Was bedeutet ein ATS-Score von 80% — und wie ernst ist er zu nehmen?
Aktualisiert:
Kurz gesagt
Ein ATS-Score von 80 % ist die Note eines Prüf-Tools, nicht die des Arbeitgebers. Kein Anbieter sieht in die Software, die Ihre Bewerbung wirklich liest. Jobscan, das den Wert bekannt gemacht hat, empfiehlt auf der eigenen Seite 75 % und schreibt dazu, über 75 % sei oft nur mit Keyword-Stopfen erreichbar. 80 % liegt also bereits über der Herstellerempfehlung. Wichtig ist nicht die Zahl, sondern welche 20 % fehlen: Bewilligung, Sprachniveau oder Abschluss sind in einem Schweizer Inserat keine Prozente, sondern Ja oder Nein.
Die Zahl ist ausserdem keine Eigenschaft Ihres Lebenslaufs, sondern eines Paares: Lebenslauf plus ein bestimmtes Inserat. Dasselbe Dossier bekommt bei zwei Arbeitgebern für dieselbe Stelle zwei verschiedene Werte, und der Unterschied sagt mehr über die Schreibweise der beiden Inserate als über Sie. Wir haben das am 4. September 2026 an 383 offenen Schweizer Inseraten nachgerechnet — je ein Inserat pro Arbeitgeber, Lehrstellen ausgenommen — und die Zahlen stehen weiter unten in der Tabelle.
Wer eine 80 sieht, sollte deshalb drei Dinge nachschauen, bevor er etwas ändert: aus wie vielen Kriterien der Wert gemittelt wurde, ob überhaupt ein Inserat eingelesen wurde, und welche Einzelkriterien tief liegen. Ein Mittelwert aus sieben Dimensionen kann eine 93 und eine 2 enthalten und trotzdem 80 anzeigen. Genau deshalb zeigen wir bei jeder Prüfung die Einzelwerte und stellen Bewilligung, Sprachen und Foto ausdrücklich neben die Prozentzahl statt hinein.
Median über 383 offene Schweizer Inserate, je eines pro Arbeitgeber, Lehrstellen ausgenommen, 4. September 2026. Je höher der Wert, desto weniger kann eine Häufigkeitszählung entscheiden, welcher Begriff wichtig ist.
- Jobscan empfiehlt auf der eigenen Seite eine Match Rate von 75 % und schreibt, viele Nutzerinnen und Nutzer hätten schon mit 65 % Erfolg (abgerufen am 4. September 2026).
- Derselbe Anbieter warnt, über 75 % zu kommen sei womöglich nur durch Vollstopfen mit Stichwörtern möglich — 80 % liegt in dieser Zone.
- Wortzahl und messbare Resultate fliessen laut Jobscan ausdrücklich nicht in die Match Rate ein.
- Von den Schweizer Inseraten, deren Bewerbungsziel einem bekannten System zuzuordnen ist, entfallen auf die von Jobscan genannten Systeme Greenhouse und Lever zusammen rund 12 %; die beiden grössten sind Workday mit 28,8 % und ein Schweizer Produkt mit 21,6 %.
- In 383 offenen Schweizer Inseraten, je einem pro Arbeitgeber, überlappen zwei Inserate desselben Berufs im Median zu 15 % (deutsch) bis 40 % (englisch) — zwei Inserate verschiedener Berufe zu 10 % bis 30 %.
- Im mittleren deutschsprachigen Inserat kommen 90,8 % aller Fachbegriffe genau einmal vor; eine Häufigkeitsrangliste kann darunter kaum unterscheiden.
- Bei uns ist der Gesamtwert das gleich gewichtete Mittel aus sieben Dimensionen, und 80 % ist die Untergrenze des Labels «Starke Passung» — Bewilligung, Sprachen und Foto stehen ausserhalb dieser Zahl.
