bemühung von Anfang an, denn sie zählen bereits.

Du hast eine Stelle und schaust dich um: Die öffentliche Job-Room-Suche steht dir offen und kostet nichts, hat aber weder Firmenprofile noch Lohnrechner noch Bewertungen. Für eine stille Suche mit Vergleichsmaterial sind die privaten Portale die bequemere Wahl, und Job-Room ist die Ergänzung, die dir Inserate zeigt, die dort nicht erscheinen.

Du suchst aus dem Ausland oder als Grenzgängerin: Die öffentliche Suche kannst du benutzen, die eServices nicht — sie hängen an der RAV-Anmeldung, und die Anspruchsberechtigung setzt Wohnsitz in der Schweiz voraus (Art. 8 Abs. 1 Bst. c AVIG). Behandle Job-Room in diesem Fall als eine weitere, kostenlose Jobbörse mit einem grossen Bestand.

Und der Satz, den die öffentliche Arbeitsvermittlung selbst über sich schreibt, gilt für beide Seiten dieses Vergleichs: «Die Beratungs- und Vermittlungstätigkeit des RAV unterstützt Sie, ersetzt aber nicht Ihre eigene Stellensuche.» Kein Portal, öffentlich oder privat, nimmt dir diesen Teil ab. Prüfe die hier genannten Zahlen und Fristen im Zweifel bei deinem RAV nach; Stand dieser Seite ist der 24. August 2026.

Job-Room und die Arbeitsbemühungen: die monatliche Pflicht dahinter

Wer beim RAV gemeldet ist, nutzt den Job-Room nicht freiwillig als eine Jobbörse unter vielen — er hängt an einer Pflicht. Jeden Monat verlangt die Arbeitslosenversicherung den Nachweis der persönlichen Arbeitsbemühungen, einzureichen bis spätestens am fünften Tag des Folgemonats. Die Beraterin schaut dabei nicht, wo eine Bewerbung herkam: Eine Bewerbung über eine private Jobbörse zählt genauso wie eine über den Job-Room, solange sie auf dem Formular steht.

Praktisch heisst das: Die Wahl der Jobbörse ist frei, die Buchführung nicht. Wer seine Bewerbungen über mehrere Portale verteilt, braucht eine Stelle, an der alle zusammenlaufen — sonst beginnt am Monatsende die Suche nach Firmennamen, Daten und Kontaktpersonen quer durch den E-Mail-Verlauf. Ein Bewerbungs-Tracker, der das offizielle Formular direkt ausfüllt, löst genau dieses Problem.

Typische Job-Room-Hürden: Konto, Login, Sichtbarkeit

Drei Stolpersteine tauchen bei Job-Room-Nutzern immer wieder auf. Erstens das Konto: Der Login läuft über das zentrale Benutzerkonto des Bundes, und wer sein Passwort dort zurücksetzt, wartet auf einen Brief statt auf eine E-Mail — bei einer laufenden Kontrollperiode kann das eng werden. Zweitens die Sichtbarkeit des eigenen Dossiers: Ob Arbeitgeber und private Personalvermittler das Profil sehen dürfen, ist eine eigene Einstellung, die viele nie bewusst gesetzt haben. Drittens die Inserate selbst: Meldepflichtige Stellen erscheinen im Job-Room mit Vorsprung, bevor sie öffentlich werden — dieser Vorsprung ist der eine echte Vorteil, den keine private Jobbörse kopieren kann.

Umgekehrt gilt: Was der Job-Room nicht kann — Filter nach Arbeitsmodell, Hinweise zur Konkurrenz auf eine Stelle, automatische Bewerbungsunterlagen — dafür sind private Werkzeuge da. Die robuste Strategie kombiniert beide, statt sich für eines zu entscheiden.

Zahlen zu Job-Room aus der öffentlichen Suche des Portals, anonym und ohne Konto abgefragt am 24. August 2026: Gesamttreffer ohne Filter sowie Treffer je Kanton, daraus die Anteile der Sprachregionen. Zahlen zu jobs.ch von dessen Startseite am selben Tag. Eigene Anteile aus dem am 24. August 2026 auf SwissJobs.app offenen Bestand; die Kantonszuordnung stammt aus dem Ortstext des Inserats und blieb bei rund einem Drittel offen, weshalb die Regionenanteile auf den zugeordneten Inseraten beruhen. Rechtsstand AVIG und AVIV in der am 1. Januar 2026 in Kraft stehenden Fassung. Kantonale Angaben von zh.ch, ge.ch und ti.ch, abgerufen am 24. August 2026. Preise von JobCloud, abgerufen am 24. August 2026.

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Quellen

Verwandte Fragen

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Was unser Stellenindex über den Schweizer Markt sagt

Live aus unserem eigenen Index berechnet, nicht aus einer Studie zitiert. Nur Anteile, Stand heute.

Sprache der Inserate

Deutsch
60%
English
23%
Français
13%
Italiano
3%

Von den Inseraten mit Sprachanforderung verlangen

Deutsch
70%
English
43%
Français
21%
Italiano
3%

19% in den letzten 7 Tagen ausgeschrieben · Grösste Märkte: Zürich 18% · Bern 10% · Genève 5% · Basel 5%