- Der Gratis-Check von cvswiss.ch verlangt kein Konto, liest aber kein Inserat: auf der Startseite trägt der Muster-Lebenslauf «ATS Score: 95%», ohne dass ein Inserat vorkommt.
Wen wählen?
Ein Score ist nur so nützlich wie das, was darunter aufgeschlüsselt wird. Diese fünf Punkte sind der Unterschied zwischen einer Zahl und einer Diagnose.
Nimm eines reinen Keyword-Scanners, wenn
eines reinen Keyword-Scanners — volle Kontrolle über das Layout, offline, ohne Konto, und jede Personalabteilung kann die Datei öffnen.
Nimm SwissJobs.app, wenn
Das Inserat liegt schon vor — Wir sind gleichzeitig Stellenportal und Bewerbungswerkzeug: Sie wählen das Inserat aus, das Sie ohnehin gerade lesen, und die Prüfung läuft gegen genau diesen Text. Jedes reine Prüf-Tool verlangt, dass Sie den Inseratstext zuerst woanders suchen und hineinkopieren.
Die Prozentzahl wird aufgeschlüsselt, nicht behauptet — Der Gesamtwert ist das gleich gewichtete Mittel aus sieben Dimensionen — ATS & Keyword-Match, Fachkenntnisse, Soft Skills, Motivation, Persönlichkeit & Umfeld-Fit, Alleinstellungsmerkmal und wichtigste Ergebnisse — und jede davon steht mit eigenem Wert und eigener Begründung daneben.
Bewilligung, Sprachen und Foto stehen ausserhalb der Zahl — Diese drei sind ein eigenes Schweizer Gate mit den Noten «vorhanden», «teilweise» und «fehlt». Das ist Absicht: eine fehlende Bewilligungszeile ist kein Prozentabzug, sondern eine offene Frage, die ein Mittelwert wegrechnen würde.
Vier Werkzeuge zum selben Inserat — Prüfung, massgeschneiderter Lebenslauf, Motivationsschreiben und Interviewvorbereitung greifen auf denselben Inseratstext zu — Sie fügen ihn ein einziges Mal aus, nämlich gar nicht.
Schweizer Ausgabe ohne Wasserzeichen — PDF und Word ohne Wasserzeichen, das RAV-Formular für die Arbeitsbemühungen aus den erfassten Bewerbungen, vier Sprachen mit eigenen Seiten — und die erste Prüfung läuft ohne Konto.
Woher die Zahl kommt: vier Prüf-Tools, Stand 4. September 2026
| Kriterium | SwissJobs.app | Jobscan | Resume Worded | cvswiss.ch ATS-Check |
|---|---|---|---|---|
| Wie die Zahl heisst | Overall fit, 0–100 % | Match Rate in % | Resume Score von 100, dazu separat ein Relevancy Score | CV Score |
| Wird ein konkretes Inserat gelesen?Der Gratis-Check von cvswiss.ch nimmt eine Datei entgegen und sonst nichts. Eine Zahl ohne Inserat kann keine Aussage über eine bestimmte Stelle sein — sie misst allgemeine Lesbarkeit. | Ja | Ja, Text einfügen | Nur im Zusatzprodukt «Targeted Resume» | Nein — nur der Lebenslauf |
| Woher der Inseratstext kommt | Aus dem eigenen Schweizer Stellenverzeichnis | Kopieren und einfügen | Kopieren und einfügen | entfällt |
| Woraus die Zahl gerechnet wird | Mittel aus 7 gleich gewichteten Dimensionen | Fünf Prioritäten in fester Reihenfolge | «30+ checks» | nicht ausgewiesen |
| Rechenregel öffentlich? | Ja, jede Dimension einzeln ausgewiesen | Reihenfolge ja, Gewichte nein | Anzahl ja, Liste nein | nicht ausgewiesen |
| Was ausdrücklich nicht einfliesstJobscan schreibt es selbst: «Resume word count and measurable results are not factored into the match rate.» Für die Schweiz heisst das auch, dass der EFZ-Abschluss in der Kategorie Bildungsniveau nur zählt, wenn das Inserat einen höheren Abschluss verlangt. | — | Wortzahl und messbare Resultate | nicht ausgewiesen | nicht ausgewiesen |
| Vom Anbieter empfohlener Zielwert | Kein Zielwert; ab 80 % lautet das Label «Starke Passung» | 75 %, oft reichen 65 % | 90+ | nicht ausgewiesen |
| Warnung vor ÜberoptimierungJobscan: «it might not be possible to score above 75% without overstuffing your resume with keywords.» | — | Ja, ausdrücklich | Nein | Nein |
| Gibt derselbe Lebenslauf immer dieselbe Zahl? | Nein — sie hängt am gewählten Inserat | Nein — sie hängt am eingefügten Inserat | Ja, wird als Vorteil beworben | Ja |
| Bewilligungszeile (B / C / L / EU-EFTA) | Ja, im Schweizer Gate | nicht unter den fünf Prioritäten | nicht ausgewiesen | nicht ausgewiesen |
| Sprachniveaus A1–C2 | Ja, im Schweizer Gate | nicht unter den fünf Prioritäten | nicht ausgewiesen | nicht ausgewiesen |
| Foto nach Schweizer Konvention | Ja, wird nicht abgestraft | nicht unter den fünf Prioritäten | nicht ausgewiesen | nicht ausgewiesen |
| Pensum in Prozent als Anforderung gelesen | Ja | nicht unter den fünf Prioritäten | nicht ausgewiesen | es wird kein Inserat gelesen |
| ATS-Lesbarkeit als eigene Liste | 9 feste Elemente, je «vorhanden / teilweise / fehlt» | Ja | Ja | Ja |
| Oberfläche auf Deutsch | Ja, eigene Seite | Nein — Seite auf Englisch abgerufen | Nein — Seite auf Englisch abgerufen | Ja |
| Nimmt einen deutschsprachigen Lebenslauf anÜber dem Upload-Feld von Resume Worded steht: «English resumes in PDF or DOCX only. Max 2MB file size.» | Ja, Bewertung in derselben Sprache | nicht ausgewiesen | Nein | Ja |
| Prüfung ohne Konto | Erste Prüfung ja | Gratiskonto mit 5 Scans pro Monat | nicht ausgewiesen | Ja |
| Motivationsschreiben zum selben Inserat | Ja | Ja | Ja | Ja |
| Massgeschneiderter Lebenslauf in einem Zug | Ja, aus dem Inseratstext | Ja, «AI Optimize» | Ja, «AutoFix» | Ja |
| Bewerbungs-Tracker | Ja | Ja | nicht ausgewiesen | nicht ausgewiesen |
| RAV-Arbeitsbemühungen als SECO-Formular | Ja, aus den erfassten Bewerbungen gefüllt | Nein | Nein | Ja, als Export |
| Eigenes Schweizer Stellenverzeichnis | Ja | Nein | Nein | Nein |
| Wo die Daten liegen | EU, Frankfurt | nicht ausgewiesen | nicht ausgewiesen | Schweiz, eigene Angabe |
Jede Zelle stammt von der öffentlichen Seite des jeweiligen Anbieters, abgerufen am 4. September 2026, oder für die erste Spalte aus dem laufenden Produkt. Wo eine Angabe auf der Anbieterseite nicht steht, steht «nicht ausgewiesen» — nie ein geratenes Nein.
Was die Zahl kostet, Stand 4. September 2026
| Position | SwissJobs.app | Jobscan | Resume Worded | cvswiss.ch |
|---|---|---|---|---|
| Monatlich | CHF 15 | USD 49.95 (rund CHF 40) | nicht ausgewiesen | CHF 15 |
| Jährlich | CHF 95, das sind CHF 7.92 pro Monat | nicht angeboten | nicht ausgewiesen | nicht angeboten |
| QuartalDer beworbene Monatspreis von Jobscan ist der Quartalspreis geteilt durch drei; abgebucht werden USD 89.95 auf einmal. | — | USD 89.95 für drei Monate, ausgewiesen als USD 29.98 pro Monat (rund CHF 24) | nicht ausgewiesen | — |
| Einzeldokument | — | — | — | CHF 5 einmalig |
| Gratis-Testphase | 7 Tage voller Zugang | 7 Tage, danach läuft das gewählte Abo weiter | nicht ausgewiesen | 7 Tage Geld-zurück-Versprechen |
| Was ohne Bezahlung gehtUnsere Grenze steht hier ausdrücklich, weil das die Zahl ist, die Vergleiche üblicherweise weglassen: das Gratiskonto endet bei 5 Dokumenten am Tag und 10 in der rollenden Woche. | Erste Prüfung ohne Konto; Gratiskonto: 5 Dokumente pro Tag, 10 pro rollender Woche | 5 Scans pro Monat | Score gratis, die Korrekturen liegen im Pro-Tarif | ATS-Check gratis ohne Konto; Download nur mit Wasserzeichen |
| WährungBei einem Preis in USD kommt die Kursmarge Ihrer Karte dazu; die Umrechnungen hier verwenden den EZB-Referenzkurs vom 3. September 2026. | CHF | USD | USD | CHF |
| Abrechnung | Monatlich oder jährlich, jederzeit kündbar | Monatlich oder alle drei Monate | nicht ausgewiesen | Monatlich, Kündigung in einem Klick |
Wie ähnlich sind sich zwei Schweizer Inserate für dieselbe Stelle? 383 Inserate, 4. September 2026
| Sprache des Inserats | Inserate | Median-Länge in Wörtern | Begriffe, die genau einmal vorkommen | Überlappung: gleicher Beruf | Überlappung: anderer Beruf |
|---|---|---|---|---|---|
| Deutsch | 111 | 274 | 90,8 % | 15 % | 10 % |
| Französisch | 96 | 367 | 86,4 % | 25 % | 15 % |
| Italienisch | 65 | 341 | 84,1 % | 25 % | 20 % |
| Englisch | 111 | 576 | 79,3 % | 40 % | 30 % |
Gelesen als: von den 20 häufigsten Fachbegriffen eines Inserats kommen im Text eines zweiten Inserats desselben Berufs, aber eines anderen Arbeitgebers, im Median 15 % (deutsch) bis 40 % (englisch) überhaupt vor. Verglichen wurden ganze Inseratstexte, nicht Lebensläufe — die Werte sind also eine Obergrenze.
Wer den Score rechnet — und wer ihn ganz sicher nicht rechnet
Der Arbeitgeber schickt Ihnen keine Prozentzahl. Was ein Bewerbungssystem intern mit Ihrem Dossier tut, ist von aussen nicht sichtbar, und kein Anbieter eines CV-Checks hat Zugang dazu. Jeder «ATS-Score», den Sie im Netz bekommen, ist die Note des Prüf-Tools über sein eigenes Regelwerk. Das ist kein Vorwurf — es ist schlicht die einzige Position, aus der ein Werkzeug etwas messen kann.
Man sieht das an den Regelwerken selbst. Jobscan schreibt auf der eigenen Startseite, die Match Rate beruhe auf fünf Prioritäten in dieser Reihenfolge: harte Fachkenntnisse, Bildungsniveau — und ausdrücklich nur dann, wenn das Inserat einen höheren Abschluss verlangt —, Stellenbezeichnung, Soft Skills, übrige Stichwörter. Danach folgt der Satz, der für Schweizer Dossiers am meisten aussagt: Wortzahl und messbare Resultate fliessen nicht in die Match Rate ein. Wer also einen Lebenslauf hat, dessen Stärke die belegten Ergebnisse sind, sieht davon in der Prozentzahl nichts.
Resume Worded wiederum wirbt damit, dass derselbe Lebenslauf immer dieselbe Punktzahl bekommt. Das ist ehrlich formuliert und es ist ein nützliches Werkzeug für den Vorher-Nachher-Vergleich. Es heisst aber auch, dass diese Zahl über eine bestimmte Stelle definitionsgemäss nichts wissen kann: Was sich nicht ändert, wenn sich das Inserat ändert, misst das Inserat nicht mit.
Und bei cvswiss.ch, dem Schweizer Anbieter in diesem Feld, nimmt der Gratis-Check ausschliesslich die Datei entgegen — auf der Startseite trägt der Muster-Lebenslauf «Marc Dubois» das Etikett «ATS Score: 95%», ohne dass im Beispiel irgendwo ein Inserat vorkäme. Auch das ist logisch: eine Zahl ohne Inserat ist eine Aussage über Lesbarkeit und Form, nicht über Passung.
80 % liegt bereits über der Empfehlung des Herstellers
Die häufigste Fehlannahme ist, mehr sei immer besser. Der Anbieter, der die Kennzahl gross gemacht hat, sieht das anders. In seinem eigenen Fragen-und-Antworten-Block steht als Antwort auf «What is a good ATS score for a resume?»: empfohlen werden 75 %, und viele Laufbahnberaterinnen und Nutzer hätten schon mit 65 % Erfolg. Unmittelbar danach folgt die Warnung, es gebe so etwas wie einen überoptimierten Lebenslauf, und über 75 % zu kommen sei womöglich nur mit Keyword-Stopfen möglich.
Rechnen Sie kurz mit. Wenn ein Werkzeug zwanzig Begriffe aus dem Inserat zieht, springt die Anzeige in Fünferschritten: 15 von 20 sind 75 %, 16 von 20 sind 80 %. Der ganze Unterschied zwischen der Herstellerempfehlung und Ihrer 80 ist damit genau ein Wort. Deshalb lohnt es sich nicht, eine 80 auf eine 85 zu treiben — Sie kaufen zwei Wörter, und Sie bezahlen mit Sätzen, die eine Personalverantwortliche als Aufzählung von Schlagwörtern liest.
Der zweite Grund, warum 80 kein Gütesiegel ist: Die grossen Systeme hinter Schweizer Inseraten sind nicht die, gegen die diese Werte kalibriert wurden. Jobscan nennt als Grundlage «top ATS including iCIMS, Recruiterbox, Lever, Greenhouse and Taleo». Auf unserer eigenen Auswertung derjenigen Schweizer Inserate, deren Bewerbungsziel sich einem bekannten System zuordnen lässt, entfallen auf Greenhouse 8,4 % und auf Lever 3,8 % — zusammen rund 12 %. Die beiden grössten sind Workday mit 28,8 % und ein Schweizer Produkt mit 21,6 %, das in keinem englischsprachigen ATS-Ratgeber vorkommt.
Wir haben nachgerechnet: zwei Inserate für dieselbe Stelle
Wenn ein Score misst, wie gut ein Text zu einem Inseratstext passt, dann lässt sich die Belastbarkeit dieser Idee direkt prüfen — ohne Lebenslauf und ohne Vermutungen. Man nimmt statt eines Dossiers gleich ein ganzes zweites Inserat für denselben Beruf und schaut nach, wie viele der wichtigsten Begriffe des einen im anderen überhaupt vorkommen. Ein vollständiges Inserat ist dabei viel wortreicher als jeder Lebenslauf, das Ergebnis ist also eine grosszügige Obergrenze.
Gemessen am 4. September 2026 an 383 offenen Inseraten, je einem pro Arbeitgeber und ohne Lehrstellen: Bei deutschsprachigen Inseraten liegt die Überlappung für denselben Beruf im Median bei 15 % — über 608 Paare aus je zwei verschiedenen Arbeitgebern. Für zwei Inserate aus völlig verschiedenen Berufen sind es 10 %. Der Abstand zwischen «gleiche Stelle» und «irgendeine Stelle» beträgt also fünf Prozentpunkte. Der weitaus grössere Teil jeder solchen Zahl ist gemeinsame Inseratssprache: «Wir bieten», «selbständige Arbeitsweise», «abwechslungsreiches Umfeld».
Ein konkretes Paar aus der Ziehung: eine Pflegestelle bei einem Berner Spital und eine Pflegestelle bei einem anderen Arbeitgeber im Raum Zürich, gleicher Beruf, gleiche Sprache. Von den zwanzig meistgenannten Fachbegriffen des zweiten Inserats stehen im ersten vier. Das entspricht 20 %. Kein Lebenslauf war beteiligt; das ist der Abstand zwischen zwei Arbeitgebern, die dasselbe suchen.
Zur Vorsicht haben wir dieselbe Rechnung mit einer zweiten, strengeren Regel zur Begriffsauswahl wiederholt, die häufige Allerweltswörter vorher entfernt. Die absoluten Werte fallen dann tiefer aus — im Median 5 % (deutsch) bis 15 % (englisch) —, die Rangfolge zwischen den Sprachen und der Abstand zwischen gleichem und fremdem Beruf bleiben aber gleich. Die Wahrheit liegt zwischen den beiden Regeln, und beide sagen dasselbe: Überlappung zwischen zwei Inseraten ist gering.
Warum Deutsch die härteste Sprache für einen Keyword-Score ist
Zwei Eigenheiten des deutschsprachigen Inserats arbeiten gegen jede Wortzählung. Die erste ist die Komposition. «Betriebselektriker», «Elektroinstallateur» und «Elektromonteur» bezeichnen benachbarte Berufe, teilen aber als ganze Wörter kein einziges Zeichen mit einer Suchliste, die auf «Elektriker» steht. Englisch zerlegt dieselbe Bedeutung in mehrere Wörter, die einzeln treffen — das ist der Hauptgrund, warum die Überlappung in unserer Messung bei englischsprachigen Inseraten mit 40 % fast das Dreifache des deutschen Werts erreicht.
Die zweite ist die Länge. Das mittlere deutschsprachige Inserat in der Ziehung hat 274 Wörter, das englischsprachige 576 — mehr als das Doppelte. Ein kurzer Text bietet weniger Angriffsfläche für eine Trefferzählung, und derselbe Prozentwert wird bei zwei Inseraten desselben Landes über ganz unterschiedlich grosse Nenner gerechnet.
Dazu kommt ein Befund, der die Auswahl der «wichtigsten Begriffe» selbst betrifft: Im mittleren deutschsprachigen Inserat kommen 90,8 % aller Fachbegriffe genau einmal vor. Neun von zehn Begriffen stehen damit bei der Häufigkeit gleichauf, und eine Rangliste nach Häufigkeit entscheidet zwischen «Wirbelsäulenchirurgie» und «gegenseitiger» praktisch zufällig. Bei englischsprachigen Inseraten sind es 79,3 % — immer noch viel, aber deutlich weniger.
Für Leserinnen und Leser aus Deutschland kommt hinzu, dass der Schweizer Lebenslauf ohnehin anders gebaut ist: Ein Foto ist hier üblich statt verpönt, Arbeitszeugnisse gehören ins Dossier, das Pensum wird in Prozent angegeben, und Sprachkenntnisse stehen als Niveau von A1 bis C2 da, nicht als «verhandlungssicher». Die von Jobscan veröffentlichte Prioritätenliste kennt kein solches Feld, und Resume Worded legt seine Prüfpunkte gar nicht offen — eine hohe Zahl von beiden sagt über diese Konventionen also nichts aus.
Die fehlenden 20 % sind die eigentliche Frage
Ein Prozentwert ist ein Mittel, und ein Mittel verdeckt seine Extreme. Bei uns entsteht der Gesamtwert als gleich gewichtetes Mittel aus sieben Dimensionen. Vier Dimensionen bei 100 und drei bei knapp über 50 ergeben 80. Sechs Dimensionen bei 93 und eine bei 2 ergeben ebenfalls 80. Die beiden Dossiers haben denselben Wert und völlig verschiedene Probleme: Im ersten Fall fehlt überall etwas Feinschliff, im zweiten fehlt eine ganze Kategorie — etwa jede Spur von Motivation für genau diese Stelle.
Deshalb ist die nützliche Frage nie «ist 80 gut?», sondern «welche Dimension zieht?». Liegt der Keyword-Wert tief, ist die Antwort Vokabular: Formulieren Sie Ihre Erfahrung in den Worten des Inserats, sofern sie zutreffen. Liegt der Ergebnis-Wert tief, sind es Zahlen: Aus «zuständig für den Einkauf» wird «Einkaufsvolumen von CHF 4 Mio. über sechs Lieferanten verantwortet». Liegt der Wert bei Persönlichkeit und Umfeld tief, ist es die Stufe — ein Dossier für ein kleines Team liest sich anders als eines für einen Konzern.
Und wenn alle sieben Dimensionen ordentlich aussehen und die Zahl trotzdem nur 80 ergibt, dann ist das kein Mangel, sondern die richtige Antwort: Der Lebenslauf passt gut, aber nicht perfekt, weil kein Mensch auf jede Stelle perfekt passt. Ab 80 % steht bei uns das Label «Starke Passung» — 80 ist also die Untergrenze des obersten Bands, nicht dessen Mitte.
Was ein Prozentwert grundsätzlich nicht kann: Ja-oder-Nein-Kriterien
Die schweizerischen Bedingungen, an denen eine Bewerbung tatsächlich scheitert, sind keine Skalen. Eine Aufenthaltsbewilligung haben Sie oder Sie haben sie nicht. Ein eidgenössischer Fachausweis liegt vor oder nicht. Deutsch auf C1 verlangt und B1 vorhanden ist keine 80-Prozent-Erfüllung, sondern in vielen Verfahren das Ende. Ein Mittelwert würde solche Kriterien mit gut erfüllten Punkten verrechnen und damit genau die Information vernichten, wegen der man prüft.
Aus diesem Grund liegen bei uns die drei heikelsten Punkte ausserhalb der Prozentzahl: Bewilligung und Anstellbarkeit, Sprachen mit Niveau, und das Foto nach Schweizer Konvention. Sie werden mit «vorhanden», «teilweise» und «fehlt» bewertet und einzeln angezeigt. Ausserdem läuft eine zweite, feste Liste zur maschinellen Lesbarkeit mit neun Elementen — Kontaktangaben als echter Text, übliche Abschnittstitel, einspaltiges Layout, Stellenbezeichnung, einheitliche Datumsformate, auslesbare Textebene, Länge, Stichwortabdeckung, Foto —, ebenfalls je einzeln benotet statt in eine Zahl gemittelt.
Diese Trennung ist der ganze Punkt der Übung. Eine 80 mit grünem Gate ist ein gutes Dossier, dem Feinschliff fehlt. Eine 80 mit fehlender Bewilligungszeile ist ein Dossier, das eine Rückfrage auslöst, die Sie mit einer Zeile hätten vermeiden können.
Was Sie mit einer 80 konkret tun
Erstens: Prüfen Sie, ob überhaupt ein Inserat beteiligt war. Wenn das Werkzeug nur Ihre Datei entgegengenommen hat, ist die Zahl eine Formnote und für die Frage «passe ich auf diese Stelle?» ohne Aussagekraft. Zweitens: Schauen Sie sich die Einzelwerte an, nicht den Mittelwert, und arbeiten Sie an der tiefsten Dimension, nicht an der Gesamtzahl. Drittens: Behandeln Sie Ja-oder-Nein-Punkte zuerst, weil sie nicht mit Prozenten aufgewogen werden können.
Viertens, und das ist der Schritt, den die meisten auslassen: Prüfen Sie gegen mehr als ein Inserat. Wenn dasselbe Dossier bei drei Inseraten desselben Berufs drei deutlich verschiedene Werte bekommt, dann wissen Sie, dass die Streuung von den Inseraten kommt, und Sie hören auf, den Lebenslauf für jeden einzelnen Punkt umzubauen. Unsere Messung sagt genau das voraus: Bei deutschsprachigen Inseraten erreichten nur 1,0 % aller Paare aus demselben Beruf überhaupt die von Jobscan empfohlenen 75 % — und das waren zwei vollständige Inserate, nicht ein Lebenslauf.
Fünftens: Wenn Sie ohnehin umschreiben, schreiben Sie für die Person, die den Text am Ende liest. Die Anforderung, die im Schweizer Inserat am häufigsten steht, ist eine Sprache mit Niveau; die zweithäufigste ist ein bestimmter Abschluss. Beides steht in einer klaren Zeile besser als in einer Stichwortwolke.
Für wen ein anderes Werkzeug die bessere Wahl ist
Wenn Sie sich in den USA bewerben, ist Jobscan die passendere Wahl. Die Kennzahl ist auf den amerikanischen Markt kalibriert, die genannten Systeme sind dort verbreitet, und der Gratis-Tarif mit fünf Scans pro Monat reicht für eine kleine Kampagne. Wenn Sie eine reine Vorher-Nachher-Messung an einem englischen Lebenslauf wollen, ohne Inserat und ohne Schweizer Kriterien, ist Resume Worded gut darin — die Stabilität der Punktzahl ist dort ein Vorteil, kein Mangel.
Und wenn Sie in fünf Minuten irgendeine Zahl zu Ihrem Lebenslauf sehen wollen, ohne Konto und ohne Bezahlung, ist der Gratis-Check von cvswiss.ch der kürzeste Weg dorthin; er ist wirklich gratis und verlangt wirklich keine Anmeldung. Für die Frage in der Überschrift taugt er nur nicht, weil er kein Inserat liest — und der Anbieter macht daraus auch kein Geheimnis.
Für alle anderen — Menschen, die sich auf Schweizer Inserate bewerben und wissen wollen, woran es bei genau dieser Stelle liegt — ist die aufgeschlüsselte Prüfung gegen den Text des Inserats die nützlichere Antwort als eine einzelne Zahl. Nicht weil unsere Zahl besser wäre, sondern weil daneben steht, woraus sie besteht.
Eigene Messung vom 4. September 2026 an 383 offenen Schweizer Inseraten, gelesen im Originaltext der Arbeitgeber, je ein Inserat pro Arbeitgeber und Sprache, Lehrstellen ausgenommen. Anbieterangaben stammen von den öffentlichen Seiten von jobscan.co, resumeworded.com und cvswiss.ch, abgerufen am 4. September 2026. Umrechnungen USD/CHF zum EZB-Referenzkurs vom 3. September 2026.
Prüfe, wie dein Lebenslauf zu einer Stelle passt
Kostenlos: Sprachen, Bewilligung, Anforderungen und mehr — bewertet gegen ein konkretes Inserat.
ATS-Lebenslauf prüfen: gegen ein konkretes Inserat, kostenlosQuellen
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Sprache der Inserate
- Deutsch
- 60%
- English
- 23%
- Français
- 13%
- Italiano
- 3%
Von den Inseraten mit Sprachanforderung verlangen
- Deutsch
- 70%
- English
- 43%
- Français
- 21%
- Italiano
- 3%
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